Die Anatomie von Apple

Waren Sie einmal bei einem Deutschen Evangelischen Kirchentag? Herrliche Atmosphäre! Und sei die Welt auch noch so grau, hier drinnen ist es kuschelig und bunt. Jetzt fragen Sie, was der Deutsche Evangelische Kirchentag in meiner IT-Kategorie zu suchen hat? Ganz einfach: Für mich ist Apple das Silikon gewordene Gegenstück des Kirchentages. Und nennen nicht die Apple-User selbst ihren Steve Jobs iGod? Bisher glaubte ich die Apple-User glücklich und zufrieden auf ihrer Insel der Glückseligen, ohne jeden Zweifel an der Unfehlbarkeit von „His Steveness“. Denn merke: Einen Apfel kann man nicht mit gefalteten Händen schälen.

Aber woher kommen denn die kleinen Appler? Wenn nicht etwa zwei Prozent der Menschheit mit dem Apfel der Erkenntnis im Unterbewusstsein diese Welt betreten, dann muss man zu Apple gelangen können. Aber wie? Beim Herrn der Ringe dürfen nur einige auserwählte Sterbliche in Begleitung der Elben zu den Grauen Anfurten aufbrechen und das mittelirdische Jammertal verlassen. So stellte ich mir die Sache bisher vor. Apple selbst belehrte mich eines Besseren. Auf der konzerneigenen Website will Apple uns grauer Masse die Augen öffnen. Apple-User leben nicht auf einer Insel. Sie sind von missionarischem Eifer erfüllt. Sie werden nicht geboren, sie werden zu dem, was sie sind, am Ende eines Initiationsritus.

Dieser Initiationsritus, so suggeriert uns diese Seite, wartet auf uns nur einen Mausklick entfernt. Doch wenn wir die Videopräsentation zu starten versuchen, dann weht ein kalter Windhauch die Räucherkerzen aus. „Wo ist dein Quicktime?“, fragt uns der Vorposten zu Apples Allerheiligstem. Nun mag Quicktime die Wahl der Stunde auf einem Apple-Rechner sein. Auf einem Windows-PC ärgert dieses Programm den User mehr als alle systemeigenen Bugs. Es ballert den Arbeitsspeicher voll und gräbt sich so tief ins System ein, dass man es schwerer los wird als die Grippe. Und dann glaube ich doch, dass Apple eine Insel in der Südsee ist. So schön muss es dort sein, dass man dort keinem Neuankömmling gern entgegen kommt. Aber warum dann die teure Fernsehwerbung? Doch keine Insel?

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Eigentlich durch einen Zufall auf diese Seite geraten, wurde ich neugierig durch die Überschrift: ‚Die Anatomie von Apple‘. Interessant dachte ich im ersten Moment, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht zu einem Börsenunternehmen, an dem es einiges zu kritisieren gibt, doch nach kurzer Lektüre fragte ich mich, ob der Autor überhaupt eine Vorstellung davon hat, was das Wort Anatomie bedeutet. Na ja, wie auch immer, weiterlesen, mal schauen, doch die schwülstige Sprache gibt einem dann doch nach einiger Zeit den Rest. Der ganze Text wirkt recht zusammengestoppelt, sprachverliebt ohne Aussage und ungemein selbstgefällig. Eine Polemik gegen QuickTime scheint dann die Quintessenz zu werden, ein wenig dürftig für die fulminante Überschrift.

    Ich arbeite übrigens seit 1995 mit einem PowerMac 6100, 66 MHz, sogar Layout mit einer archaischen Version von QuarkXPress bereitet heute auf ihm keinerlei Probleme. Die Abstürze hielten sich in all den Jahren im einstelligen Bereich. Daneben habe ich noch einen unglaublich modernen Mac aus dem Jahr 2002, mit dem ich Audiobearbeitungen mache, von denen Sie wahrscheinlich nur träumen können.

    Aber jetzt mal Ernst beiseite, ich vergaß, es ist Karneval, in dem Sinne muss wohl Ihr Artikel gelesen werden, ich habe es wahrscheinlich noch nicht einmal gemerkt, dass sie gar kein solcher Profilneurotiker sind, wie es nach dem Lesen Ihres Artikels erscheinen muss.

    Ich empfehle dann für den restlichen Abend noch:
    Is conversation a dying art?

    JaNe

  2. Eine Apple-Userin mit Humor, das ist selten 😉 Nein, Ironie beiseite: Die Anatomie hat Apple verbrochen. Das ist einfach die Überschrift der Seite. Ich habe mich ein wenig darüber gewundert, dass Apple einen Film, der zur Werbung dient, nicht in einem plattformübergreifenden Format (mpg) anbieten kann. Das hat mich zu meinem kleinen Pamphlet über Apple inspiriert. Ich sehe Apple durchaus auch ernsthaft kritisch. Vielleicht setze ich mich ja irgendwann einmal ernsthaft mit Jobs auseinander.

    Ich revanchiere mich mit dem Hinweis auf einen meiner Lieblingsfilme: The Silicon Valley Story.

  3. Oje, armer Wolff! Wenn du demnächst in einer dunklen Ostdeutschen Gasse Schritte hinter dir hörst, kannst du dir aussuchen; BND, CIA oder etwa doch nur ein Anhänger der Church of Apple.

  4. Dann doch bitte die Church of Apple. Einen Schlag mit dem Mac Book Air steckt mein Schädel wohl noch ganz gut weg.

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