Tablet killt Eee-PC und Netbook: Ein Nachruf

Der Eee-PC ist Geschichte. Wie DigiTimes berichtet, hat Hersteller Asustek die Produktion bereits gestoppt. Andere Hersteller sollen folgen. Das IT-Portal macht den Trend zu Table PCs für das Verschwinden von Netbooks allgemein verantwortlich. Ein Nachruf.

Der erste Eee-PC war ein echter Hingucker. Wo immer ich Ende 2007 mit meinem Testexemplar auftauchte, wanderten die Blicke vom Nebentisch zu meinem Mini-Notebook. Der erste Eee-PC war klein und es gab ihn in vielen Farben. Kurz: Er war sexy. Mein Testbericht über den Eee-PC findet sich auf Tariftipp.de. Der Asus Eee-PC machte das Surfen und Arbeiten unterwegs bequemer und billiger als je zuvor. Schnell reagierte die Branche. Medion, Acer und andere brachten Geräte mit 10-Zoll-Display auf den Markt. Auf diesem Standard blieb das nun Netbook genannte Gerät im Grunde bis heute.

Der erste Eee-PC begeisterte durch die Idee, die ihn schuf 

Der erste Eee-PC (700/701) begeisterte aber auch durch die Idee, die der Hersteller damit transportierte. Aus Kostengründen verzichtete Asus auf Windows und entschied sich stattdessen für ein angepasstes Linux. Der Eee-PC sollte wirklich jedem Menschen auf diesem Planeten die Teilnahme an der Informationsgesellschaft ermöglichen. Entsprechend gut verkaufte sich der Eee-PC gerade in Schwellenländern.

Der Markt verlangte nach Windows-Netbooks

Die Nachfrage in Europa und den USA lenkte die Hersteller in eine andere Richtung.  Unter einem Netbook verstand man schon bald nach Markteinführung des ersten Eee-PC ein Mini-Notebook mit 10-Zoll-Display und Atomprozessor – und der Markt verlangte Windows. Da Windows Vista nicht auf der beschränkten technischen Basis lief, verlängerten die Netbooks quasi im Vorbeigehen die Lieferfristen für das schon abgeschriebene Windows XP.

Jetzt verlangt der Markt nach Touchscreens. Das Tablet bedeutet wohl nicht nur das Aus für den Eee-PC. Wenn Konkurrent Acer ebenfalls aus der Netbookproduktion aussteigt, dann erscheint fraglich, ob Intel die Atom-Prozessoren weiter herstellen wird. Das günstige Mini-Notebook wird wohl höchstens mit einem ARM-Prozessor überleben, zugeschnitten auf eine Zielgruppe: Computernutzer in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Bye bye, Eee-PC 

Mein kleiner schwarzer Eee-PC liegt jetzt auf meinem Schreibtisch. Der Deckel sitzt noch so stramm wie am ersten Tag, alle Tasten funktionieren, er fährt klaglos hoch, wenn er gebraucht wird. Das kann nicht jedes Note- oder Netbook nach vier Jahren. Mein Eee-PC wird nicht bei eBay landen oder im Müll. Die Geschichte des Eee-PC zeigt, wie schnell in der IT-Branche Stars entstehen und in Vergessenheit geraten. Bye bye, Eee-PC.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe mir vor einiger Zeit wieder ein Netbook gekauft, da ich mit den Tablets leider nicht alles machen kann und auch eine Tastatur vermisse. Meine Mutter wollte dann auch eins haben und hat auch eins bekommen.
    Danach habe ich mein altes Netbook mit einem neuen Akku ausgestattet, eine aktuelle Ubuntu Version installiert und jetzt arbeitet meine Frau damit und ist wirklich glücklich mit dem Teil.

    Also so ganz tot (zu mindestens in unserer Familie) ist das Netbook noch nicht. 🙂

    Gruß

    Volker

  2. @Volker: Das höre ich gern. Auch für mich als Vielschreiber gibt es derzeit keine mobile Alternative zum Netbook.
    Gruß
    Wolff von Rechenberg

  3. Hallo Wolff,

    …wird wohl höchstens mit einem ARM-Prozessor überleben, zugeschnitten auf eine Zielgruppe: Computernutzer in Entwicklungs- und Schwellenländern…

    Das es auch in „Nicht-Schwellenländern“ geht, wirst du auf dem Blit sehen können. Ich habe letzlich auch dein o.a. Posting als Anlass genommen, die Arbeiten an FluxFlux-MX wieder aufzunehmen. Basis ist hier der EfikaMX Smartbook mit deutscher Tastatur und integriertem UMTS. Mit Slackwarearm-14 als Basis werde ich die erste Alpha-Version des neuen, ARM-basierten, FluxFlux am Stand präsentieren.

    Ich hoffe, wie seinerzeit mit dem EeePC 701, auch hier wieder zu den „frühen Vögeln“ gehören zu können.

    Manfred

  4. Hallo Manfred, ich bin gespannt. Wir sehen uns auf dem BLIT.
    Wolff

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