Kino: Sherlock Holmes im Fight Club

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Wenn Robert Downey Jr. verschwitz und mit enblößtem Oberkörper in den Ring steigt, wenn er ebenso verschwitzte, muskelbepackte Gegner in den Staub schickt, dann sieht er fast aus wie Brad Pitt im „Fight Club“. Mit dem steifen, verbissenen Basil Rathbone, der die Figur des Sherlock Holmes über Jahrzehnte geprägt hat, hat er dann nicht das Geringste gemein.  „Kino: Sherlock Holmes im Fight Club“ weiterlesen

Kino: Kein Quantum Trost

quantum.pngEin Quantum ist eine bestimmte, nicht festgelegte Menge vor irgendetwas. Die Mengen machen dem neuen Bondabenteuer „Ein Quantum Trost“ zu schaffen. Mit 107 Minuten soll er der kürzeste Bond aller Zeiten sein. Dennoch zieht sich dieses Quantum gefühlt in die Länge. Das liegt an der zerstückelten Handlung. Bond (Daniel Craig) setzt an, wo er in Casino Royale aufgehört hat.

Er verfolgt die Bösewichte, denen er den Tod seiner geliebten Vesper vorwirft. Logisch, dass Geheimdienstchefin M (Judi Dench) den Geheimagenten in eigener Mission nicht gern sieht. Natürlich erledigt 007 die Schufte. Außerdem verhindert er quasi im Vorbeigehen einen Militärputsch in Bolivien und legt dem Fiesling Dominic Greene (Mathieu Amalric) das Handwerk. Der macht zwielichtige Geschäfte unter dem Deckmantel des Umweltschutzes. Was hat das in der Rachestory zu suchen? Nur eine der Fragen, die das neue Bondabenteuer aufwirft – und nicht beantwortet. „Kino: Kein Quantum Trost“ weiterlesen

Ein Hauch von Wechsel

tal_der_woelfe.pngFrüher schlug er sich mit Nazis herum und mit finsteren indischen Thugs, heute ringt Harrison Ford alias Indiana Jones mit bösen Sowjets um das Geheimnis der Kristallschädel. Seinen besonderen Reiz teilt der berühmteste Archäologe der Filmgeschichte mit alten James-Bond-Filmen. Einfache Gut-Böse-Schemata machen das Denken überflüssig. Die schärfste Waffe der Vereinigten Staaten von Amerika um die Vorherrschaft auf dem Planeten ist nicht die Atombombe, sondern Hollywood. Das starke amerikanische Kino weist Übeltäterrollen analog denen in der amerikanischen Gesellschaft zu.

So begannen in den späten 1980er Jahren vor allem Lateinamerikaner die Russen als Filmfinsterlinge abzulösen. Es war die Zeit der Drogenkriege. Die Latinos behielten ihre Rolle als Bösewichter bis sie in den 1990er Jahren von den Muslimen abgelöst wurden. Die Feindbilder wechselten im Film wie in der Gesellschaft, die Amerikaner blieben, was sie immer waren: die Guten. Europäisches Kino mit seinen sehr viel weniger eindeutigen Schwarzweiß-Schemata hatte es schwer. Zu kompliziert für den Massengeschmack, nicht nur in den USA.

Szenenwechsel: Irak. Im US-Knast Abu-Ghuraib in Bagdad entnimmt ein jüdischer Arzt Gefangenen Organe und verscherbelt sie nach New York, London und Tel Aviv. „Ein Hauch von Wechsel“ weiterlesen