Kino: Wüste Schießereien im Safe House

Filmplaka Safe HouseSo öde hatte sich Matt Weston Ryan Reynolds die Arbeit für den US-Geheimdienst CIA nicht vorgestellt. Statt die Welt zu retten, hütet er ein sicheres Haus, ein Safe House, in Kapstadt. Den ganzen Tag sitzt er dort herum, während seine Freundin Ana (Nora Amezeder) glaubt, er sei im Büro. Doch dann bringt die CIA den zwielichtigen Geheimnishändler Tobin Frost (Denzel Washington) in Westons Safe House unter, der einen Datenträger mit brisanten Informationen besitzt. Schnell taucht ein Killerkommando auf, das Frost zur Strecke bringen soll. Weston flieht mit Frost. Aber woher wussten die Killer von der geheimen Zuflucht? Einer von Westons Vorgesetzten spielt falsch.

Wüste Schießereien im Safe House

Mit „Safe House“ ist dem schwedischen Regisseur Daniel Espinosa (Easy Money) im Genre der Bournes und LeCarrés ein schneller Actionkracher gelungen. Rasante Verfolgungsjagden, brutale Schlägereien und wüste Schießereien halten den Adrenalinpegel hoch. Doch das hat den Machern des Films offenbar nicht gereicht. Sie wollten mehr. Aber was? Ein Lehrstück über den Zynismus der Geheimdienste à la Syriana? Eine melancholische Abrechnung mit einem Metier, in dem einsame Menschen längst vergessen haben, wie man anderen vertraut? Wie in den Romanen von LeCarré? Oder einfach einen Agentenreißer der düsteren Art wie die Bourne-Trilogie?

Denzel Washington: Uncool nach Haarschnitt und Rasur 

„Safe House“ versucht von allem ein bisschen zu sein. Der Film startet passabel mit einem coolen, strubbeligen, bärtigen Denzel Washington als desillusiosiertem Ex-Spion, der seine CIA-Verhörer darüber belehrt, wie man beim Waterboarding professionell vorgeht. Nach einem Haarschnitt und einer Rasur steht uns aber wieder der gewohnte Denzel Washington gegenüber, der einmal mehr an dem Versuch scheitert, seinem Saubermann-Image zu entkommen. So einer darf keinen niederen Motiven folgen. Tut er natürlich nicht. Denzel Washingtons Tobin Frost ist in Wahrheit einer von den Guten. „Gut“ endet auch der Film. Die Guten bleiben gut, die Bösen werden zur Rechenschaft gezogen.

Casablanca auf dem Bahnsteig

Richtig peinlich entwickelt sich die Liebesgeschichte von Matt und Ana. An ihrem Höhepunkt wirkt sie unfreiwillig komisch, weil Regisseur Espinosa die Schlusssequenz aus Casablanca in einen südafrikanischen Bahnhof verlegt hat. Vor solcherlei Peinlichkeiten ist in „Safe House“ niemand sicher. Aber das sagt der Untertitel ja schon. Wenn man’s weiß, dann kann man den Streifen als gepflegten Actioner genießen, der allerdings seine Längen aufweist.

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