Ubuntu 11.10 auf dem Acer Aspire One D257

Acer Aspire One D257Das Netbook Acer Spire One D257 bietet bis zu 6 Stunden Akkulaufzeit und 500 GB Speicherplatz zum Freundschaftspreis. Und dann wird das Gerät auch noch mit MeeGo ausgeliefert. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen ausdauernden Reisebegleiter mit Linux, oder? Nicht so ganz. Aber Ubuntu 11.10 erwies sich als ausgezeichnete Basis auf dem aktuellen Acer Aspire One. Als guter Ausgangspunkt für weitere Anpassungen.

Abschied vom Knuddel-Linux MeeGo

Das Acer Aspire One D257 kommt mit MeeGo. Wer sein Netbook nur für Facebook und Twitter  benötigt, kann hier sschon fast aufhören zu lesen und das Acer-Netbook kaufen. Für die rund 250 Euro, die Versandhändler verlangen, ist die kleine rote Acer-Flunder ein Schnäppchen.  Wer mit seinem Netbook mehr  machen will, wer Office nutzt, muss vom quietschebunten Web-2.0-Knuddellinux Abschied nehmen. Zumal das deutsche Tastaturlayout Tücken zeigt. So befindet sich der Schrägstrich nicht dort, wo er hingehört, auf der „7“-Taste.

Selbst topaktuelle Linux-Distributionen unterstützen nicht alle Funktionen des Acer Aspire One

Ein Linux durch ein anderes ersetzen? Das sollte doch einfach sein, oder? Fehlanzeige. So erkannte das Long-Term-Service-Ubuntu 10.04 nicht den W-Lan-Chip des Acer-Netbooks. Ebenso scheiterte Fluxflux 2011, das sich auf meinem Asus Eee-PC 701 bewährt hatte. Out of the Box erkennen nur Linux-Distributionen mit aktuellem Kernel das W-Lan des Acer Aspire One D257. Allerdings auch nicht immer. Das bewies ein Versuch mit Fedora 16. Andere aktuelle Linux-Distributionen zeigten Probleme mit den Hotkeys. Insbesondere die Regelung der Lautstärke per Hotkeys funktionierte nicht. Das war der Fall bei PCLinuxOS.

Ubuntus Unity kann nicht begeistern

Ubuntu 11.10 erwies sich als beste Wahl für das Apire One. Ubuntus eigene Desktopumgebung Unity konnte mich allerdings nicht begeistern. Wer mehr als fünf oder sechs Anwendungen regelmäßig nutzt, verliert schnell den Überblick. Zu Anwendungen, die sich nicht in den Favoriten finden, muss der Nutzer Umwege in Kauf nehmen. Andererseits nutzt der Desktop sehr effizient den kleinen 10-Zoll-Bildschirm. Also basteln wir uns selbst einen Desktop.

Netbook-Desktop auf Basis von Xubuntu 11.10

Wir suchen einen geradlinigen Desktop ohne Plasmoids, Widgets, Apps oder Shells. Gleichzeitig muss er den Bildschirm besser nutzen als all die Desktopumgebungen, die einst für große Bildschirme entwickelt wurden. Der Geheimtipp heißt LXLauncher. Das Programm ist als einfacher Anwendungsstarter für Netbooks entwickelt worden. Asus setzte ihn als Standard auf dem Ur-Netbook Eee-PC 701 ein. Als Basis dient Xubuntu 11.10. Die Desktopumgebung XFCE ist die komfortabelste Alternative für alle, die sich nicht sagen lassen wollen, dass sie beim Arbeiten am PC endlich umlernen müssen.

Einrichten von LXLauncher

Den LXlauncher holen wir uns über die Paketverwaltung Synaptic oder einfach eine Terminal aufmachen und auf der Kommandozeile tippen:

„sudo apt-get install lxlauncher“

Gestartet wird der Desktop ebenfalls über die Konnadozeile mit dem Befehl: „lxlauncher“

Nun begeben wir uns ins Menü Einstellungen von Xubuntu. Dort fügen wir lxlauncher zu den automatisch gestarteten Anwendungen hinzu. Andernfalls müssen wir ihn nach dem nächsten Systemstart neu starten. Um den Platz auf dem Bildschirm optimal zu nutzen, stellen wir die Taskleiste am oberen Bildschirmrand so ein, dass sie sich versteckt, wenn wir sie nicht brauchen. Nun steht LXlauncher allein da.

Für Fortgeschrittene: LXLauncher farblich anpassen

Letztes Problem: Der Xubuntu-Desktop hält sich in gediegenem Grau, der LXLauncher ist himmelblau. Wer sich nicht in die Tiefen des Systems traut, kann sich in der Themenauswahl von Xubuntu nach einem blauen Design umsehen. Das Menü heißt „Erscheinungsbild“ und findet sich in den Einstellungen von XFCE. Mutige können über die entsprechende Konfigurationsdatei den LXLauncher anpassen. Die Datei liegt in „/etc/xdg/lxlauncher/gtkrc“. Um sie zu bearbeiten, öffnen wir ein Terminal und geben ein:

„sudo leafpad /etc/xdg/lxlauncher/gtkrc“

Nach Bestätigung mit dem Passwort öffnet nun der Editor Leafpad die Datei mit Administratorrechten. Das ist notwendig, weil ein normaler Nutzer keine Schreibrechte für diese Datei besitzt. Hier lässt sich über Hexadezimalcode eine andere Menüfarbe einstellen. Fertig ist der Netbook-Desktop.

 

5 Antworten auf „Ubuntu 11.10 auf dem Acer Aspire One D257“

  1. Hallo Wolff,

    >> Ebenso scheiterte Fluxflux…

    Ich gehe davon aus, dass sich dein Test auf die
    2011er Version bezieht, die 2012er Version mit
    dem angepassten neuen Kernel sollte das Netbook
    komplett unterstützen 😉

    Manfred

  2. Hallo Manfred,
    vielen Dank für den Hinweis. Du hast natürlich Recht. Die aktuelle Version 12a stand zum Zeitpunkt meines Tests noch gar nicht zum Download. Ich habe auch Linux Mint 12 Unrecht getan. Mint zeigt die Lautstärkeänderung per Hotkey in der LXDE-Variante nicht korrekt an. Ich ergänze das im Artikel.
    Gruß
    Wolff

  3. Hallo Wolff,

    >> Ich habe auch Linux Mint 12 Unrecht getan

    Das wundert mich nicht, da ich in der neuen
    FluxFlux-Version viele Rädchen von Unbuntu
    und Mint übernommen habe, anstatt sie neu zu
    erfinden 😉

    Manfred

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