Obama vs. McCain: Fernsehduell nur außenpolitisch konkret

Vieles blieb im Vagen beim ersten Fernsehduell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Brack Obama und John McCain. Nur in der Außenpolitik zeigten die beiden Kandidaten deutlich Flagge. Mit dem Republikaner McCain wird es in der Außenpolitik der USA so weiter gehen wie bisher. Obama möchte das Image der Amerikaner wieder aufpolieren. „Obama vs. McCain: Fernsehduell nur außenpolitisch konkret“ weiterlesen

Finanzkrise: Bill Gates verliert Milliarden

Die US-Finanzkrise hat ein erstes prominentes Opfer gefordert. Der Microsoft-Gründer Bill Gates verlor rund zwei Milliarden US-Dollar. Sorgen muss ersich nicht machen: Immerhin bleiben ihm gschätzte 57 Milliarden Dollar. Er hat also ungefähr 4 Prozent seines Privatvermögens eingebüßt.

Quelle: Focus

Entmanntes Amerika

netzeitung_1.png
Keine Nation wird von deutschen Journalistinnen und Journalisten so konsequent und unverdient entmannt wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Aus den USA wird die USA. Genau genommen steht nicht fest, ob der majestätische Plural der einzigen noch verbliebenen Supermacht etwas originär Männliches umfasst. Aber wer kann es ausschließen?

Gerade Kolleginnen neigen dazu, den Pluralis Majstaetis in etwas eunuchenhaft weibliches zu verwandeln. Dabei erstaunt die Tatsache, dass dieses Schicksal ausschließlich den Vereinigten Staaten von Amerika zu widerfahren scheint. Wer würde die islamischen Macho-Staaten Irak und Iran geschlechtsumwandeln? Wer würde die Türkei den Türkei nennen?
Wenn nur die Amis nicht irgendwann einen Präsidenten wählen, der nicht nur lesen kann, sondern das auch noch in Deutsch…

Gefunden am 25. August 2008 in der Netzeitung.

Gerechtigkeit nach dem Geschmack des Präsidenten

Ein amerikanisches Militärgericht hat heute den ehemaligen Fahrer von Terrorchef Osama bin Laden, Salim Hamdam, wegen Unterstützung des Terrorismus verurteilt. Sechs Jahre lang war Hamdam im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba inhaftiert. Sein Verteidiger hatte im Vorfeld erklärt, es sei unverständlich, einen Fahrer abzuurteilen, der nachweislich nie an Planung oder Durchführung von Terroranschlägen beteiligt gewesen sei. Schließlich sei auch der Fahrer von Adolf Hitler nie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden. Das Strafmaß steht zur Stunde noch nicht fest. Das braucht Salim Hamdam auch nicht zu interessieren. Er kommt ohnehin nicht frei. Das US-Verteidigungsministerium hat klargestellt, dass selbst freigesprochene Inhaftierte nicht unbedingt aus Guantánamo freikämen. Sie seien dennoch eine Gefahr für die Welt. Wenn ein Chauffeur schon der Top-Gefangene in Guantánamo ist, dann stellt sich die Frage, was da sonst noch für gefährliche Zeitgenossen den orangefarbenen Overall tragen: Der Friseur von Osama bin Laden? sein Koch? sein ehemaliges Kindermädchen? der Gärtner der Familie Bin Laden im heimischen Saudi-Arabien? Schlimm, sehr schlimm, wenn die wieder freikämen.

Ein Gericht nach dem Geschmack eines George W. Bush. Eines, das verurteilen aber nicht freisprechen kann. Man gönnt dem jetzigen US-Präsidenten auch solch ein Tribunal, wenn – ja wenn nur – dereinst seine Verbrechen gegen das Völkerrecht verhandelt werden. Man wird doch noch von Gerechtigkeit träumen dürfen. Bis zum Ende der Amtszeit von George W. Bush werden Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit in Amerika ohnehin nur im Traum existieren. Noch 166 Tage zählt das „PresidentBush Countdown“-Plugin in meinem Firefox. Dann haben wir es – vielleicht – geschafft.

Ein Hauch von Wechsel

tal_der_woelfe.pngFrüher schlug er sich mit Nazis herum und mit finsteren indischen Thugs, heute ringt Harrison Ford alias Indiana Jones mit bösen Sowjets um das Geheimnis der Kristallschädel. Seinen besonderen Reiz teilt der berühmteste Archäologe der Filmgeschichte mit alten James-Bond-Filmen. Einfache Gut-Böse-Schemata machen das Denken überflüssig. Die schärfste Waffe der Vereinigten Staaten von Amerika um die Vorherrschaft auf dem Planeten ist nicht die Atombombe, sondern Hollywood. Das starke amerikanische Kino weist Übeltäterrollen analog denen in der amerikanischen Gesellschaft zu.

So begannen in den späten 1980er Jahren vor allem Lateinamerikaner die Russen als Filmfinsterlinge abzulösen. Es war die Zeit der Drogenkriege. Die Latinos behielten ihre Rolle als Bösewichter bis sie in den 1990er Jahren von den Muslimen abgelöst wurden. Die Feindbilder wechselten im Film wie in der Gesellschaft, die Amerikaner blieben, was sie immer waren: die Guten. Europäisches Kino mit seinen sehr viel weniger eindeutigen Schwarzweiß-Schemata hatte es schwer. Zu kompliziert für den Massengeschmack, nicht nur in den USA.

Szenenwechsel: Irak. Im US-Knast Abu-Ghuraib in Bagdad entnimmt ein jüdischer Arzt Gefangenen Organe und verscherbelt sie nach New York, London und Tel Aviv. „Ein Hauch von Wechsel“ weiterlesen