Geht Amerika intelligent zu Boden?

Ein Weltreiche, die ihren Zenit überschritten haben, sind die Forschungsobjekte des englischen Historikers Paul Kennedy. Mit seinem Buch vomAufstieg und Fall der großen Mächte hat er einen Sachbuchklassiker geschaffen, der mittlerweile in 5. Auflage vorliegt. In einem Artikel für die Blätter für deutsche und internationale Politik sagt er nun mit zwingender Logik den Vereinigten Staaten ihren Niedergang voraus. Der Aufstieg der asiatischen Großmächte China und Indien lasse gar keinen anderen Schluss zu. Er stellt jedoch die Frage, ob die Amerikaner in der Lage sein werden, den Abschied von ihrem Weltreich so intelligent zu managen wie es einst die Briten getan haben, oder – noch früher – die Habsburger. Schon jetzt weist Kennedy auf Alarmsignale hin: So klaffen Staatseinnahmen und Staatsausgaben so weit auseinander, „wie es seit den Zeiten Philipps des Zweiten von Spanien oder der letzten Bourbonenkönige Frankreichs nicht mehr zu beobachten war“. Dieses riesige Haushaltsloch stopfen die Amerikaner mit massenweiser Ausschüttung von Staatsanleihen, schreibt Kennedy und sieht die amerikanische Politik unter dem Einfluss asiatischer Magnaten.

Manchmal tut es gut, weltwirtschaftliche Themen im historischen Zusammenhang erörtert zu lesen. Den ganzen Artikel gibt es hier.

Neuer Steuerzahler in Brandenburg an der Havel

Die Stadt Brandenburg an der Havel hat einen neuen Einwohner. Bei dem Mann handelt es sich um Wolff v. R. Der 42-jährige Journalist verlegte zum 18. August seinen Hauptwohnsitz vom nordhessischen Kassel in die Havelstadt. Der Zugezogene sagte dazu: „Besser hätte es die Stadt gar nicht treffen können. Ich zahle brav meine Steuern und verursache nur an Wochenenden und während des Urlaubs Abnutzungen an der Infrastruktur.“ Arbeiten wird v.R. vorläufig weiter in Kassel.

Und keiner sah die Krise kommen

Im Krieg war Konjunktur. Das alte Europa brauchte dringend Nahrungsmittel, weil die Landwirtschaft dort darniederlag. Die Männer wurden in den Stahlgewittern verheizt. Für die Landwirte in den USA begannen goldene Zeiten. Die Arbeitslosigkeit tendierte gegen Null, die Farmer kauften auf Pump immer mehr Land und die damals noch neuen Landmaschinen. Neu, weil wir hier nicht vom Golfkrieg sprechen, sondern vom Ersten Weltkrieg. Die Industrie – ganz und gar auf den Binnenmarkt eingestellt – steigerte die Produktion. Ein Ende schien nicht in Sicht. Als der Krieg 1918 endete und die europäischen Bauern wieder auf ihre Äcker zurückkehrten, da nahm man das noch nicht zur Kenntnis.
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