Monat: März 2006

Dieses Jahr keine frischen Fenster mehr

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2010 von Wolff von Rechenberg

Microsoft hat das Erscheinen des neuen Windows – Codename: Vista – auf das nächste Jahr verschoben. Nur Firmenkunden sollen schon im November in den fragwürdigen Genuss der neuen Fenster kommen. Umstritten ist nach wie vor die Zertifizierung für Programme, die auf dem neuen Windows laufen. damit kann Microsoft bestimmen, was auf Vista geht und was nicht.

Das soll dem Schutz vor Schädlingen dienen. Eine Zwangsjacke für Windows nennt es der Bayerische Rundfunk, eine Zwangsjacke für den gläsernen Benutzer an seinem ferngesteuerten Rechner nenne ich es. Galt XP unter Datenschützern nur als bedingt tauglich für vertraulich die Verarbeitung vertraulicher Daten, so dürfte Vista unannehmbar sein.

Daran wird sich jedoch nicht das Schicksal von Windows entscheiden. Der Durchschnittsbürger fühlt sich durch Überwachung längst nicht mehr bedroht. Er streut seine Konsumentendaten längst per PayBack-Karte wahllos um sich. Dem Durchschnittsanwender wird eher die neue Produktphilosophie Sorgen bereiten. Natürlich musste man auch die bisherigen Windowsversionen kaufen und registrieren, doch das noch aktuelle Windows XP läuft zur Not auch ohne Zwangsregistrierung – und damit ohne Sicherheitsupdates. Windows gab es quasi gratis. So verbreitete es sich in den 90-er Jahren. Vista wird eine Zwangsregistrierung verlangen.

Ganz sicher wird Windows Vista zu einem sichereren Internet führen, denn wo Sicherheitsupdates durchgeführt werden, da sinken die Chancen für Schadprogramme. Die Linux-Gemeinde darf sich auf Vista freuen. Mit der Zwangsregistrierung endet eine Ära des unlauteren Wettbewerbs, in der Windows offiziell Geld gekostet hat und in der Praxis gratis zu haben war.

American Open

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2010 von Wolff von Rechenberg

Das Fedora-Project gibt heute die Veröffentlichung der Linux-Distribution Fedora Core 5 bekannt. Fedora war mein erstes Linux und ist eine Art alter Liebe geblieben. Wie immer liegt Fedora weit vorn, wenn es um die aktuellste Software geht. So hat Fedora schon jetzt die Desktopumgebung Gnome 2.14 an Bord und den Linux-Kernel 2.6.16. Beides gerade frisch vom Reißbrett gepurzelt.

Bruchlandung mit dem Erpel

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2010 von Wolff von Rechenberg

Erster Versuch, von Ubuntu 5.10 (Breezy Badger) auf 6.04 (Dapper Drake) zu updaten ist gründlich gescheitert. Das System war zwei Tage lang zerschossen. Wartungssysteme haben nicht gegriffen. Kein Login, kein Xserver, kein garnichts. Wer derzeit den Schritt zu Dapper wagen will, sollte unbedingt die Kommandozeilen-Befehle verwenden („apt-get update“, „apt-get dist-upgrade“). Der grafische Update-Manager ist derzeit noch in den Kinderschuhen. Gleiches gilt für den grafischen Installer Espresso. In allen Ubuntu-Foren findet sich die Warnung, derzeit kein produktives System zu upgraden, da sich Dapper noch im Teststadium befindet. Diese Warnung bitte sehr ernst nehmen, ober mein Schicksal teilen.

Fedora am Montag

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2010 von Wolff von Rechenberg

Im Linux-Lager herrscht das große Zähneklappern. Lange hat man den Tag herbeigesehnt, an dem man sich in der Lage fühlen würde, dem Riesen aus Redmond – Windows – die Zähne zu zeigen. Erst vertagt Novell den Release seines OpenSuse 10.1, dann verschiebt Red Hat den Erscheinungstag seines Communitiy-Linux Fedora Core 5, und schließlich denkt sogar Ubuntu über eine Verschiebung der neuen Version 6.04 Dapper Drake nach. Zumindest bei Fedora ist das Zaudern nun zuende: Fedora Core 5 erscheint nun endlich am Montag. Die Vorgänge geben dennoch zu denken. Gerade Ubuntu hatte immer wieder betont wie wichtig feste Releasezyklen für den Erfolg einer Linux-Distribution sind. Aber 2006 ist eben kein Jahr wie jedes andere. 2006 wird das Jahr des neuen Windows Vista. Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hatte für Dapper Drake die Dinge beim Namen genannt: Die Gelegenheit war nie so günstig, eine ernsthafte Alternative zu Windows zu bieten, zumal Microsoft den Schwarzkopierern die Arbeit schwer machen will. Jetzt hat jeder im Linuxlager Angst, Fehler zu machen. Aber schon das spricht für die gewachsenen Bedeutung des freien Betriebssystems. Schließlich galt es bisher als Hobby von ein paar pickeligen Studenten mit Flaschenböden als Brillengläser.

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