CDU auf Youtube zerlegt

3,5 Millionen Menschen hatten das Video des Youtubers Rezo über die CDU schon gesehen als ich es angeschaut habe. Und das sollten Sie jetzt ebenfalls tun, bevor wir weiterreden.


Die Quellen für sein Video hat Rezo auf 13 Seiten eines Google-Dokuments aufgelistet. Man kann, muss aber den Schlussfolgerungen von Rezo nicht folgen. Sicherlich hätte er seine Sache besser vertreten, wenn er im Titel auch SPD und FDP erwähnt hätte, die in seinem Video nicht besser wegkommen. Das hätte den Blick frei gemacht auf das eigentliche Problem, um das es Rezo geht: Wir gegen die. Eine von den Fakten eines kaum vermeidbaren Weltuntergangs verstörte Jugend spürt, dass ihr die Zeit ausgeht, gegen eine satte Babybommer, denen in 70 Jahren Frieden und Wohlstand die Fähigkeit abhanden gekommen ist, Entscheidungen unter Druck und Bedrohungen zu treffen.

Mindestens so interessant fiel die Antwort von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak aus. Schauen wir uns auch das auf Video an:

Essenz: Lasst das mal die Profis machen, in diesem Fall die Journalisten. Da beruft sich der Generalsekretär einer Partei auf den „Qualitätsjournalismus“, die mit Eigenproduktionen auf Kosten des Steuerzahlers selbst zunehmend den direkten Kontakt zum Wahlvolk sucht – ohne lästige kritische Fragen. Und zum Schluss kommt Zimiak zur Sache: Die Medien sind Schuld. Damit verhält sich der CDU-Generalsekretär exakt so wie Rezo die Partei beschrieben hat. Ziemiak setzt sich nicht sachlich mit Argumenten auseinander, er diffamiert.

[Update] Heute hört sich Ziemiak schon anders an:

Im TV lobt der CDU-Generalsekretär, Rezo begeistere junge Leute für die Politik. Ziemiaks Schlingerkurs schließt direkt an Rezos Frage nach der Qualifikation des Spitzenpersonals der CDU an. In einer Partei ist die Krisenkommunikation in einem solchen Fall die Aufgabe eines Generalsekretärs. [/Update]

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