Eine Torte vom Erzfeind

Die Browser Opera und Mozilla liegen in ihren jeweils neuen Versionen vor. Während Opera bei der Veröffentlichung der Version 9.5 gewohnt bescheiden geblieben sind, hat das Mozilla-Projekt ordentlich auf die sprichwörtliche Kacke gehauen. Einen Weltrekord sollten die Fans des Kleinen Panda (engl.: Firefox) bei den Downloads aufstellen.

Nicht nur das Windowsmagazin Winfuture.de fragt sich da: Einen Weltrekord im Vergleich zu was? Für den angestrebten Weltrekord hätte rechnerisch ein einziger Download ausgereicht. Dass es dann doch 7,7 Millionen in den ersten 24 Stunden geworden sind, spricht dafür, dass die Firefox-Fans etwas mehr Einsatz zeigen als die deutsche Fußballnationalmannschaft beim Überstehen der Vorrunde der Euro 2008.

So eifrig luden sie den Browser herunter, dass die Mozilla-Server schon nach wenigen Stunden zusammenbrachen. Das erlebt mn nicht alle Tage, dass eine legale Gratis-Software Mangelware im Netz wird.

Für so geschicktes Marketing gab es eine ungewohnte Gratulation: das Entwicklerteam des Microsoft Internet Explorer soll seinen Glückwünschen an die Mozilla-Truppe eine richtige Torte beigelegt haben. Das weiß zumindest das Nachrichtenmagazin n-tv. In früherer Zeit hätte das Anlass für eine Sprengstoffwarnung im Feldlager der Mozillas gegeben. Zumindest hätten die Firefox-Entwickler die Süßigkeit vor dem ersten Bissen einem unbestechlichen Forschungsinstitut zur Analyse weitergeleitet. Aber vielleicht haben sie das ja auch getan.

Ich habe beide Browser miteinander verglichen, und zwar unter Windows XP und Ubuntu-Linux 7.10. Auf meinem dienstlich genutzten Windowsrechner hat der norwegische Browser seinen freien Konkurrenten knapp besiegen können.

Obwohl Firefox in Version 3 ordentlich Speed gewonnen hat, baut Opera 9.5 Internetseiten merklich schneller auf. Mir gefällt zudem die Schnellansicht, in der man mehrere Internetseiten auf einem Tab als Miniaturen betrachten kann. Außerdem zeigt Opera die Inhalte von Tabs als Thumbnails an, wenn man mit der Maus darüber fährt.

Der Opera lässt darüber hinaus im Arbeitsspeicher genug Platz für meinen FeedReader. Dieser Newsreader definiert für mich den Stand der Dinge im Komfort, eignet sich aber im Betrieb große Mengen Arbeitsspeicher an.

Auf dem Linux-PC konnte mich Opera überhaupt nicht überzeugen. Gerade beim Seitenaufbau musste sich Opera sogar dem distributionseigenen Firefox 2.0 geschlagen geben. Selbst auf die Google-Seite quälte sich Opera wie eine Schnecke mit Raucherlunge und zwei Häusern.

Firefox 3 hat mich unter dem neuen Ubuntu (8.04) begeistert, ist aber für meine Version 7.10 (noch) nicht verfügbar. Die Installation eines für Ubuntu 7.10 gepackten Paketes brachte mich in den Besitz eines Browsers, der beim Streiken die Hartnäckigkeit eines Lokführers zeigte.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich ziehe inzwischen auch Opera vor; z.Zt. verwende ich 9.27 unter ubuntu 8.04 und kann die von Dir kritisierte Langsamkeit nicht bestätigen.

  2. Das ist das Entscheidende. Ich hatte ein Deb-Paket von der Opera-Homepage. Das geht meistens schief. Entweder du installierst das Paket aus den offiziellen Quellen deiner Distribution oder du komilierst das Programm. Ich nehme an daran hat’s gelegen.

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