Analog Basics: Thorens II

Heute kommen wir zum Tuning des Thorens-Laufwerks. Fangen wir mit den einfachsten Maßnahmen an. Die Gummimatte auf dem Plattenteller gehört in den Müll. Vielleicht findet sich ja Verwendung als Untersetzer für Töpfe oder Kannen. Zwei Materialien bieten sich an: Filz oder Leder. Beide Materialien führen zu besserer Detaildarstellung, zu tieferer räumlicher Staffelung, besserer Sprachverständlichkeit. Leder klingt schlanker. So zackig und impulsiv haben Sie Ihren Thorens noch nie gehört. Doch dafür verliert der Plattenspieler viel Klangfarbe. Mein Rat: Wenn Sie die weiteren Tuning-Maßnahmen ebenfalls ins Auge fassen, dann nehmen Sie Filz. Dabei funktionieren auch die Slipmats aus dem DJ-Bedarf. Allerdings sollte immer die filzigere Seite nach oben zeigen.

Die zweite Maßnahme verlangt schon mehr Arbeit. Entfernen Sie die Hartfaserplatte. Leimen Sie hinten in die Mitte des Rahmen einen Holzklotz und platzieren Sie das Laufwerk auf drei Punkten. Sie können drei der Gummifüßchen verwenden, besser sind aber Spikes. Hintergrund: Die Hartfaserplatte resoniert zu stark. Im Ergebnis gewinnt die tonale Ausgewogenheit des Plattenspielers. Er verliert seinen zum Dröhnen neigenden Oberbass. Noch besser, aber auch aufwändiger wird das Ersetzen der Bodenplatte durch eine ausgesägte Platte aus Birke-Multiplex. Wichtig dabei: Aussägen! Von der Platte darf nur eine Art Rahmen übrig bleiben.

Jetzt enden die Heimwerker-Tricks. Ersetzen Sie die Federn an denen das Subchassis hängt. Einen hervorragend selektierten Federsatz für die Thorens-Laufwerke findet man bei Phonosophie. Ist nicht ganz billig, katapultiert den Thorens aber endgültig in die nächste Liga. Neben stabiler Räumlichkeit, sauberem, tiefem Bass und klingenden Höhen fällt vor allem ein Unterschied auf: Ein in selektierten Federn hängendes, sauber justiertes Subchassis eliminiert viele Störgeräusche. Das Knistern und Knacksen auf so mancher alten Scheibe verschwindet.

Wenn Sie ein Thorens-Laufwerk besitzen, das ab Werk einen Plastik-Innenteller besitzt, sollten Sie diesen gleich mit ersetzen, wenn Sie die Federn ordern. Das neue Federbett ist zu straff für das leichte Kunststoffteil.

Zum Nulltarif gibt es auch die folgende Tuning-Maßnahme nicht. Auf dem Motor steckt ein grausam eierndes Plastik-Pulley. Ersetzen Sie diese Welle durch das Präzisionsteil von Phonosophie. Das Laufwerk dankt es Ihnen mit nochmals gesteigerter Präzision, mit stabilerer Räumlichkeit und besserer Detailauflösung.

Auch für den Tonarm bietet Phonosophie eine Tuning-Möglichkeit: Ein besseres Gegengewicht. Das nmassive Teil bringt das Gegengewicht näher zum Lager. Ohne das weiter ausführen zu wollen, sei gesagt: Je näher das Gewicht am Lager sitzt, desto weniger Resonanz im Arm und deto besser folgt der Arm der Rille. Die Gegengewichte haben leider ebenfalls ihren Preis. Deshalb mein Tipp: Bevor Sie ein heiden geld für das Gegengewicht ausgeben, bringen Sie Ihren Thorens zu einem Spezialisten, der den Arm gegen einen Tonarm von Rega austauscht. Zum Rega-Tonarm komme ich ein andermal.

Phonosophie bietet auch ein besseres Tellerlager für den Thorens. Aus meiner Erfahrung mit Umrüstsätzen von Phonosophie würde ich erwarten, dass auch dieses Lager seinen Preis wert ist. Da ich aber nie Gelegenheit hatte, das gute Stück zu testen, kann ich keine eindeutige Empfehlung dafür aussprechen.

Das war’s für dieses Mal. In der nächsten Folge wende ich mich den wundervollen Tonarmen von Rega zu.

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