# Wolff von Rechenberg > Texter | Journalist | Content-Stratege ### EU AI Act: Tipps für Journalist:innen und Texter:innen Mit dem KI-Gesetz (EU AI Act) hat sich Europa das weltweit erste verdindliche Regelwerk für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) gegeben. Und dieses Regelwerk betrifft auch uns Journalist:innen und Texter:innen. Wer unter uns generative KI-Tools wie ChatGPT, Midjourney oder andere Generatoren für Text, Bild und Video nutzt, muss sich an diese Regeln halten. Dabei sollten gerade Journalist:innen Transparenz nicht als lästige Pflichtübung abtun: Sie ist Auftrag und gleichzeitig Chance. Denn Transparenz schafft Vertrauen. Gemeinsam wollen wir uns den EU AI Act anschauen und Empfehlungen für unseren Alltag ableiten. 1. EU AI Act In A Nutshell Der EU AI ACT (Verordnung EU 2024/1689), den das Europa Parlament am 13.März 2024 verabschiedet hat, trat 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft, räumt allerdings großzügige Fristen für Anpassungen ein. So gelten viele Regelungen vollständig erst ab August 2026. Einige aber schon deutlich früher, warnt Rechtsanwältin Hannah Wiehler von der Anwaltskanzlei Röhl, Dehm & Partner, die sich auf KI-Recht spezialisiert hat. Journalist:innen und Texter:innen müssen insbesondere einige Kennzeichnungs- und Transparenzregeln beachten. 2. Wie nutzen wir KI? Wir alle nutzen mehr oder weniger häufig KI-Tools. Wir schreiben mit ChatGPT, suchen mit Perplexity oder Gemini und wir generieren hübsche Bilder mit einem der ungezählten weiteren KI-Tools. Schon in dieser Rolle betrifft uns der EU AI Act: Beispiel: Ich schreibe eine private E-Mail mit Unterstützung von ChatGPT. Übergebe ich der KI Name und E-Mailadresse des Empfängers, begehe ich einen Verstoß gegen den EU AI Act. Denn die Verordnung betont, dass alle datenschutzrechtlichen Regeln der DSGVO auch für den Gebrauch von Ki gelten. Weil KI einen sensiblen Umgan erfordert, verpflichtet der EU AI Act alle Unternehmen zu einer Schulung der Mitarbeitenden, wenn in einem Unternehmen KI zum Einsatz kommt. Als Journalist:innen und Texter:innen betrifft uns das Regelwerk der EU vor in folgen Rollen: Nutzer: Kaum jemand kommt heute ohne KI-Einsatz für Recherche aus. Ersteller: Wir schreiben, texten und gestalten mit KI: von der Bildunterschrift oder der Headline bis zum kompletten Beitrag oder zum fertigen Layout. Publizisten: Viele von uns treten auch selbst mit eigenen Inhalten in Erscheinung. 3. Was ändert sich konkret für uns? a) Kennzeichnungspflichten Der EU AI Act sieht für mit KI erstellte Inhalte Kennzeichnungspflichten vor. Diese Pflichten gelten ab August 2026 für alle mit KI erzeugten Inhalte. Für den Einsatz allgemein verfügbarer KI-Tools gelten diese Pflichten schon seit dem 2. August 2025. Dabei gilt: Die Kennzeichnungspflicht gilt grundsätzlich für "künstlich erzeugte oder manipulierte Texte" (Art. 50, Abs. 4 EU AI Act), wenn diese Texte von öffentlichem Interesse sind. Ebenso sind alle KI-generierten Inhalte zu kennzeichnen, die Nutzer:innen als von Menschen gemacht erscheinen (Deep Fakes). Die Kennzeichnungspflicht entfällt für Texte, wenn sie von einem Menschen oder einem Unternehmen redaktionell geprüft und verantwortet werden (ebd.). Für Inhalte, die nur privat geteilt werden, entfällt die Kennzeichnungspflicht ebenfalls. ACHTUNG: Social Media Posts gelten nicht als privat! Die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für redaktionell verantwortete Texte wurde eingefügt, um die Freiheit von Meinung, Kunst und Presse nicht einzuschränken. Warum Zeitungsverlage und Redakteur:innen dennoch nicht auf eine Kennzeichnung verzichten sollten, wollen wir später erörtern. b) Urheberrecht und redaktionelle Verantwortung Grundsätzlich stehen KI-Texte nicht unter dem Schutz des Urheberrechts. Denn nur Menschen können Urheber sein. Doch die Anbieter allgemein verfügbarer KI-Tools trainieren ihre KI-Modelle bevorzugt mit hochwertigen, seriösen Inhalten. Und diese Inhalte haben in der Regel eines gemeinsam: Sie sind urheberrechtlich geschützt. Was ist, wenn in KI-Texten urheberrechtlich geschützte Passagen erscheinen? Verstoßen wir gegen Urheberrecht, wenn wir diese Texte übernehmen und veröffentlichen? Darüber sollten Verantwortliche in den Redaktionen und Unternehmen nachdenken. Und noch etwas gilt auch für KI-Texte: Für Fehler oder Fake News haftet der oder die redaktionell Verantwortliche – Redaktionen, Marketingabteilungen oder Website-Betreiber:innen. Und KI liefert leider oft Falschinformationen. Findet das KI-Modell innerhalb der Inferenzzeit keine zutreffende Antwort oder kann sie die Informationen nicht korrekt verarbeiten, dann erfindet sie Fakten, sie halluziniert. Obacht bei der Verwendung von KI-Texten! c) KI und Vertrauen Mit der Kennzeichnungspflicht erfüllt die EU einen Wunsch der Bevölkerung: Eine repräsentative Umfrage der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) fand 2024 heraus: 90 Prozent der Deutschen wünschen sich eine Kennzeichnung von KI-Inhalten. Journalist:innen und Medienhäuser sollten dies als Verpflichtung auffassen. Wenn Leser:innen nicht nachvollziehen können, ob und wie weit ein Text mit Hilfe von KI entstanden ist, verlieren sie Vertrauen. Dieses Vertrauen ist das wichtigste Kapital von Journalist:innen. Und auch Medienhäuser sollten sich genau überlegen, ab welchem Punkt Effizienzgewinne durch den Einsatz von Ki dem Vertrauen in ihre Produkte schadet – unabhängig von den Transparenzpflichten des EU AI Acts. Werbetexter:innen stehen nicht in dieser Verantwortung. Sie liefern Inhalte für die Marketingabteilungen von Unternehmen. Doch auch diese sollten sich um Vertrauenswürdigkeit Gedanken machen. Die Reputation einer Quelle spielt eine entscheidende Rolle für die Crawler von Suchmaschinen – und für die Bots der KI-Modelle. Die Reputation einer Website ergibt sich aus der Qualität der Inhalte. Sie entscheidet darüber, ob die Seite in den Ergebnislisten der Suchmaschinen erscheint oder in KI-Antworten zitiert wird. Und als vertrauenswürdig gilt vor allem originaler, menschengemachter Content. 4. Chancen und Risiken durch den EU AI Act a) Im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Innovation Der EU AI Act hat die Diskussionen um die Rolle und den Einfluss von KI nicht besänftigt. Verbraucherschützer erwarten, dass der AI Act die Grundrechte stärkt und damit das Vertrauen in KI. Gleichzeitig betrachten vor allem Softwarefirmen das Regelwerk als Innovationshürde. So fasst die Computerwoche die Diskussionen um den EU AI Act zusammen. Sie fürchten, Europa könnte beim wichtigen Thema KI den Anschluss verlieren. b) Der Brüssel Effekt Charlotte Siegmann und Markus Anderljung sprechen in ihrer Studie zum EU AI Act vom “Brussels Effect”: Die EU habe mit dem AI Act einen Standard gesetzt, der auch von KI-Anbietern und Staaten außerhalb der EU übernommen werden könnte. So könnte der EU AI Act vor allem große US-Firmen dazu bringen, ihre KI-Modelle zum Besseren zu verändern. Denn gegenwärtig seien diese als „hochriskant" einzustufen. 5. Empfehlungen für Journalist:innen und Texter:innen Transparenz first: Wir sollten in eigenen Publikationen angeben, welchen Teil der Arbeit KI geleistet hat. Auch wenn wir KI nur zur Unterstützung eingesetzt haben. Quellenkritik: Wir dürfen uns nie auf KI-Vorschläge verlassen. Selbst ein zuverlässiges KI-Modell, das nur ausgewählte Quellen verarbeitet kann Zusammenhänge falsch interpretieren oder Fakten falsch gewichten. Urheberrecht: Alle öffentlich verfügbaren KI-Modelle verwenden Trainingsdaten mehr oder weniger unklarer Herkunft. Das sollten wir stets im Kopf behalten, wenn wir Formulierungen der KI übernehmen. Dokumentation: Investigative Journalist:innen sollten ohnehin ihre Rechercheunterlagen archivieren. Wenn sie KI einsetzen, sollten sie auch die verwendeten KI-Tools und ihre Prompts dokumentieren. Fortbilden: Nach KI-Maßstäben ist schon ein langes Wochenende eine Ewigkeit. Wir sollten aktuelle Entwicklungen verfolgen. Denn unsere Leser:innen haben unsere allergrößte Sorgfalt auch bei der Wahl unserer KI-Tools verdient. 6. Ausblick Wie alle EU-Verordnungen muss auch der AI Act in nationales Recht umgesetzt werden. Spätestens dann werden Medienhäuser Compliance-Strukturen aufbauen müssen. Wir brauchen eine neue journalistische Ethik: Transparenz und Dokumentation werden Qualitätsmerkmale für einen Journalismus unter dem Einfluss von KI. Der EU AI Act ist kein Ausdruck einer Tyrannei der Bürokratie über die Kreativität. Er appelliert vielmehr an uns, KI verantwortungsvoll einzusetzen. 7. Fazit Der EU AI Act ist ein Weckruf! Er erinnert uns an unsere journalistische Verantwortung. Das bringt neue Aufgaben und zusätzliche Pflichten. Aber: Wer professionell schreiben will, muss auch KI professionell nutzen. Wir müssen wissen, wie wir welches KI-Modell einsetzen, und wir müssen einen solchen KI-Einsatz transparent kommunizieren. Dabei sollten wir daran denken: „KI-generiert“ ist und wird kein Qualitätsprädikat – sogar für KI. Denn obwohl immer mehr Unternehmen und Medienhäuser auf KI-generierte Inhalte setzen, werten selbst die Bots der großen KI-Modelle KI-generierte Inhalte eher ab. Autorenschaft entwickelt sich damit zum Alleinstellungsmerkmal. Das hebt uns von automatisierter Produktion ab. Quellen https://artificialintelligenceact.eu/de/ https://www.rdp-law.de/blog/blog-details/der-ai-act-was-hat-die-europaeische-union-vor-und-was-muessen-unternehmen-beachten.html https://gesellschaft-datenschutz.de/ki-kennzeichnungspflicht/ https://www.activemind.legal/de/guides/dsgvo-ai-act/ https://de.ecovis.com/unternehmensberatung/eu-ai-act-kennzeichnungspflicht-unternehmen/ https://www.ihk-muenchen.de/ratgeber/recht/datenschutz/ki/ https://www1.wdr.de/nachrichten/eu-ai-act-mehr-transparanz-und-dokumentation-100.html https://frontwing.law/unkategorisiert/generative-ai-vs-urheberrecht-was-aendert-sich-durch-den-ai-act/ https://meedia.de/news/beitrag/18348-90-prozent-der-deutschen-verlangen-klare-ki-kennzeichnung.html https://www.computerwoche.de/article/2823077/ai-act-zwischen-innovation-und-verbraucherschutz.html https://arxiv.org/abs/2208.12645 KI-Verwendung: ChatGPT: Strukturierung Gemini: Recherche ### Was ist die llms.txt und wozu dient sie? Die llms.txt soll quasi als Inhaltsverzeichnis einer Wesite die Bots der Künstlichen Intelligenz (KI) unterstützen. Aber was ist eigentlich eine llms.txt und wozu dient sie? Erfüllt sie überhaupt einen Zweck? Denn es gibt auch Argumente gegen den Einsatz der llms.txt. Was ist die llms.txt? Wenn Menschen im Internet suchen, verwenden sie immer häufiger ein KI-Tool, etwa ChatGPT, Perplexitiy oder Claude. Diese sogenannten großen Sprachmodelle (Large Language Models) konkurrieren mit der klassischen Suchmaschine (Google & Co.). Die Crawler Bots der Suchmaschinen erhalten bereits Unterstützung durch die robots.txt und die sitemap.xml: Die sitemap.xml erleichtert als Inhaltsverzeichnis dem Crawler das Erfassen der Inhalte einer Website. In der robots.txt kann der Betreiber bestimmte Bereiche der Website für die Crawler der Suchmaschinen zu sperren. In der robots.txt lassen sich auch Idie Bots der großen Sprachmodelle aussperren. Es gibt aber bisher (August 2025) keinen Index, der KI-Bots dabei unterstützt, die Inhalte einer Website zu erfassen, vergleichbar der sitemap.xml. Die llms.txt-Datei enststand als Standardisierungsvorschlag, um Sprachmodellen (LLMs) das Erfassen von Website-Informationen zu erleichtern. Dabei geht es um die sogenannte Inferenzzeit: Die Kontextfenster von LLMs könnten zu knapp sein, um gesamte Websites zu verarbeiten und komplexen HTML-Code in LLM-freundlichen Klartext umzuwandeln. Folge: LLMs können Inhalte von Webseiten fehlerhaft wiedergeben oder Inhalte erfinden (Halluzinationen). Die llms.txt als Markdown-Datei im Stammverzeichnis einer Website soll wichtige Informationen und Anleitungen bieten, um die großen Sprachmodelle bei der Arbeit zu unterstützen. Der vorgeschlagene Aufbau der llms.txt-Datei folgt einer eigenen Struktur mit Überschriften und Listen, um präzise für Menschen und Maschinen gleichermaßen verarbeitbare Informationen bereitzustellen. Die Informationen kann KI verwenden, um Nutzeranfragen schneller und vor allem korrekter zu beantworten. Außerdem lassen sich in der llms.txt bestimmte Inhalte oder die gesamte Website für KI-Bots sperren. Die Bots der LLMs können dann die Inhalte nicht zu Trainingszwecken einlesen. Allerdings können sie gesperrte Inhalte auch nicht zur Beantwortung von Fragen verwenden. Wer seine Inhalte sperrt, wird in den Antworten von ChatGPT & Co. nicht erwähnt oder zitiert. Braucht man eine llms.txt? Ob man die llms.txt braucht, darüber gehen die Meinungen aus einander. Die Kritiker nennen folgende Argumente: Bisher fehlt ein verlässlicher Standard, wie die llms.txt aufgebaut sein muss. Die Betreiber der bekanntesten LLMs (OpenAI und Google) erklären, dass sie die llms.txt zu diesem Zeitpunkt – noch – nicht verwenden. Die llms.txt könnte die LLMs mit veralteten oder abweichenden Inhalten füttern und damit genau jene Halluzinationen fördern, die sie eigentlich vermeiden helfen soll. In der llms.txt könnten unbeabsichtigt vertrauliche Inhalte veröffentlicht werden. Ein Risiko, das allerdings auch bei Nachlässigkeit in der robots.txt entstehen kann. Webmaster müssen also entscheiden: Welchen Aufwand rechtfertigt der fragwürdige Nutzen einer solchen Datei. Und der könnte beträchtlich sein. So schlägt der Standard vor, dass die llms.txt Links zu Markdown-Versionen ganzer Webseiten enthalten sollte (*.html.md). Hinzu kommt, dass die llms.txt regelmäßig aktualisiert werden müsste. Warum trotzdem eine llms.txt? Noch unterstützen die großen LLMs keine llms.txt. Doch für welchen Zeitraum steht dieses Noch? Der SEO-Experte Ray Martinez brachte mit einem Post auf X Leben in die Debatte um den Sinn der llms.txt: Log file analysis shows that OpenAI crawls my LLMs.txt file on a few sites. It's pinging our servers every 15 minutes looking for freshness. pic.twitter.com/oiN18Txa46— Ray Martinez (@RayMartinezSEO) July 21, 2025 Demnach klappert der Bot von ChatGPT Martinez' Websites etwa alle 15 Minuten ab. Wie jetzt also? Nutzt ChatGPT die llms.txt oder nicht? Mein Tipp: Proaktiv handeln! Besonders einfach geht das mit Wordpress. Denn im Ökosystem von WP stehen bereits einige Plugins zur Verfügung, die das Anlegen einer llms.txt unterstützen. Dass die Webplattform Nr. 1 die llms.txt unterstützt, könnte dazu beitragen, dass der Standard sehr bald tatsächlich von den LLMs genutzt werden könnte. LLMs.txt in Wordpress Wer eine Website mit Wordpress betreibt, erstellt im Handumdrehen eine llms.txt, entweder mit den umfassenden SEO-Lösungen All In One SEO (AIOSEO) und Yoast. Beide SEO-Tools bieten ihre Unterstützung beim Erstellen der llms.txt allerdings nur zahlenden Kunden an. Dennoch handelt es sich bei beiden Ansätzen um die Königslösung für Wordpress. Es gibt zwar schon jetzt LLMs Plgins, doch erfahrene WP-Administratoren wissen: Jedes neue Plugin kann neue Fehlerquellen und Sicherheitslücken verursachen. Alle Plugins bieten mehr oder weniger übersichtliche Menüs, über die der Administrator auswählen kann, welche Inhalte die llms.txt für die Bots der LLMs zusammenfassen soll – oder eben nicht. ### KI-Gesetz der EU (2): Regeln für künstliche Intelligenz In Europa bekommt Künstliche Intelligenz (KI) feste Regeln. Typisch EU könnte man meinen: Da schafft es eine neue Technologie gerade aus den Startlöchern, schon legt Brüssel sie in Ketten. Doch das KI-Gesetz betont auch die innovative Bedeutung der KI und verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Förderung von KI. Bis dieses weltweit erste KI-Gesetz seine volle Wirkung entfaltet, schreiben wir das Jahr 2026. Einige Teile gelten jedoch schon in diesem Jahr. Dabei geht es um die Verbotstatbestände des Gesetzes. Betrachten wir das KI-Gesetz der Reihe nach. Verbotene KI-Anwendungen Ein ausdrückliches Verbot sieht das KI-Gesetz nur für Einsatzbereiche vor, in denen vom KI-Einsatz eine Bedrohung für den Menschen ausgeht. Verboten sind alle KI-Systeme, die ein solches unannehmbares Risiko darstellen, wie das EU-Parlament in einer Erklärung zum Gesetz formuliert. Dabei geht es um: Verhaltensmanipulationen von Personen oder Gruppen. Das Parlament nennt hier sprachgesteuertes Spielzeug als Beispiel, das gefährliches Verhalten bei Kindern fördert. Soziales Scoring nach chinesischem Vorbild, das auf einer Einordnung von Menschen aufgrund ihrer Lebensumstände oder beziehungsweise ihres erwünschten oder unerwünschten Verhaltens. Biometrische Identifikation, Kategorisierung und Überwachung von Menschen, Stichwort: Gesichtserkennung. Vom letzten Punkt dürfen Mitgliedstaaten in einigen besonders schwerwiegenden Fällen eine Ausnahme für ihre Strafverfolgungsbehörden zulassen. Zulassungspflicht für riskante KI-Systeme Eine Bewertungspflicht führt die EU für KI-Systeme ein, die sie als hochriskant betrachtet. Von diesen KI-Systemen geht nach Überzeugung der EU-Kommission ein Risiko für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte von Menschen aus. Darum werden EU-Bürger bei den zuständigen nationalen Behörden gegen diese KI-Systeme Beschwerde einlegen können. Zu den Hochrisiko-KI-Systemen zählen zunächst KI-Systeme, die in Produkten verwendet werden, die ohnehin unter Produktsicherheitsvorschriften der EU frallen und daher geprüft werden müssen. Das betrifft unter anderem Spielzeug, Fahrzeuge, Aufzüge oder medizinische Geräte. Weiterhin zählen zu diesen Fällen alle KI-Systeme, die in besonders sensiblen Bereichen eingesetzt werden. Diese Bereiche müssen in einer EU-Datenbank eingetragen werden. Dabei geht es unter anderem um: Verwaltung und Betrieb von kritischen Infrastrukturen (Energie, Wasser, Entsorgung etc.); Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen, berufsbildende Schulen etc.); Arbeitsverwaltung und Gründungsförderung sowie Personalabteilungen (HR) und Arbeitsvermittler; Zugang zu wichtigen privaten und öffentlichen Diensten und Leistungen; Strafverfolgung; Asylverwaltung und Grenzkontrollen; Rechtsberatung und Steuerberatung. Solche als hochriskant eingestuften KI-Systeme dürfen nur unter strengen Auflagen betrieben werden. Bürgern steht ein Beschwerderecht bei den zuständigen nationalen Behörden zu, wenn sie sich durch eines dieser KI-Systeme benachteiligt fühlen. Wenn Unternehmen riskante KI-Systeme verwenden, etwa im Fall von KI im HR, sollten sie auf eine lückenlose Dokumentation und fachkundige menschliche Aufsicht achten. Wir werden das Thema in einem anderen Beitrag noch einmal aufgreifen. Transparenz für generative KI Generative KI-Modelle erstellen auf Nutzeranfrage neue Inhalte: Texte, Bilder, Videos, Audiosequenzen. KI-generierte sogenannte Deepfakes [https://de.wikipedia.org/wiki/Deepfake] dienen oft dazu, öffentliche Diskussionen anzuheizen oder politische Gegner zu verunglimpfen. Das KI-Gesetz betrachtet diese generativen KI-Modelle dennoch nicht grundsätzlich als risikobehaftet. Anbieter und Nutzer dieser Modelle müssen jedoch neue Regeln beachten: Sie müssen KI-generierte Inhalte als solche kennzeichnen. Anbieter müssen sicherstellen, dass sich mit dem KI-Modell keine illegalen Inhalte erzeugen lassen. Anbieter müssen Zusammenfassungen von urheberrechtlich geschützten Daten veröffentlichen, wenn sie solche Daten für das Training ihrer KI verwenden. Schwerwiegende Verstöße gegen diese Transparenzregeln nimmt die EU-Kommission entgegen. Redaktionsvorbehalt Die Kennzeichnungspflicht betrifft gleichermaßen multimediale Inhalte wie das geschriebene Wort. Für Texte gilt jedoch ein Redaktionsvorbehalt: Diese Pflicht [zur Kennzeichnung, Anm.] gilt nicht, ... wenn die durch KI erzeugten Inhalte einem Verfahren der menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und wenn eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung der Inhalte trägt. Art. 50 Abs. 4 KI-VO Für mich als Blogger bedeutet das: Ich darf Texte, die ganz oder teilweise durch KI generiert wurden, hier veröffentlichen, ohne sie kennzeichnen zu müssen. Aber ich muss dafür die Verantwortung übernehmen. Ähnliches gilt für Zeitungen oder PR-Agenturen. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass dieser Blog mein eigener kleiner Sandkasten ist, in dem ich die Sandburgen aus Wörtern gern noch mit eigner Hand aufschichte. OHNE KI! Förderungspflicht für KI in Europa Die EU erkennt ausdrücklich den Wert von Künstlicher Intelligenz an. Sie möchte insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Startups dabei unterstützen, eigene KI-Modelle zu entwickeln. Dazu müssen Mitgliedstaaten Testumgebungen schaffen, in denen Unternehmen ihre KI-Systeme unter realitätsnahen Bedingungen erproben können. Wann tritt das KI-Gesetz der EU in Kraft? Das Europaparlament hat das KI-Gesetz am 13. März 2024 verabschiedet. Am 21. Mai 2024 hat der Rat der 27 Mitgliedstaaten dem Gesetz ebenfalls zugestimmt. Danach wurde das Regelwerk im Amtsblatt veröffentlicht und trat 20 Tage später in Kraft. 24 Monate später wird das Gesetz in vollem Umfang anwendbar sein – also zum Frühsommer 2026. Allerdings greifen viele Regelungen in abgestufter Form schon früher: Das Verbot von schädlichen KI-Systemen gilt bereits sechs Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes. Also zum Winter 2024. Die Bewertungs- und Registrierungspflichten für riskante KI-Systeme gelten neun Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes, also zum Frühjahr 2025. Die Transparenzanforderungen für allgemeine KI-Systeme gelten ab dem 2. August 2025. Kritik am KI-Gesetz der EU Kritik am KI-Gesetz richtet sich vor allem auf das langsame Mahlen der Mühlen in Brüssel. So hatte die EU-Kommission bereits im April 2021 ein Gesetz zur Regulierung von KI angekündigt. Drei Jahre brauchte das Regelwerk danach für den Weg durch die Institutionen. Nach KI-Maßstäben ist das eine Ewigkeit. Und der Weg des Gesetzes ist damit noch nicht zu Ende. Nun müssen die Mitgliedstaaten die Regelungen in nationales Recht übertragen. Es wird also noch eine Weile vergehen, bis europäische Unternehmen genau wissen, ob das KI-Gesetz die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in Europa eher anschiebt oder bremst. Quellen und weitere Informationen: Was ist KI? Das EU-KI-Gesetz (1) Europäisches Parlament: KI-Gesetz: erste Regulierung der künstlichen Intelligenz Buzer: KI-VO Ecovis: EU KI-Verordnung: Was der neue AI Act für Betriebe bedeutet IHK: Datenschutz und Künstliche Intelligenz - Darauf müssen Sie achten ### Arbeiten bis 70? Nicht mit uns! Arbeiten bis 70? Für viele Babyboomer eine Kriegserklärung. Warum ist das so? Werfen wir einen Blick ins Innere einer Generation, die im Augenblick an ihrem Lebenssinn zweifelt. "Wie lange musst du noch?" "Wie lange müsst ihr noch?" Thorsten* wirft die Frage als Erster in die Runde. Das Thema beschäftigt alle Männer am Tisch in der Kneipe. Schnell rattern sie Zahlen herunter: "Noch drei Jahre und sechs Tage", antwortet Jürgen. "Mann, das ist hart", schaltet sich Karsten* ein: "Ich kann nächstes Jahr schon in Altersteilzeit." Wo und wann immer ich in einem Kreis gleichaltriger Freunde sitze, erlebe ich Gespräche, wie dieses. Wir sind eine Generation auf der Zielgeraden ihrer Arbeitsbiographie. Nur noch wenige Jahre, Monate, Tage bis zum Renteneintritt, den die Männer in der Runde herbeisehnen wie das Paradies . War das nicht immer die Verheißung? Dass am Ende eines Lebens voller Aufopferung für die Firma, die Karriere oder das Amt, dass danach ein ruhiger Lebensabend für alle Leiden belohnt? Verwirf deine Wünsche und Träume! Geh die Extrameile! Halte durch, auch wenn dich dein Job ankotzt. Dafür erwartet dich Erlösung in der Rente! Die Rente, das gelobte Land Dieses Versprechen leuchtet uns auch am Ende unseres Erwerbslebens den Weg. Es überstrahlt für einen Augenblick die zahlreichen Wehwehchen unserer Generation: Kaputte Familien, Bluthochdruck, Prostataleiden, Rückenschmerzen und kaputte Knie. Doch jetzt, da wir dieses Paradies schon fast mit Händen greifen können, da droht es vor unseren Augen zu zerbrechen: Dem Land gehen die Arbeitskräfte aus. Wir, die wir unseren Teil des Vertrags eingehalten haben, die wir alles gegeben haben, damit wir vielleicht im Alter endlich genießen können. Wir sollen stattdessen länger arbeiten? Arbeiten bis 70? Nicht mit uns! Was werden wir darauf wohl antworten? Arbeiten bis 70? Nicht mit uns! Wir haben für die Arbeit so viel Zeit mit Kindern und Familie geopfert! Viele von uns haben gar auf eine eigene Familie verzichtet. Nur für den Job! Wir haben durchgehalten in einer Arbeitswelt, die uns nicht geschont hat. Wir haben uns Leben, Freude und Gesundheit vom Mund abgespart, um unseren Teil des Gesellschaftsvertrags eingehalten. Und jetzt sollen wir auf die verheißene Belohnung verzichten? Die Arbeitswelt besenrein Man schmäht uns Babyboomer oft als Egoisten, dabei haben sich nur wenige von uns ihr Leben so gewünscht, wie es verlaufen ist. Wir hätten gern mehr Zeit mit unseren Familien verbracht, mehr Kinder gezeugt oder geboren und uns besser um uns selbst gekümmert. Doch das haben wir nicht. Weil wir stets den Druck eines Millionenheers von Arbeitslosen im Nacken gespürt haben, das jeden von uns entbehrlich gemacht hat. Wir Babyboomer hinterlassen eine leergefegte Arbeitswelt. Besenrein, wie wir es gelernt haben. Was wird bleiben von einer Generation, die immer funktioniert hat? *Alle Namen erfunden! ### Was ist KI? Das EU-KI-Gesetz (1) Was ist eigentlich Künstliche Intelligenz (KI)? Darauf haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union erstmals eine gemeinsame Definition gefunden. Das KI-Gesetz (AI Act) der EU verstrickt sich dabei nicht in technischen Einzelheiten. Europa definiert KI nach deren Fähigkeiten. In diesem und dem folgenden Blogbeitrag wollen wir das EU-KI-Gesetz kennenlernen: Mit dem KI-Gesetz (AI-Act) hat sich Europa das erste gesetzliche Regelwerk für die Entwicklung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gegeben. Das bringt für Unternehmen in Europa neue Anforderungen in Sachen Compliance mit sich. Europas Definition für Künstliche Intelligenz (KI) Das Europäische Parlament hat die folgende Definition von KI formuliert. An dieser Definition werden sich EU-Kommission und –Parlament auch bei künftigen staatlichen Regelungen rund um KI orientieren. “Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren. KI ermöglicht es technischen Systemen, ihre Umwelt wahrzunehmen, mit dem Wahrgenommenen umzugehen und Probleme zu lösen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Computer empfängt Daten (die bereits über eigene Sensoren, zum Beispiel eine Kamera, vorbereitet oder gesammelt wurden), verarbeitet sie und reagiert. KI-Systeme sind in der Lage, ihr Handeln anzupassen, indem sie die Folgen früherer Aktionen analysieren und autonom arbeiten.” (Quelle: Pressemitteilung des EU-Parlaments zur Verabschiedung des KI-Gesetzes) Dabei spielt es keine Rolle, ob uns die KI als Software (Bild- oder Spracherkennung), als Roboter, selbstfahrendes Auto, Drohne oder als IoT-Anwendung (Internet of Things) begegnet. KI im Alltag Die wenigsten von uns sind sich bewusst, wie oft sie im Alltag einer Künstlichen Intelligenz begegnen: KI schlägt uns beim Onlinehändler unseres Vertrauens weitere Produkte vor, die uns interessieren könnten. KI organisiert das Lager des Händlers, bestellt Artikel rechtzeitig nach und sorgt für den reibungslosen Versand. KI in den Assistenzsystemen in unseren Autos hilft uns, sicher von A nach B zu gelangen. KI-Übersetzungstools helfen uns, im Urlaub die Speisekarte im Restaurant zu verstehen. In der Medizin erkennt KI eine Lungenentzündung oder eine Krebsgeschwulst schon bevor der Arzt dazu in der Lage wäre. KI erkennt Waldbrände vor dem Menschen, weil sie in der Lage ist, auf den Bildern von Überwachungskameras feinere Grautöne wahrzunehmen als das menschliche Auge. Im Unternehmen optimiert KI dank IoT (Internet of Things) ganze Produktions- und Logistikprozesse. Herausforderungen von KI KI kann riesige Datenmengen analysieren und darin Muster erkennen – schneller als der Mensch. Geht es dabei um menschliches Verhalten, dann kann KI aus diesen Mustern im Handumdrehen Profile ableiten und sie könnte davon ausgehend Entscheidungen über Menschen treffen. Dabei wird sich die KI nicht immer an unseren Begriffen von Gerechtigkeit orientieren. Einige Beispiele: KI unterstützt Auskunfteien schon heute bei der Erstellung von Bonitätseinstufungen. Es ist nur ein kleiner Schritt zu einem komplett KI-gesteuerten Bewertungsprozess. In der Arbeitsvermittlung könnten mit Hilfe von KI Eignungsprofile entstehen, die dazu führen, dass einige Arbeitssuchende bestimmte Stellen nicht mehr angezeigt bekommen. Im Personalwesen könnten mit KI erstellte Mitarbeiterprofile zu unterschiedlichen Löhnen für gleiche Arbeit führen. Diesen Entwicklungen wollte der europäische Gesetzgeber mit dem weltweit ersten KI-Gesetz einen Riegel vorschieben. KI darf nicht über Menschen entscheiden. Die Entscheidungen über die Kreditwürdigkeit eines Menschen oder über seine Eignung für eine bestimmte Arbeitsstelle muss auch weiterhin der Mensch treffen. Wie sieht es eigentlich mit dem Datenschutz aus? Lässt sich KI datenschutzkonform einsetzen? Das wollen wir im nächsten Teil betrachten. Foto: Luxs/Pixelio.de ### Podcast mit KI in 10 Minuten KI informiert, schreibt oder produziert Bilder. Und sie kann in 10 Minuten einen durchaus anhörbaren Podcastbeitrag erstellen - wohl gemerkt von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. Und zwar mit Hilfe von NotebookLM aus dem Hause Google. Auch ich nutze für meine Arbeit die Hilfe von Künstlicher Intelligenz. KI hilft mir bei Recherchen, schlägt mir Strukturen für Beiträge vor und wartet als Sparringspartner auf meinen fertigen Text, um mich auf mögliche Verbesserungen hinzuweisen. Wäre doch schön, wenn man aus einem Blogbeitrag parallel auch einen Podcast entwickeln könnte ... Dem im Weg steht der Aufwand: Konzept entwickeln, Skript schreiben, Sprecher briefen, produzieren und schneiden. Das muss doch auch anders gehen. Auf die Antwort brachte mich kürzlich mein lieber Freund Wolfram Eberius. Wolfram erstellt die Beschreibungen für seine Online-Bildergalerien mit Hilfe von Googles NotebookLM. Das ist NotebookLM Hinter NotebookLM verbirgt sich ein KI-gestütztes Notizbuch, in dem der Nutzer eigene Dokumente, Youtube-Videos oder Internetseiten hinterlegen und damit arbeiten kann. NotebookLM liest die Quellen aus und erarbeitet sich selbständig eine Expertise im Thema. Anschließend lässt Wolfram Bildbeschreibungen in Text und Ton erstellen. Doch NotebookLM kann noch mehr. Die KI kann auch ein Gespräch zwischen zwei Personen imitieren, etwa wie in einem Podcast. Das Ergebnis binde ich unter dem Beitrag ein. Podcast mit KI NotebookLM Starten wir mit unserem Podcast. Als Grundlage dient mir ein aktueller Beitrag, den ich für den CRM-Blog von AMTANGEE geschrieben habe: Welches CRM-System passt zu Ihrem kleinen Unternehmen? Den Beitrag habe ich in NotebookLM als Quelle verlinkt. Anschließend wähle ich im Fenster "Studio" die Option aus, einen Podcast mit zwei Personen zu erstellen. Den Rest übernimmt KI. Die fertige Produktion kannst du dir unter diesem Beitrag anhören. Deshalb NotebookLM Das Ergebnis meines kleinen Versuchs mit NotebookLM hat mich in mehrfacher Hinsicht begeistert. Zunächst hat NotebookLM gegenüber anderen frei verfügbaren KI-Tools einen entscheidenden Vorteil: Indem ich die Quellen selbst auswähle, kann ich den Input bestimmen und ein Ergebnis erzielen, das sich garantiert auf seriöse Quellen stützt. KI neigt zu Halluzinationen. Sie "erfindet" inhaltlich falsche Sachverhalte oder Zusammenhänge. Das lässt sich in NotebookLM durch die eigenhändige Quellenauswahl weitgehend vermeiden. Auf diese Stärken war ich bereits vorbereitet. Womit ich im Vorfeld nicht gerechnet hatte: NotebookLM setzt im Podcast das Thema so leicht verständlich um, dass meine Frau nach dem Anhören meinte: "Endlich verstehe ich, was du eigentlich tust." Ich werde bei weiteren Versuchen ausprobieren, wie sich der Ton an die Zielgruppe anpassen lässt. NotebookLM ahmt die Gesprächssituation beinahe erschreckend authentisch nach. Wir hören Atmer und "Ähms" der Sprechenden. Ich verfüge selbst über Rundfunk- und Sprechererfahrung. Darauf war ich nicht vorbereitet. Die Grenzen von NotebookLM Leider stößt auch NotebookLM an Grenzen. In meinem Fall war das die Aussprache des Markennamens AMTANGEE. NotebookLM ist leider nicht in der Lage, diesen Markennamen konsistent korrekt auszusprechen. Für einen Coporate Podcast ein Nogo. Daran änderten auch ergänzende Anweisungen zur Aussprache nichts. Das fällt in der von mir erstellten Pilotfolge nicht so stark auf. An einer zweiten Folge, die ich begonnen habe, ist NotebookLM aber krachend gescheitert. Dennoch: In Sachen Podcast verhilft KI auch völlig unerfahrenen Content Kreatoren zu beeindruckenden Ergebnissen. NotebookLM ersetzt mangelnde Mikrofonpraxis, unsaubere Aussprache oder dünne Stimmen durch KI. Eine echte Alternative - wenn NotebookLM den Markennamen sicher ausspricht. Der fertige Podcast https://youtu.be/DNj6-lluB4o?si=MSEiVV7mzeabXgsY ### Auf dem Weg der Worte Mit Worten bewegen wir Menschen. In starkem Content und fesselnden Geschichten oder einem einzigen Satz. Ich begleite dich auf dem Weg der Worte. Über mich Arbeitsproben ### 30 Jahre "Star Trek: Voyager" Am heutigen 16. Januar vor 30 Jahren lief die erste Folge von "Star Trek: Voyager" im US-Fernsehen. Eine Serie, die ihrer Zeit um Jahre voraus war. Damit waren die Macher übrfordert, und das sieht man dem Ergebnis an. Sternzeit 48038.5: Das Raumschiff Voyager erlässt das Dock und bricht nach einem Zwischenstopp an der Raumstation Deep Space 9 zu einer Mission zu den Badlands auf. Wo auch immer das ist. Captain Kathryn Janeway (Kate Mulgrew) und ihre Crew werden von einem Wesen namens “Fürsorger” in den Delta Quadranten versetzt, am anderen Ende der Galaxie. 70 Jahre wird die Heimreise dauern, erfahren wir. So beginnt eine Mission, die ihrer Zeit weit - zu weit - voraus war. Die Produzenten Rick Berman und Michael Piller hatten schon vorher in der Serie Deep Space 9 zusammenhängende Handlungen über mehrere Folgen erzählt. Mit Star Trek: Voyager betraten sie 1995 TV Neuland. Die sieben Staffeln Voyager erzählten eine durchgängige Handlung. Die Voyager flog nicht nur inhaltlich dorthin, wo noch nie ein Mensch gewesen ist. Sie startete in ein Genre, das noch nie zuvor ein TV Produzent betreten hatte. Und das sieht man der Serie an. Netflix Serie ohne Netflix Der Erfolg für diese neue Art von Serien kam erst 15 Jahre später mit “Breaking Bad”, “Game of Thrones” oder “The Wa?king Dead”. Und erst 20 Jahre nach dem Start der Voyager bot der Streamingdienst Netflix ein Medium, mit dem man nicht mehr nur einzelne Folgen einer Serie konsumierte, sondern ganze Staffeln wegsuchtete. Das “Bingen” war geboren.  1995 gab es somit eine Netflix Serie ohne Netflix. Vielleicht wagten die Produzenten Berman, Piller und Jeri Taylor deshalb noch nicht, sich von der Häppchenkultur der damals üblichen TV Serien zu trennen. Vielleicht wäre ihnen die Vorstellung einer Serie ohne Happy End am Ende einer jeden Folge aber auch zu wahnwitzig erschienen. Wenn wir die Abenteuer der Voyager heute bingen, ärgern wir uns darüber, dass das Raumschiff gefühlt mit angezogener Handbremse fliegt. Damals ärgerte man sich, dass man nicht an einer beliebigen Stelle einsteigen konnte (Wer oder was ist eigentlich dieser Maquis?). Neue Wege in der Charakterentwicklung Neue Wege gingen Rick Berman und sein Team auch in der Entwicklung ihrer Charaktere. So darf das Medizinische Notfallprogramm, der legendäre Holo-Doc, eine menschliche Persönlichkeit entwickeln. Ab der vierten Staffel nahm die Entwicklung der Charaktere weiter Fahrt auf. Die Resozialisierung der ehemaligen Borg Drohne Seven of Nine (Jeri Ryan) drängte das Bestehen von einzelnen 45-Minuten Abenteuern endgültig in den Hintergrund.  Die Vielschichtigkeit dieser Charaktere setzte Maßstäbe für das gesamte Franchise: Nach Tuvok (Tim Russ) konnte ein Vulkanier nie wieder der knuffig-kauzige Stoiker mit Spitzohren und Superkräften sein, als den ihn einst Leonard Nimoy als Spock erfand. Die Crew der Voyager hadert oft mit den Entscheidungen von Captain Janeway. Es kommt zu Verrat und sogar zu einem eiskalten Mord. Auch hier verschenkten die Produzenten viel Potenzial. Aber vergessen wir nicht: Berman, Piller und Taylor bewegten sich auf absolutem Neuland.  Volle Kraft voraus ab Staffel 4 Es dauerte bis zum Ende der dritten Staffel, bis die Produzenten sich entschlossener und routinierter in ihrer neuen Erzählweise bewegten. In den letzten drei Staffeln (4 bis 7) taucht die Voyager über etliche Folgen in die Lebenswelt der Borg ein und trifft mit Spezies 8472 einen noch tödlicheren Feind. Auch hier nimmt die Serie epische Schlachten aus künftigen Serien vorweg, etwa den Kampf gegen die Xindi in der Nachfolgeserie “StarTrek: The Enterprise”. Andererseits sollten wir uns daran freuen, dass die Produzenten damals noch nicht den Mut hatten, beliebte Hauptpersonen grausam ums Leben zu bringen. Wer Star Trek: Voyager bisher nie am Stück genossen hat, sollte das jetzt, zum 30. Geburtstag nachholen. Denn jetzt haben wir Streamingplattformen, die dieser Serie gerecht werden. Die Voyager zieht ihre Bahn derzeit auf Netflix und auf Paramount+.  Abb.: Wallpaper: Star Trek Voyager by Deviantart/1darthvader ### Alter Laptop zu neuem Chromebook Ein Chromebook aus einem alten Laptop? Kein Problem: das schlanke Google Betriebssystem ChromeOS Flex rennt leichtfüßig, wo selbst Linux keine Option wäre. Ich habe das an einem alten Medion Laptop probiert. Irgendwann schlägt jedem Laptop Computer die Stunde. Wenn sich das vertraute Windows klebrig anfühlt, Anwendungen erst nach einer Gedenkminute starten oder der rüstige alte Klapprechner jede aufwendige Aufgabe mit einem Heulen des Lüfters quittiert. Mit diesen Symptomen bat der altgediente Medion Akoya Laptop meiner Schwiegermutter um das Gnadenbrot. Was also tun? Wegschmeissen? Keine Option. In der Familie tauchte dann der Vorschlag auf: Mach doch ein Linux drauf.  Werfen wir einen Blick auf die Leistungsdaten des Geräts: Wir sprechen von einem Laptop mit Intel Pentium 3558U Dual Core Prozessor von 2013 und 1.70 GHz. Für den Betrieb stehen 4 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Damit kommt heute auch keine halbwegs benutzerfreundliche Linux-Distribution mehr aus. Andererseits rennt mein Acer Chromebook mit 4 GB. Probieren wir es also mit ChromeOS Flex. Laptop zu Chromebook in 10 Minuten Google bietet eine ausführliche Anleitung für die Installation von ChromeOS Flex. Beginnend mit einer Liste der zertifizierten Modelle, die man nicht überbewerten sollte: Mein Medion Akoya funktioniert seit dem Umbau hervorragend, obwohl es nicht auf der Liste steht. Kurzform: ChromeOS Flex herunterladen und auf einen USB-Stick schreiben. Ich verwende dafür das Programm Balena Etcher. USB-Stick am Zielgerrät einstecken und das Bootmenü aufrufen. Bei meinem Medion Akoya gelang das durch wiederholtes Drücken der Taste F10 direkt nach em Einschalten. ChromeOS Flex startet nun und bietet direkt die Installation auf dem Gerät an. Das akzeptieren wir und Minuten später startet die vertraute Startoberfläche von ChromeOS. Achtung! Während der Installation werden auf dem Zielgerät alle Daten auf der Festplatte gelöscht! Wichtige Daten sollte man vorher sichern. Was tun mit dem Platz? Damit ist der betagte Laptop ein neues Chromebook eigentlich schon fertig. Aber da ist ja noch der riesige Datenspeicher, eine HDD-Festplatte mit 500 GB. Ein Chromebook dient eigentlich nicht als Datenspeicher. Andererseits möchte man 500 GB Speicherplatz auch nicht ungenutzt lassen. Wer möchte, kann aber eine Dateistruktur auf dem Gerät einrichten. Ort dafür ist der Ordner “Downloads”, der den lokalen Speicher umfasst. Ich entschied mich dafür, einen parallelen Linux Computer einzurichten. Denn wenn ich schon Daten auf einem Gerät halte, möchte ich meine gewohnte Bildverarbeitung (Shotwell oder gThumb) nutzen. Es gibt dazu eine detaillierte Anleitung auf "Chrome entfesselt" von Marcel Häweling. Da ich in den Linux Dateien eine eigene Ordnerstruktur aufbauen und darin Daten sichern möchte, habe ich den Großteil des Speicherplatzes für die Linux Umgebung reserviert. Um später Arbeiten auf der Kommandozeile zu vermeiden, empfehle ich zusätzlich die Installation eines grafischen Paketmanagers. Linux auf einem Chromebook Linux Anwendungen lassen sich wie Chrome-eigene Webapps starten. Linux Anwendungen können auch Dateien aus dem Download Ordner von ChromeOS öffnen, sie können aber nur in das Verzeichnis der Linux-Dateien schreiben. Wollen wir eine Datei, die wir etwa mit GIMP bearbeitet haben, in GoogleDrive sichern, müssen wir sie zuerst mit dem Dateimanager von ChromeOS in den Download Ordner von ChromeOS verschieben. Bemerkenswert aus meiner Sicht: Der Medion Akoya Laptop lief auch mit Linux Umgebung annehmbar schnell. Dennoch: Ein Firefox mit 120 geöffneten Tabs würde auch unser DIY Chromebook zum Stillstand bringen. Wenn ein alter Laptop also unter Linux Mint oder Ubuntu lahmt, könnte ChromeOS Flex eine Lösung bieten. Allerdings sollte man nicht zu viele Anwendungen nebeneinander öffnen, denn auch mit Linux Umgebung bleibt der neue alte Rechner ein Chromebook. Noch eine zweite wichtige Anmerkung: Die Linux Umgebung lässt sich einfach wieder beenden. Dabei verschwinden dann auch alle Dateien. Dasselbe gilt für den Powerwash, mit dem sich ChromeOS im Handumdrehen wieder in den Auslieferungszustand versetzen lässt. Auch ein Powerwash löscht alle Daten auf dem Gerät. ### Buchtipp: Online Marketing Manager*in von Felix Beilharz In “Online Marketing Manager*in - Handbuch für die Praxis” erklären Felix Beilharz und Expert*innenteam alle wichtigen Grundlagen des Metiers. Sie zeigen neue Entwicklungen auf und - ganz wichtig: Sie motivieren für einen spannenden Job in einem Umfeld, das dynamischer ist als je zuvor. Für wen lohnt sich das Buch als Geschenk? Online Marketing als Buch? Ein Buch über Online Marketing? Ernsthaft? Ein Buch?! Denken wir kurz darüber nach: Ein Buch will geschrieben sein. Oder - wie in unserem Fall - aktualisiert. Denn vor mir liegt die 3. aktualisierte Auflage eines dicken Wälzers: “Online Marketing Manager*in” von Felix Beilharz und weiteren Fachautor*innen aus dem O’Reilly-Verlag. Bei einem Buch können vom Anfangsimpuls bis zur Ladenkasse locker ein paar Monate vergehen. Eine lange Zeit im Internet und eine Ewigkeit für KI. Lohnt sich ein solches Buch zu diesem Thema? Eindeutig: Ja.  Zeitlose Grundbegriffe Auf mehr als 730 Seiten breiten Felix Beilharz und sein Team alle Facetten des Online Marketings vor uns aus. Die allermeisten Grundbegriffe der Branche haben sich über Jahrzehnte nicht geändert.  E-Mail-Marketing gibt es schon so lange wie das Internet selbst.  Social Media Marketing? Gibt es seit dem Start von Facebook weiland 2007.  SEO und SEA? Beschäftigt uns seit … Wie lange gibt es Google?  Content is king! Der Content sei der wichtigste Touchpoint in der Customer Journey, heißt es im Buch.  Dies sind Beispiele für zeitlose Themen und sie stehen für die Zeitlosigkeit der enstsprechenden Inhalte des Buchs. Jedes ihrer Themen beschreiben die Autorinnen und Autoren systematisch von strategischen Überlegungen über die konkrete Planung bis zur Ausführung. Nach einigen Grundüberlegungen zum Online Marketing von Felix Beilharz erklärt Olaf Kopp die Grundlagen einer Online-Marketing-Strategie. Von Bedarfs- und Marktanalysen über die Planung einer Strategie entlang einer Customer Journey bis zum strategischen Aufbau einer Marke. Das Handbuch führt uns weiter, über Content-Marketing, Conversion-Optimierung bis zur Suchmaschinenoptimierung (SEO, von Anke Probst), zum Suchmaschinenmarketing (SEA, von Guido Pelzer) und zum Affiliate Marketing (von Markus Kellermann). Zu den Klassikern des Online Marketings zählen auch das schon erwähnte E-Mail-Marketing (Felix Beilharz) oder das Display Advertising (Stephan Römer). Zu den neueren Entwicklung zählen Social Media Marketing (Felix Beilharz) und Mobile Marketing (Ingo Kamps).  Neue Trends im Online Marketing Anschließend schneidet das Buch aktuelle Themen an, von denen wir noch nicht wissen, wohin sie uns führen werden: Digital Analytics (Markus Vollmer) und vor allem Künstliche Intelligenz (KI, Tom Alby). Die Autoren erläutern zu diesen Themen Grundbegriffe. Sie geben Tipps zur Strategie und zur Auswertung des Einsatzes von KI im Online Marketing. Sie öffnen den Blick auf neue Entwicklungen, ohne sie abschließend einzuordnen oder zu beurteilen. Hierin liegt die besondere Stärke des Buches: Es liefert dem Online Marketing Manager solide Grundlagen für seine Arbeit. Es fordert uns aber auch auf, wach und neugierig zu bleiben, neue Wege zu erkennen und zu gehen. Gerade Schnelligkeit und Dynamik zeichnen das Online Marketing aus. “Online Marketing Manager*in” macht Bock auf Online Marketing. Es ist ein gutes Gefühl, dieses Handbuch auf dem Schreibtisch bereitliegen zu haben.  Für wen eignet sich “Online Marketing Manager*in”? Wem sollten wir “Online Marketing Manager*in” noch auf den letzten Drücker unter den Christbaum legen?  Online Marketing Manager: Ein Handbuch kann kein Fachstudium ersetzen. Als Nachschlagewerk eignet sich das vorliegende Buch aber bestens. Quereinstieg: Gerade kleine Firmen können sich nicht immer einen erfahrenen Fachmann leisten. Vertriebler oder gar der Chef selbst müssen diese Aufgaben erledigen. Dieses Buch einfach verständlich, was man über Online Marketing wissen sollte. Gründerinnen und Gründer: Wer mit einem neuen Unternehmen startet, muss sein Angebot auch anpreisen können. Dieses Buch hilft beim Start ins eigene Marketing. Über das Buch Online Marketing Manager*in: Handbuch für die Praxis Von: Felix Beilharz, Tom Alby, Ingo Kamps, Nils Kattau, Markus Kellermann und anderen O'Reilly; 3. aktualisierte Neuauflage 736 Seiten ISBN: 978-3960092230 ### Photopea: Das kostenlose Photoshop? Adobe Photoshop setzt seit Jahrzehnten die Standards für digitale Bildbearbeitung. Doch der Einstieg in die Welt der Adobe-Software hat seinen Preis. Könnte die vergleichsweise neue webbasierte und kostenlose Bildbearbeitung Photopea endlich die ersehnte kostenlose Alternative zu Photoshop bieten? Immerhin versucht das Projekt, viele Funktionen von Adobe Photoshop zu imitieren. Schauen wir uns an, was Photopea zu bieten hat, bevor wir uns von unserem Adobe-Konto verabschieden. Was ist Photopea? Der tschechische Softwareentwickler Ivan Kuckir hat Photopea als intuitives Tool zur Bildbearbeitung entworfen. Benutzer können ihre Bilder im Browser bearbeiten, ohne Software installieren zu müssen. Es unterstützt eine Vielzahl von Dateiformaten, einschließlich PSD, dem nativen Dateiformat von Photoshop. Wichtig dabei: Die Dateien werden nicht an den Dienst hochgeladen. Die Bearbeitung erfolgt komplett im Browser. Es gibt zwar eine Premium-Version, die Werbung entfernt und zusätzliche Funktionen bietet, aber die kostenlose Version sollte den meisten Benutzer ausreichen. Die Premium-Version ist mit 5 US-Dollar pro Monat immer noch viel günstiger als Photoshop. Ich persönlich habe mich für die Premium-Version entschieden, um das Projekt zu unterstützen. In Photopea zuhause fühlen Viele Benutzer schildern die Benutzeroberfläche von Photopea als auffallend ähnlich der von Photoshop. Das kann ich selbst nicht beurteilen, weil ich kaum mit Photoshop gearbeitet habe. Aber scheinbar hat Entwickler Kuckir das Hauptziel seines Projekts erreicht: Wer Erfahrungen mit Photoshop gesammelt hat, sollte sich in Photopea sofort wohlfühlen. Alle vertrauten Werkzeuge, Ebenen und Panels finden sich am gewohnten Platz. Das kommt Benutzern entgegen, die von Photoshop wechseln. Photopea bietet die notwendigen Werkzeuge für alles von grundlegenden Bearbeitungen (Zuschneiden, Größenänderung und Farbanpassung) bis hin zu fortgeschritteneren Funktionen wie der Arbeit mit Ebenen und Schnittmasken. Photopea verfügt sogar über Werkzeuge zur Bearbeitung von RAW-Dateien, wenn auch nur für sehr grundlegende Anpassungen. Kein Vergleich zu RAW-Verarbeitungstools wie meinem Favoriten Rawtherapee. ... und GIMP? Als langjähriger GIMP-Nutzer musste ich mit Photopea eine etwas steilere Lernkurve bewältigen. Gelegentlich muss ich immer noch Video-Tutorials zu Rate ziehen. Das Angebot reicht aber für ein zügiges Onboarding von GIMP zu Photopea. Obwohl der Wechsel von GIMP also etwas holpriger verläuft als von Photoshop, lohnt sich auch für die Fans von GIMP ein Blick auf Photopea. Denn wir leben als Journalisten, Grafiker, Redakteure, Fotografen und Kreative in einer Photoshop-Welt. Und hier zeigt Photopea seine Superkraft. Photopea in einer Photoshop-Welt Zu den herausragenden Funktionen von Photopea zählt die Möglichkeit, PSD-Dateien zu öffnen und zu bearbeiten. Das native Adobe-Dateiformat ist unter Designern und Kreativen die bevorzugte Wahl, um in einer Photoshop-Welt zusammenzuarbeiten. In Photopea kann ich PSD-Dateien von Kollegen öffnen, umfassend bearbeiten, sie als PSD speichern und zurücksenden. Das ist in GIMP schlicht unmöglich. Ich kann PSD-Dateien zwar auch in GIMP öffnen. Beim Bearbeiten bekomme ich jedoch schon Probleme: GIMP kann etwa die Textebenen nicht editieren. Die muss ich in GIMP ersetzen. Und anschließend kann ich die Datei nicht wieder als PSD speichern. Kein Problem mit Photopea. Photopea – Photoshop für unterwegs Als webbasiertes Tool lässt sich Photopea von jedem Gerät mit Internetverbindung aus nutzen. Das Tool läuft komplett im RAM. Wir laden Dateien also nicht “hoch”. Die Daten bleiben auf dem Computer. Wir können Fotos oder Designprojekte unterwegs bearbeiten, ohne leistungsstarke Hardware oder Installationen. Photopea braucht nur einen Browser. Ob der auf MacOS, Windows, Linux oder ChromeOS läuft, spielt keine Rolle.  Liebe Chromebook-Nutzer, aufgepasst: Das ist unsere Lösung für die Bildbearbeitung. Auf meinem Chromebook hatte ich bisher nur für GIMP das Linux-System aktiviert. Photopea bietet dafür eine einfachere Alternative.  Und Photopea ist blitzschnell. Ich muss keine Software starten. Ich ziehe einfach ein Bild in das Browserfenster, und schon kann ich loslegen. Weder Photoshop noch GIMP kann bei der Geschwindigkeit mithalten. Wer sollte Photopea in Betracht ziehen? Für Chromebook-Nutzer ist Photopea konkurrenzlos. Dieses Tool katapultiert das Chromebook in den erlauchten Kreis jener Maschinen, mit denen wir an der Photoshop-Welt der Kreativen teilnehmen können. Photopea qualifiziert sich auch als interessantes Werkzeug für Freiberufler oder kleine Unternehmen. Mit Photopea können sie grundlegende Bildbearbeitungen selbst durchführen und haben die Freiheit, mit Experten durch den Austausch von PSD-Dateien zusammenzuarbeiten. Studenten und Amateurfotografen finden mit Photopea einen günstigen Einstieg in die digitale Bildbearbeitung und damit eine Alternative zu GIMP. Wer Photoshop lernen möchte, vor den Kosten aber noch zurückschreckt, sollte sich unbedingt mit Photopea befassen. Ein späterer Wechsel zum Adobe-Klassiker sollte kaum Probleme bereiten. Und schließlich ist Photopea das Photoshop to go, das zur Not sogar auf dem Smartphone oder dem Tablet zur Verfügung steht. Einschränkungen von Photopea Kommen wir zur Ausgangsfrage zurück: Ist Photopea ein kostenloser Ersatz für Photoshop? Nein, ist es nicht. Photopea fehlen anspruchsvolle Photoshop-Features wie Panoramaunterstützung, 3D-Modelierung  oder KI-Fähigkeiten. Im Umgang mit sehr großen Dateien stößt das Online-Tool Photopea an seine Grenzen. Wenn Ressourcen oder Bandbreite in die Knie gehen, verläuft die Arbeit mit Photopea sehr viel zäher als mit der installierten Bildbearbeitung. Photoshop-Nutzer werden möglicherweise auch den gewohnten Support vermissen. Die Community um Photopea befindet sich im Aufbau, und dasselbe gilt für die Zahl der Video-Tutorials auf YouTube. Photopea vs. Photoshop in Kürze Photopea ist vielleicht nicht das vielbegehrte Photoshop für lau. Seine größte Stärke ist seine Offenheit für alle Plattformen und seine Portabilität. Adobe selbst hat den Boden für ein Tool wie Photopea bereitet. Photoshop ist ein Software-Dinosaurier, der Unmengen an Speicherplatz benötigt und nur auf Windows und Apple läuft. Die mobile Welt braucht ein Tool wie Photopea. Aus dieser Perspektive sehe ich Photopea eher als Ergänzung für Photoshop und nicht als Ersatz. Und diese Lücke füllt Photopea perfekt – dank seiner PSD-Fähigkeit. ### Ein Haus ist nichts für Weicheier: Was Baufinanzierer verschweigen Ein Haus bauen liegt in der Natur des Menschen, Miete zahlen nicht. Das erzählen uns die Baufinanzierer. Wer aber nicht selbst Hand ans Eigenheim legen will, fährt mit Miete entschieden bequemer. Ein Bekannter von mir klagt derzeit über Muskelkater. Am Wochenende hat er angefangen, einen neuen Gartenzaun um sein Grundstück zu errichten. Etwas Dauerhaftes sollte es sein. Darum will er die Fundamente und Pfosten zementieren. Säckeweise hat er Zement gerührt. Insgesamt eine knappe Tonne. Trockengewicht wohlgemerkt. Ein Haus ist nichts für Weicheier Ein Haus ist nichts für Weicheier. Man muss Spaß daran haben, die eigenen vier Wände in Schuss zu halten und dafür auch die Ärmel aufzukrempeln. Wer dazu nicht bereit ist, wer gleich den Klempner ruft, wenn der Wasserhahn mal tropft, der wird schnell feststellen: Mietezahlen wäre nicht unbedingt teurer als Bauen. Das möchte man in riesengroßen Lettern an all die Bankfilialen kleben, die im Augenblick mit günstigen Baufinanzierungen den Kunden zum eigenen Haus verhelfen wollen. Heimwerken sollte in der Natur des Häuslebauers liegen Ein Haus zu bauen, liegt in der Natur des Menschen, Miete zahlen nicht. Mit diesem Slogan warb einst ein großer Baufinanzierer um angehende Bauherren. Wir wollen nicht darüber mutmaßen, wie die umherziehenden Jäger und Sammler dazu gestanden hätten, von denen wir ja abstammen. Wir sollten aber festhalten: Nur wer eine ordentliche Portion Tatendrang und Heimwerkergeschick zu seinen Talenten zählt, fährt mit dem Haus tatsächlich günstiger als mit der Mietwohnung. Und jetzt kümmern wir uns um den Wasserhahn: Liebling, wo hatten wir die Nummer von unserem Vermieter notiert? Zuerst veröffentlicht am Montag, 4. April 2011, im Banktip-Blog ### 75 Jahre Grundgesetz: Plädoyers für Updates und ein Upgrade Unser Grundgesetz ist heute 75 Jahre alt geworden. Am 23. Mai 1949 verkündete der Parlamentarische Rat der Bundesrepublik Deutschland das Grundgesetz, das tags darauf in Kraft trat. Schon der Name sollte andeuten, dass es sich beim Grundgesetz um ein Provisorium handeln sollte, das bei Wiederherstellung eines geeinten Deutschlands durch eine echte Verfassung ersetzt werden sollte. Als die Wiedervereinigung 1989/90 erfolgte, entschied man sich gegen einen solchen Schritt. Unter anderen Gregor Gysi (Linkspartei) hat dies immer wieder als historisches Versäumnis beklagt. Grundgesetz: Upgrade zur Verfassung? Dennoch betont der Linkspartei-Veteran in diesen Tagen die Stärken des Grundgesetzes. Ein Grund mehr, Artikel 146 GG zu streichen: Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist. Art. 146 GG Nach 75 Jahren, in denen sich das GG bewährt habe, sei es an der Zeit, es vom Grundgesetz zur Verfassung zu erheben, fordert der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Auch er zählte zu denen, die in der Vergangenheit die verpasste Chance einer neuen gemeinsamen Verfassung beklagten. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) fordert der Politiker eine Volksabstimmung über das Grundgesetz in seiner aktuellen Fassung, um es zur neuen - gemeinsamen Verfassung zu zu erheben. Dies könne die "emotionale Fremdheit" vieler Ostdeutscher gegenüber dem Grundgesetz lindern und rechten Verschwörungstheoretikernen entgegenwirken. Denn diese betonten ja gerade das Fehlen einer Verfassung als Beweis dafür, dass es in Wirklichkeit keinen deutschen Staat gebe. Updates für das Grundgesetz Die Rostocker Staatsrechtlerin Dana-Sophia Valentiner formuliert im Onlinemedium "Legal Tribune Online" (LTO) einen ganzen Wunschzettel, den ich hier stichwortartig zitieren möchte: Streichung des "Sittengesetzes", das in Art. 2 Abs. 1 GG als Grenze für die persönliche Freiheit des Einzelnen formuliert ist - neben den Rechten anderer und der verfassungsmäßigen Ordnung. Im besten Falle sei diese Formuliierung ein EInfallstor für selbsternannte Sittenwächter. In dem Zusammenhang fordert Valentiner die Aufnahme der "sexuellen Orientierung" in den Kanon der Eigenschaften, derentwegen kein Mensch diskriminiert werden darf. Aus diesem Kanon verschwinden sollte hinggen der Begriff der "Rasse". Darin hat nationalsozialistische Rassenlehre die Zeiten überdauert. Alternativ schlägt die Professorin vor, auch im Grundgesetz Menschen vor Diskriminierung auf grund "rassistischer oder antisemitischer Zuschreibungen" zu schützen. Die Juristin fordert, anderweitig festgelegte Grundsätze wie ein menschenwürdiges Existenzminimum (s. Hartz IV- Rechtsprechung des BverfG) oder das Recht auf schulische Bildung endlich auch im Grundgesetz zu formulieren. Auch eine Verpflichtung des Staates zu Nachhaltigkeit und Schutz des Planeten findet sich auf Valentiners Wunschzettel Valentiner schließt sich der Forderung an, das Bundesverfassungsgericht besser vor politischem Zugriff zu schützen. Im Grundgesetz solle dafür die Wahl der Verfassungsrichter*innen an eine Zweidrittelmehrheit in Bundesrat bzw. Bundestag gebunden werden. Zudem wünscht sich die Juristin eine genauere Regelung, welchen fachlichen Anforderungen Verfassungsrichter*innen genügen sollen. All diese Forderungen sollen die Seele des Grundgesetzes weiter entwickeln. Zur Begründung der Forderungen verweise ich auf Frau Valentiners Artikel. Unbedingt lesen. Lohnt sich! ### The Lion Sleeps Tonight - Orgelnauten https://youtu.be/kBWj6rRF4JE?si=usZ5dnzMrEaAQMeC Mehr über die Orgelnauten: https://orgelnauten.de/ ### Karneval und Versicherung - da hört der Spaß auf Wenn Sie richtig Karneval feiern wollen, sollten Sie vorher keinen Versicherungsfachmann nach seiner Meinung fragen. Denn: Versicherungen verstehen keinen Spaß. Wir sind in Deutschland. Da wird nach Regeln und Vorschriften gefeiert. Das betrifft auch die Rosenmontagszüge. Nehmen wir an, ein Fußballverein will mit einem geschmückten Festwagen am Karnevalsumzug teilnehmen. Der Vorstand sitzt beisammen und berät das Vorhaben. "Das sollte der Verein mitseiner Versicherung abklären", rät der Vereinsvorsitzende - Abteilungsleiter bei einem Versicherungskonzern. Vereinszweck sei ja das Kicken, nicht das Karneval feiern. Vereinsmitglieder sind also nicht automatisch über den Verein abgesichert, wenn sie beim Kamelle schmeißen vom Wagen stürzen. Straßenverkehrsordnung und hüpfende Menschen: Geht gar nicht Den Festwagen, einen Treckeranhänger, hat ein Landwirt gestiftet. Als stellvertretender Vorsitzender des Vereins lässt er sich das nicht nehmen. Nicht einmal von der Straßenverkehrsordnung. Auf dem Anhänger darf er nämlich überhaupt keine Menschen transportieren. Höchstens zum Ernteeinsatz aufs Feld und wieder zurück auf den Hof. Und dann müssten die Personen auf geeigneten Sitzgelegenheiten Platz nehmen. Die Straßenverkehrsordnung hasst Menschen, die auf fahrenden Hängern herumhüpfen, mit den Armen rudern und "Hellau!" rufen. Tolle Tage contra Knochenarbeit Stehen dürfen Menschen auf landwirtschaftlichen Anhängern nur dann, wenn sie arbeiten oder die Ladung sichern. Tanzen dürfen sie gar nicht. Der Vorstand unseres Fußballvereins überlegt: Man könnte die Deko des Festwagens als Ladung deklarieren, die von tapferen Vereinsmitgliedern unter Einsatz ihres Lebens gesichert worden sei. Auf dem Weg aufs Feld. Im Zoch. Man könnte auch sagen: "Die haben da oben gearbeitet. In der Landwirtschaft gibt's keine tollen Tage. Nur Knochenarbeit!" Beifälliges Nicken in der Runde, während man darüber diskutiert, wie man Kamelle zum landwirtschaftlichen Erzeugnis umdeuten könnte. Könnte man nicht Bio-Kamelle …? Und bitte nüchtern zum Rosenmontagszug Da meldet sich der Schriftführer zu Wort, der im Ordnungsamt der Stadt arbeitet. Alles völlig unnötig, sagt er. Der Karneval sei schließlich in der heimischen Region eine traditionelle Brauchtumsveranstaltung. Da kann die Straßenverkehrsbehörde ein Auge zudrücken und Ausnahmen genehmigen. Nur brauche man für den geschmückten Wagen noch einen TÜV-Stempel. Erleichtertes Aufatmen. "Aber", setzt der Schriftführer erneut an: "Die Mitfahrer dürfen erst aufsteigen, wenn der Zug startet!" Ein jeder muss selbst sehen, wie er zum Sammelplatz der Festwagen kommt. "Und bitte nüchtern", mahnt der Vorsitzende, "denn vom Versicherungsaspekt her …" Erstmals veröffentlicht im Banktip-Blog. ### Heute schon Gelobt? Hand aufs Herz: Haben Sie heute schon einen Mitarbeiter oder gelobt? Und, liebe Chefs: "Nicht getadelt ist schon Lob genug", das zählt nicht. Wir wollen hier von echtem Feedback sprechen. Welche Rolle Feedback spielt, zeigt ein Beispiel: Nehmen Sie einen durchschnittlichen Büroangestellten. Er sitzt ab 9 Uhr früh an seinem PC. Spätestens ab der Mittagspause schaut er auf die Uhr, und um 16.55 Uhr kann er gar nicht mehr erwarten, dass er den Computer herunterfahren kann. Zuhause angekommen, spielt er abends noch etwas am PC. Gegen 22 Uhr müsste er eigentlich allmählich zu Bett gehen. Tatsächlich denkt er : "Ach komm, ein halbes Stündchen geht noch!" Objektiv sind die Tätigkeiten identisch. Der Unterschied besteht darin, dass der Angestellte von seinem Spiel in einer halben Stunde mehr Feedback erhält als von seinem Chef im ganzen Jahr. Dieses Beispiel, das ich dem Berliner Spieltheoretiker Avo Schönbohm verdanke, zeigt die Bedeutung von Feedback für die Motivation eines Menschen. Lob und Tadel auf dem Beziehungskonto Mit Feedback und insbesondere mit Lob zahlen Sie auf ein Konto ein, das zwischen Ihnen und Ihrem Mitarbeiter besteht. Wenn Sie tadeln oder disziplinieren, dann heben Sie ab. Rutscht das Konto dauerhaft in die Miesen, droht mindestens die innere Kündigung. Arbeitgenber oder Führungskräfte sollten also darauf achten, dass sie Beziehungskonten mit den Mitarbeitenden stets im Guthaben führen. Bonus: Guthaben auf dem Beziehungskonto verzinst sich. Schulden übrigens auch. Das Beziehungskonto füllen Wie füllt man nun dieses Beziehungskonto? Wir können leider nicht einfach mal ins Blaue hinein loben. Damit Menschen ein Lob annehmen können, muss ein direkter und für den Gelobten nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Wer zu wahllos lobt, der entwertet sein Feedback und ist irgendwann kaum noch in der Lage, das Beziehungskonto zu füllen. Da wir das Beziehungskonto also nicht beliebig füllen können, kann der Rat an Führungskräfte nur lauten: Nutzen Sie Gelegenheiten zum Loben, wenn sich welche bieten. Denn denken Sie daran: Irgendwann kommt der Tag, an dem Sie abheben müssen. ### Versunkene Erfolge im Fußball Ob beim FC Bayern, 1. FC Union Berlin oder beim DFB: Wenn es um die Weiterbeschäftigung von Trainern oder Torhütern geht, führt man gern deren Verdienste in der Vergangenheit ins Feld. Dabei handelt es sich um versunkene Erfolge, die eine Entscheidung nicht beeinflussen sollten. Das lehrt das Konzept der Sunk Cost, der versunkenen Kosten. Aus Gründen, die wir nicht verstehen müssen, weist man im Fußball gern auf vergangene Heldentaten hin, wenn es um die Weiterbeschäftigung von Trainern oder Torhütern geht: Schließlich habe der Bundestrainer als Vereinstrainer gerade das Triple gewonnen. Wie könne man ihn da nun in die Wüste schicken. Und auch aus den Reihen des FC Bayern vernahm man in den vergangenen Monaten immer wieder Heldengeschichten über Manuel Neuer, die dessen Anspruch auf einen Stammplatz im Bayern-Tor untermauern sollten.Mit ähnlicher Begründung stellt sich der 1. FC Union derzeit (noch) vor Trainer Urs Fischer. Versunkene Kosten dürfen eine Entscheidung nicht beeinflussen ... Aber was sagen Erfolge in der Vergangenheit eigentlich über die Fähigkeiten der Betreffenden aus, die Zukunft erfolgreich zu gestalten? Nichts! Das können wir einer Betrachtung von Prof. Dr. Peter Hoberg über Sunk Cost und die Misserfolge bei Großprojekten entnehmen. Wenn es dabei um die Entscheidung geht, ob das Projekt beendet wird, argumentiert man gern mit den Kosten, die bereits entstanden sind. Dabei kann kein Mensche diese Kosten noch beeinflussen. Sie sind versunken. Die einzge Frage, die sich Investoren stellen müssen, ist: Rechtfertigen Gewinnaussichten in der Zukunft die Kosten der Weiterführung des Projekts. ... Versunkene Erfolge taugen aber genausowenig als Entscheidungsgrundlage Im Fußball finden wir das Bild der versunkenen Kosten quasi invertiert: Der FC Bayern darf nicht nach Heldentaten eines Manuel Neuer in der Vergangenheit über dessen Zukunft entscheiden. Der DFB hat bereits in drei Fällen (Jogi Löw, Hansi Flick, Martina Voss-Tecklenburg) nur auf Grund von vergangenen Erfolgen über die Weiterbeschäftigung von Übungsleiterinnen entschieden. In allen Fällen hat sich der Verband in eine schwierige Situation gebracht, weil er die eigentlich längst offen sichtbare Entscheidung verschoben hat. Ein Hoch auf versunkene Erfolge Der 1. FC Union Berlin steht derzeit mit Trainer Urs Fischer einmal mehr am Scheideweg: Will der Verein sich weiter im oberen Drittel der Bundesliga etablieren, dürfen Fischers Verdienste um die Erfolge des Clubs in der Vergangenheit keine Rolle spielen. Der Verein geht mit dem Festhalten an seinem Trainer ein gewaltiges Risiko ein. Und jetzt noch ein Geständnis: Ein Teil von mir wünscht sich, dass die Identität dieses Ausnahmeclubs nichts mit dem sportlichen oder gar dem wirtschaftlichen Erfolg zu tun hat. Genießt die Erfolge und nehmt sie mit, zur Not auch in die zweite Liga! Foto: Fußball Designed by macrovector / Freepik, Montage: Wolff von Rechenberg ### Energiewende: Das China-Syndrom China erscheint uns gern als Trutzburg gegen die Energiewende. Dort wird noch nach Herzenslust mit fossilen Energien gefeuert. Das Bild von qualmendem Schlot und Auspuff ist die Feinstaub gewordene Hoffnungsvision für gestresste Mitteleuropäer. Und tatsächlich zeichnet das Reich der Mitte für rund 30 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Mehr Statistiken finden Sie bei Statista Erleichtert steigen wir mit dieser Statistik in unseren Dieselpanzer. Wer sollte uns etwas vorwerfen? Solange wir mit dem Finger auf China zeigen können. aber stimmt das eigentlich? Statista.de hat noch eine zweite Statistik im Angebot: Mehr Infografiken finden Sie bei Statista Der New Energy Outlook von Bloomberg stützt die deutsche Statistik. Demnach leistete China 2022 allein die Hälfte aller weltweiten Investitionen in die Energiewende, ca. 550 Milliarden Dollar. China ist also gleichzeitig Weltmeister im Ausbau erneuerbarer Energien. Laut Spiegel haben die Chinesen 2020 mehr Windkraftanlagen in Betrieb genommen als der Rest der Welt zusammen. ### Von Vier-Tage-Woche und Klimaklebern Die Babyboommer und die Generation Z Wir Alten haben geschuftet, damit es unseren Kindern besser geht. Wir finanzieren ihnen Führerscheine und Autos. Und was tun die undankbaren Bratzen? Kleben sich auf den Asphalt. Wir haben Ihnen Bildungsmöglichkeiten eröffnet, und jetzt kommen sie uns mit Klimastudien. Sie wechseln die Jobs schneller als die Zahnbürste und wollen wenn überhaupt nur noch vier Tage in der Woche arbeiten. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und TatPlaton, 427-347 v. Chr. Dass Pädagogen schon mehr als 2000 Jahre lang über ihre Schüler fluchen, mag überforderten Lehrkräften unserer Tage nur ein schwacher Trost sein. Als Generation sollten wir Babyboomer dennoch kurz innehalten und die Welt betrachten, die wir geschaffen haben: Etwa 60 Prozent der Menschen in meinem (gleichaltrigen) persönlichen Umfeld zählen bereits die Tage bis zur Rente. Sie rechnen herum, wieviel Abschlag auf die Regelaltersrente noch hinnehmbar wäre, um vielleicht schon mit 62 oder 63 Jahren endlich dem verhassten Arbeitsplatz entfliehen zukönnen. Diese persönliche Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie der Universität Wuppertal. Demnach streben 70 Prozent der Babyboomer den vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben an. Wer unter uns die Jüngeren wegen deren mangelnder Hingabe an die Arbeit tadelt, sollte vor diesem Hintergrund also vielleicht seine eigene Arbeitsmoral hinterfragen. Hinzu kommen die Motive für die ersehnte Flucht aus der Erwerbsarbeit. In meiner persönlichen Umgebung werden mir typische Burnout-Warnzeichen geschildert. Man sieht keinen Sinn mehr in einer Arbeit, die einem null Wertschätzung bringt. Man lebt nur noch von Wochenende zu Wochenende. Wir Babyboomer waren für lange Zeit die letzte Generation, die noch für den Job leben musste. Von uns gab es einfach so viele, dass jeder fürchten musste, jederzeit ersetzt werden zu können. Für den Job haben wir alles hintangestellt: Gesundheit, Freunde – und: Familie. Diejenigen, die zwischen der Aufopferung für Job und Karriere noch Zeit für eine Familie gefunden haben, setzten selten mehr als zwei Kinder in die Welt. Unsere Familienplanung hat den Weg in den Arbeitskräftemangel geebnet. Wir Babyboomer haben die Grundlagen für die oft gescholtene Anspruchshaltung der Generation Z gelegt. Unsere Kinder und Kindeskinder können eine wertschätzende Arbeitswelt mit anständiger Bezahlung und einer gesunden Work-Life-Balance einfordern, weil wir auf all diese Dinge verzichtet haben. Die Jungen zahlen uns all unsere Mühen zurück. Die Arbeitswelt, die sie schaffen, wird auch uns zugutekommen. Wenn die Vier-Tage-Woche sich durchgesetzt hat, wird sie dazu führen, dass auch wir Älteren vielleicht noch ein Jährchen länger im Erwerbsleben aushalten. Wollten wir nicht, dass es unseren Nachkommen einmal besser geht? Warum sollten wir ihnen das nun neiden? ### Verlorene Herren: Deutschland und der ESC 2023 Ich gebe zu: Ich habe den Eurovision Song Contest 2023 nicht gesehen. Ich kann also nicht beurteilen, ob der deutsche Beitrag, Lord of the Lost, schon die größte Geschmacksverirrung war, die das europäische TV-Publikum an diesem Abend zu überstehen hatte. Ich bezweifle dennoch, dass die Aufregung über den letzten Platz im Wettbewerberfeld mit Musik zu tun hat. https://youtu.be/5I9CYu668jA Rocky Horror Picture Show meets Tabaluga Melodic Metal mit einer Bühnenshow aus Rocky Horror Picture Show und Tabaluga! Im Ernst? Was haben wir denn gedacht, was dabei herausspringt? Wo sollen denn unsere leidgeprüften Nachbarn mit ihren Stimmen hin? Am Montag nach dem ESC liegt Deutschland noch im Kater und Einige fordern einen Boykott. 400.000 Euro zahlt die ARD schließlich jedes Jahr für diese Veranstaltung. Kann man das Geld nicht besser für Kitas ausgeben, fragt da ein gewisser Gildo Horn? Könnte man. Würde für ein Jahr die laufenden Kosten einer Kita decken, oder? Was, wenn Lord of the Lost doch nicht das Schlimmste wäre? Wie gesagt: Lord of the Lost zu unterbieten, war sicherlich nicht leicht. Dennoch will ich nicht ausschließen, dass dem einen oder anderen Wettbewerbsbeitrag dies gelungen ist. Ich habe – wie eingangs angemerkt – dieser medialen musikalischen Tiefflugübung nicht beigewohnt. Die zigste Wiederholung von "The Fog – Nebel des Grauens" auf Tele5 schien mir kulturell gehaltvoller. Aber ehrlich? Ich hätte sogar eher irgendeinen Crocopiranha vs. Sharksaurus-Mist geschaut. Ich bin mit dem Qualitätsanspruch des ESC aus leidvoller Erfahrung vergangener Jahre bestens vertraut. Aber nehmen wir einmal an, dass Lord of the Lost tatsächlich der am wenigsten unerträgliche Beitrag gewesen sein könnte (Wem wäre das zuzutrauen, wenn nicht dem ESC?). Dann wäre das Image unseres Landes im europäischen Ausland so unfassbar mies, dass es unsere Nachbarn davon abhielte, ihre Stimmen den musikalischen Erlösern in Gestalt von Lord of the Lost zu Füßen zu legen. Das schlechte Abschneiden von Lord of the Lost hätte dann gar nichts mit Musik zutun. Die Aufregung darüber in Deutschland, aber auch nicht. Dass man das Abschneiden beim ESC in TV-Deutschland so tief tragisch nimmt, sollte uns zu denken geben. Vielleicht schneiden unsere ESC-Beiträge ja besser ab, wenn wir etwas weniger verkrampft damit umgehen? Hat das nicht schon einmal jemand versucht? Ein gewisser Stefan Raab war das doch, oder? Hieß die letzte Künstlerin, die der zum ESC geschickt hat, nicht Lena Meyer-Irgendwas? Wie ist die damals eigentlich angekommen? ### Controlling-Journal 2023 erschienen Das neue Controlling-Journal 2023 liegt bei seinen Abonnenten pünktlich zu den Ostertagen im Briefkasten. Auch online ist das Magazin erhältlich. Im Editorial kommentiere ich die Statistik der offenen Stellen ("Nachtfahrt im Fachkräftemangel"). Schwerpunktartikel ist ein Interview, das ich mit einer Managerin des Fachkräftevermittlers Robert Half geführt habe, Emine Yilmaz: "Skills für das Controlling". Mit Frau Yilmaz habe ich schon einmal vor einigen Jahren über die Zukunft von Arbeit im Home Office. Diesmal hab ich sie gefragt, wie sich das Recruiting in Bezug auf Controllingstellen durch den wachsenden Fachkräftemangel verändert hat. ### ChatGPT für Journalisten Mit ChatGPT schreibt künstliche Intelligenz in sekundenschnelle den Text für die Website oder die Produktbeschreibung für den Onlineshop. Demnächst auch bald Reportagen in Zeitungen? Schlägt die KI jetzt den ersten Nagel in den Sarg des Journalistenberufs? Fest steht: Journalisten müssen sich mit ChatGPT beschäftigen. Unsere Kunden tun das. Wer dann nicht in der Lage ist, den Mehrwert seiner Arbeit darzulegen, den könnte ChatGPT tatsächlich demnächst vom Markt fegen. Was kann ChatGPT? Schauen wir uns zunächst einmal an, was ChatGPT kann – und was nicht. Nora Taubert fasst die Möglichkeiten der KI in einem Video für Seokratie mit dem Fokus auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) zusammen. Der Blog von Seokratie sei übrigens hiermit allen Leserinnen und Lesern empfohlen. https://youtu.be/rLZznmFg9no Was ChatGPT – noch – nicht kann Ich teile dieses Video hier, weil Nora darin Beispiele anführt, die sich direkt auf die journalistische Arbeit übertragen lassen. Vergleichsartikel stehen im Nutzwertjournalismus hoch im Kurs. Das Video zeigt, wie sich die Arbeit an Vergleichsartikeln mit ChatGPT vereinfachen lässt. Allerdings zeigt Nora Taubert auch die Grenzen der KI auf. Ihre Warnungen vor einem blinden Vertrauen in ChatGPT decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Wer ohne vorherige Recherche einen Artikel mit ChatGPT zusammenklickt, fliegt blind: Hat die KI tatsächlich die relevanten Informationen zu einem Thema gefunden? Bildet die KI tatsächlich den aktuellen Sachstand ab? Gewichtet und beschreibt ChatGPT die einzelnen Aspekte vernünftig? In der Praxis musste ich bisher bei Texten aus der KI stets inhaltlich nacharbeiten. Für anspruchsvolle Aufgaben, ist die Ki derzeit nicht zu gebrauchen. Steuernachrichten etwa. Dabei sprechen wir noch nicht von den stilistischen Mängeln: Die KI textet zwar fehlerfrei, aber auch stinklangweilig. Erschütterung der Macht ChatGPT ist die Erschütterung der Macht im Jedi-Rittertum der Journalisten. Wir haben gelernt, dass die KI – noch – nicht nach unserer Existenz greift. Der Wettlauf um die Krone der KI-Schöpfung hat aber gerade erst begonnen. Microsoft und Google integrieren KI-Elemente in ihre Office-Produkte. Damit stehen Funktionen von ChatGPT & Co. demnächst direkt in der Textverarbeitung zut Verfügung. Das wird die Line Speed für unsere Arbeit. Auch wenn die KI unsere Arbeit nicht vollständig ersetzen kann, wird sie sich auf die Stundensätze auswirken, die wir für unsere Arbeiten aufrufen können. Heute könnte schließlich auch kein Journalist mehr mit Hilfe einer Schreibmaschine kostendeckend arbeiten. Was ist deine Meinung zu ChatGPT oder KI im Allgemeinen? Hinterlasse einen Kommentar. ### Was ist Kanban? Kanban zählt zu den meistgebrauchten Modewörtern bei allem, was in Produktion und Projektmanagement "new" oder "agile" sein will. Dabei handelt es sich keineswegs um einen neuen Begriff. Toyota hat Kanban (japanisch für Signaltafel) schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt, um Produktionsprozesse zu straffen und Überproduktion entlang der Fertigung zu vermeiden. Das sollte in dem Inselstaat mit seinem knappen und teuren Baugrund die Lagerkapazitäten senken. Wie Kanban funktioniert, habe ich auf CONTROLLING-Portal.de beschrieben: (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay) Kanban: Die japanische Methode für mehr Effizienz ### Arbeitszeiterfassung: 10 Lösungen im Vergleich Unternehmen müssen für eine Aufzeichnung der Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden sorgen. Dabei kann eine geeignete Software helfen. Auf LOHN1x1.de habe ich 10 Software-Lösungen zur Arbeitszeiterfassung verglichen. In der Regel arbeiten die Programme in der Cloud, was die Anwendung über viele unterschiedliche Geräte ermöglicht. LOHN1x1.de: 10 Software-Lösungen für Zeiterfassung im Vergleich ### Aufzeichnungspflichten für Arbeitszeiten: Fragen und Antworten Alle Arbeitgeber müssen die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten aufzeichnen. Das ergibt sich aus einem Urteil des Bundesarbeitgerichts (BAG) vom Herbst 2022. Bis der Gesetzgeber etwas anderes entscheidet, spricht nichts dagegen, dass die Mitarbeitenden die Aufzeichnung ihrer Arbeitszeiten selbst in Tabellen vornehmen. Bis der Gesetzgeber etwas anderes entscheidet, ist ein Verstoß gegen die Aufzeichnungspflicht nicht strafbar. Was Arbeitgeber über die Arbeitszeitaufzeichnungspflicht wissen müssen, habe ich in einem Artikel für LOHN1x1.de beschrieben. ### Brandenburg im Februar 2023 ### Photowalk in Berlin, Dezember 2022 ### Als der FC Bayern zum letzten Mal in der Bundesliga gewann ... Als der #FCBayern zuletzt ein Bundesliga-Spiel gewann…… gab es noch das 9-Euro-Ticket und den Tankrabatt… war Layla noch die Nummer 1 der deutschen Charts … lebten die Queen und Gorbatschow noch— Holger Schmidt (@Hossaar) September 18, 2022 ### On Tour mit dem Burley Travoy Erste Fahrt mit meinem neuen Fahrradanhänger Burley Travoy zu einer Probe mit den Orgelnauten. Seit ich mich von meinem traditionellen Schlagzeug getrennt habe und nur noch mein Cajon Set spiele, träume ich davon, zu Proben und Auftritten in der näheren Umgebung mit dem Fahrrad zu fahren. Der Burley Travoy erlaubt mir das. Mein Erfahrungsbericht in meinem englichen Blog >> ### Ukraine: Die Fehler des Vladimir Putin Nun hat er es doch getan: Vladimir Putin hat die abtrünnigen ukrainischen Povinzen Donezk und Luhansk als selbstständige Staaten anerkannt – und begeht damit drei strategische Fehler auf einmal und zum zweiten Mal. Das zeigt einmal mehr: Putin mag ein geschickter Taktiker sein, ein Stratege war er nie. Russland schiebt die Ukraine nach Westen ab Die Ukraine besitzt für die kulturelle Identität der Russen eine zentrale Bedeutung. Stand die Wiege Russlands doch im Reich der Kiewer Rus, jenes mythischen Volkes, über dessen Ursprung Historiker bis heute streiten. Die Rus eroberten ein ruhmreiches Großreich, auf das sich die heutigen Staaten Ukraine, Belarus und Russland zurückführen. Aus dieser Historie leitete Putin in einer Ansprache am 21. Februar 2022 das Recht Russlands ab, die Ukraine zu besetzen und dem eigenen Staatsgebiet einzuverleiben. Dabei ist zur Stunde noch unklar, ob Russland dies tun wird. Zu den vielen Motiven des russischen Militäraufmarschs an den Grenzen der Ukraine zählt vor diesem Hintergrund ein wichtiges innenpolitisches Motiv: Vladimir Putin war im eigenen Land selten so beliebt wie im Frühjahr 2014, als er die offizielle Eingliederung der Halbinsel Krim in die russische Föderation vollzog. Russland gewann zwar den strategisch wichtigen Hafen von Sewastopol zurück sowie den Zugriff auf die vor der Krim vermuteten Öl- und Gasvorkommen, die Kiew eigentlich ab 2017 gemeinsam mit Exxon Mobile ausbeuten wollte. Doch die Halbinsel selbst entpuppte sich wirtschaftlich als Fass ohne Boden. Dennoch wiederholt Putin nun einen solchen Schritt, und begeht damit drei strategische Fehler zum zweiten Mal: Im annektierten Gebiet leben vorwiegend Russen. Diese Menschen fallen nun als Parteigänger der prorussischen Kräfte in der in dieser Hinsicht gespaltenen Ukraine aus. Ergebnis: Die prowestlichen Kräfte in der Ukraine festigen ihre Stellung, Russland verliert an Einfluss in der Ukraine.Allen Verfechtern der staatlichen Unabhängigkeit der Ukraine verpasst Russland einen Fußtritt: Wer eine unabhängige Ukraine will, muss nach Westen blicken.Putin festigt den Stand der Nato in allen Anrainerstaaten der russischen Föderation und treibt die Expansion des Bündnisses voran. Beispiel: Finnland und Schweden. Beide Länder haben während eines 40 Jahre dauernden kalten Krieges in direkter Nachbarschaft zur Sowjetunion nie an ihrer Neutralität grüttelt. Nun werden auch dort Stimmen laut, die einen Nato-Beitritt fordern. Mit der Anerkennung von Donezk und Luhansk hat Vladimir Putin sich selbst unter Zugzwang gebracht. Wenn er die Ukraine nicht komplett annektiert, hat er sie endgültig an "den Westen" verloren. Aber wer ist das eigentlich, "der Westen"? Russland rettet die Nato und "den Westen" "Was wir derzeit erleben, ist der Hirntod der Nato", wetterte 2019 der französische Präsident Emmanuel Macron. Die USA seien als Bündnispartner nicht mehr verlässlich, schimpfte Macron weiter. Ein irrlichternder US-Präsident Donald Trump hat in vier Jahren zerschlagen, was man bis dahin "den Westen" nannte. Die Trutzburg aus den Kontinenten Nordamerika und Europa zeigte Risse. Trumps Nachfolger, Joe Biden, bemühte sich kaum, die Entfremdung dies- und jenseits des Atlantik zu überwinden. Der pazifische Raum, die Konfrontation mit China schien ihm wichtiger. Heute ist davon keine Rede mehr. Noch-Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sitzt nun wieder mit den Großen an einem Tisch – mit dem demonstrativen Selbstbewusstsein eines Fußballtrainers, der gerade seinen Vertrag verlängert bekommen hat, obwohl er in den letzten zwei Spielzeiten keines der Saisonziele erreicht hat. Putins Bedrohung der Ukraine hat die "hirntote" Nato innerhalb weniger Wochen wiederbelebt, und mit ihr "den Westen". Die Zweifel an den USA, die in den vergangenen Jahren vor allem in Frankreich und Deutschland gewachsen sind, scheinen heute in eine andere Welt zu gehören. Der Umgang Russlands mit der Ukraine schart die Europäer einmal mehr unter Stars and Stripes und bestätigt vor allem die baltischen Republiken und Polen, die das Dahindämmern der Nato stets mit Sorge sah. Russland verabschiedet sich vom Weltmarkt Wenn Russland in der Ukraine einmarschiert, ist Nord Stream 2 tot. Toter als es die Nato je war. Der Kunde Europa wird sich nun nach einem neuen Gasanbieter umsehen müssen. Das wird auch für europäische Verbraucher ungemütlich. Aber der reiche westliche Halbkontinent wird Quellen und Wege finden, seine Bürger mit Brennstoff zu versorgen. Anders sieht das für den Gaslieferanten aus: Ein Kunde, der ihn verlassen hat, wird ohne Not nicht zurückkehren. Aber so wie sich Europa stets auf das russische Erdgas verlassen hat, hat Russland sich stets auf die Euromilliarden aus der EU verlassen. Ringt sich "der Westen" zu wirklich einschneidenden Sanktionen gegen Russland durch, bleibt Vladimir Putin nur der reiche Nachbar im Osten. Mit dem Verweis auf China hatte der Pokerspieler Putin auch 2014 schon aufgetrumpft, als "der Westen" wegen der Annexion der Krim die ersten Sanktionen verhängte. Mit einem Einmarsch in der Ukraine verabschiedet sich Russland von den reichen Märkten in Europa und Nordamerika. Das Land geriete in eine sehr einseitige Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Supermacht China, die dann die Preise diktieren könnte. Nina L. Khrushcheva, Professorin für internationale Angelegenheiten an der New School in New York, resümiert dazu im Tagesspiegel: Der russische Präsident ist in die Falle getappt. Die letzte Schlacht um die Sicherheitsinteressen Russlands wird unter diesen Umständen nicht in der Ukraine geschlagen, sondern in Zentralasien, wo China mit seinem Projekt der neuen Seidenstraße seinen Einfluss ständig ausbaut – auf Kosten Russlands und ohne Rücksicht auf Sicherheitsinteressen des russischen Präsidenten. ### Zum Tod von Nanci Griffith Mit Nanci Griffith ist in diesem Sommer eine der außergewöhnlichsten Stimmen für immer verstummt. Die Sängerin, Songwriterin und Grammy-Gewinnerin starb am 14. August 2021 im Alter von 68 Jahren. den Grammy hat Griffith für ihr Album "Other Voices, Other Rooms" bekommen. Bekannt war sie vor allem für ihre Duette mit anderen bekannten Sängerinnen und Sängern aus Country, Folk und Pop. Ich habe Nanci Griffith 1991 über das Album "Late Night Grand Hotel" kennengelernt, das bis heute zu den regelmäßigen Gästen auf dem Teller meines Plattenspielers zählt. Darauf findet sich ein Duett mit einer anderen außergewönlichen Stimme. Mit Tanita Tikaram sang Nanci Griffith die Ballade "It's Too Late". Es ist noch nicht zu spät, Nanci Griffith kennenzulernen. ### Jackson Browne - The Barricades of Heaven Jackson Browne zeigt, wie großartig sich ein Song entwickeln kann, wenn man ihn nicht hetzt, wenn man ihm Zeit lässt, sich zu entwickeln. "The Barricades of Heaven" zählt zu jenen Songs, bei denen man das Zeitgefühl verliert und am Ende trauert, weil 7 Minuten so schnell vergehen. ### FC Bayern: Causa Katar geht über Fußball hinaus Prangt auf den Trikots des FC Bayern demnächst das Logo von Qatar Airways? Viele Fans des Rekordmeisters der deutschen Fußballbundesliga protestierten auf der Jahreshauptversammmlung des FC Bayern gegen entsprechende Pläne der Bosse. Mehr noch: Sie fordern ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Emirat, das der Weltöffentlichkeit zuverlässig Schlagzeilen wegen Menschenrechtsverletzungen beschert. Die Führung des Vereins reagierte ratlos auf die Fan-Proteste und schweigt auch weiterhin. Eine kleine Sensation. Fan-Proteste sind nicht neu, weder in der Liga noch beim FC Bayern. Auch das Katar-Engagement des Vereins steht bei den Fans regelmäßig in der Kritik, zieht der Bundesliga-Krösus doch jedes Jahr zum Trainingslager in das Emirat. Dass der Übervater des FC Bayern, Uli Hoeneß, auf der Versammlung nicht zu Wort kommt, passiert schon seltener. Immerhin haben wir schon Tage erlebt, an denen Hoeneß im Alleingang eine ganze Jahreshauptverammlung zusammengebrüllt hat. Doch in diesen Tagen wirkt die Vereinsführung ratlos und unsicher wie nie. Warum? Weißbier und Titel gegen die Zweifel Der FC Bayern muss sich fragen, ob unter den Fans ein jahrzehntelang gültiger eiserner Konsens zu bröckeln beginnt: Der Erfolg heiligt die Mittel, und zwar alle. Auf den Punkt gebracht im Schlachtruf des Vereins: "Mai san mia!" Über Zweifel erhebt man sich einfach. Und über den Wolken soll die Freiheit ja grenzenlos sein. In der Kausa Katar lautete die offizielle Linie des Vereins: Durch Einbinden Katars in den Weltfußball wolle man dort menschenwürdigere Verhältnisse zu bewirken. Das muss uns andere, die wir am Boden der Zweifel kleben, nicht plausibel erscheinen. Immerhin besitzt das Emirat im Weltfußball mit dem Französischen Serienmeister Paris St. Germain seit Jahren eine der ersten Adressen im Weltfußball, ohne dass dies die Verhältnisse im Wüstenstaat geändert hätte. Den Fans des FC Bayern hat das Narrativ der Vereinsführung bisher offenbar gereicht. Mögliche Zweifel daran schluckte man einfach mit dem dritten Weizenbier bei der nächsten Meisterfeier herunter. Menschen möchten gern auf Seiten der Guten sein Diesmal sehen wir die Münchener Erfolgsmaschine stottern. Und das ist es, was an den Vorgängen bei der Jahreshauptversammlung über den FC Bayern und den Fußball hinausweist: Wenn selbst beim FC Bayern der Erfolg nicht mehr alle Mittel heiligt, wenn Bayern-Fans ethische Anliegen an ihren Verein richten, Fans, die bisher nur dann laut wurden, wenn ihrer Mannschaft das Verpassen der Champions-League-Plätze in der Ligatabelle drohte, wenn dies passiert, kann kein Unternehmen, kein Verein, keine Regierung mehr sicher sein, Kunden, Anhänger oder Wähler durch Prestige oder wirtschaftlichen Erfolg hinter sich versammelt halten zu können. Unternehmen, Parteien, Vereine, Kirchen und Vereine haben es mit einer neuen anspruchsvollen Klientel zu tun. Zwei Dinge prägen diese Entwicklung: Menschen möchten gern auf der Seite der "Guten" stehen. Und dieses "Gute" definieren wir immer weniger über den eigenen Erfolg im Wettbewerb und zunehmend über ethische Grundsätze. So lohnt es sich offenbar für Fußballvereine plötzlich, ihre Fans mit nachhaltig und fair produzierten Trikots und Schals auszustatten. Der 1. FC Union Berlin zeigt das. Die Köpenicker sind deutscher Meister im nachhaltigen Merchandising (PDF). ### TV-Tipp: Green Scotland Vielleicht doch kein Zufall, dass die Regierungschefs der Welt zur Weltklimakonferenz 2021 ausgerechnet ins schottische Glasgow eingeladen waren. Das 3Sat-Wissenschaftsmagazin nano zeichnet das Bild eines Landes, das alle Register zieht, um CO2-Neutralität zu erreichen. Bitte anschauen! ### Wordpress: Social Media mit Shariff Wrapper Natürlich wollen wir, dass man unsere Blogbeiträge auf Twitter, Facebook und Co. teilt. Einzige Hürde ist der Datenschutz. Die meisten Social Media Plugins für Wordpress lesen bereits Daten aus, wenn der Leser auf den Beitrag stößt und die Social Media Buttons sieht. Abhilfe schafft das Plugin Shariff Wrapper. Die Computerzeitschrift c't hat es auf Github veröffentlicht. Wer eine Seite mit Social Media Buttons zum Teilen des Inhalts besucht, gerät oft schon in die Fänge der sozialen Netzwerke, wenn er den Beitrag oder Artikel aufruft. Schon beim Besuch der Seite lesen Netzwerke wie Twitter oder Facebook Browserinhalte aus und setzen Tracking Cookies. Das ist mit dem europäischen Datenschutz nicht vereinbar. Laut DSGVO muss jeder Nutzer sein Einverständnis zu jeder Datenverarbeitung aktiv erklären. Mit dem Plugin Shariff Wrapper stellt der ausgewählte Social Media Button die Verbindung zum sozialen Netzwerk der Wahl erst dann her, wenn der Leser ihn aktiv anklickt. Das bedeutet, dass wir auf eine konkludente Zustimmung zur Verarbeitung der Daten durch die Netzwerke schließen. Die Hintergründe des Projekts erläutert die c't auf einer Sonderseite. ### TV-Tipp: Die Abschaffung der Zeit In seinem Buch "Der Ekel" befasste sich der französische Philosoph Jean-Paul Sarte 1938 mit dem Wesen der Zeit. Er beschreibt eine Runde von Kartenspielern und wundert sich über diese sinnfreie Tätigkeit. Er kommt zu dem Schluss: "Sie tun das ganz einfach, um die Zeit zu füllen. Aber die Zeit lässt sich nicht füllen. Alles, was man hineintut, weicht auf und dehnt sich." Das 3SAT-Wissenschaftsmagazin NANO ist dem Wesen der Zeit in einer Spezielsendung auf den Grund gegangen. Der Beitrag steht zum Streaming in der Mediathek. Bitte anschauen. ### Kliniken: Sterben in der Pandemie Jeden Morgen verkünden die Nachrichten den rituellen Zahlendreiklang von Corona: Neuinfizierte, Verstorbene und belegte Intensivbetten. Gesundheitspolitiker und Virologen zählen in wöchentlichen Pressekonferenzen die verfügbaren Intensivbetten durch. Sie warnen vor Zuständen in anderen Teilen der Welt, wo das Gesundheitssystem bereits zusammengebrochen sei und Notlazarette das Schlimmste verhindern sollen. Alltag im Deutschland des Jahres 2020. Und dennoch wurden auch im ersten Pandemiejahr Krankenhäuser geschlossen - 21 an der Zahl. Das berichtet dieser Tage die Berliner Zeitung. Der Gedanke dahinter: Die Krankenhäuser müssen kostendeckend arbeiten und eine ausreichende fachärztliche Behandlung bieten, 24 Stunden und an 7 Tagen in der Woche. Entsprechende Gutachten berufen sich auf Beispiele aus Dänemark und ermitteln deren Gültigkeit anhand dicht besiedelter Gebiete mit ebenso dichter Klinikversorgung. Nicht nur die Landesärztekammer Hessen zweifelt an diesem Vorgehen. ### Armin Laschet: Der zaghafte Wahlkämpfer Armin Laschet ist in seiner Partei ganz oben angekommen. Jetzt will er auch den letzten Schritt tun: den ins Kanzleramt. Orientierung gibt ihm einmal mehr die Kanzlerin. aber hat er deren Erfolg verstanden? Lässt sich der Weg der Angela Merkel ins höchste Regierungsamt als Rezept anwenden? Als Armin Laschet 2012 CDU-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen wurde, verlieh er quasi nebenbei Kanzlerin Angela Merkel die Hausmacht, die ihr stets gefehlt hatte. Der Chef des größten Landesverbandes der CDU erwies sich fortan als verlässlicher Unterstützer der Regierungslinie. An der Seite der Kanzlerin stand er die Flüchtlingsdebatten der Jahre 2015 bis 2017 durch. Gemeinsam mit ihr rezitierte er das Mantra der Gemächlichkeit in der Klimadebatte als 2018 die Schulstreiks von Fridays for Future die politischen Diskussionen anheizten. Das gilt im politischen Tagesgeschäft als sichere Bank. Denn Merkel folgte stets sicher den Mehrheiten. Warum sollte sich ein Wahlkämpfer dann nicht an ihr orientieren? Merkels Aufstieg als Blaupause? Armin Laschets Außenwirkung gibt immer wieder Rätsel auf: Wenn er ins Kanzleramt möchte, warum greift er nicht laut und deutlich nach der Spitzenkandidatur der Union? Wenn er führen möchte, warum überlässt er in der Corona-Pandemie so oft seinem Konkurrenten Markus Söder (CSU) den öffentlichkeitswirksamen ersten Auftritt nach den endlosen Beratungen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin? Gerade in dieser Zögerlichkeit erinnert er immer wieder an die Kanzlerin selbst. Angela Merkel hat sich in ihrer Karriere nie nach vorn gedrängt. Die Partei hat ihr 1998 zunächst das Amt der Generalsekretärin angetragen und sie 2000 zur Parteivorsitzenden gekürt. Als aussichtsreichster Kandidat für beide Ämter galt seinerzeit Wolfgang Schäuble, der wegen der Affäre um schwarze Kassen in der CDU ausfiel. Den Weg ins Kanzleramt hatte ihr schließlich 2005 Gerhard Schröder (SPD) bereitet, indem er sich mit einem Denkwürdigen Auftritt am Anbend nach der Wahl alle Koalitionsmöglichkeiten verbaut hatte. Die Zeit arbeitet für Markus Söder Merkels Aufstieg lässt sich nicht von den historischen Bedingungen trennen, die ihn ermöglichten. Ihre Karriere ist immer wieder als Beleg für einen Wandel in der politischen Kultur herangezogen worden. Dabei ist der Weg der Angela Merkel eine singuläre Ausnahme: Die Schwarzen Kassen der CDU aus der Kohl-Ära und ein erfolgsberauschter SPD-Kanzler haben Merkel ins Kanzleramt gebracht. Für Armin Laschet gelten diese Ausnahmebedingungen nicht. Und noch etwas schätzt Laschet falsch ein: Mit einer Politik der ruhigen Hand (Umschreibung für Nichtstun) kann nur ein Amtsinhaber werben, nie der Herausforderer. Armin Laschet hat viel Zeit verloren, indem er hoffte, die Zeit werde für ihn so arbeiten, wie sie es für Angela Merkel getan hat. Unter den historischen Bedingungen unserer Tage arbeitet die Zeit jedoch für einen Markus Söder. ### Brücken-Lockdown: Laschets Fehlversuch CDU-Chef Armin Laschet fordert einen Brücken-Lockdown. Er versucht damit, eine einst sehr erfolgreiche Taktik von Angela Merkel zu adaptieren. Doch warum will trotzdem niemand über Laschets Brücke gehen? Wenn man lernen will, dann doch von den Besten, oder? Wer Kanzler werden will, sollte von der Meisterin des Fachs lernen, von der Kanzlerin, die uns auch noch die nächsten vier, acht, zwölf Jahre regieren würde, hätte sie ihrem politischen Wirken nicht aus eigenem Entschluss ein Verfallsdatum gesetzt. Die Rede ist von Angela Merkel, der ewigen Kanzlerin, die wir auch die Brückenkanzlerin nennen könnten. Sie prägte einst den Begriff der "Brückentechnologie". Ich darf kurz zusammenfassen: Umstrittene, unpopuläre Technologien verwandelte Merkel in Brückentechnologien: Atom, Diesel und Braunkohle verloren damit wie durch Zauberhand ihr Schmuddelimage und erschienen als wichtige Bausteine eines Wandels, den man mit Hilfe der Brückentechnologie erleichtert aufatmend ein weiteres Mal verschieben konnte. Die Brücke diente als Bild der Verlängerung des Hier und Jetzt in eine hoffentlich ferne Zukunft. Merkels ewige Brücken Angela Merkel baute Brücken für die Ewigkeit. Ob dem CDU-Chef und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten das klar war als er den Begriff der Brücke ausgerechnet für den Lockdown in der dritten Welle der Corona-Pandemie wählte? Mit den Brückentechnologien fuhren wir ja subjektiv gut. Dank der Brückentechnologie konnten wir unseren Diesel weiterfahren, denn plötzlich erschien der Diesel als ein Werkzeug der Mobilitätswende, anstatt ihr im Weg zu stehen. Die Brückentechnologie Diesel ersparte uns unbequeme Umstellungsprozesse. Sie ließ uns das Gaspedal sogar weiter durchdrücken, in dem wohligen Gefühl, dass wir damit dem Klimaschutz eine Brücke bauen. Angela Merkel hat das gute Gefühl des Gewohnten (Diesel) mit dem beruhigenden Bild der Brücke verbunden. Die Psychologie spricht von Framing. Die Brückentechnologie ist also etwas Wohltuendes, das wir unter allen Umständen bewahren wollen, wenn wir das Bild einmal angenommen haben. Über Laschets Brücke möchte man nicht gehen Armin Laschet möchte mit seinem Brücken-Lockdown ebenfalls das beruhigende Bild der Brücke nutzen, die uns heil über das eisige Wasser bringt. Dazu dient die Brücke ja auch. Sie soll und heil ans andere Ufer bringen, das wir in der Regel schon sehen können, bevor wir die Brücke betreten haben. Laschets Brücke ist einfach eine Brücke. Wer sie betritt, will wissen wohin sie führt und wie lange die Überquerung dauert. Das gilt auch für Armin Laschets Brücke. Nur Merkels Brücken waren in ihrer Endlosigkeit einzigartig. Sie wirkten gerade deswegen so beruhigend, WEIL man das andere Ufer nicht sehen konnte. Man hoffte nur, dass es noch fern sein möge. Von Armin Laschet verlangen wir Anworten. Die hat er nicht, und deshalb muss er sich nicht wundern, wenn ihm über seine Brücke niemand folgt. Für den Wahlkämpfer Armin Laschet heißt das: Wer von den Besten lernen will, sollte auch deren Lektionen richtig verstehen. ### James Bond: Alles auf Anfang "Keine Zeit zu sterben": Wohl kein Bond-Film trug seinen Titel so zurecht wie der 25. Gedreht 2019, fiel der Kinostart dem Corona-Lockdown zum Opfer. Ob die Zeit zum Sterben 2021 endlich gekommen ist, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Der Blockbuster muss nun wohl in Teilen neu gedreht werden. Das berichtet die BILD. James Bond finanziert sich nicht unwesentlich durch Produktplatzierungen. Ärgerlich für die Werbekunden, wenn dann die für teures Geld platzierten Produkte inzwischen veraltet sind. Doch über dem alten neuen Bond hängt noch ein weiteres Damoklesschwert: Was wäre, wenn die neuen Bond-Gadgets beim Kinostart längst auf Amazon zum Verkauf stehen? ### Winter in Brandenburg Ein Winterspaziergang am Seeblick in Plaue (Stadt Brandenburg) ### Donald Trump oder der Reiz eines Rabauken Ein Versuch, Donald Trump zu begreifen Zum Abgang von Donald Trump als 45. US-Präsidenten schwirren schadenfrohe Memes in Massen durchs Netz. Ein letztes Mal. Spüren wir währenddessen dem Phänomen Trump nach. Ein letztes Mal. Haben Sie sich einmal die Mühe gemacht, eine Rede von Donald Trump in voller Länge zu anzuschauen? Versuchen Sie es. Vielleicht in einer Art nostalgischer Anwandlung. Denn der Urheber dieser ungewöhnlichen Wortergüsse hat sich aus unserer Lebenswirklichkeit endgültig verabschiedet - selbst wenn er in den USA weiter politisch aktiv bleibt. Versuchen Sie nicht, den oft wirr verknüpften Gedanken des stets frei sprechenden Soap Stars zu folgen. Begleiten sie ihn einfach durch seine Sendezeit, wie sie einen Standup Comedian begleiten würden. Dafür ist er geboren, glaubt Trump "Give the people what they want" - "Gebt den Leuten, was sie wollen", sagt man im Showgeschäft. Und der Mann am Mikro enttäuscht seine Zuhörer nicht. Im Gegenteil. Der Ex-Unternehmer und Ex-TV-Star scheint im Wahlkampf seine Bühne gefunden zu haben. Genau dafür ist er geboren worden, denkt er. Mit Witzen und Grimassen zieht er über bestimmte Politiker oder Politiker im Allgemeinen her, bringt sein Publikum zum Lachen und Brüllen. Dann, auf dem Gipfel der Begeisterung, steuert Trump um. Er führt die Masse in die Wut. Auf einem Ozean aus Adrenalin und Endorphinen brechen die Emotionen nun krachend an die Felsen der politischen Klasse. Keiner vor Trump hat das gewagt. Das imponiert seinen Fans. Präsident durch Geburt? Trumps Reden zeichnet ein sicherer Instinkt für Timing und Spannungsbögen aus. Bedenken wir: Der Mann ist beratungsresistent. Der hat das ganz sicher nicht trainiert. Es gibt kein Skript, keine Choreographie - und keinen doppelten Boden, Das ist Mut. Das ist Talent. Wer das nicht versteht, wird nie begreifen, was die Faszination von Donald Trump ausmacht. Können wir uns da wundern, dass er sich für einen Präsidenten durch Geburt hielt? Wem würde das nicht so gehen? Ein Präsident wirst du nicht, wenn du an dir und deiner Bestimmung zweifelst. Keiner trat je so furchtlos auf wie Donald Trump. So oft haben wir Comedians zugesehen, wie sie Politik und Politiker auf die Hörner nehmen. Und hier kommt tatsächlich einer, der sich das im Amt traut. Trump zieht die Wumme Warum auch nicht? Amerikanische Politik ist ganz und gar zugeschnitten auf den großen Zampano, der das Volk mit weihevollen Worten verzaubert. Auch Donald Trump betritt als Matador die politische Arena. Damals im Wahlkampf 2016. Es war eine Szene wie aus Indiana Jones: Erinnern Sie sich? Harrison Ford steht diesem riesigen Araber gegenüber, der ein riesiges Schwert schwingt. Nach einer Schrecksekunde erinnert sich Indy an den Revolver an seinem Gürtel. Er zieht, drückt ab, und der Bösewicht fällt theatralisch hinten über. Was haben wir gelacht. Da hat einer ganz allein 100 Jahre Mantel-und-Degen-Film in ein paar Sekunden lächerlich gemacht. Der Wahlkämpfer Trump macht das genauso. Er erlegt Hilary Clinton nicht etwa elegant mit dem Florett. Er zieht die Wumme, und streckt die Widersacherin mit einem Blattschuss nieder. Bäng! Dafür erntet man keine "Aaaaahs" und "Ooooohs", sondern Gelächter. Dafür wird man nicht bewundert, sondern geliebt. Das Erhabene im Schlüpper Nach Jahrzehnten großer Reden einerseits und zerbrechender amerikanischer Träume andererseits haben Trumps Anhänger genau darauf gewartet. Da kommt einer und pustet den gesamten Politikbetrieb über den Haufen. Der schert sich nicht um 250 Jahre alte Rituale. Der macht, dass das Erhabene im Schlüpper dasteht. Der spricht auch nicht wie einer aus einer anderen Welt. Trump klingt wie die Welt, die einen umgibt, in einer Mittelstadt im amerikanischen Rust Belt. "I don't sugar coat shit. I'm Donald Trump, not Willy Wonka." (Ich überziehe Scheiße nicht mit Zuckerguss. Ich bin Donald Trump, nicht Charlie aus der Schokoladenfabrik). Sagen Sie nicht, das sei keine gelungene Pointe. Das bleibt im Kopf. Mit solchen Worten kannst du nicht lügen. Musst du auch nicht. Wer sich sowas traut - ALS PRÄSIDENT!!!!! -, für den gibt es keine Grenzen. An dem zweifelt man nicht mehr. Erschrecken wir die Welt! Darum legen Trumps Wähler ihr Vertrauen in die Hände eines Unterhaltungskünstlers mit schillernder Vergangenheit aus einem goldenen Turm. Sie knüpfen ihr Schicksal an seines. Wenn einer was ändern kann, dann Trump. Und nur er! Kein Team! Wer ihn bremst, fliegt. Dass er dafür Applaus bekommt, weiß er aus seiner Show "The Apprentice". Wer so vollkommen frei von Furcht, auf niemanden angewiesen ist, der geht zur Not auch übers Wasser. Und sei es nur, weil das Wasser seinerseits Angst bekommt. Und das ist gut so. Denn Angst zwingt andere, zu tun was du willst. Das ist bekannt. Kinder erzieht man schließlich auch mit strenger Hand. Wer also etwas erreichen will, muss Druck ausüben. Auf die "Eliten" im schicken Los Angeles oder im protzigen New York, das gilt aber auch für Amerika und die Welt: So groß wie Amerika ist, lebt es in einer Welt von Kindern, denen man ab und zu drohen muss, damit sie die Hausaufgaben machen. Wozu hat Amerika all die Atombomben? Warum hat Amerika Flugzeugträger, die so groß sind wie kleine Länder? Doch wohl, damit die Welt Angst bekommt, oder? Aber seit Generationen lassen sich US-Präsidenten von "Shithole Countries" austricksen und übervorteilen. Also, dann erschrecken wir die Welt: "Make America Great Again!" The Donald sammelt die Verlorenen "The Donald" hat all die Verlorenen eingesammelt, und all jene in der Mittelschicht, die Angst haben, alles zu verlieren. Er hat Menschen an die Urne gebracht, die noch nie gewählt haben. Er hat das ungeliebte nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) liquidiert, das von seinen Kritikern für den sozialen Abstieg der Arbeiterklasse und das Abwandern von Fabriken nach Mexiko verantwortlich gemacht wird. Er war der Weckruf für Demokratie und Demokraten. Und wenn etwa Joe Biden und Kamala Harris wie versprochen erstmals Maßnahmen zur landesweiten Förderung regionaler Infrastruktur einleiten, dann ist das ein kleines bisschen auch Trumps Verdienst. Wut besiegt die Zweifel Natürlich scheitern große Revolverhelden an Problemen, die sich nicht mit einem Schuss lösen lassen. Covid 19 ist die größte Tragödie der Vereinigten Staaten seit dem Vietnamkrieg. Das macht etwas mit einem wie Trump. Es ist einfach ungerecht, so wird er gedacht haben, dass ausgerechnet er so eine Krise zu meistern hat, und nicht der verachtete Vorgänger Obama. Das Virus hat Trump besiegt. Jahre hat er in einem Rausch gelebt, in den beifallumtosten Arenen eines Wahlkampfes, der niemals enden sollte. Im letzten Jahr seiner ersten Amtszeit kam das Virus. Plötzlich hätte Donald Trump in stickigen Konfernzräumen mit anderen Menschen um Lösungen ringen müssen. Er hätte vor sich und der Welt eingestehen müssen, dass auch er mal Hilfe braucht, dass er eben nicht in allem der Klügste ist. Vollgesogen mit der Liebe und Verehrung seiner Anhänger hat er diesen Gedanken jahrelang verdrängen können. Nun kommt der Zweifel. Dann sucht er sich lieber einen neuen alten Feind, die Demokraten. Denn die Wut ist ein mächtiges Gefühl. Sie verdrängt alle Zweifel und Ängste. Ein Virus hat Trump besiegt Trump stürzt sich in den Wahlkampf. Nein, er flieht in den Wahlkampf. Noch einmal setzt er alles auf eine Karte. Wenn Trump zuschlägt, dann um zu vernichten. Dann kennt er keine Grenze. Der Ausgang ist Geschichte. Hätte Donald Trump anders handeln können? Wäre das denkbar gewesen? Könnten wir uns eine Welt vorstellen, in der ein Donald Trump als kluger Stratege Interessen abwägt und in zähen Verhandlungen Lockdown-Strategien aushandelt? Die Stärken, die Donald Trump den Weg ins Weiße Haus ebneten, stellten sich am Ende als die Schwächen heraus, die ihn die zweite Amtszeit kosteten. Nicht Biden hat ihn besiegt, nicht "das Establishment". Ein Virus hat ihm den Rest gegeben. Demokraten auf der ganzen Welt sollten das nicht vergessen. ### Inauguration Day aus der Defensive betrachtet Gedanken zur Amtseinführung von Biden und Harris Ein Höhepunkt der Inauguration von Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA und Kamala Harris zur 49. Vizepräsidentin der USA: Ein Gedicht der Poetin und Aktivistin Amanda Gorman. Pathos pur. Aber was fasziniert uns daran? "There is always light, if only we're brave enough to see it, if only we're brave enough to be it", rezitierte Amanda Gorman zur Amtseinführung von Joe Biden und Kamala Harris in Washington. Amerika sei kein gebrochenes Land, es sei ein unvollendetes Land. Soviel nationales Pathos sprechen wir nicht einmal in unseren Träumen aus. Wir Einwohner eines Landes, das tatsächlich gebrochen ist. Aber nicht nur deswegen schauen wir gebannt zu. Ein Konsens, der tiefer gründet Wir schauen zu, weil uns die Lebenseinstellung dahinter fremd und abenteuerlich erscheint. Die Rituale der Vereinigten Staaten von Amerika sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Konsens, der tiefer gründet als unser Grundgesetz. Ein Enfant Terrible vom Schlag eines Donald Trump im Weißen Haus, der diese Traditionen nicht respektiert, kann die amerikanische Demokratie leicht erschüttern. Zumal die US-Verfassung auch extreme Auslegungen erlaubt. Ganz anders unser Grundgesetz, das unsere demokratischen Institutionen schützt und für Interpretationen wenig Raum lässt. Daraus entstehen Demokratien unterschiedlichen Charakters: Hier die durch Institutionen geschützte Demokratie. Nennen wir sie eine defensive Demokratie. Dort die Demokratie der Traditionen, der Rituale, der großen Worte, die im Wesentlichen vom Engagement der handelnden Personen lebt. Eine sehr viel offensivere Demokratie. Kommen wir zurück zur Poetin und Aktivistin Amanda Gorman: Was ist das eigentlich eine Aktivistin? Zu welcher Partei gehört die? An welchen Verein richtete sie ihre Mitgliedsgebühren? Welche Institution verleiht ihr ihre Bühne? In Deutschland handeln Amtsträger und Institutionen. Amerika zelebriert das Handeln des Einzelnen. "Wir alle brauchen den Mut, das Licht zu sehen und den Mut, es zu sein." Keinem deutschen Poeten und Aktivisten wären diese Worte aus der Tastatur geflossen. Unsere Demokratie ist Angelegenheit der Profis. In den USA bekommen auch Schauspieler (Reagan) und Reality-Soap-Stars eine Chance. "Change" ist kein Ausnahmefall Diese Unterschiede unserer Einstellung zur Gesellschaft haben Folgen für die Wahl unseres Führungspersonals. Ich habe die Wahlkämpfe von acht US-Präsidenten bewusst miterlebt. JEDER einzelne "President to be"trat mit einer gesellschaftlichen Vision an. Auch Ronald Reagan. Auch Donald Trump. Das Beschwören eines "Change" ist kein Ausnahmefall in US-Wahlkämpfen. Es ist der Normalfall. Es ist Pflicht für amerikanische Präsidenten. Die amerikanische Demokratie gibt dem Präsidenten die Mittel an die Hand, einen "Change" zu bewirken. In Deutschland hatten wir in 50 Jahren genau zwei Bundeskanzler, die mit einer Vision von gesellschaftlichem Wandel ins Amt gelangten: Willy Brandt ("Mehr Demokratie wagen") und Helmut Kohl ("Die geistig moralische Wende"). Unsere Regierungschefs stehen nicht direkt zur Wahl. Sie winden sich durch mächtige Parteiapparate, die Ecken und Kanten abschleifen. Und am Ende küren die Parteien (sic!) den neuen Verwaltungschef oder die neue Verwaltungschefin unserer Bundesrepublik. Wir fürchten den Wandel und sind heimlich fasziniert Der Kanzler oder die Kanzlerin hat eine zentrale Aufgabe: Jedweden Wandel sozialverträglich abfedern! Der Wähler verlangt das. In einem der reichsten Länder der Welt, gebettet in eines der besten Sozialsysteme der Welt fürchtet er die Unwägbarkeiten einer ungewissen Zukunft. Vergessen wir nicht: Helmut Kohl war der erste Bundeskanzler der abgewählt worden ist. Und Angela Merkel würde vermutlich auch 2020 wiedergewählt, stünde sie für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Wir scheuen den Wandel. Am Inauguration Day sitzen wir dennoch vor der Glotze und sind fasziniert. Denn im Grunde wissen wir, dass wir Wandel und Fortschritt brauchen. Und wir blicken neidvoll auf die pompösen Rituale, in denen die Amerikaner ihr Vertrauen in die Hände eines einzigen Mannes oder einer einzigen Frau legen. Diese Rituale singen das Hohelied auf die Fähigkeit des Einzelnen, die Zukunft erfolgreich zu gestalten. In einem Winkel unserer Seele, wünschten auch wir uns den Mut, Licht zu sehen und es in die Welt zu tragen. Wenn neu gewählte US-Präsidenten davon sprechen, Amerika inspiriere die Welt, meinen sie vielleicht genau das. ### CDU: Mit Laschet weiter so Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender. Er gilt als Garant für die Fortsetzung des politischen Kurses von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU hat klug gewählt, denn es fehlt an Alternativen. Mit der Rückkehr zu konservativen Werten hatte Friedrich Merz um die Stimmen des CDU-Parteitages geworben, der am 15. und 16. Januar 2021 online stattgefunden hat. Als Gegenpol hatte sich Norbert Röttgen positioniert, mit seiner Forderung nach einer modernen, jüngeren und weiblicheren CDU. der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet warb ohne markige Slogans und konkretes Programm für sich. Schon im Vorfeld galt Laschet als Garant für eine Fortsetzung des politischen Kurses von Bundeskanzlerin und Ex-CDU-Chefin Angela Merkel. Volsparteien undefinierbar Genau diesen Kurs kann man je nach Standpunkt als pragmatisch loben oder als opportunistisch kritisieren. Unter der ewigen Kanzlerin hat sich die CDU stets nach dem politischen Gegner ausgerichtet. Die Kanzlerin macht sich Themen anderer Parteien zueigen, besetzt sie und nimmt dem Gegner damit die Möglichkeit, mit dem Thema eigene Anhänger zu gewinnen. Asymmetrische Demobilisierung heißt das in der Politikwissenschaft. Weil die Volksparteien der Mitte dadurch undefinierbar werden, nehmen die Auseinandersetzungen an den Rändern des politschen Spektrums zu. Asymmetrische Demobilisierung schon unter Schröder Die Kanzlerin gilt als Rollenmodell für diese Strategie. Atomausstieg, Klimaschutz, Mindestlohn: Diese und viele andere Themen hat die Merkel-CDU den Grünen und der SPD abgenommen. Der FDP hat sie die Abschaffung der Wehrpflicht abgejagt. Dabei übersieht man, dass bereits Gerhard Schröder (Bundeskanzler von 1998 bis 2005) diese Strategie verfolgt hat. Innenpolitisch knöpfte Schröder mit einem knallharten Law-and-Order-Kurs der CDU ausgerechnet eines ihrer Kernthemen ab. Mit einer Deregulierung der Finanzmärkte und dem Umsteuern zur privaten Altersvorsorge eignete sich die Schröder-SPD klassischen Themen der FDP an. Nächste GroKo zeichnet sich ab Wenn aber Wahlen in der Mitte gewonnen werden, dann gibt es zu dieser Strategie kaum eine Alternative. Sicher würde ein CDU-Chef Friedrich Merz die Unterschiede zu Sozialdemokraten und Grünen stärker betonen. Sein Ziel: Stimmen im konservativen Lager von der AfD zurückgewinnen. Auch hier lohnt sich ein Blick auf das Vorbild der SPD. Die Sozialdemokraten versuchen seit 15 Jahren, sich von der Agendapolitik der Schröderjahre zu trennen. Rückblickend hat die SPD jedoch kaum Stimmen aus ihrem traditionellen Milieu zurückgewonnen, etwa von der Linkspartei. Wir dürfen bezweifeln, dass die CDU in so großem Umfang Stimmen aus der AfD zurückzugewinnen kann, um den Stimmverlust in der Mitte an SPD und Grüne auszugleichen. Wer sich mehr Diskussionen, mehr politische Unterschiede zwischen den Parteien der Mitte wünscht, darf die Wahl Armin Laschets als schlechtes Omen einordnen. Zumal sich als nächste Regierungskoalition wieder eine große Koalition abzeichnet, eine aus CDU und Grünen. ### CD-Tipp: Paul Anka erklimmt den Wonderwall Rock Swings, behauptet Paul Anka auf diesem Album Rockklassiker im Swingsound? Reicht es nicht, dass die Songs unserer Jugend immer wieder von geschäftstüchtigen Geigern (David Garrett) oder grölenden Männerchören (Santiano) durch die Mangel gedreht werden? Mir nicht. Deshalb ist "Rock Swings" von Paul Anka ein weiterer Tipp von mir für die Quarantäne, den Lockdown oder die einsame Insel. Der Name Paul Anka steht beim einen für die Vorhölle der Schnulzenheinis, nur einen Schritt vor Barry Manilow - oder einen dahinter. Für den anderen zählt Paul Anka zu den letzten großen Croonern, die die Fackel der großen Swing Orchester tragen. Wenn er und Tony Bennett einst dahingeschieden sind, geht ein Stück Musikgeschichte zuende. Über das Gesamtwerk von Paul Anka haben sicher beide Ansichten ihre Berechtigung. Für "Rock Swings" von 2005 sollten wir uns allerdings auf letztere Sichtweise verständigen können. Von VGA zum 4K-Erlebnis "Rock Swings" von 2005 hat das Zeug, die einen zu überzeugen und die anderen zum Schwärmen zu bringen. Ja, hier tragen ausgetüftelte Bigband-Arrangements eine große Stimme, deren Besitzer 2005 schon das Renteneintrittsalter erreicht hatte. Nichts anderes sollte man von einer Aufnahme erwarten, die den Namen Paul Ankas trägt. Nicht alle Stücke sind gelungen, aber keins davon schmachtet der Meister lieblos dahin. Die Arrangements ergründen die Stimmung eines Songs und übersetzen quasi auf die große Leinwand in 4K, was vorher ein Indepententfilm im VGA-Format war. "Wonderwall" von Oasis, schon im Original eine Hymne mit Bombastpotential, wächst mit opulenten Bläsern und Streichern zur Chinesischen Mauer aus Klang. Van Halens Aufforderung "Jump" zündet im Bigband Sound die Nachbrenner und bekommt gleichzeitig jene Portion Lässigkeit, die man nur im Swing findet. "It's a Sin" von den Pet Shop Boys gewinnt im Latinjazz-Modus eine Nachdenklichkeit und Dramatik, die dem Song im simplen Synthiepopgewand fehlt, zum Inhalt aber perfekt passt. Den Pet Shop Boys würde es gefallen. Natürlich eignen sich Songs wie "True" von Spandau Ballet, "Hello" von Lionel Richie oder "It's My Life" von Bon Jovi als Swingnummern. Sie teilen mit dem Jazz die harmonischen Wurzeln im Blues. Am Grunge haben sich Ankas Arrangeure allerdings die Zähne ausgebissen. Soundgardens "Black Hole Sun" und Nirvanas "Smells Like Teen Spirit" klingen bemüht, unentschlossen und irgendwie ratlos. Im zeugnisdeutsche: Sie waren stets bemüht. Und das Ergebnis ist zumindest interessant. Beweis erbracht: Rock Swings! Einige Arrangements gewinnen den Songs tatsächlich mehr ab als das Original vermuten lässt. Hier wäre auch "Eye of the Tiger" zu nennen. Andere Songs zeigen im neuen Gewand, dass sie aus den Trompeten einer Bigband genauso gut klingen wie aus den Seiten einer E-Gitarre oder dem Pupsen eines Synthesizers. Nur wenige Songs beweisen auf Rock Swings, dass man sie nicht covern darf. Man sollte sie hören, wie ihre Schöpfer sie uns hinterlassen haben. Zum Abschluss noch ein Angebot zur Versöhnung an alle Freunde von geschäftstüchtigen Geigern und grölenden Männerchören. Ich habe natürlich gar keine Ahnung, wie ihr die Coversongs eurer Lieblinge bewertet, denn letztlich ist das alles Geschmacksfrage. ### CD-Tipp: Blue Tango - Symphonic Pops by Leroy Anderson 56 Minuten Musikspaß für den Lockdown Das Kölner Rundfunkorchester unter Pinchas Steinberg hat 1989 eine musikalische Rundreise durch die größten Erfolge von Leroy Anderson (1908 - 1975) unternommen. Eine hervorragende Einspielung der Werke eines Komponisten, der sein Leben lang nur eines im Herzen trug: den Spaß an der Musik. Immer wenn Musik von Leroy Anderson erklingt, meint man zu hören, welchen Spaß, der Amerikaner beim Komponieren gehabt haben muss und welchen Spaß die Musiker beim Spielen dieser Musik hatten. Viele dieser musikalischen Miniaturen von wenigen Minuten Länge waren Hits in ihrer Zeit. Etwa das Titelstück der CD, "Blue Tango", Andersons erster Millionseller. Den "Typewriter", in dem der Komponist das Orchester zum Tackern einer Schreibmaschine spielen lässt, machte der Komiker Jerry Lewis in seinem Kinohit "Der Ladenhüter" ("Who’s minding the store?" – USA 1963) zum Welterfolg. Genießen wir diese Szene noch einmal, bevor wir fortfahren: https://youtu.be/uaPKEbVypRQ Mit "Sleigh Ride" schuf Leroy Anderson sogar einen unsterblichen Klassiker, eine DER Weihnachtsmusiken schlechthin. Leicht, spielerisch, atmosphärisch und sofort eingängig. Doch auch hier arbeitet Anderson mit ungewöhnlichen Ideen, vor allem beim Schlagwerk. Was wäre eine Schlittenfahrt ohne die kitschigen Glöckchen? Das muss sich ein komponist erstmal trauen. Zwischendurch lässt Anderson Pferdehufe auf Wood Blocks erklingen oder eine Peitsche knallen. Die eingängigen kurzen Melodien fordern den Musikern dennoch einige Kunststückchen ab. So lässt Anderson im rasend schnellen "Burglar's Holiday" die Trompeten Sechzehntelnoten im Stakkato spielen. Keine kleine Sache. Leroy Anderson hat das Orchester geliebt und für Orchestermusiker komponiert. Und dieser Spaß überträgt sich auf den Zuhörer. Das dürfte für alle Einspielungen gelten, besonders aber für die Aufnahme des Kölner Rundfunkorchesters unter der Leitung von Pinchas Steinberg. Ich besitze drei Aufnahmen mit mehr oder weniger deckungsgleichem Inhalt. Die Aufnahme des Kölner Rundfunkorchesters versprüht einfach dieses Quentchen mehr Spielfreude, mehr Leichtigkeit. Noch nie habe ich die Rösser im "Sleigh Ride" ihren Schlitten leichtfüßiger durch den Schnee ziehen lassen. "Typewriter", "Sandpaper Ballet", "Jazz Pizzicato": Aus jeder Note erklingt Lebensfreude. 56 Minuten purer Musikspaß. Besonders gut ist dem Orchester "The Waltzing Cat" gelungen, die Walzer tanzende Katze. Wo andere Orchester im Niedlichen verweilen, entfachen die Kölner ein tierisches Gewusel, ein akustisches Feuerwerk. Und zum Schluss kommt die Überraschung. Das elegische "The Golden Year" musiziert das Orchester mit genau der richtigen Prise Melancholie. Leroy Andersons Musik sollte in keiner Musiksammlung fehlen. Sie malt ein Lächeln in den grauesten Himmel - selbst im gegenwärtigen Corona-Lockdown. "Blue Tango - Symphonic Pops by Leroy Anderson" ist genau die richtige Einstiegsdroge. ### TWD: World Beyond - Eine Warnung "The Walking Dead: World Beyond" schläfert sogar Zombies ein "Wir müssen reden", sagt Felix (Nico Tortorella) zu Tony (Scott Adsit) in der 6. Folge von "The Walking Dead: World Beyond". Nein! Müssen wir nicht! Ihr habt in dieser Folge überhaupt noch nichts anderes getan! Panisch greife ich zur Fernbedienung und entfliehe Amazon Prime. Eigentlich quatscht man hier nur. Spätestens seit der vierten Folge steckt der ganze Cast in einer Gesprächsschleife fest. Eigentlich wollen die ProtagonistInnen aus Nebraska kommend das ferne New York City erreichen - quer durch das Nordamerika der Zombieapokalypse. Doch beginnen wir am Anfang: Wir schreiben das Jahr Zehn nach Beginn der Zombieapokalypse, die wir ja schon aus der Hauptserie "The Walking Dead" kennen. Die beiden Schwestern Iris (Aliyah Royale) und Hope (Alexa Mansour) leben auf dem schwer bewachten und befestigten Campus der University of Nebraska. Iris eine Streberin, Hope eine Revoluzzerin. Die Mutter ist dem Weltuntergang zum Opfer gefallen, der Vater arbeitet in NYC für die mysteriöse Civic Republic Military (CRM), der wir ebenfalls schon in "The Walking Dead" begegnet sind (Staffel 8). Die Campus-Gemeinschaft arbeitet mit der CRM zusammen bzw. für sie. Eines Tages schickt Papa heimlich ein Fax an die Töchter, das diese als Hilferuf interpretieren. Gemeinsam mit ihren High School-Freunden Silas (Hal Cumpston) und Elton (Nicolas Cantu) - beide absolute Nerds - fliehen Iris und Hope aus der befestigten Anlage, um ihrem Vater im fernen New York zur Hilfe zu eilen. Die beiden Campus Securities Felix und Huck (Annet Mahendru) verfolgen die vier Teenies, um sie heil wieder zurückzubringen. Währenddessen macht die CRM den Campus platt, weil sie von dem Hilferuf des Vaters erfahren haben. Klassenfahrt durch die Zombieapokalypse "TWD: World Beyond" bereitet die Bühne für eine spannende Reise durch die dystopische Welt nach der Zombieapokalypse. Doch die Serie ist viel zu sehr um ihre glatte Disney-Atmosphäre bemüht, um auch nur den kleinsten Funken von Spannung aufkommen zu lassen. Eine Horrorserie ist "TWD: World Beyond" also schonmal nicht. Was hätte die Serie noch sein können? Amazon verspricht eine spannende Coming-of-age-Geschichte vor dem Hintergrund der Zombieapokalypse? Wenn wir nur fünf Minuten "Stranger Things" schauen, wissen wir, dass dieser Ansatz gründlich in die Hose gegangen ist. "TWD: World Beyond" reicht nicht einmal an "Das fliegende Klassenzimmer" heran. Da wandern vier Halbwüchsige unter der Führung ihres Vertrauenslehrers durch die Pampa, in der selbst die Zombies offenbar eingenickt sind. Zwischendurch tauschen die Teilnehmenden dieser öden Klassenfahrt Plattheiten aus. Gesäuselte süßliche Klavierakkorde signalisieren, dass hier jetzt Tiefgründiges gesagt wird. Doch die Dialoge in "TWD: World Beyond" sind so tief wie eine Pfütze und so zäh wie Altöl. Wenn schon keine Spannung, dann vielleicht wenigstens gute Trash Unterhaltung á la "Z Nation"? Leider auch nicht. Kein Humor, kein Tempo, keine Action. Amazon Prime: Disney Channel für Zombiefans Mit "TWD: World Beyond" setzt Amazon zum zweiten Mal ein Spin-off von "The Walking Dead" in den Sand. Mit "Fear the Walking Dead" verfrachtete Amazon Prime "Die schweizer Familie Robinson" in die Zombieapokalypse. Mit "TWD: World Beyond" versuchte man ein Coming-of-age im Zombieland. Wer gute Coming-of-age-Geschichten wie "Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers", "Stranger Things" oder "Es" liebt, kann sich nur fremdschämen. Unterhaltung braucht natürlich keine große Kunst. Aber an gute Kinderunterhaltung wie "TKKG" oder "Fünf Freunde" reicht "TWD: World Beyond" leider auch nicht heran. Die Serie ist so öde wie die Umgebung, in der sie spielt - wenn sie sich auf die Zehenspitzen stellt. Amazon Prime baut mit dieser Serie weiter seinen Ruf als Disney-Channel für Zombiefans aus. Showrunner sind übrigens die "The Walking Dead"-Macher Scott M. Gimple und Matthew Negrete. War deren erstes Zombie-Epos eigentlich nur ein Glücksfall, oder haben die was gegen Amazon Prime? Nun zur guten Nachricht: Die Produktionsfirma AMC hat bereits angekündigt, dass "The Walking Dead: World Beyond" nur aus zwei Staffeln á zehn Folgen bestehen wird. Das kann man überleben. ### HiFi-Klassiker: Audio-Technica AT95E vs. VM95E Der Klassiker ist tot, lang lebe der Klassiker 38 Jahre lang hat Audio-Technica mit seinem giftgrünen AT95E die HiFi-Szene geprägt und im Streit entzweit. Und das mit einem Tonabnehmer für 50 Euro - oder damals: 50 D-Mark. Die einen fanden in dem preisgünstigen Audio-Technica-System den Einstieg in die Zauberwelt des analogen Musikgenusses, die anderen geißelten die ihrer Ansicht nach zu scharfen Höhen oder die etwas zu prominenten Bässe. Des Pophörers Droge war des Klassikhörers Gift. In der Tat besaß das AT95E eine Art eingebaute Loudness Funktion. Und an zu scharfen Höhen durfte man sich bei Popscheiben in den 1980er Jahren ohnehin nicht beschweren. Audio Technica AT95E, Foto: Wolff von Rechenberg Der Zeitgeschmack forderte hier eine scharfe Gangart. Der etwas überbetonte aber dennoch zackige Bass verhalf den tonal etwas magersüchtigen Platten von ABC, Yazoo oder Tears for Fears wenigstens zu etwas Substanz. Das AT95 fühlte sich am wohlsten bei einem Auflagegewicht von 2 Gramm. Das ist nicht zuviel für die Platte, hält den Tonabnehmer aber auch bei leichten Wellen in der Spur. Viele Plattenspielerhersteller rüsteten ihre Einsteigermodelle von vornherein mit einem AT95E aus. Mehr noch: Die Edelschmiede Linn in Schottland ließ auf der Basis des AT95E seine Tonabnehmer Linn K5 und K9 fertigen. Und das mit gutem Grund. In diesem günstigen Tonabnehmer mit seiner einfachen elliptischen Nadel schlummerte ein geheimes Potenzial, das zu heben allerdings einen hochwertigen Phonoeingang erforderte. Das AT95E wuchs mit der nachgelagerten Elektronik Moving Magnet (MM) Tonabnehmer von Audio-Technica verlangen nach einer Abschlusskapazität von 100 bis 200 Picofarad (pF). Nur wenige Vollverstärker boten früher derart niederkapazitive Phonoeingänge - der Camtech V100/V101 hatte einen Phonoeingang mit 50 pF, und einige Verstärker von NAD und Proton ließen sich ebenfalls soweit herunterregeln. Heute sind die Phonoeingänge in Vollverstärkern in der Regel so schlecht, dass man kurioserweise das volle Potenzial eines AT95E nur mit höherwertigen externen Phonovorstufen ergründen kann. Doch in genau diesem Punkt stach das AT95E aus der Produktpalette von Audio-Technica heraus. Während schon das nächstteurere Modell AT110E sehr launisch auf zu hohe Kapazitäten reagieren konnte, bewahrte das AT95 seinen Klangcharakter an fast jedem Phonoeingang. Es machte einfach Spaß. Mit perfekt angepasster Kapazität verliert das AT95E jedoch seine oft bemängelte Steife und Rauhigkeit. Es klang, fein aufgelöst, luftig und dennoch in sich geschlossen. Letzteres hat mich bis zuletzt am AT95E fasziniert. Ja, Spitzentonabnehmer kratzten mit ihrer feinen Nadel viel mehr Informationen aus der Rille. Ein Top-MM von Audio-Technica nervte mich am Ende, weil es die überbordende Fülle der Klangereignisse nicht in ein geschlossenes Klangbild integrieren konnte. Ich fühlte mich als Hörer oft mit Ploings, Blings und Zings achtlos beworfen. Nachfolge: AT95E im Vergleich zum VM95E Audio Technica AT VM95, Foto: Wolff von Rechenberg Kommen wir nun zum Nachfolger unseres Klassikers, zum AT VM95E. Was Audio-Technica an dem neuen, ebenfalls giftgrünen Tonabnehmer verändert hat, soll uns als einfache Musikhörer nicht beschäftigen. Den Einbau hat Audio-Technica erleichtert, indem man die Gewindehülsen für die Monatageschrauben ins Gehäuse einließ. Das erspart das Hantieren mit winzigen Muttern. Gleichzeitig hat der Hersteller den Einbau erschwert, weil das VM95 vorn keine gerade Kante besitzt. 2019 ersetzte das VM95E seinen berühmten Vorgänger. Wir können es kurz machen: Auflage, Kapazität, Ausgangspegel, nichts hat sich merklich verändert. Alles, was das AT klanglich konnte, macht das VM einen Hauch besser. Das VM95 wird weiterhin jeden Pop- und Rockhörer begeistern. Aber jetzt sollten auch Jazz- und Klassikhörer ein Ohr riskieren. Der Bass besitzt etwas mehr Kontrolle, die Höhen klingen feiner. An einem guten Phonovorverstärker - in meinem Fall einem Acoustic Signature Tango -, eingestellt auf 50 pF bringt das VM95 sehr viel besser den Raum zum Klingen. Die Percussioninstrumente auf Sades "Diamond Life" klingen besser differenziert. Gleichzeitig hat der Bass mehr Textur. Glenn Goulds Flügel in den Goldberg Variationen von Johann-Sebastian Bach aus dem Jahr 1982 kommt dem Klang eines realen Instruments nun eine Idee näher. Das VM95E bewältigt die Anschläge des Instruments sehr viel besser als sein Vorgänger. Fassen wir zusammen: Wir sprechen hier von Unterschieden, für die 99 Prozent der Musikhörer keinen Euro mehr ausgeben würden. Brauchen sie auch nicht, das VM95E kostet weiterhin nur 50 Euro. Und 99 Prozent der Besitzer eines highendigen Phonovorverstärkers würden Tonabnehmer dieser Preisklasse ohnehin keines Blickes würdigen. Ein Fehler, denn das VM95E ist ein klares Upgrade des AT95E. ### Linux Mint: Google Drive integrieren [Aktualisiert: 15.07.2025] GoogleDrive als Ordner auf dem Linux-PC? Dateien einfach per Drag and Drop darin ablegen ? Mit Linux Mint kein Problem. Ich habe mich mit dem Tool "gnome-control-center" näher befasst und damit mein Google Drive auf dem Desktop meines PC integriert. Die folgende Anleitung habe ich 2025 mit Mint Mate getestet. Sie sollte auch für Mint Cinnamon funktionieren. Das Gnome-Control-Center müsste auch in anderen Ditributionen verfügbar sein. Insofern gilt dieses Howto auch für andere Desktop Linux Distributionen. Einfach ausprobieren. Auf geht's. Google Drive auf Linux: Was steht zur Auswahl? Wer sich nicht mit Arbeiten am System herumschlagen möchte, kann das Problem mit kostenpflichtiger Software lösen. Aufgefallen sind mir hierfür Expandrive und Insync. Beide Tools lassen sich für einen Testzeitraum kostenfrei nutzen. Die Linux-Bibel Österreich hat 2019 eine - fast - vollständige Liste der verfügbaren Client-Programme für Linux zusammengestellt. Da für mich kommerzielle Lösungen nicht interessant waren, kamen für mich folgende Wege in Frage: Das Gnome Control Center: Ich habe das auf einem Rechner mit Cinnamon Desktop ausprobiert. Über "Einstellungen => Online Accounts" ließ sich Goolge Drive schnell integrieren. Ein Klick auf die Google-Adresse im Dateimanager, und Mint zeigt den Inhalt von Google in einem lokalen Ordner an. Dieser Ordner wird mit Herunterfahren des PC gelöscht. Ein permanenter Ordner entsteht dadurch nicht. Genau das wollte ich aber eigentlich erreichen. Dennoch bietet das Gnome Control Center einen einfachen Weg, lokal auf Dateien in Google Drive zuzugreifen. Open Drive: Open Drive (ODrive) befindet sich in den Paketquellen und ist schnell installiert. Einmal gestartet, verbindet das Programm direkt zu Google. Dort wird es als nicht vertrauenswürdig abgelehnt. Vergessen wir das. Ocamlfuse: Hier handelt es sich um ein Programm, das nicht in den offiziellen Paketquellen verfügbar ist. Ich meide Fremdquellen. rclone: Das Paket ist schnell über die Paketverwaltung installiert. Allerdings lässt sich die Konfiguration nur per Kommendozeile vornehmen. Zudem bleibt die Verbindung nach einem Neustart nicht stabil. Google Drive in Linux mit Gnome-Control-Center einbinden Meine Wahl und Empfehlung ist das Google-Control-Center. Das geht sehr einfach - wenn auch nicht ganz ohne Terminal. Zunächst müssen wir das Paket installieren. Das geht entweder über diePaketverwaltung Ihrer Wahl oder mit einem Kommendozeilenbefehlt: sudo apt install gnome-control-center Auch der Start des Control-Centers erfolgt per Kommandozeilenbefehl: gnome-control-center In dem Fenster, das sich nun öffnet, finden wir auf Anhieb die Onlinekonten. Das Gnome-Control-Center ermöglicht nicht nur das Einbinden von GoogleDrive in Linux, sondern auch von Microsoft OneDrive und anderen Onlinediensten. Im Folgenden erkundigt sich Google bei der Anmeldung nach Mailadresse und Passort. Wichtig: Google rückversichert sich der Berechtigung für den Zugriff von Gnome durch Nachricht auf das Smartphone. Das sollte also stets in Griffweite liegen. Am Ende erscheint GoogleDrive in Linux als Laufwerk in der Seitenleiste des Dateimanagers. ### Alan Parsons Project - Sound der Nerds Corona, Kurzarbeit und Herbst: Da ist endlich mal Zeit, um in alten Platten und Erinnerungen zu stöbern. Was ich dabei finde, will ich hier teilen. #Wiedergehört. Viel Spaß beim Neu- und Wiederhören. In den Schulen der späten 1970er Jahre versuchte jeder Junge wie John Travolta auszusehen, und jedes Mädchen himmelte Smokie oder die Bay City Rollers an. Aber niemand himmelte "Alan Parsons Project" an. Und niemand versuchte auszusehen, wie Alan Parsons. Kein Wunder. Der öffentlichkeitsscheue Soundtüftler, der dem Project den Namen gab, trat niemals in TV-Shows wie Disco auf. Es ging im Alan Parsons Project nicht um Äußerlichkeiten. Genau das qualifizierte die Formation als Ikone der Nerds, zu denen auch ich damals zählte. Alan Parsons Project unterlief das Primat des Äußeren, unter dem auch wir damals litten. Das war etwas Rebellisches. Aber: Ohne rebellisch zu sein. Musikalisch war das Projekt 1976 auf "Tales of Mysteery and Imagination" mit dramatischer Geste gestartet. Legendär das großorchestrale Finale des Albums, "The Fall of the House of Usher". In den folgenden Jahren und Alben steuerte das Projekt durch immer seichtere Gewässer. Was blieb, war die perfekte Produktion. Da hatte Alan Parsons einen Ruf zu verlieren. Immerhin hatte er für Pink Floyd die Alben "Atom Heart Mother" und "The Dark Side of the Moon" oder für Jon Miles den Bombast-Hit "Music" gemischt. Das hatte ihm mehr Kritikerlob eingebracht als es seinerzeit für Tontechniker üblich war. Und auch in dieser Detailversessenheit steckte stets etwas Nerdiges. 1980 auf dem Album "The Turn of a Friendly Card" war Alan Parsons Project nur noch ganz nett. Auch thematisch nahm man es nicht mehr so genau. Die Themen Glücksspiel respektive Glück und Verlust wirken auf "The Turn of a Friendly Card" als lockere Klammer, um den Erwartungen des Publikums mit einem Konzeptalbum zu genügen. Heute liegt genau dieses Album öfter auf meinem Plattenteller als etwa das ambitionierte, aber auch etwas anstrengende "Tales of Mystery and Imagination. Eric Parsons und Eric Woolfson, die Köpfe hinter dem Projekt, hatten auf diesem Album ihre Experimente mit blubbernden Synthesizern endlich beerdigt. 1980 haftete dem Einsatz eines Synthis nichts Innovatives mehr an. "The Gold Bug" klingt wie ein Nachhall jenerExperimente. Insgesamt ist "The Turn of a Friendly Card" ein musikalisch abwechslungsreiches Album, das nie anstrengend oder angestrengt daherkommt. Und schließlich debütiert Songschreiber Eric Woolfson in der Ballade "Time" als Sänger. Und dieses schwülstige Stück Musik muss man gehört haben.   ### Lovely Laura "Baker Street" Die britische Sängerin und Saxophonistin Lovely Laura hat "Baker Street" von Gerry Rafferty, den melancholischen Klassiker schlechthin, in einen intimen Jazzsong verwandelt. Zerbrechlich und wunderschön. https://youtu.be/zNBt07LexHE ### Jetzt auch in Englisch Die einzige echte Sprache der Welt hat einen festen Platz in meinem Leben, fast mein ganzes Leben lang. Wenn ich Informationen suche, schicke ich die Suchmaschine meines Vertrauens nicht selten von vornherein mit der englischen Übersetzung meiner Frage auf die Pirsch. Auf die meisten Fragen gibt es mehr englische als deutsche Antworten. Und - wichtiger - wir leben auf einer isolierten Informationsinsel, wenn wir uns mit Antworten auf Deutsch begnügen, liebe Landsleute. Der D-A-CH-Insel. Aber vielleicht interessiert sich ja auch jemand ausserhalb unserer kleinen Welt für die Dinge hier. Darüber will ich in einem neuen Blog schreiben: Letters From Germany läuft auf der Subdomain (Unterdomäne) en.wolffvonrechenberg.de. ### Tipp: Synje Norland, Over It MDR Kultur beschallt derzeit mein Home Office. Immer wieder lerne ich durch diesen Sender fantastische neue Musik kennen. Die Hamburger Sängerin Synje Norland zählt dazu. Auf ihrem zweiten Album "To The Other Side" findet sich das Songjuwel "Over It". Viel Spaß. ### Corona: Pro und Contra Shutdown "Der Söder macht das richtig", höre ich oft in meinem Umfeld. Gemeint ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Jetzt alles herunterfahren, damit sich niemand mehr ansteckt. Aber warum folgen nicht alle Bundesländer dem Beispiel Bayerns? Die Redaktion des Wissenschaftsmagazins Quarks erklärt in einem Beitrag, warum ein Shutdown das Problem nur verschiebt, es aber nicht löst. Auf den Punkt gebracht, spricht für den Shutdown: Durch die sehr niedrigen Ansteckungsraten bleibt das Gesundheitssystem stabil bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Wenn alle Bundesländer und auch alle anderen Nationen dem Beispiel folgen würden, könnte das Virus augetrocknet werden. Gegen den Shutdown spricht: Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Ein Shutdown wäre also keine langfristige Lösung. Bis aber ein Impfstoff zur Verfügung steht, werden voraussichtlich mindestens zwölf Monate vergehen. Solange müsste man den Shutdown aufrechterhalten. Wird der Shutdown aufgehoben, bevor ein Impfstoff zur Verfügung steht, käme es lediglich mit Zeitverzug zur befürchteten unkontrollierten Ansteckungswelle. Aus diesem Grund haben sich die Bundesregierung und die meisten Bundesländer gegen eine Ausgangssperre entschieden. Sie versuchen, zu einer Lösung zu gelangen, mit der die Ansteckungszahlen niedrig bleiben, die aber ein Mindestmaß an sozialem Leben ermöglicht, in dem wir uns dauerhaft einrichten können. Denn die Bekämpfung von Corona ist kein Sprint, sondern ein Marathon. ### Corona: Vollbremsung in Deutschland? Knapp 20.000 Infizierte, mehr als 50 Tote: Das ist Deutschlands Corona-Bilanz nach Angaben der Johns Hopkins Universität, deren Corona-Statistik derzeit als Goldstandard gilt. Virologen raten zu sozialer Distanz, und die Politik hat reagiert. Geschäfte und Büros bleiben geschlossen, wer kann, arbeitet von Zuhause. Das riet auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer ihrer seltenen TV-Ansprachen an die Deutschen. Doch viel zu viele Bundesbürger ignorieren die Ratschläge der Mediziner und die Appelle aus der Politik. Deshalb wird wohl auch Deutschland in absehbarer Zeit auf die Bremse treten, wie zuvor Italien, Spanien und Frankreich. Einige Bundesländer, darunter Bayern, reagieren bereits mit Ausgangssperren. #ThePowerOfSocialDistancing @lawarshaw @SignerLab pic.twitter.com/5rAcdW5ULF — Gary Warshaw (@GaryWarshaw) March 18, 2020 Warum das geschieht, erklärte kürzlich der Virologe Christian Drosten in einem seiner Interviews: 70 Prozent der Einwohner eines Landes müssten infiziert sein, damit man von Immunität gegen das Coronavirus sprechen kann. In Deutschland wären das mehr als 60 Millionen Menschen. In diesem Verlauf müsse man mit mehr als 8 Millionen ernsten Krankheitsverläufen rechnen, die Intensivpflege benötigen, erklärt Drosten, dessen Podcast zum Virus für Millionen Deutsche derzeit die wichtigste Informationsquelle darstellt. Gelangen diese Millionen ernsthaft Erkrankten im Verlauf zweier Jahre in die Intensivstationen, kann das deutsche Gesundheitssystem dies problemlos bewältigen. Erkranken 8 Millionen Bundesbürger innerhalb nur eines Jahres, besteht Grund zur Sorge. Es geht bei allem staatlichen Handeln darum, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Mediziner fürchten nun, dass genau dies nicht in ausreichendem Maß gelingt. So warnt der Präsident des renommierten Robert Koch-Instituts, Lothar H. Wieler, er habe vor Wochen die Kliniken zum Aufbau von Intensivpflege Kapazitäten aufgefordert. Nun erwarte er, dass diese Kapazitäten vorhanden seien. Eine Überlastung der Kliniken wie in Italien will Deutschland unter allen Umständen verhindern. Allgemein ist das Vertrauen groß, dass dies gelingt: „Wir sind nicht Italien“, hört man häufig auf der Straße. Ist das so? In Brandenburg schlagen Ärzte Alarm, weil Atemmasken und Schutzkleidung fehlen. Außerdem dauern die Tests auf das Virus mit sechs Tagen sehr lang. ### Bode Museum, Berlin Einige Schnappschüsse von meinem Besuch im Bode Museum in Berlin am 9. Februar 2020. Fotografiert mit Olympus E-420. ### Last Train for Lyle Mays Lyle Mays ist tot. Der Jazz Pianist und Keyboarder starb gestern, am 10. Februar 2020, im Alter von 66 Jahren in Los Angeles. Bekannt wurde der introvertierte Musiker als kongenialer Partner des Gitarristen Pat Metheny in dessen Band. In der Pat Metheny Group bildeten Lyle Mays ruhige Piano- und Keyboard-Akkorde die Landschaft für Methenys Höhenflüge und Klangreisen. Dabei war es immer wieder ebendiese unverwechselbare Keyboardbegleitung, die Dramatik forcierte oder den Hörer in die sanfte Fläche hinabgleiten ließ. Ich möchte mich mit einem der schönsten Stücke der Pat Metheny Group von Lyle Mays verabschieden: Last Train Home - das erscheint mir angemessen als Abschied von einem Musiker, dessen Töne sowieso nie von dieser Welt zu kommen schienen, die eigentlich schon immer aus himmlischen Sphären zu uns herabzuschweben schienen. ### Der FC Bayern und die kognitive Verzerrung Im Pokalfinale gegen RB Leipzig zeigte der FC Bayern seine stärkste Saisonleistung. Auf die Entscheidung, ob Niko Kovac Trainer bleibt, darf und wird das Spiel keine Auswirkung haben. Der FC Bayern hat mit dem Pokalsieg gestern seine Saison gekrönt. Und das nicht nur, weil die Bayern RB Leipzig geschlagen haben. Sie haben dem Tabellendritten der Bundesliga eine Machtdemonstration erteilt. Nach der Führung durch ein Tor von Robert Lewandowski beherrschten die Bayern das Spiel gegen einen sehr starken Gegner wie selten seit dem Abgang von Pep Guardiola. Da sollte den Bayernbossen doch die Zusage an Trainer Niko Kovac für die kommende Saison nicht so schwer fallen, oder? Nico Kovac und das Mario-Götze-Problem Dennoch erwähnte der Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, den Trainer nicht in seiner Dankesrede. Tatsächlich hat der Gewinn des Double aus Meisterschaft und Pokal der Chefetage die Entscheidung eher etwas schwerer gemacht haben. Ich möchte das hier als das Mario-Götze-Problem bezeichnen. Im Finale der Weltmeisterschaft 2014 wechselte Bundestrainer Jogi Löw den Dortmunder Ballkünstler im Finale gegen Argentinien ein. Götze schoss das Siegtor, Deutschland war Weltmeister. Löw hatte alles richtig gemacht, oder? Falsch! Das wissen wir nicht. Wir wissen nicht, ob nicht ein anderer Spieler das rettende Tor geschossen hätte. Hinzu kommt: Götze hat in sechs Spielen nur 257 Minuten gespielt. Götze zählte also nicht zu den prägenden Spielern der WM. Das waren Manuel Neuer, Benedikt Höwedes und Philip Lahm, die als einzige deutsche Nationalspieler alle Turnierspiele in voller Länge (690 Minuten) bestritten. Selbst Toni Kroos, der wie Götze 2014 seine erste WM spielte, kam auf 689 Einsatzminuten. Die Zahlen widersprechen also unserer gefühlten Wahrheit. Wir bewerten Entscheidungen nach dem Ergebnis Wir bewerten Entscheidungen gern vom Ergebnis her. Joker Götze schießt Tor + Deutschland Weltmeister = WM-Held Götze. Kovac + Double-Gewinn = Meistertrainer? Der FC Bayern wäre nicht so dauerhaft erfolgreich, wenn er diese einfache Gleichung akzeptieren würde. Dafür gibt es gute Gründe: Die Bayern haben ihren Kader zur Saison 2018/19 zwar verkleinert. Doch in der individuellen Klasse dominieren die Bayern immer noch die Liga. Mit leichtem Vorsprung vor dem BVB, aber schon mit deutlich mehr Vorsprung vor dem Ligadritten RB Leipzig. Das hat das Pokalfinale bewiesen. Wenn selbst der Platzwart Meister wird Für den FC Bayern ist das Double schon fast Pflicht. Trainerlegende José Mourinho hatte seinen Konkurrenten Pep Guardiola bei dessen Wechsel zum FC Bayern einst verhöhnt, er trainiere einen Verein, mit dem sogar der Platzwart Meister werden könne. Das bildet bei aller Häme die Realität ziemlich genau ab. Dennoch verloren die Bayern in der Saison 2018/19 vier Spiele und spielten sechsmal untentschieden. Unter anderem gegen den SC Freiburg und den FC Augsburg. Im Herbst 2018 lag der Rekordmeister bis zu neun Punkte hinter Tabellenführer Borussia Dortmund. In der Champions League schieden die Bayern unter Kovac im Achtelfinale gegen den Liverpooler FC aus. Ein Verein, der für Weltklassespieler attraktiv sein will, kann sich das auf Dauer nicht leisten. Selbst in der Vorsaison unter Carlo Ancelotti erreichte der FC Bayern wenigstens das Viertelfinale. Davor hatten die Bayern viermal hintereinander mindestens das Halbfinale erreicht. Für die Führungsetage des FC Bayern müssen sich die Überlegungen auf zwei entscheidende Fragen konzentrieren: Beruht die zuletzt wieder gestiegene Performance des Kaders auf einer nachhaltigen Grundlage? Wie hat sich vor allem das zwischenzeitlich angeknackste Verhältnis der Mannschaft zu ihrem Trainer entwickelt?Hat sich der Trainer fachlich in der Lage gezeigt, in der Bel Etage des europäischen Fußballs mitzuspielen? Von diesen beiden Fragen hängt ab, ab Nico Kovac Trainer des FC Bayern bleibt. Die starke Vorstellung der Bayernelf im Pokalfinale wird Kovac im Zweifel nicht retten. ### Teure Europäische Union Die Europäische Union ist eine teure Angelegenheit. 19,587 Milliarden Euro kostete uns unsere Mitgliedschaft im Club der (noch) 28 im Jahr 2017. Diesen Betrag weist das Europaparlament aus. Allerdings leben wir auch in einem sehr reichen Land. Der deutsche EU-Beitrag entspricht beispielsweise dem Steuerüberschuss, den die deutschen Bundesländer in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 eingenommen haben. 20 Milliarden Euro liegen an Investitionsmitteln im Bundeshaushalt. Ungenutzt! weil dem Bund eine Investitionsstrategie fehlt. 11 Mrd. aus Europa Wir sehen also: Wenn in öffentlichen Kassen Milliardenbeträge schlummern, die man aus Sorge um die schwarze Null nicht anrührt, dann können wir uns Europa wohl leisten. Aber sollten wir auch? Was bekommen wir aus Europa? Das Europaparlament hat die Antwort: 10,92691 Mrd. Euro bekamen wir 2017 aus Europa. Sagen wir: 11 Mrd. Euro. Das meiste geht in die Landwirtschaft (62,55 %). Der zweitgrößte Anteil (19,65 %) fließt in Forschung und Entwicklung, 13,42 Prozent der EU-Zuschüsse fließen in Struktur- und Regionalförderung. Im Unterschied zu Steuermitteln in Deutschland, die man aus Angst um die heilige schwarze Null offenbar gern zurückstellt, müssen die Mitgliedstaaten Zuschüsse der EU tatsächlich ausgeben. Damit wird in Deutschland viel Landwirtschaft gefördert, aber auch viele Forschungs- und Infrastrukturprojekte. Und gerade daran spart unsere Bundesregierung ja so gerne. Aus Angst um die ... aber das hatten wir ja schon. Zurück zur EU. EU-Mitgliedschaft lohnt sich schon am Telefon Netto kostet uns unsere EU-Mitgliedschaft also rund 9 Mrd. Euro. Jeder von uns - vom Säugling bis zum Greis - hat 2017 also 112,50 Euro an die EU gezahlt. Sehen wir das als unseren persönlichen Mitgliedsbeitrag für den Club EU. Für mich kann ich sagen: Das lohnt sich schon allein fürs Telefonieren. Die Telefonate mit unseren Kindern in Österreich und das Roaming würden uns ohne Regulierungen durch die EU erheblich mehr kosten als meine Frau und ich gemeinsam in die EU einzahlen. Hinzu kämen die leidigen Verluste beim Geldwechseln und die Warterei an den Grenzen. Die Europäische Union ist mir tatsächlich teuer. Sie ist mir lieb und teuer. ### Warum ein bedingungsloses Grundeinkommen bezahlbar ist Elizaveta Fouksman: BGE nicht unbezahlbar (Foto: ox.ac.uk) Ein bedingungsloses Grundeinkommen sei nicht finanzierbar, argumentieren Gegner des BGE. Ein Rechenfehler, meint die Wissenschaftlerin Elizaveta Fouksman. Die Expertin für Internationale Entwicklung am African Studies Center der Universität Oxford erklärt auf "The Conversation", die Kosten für ein BGE würden aufgrund einer zu einfachen Rechnung oft überschätzt. Unbürokratisches Geld Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde keine große Bürokratie oder lästige Fragen nach dem Einkommen von Armen erfordern. Das Ausfüllen umfangreicher Formulare falle weg, wenn man seinen Job verliere, eine andere Karriere anstrebe oder sich mehr Zeit nehmen wolle für seine Familie, so die Entwicklungsexpertin. Das Geld fließe in jedem Fall. Ein Grundproblem mit dieser Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist aber, dass weder deren Kritiker noch Verfechter so recht wissen, was ein solches System wirklich kosten würde. Viele rechnen daher ganz einfach. Sie multiplizieren den monatlichen Bedarf, beispielsweise 1.000 Euro, mit der Bevölkerungszahl. "Und - voilà - es ergibt sich eine Summe, die immens erscheint", schreibt Fouksman. Reale Kosten weit geringer Der wirkliche Aufwand liege aber weit unter den so errechneten Zahlen, so die Expertin. Als Beispiel nimmt sie dabei einen Raum mit 15 Personen. Jede soll zwei Britische Pfund bekommen. Der Gesamtaufwand liege also bei 30 Pfund. Die zehn reichsten im Saal werden gebeten, je drei Pfund beizusteuern, was in der Summe 30 Pfund macht. Wenn jetzt an alle je zwei Pfund ausgezahlt werden, haben die Reichen jeweils einen Pfund verloren. Die wirklichen Kosten lägen also bei zehn Pfund. Tatsächlich sei das mit vielen heutigen Systemen, die letztlich eine Umverteilung beinhalten, vergleichbar. Um öffentliche Ausgaben, etwa für Infrastruktur oder Bildungswesen, zu finanzieren, zahlen die, die viel Geld verdienen, hohe Steuern. Diejenigen, die ein geringes Einkommen haben, zahlen wenig oder gar nichts. USA: Grundeinkommen würde 539 Mrd. Dollar kosten Fouksman verweist auf eine Schätzung des Ökonomen und Philosophen Karl Widerquist, nach der ein Grundeinkommen von 12.000 Dollar für jeden Erwachsenen und 6000 Dollar für jedes Kind in den USA pro Jahr gerade mal 539 Mrd. Dollar pro Jahr kosten würden. Das seien ganze drei Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts - und auch weit weniger als die Bruttokosten von drei Bio. Dollar. "Das ist bezahlbar", sagt die Autorin. Gefunden bei pressetext ### Tarifabschluss im öffentlichen Dienst: Eine Nullnummer von 7,5 Prozent 7,5 Prozent: Um diesen Satz sollen die Gehälter im öffentlichen Dienst über die nächsten Jahre steigen. Hört sich doch gut an, oder? Der Auftritt von Ver.di-Chef Frank Bsirske konnte erste Zweifel daran wecken. Der Gewerkschafter wirkte etwas zerknirscht als er vor den Kameras den Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst als „besten Abschluss seit Jahren“ bezeichnete. Das mag stimmen, sagt allerdings mehr über die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahren aus als über das Ergebnis der aktuellen Tarifrunde. Auf Twitter hatte die Gewerkschaft mit dem Hashtag #wirsindeswert für ein Plus in der Lohntüte von 6 Prozent geworben. Nun sind es also 7,5 Prozent geworden – aber: verteilt auf 30 Monate. In diesem und dem nächsten Jahr sollen Angestellte des Bundes und der Kommunen etwas mehr als 3 Prozent mehr Lohn bekommen. 2020 steht dann ein Plus von etwas mehr als 1 Prozent im Tarifvertrag. Ein Blick auf die Inflationsrate (rund 2 Prozent) zeigt: In den ersten zwei Jahren bekommen die Arbeitnehmer ein leichtes Plus an realer Kaufkraft, 2020 müssen sie aber sogar mit Einbußen leben. Wie sieht nun die Gesamtbilanz aus? Der Wirtschaftsprofessor Peter Hoberg von der Hochschule Worms hat auf Controlling-Portal.de errechnet: Über die 30 Monate Laufzeit schmelzen Inflation und kalte (stille) Progression die 7,5 Prozent in 30 Monaten auf ein jährliches Plus von 0,294 Prozent ab. Der Tarifabschluss erscheint also eher als Nullnummer, schreibt Hoberg. Selbst mit Warnstreiks und mit dem Druck des Fachkräftemangels im Rücken hat die Gewerkschaft nicht mehr als ein Drittel Prozent mehr Lohn jährlich bis 2020 herausholen können. War das gemeint mit #wirsindeswert ? ### Chromebook-Test: Medion Akoya S2013 Das Chromebook zählt zu den Verkaufsschlagern in US-Elektronikmärkten. Das Erfolgsrezept: Günstige Technik mit einem anspruchslosen Betriebssystem und Googles Online-Diensten im Hintergrund. Dafür begibt man sich in Abhängigkeit zu dem Internetkonzern. Ich war neugierig, wie das Chromebook tickt, und habe mir eines der letzten Medion Akoya S2013 mit einem 11,6-Zoll-Bildschirm geleistet, das günstigste Chromebook, das ich auf dem deutschen Markt finden konnte. Erinnern Sie sich noch an den letzten Wechsel Ihres Smartphones? Vieles geht dabei einfach von der Hand. Apps, Kontakte, Termine - alles bei Google gespeichert. Aber was ist mit Fotos und Videos, die wir per Whatsapp  oder aus anderen Quellen erhalten? Der Wechsel von einem Gerät auf ein anderes erfordert immer noch viel Handarbeit. Wäre es nicht schön, wenn wir uns einfach auf dem neuen Gerät anmelden könnten, und alles so vorfänden wie wir es verlassen haben? Genau das verspricht das Chromebook. Ein solches hat mir das Christkind unter den Weihnachtsbaum gelegt. Wer an Heiligabend ein neues Notebook bekommen hat, sollte sich für den ersten Weihnachtsfeiertag sonst lieber nichts vornehmen. Das Einrichten dauert. Anders beim Chromebook mit Chrome OS. Auspacken, einschalten, Sprache und Tastaturlayout einstellen, WLAN verbinden, mit den Google-Zugangsdaten anmelden, fertig. Danach befinden wir uns im Google Browser Chrome. Die ganze Prozedur hat unter 1 Minute gedauert. Das Chromebook ist ganz nebenbei der ideale Oma-und-Opa-Computer. Notrufe und Supporteinsätze dürften den Enkeln erspart bleiben. Der Chrome Browser bildet den Kern von Googles Betriebssystem Chrome OS. Apps aus dem Chrome OS Web Store laufen in der Regel im Internet. Und auch das Chromebook selbst speichert Daten standardmäßig online auf Google Drive. Chromebooks verfügen darum nur über wenig lokalen Speicherplatz. Bei meinem Medion Akoya S2013 sprechen wir über 16 GB. Das günstigste Chromebook auf dem deutschen Markt liegt damit auf der Untergrenze seiner Gerätekategorie. Einen Großteil davon braucht das Betriebssystem. Das reicht im Alltag völlig aus. Der lokale Speicher dient ohnehin eher als Puffer, als temporärer Speicher bei Netzabbrüchen. Das Chromebook taugt nicht für digitale Entwicklungsländer Das bringt uns zum größten praktischen Nachteil des Chromebooks. In digitalen Entwicklungsländern wie dem unseren eignet sich das Chromebook nur bedingt für das Arbeiten unterwegs. Ich kann zwar das Officepaket Google Docs auch für den Offline-Betrieb einrichten. Aber schon wenn ich auf andere Daten zugreifen muss, bin ich ohne einigermaßen schnelles Internet aufgeschmissen. Das ist eigentlich schade, denn eigentlich ist das Chromebook das ideale Unterwegs-Notebook. Lasse ich mein Gerät einmal versehentlich im Zug liegen, dann hält der Finder nur ein Chromebook in Händen, nicht aber meine Daten. Außerdem könnte der fest verbaute Akku das Gerät auch auf längeren Reisen mit Strom versorgen. Das Chromebook zeigt im frisch geladenen Zustand über 9 Stunden an, was sich ungefähr mit meinen Erfahrungen deckt. Damit sind wir bei den angenehmen Seiten des Chromebooks. Mein Chromebook, wie gesagt das günstigste auf dem deutschen Markt, besitzt ein helles, kontrastreiches, farbstarkes Display. Die Tastatur könnte einen etwas kräftigeren Tastenhub haben. Dafür sind die Tasten größer als bei Netbooks üblich. Chromebooks besitzen beispielsweise keine Caps-Lock-Taste, ein Relikt aus der Ära der Schreibmaschinen. Am oberen Rand befinden sich gut erkennbare Tasten für Lautstärke, Helligkeit und andere Funktionen. Vorbei die Zeit der Tasten F1- bis F-schießmichtot, bei denen ich mir nie merken konnte, welche jetzt im Zusammenhang mit der Fn-Taste die Lautstärke regelt. Danke, Google, vielen Dank. Chromebook: Netbook auf Speed Richtig Punkte macht das Chromebook mit seiner Geschwindigkeit. Handgestoppte 26 Sekunden nach dem Aufklappen sitze ich vor einem eingabebereiten Chrome-Tab. Knapp die Hälfte der Zeit brauche ich übrigens für die Eingabe meines Google-Passwortes. Im Betrieb folgt das Chromebook allen Eingaben ohne merklichen Verzug. Anwendungen starten ohne Wartezeit. Dabei besitzt das Medion Akoya S2013 nur 2 GB Arbeitsspeicher - auch in dieser Hinsicht liegt es damit am unteren Ende der Chromebook-Spezifikationen. Das Medion ersetzt bei mir ein Acer-Netbook, das ebenfalls über 2 GB RAM verfügt, aber damit selbst unter dem leichtgewichtigen Lubuntu Linux nur noch zur Spaßbremse taugt. Das Chromebook ist ein Netbook auf Speed. Obwohl es ebenfalls auf Linux (Gentoo) basiert, rennt ChromeOS, wo selbst spartanische Linux-Distributionen zu kämpfen haben. Updates für ChromeOS laufen vollkommen unauffällig im Hintergrund ab. Zudem gilt das Betriebssystem als sehr sicher. Das Chromebook profitiert auch von den Online Apps. Für GIMP musste mein Netbook eine ganze Reihe von Bibliotheken aufrufen. Mein Chromebook muss nur die entsprechende Webseite ansteuern, um die mit GIMP vergleichbare Bildbearbeitung Pixlr aufzurufen. Hier zeigen sich allerdings auch die knappen Ressourcen des kleinen Medion Chromebooks. Da zeigt sich schon mal ein Ruckler. Vielleicht liegt das aber auch an der Seite, die Flash verwendet. Für die Nachbearbeitung von Fotos empfehle ich übrigens Polarr. Ausstattung: Geht so Das Hartplastikgehäuse des Medion Akoya S2013 bemüht sich ehrlich, wie gebürstetes Aluminium zu wirken. Sagen wir mal: Man merkt dem günstigen Chromebook den Einsatz des Rotstiftes an, Unter dem Strich wirkt es aber robust. Mit einigen Einschränkungen muss der Besitzer des Billigheimers von Medion leben: Googles Play Store für Android-Geräte steht derzeit nicht auf dem Medion Chromebook zur Verfügung. Auf anderen aktuellen Chromebooks ist das inzwischen Standard. Andererseits fressen Android Apps den Speicherplatz auf und machen das Chromebook langsamer. Ärgerlicher ist, dass der Besitzer des Medion Akoya S2013 nicht den kostenlosen Speicherplatz auf dem Google Drive bekommt. Der Internetriese verspricht eigentlich jedem Kunden mit einem Chromebook 100 GB zusätzlichen Speicherplatz für zwei Jahre gratis. Leider nicht für Medion Books, heißt es auf der entsprechenden Seite bei Google. [update] Inzwischen hat Google mein Chromebook erkannt und mir 100 GB Speicherplatz auf Google Drive für zwei Jahre kostenlos zugestanden. Tipp für alle Chromebook-Einsteiger: Wenn Google euch beim ersten Versuch abweist: einfach noch einmal anfragen. [/update] Pro und Contra Chromebook Neben dem Chromebook und dem Dell besitze ich noch ein Smartphone und mein altes Netbook. Diesen Artikel habe ich im Wechsel zwischen dem Chromebook und dem Dell geschrieben. Auf letzterem musste ich mich natürlich im Browser in mein Google Drive einloggen, denn dort lag der Artikel. Das Chromebook ist das erste Gerät, das der Realität des verteilten digitalen Arbeitens und Lebens konsequent Rechnung trägt. Daten gehören heute nicht mehr auf lokale Festplatten, sondern in die Cloud. Alles andere kostet Zeit und Nerven. Das Chromebook koppelt mich vom lokalen Speicher ab - ein Luxus, auf den ich nicht mehr verzichten möchte. Ja, das Chromebook führt in die Abhängigkeit von Google. Ich persönlich schätze Google-Anwendungen und bin gespannt, was sich der Konzern in der Zukunft noch einfallen lässt, um mir das Leben zu erleichtern. Dafür überlasse ich Google meine Nutzerdaten. Das sehe ich ganz und gar nicht unkritisch. Gern würde ich ein ähnliches Angebot eines europäischen Konzerns nutzen. Aber selbst für Unternehmen gibt es kaum so leistungsfähige und flexible Cloudlösungen wie die von Google, Amazon oder Microsoft. Dem Privatmann oder dem Kleinunternehmer bleibt kaum eine Wahl als seine Daten einem der großen US-Konzerne anzuvertrauen. Ich habe mich für das Chromebook entschieden, weil ich genau genommen schon lange eines besitze. Mein Android Smartphone ist ebenfalls an Google gebunden. Ich nutze die Datensicherung in der Cloud, ich nutze Maps und GMail. Hinzu kommen die Trackingfunktionen der meisten Apps. Schließlich installieren auch die Smartphoneanbieter eigene Software auf den Geräten, um sich ihren Anteil an unseren Nutzerdaten zu sichern. Dabei bietet Android nicht im Ansatz die Vorteile von Chrome OS. Ähnlich sieht das mit Windows PCs aus. Auch Microsoft hat sein Betriebssystem mit allerlei Trackingfunktionen versehen. Wir dürfen annehmen, dass auch Apple nicht darauf verzichten wird, die Geräte der Nutzer auszuspionieren. Wer seine Daten also absolut nicht teilen möchte, muss sich für einen PC mit Linux entscheiden. Darauf sollten dann auch ausschließlich Open-Source-Anwendungen installiert sein. Außerdem sollten datensensible Gemüter Dienste wie Microsoft Office, Outlook, Google oder Dropbox nicht nutzen. Unter den oben beschriebenen Sammelwut ausnahmslos aller IT-Riesen vermag ich nicht zu erkennen, was Google jetzt böser macht als Microsoft, Apple oder Amazon. Wer ChromeOS einmal unverbindlich testen will, kann es auf einen USB-Stick schreiben und von dort testen. Die Basis für ChromeOS bildet das freie Betriebssystem ChromiumOS, das als CloudReady bei Neverware zum Download steht. ### Die Verlierer von Jamaika Jamaica Flag Ruffled Waving Close-Up Shot Aus den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen gehen zwei Beteiligte mit Schäden hervor. Das Scheitern einer Koalition zwischen Union, Grünen und FDP zeigt aber auch, dass es im bürgerlichen Lager an Alternativen mangelt. Obergrenze für Zuwanderung und Familiennachzug, Kohle- und Dieselausstieg, Solidaritätszuschlag und Landwirtschaft: Was nach 12 Jahren Politikverwaltung im Klein-Klein einen Neuanfang hätte bedeuten können, ist gestern kurz vor Mitternacht wohl an eben diesem Klein-Klein zerbrochen. Wer Jamaika letztlich zum Scheitern gebracht hat, werden wir vielleicht nie erfahren. Wir wissen, dass FDP-Chef Christian Lindner die Sondierungsgespräche zwischen seiner Partei, den Grünen, der CDU und der CSU für gescheitert erklärt hat. Das Aus für Jamaika zeigt ein Handikap für die FDP Der Schritt sollte Stärke zeigen, zeigt aber nur umso deutlicher das große Handikap der Liberalen. In einem Bundestag mit sechs Parteien (CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP, AfD) ist Jamaika die einzige Machtoption der Freien Demokraten. Koalitionen mit der SPD oder der Linken kommen für die FDP nicht in Frage, die AfD steht - noch - unter Quarantäne. Nur wenn die alten "Volksparteien" Union und SPD wieder zu alter Stärke und Wahlergebnissen nahe 40 Prozent zurückkehren, könnte es einmal wieder für eine Zwei-Parteien-Koalition reichen. Nicht sehr wahrscheinlich. Lindner wollte der Held sein und hat mit seiner Entscheidung die FDP langfristig für Regierungsbeteiligungen auf Bundesebene disqualifiziert. Die machtlose Kanzlerin Lindner ist nicht der einzige Verlierer. Die Kanzlerin hat die Koalition nicht hinbekommen. Angela Merkel gilt als hervorragende Moderatorin. Doch im entscheidenden Augenblick zeigte sich, dass Vermittlung nicht reicht. Eine Kanzlerin muss Schiedsrichterin sein und manchmal die Richtung vorgeben. Auf den Balkonfotos der Sondierungsgespräche sehen wir eine Regierungschefin, die wie eine in die Jahre gekommene Praktikantin neben den Platzhirschen der Parteien steht. Sie hat die Chance vertan. Und auch ihre Partei zählt zu den Verlierern. Denn auch der Union fehlt eine Alternative zu Jamaika. Eine bürgerliche Koalition ohne AfD gibt es in keiner anderen Koalition. Das Scheitern von Jamaika bedeutet: Es gibt dauerhaft keine Chance auf eine mehrheitsfähige Regierungsbildung ohne die SPD. Nur einer der Jamaika-Verhandler hat noch einen Trumpf in der Hinterhand. Den Grünen bleibt perspektivisch auch noch Rot-Rot-Grün - wenn sich  die Stimmenlage im Bund mal wieder ändert. Foto: Designed by natanaelginting / Freepik ### "Very bad": Der Exportweltmeister blufft gut Das deutsche Exportwunder hat eine beängstigende Kehrseite. Eine verborgene Seite - dank Donald Trump. Erst jüngst wetterte der US-Präsident beim G7-Gipfel, Deutschland sei "bad, very bad"! Es exportiere zu viele Autos. Solche Angriffe auf die deutschen Handelsbilanzüberschüsse kontert ein Außenminister Sigmar Gabriel lapidar: "Was können wir dafür, dass unsere Autos so gut sind?" Deutschlands sagenhafte Exportüberschüsse verkauft die Bundesregierung im Wahlkampf gern als Beweis deutscher Stärke. Der Bluff könnte sich rächen. Unter der Haube der Exportstärke Philipp Stachelsky hat gemeinsam mit dem Bozener Ökonomen Mario Huzel auf dem Makronom-Blog einen Blick unter die chromblitzende Haube der vermeintlichen deutschen Exportstärke. Ihr Befund: "Anstatt Deutschlands Rolle als Exportüberschuss-Weltmeister zu feiern, könnte man also auch über den Malus des Importdefizit-Absteigers klagen." Die Gründe sehen die Autoren in der schlechten Inlandsnachfrage, begründet durch: Ungerechte Einkommensverteilung Lohndumping Dadurch sinkende Inlandsnachfrage Hohe Sparquote bei Haushalten, Wirtschaft und Staat Geld ist nur dann gut, wenn man es nicht ausgibt. Das ist das Grundprinzip der schwäbischen Hausfrau, die sich freilich nicht um die Kaufkraft der Kunden ihres Gemischtwarenladens scheren muss. Der kranke Mann mit dem schlechten Gedächtnis Die deutsche Selbstbeweihräucherung zeugt von einem sehr schlechten Gedächtnis: So erwarten die Wirtschaftsinstitute für 2017 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Dynamik klingt anders, finden Sie? Da haben Sie Recht. Bundesfinanzminister Hans Eichel rechnete seinerzeit für das Jahr 2000 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. 1999 verzeichnete Deutschlands Leistungsbilanz ein vergleichsweise schmales Plus von 13,2 Milliarden Euro. 2016 lag der Überschuss übrigens bei 56,37 Milliarden Euro. Wachstum hat also nicht zwingend mit Überschüssen zu tun. Noch mehr Anlass zur Sorge bereitet ein Vergleich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. SPD-Mann Eichel erwartete seine 2,5 Prozent vor dem Hintergrund einer exportfeindlich starken D-Mark, und Deutschland galt - halten Sie sich fest - als der kranke Mann Europas. Heute prognostizieren die Wirtschaftsweisen ihre 1,5 Prozent vor dem Hintergrund einer Euro-Talfahrt, die deutsche Waren auf den Weltmärkten jeden Tag billiger macht. Zusätzlich flutet die Europäische Zentralbank EZB die Märkte mit historisch billigem Geld, praktisch zinsfrei. Dennoch: Das deutsche Wirtschaftswachstum wird dieses Jahr nicht einmal 2 Prozent erreichen. Die Alarmsignale von Bitterfeld-Wolfen Das lässt nur einen Schluss zu: Der Export steht am Anschlag. Mehr geht nicht. Das macht deutlich, welche Abgründe sich hinter der trügerischen Exportüberstärke auftun. Dahinter verbirgt sich eine dauerhafte Schwäche der Inlandsnachfrage. Das ist nicht ungefährlich. Schlägt Trumps Protektionismus durch, bricht der Export ein, dann gilt Deutschland schnell wieder als der kranke Mann Europas. Stachelsky und Huzel übersehen in ihrem Kommentar einen alarmierenden Punkt: die Demografie. Deutschland stirbt dahin. Der britische Economist hat beispielhaft Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt besucht. Gäbe es die DDR heute noch, wäre sie das im Schnitt älteste Land der Welt, schreibt der Economist. Abwanderung und Verunsicherung der Wendejahre schlug auf die Geburtenrate. Kinder die in den 1990er Jahren aber nicht geboren wurden, können aber 2010 auch selbst keine Kinder zeugen. Auch hier steht Deutschland am Anschlag. Mehr Inlandsnachfrage durch mehr Beschäftigung? Ausgeschlossen! Dafür fehlen Deutschland die Arbeitskräfte. Aber selbst Sozialleistungen wirken sich bei der Nachfrage aus. So hievten die Flüchtlinge in den vergangenen Jahren die Wachstumsraten in Deutschland, Österreich und Schweden um 0,5 bis 1,1 Prozentpunkte an. ### Bundestagswahl 2017: Bei der K-Frage hat Gabriel alles richtig gemacht Sigmar Gabriel verzichtet auf die Kanzlerkanidatur der Sozialdemokraten und zieht sich auch vom Parteivorsitz zurück. Von einer Panne sei hinter den Kulissen gesprochen worden, berichtet Thomas Walde in den "heute"-Nachrichten um 19 Uhr. Schließlich hätte auch die SPD-Führung erst aus der Presse vom Rückzug des Niedersachsen erfahren. Dabei hat der Noch-Vorsitzende mit seinem Coup alles richtig gemacht. Die Sozialdemokraten starten mit dem besten verfügbaren Kandidaten in den Bundestagswahlkampf 2017, mit dem Europapolitiker Martin Schulz. Und sie beginnen den Wahlkampf mit einem Auftakt nach Maß. Ein ZDF Spezial zum Thema SPD? Bitte sehr. Wer in der siechen Sozialdemokratie würde angesichts des medialen Interesses noch monieren, dass nicht die Gremien den Kanidaten gekürt haben, wie es Gabriel gebetsmühlenartig wiederholt hatte. Die SPD hat es jahrelang mit unaufgeregter Regierungsarbeit versucht. Sie hat den Mindestlohn umgesetzt, die Rente mit 63 und die Mietpreisbremse. Nichts davon hat der Partei genützt. Warum also nicht einmal einen anderen Weg einschlagen? Warum nicht die K-Frage im Alleingang in einem Interview mit dem "stern" entscheiden? Gabriel macht mit seinem Rücktritt der Partei noch ein weiteres Geschenk: Martin Schulz geht unbelastet in den Wahlkampf. Es ist nun klar, dass sein Konkurrent aus eigenem Entschluss und zum Wohl der Partei zurückzieht, nicht weil sich die Parteiführung gegen Gabriel entschieden hat. Ganz nebenbei bringt Gabriels Schritt der SPD Emotion zurück. In der während der Merkeljahre sedierten Sozialdemokratie menschelt es plötzlich ein wenig. Wenn die Genossen die Vorlage ihres scheidenden Vorsitzenden klug nutzen, könnte es für ein starkes Abschneiden reichen - wenn vielleicht auch nicht für das Kanzleramt. ### Der 45. US-Präsident Donald Trump Donald Trump hat heute den Amtseid abgelegt. Während die Welt noch rätselt, wie der 45. Präsident politisch die Weichen stellen wird, mag das folgende Bild verdeutlichen, welcher Wandel sich in den USA gerade vollzieht: Stellen Sie sich vor, unsere Demokratie wäre schon 250 Jahre alt. Seit 250 Jahren ziehen unsere Staatsoberhäupter in einem prächtigen großen Landhaus ein - mit ihren Familien. Jede dieser Präsidentenfamilien sucht auf ihre Weise die richtige Balance zwischen Volksnähe und Weltgewandtheit. Haben Sie das Bild? Und nun stellen Sie sich vor, die Geissens ziehen dort ein. ### US-Präsident Trump: 2:0 für das Postfaktische i'd like to wake up now please — Sam Altman (@sama) 9. November 2016 Er wolle jetzt aufwachen, twitterte Sam Altmann. So wie der Startup-Investor aus dem Silicon Valley werden viele Menschen überall auf der Welt die Nachricht vom Sieg des schillernden Immobilienmoguls Donald Trump im Rennen um die US-Präsidentschaft aufgenommen haben Auch in Deutschland erntet der neue Mann im Weißen Haus Unverständnis, Sorge oder Häme. Doch in den USA markiert die Präsidentschaft des schillernden Immobilienmoguls eine Zeitenwende. So verzweifelt erlebt man die US-Presse sonst nie. Die New York Times gewährt in einer Kommentarsammlung einen tiefen Blick in die Seele der Journalisten. In einen Abgrund von Verzweiflung und verzweifelter Hoffnung darauf, dass es wohl nicht so schlimm kommen werde. Jetzt sollte man meinen, dass die Amerikaner kritische Fälle im höchsten Staatsamt gewohnt wären. Man hatte schon einen frömmelnden trockenen Alkoholiker mit unbewältigten Vaterproblemen (George W. Bush) und einen abgehalfterten Cowboydarsteller (Ronald Reagan) im Weißen Haus. Selbst einem chronisch Kranken, zugedröhnt mit Schmerzmitteln und Antidepressiva (John F. Kennedy) trägt die Nation nichts nach. Doch diesmal sei es etwas anderes. Denn niemand sah Trump kommen. Über eine Präsidentschaft von Trump rede man nicht, sagte ein demokratischer Kongressabgeordneter noch kurz vor der Wahl dem Journalisten Larry M. Bartels. Der Mann sei ein Witz, spottete der Abgeordnete. In der Tat scheint es schwer zu begreifen, wie ein selbstverliebter, großmäuliger Demagoge mit einer Kampagne frei von politischer Substanz und menschlichem Einfühlungsvermögen - so charakterisiert ihn Bartels - der mächtigste Mann der Welt geworden ist. Auch die Meinungsforscher sahen Konkurrentin Hillary Clinton sicher im Weißen Haus - mit dünnem Vorsprung, aber sicher. Für einen Präsidenten Donald Trump ließen sich keine vernünftigen Argumente finden. Nun hat er es doch geschafft. Die Katerstimmung in den USA gleicht insofern der der Briten nach dem Brexit. Hier wie dort gab das Postfaktische den Ausschlag, die Beweggründe abseits der Fakten. Die Ängste der Menschen vor dem sozialen Abstieg und vor Veränderungen im täglichen Leben. Diese Ängst bewegen die Menschen auch in anderen Teilen der Welt. Auch die europäischen Demokratien werden sich auf die Auseinandersetzung mit dem Postfaktischen vorbereiten müssen. Sonst wacht man vielleicht bald auch in Frankreich und Berlin mit dem Gefühl auf, in einer Grube mit Exkrementen zu sitzen, wie das Dave McClure heute formulierte, ein anderer Investor aus dem Silicon Valley: not going to lie to anyone... today feels like a giant shithole. trying to figure out something useful to take away, but having trouble. — Dave McClure (@davemcclure) 9. November 2016 ### Linux Mint Mate: Upgrade von 17 auf 18 - Scrolling-Richtung ändern Ein Upgrade von Linux Mint beschert auch beim Schritt von Mint 17 auf Mint 18 die üblichen Probleme. Außerdem nervt Linux Mint 18 Laptopnutzer mit ungewohntem Verhalten beim Scrolling. Doch die Probleme sind schnell behoben - ohne Kommandozeile. Beim Upgrade auf eine neue Version setzt Linux Mint nach wie vor auf eine frische Installation. Hintergründe finden sich in einem Wiki-Beitrag auf Linuxmintusers.de beschrieben. Der Distributionsupgrade via Paketquellen á la Ubuntu ist sicher der bequemere Weg. Doch wer der Anleitung von Linuxmintusers.de folgt, wird kaum Probleme bekommen - bis auf eins. Doch dazu später. Upgrade von Linux Mint 17 auf 18: Vorher Daten sichern! Wichtig: Daten sichern! Dieser Schritt sollte jedem Upgrade vorausgehen. Zusätzliche Sicherheit erreichen wir, wenn wir bei der Erstinstallation auf dem Computer das /home-Verzeichnis mit allen Nutzerdaten in einer eigenen Partition abgelegt haben. Mint enthält ab Werk ein "Datensicherungswerkzeug". Damit lassen sich Daten und auch die Softwareauswahl auf einem externen Datenträger speichern. Danach geht der Nutzer die Neuinstallation an. Das Verfahren ist erprobt und idiotensicher. Die Installation dauert etwa 20 Minuten - alles wie gehabt. Danach können wir die Daten rücksichern, wenn sie nicht ohnehin auf der Home-Partition verblieben sind. Da das bei meinen Computern der Fall ist, kann ich über die Zuverlässigeit der Datensicherung nichts berichten. Ich gehe davon aus, dass Mint hierfür eine grafische Variante des bewährten Linux-Tools rsync nutzt. Wie gehabt funktioniert auch die Rücksicherung der gespeicherten Softwareauswahl: nämlich nicht! Da ich Mint schon sehr lange nutze, habe ich diesen Prozess schon etliche Male hinter mir. Das Rücksichern der Softwareauswahl ist mir in dieser Zeit noch nie gelungen. Mint beklagt beim Rücksichern defekte Pakete in den Paketquellen und bricht den Prozess ab. Auch eine Internetsuche hat mir noch nie geholfen. Deshalb erledige  ich diesen Schritt manuell: Beim Sichern der Softwareauswahl legt Mint am gewählten Ort eine Textdatei an. Diese Datei öffne ich  nach dem Upgradde mit einem Editor und wähle die dort aufgelisteten Anwendungen im Paketmanager Synaptic zur Installation aus. Danach ist der Upgrade abgeschlossen und das System steht. Linux Mint 18: Richtung beim Scrollen ändern Eine Überraschung erlebte ich bei der ersten Begegnung mit Linux Mint 18. Mein Laptop hatte die Scrollrichtung gewechselt. Das irritiert. Grund ist eine neue Eigenschaft, das "natürliche Scrollen". Was daran natürlich sein soll, müssen die Entwickler dieses Features erklären. Mich hat das geärgert. Beim natprlichen Scrollen, übernimmt das Touchpad die Funktionsweise beim Scrollen auf dem Display eines Smartphones. Die gute Nachricht: Diese Eigenart lässt sich abstellen. Unter System => Steuerzentrale => Maus finden wir die Einstellungen für das Touchpad. Dort muss der Eintrag "Natürlichen Bildlauf aktivieren" deaktiviert werden. Schon scrollt man wie gewohnt. ### Der Exit vom Brexit im Treppenhaus Nehmen wir an, Sie und ich leben in einer großen Wohngemeinschaft. Jeder trägt sein Teil zu Miete und Nebenkosten bei, bei Abwasch, Einkauf und Treppeputzen wechselt man sich ab. Jetzt gibt es einen Mitbewohner, der bei jeder Gemeinschaftsentscheidung die Hand hebt und Veto einlegt, nennen wir ihn David. Ihm gefällt der Läufer im Flur nicht. Er sieht nicht ein, dass er sich in gleichem Umfang wie andere an der neuen Waschmaschine beteiligen soll, schließlich wechselt er seine Kleidung nicht so oft wie die Mitbewohnerin Angela und muss daher nicht so oft waschen. Wenn die WG gemeinsam speist, wiegt er jeden Bissen ab, den einer am Tisch verzehrt. Er sieht nicht ein, dass er denselben Anteil für die Mahlzeit zahlen soll, wo doch der Mitbewohner Alexis viel hungriger ist. David kommt mit seinen Extratouren immer wieder durch. Er zählt zu den vermögendsten Bewohnern und hat als findiger Finanzberater das Ersparte der Mitbewohner durchaus gewinnbringend angelegt. Wenn es den anderen einmal zu viel wird, dann droht David. Immer wieder lässt er dann die Zeitungsseite mit den Wohnungsannoncen auf dem Esstisch liegen. Doch das Wohnen allein teurer. David wird sich also keine Wohnung in ähnlich guter Lage leisten können. Die Ausgaben für den Haushalt werden ebenfalls steigen. Da David gut rechnen kann, glaubt daher niemand, dass er tatsächlich ausziehen wird. Als David dann plötzlich doch die Koffer packt, ist die Überraschung groß. Die einen trauern. Wenn David geht, steigt der Mietbeitrag für die übrigen Mitbewohner. Die anderen freuen sich. David hat einen schlechten Einfluss auf die WG. Schon beginnen auch andere Mitbewwohner, Essen abzuwiegen und Waschmittelfüllungen zu zählen.  Sie sind erleichtert als David die Tür öffnet. Er setzt einen Fuß hinaus und ... zieht ihn zurück. Denn draußen regnet es und das Treppenhaus ist nicht geheizt. Er schließt die Tür, steuert sein altes Zimmer an und sagt: "Natürlich ziehe ich aus. Aber nicht gleich. Erst, wenn es draußen wärmer ist. Vielleicht." Außerdem, so erklärt er, müsse sich die WG auch an der Miete seiner neuen Wohnung beteiligen. Und überhaupt: Am gemeinsamen Einkaufen will er weiter teilnehmen, und natürlich will er die Waschmaschine weiter mit benutzen. Er sei schließlich viel zu wichtig, um ihn gehen zu lassen - zu wichtig für die anderen Mitbewohner. Für ihn selbst sei das ja alles kein Problem ... ### Nach dem Brexit: Jeder von uns könnte der nächste sein "A tragic split" - eine tragische Trennung. So titelt The Economist heute. Am Anfang vom Ende Großbritanniens in der EU. Die Briten haben gestern mit einer Mehrheit von 52 zu 48 Prozent den Brexit gewählt, den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. The Economist bringt für "little Britain" eine Sonderausgabe heraus. Die Zeitung bezeichnet den Brexit als sinnlosen selbst verursachten Schlag. So ratlos, so verzweifelt und wütend werden die Briten ihre renommierte Wirtschaftszeitung noch nie erlebt haben. Bis zuletzt hatte man in den Redaktionsbüros wohl nicht daran geglaubt, dass es dazu kommen würde. Denn für den Brexit gibt es kein einziges vernünftiges Argument. Die Briten müssen demnächst wieder Zölle für Waren aus Europa zahlen. Der Finanzplatz London wird seine Bedeutung verlieren, wenn er nicht mehr die Schnittstelle zu Europa ist. Und warum sollten japanische Konzerne Autos in Großbritannien produzieren, die auf dem Kontinent durch die hohen Einfuhrzölle zu teuer werden? Die Liste ließe sich fortsetzen. All diese Argumente hat Großbritanniens seriöse Presse ihren Lesern wie ein Mantra vorgetragen, Wirtschaftsverbände haben sich ebenso gegen den Brexit reingehauen wie Großbritanniens Premier David Cameron. Doch gerade dieser David Cameron wird als tragische Figur in die Geschichte eingehen. Der konservative Premierminister sah sich schon kurz nach seinem Amtsantritt 2005 einer wachsenden Skepsis gegenüber Europa gegenüber - und einer erstarkenden rechtspopulistischen United Kingdom Independent Party (UKIP). Um den Rechtspopulisten in die Parade zu fahren, versprach Cameron den Wählern nichts Geringeres als eine Modernisierung der Europäischen Union im Sinne der Briten. Sollte dies nicht geschehen, dann sei es besser zu gehen. Der kleine David drohte dem Brüsseler Goliath mit dem Referendum über einen Brexit. Dabei erweckte er fahrlässig den Eindruck, der EU-Austritt sei eine realistische Option für das Vereinigte Königreich, wenn auch nicht die erste Wahl. Beim Wähler kam dieser Akt der Selbstüberschätzung gut an. Besser als Cameron selbst sich hätte träumen lassen. Rechtspopulistische Demagogen wie UKIP-Chef Nigel Farage mögen im Brexit-Zug den Kessel geheizt haben. Doch David Cameron löste die Bremsen. Als der Regierungschef sich endlich dem Brexit entgegenstellte, war es zu spät. Der Zug ist nun über ihn hinweggerollt, und Cameron hat die Konsequenzen bereits gezogen. Er verkündete heute seinen Rücktritt. Welche Konsequenzen sollte Europa ziehen? Unter Europas politischen Führungskräften gibt es einen lieb gewonnen Brauch. Erfolge schreibt man sich selbst zu, Unpopuläres lädt man in Brüssel ab. Wie gefährlich solche Anti-Europa-Wahlkämpfe sein können, das sollten wir aus dem Beispiel David Camerons lernen. Den Brexit hat, einmal ins Rollen gekommen, nichts und niemand aufhalten können. Und Großbritannien könnten wir alle sein. Jeder von uns Europäern könnte der nächste sein, der plötzlich in einem Land aufwacht, das einmal der EU angehörte. ### Desktop-Publishing (DTP) mit Scribus - am Beispiel von Controlling-Journal Die zweite Ausgabe von Controlling-Journal ist erschienen. Auch diese Ausgabe entstand komplett mit dem freien DTP-Programm Scribus. Mit dem kostenlosen DTP Werkzeug können selbst chronisch klamme Vereine oder Kirchengemeinden ihre Vereinszeitung oder den Gemeindebrief professionell erstellen. Inzwischen ist Scribus reif für kommerzielle Projekte - wie das Controlling-Journal. Wie das Magazin bei reimus.NET entsteht, ist Thema meines Vortrages über Desktop Publishing mit Scribus. Am Donnerstag, 7. April 2016, um 19.30 Uhr in der VHS Brandenburg. Auf den Computerarbeitsplätzen ist Scribus installiert, so können also Besucher selbst einmal eine Seite anlegen. Präsentation zum Vortrag ### Schneller und sicherer surfen im Internet - BraLUG Vortragsprogramm startet ins Jahr 2016 BraLUG Logo Schneller und sicherer surfen: Das möchten wir alle. Aber wie? Baut sich eine Webseite im Webbrowser langsam auf, dann zeigen wir schnell mit dem Finger auf die Bandbreite der Netzwerkverbindung, auf den Router oder auf den PC. Doch zwischen dem Abrufen der Webseite und der Darstellung im Webbrowser durchlaufen die Daten einen aufwendigen Prozess, in dem etliche Faktoren eine Rolle spielen. Der Vortrag "Schneller und sicherer surfen im Internet" erklärt, welche dieser Faktoren das Surfen im Internet behindern können. Die Zuhörer erfahren, wie sie solche Störer ausschalten und ihre Datenspuren beim Surfen im Netz verringern. Im Anschluss sind die Besucher eingeladen, die vorgestellten Möglichkeiten zu diskutieren und weitergehende Fragen zu stellen. Vortrag: Schneller und sicherer surfen im Internet Zielgruppe: Anwender, Einsteiger, Interessierte Termin: Donnerstag, 14. Januar 2016, Zeit: 19.30 Uhr Ort: Volkshochschule Brandenburg (VHS), Wredowplatz 1, Brandenburg an der Havel, Eintritt: Frei Mit dem Vortrag "Schneller und sicherer surfen im Internet" startet die Vortragsreihe der Brandenburger Linux User Group (BraLUG) in das Jahr 2016. ### Good bye, E-Plus Quelle: commons.wikimedia.org Ich bin jetzt kein E-Plus-Kunde mehr. Ja, ich weiß: Schon im Oktober 2014 hat O2 / Telefónica Deutschland den Mobilfunkanbieter meines Vertrauens übernommen. Doch erst heute bin ich offiziell in einen O2-Tarif gewechselt - mit dem Gefühl, ein Stück Heimat verloren zu haben. Fast 20 Jahren habe ich E-Plus die Treue gehalten. In derselben Zeit habe ich mehrfach den DSL-Anbieter gewechselt. Manchmal nach zwei Jahren oder noch schneller. Ohne große Emotionen. Bei E-Plus war das anders: Ich habe mein erstes Handy 1998 angeschafft. Ein Nokia 5110 mit grasgrüner Oberschale. Farblich passend zum E-Plus-Vertrag. Fast 20 Jahre bin ich dem Anbieter treu geblieben. Das war nicht immer leicht. Zu Anfang klafften große Löcher im Netz des Unternehmens mit dem grünen Singvogel. Dafür übertrug in den Jugendjahren des Handyzeitalters kein D-Netzanbieter Sprache so gut wie E-Plus, und der Service war vorbildlich. E-Plus bot günstige Tarife - wenn auch um den Preis verschleppter Innovationen. Der Paket-Datendienst GPRS stand den Kunden von E-Plus nur mit Verspätung zur Verfügung. Ähnlich schleppend verlief Jahre später die Einführung von UMTS. Dennoch blieb ich E-Plus treu. Denn in seinen Tarifen blieb das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf stets leicht überschaubar und fair. Die Tarife von E-Plus nahmen eine wichtige Pionierrolle ein. So bot das Unternehmen schon 1999 mit "Time & More" ein Tarifmodell mit nur drei Kostenstufen an. Vorboten der Flatrate und sensationell einfach im Vergleich zu den Tarifdschungeln von Telekom und Vodafone! Auch dort konnte man günstig mobil telefonieren, aber nur zu bestimmten Teilnehmern, zu bestimmten Tageszeiten oder nur sonntags. Mit "Free & Easy" verhalf E-Plus dem Prepaid-Handy zum Durchbruch. 2005 brachte E-Plus mit simyo den ersten Mobilfunk-Discounter an den Start. Einfache Kostenstruktur und jederzeit kündbar. Auch für andere Discounter öffnete E-Plus seine Netze - als erster Netzanbieter in Deutschland. Während andere Netzbetreiber alle paar Jahre bei der Politik Schutz vor dem Wettbewerb einklagten, öffnete E-Plus seine Netze für Aldi Talk und ungezählte andere Anbieter. Die Düsseldorfer entwickelten einen Abrechnungsdienst, der es bald jeder Bekleidungskette erlaubte, eigene SIM-Karten anzubieten. E-Plus bewies, dass sich Netzausbau auch mit Wettbewerb finanzieren lässt. Ich bin jetzt O2-Kunde. Ob das auch in Zwei Jahren noch der Fall ist, kann ich nicht sagen. ### Frohe Weihnachten Foto: W.v.Recheneberg ### Linux Presentation Day in Brandenburg Linux Presentation Day: Ein Tag zur Begegnung mit Linux in über 70 deutschen Städten. Und Brandenburg ist dabei. Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) präsentiert am 14. November in der Havelstadt einen Tag lang das freie Betriebssystem Linux, erklärt seine Vorzüge und gibt Tipps zum Einstieg. Von 11 bis 16 Uhr begrüßt die BraLUG Neugierige in den Räumen der Volkshochschule (VHS) Brandenburg am Wredowplatz 1. Bei freiem Eintritt.  Linux Presentation Day: Linux in vielen Variationen Das kostenlose Betriebssystem ist nicht nur außergewöhnlich sicher. Es steht auch in vielen Varianten zur Verfügung. Kein Ärger mit unpraktischen Bedienkonzepten. Bei Linux hat der Nutzer die freie Wahl. Die BraLUG zeigt am Linux Presentation Day mehrere unterschiedliche Varianten, Distributionen genannt. Auch solche, die sich für ältere, schwächere Computer eignen. Die Linux-Experten geben Tipps für die Wahl der richtigen Distribution. Linux Test – kostenlos und unverbindlich Am Linux Presentation Day lädt die BraLUG zum unverbindlichen Linux-Test ein. Besucher dürfen ihren Laptop mitbringen. Vor Ort, in der VHS prüfen Mitglieder der Linux User Group, ob sich der Rechner für Linux eignet. Das vorhandene Betriebssystem und alle Daten bleiben dabei unversehrt. Außerdem führen die BraLUG-Miglieder verschiedene freie Programme vor: Bildbearbeitung mit GIMP, Büroarbeit mit Libre Office, der mächtigen Alternative zu kommerziellen Officepaketen. In einer kleinen Ausstellung zeigt die BraLUG eine Auswahl von Geräten, auf denen viele von uns täglich Linux benutzen. Internet: www.linux-presentation-day.de, www.bralug.de/projekte/lpd/ ### Buchtipp: Das Joomla!-Buch Joomla! zählt zu den am weitesten verbreiteten Content Management Systemen. Das Open-Source-CMS gilt als leicht erlernbar und vielseitig. Eine riesige Community versorgt Joomla! mit Erweiterungen und Templates. Das Joomla!-Buch von Tim Schürmann erklärt jetzt auch unerfahrenen Nutzern Installation und Bedienung von Joomla!   Was ist eigentlich ein CMS? Wie finde ich den richtigen Webhoster? Worauf muss ich bei der Installation eines CMS achten? Vor diesen Fragen sieht sich ein Hobby-Webmaster, wenn er die Homepage für seinen Verein erstellen will, oder ein Handwerker, wenn er im Internet für seinen Installationsbetrieb werben will. Und mit diesen Fragen beginnt auch Tim Schürmann seinen Joomla!-Kurs. Auf 300 Seiten begleitet Schürmann seine Leser durch Aufbau, Einrichtung und Verwaltung eines einfachen Internetprojektes mit Joomla!. Dass er den Einsatz von Joomla! für komplexe Projekte wie einen Webshop nicht detailliert erklärt, sollte man dem Autor nicht vorhalten. Drei Kritikpunkte habe ich anzumerken: Das Joomla!-Buch vernachlässigt den verschlüsselten FTP-Zugang. Mit einem Webhoster, der keinen SFTP-Zugang anbietet, sollte man keine Geschäfte machen - auch wenn es sich nur um eine Vereinshomepage handelt. Noch ein Punkt: Dass ein Webhostingpaket PHP und MySQL bietet, garantiert noch nicht, dass Joomla! in vollem Umfang darauf läuft. Ich habe verschiedentlich die Erfahrung gemacht, dass WordPress auf einigen Paketen trotz PHP und MySQL nur eingeschränkt funktioniert. Es fehlt ein Kapitel über die Vorzüge und Nachteile von Joomla! Als Entscheidungshilfe für Nutzer, die sich noch nicht für ein bestimmtes CMS entschieden haben oder für jene, die mit einem anderen System unzufrieden sind. Mit den oben genannten Einschränkungen kann ich das Joomla!-Buch jedem unerfahrenen Nutzer empfehlen. Tim Schürmann hat mit seinem Buch einen guten Startpunkt für die Website mit Joomla! geschaffen. Tim Schürmann, Das Joomla!-Buch, O'Reilly, erschienen am 28. Mai 2015, 304 Seiten, 19,90 Euro. ### Beherrschen wir das Internet oder umgekehrt? Diskussionsabend in Brandenburg Was ist Medienkompetenz, und wie erlangt man sie? Welche Gefahren lauern im Internet, und wie schützt man sich davor? Welche Informationen sind über mich im Internet zu finden, und wie kann ich die Kontrolle darüber behalten? Brauchen wir einen "Medienführerschein"? Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Fachhochschule Brandenburg laden alle interessierten Brandenburgerinnen und Brandenburger zu einem offenen Diskussionsabend ein. Alle Fragen rund um verantwortungsbewusstes Verhalten im Internet sollen in der Veranstaltung am Donnerstag, 2. Juli, ab 19.30 Uhr auf den Tisch kommen. Aus gesundheitlichen Gründen muss der für den 2. Juli Vortrag geplante Vortrag "Beherrschen wir das Internet oder umgekehrt?" entfallen. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Mit einem Diskussionsabend möchte die BraLUG dieses äußerst wichtige Thema dennoch auf die Tagesordnung bringen. Diskussionsabend: Beherrschen wir das Internet oder umgekehrt? Zielgruppe: Interessierte, Einsteiger, Studierende Termin: Donnerstag, 02. Juli 2015, Zeit: 19.30 Uhr Ort: Fachhochschule Brandenburg, Magdeburger Straße, Brandenburg an der Havel, Informatikzentrum, Raum 035 Eintritt: Frei ### Vortrag: HDR- und Panorama-Fotos mit freier Software HDR hat nichts mit HD zu tun. HDR steht für High Dynamic Range. Für Fotos mit einem höheren Dynamikumfang als eine Digitalkamera normalerweise einfangen und abbilden kann. Dieser hohe Dynamikumfang macht sich vor allem im Sommer bezahlt. Wenn strahlendes Sonnenlicht dunkle Schatten schlägt, erscheinen normale Digitalfotos oft über- oder unterbelichtet. Der erste Teil des Vortrags zeigt, wie man HDR-Fotos schießt und anschließend im freien Bildbearbeitungsprogramm GIMP bearbeitet. Passt das Motiv nicht auf ein einzelnes Foto und ist auch kein ausreichendes Weitwinkelobjektiv zur Hand? Abhilfe schafft hier die Panoramafotografie. Im zweiten Teil des Vortragabends wird gezeigt, wie man aus einzelnen Fotos Panoramabilder mit der freien Software Hugin zusammensetzt. Dabei wird auch kurz erläutert, was bei der Aufnahme der Einzelbilder beachtet werden sollte. Mit dem Vortrag über HDR- und Panorama-Fotos mit freier Software geht die Vortragsreihe der BraLUG und der Fachhochschule Brandenburg in die nächste Runde. Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 04. Juni 2015, um 19.30 Uhr im Raum 035, im Informatikzentrum der FH Brandenburg an der Magdeburger Straße. Weitere Termine: http://bralug.de/termine ### Steuererklärung: Elster Formular auf Ubuntu 14.04 / Linux Mint 17 2015 bringt die Steuerverwaltung Nutzer von Ubuntu 14.04 und Linux Mint 17 zum Schwitzen. So einfach wie in den letzten Jahren fällt die Steuererklärung per Elster Formular auf Ubuntu für das Steuerjahr 2014 nicht aus. ElsterFormular 16.1 setzt die Windows-Laufzeitumgebung Wine in Version 1.7 voraus. Doch in den Quellen findet sich nur die Version 1.6. Geholfen hat mir dieser Workaround von Intux. Allerdings fehlt ein Schritt: Das ElsterfFormular braucht auf Linux außerdem das Script ./winetricks vcrun2013. Ich habe das Script bei github heruntergeladen: wget https://raw.githubusercontent.com/Winetricks/winetricks/master/src/winetricks Alles weitere hat funktioniert wie von Intux beschrieben. Viel Erfolg. ### G7: Anachronismus, von Kritik verschont Die G7-Außenminister tagen derzeit in Lübeck. Weitgehend verschont von Kritik. Denn eigentlich müsste sich der Club fragen lassen, wie "groß" seine Mitglieder noch sind - und was sie allein noch regeln können. Die groß gewordenen ignoriert IS-Terror, Ukrainekrise, Welthunger: Die großen Sieben treten zusammen, die Probleme der Welt zu lösen. USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada zählen zu den G7. Groß gewordene Staaten wie China, Indien oder Brasilien haben die Sieben bisher ignoriert, Russland gerade erst die Tür gewiesen.  Dabei verantworten die Schwellenländer längst einen größeren Teil des weltweiten Wirtschaftswachstums als die in der OECD zusammengeschlossenen Industrienationen. So repräsentieren die G7 vor allem Westeuropa und Nordamerika. Die alte Welt einer gefühlt intakten Nachkriegsordnung. Die Weltbank erodiert Vielleicht bleibt das Treffen der Außenminister in diesem Jahr weitgehend von öffentlicher Kritik verschont - abgesehen von den berechtigten Fragen nach der Legitimation der G7 durch Attac. Dabei sind die G7 im 40. Jahr ihres Bestehens mehr denn je ein Anachronismus. Mit der Gründung der Asiatischen Investitionsbank AIIB durch China erodiert im Augenblick eine der wichtigsten Säulen der alten Weltordnung: Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. So haftet dem Außenministertreffen in Lübeck der nostalgische Charme eines Seniorenkaffeekränzchens an, dessen Teilnehmer sich bei zugeschweißten Gullydeckeln und im Polizeischutz ihrer eigenen Größe versichern. ### c't Special: Neuer Aufruf zum Linux-Umstieg Nein, dies ist kein alter Blogpost. Die c't widmet dem Umstieg auf Linux eine weitere Sonderausgabe. Das aktuelle c't Special "Umstieg auf Linux" verspricht eine "sanfte" Migration von Windows XP, 7 oder 8 zum freien Betriebssystem. Eine Ausgabe wie gemacht für die Berliner Senatsverwaltung. Der Berliner Senat klebt an Windows XP, berichtet das IT-Magazin Pro-Linux. In der Hauptstadt liefen bei Jahresbeginn demnach immer noch knapp 30.000 von insgesamt 70.000 PC-Arbeitsplätzen mit dem Microsoft-Oldie. Für den Extra-Support zahlte die klamme Senatsverwaltung im vergangenen Jahr 300.000 Euro. Den Wechsel zu Linux sagte der Senat ab, der Upgrade auf Windows 7 ist nicht möglich, weil nicht alle wichtigen Anwendungen damit getestet sind. Dennoch hat sich der Senat offenbar mit Win7-Lizenzen eingedeckt - für PC-Arbeitsplätze, auf denen noch XP läuft. Die Lizenzgebühren für Windows 7 zahlt die Hauptstadt trotzdem. Dabei liegen die Vorteile des freien Betriebssystems auf der Hand, und dies ist nur ein Auszug: Keine Lizenzgebühren Keine teuren Antivirenprogramme nötig Anpassbar an Systemvoraussetzungen und Nutzervorlieben Hundertprozentige Umsetzung von Datenschutzbestimmungen Schnelle, verlässliche Updates Einheitliche Updateversorgung für alle Anwendungen Schlüssige Upgradeverfahren auf neue Versionen ### FC Bayern: Abstieg kein Thema mehr Nach dem 6:0 gegen den SC Paderborn hofft der FC Bayern München, seine Krise überwunden zu haben. Trainer Pep Guardiola äußerte sich nach dem Spiel am Samstagabend zuversichtlich. "Ich bin sehr, sehr sicher, dass der Abstieg in dieser Saison kein Thema mehr für uns ist", sagte Guardiola nach dem Spiel gegen den Angstgegner. Mehr noch: Der FCB-Coach sagte, in ihrer jetzigen Form werde die Mannschaft fast sicher einen Champions-League-Platz zu erreichen. Mit dem Sieg sind die Chancen des FC Bayern gestiegen, seine Leistungsträger Arjen Robben und Franck Ribéry halten zu können. Interesse an den beiden Stars hatten unter anderem Borussia Dortmund, Schalke 04 und Werder Bremen angemeldet. Als Spielverderber zeigte sich einmal mehr nur Sportchef Matthias Sammer. Er warnte nach dem Spiel, die Saison sei noch lang, da könne noch viel passieren. ### Ratgeber: Die verbindliche Auskunft vom Finanzamt Bei schwierigen Steuerfragen hilft eine verbindliche Auskunft vom Finanzamt. Vorteil für den Steuerzahler: Das Finanzamt muss später den Steuerfall auch genauso bewerten wie in der Auskunft. Für das Rechnungswesen-Portal.de habe ich zusammengefasst, was Steuerzahler über die verbindliche Auskunft vom Finanzamt wissen müssen.   Ein Unternehmen plant eine Transaktion mit unsicherer steuerrechtlicher Lage. Selbst der Steuerberater ist unsicher, wie das Finanzamt den Vorgang steuerlich bewerten wird. Wie schön, wenn das Finanzamt schon vorher verlässlich sagen würde, wie es den Sachverhalt bewerten wird. Dann wüsste der Unternehmer, was auf ihn zukommt. Eine solche Möglichkeit gibt es. Auf schriftlichen Antrag und gegen Gebühr erhält jeder Steuerzahler eine verbindliche Auskunft. Verbindlich, weil das Finanzamt am Ende einen Sachverhalt genauso bewerten muss, wie es das in der Auskunft getan hat. Zu einer solchen Auskunft sind alle Finanzbehörden verpflichtet. Doch eine verbindliche Auskunft erteilt nur die Behörde, die den Sachverhalt später auch bewerten muss. Das ist nicht immer das zuständige Finanzamt: Steuerzahler mit Wohnsitz im Ausland müssen eine verbindliche Auskunft beispielsweise beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen. Anforderungen an den Antrag auf verbindliche Auskunft Außerdem müssen Antragsteller den Sachverhalt genau beschreiben und ihren Antrag mit allen notwendigen Angaben einreichen. § 1 der Steuer-Auskunftsverordnung (StAuskV) schreibt folgende Angaben vor: die genaue Bezeichnung des Antragstellers, eine umfassende und in sich abgeschlossene Darstellung des zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht verwirklichten Sachverhalts, die Darlegung des besonderen steuerlichen Interesses des Antragstellers, eine ausführliche Darlegung des Rechtsproblems mit eingehender Begründung des eigenen Rechtsstandpunktes des Antragstellers, die Formulierung konkreter Rechtsfragen, die Erklärung, dass über den zur Beurteilung gestellten Sachverhalt bei keiner anderen Finanzbehörde eine verbindliche Auskunft beantragt wurde, die Versicherung, dass alle für die Erteilung der Auskunft und für die Beurteilung erforderlichen Angaben gemacht wurden und der Wahrheit entsprechen. Verbindliche Auskunft nur für zukünftige Steuerfälle Rechnungswesen-Portal-Experte von Rechenberg empfiehlt, Antragsteller sollten sich genau an diese Vorschriften zu halten: "Fehlt nur eine dieser Angaben, wird das Finanzamt den Antrag wegen Formfehlern ablehnen." Beachten sollten Antragsteller auch, dass das Finanzamt nur für zukünftige Sachverhalte zu einer verbindlichen Auskunft verpflichtet ist. Ausnahme: Wenn ein Unternehmer einen dauerhaft auftretenden Sachverhalt umgestalten will, eine Dienstleistung beispielsweise, dann kann er ebenfalls eine verbindliche Auskunft beantragen. Der Steuerzahler beantragt die Auskunft, erhält von der betreffenden Finanzbehörde einen Gebührenbescheid, bezahlt die Gebühr und erhält seine Auskunft. Finanzamt muss sich an Vorgaben seiner Auskunft halten Die verbindliche Auskunft ist zwar ein Verwaltungsakt, gegen den der Steuerzahler Widerspruch einlegen kann. Das Finanzamt ist aber nur verpflichtet, eine rechtlich einwandfreie Einschätzung abzugeben. Wenn der Antragsteller den Sachverhalt auch nach der Auskunft immer noch anders sieht, dann weiß er, dass ein Rechtsstreit mit dem Fiskus droht. Denn das Finanzamt wird in der Regel auch in seiner endgültigen Haltung nicht von seiner Sicht in der Auskunft abweichen. Der Steuerzahler geht mit seiner Anfrage kein Risiko ein, selbst wenn sich das Finanzamt in seiner Auskunft geirrt hat. Sollte sich später herausstellen, dass die tatsächliche Rechtslage für den Steuerzahler günstiger ist, dann gilt die Rechtslage, nicht die Auffassung, die das Finanzamt in seiner Auskunft vertreten hat. Hat sich das Finanzamt zum Vorteil des Steuerzahlers geirrt, dann ist es dennoch an die günstigere Auffassung in der erteilten Auskunft gebunden. Bemerkt das Finanzamt seinen Fehler, kann es die Auskunft zwar widerrufen. Dies gilt aber nicht rückwirkend. Eine Korrektur der Auskunft zum Nachteil des Steuerzahlers wirkt sich also nicht mehr aus, wenn der geplante Steuersachverhalt bereits realisiert ist. Nur in einem einzigen Fall darf das Finanzamt später zum Nachteil des Steuerzahlers von der Rechtsauffassung in seiner Auskunft abweichen: Wenn sich die Rechtslage geändert hat. Gebühr für die verbindliche Auskunft vom Finanzamt Die verbindliche Auskunft vom Finanzamt gibt es nur bei geringfügigen Steuersachverhalten zum Nulltarif. „Wenn der Gegenstandswert der Auskunft unter 10.000 Euro liegt und der Finanzbeamte weniger als zwei Stunden braucht, um die Auskunft auszustellen, dann ist sie gebührenfrei. Ansonsten gilt § 34 Gerichtskostengesetz (GkG). Einen Überblick finden Steuerzahler im Anhang 2 zum GkG. Was Steuerzahler über die verbindliche Auskunft vom Finanzamt wissen sollten, steht ausführlich auf Rechnungswesen-Portal.de: Die verbindliche Auskunft vom Finanzamt: Regeln und Tipps >> ### BraLUG-Vortrag: Der Raspberry PI als Musikmaschine Der Raspberry PI, auf Deutsch Himmbeerkuchen, ist ein kreditkartengroßer Einplatinen-Computer. Die Entwickler wollten einen günstigen Computer erschaffen, der nicht viel Platz braucht und alles kann, was der Nutzer braucht: einen Text schreiben und bearbeiten, Videos abspielen, im Internet surfen. Auch Musik hören kann man mit der Mini-Wunderkiste. Uwe Berger stellt am Donnerstag, 19. Februar 2015, in der Fachhochschule Brandenburg den Raspberry Pi vor und zeigt, was mit dem kleinen Universalrechner geht. Mit dem Vortrag "Der Raspberry PI als Musikmnaschine" geht die Vortragsreihe der Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und der Fachhochschule Brandenburg in die nächste Runde. Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 19. Februar 2015, um 19.30 Uhr im Raum 035, im Informatikzentrum der FH Brandenburg an der Magdeburger Straße. Weitere Termine: http://bralug.de/termine ### BraMM: Pegida in Brandenburg Brandenburg an der Havel bekommt am 26. Januar offenbar auch einen Pegida-Marsch. Das berichtet unter anderem der RBB. Das bedeutet für alle Brandenburger: Demnächst ist montags wohl warme Kleidung und festes Schuhwerk angesagt. Für die einen zum demonstrieren gegen ... was auch immer man gerade zum Kotzen findet. An die anderen - hoffentlich an die Mehrheit - ergeht der Aufruf zur Gegendemonstration. "BraMM-Pegida" haben die Brandenburger Republikaner als Organisatoren ihren Pegida-Klon getauft. BraMM steht für "Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung". Man möchte hinzufügen: Vermutlich auch "gegen Lügenpresse", für die die Meinungsfreiheit selbstverständlich nicht gilt. Sorry, liebe Brandenburger Mitbürger, seht es mir nach. Ich bin Teil der Lügenpresse. Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland wird sich freuen. Braucht er dann doch nicht mehr nach Dresden zu reisen. Gegner von BraMM-Pegida organisieren sich bereits auf Facebook. ### Charlie ist überall ... ... und wir alle sind Charlie. Der Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" am 7. Januar 2015 hat alle Autoren, Journalisten, Publizisten, Karikaturisten und Satiriker in eine harte Realität zurückgeholt, die ihnen vor Augen führt, dass ihre Arbeit nicht belanglos ist und immer noch Mut erfordert. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat ein Spendenkonto für "Charlie Hebdo" und die Angehörigen der zwölf ermordeten Redaktionsmitglieder eingerichtet. ### Lex Google: Europa leistet den Offenbarungseid Das Europaparlament will Google regulieren. Aber mit der Resolution gegen den Internetkonzern leistet Europa einen Offenbarungseid für seine eigene Innovationskraft - und für sein Verständnis von wirtschaftlichen Abläufen im Digitalzeitalter. Internetkonzerne sollen künftig Suchmaschine und andere Dienste voneinander trennen. Die Resolution, die das Europaparlament jetzt beschlossen hat, richtet sich natürlich gegen Google, den Suchmaschinenprimus, den Datenkraken, den Monopolisten. Besonders in Europa ist Google stark. Im Heimatmarkt USA steht der Marktführer im Wettbewerb mit Bing und Yahoo. In Russland liegt Google in Konkurrenz mit dem Suchdienst Yandex. Wettbewerb auch in China: Baidu heißt dort der regionale Konkurrent. Google-Alternativen weitgehend unbekannt In Europa hingegen steht Google allein. Andere Suchmaschinen sind weitgehend unbekannt oder einfach zu schlecht für uns regionalisiert. Eine deutsche oder europäische Konkurrenz für Google gibt es nicht. Warum eigentlich nicht? Weil Google so mächtig und unüberwindlich ist? Unternehmen wir eine Zeitreise: Als das Internet noch jung war, beherrschte eine Handvoll Internetkonzerne den frischen digitalen Markt: Lycos, AOL und - schon damals - Yahoo. Für die Internetsuche verwendete man Altavista. Um die Jahrtausendwende tauchte eine neuer Wettbewerber auf. Es handelte sich um eine minimalistische Suchmaschine. Sie bestand aus nichts als einer Eingabezeile, die schnell lud. Wichtig im Zeitalter der 56k-Modems. Seit 2004 "googeln" wir, wenn wir suchen Der Anbieter - Google - stellte diese Suchmaschine kostenlos jedem Seitenbetreiber zur Verfügung. Schnell fand sich auf fast jeder Internetseite eine Google-Suchbox. schon 2004 nahm der Duden das Wort "Googeln" als Synonym für das Suchen im Internet auf. Vom Startup zum Quasi-Monopolisten - vor allem in Europa. Ist Europa für anderen Konzerne deswegen offenbar uninteressant? Weil die Europäer sowieso mit Google suchen? Google betreibt kein Gas- oder Strommonopol Google hat kein Monopol auf Gasleitungen, ohne die ich frieren müsste. Google betreibt keine Stromnetze, ohne die ich diese Zeilen bei Kerzenlicht auf Papier schreiben müsste. Google betreibt nur eine Suchmaschine, ohne die unsere Europaparlamentarier Bing oder Yahoo benutzen müssten. Google betreibt einen Kartendienst, ohne den unsere Abgeordneten mit Bing Maps zwischen Brüssel und Straßburg pendeln müssten. Sind sie deshalb der Ansicht, dass wir eine Lex Google brauchen? ### BraLUG-Vortrag: Keine CryptoParty BraLUG Logo Alle reden über Privatsphäre im Netz, über Datensicherheit und Verschlüsselung. Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) widmet dem Thema den nächsten Vortragsabend. Titel am Donnerstag, 6. November 2014, um 19.30: "Keine CryptoParty.     Wie funktioniert Verschlüsselung, und was hab ich davon? Man könnte sich über die Funktionsweise von Publik-Key-Kryptographie unterhalten, wie man Festplatten verschlüsselt oder wie man Daten verschlüsselt in Onlinediensten ablegt.Der nächste Vortragsabend der Brandenburger Linux User Group (BraLUG) am Donnerstag, 6. November, um 19.30 Uhr ist der richtige Zeitpunkt, diese und ähnliche Fragen rund um die Datensicherheit zu stellen. Der Ort dazu ist der Raum 035 im Informatikzentrum der FH Brandenburg in Brandenburg an der Havel. Vortrag: Keine Cryptoparty Termin: Donnerstag, 6. November 2014 Uhrzeit: 19.30 Uhr Ort: FH Brandenburg, Magdeburger Straße, Brandenburg an der Havel, Informatikzentrum , Raum 035 Eintritt: Frei Veranstalter: Brandenburger Linux User Group, FH Brandenburg Zielgruppe: Anwender, Einsteiger, Experten ### Ubuntu: Zehn Jahre Linux für Nutzer (c) commons.wikimedia.org Mit dem "warzigen Warzenschwein" fing es an. Unter dem Namen "Warty Warthog" erschien im Oktober 2004 die erste Version von Ubuntu. Zehn Jahre später hat sich die Linux Distribution des schwerreichen Südafrikaners Mark Shuttleworth als Inbegriff für Benutzerfreundlichkeit in der Linux-Szene etabliert.   Unternehmen wir eine kleine Zeitreise: Anfang 2004 wechselte ich zu Linux und sammelte erste Erfahrungen, zuerst mit Fedora Core 3. Nebenbei probierte ich Debian, Suse und Mandrake (heute Mandriva Linux). Schließlich erfuhr ich von einem Linux mit einem merkwürdigen Namen, der in irgendeiner afrikanischen Sprache "Mitmenschlichkeit" oder so etwas bedeutet: Ubuntu. Ich lernte eine Linux Distribution kennen, die auf Debian GNU Linux basierend, eine schlüssige Designvorstellung verfolgte und bereit war, für die Benutzerfreundlichkeit mit der reinen Lehre in Konflikt zu geraten. Ubuntu, der Sudo und die reine Lehre Ein Beispiel war der "Sudo". Wer Software installieren oder etwas am System ändern will, bestätigt die Änderung mit dem Benutzerpasswort. Ein gesonderter Benutzer "Root" ist nicht vorgesehen. Natürlich bedeutet das einen Unsicherheitsfaktor. Ubuntu findet Argumente für den Sudo: Kein Benutzer muss sich zwei Passwörter merken. Das ist nicht nur einfacher, es führt den Nutzer auch nicht in Versuchung, statt des Benutzerkontos ständig den Root-Zugang zu benutzen, wie es Nutzer von Windows XP oft taten. Das dauerhafte Arbeiten oder Surfen als Root, als Systemadministrator, gefährdet das System weit mehr als der Sudo. Ubuntu verfolgte noch einen zweiten Ansatz. Regierte in Linuxforen bis dahin ein erschreckender Mangel an sozialer Kompetenz. Anfänger ließ man auflaufen. Linux vor Ubuntu war oft eine Angelegenheit von Nerds für Nerds. Ubuntu scharte schnell eine Gemeinschaft um sich, die mit großem missionarischem Eifer  um Einsteiger warb. In den Foren wachten die Administratoren über einen freundlichen Ton, auch gegenüber Anfängern, die ihre Probleme nicht immer genau beschreiben konnten. Ubuntuusers.de hat sich bis heute zur wohl umfangreichsten deutschsprachigen Wissenssammlung über Linux im deutschsprachigen Internet entwickelt. All dies geschah, obwohl Ubuntu der basisdemokratische Charakter von Debian fehlte. Release Parties für Breezy, Dapper, Lucid Shuttleworth, der sich selbst zum "wohlwollenden Diktator auf Lebenszeit" ernannte, gab den Fans eine einfache Idee von Gutmenschentum, die die Menschen inspirierte, die sie weiterentwickelten: in den Foren ebenso wie in den zahlreichen Ubuntu User Groups. Dazu gab Shuttleworth seinen Fans einen festen Kalender mit regelmäßigen Events. Jedes Jahr im April und Oktober erschien Ubuntu in einer neuen Ausgabe mit einem neuen knuffigen Namen. Blogs und Foren nahmen den Stein auf. Die regionalen Gruppen veranstalteten Release-Parties für Hoary Hedgehog, Breezy Badger, Dapper Drake, Lucid Lynx oder wie sie alle hießen. Anfangs bekam jede Version Gegenwind aus den Kreisen der älteren Distributionen. Eingefleischte Nutzer von Debian warfen Ubuntu vor, es spalte die Linuxwelt: Schließlich sei jeder Ubuntunutzer ein Debiannutzer weniger. Ubuntu ziehe Entwickler von Debian ab, Shuttleworth nutze die Basis von Debian und gebe nie etwas zurück. Ob die Vorwürfe stichhaltig waren, müssen andere beurteilen. Fakt ist: Jahre lang haben Debian und Fedora kaum Leute für sich interessiert, die einen Computer einfach nur benutzen wollen. Völliges Unverständnis löste die Tatsache aus, dass Ubuntu so schnell so viel Erfolg hatte, obwohl es nie so stabil war wie Debian und nie so aktuell wie Fedora. Aber es ging nicht um Technik, sondern um ein Benutzererlebnis. Mark Shuttleworth hat das gewusst und so konsequent danach gehandelt wie vor ihm nur Apple-Gründer Steve Jobs. Linux im Moma Ubuntu hat rückblickend Linux wohl mehr genützt als geschadet. Vor dem Auftritt von Ubuntu galt Linux außerhalb der Fangemeinde als spleeniger Zeitvertreib von blassen Computerfreaks mit dicken Brillen. Der sicher nicht immer berechtigte Hype um Ubuntu brachte Linux in die Mainstreammedien. Als Microsoft im April 2014 den Support für Windows XP einstellte, berichtete sogar das Morgenmagazin in ZDF und ARD über Ubuntu als mögliche Alternative. Ubuntu hat der Linuxgemeinschaft noch einen Dienst erwiesen. Selbst Experten-Distributionen wie Gentoo oder Arch, ja sogar das konservative Debianprojekt: Alle bemühen sich heute um einen freundlichen Umgangston in Communities und Foren. Auf der Basis von Ubuntu entstanden neue Distributionen wie Linux Mint. Es entwickelte sich ein regelrechter Wettlauf um das benutzerfreundlichste Konzept. Das lässt uns auf die nächsten zehn Jahre hoffen. ArsTechnica feiert den zehnten Geburtstag von Ubuntu mit einem Rückblick, der auf Deutsch bei Zeit Online nachzulesen ist. Wer das erste Ubuntu noch einmal erleben will, kann heute noch Warty Warthog herunterladen. ### Upgrade zu Linux Mint 17 Mit Linux Mint 17 Qiana hält der Systemcheck von Ubuntu auch bei Mint Einzug. Bei jedem 30. Systemstart prüft nun auch Mint alle Laufwerke. An sich eine gute Sache, aber für privat genutzte Systeme aber doch des Guten zuviel. Ein "Howto: Systemcheck verschieben" habe ich in diesem Blog schon veröffentlicht. Das Verfahren funktioniert auch bei Mint. Irritiert bin ich vom Upgradeprozess von Linux Mint. Mint sieht kein Online-Update vor, wie es beispielsweise bei Ubuntu üblich ist. Dort aktualisiert sich das System auf einen Mausklick über das Internet. Dieser Prozess gilt den Entwicklern von Linux Mint als zu fehleranfällig. Mint empfiehlt ein Upgrade über eine frische Installation. Mit einem Datensicherungswerkzeug (Backup-Tool) soll der Nutzer nicht nur Daten, sondern auch alle installierten Programme sichern. Nach der frischen Installation soll der Nutzer seine Daten - und seine Anwendungen - wieder auf das System aufzuspielen. Über die Datensicherung kann ich nichts Berichten. Mein /home-Verzeichnis liegt in einer eigenen Partition, die bei der Installation unberührt bleibt. Die Rücksicherung der installierten Anwendungen hat in meinem Fall reproduzierbar nicht funktioniert. Mir ist nicht klar, wo ich einen Fehler gemacht habe. Ich musste zweimal nach der Installation meine Programme neu zusammenstoppeln. Hier sollte Mint allmählich dem Upgrade von Ubuntu vertrauen, der in der Praxis mittlerweile ohne böse Überraschungen abläuft. ### Gegen Freihandelsabkommen CETA aus Angst vor Paralleljustiz Mit dem kanadisch-europäischen Freihandelsabkommen CETA sei Europa "auf dem Weg in die Paralleljustiz". Die markige Schlagzeile stammt nicht etwa von der Linkspartei oder einem NGO, sondern von der Tagesschau. Die Nachrichtenredaktion stellte jetzt den 1500 Seiten starken Text des Abkommens zum Download. Das Kampagnennetzwerk campact.de sammelt Unterschriften gegen CETA. Diesem Aufruf schließe ich mich an. Es geht um Folgendes:   Das Abkommen räume Unternehmen die Möglichkeit ein, staatliches Handeln vor nicht-öffentlichen Schiedsgerichten zu verhandeln, argumentieren die CETA-Kritiker. Unternehmen könnten dann entgangene Profite einklagen. Ein Beispiel: Ein Energieunternehmen sieht sich durch den Atomaustieg um sichere Gewinne gebracht. Diese Profite könnte das Unternehmen dann vor einem Schiedsgericht einklagen, dessen Spruch bindend wäre. Die Bundesregierung müsste die Forderung dann bezahlen oder den Atomausstieg zurücknehmen. Ich befinde mich derzeit noch im Studium des Abkommens. Ich kann derzeit noch nicht bestätigen, dass das Abkommen eine solche Passage enthält. Dennoch schließe ich mich der Unterschriftenkampagne gegen CETA an. Das hat folgende Gründe: Die Beratungen über das Freihandelsabkommen CETA, wie über das ähnlich gelagerte Abkommen TTIP fanden weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Zustandekommen von CETA ist einem Europa, in dem ich leben möchte, nicht angemessen. Die Zeit drängt. Ich fürchte, sie reicht nicht, den Text des Abkommens zu lesen, zu verstehen und zu einer eigenen Meinung zu kommen. Da es jedoch um wichtige Weichenstellungen geht, die schlimmstenfalls demokratische Entscheidungen aushebeln können, bin ich gegen CETA. Für einen durchschnittlichen deutschen Leser ist das Abkommen nicht zu verstehen. Das wäre es vermutlich auch auf Deutsch nicht. Aber auf Deutsch könnten sich wenigstens Menschen schnell darin orientieren, die das Lesen von juristischen Texten gewohnt sind. Allein dafür, dass dieses wichtige Dokument nicht in allen wichtigen Sprachen Europas zugänglich gemacht wird, haben die Unterhändler eine Mahnung verdient. ### Technics: Comeback unterm Weihnachtsbaum Viele HiFi-Freunde und Fans der Marke wird es freuen: Panasonic bringt die Marke Technics zurück. 2010 hatte der Matsushita-Konzern (Panasonic, Technics) mit dem Plattenspieler SL1210  das letzte Technics-Gerät ins Museum geschickt. Rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum und zum Weihnachtgeschäft soll Technics nun wieder auferstehen. Als Gesicht der Marke fungiert die Pianistin Michiko Ogawa, die bei Jazz- und Klassikhörern gleichermaßen Respekt genießt. Man strebe nach einem dynamischen Klangbild, nach dem "definitiven Sound" berichtet Heise von der Technics-Präsentation auf der Internationalen Funkaustellung (IFA) in Berlin. Das sollte Technics auch. Nur zwei Gerätelinien will die Marke auf die Gabentische bringen. Die Referenzserie R1 soll 40.000 Euro kosten. Die Premiumserie aus vier Geräten soll bei 5.000 Euro liegen. Ob es wohl auch irgendwann wieder einen Plattenspieler in der großen Technics-Tradition geben wird? ### Neue URL bei Google+ google.com/+WolffvonRechenberg: Das ist meine neue nutzerdefinierte Adresse bei Google+. Da fühlt man sich doch gleich als +Premium-Nutzer. Ein Blick auf die Kriterien, nach denen Google die +URL mit dem +Eigennamen gewährt, ernüchtert: Nur drei Kriterien muss der Nutzer des Sozialen Netzwerks erfüllen: Mindestens 10 Follower Mindestens 30 Tage dabei Profil mit Bild Google wirft die URLs den Nutzern von Google+ hinterher. Sei es drum: Ich habe meine Google+URL. ### Das Contao-Projekt 1: CMS mit Installations-Check Mit dem CMS (Content Management System) Contao habe ich im Dienst der Wochenzeitung "Die Kirche" bereits gearbeitet. Die Website der Kirchenzeitung läuft mit Contao (www.die-kirche.de/). Die Stärken des Sytems nach meinen Erfahrungen liegen in einer sehr gut steuerbaren Rechteverwaltung einem logisch aufgebauten Backend, das leicht erlernbare Arbeitsabläufe unterstützt. Als Schwäche von Contao ist mir nur eines aufgefallen: Wenn es um Blogs geht, kann Contao Wordpress nicht das Wasser reichen. Für diese Webseite kommt daher ein Wechsel auf Contao nicht in Frage. Contao bietet sich jedoch als Lösung für eine andere von mir technisch verwaltete Internetpräsenz an. In den kommenden Woche werde ich prüfen, ob sich Contao als Nachfolger für das Einfach-CMS Gpeasy , mit dem ich die Seite der Auferstehungskirchengemeinde zu Brandenburg an der Havel verwalte.   Contao-Check vor der Installation Mit dem Contao-Check verfügt das als Typolight entstandene CMS über ein Tool, das sich andere Projekte zum Vorbild nehmen sollten. Damit können Website-Betreiber prüfen, ob ihr Hostingpaket die Voraussetzungen für Contao erfüllt. Wir laden uns also zunächst bei contao.org den Contao-Check herunter. Das ZIP-Archiv entpacken und den Ordner "Check" in den Webspace hochladen. Mit dem Browser rufen wir den Ordner einfach auf. Danach erscheint dann eine Übersicht wie die Folgende: Wir sehen: Grundsätzlich lässt der Webspace eine Installation von Contao zu. Allerdings mit Einschränkungen. Das hatte ich befürchtet, weil ich Wordpress auf dem Webspace schon probiert und festgestellt hatte, dass mit dem Webhosting-Paket wichtige Funktionen im Backend (dem Verwaltungsbereich) nicht zur Verfügung stehen. Die Meldungen von Contao-Check im Einzelnen: Contao lässt sich installieren. Ich brauche keinen Safe Mode Hack. Ich weiß nicht, ob ich wissen will, was das ist. Ich bin froh, dass ich keinen Safe Mode Hack brauche. Ich kann das Live-Update nicht nutzen. Mit dem Live Update können Anwender komfortabel zu einer neuen Contao-Version wechseln - ein Datenbank-Backup inbegriffen. Das Live Update gibt es nicht gratis. Für den Anfang soll uns das nicht stören. Ich kann das Extension Repository benutzen. Contao kommt bereits in Grundversion mit vielen Funktionen. Trotzdem: Gut, zu wissen. Ich kann den Composer package manager nicht verwenden. Wenn ich richtig informiert bin, soll er langfristig das Extension Repository ersetzen. Wir werden also zunächst einmal ohne den Composer package manager auskommen. Ein tolles Detail des Contao-Check: Er erlaubt gleich im Anschluss die Installation. Dieses Angebot werde ich dann wohl annehmen. Doch das ist eine andere Geschichte. Soweit zunächst zum Contao-Check. Ich freue mich auf Ergänzungen, Richtigstellungen und Kommentare. ### Neues Widerrufsrecht bei Downloads und Apps Am 13. Juni 2014 tritt EU-weit ein neues Widerrufsrecht in Kraft. Vor allem Online-Händler, die Inhalte (Software, Apps, E-Books etc.) zum Download anbieten, sollten schnell handeln. Das Wichtigste in Kürze: Rechtzeitig umstellen: Online-Shops müssen ab dem 13. Juni neue Widerrufsbelehrungen für Privatkunden online haben. Mustertexte gibt es bei den Industrie- und Handelskammern oder beim E-Commerce-Branchenverband BEVH. Abmahnsicher müssen die neuen Texte direkt ab 0 Uhr zu sehen sein. Aber auch keine Minute vor Mitternacht. Denn zu dann gilt ja noch das alte Recht. Tipp: Webshop vorübergehend vom Netz nehmen. Widerrufsrecht erlöschen lassen: Das Widerrufsrecht bei Downloads kann erlöschen. Nämlich dann, wenn der Kunde vor dem Download darauf hingewiesen wird, dass mit dem Beginn des Downloads sein Widerrufsrecht erlischt. Diese Belehrung muss er bestätigen, dann beginnt der Download. Tipp: Händler, die ihren Shop auf der Webshop Plattform bei Strato hosten lassen, bekommen auf Anfrage eine leicht verständliche Anleitung, wie sich diese Abfrage integrieren lässt. Andere Anbieter sollten ähnlich vorgesorgt haben. Achtung! Selbst, wenn das Widerrufsrecht bei praktisch allen Käufen erlischt, muss der Shop-Betreiber dennoch eine Widerrufsbelehrung veröffentlichen. Ausführlich habe ich das Thema für FindSoftware.de recherchiert: Tipps für Onlineshops: EU-Widerrufsrecht bei Downloads und Apps. ### Burn Out: Wie Unternehmen vorbeugen können Foto: Reimus.NET/Rechenberg Führungskräfteberater Klaus Dobrindt erklärt im Interview mit Controllingportal.de: Burn Out bedroht gerade die engagiertesten und kompetentesten Mitarbeiter. Viele Unternehmen beugen bereits vor. Dobrindt erklärt, was Arbeitgeber tun sollten und warum Burn Out auch ein Thema für Controller sein sollte. Wenn Unternehmen das Burn-Out-Risiko ihrer Mitarbeiter senken wollen, müssen Sie Anreize für kollegiales und gesundheitsförderndes Verhalten setzen. Das sagte der Augsburger Führungskräfteberater Klaus Dobrindt im Gespräch mit mir für die Internetplattform Controllingportal.de. Jeder vierte Arbeitnehmer erkranke im Laufe seines Berufslebens an einer psychischen Störung, die behandelt werden müsse, erklärte der Experte vom Arbeitsschutzspezialisten BAD Gesundheitsschutz und Sicherheitstechnik mit Sitz in Bonn. Die Diagnose Burn Out ziehe in der Regel lange Krankheitszeiten nach sich. Wachsende Lücke zwischen steigenden Anforderungen und sinkendem Sicherheitsgefühl Dobrindt beobachtet eine wachsende Lücke zwischen steigenden Anforderungen einerseits und einem schwindenden Sicherheitsgefühl andererseits. Arbeitnehmer übernähmen die Erwartungen als eigene Einstellungen. „Viele der Einstellungen die gefährlich sind, spielen eine große Rolle für den Erfolg des Unternehmens und für das persönliche Vorankommen im Unternehmen. Die Betroffenen haben eine hohe Loyalität, eine hohe Verantwortungsbereitschaft und eine hohe Leistungsbereitschaft – und sie können sich schlecht abgrenzen“, warnt der Experte im Gespräch. Auch das Controlling in Unternehmen könne dabei helfen, den Druck auf die Mitarbeiter zu verringern: „Wichtig wäre Transparenz. Die Mitarbeiter in den anderen Abteilungen müssen verstehen, warum hier schon wieder ein neues Verfahren eingeführt wird oder dort noch mehr Daten erhoben werden müssen. Wenn ich den Grund kenne, dann kann ich die Anweisungen ohne inneren Konflikt befolgen.“ Unternehmen sollten ihre Führungskräfte sensibilisieren Unternehmen könnten natürlich nicht alle psychischen Belastungen ausgleichen, zumal oft private Krisen hinzukämen. Dobrindt rät Arbeitgebern, ihre Führungskräfte zu schulen, Symptome bei Mitarbeitern frühzeitig zu erkennen: „Dann kann man die Gründe analysieren. Ist der Leistungsdruck zu hoch? Hat der Betroffene die notwendigen Kompetenzen für seine Aufgaben? Oder hat er Probleme in der Familie?“ Unternehmen sollten vorbeugen, empfiehlt Dobrindt, denn: „Es fallen Mitarbeiter mit hohem Engagement und wertvollen Kompetenzen aus.“ Unternehmen sollten bei der Auswahl von Führungskräften stärker auf gesundheitsbewusstes Verhalten und soziale Kompetenz setzen. In vielen Unternehmen habe er das schon beobachtet, erklärt er: „Wenn Jemand in höhere Führungspositionen gekommen ist, dann hat das eine Vielzahl von Gründen gehabt, und es waren meistens nicht diejenigen Mitarbeiter, die immer vorangegangen sind. Da spielen Kontakte eine Rolle, die Beziehungsfähigkeit spielt eine immer größere Rolle und natürlich spielt die Fachkompetenz eine Rolle. Es kann eine Rolle spielen, dass sich jemand gut abgrenzen kann. Dass er nach der Arbeit Fußball spielt.“ Zur Person: Klaus Dobrindt ist Mitarbeiter- und Führungskräfteberater bei der BAD GmbH, die auf Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik spezialisiert ist. ### Champions-League-Halbfinale: Noch nicht Matt für Pep Im Halbfinale der Chamions League gegen Real Madrid fehlte dem FC Bayern München Torgefahr, weil Trainer Pep Guardiola seiner eigenen Spielphilosophie nicht traute. Am Ort seiner größten Triumphe, im Madrider Bernabeu Stadion, hat Bayern-Trainer Pep Guardiola einen Albtraum erlebt. Ausgerechnet in jenem Stadion, in dem er als Trainer des FC Barcelona nie ein Spiel verloren hat, traute Guardiola jenem Spielsystem nicht mehr, das Barca so viele nationale wie internationale Titel beschert hat. Gegen Real Madrid setzte Guardiola nicht auf sein Spiel mit wendigen, intelligenten und torgefährlichen Mittelfeldspielern wie Thomas Müller oder Mario Götze. Er setzte auf das Heynckes-System, in dem Ribery den Ball nach vorn bringt. Seitenwechsel auf Arjen Robben, Pass auf Mario Madzukic, Tor. Doch die Real-Abwehr schirmte den Bayernstürmer von jedem Ballkontakt ab. Niederlage mit Vorgeschichte Die Niederlage hat ihre Vorgeschichte in der Bundesliga, die Guardiola längst abgehakt hatte. Abgehakt, aber wohl doch nicht überwunden. Der Strafraumstürmer Mandzukic soll sich Anfang des Jahres schon mit Wechselgedanken getragen haben, weil er im Guardiola-System keinen Platz hatte. Doch die Ligagegner stellten sich allmählich auf den neuen FC Bayern ein. Sie unterbanden die Ballstaffetten, griffen bereits im bayerischen Strafraum an. Im Prestigeduell gegen Borussia Dortmund mussten die Bayern so drei Treffer im eigenen Stadion kassieren. Noch vor dem Titelgewinn setzte Pep Guardiola immer häufiger auf den "alten" FC Bayern. Immer öfter mussten die Stürmer Mandzukic und Claudio Pizarro einspringen. Ein siegreicher FC Bayern trug am Ende immer seltener Guardiolas Handschrift. Pep Guardiolas flüchtige Handschrift So lief der FC Bayern auch in Madrid mit Mandzukic auf. Und ausgerechnet im Bernabeu Stadion zu Madrid erwies sich das als Fehler. Zu spät sah Guardiola seinen Fehler ein. Müller und Götze konnten eine Viertelstunde vor Abpfiff dem inzwischen längst verunsicherten FC Bayern keinen Siegeswillen mehr einhauchen. Fußball auf einem solchen Niveau wird gern als Rasenschach bezeichnet. Bleiben wir im Bild: Der Altmeister Carlo Ancelotti (Real Madrid) hat Pep Guardiola eine Lehrstunde in Sachen Taktik erteilt. Eine 0:1-Schlappe ist keine Entscheidung. Gewinnt der FC-Bayern München sein Heimspiel 2:0, kann Pep fürs Champions-League-Finale planen. Eine Hypothek ist das Ergebnis von Madrid, weil den Bayern kein Auswärtstor gelungen ist. Sollte Real in München ein Tor schießen, dann kann am Ende ein Matt für Pep stehen. ### Lubuntu als Ersatz für Windows XP Lubuntu macht als Ersatz für Windows XP auf altersschwachen Rechnern das Rennen gegen andere Ubuntu-Versionen. Zeit zum Wechseln, denn seit dem 8. April wird XP nicht mehr unterstützt. Nutzer, PC und XP gemeinsam in die Jahre gekommen Der Abgang von Windows XP am vergangenen Dienstag hat Ubuntu Linux sogar den Weg ins Frühstücksfernsehen bereitet. Das zeigt die Verzweiflung im Volk. Eine ganze Nutzergeneration ist mit XP in die Jahre gekommen. Viele Nutzer werden wohl bis zuletzt gehofft haben, dass es doch irgendwie mit XP weitergeht. Nun könnte man sagen: Kein Problem, wechseln wir zu Wondows 7 und haben wenigstens bis 2020 Ruhe. Doch Windows 7 und 8 brauchen Arbeitsspeicher im Gigabytebereich, und viel Hardware in Privathaushalten ist mit dem Betriebssystem und dem Nutzer in die Jahre gekommen. Da hörte man oft, Ubuntu könne die Rettung bringen. Doch unter 1 GB RAM macht auch Ubuntu keinen Spaß. Lubuntu: der ideale Nachfolger für Windows XP Grundsätzlich finde ich die Ubuntu-Basis eine gute Empfehlung. Kein Windowsnutzer wird begreifen, dass er für sein neues Betriebssystem zwei Passwörter braucht. Als Alternativen zum leistungshungrigen Unity-Desktop bieten sich die sparsameren Xubuntu (mit XFCE-Desktop) und Lubuntu (mit LXDE-Desktop) an. Ich rate zu Lubuntu aus zwei Gründen: LXDE gibt sich noch genügsamer als XFCE. LXDE bietet als einziger Ubuntu-Ableger eine textbasierte Installation (Alternate). Besonders dieser zweite Grund macht Lubuntu interessant. Wir sollten daran denken: Der grafische Installer von Ubuntu belegt 700 MB Arbeitsspeicher. Eine alte Kiste mit 500 MB RAM kommt da ins Schwitzen. Tipp für alle, die auch auf einem alten Schätzchen nicht auf den grafischen Installer verzichten möchten: Nicht aus der Startauswahl von Lubuntu in den Installer booten, sondern erst das Live-System starten. Das läuft besser, wenn der Speicher knapp wird. Auf einem leistungsschwachen PC ist die Alternate-Installation die beste Wahl. Das läuft anstandslos durch. Einige Dinge gilt es zu beachten: Der textbasierte Installer kennt keine Auswahl für die Installation von Multimediaprogrammen (MP3, Flash etc.). Wer die Installation als Freundschaftsdienst ausführt, sollte daran denken, anschließend noch die Pakte "gstreamer-ugly" und "flash-installer" nachzuinstallieren. Die Textinstallation spielt keine Aktualisierungen (Updates) ein. Auch das sollte man erledigen, bevor man sich verabschiedet. Firefox gibt es nach der Installation nur in Englisch. Als Grund nennt der Browser, dass das deutsche Sprachpaket inaktuell ist. Ich habe noch keinen Weg gefunden, Firefox in Lubuntu 13.10 einzudeutschen. Nach der Installation steht dem Windowsmigranten nach der Installation ein Desktop zur Verfügung, der genau das hat, was auch XP hatte: Ein Startmenü unten links, über das man Programe aufruft. Aus meiner Erfahrung bereitet Lubuntu kaum Eingewöhnungsprobleme. Zum Abschluss noch eine Kleinigkeit: Vor allem ältere Nutze bevölkern ihren Desktop gern mit einem Chaos von Dateien aller Art. Der Lubuntu-Dateimanager PCManFM verwaltet den Desktop aber nur als Ordner. Abhilfe schafft der folgende einfache Kommandozeilenbefehl: $ pcmanfm -d --desktop Viel Spaß mit Lubuntu. ### Der Mindestlohn kommt | Beitrag auf Lohn1x1 Der Mindestlohn scheint beschlossene Sache. Nur der Bundesrat könnte das geplante Gesetz noch verhindern. Da die Ministerpräsidenten in die Beratungen eingebunden waren, steht das nicht zu befürchten. So werden für die meisten Arbeitnehmer Löhne unter 8,50 ab 2015 Geschichte sein. Kritik hagelt es derzeit für die Ausnahmen für Langzeitarbeitslose, Jugendliche und Praktikanten. Der Bundesregierung muss man zugutehalten, dass sie die Ausnahmen strikt eingegrenzt hat und deren Wirkung beizeiten prüfen will. Der Mindestlohn ist zudem nur Teil eines "Gesetzes zur Stärkung der Tarifautonomie". erleichtert es den Tarifpartnern, Abschlüsse für branchenweit verbindlich zu erklären. Was die Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf vorgesehen hat, habe ich für einen Beitrag auf Lohn1x1 zusammengefasst: Der Mindestlohn kommt. ### ct Special zum Ende von Windows XP: Umsteigen auf Linux | heise online Wenn Microsoft im April die Unterstützung für Windows XP einstellt, wird das beliebteste PC-Betriebssystem endgültig zum Sicherheitsrisiko. Der Heise Verlag bietet mit dem neuen c't-Special eine Anleitung für den Umstieg auf Linux. ct Special: Umsteigen auf Linux | heise online. Dem Heft liegt eine DVD mit Ubuntu 13.10 bei. Leider bedeutet das für den Nutzer: Irgendwann im April steht ein Upgrade auf die Version 14.04 an. Viele Umsteiger, die zehn Jahre lang dasselbe Betriebssystem auf dem PC hatten, könnte das verunsichern. Aber eine Wahl hatte die c't wohl nicht. Denn Ubuntu ist die bekannteste nutzerfreundliche Linux-Distribution. Namen wie PCLinuxOS oder selbst das früher so beliebte Suse hätten wohl zusätzlich verunsichert. ### Vortrag an der FH Brandenburg: Ansprechende Präsentationen mit Impress Wie man mit Impress Präsentationen erstellt, zeigt ein Vortrag am Donnerstag, 27. März 2014, in der FH Brandenburg. Kein Vortrag, kein Geschäftsmeeting, kein Kundengespräch ohne Präsentationen. Selbst auf privaten Feiern kann man mit einer schicken Bilderschau auftrumpfen - wenn man weiß, wie es geht. Die notwendige Software gibt es umsonst. Das Programm Impress ist Bestandteil der freien Büropakete LibreOffice und OpenOffice.org. Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Fachhochschule Brandenburg zeigen, wie Anwender mit Impress zu guten Präsentationen gelangen. Alle Tipps funktionieren mit Libre- und OpenOffice.org. Wer einen eigenen Laptop mit einem OpenOffice.org oder Libreoffice ab Version 3.0 mitbringt, kann die Beispiele direkt ausprobieren. Vortrag: Ansprechende Präsentationen mit Impress Termin: Donnerstag, 27. März 2014, Zeit: 19.30 Uhr Ort: Fachhochschule Brandenburg, Magdeburger Straße, Brandenburg an der Havel, Informatikzentrum, Raum 035 Eintritt frei Zielgruppe: Anwender Mein eigener für den 27. März geplanter Vortrag über die Bildbearbeitung mit dem freien Programm GIMP musste aus terminlichen Gründen leider entfallen und wird zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt. ### Abschied von der Wochenzeitung "die Kirche" Foto: Wolff von Rechenberg Mein Gastspiel bei der Wochenzeitung "die Kirche" endet de facto am heutigen Tag. Wie könnte der besser beginnen als mit einem Kaffeefleck auf dem Hemd? Auch der letzte Montag in der Deutschen Bahn bleibt eben ein Montag. Am Dienstag, 1. April trete ich meine neue Stelle in der Redaktion der Firma Reimus.net an. In Brandenburg an der Havel, was einem Sechser im Lotto gleichkommt. Regelmäßige Leser meines Blogs haben registriert, dass ich in der Vergangenheit schon einige Beiträge vor allem für das Rechnungswesen-Portal verfasst habe. Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die mir im Dienst der "Kirche" mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, die mich auf spannende Themen hingewiesen haben und mich mit Hintergrundinformationen versorgt haben. Vieles habe ich nicht mehr in die Tat beziehungsweise in einen Artikel umsetzen können. Dafür bitte ich um Nachsicht. So! Das war der Gong für meinen Bahnhof. Ich muss raus. Auch das zum vorerst letzten Mal. ### OKR – Googles Wunderwaffe für den Unternehmenserfolg » t3n OKR (Objectives and Key Results): Dahinter verbirgt sich das Geheimnis für den Unternehmenserfolg von Google und anderen Internetunternehmen. Thomas Kemp erklärt für t3n die Prinzipien von OKR: OKR – Googles Wunderwaffe für den Unternehmenserfolg oder: Raus aus der Komfortzone » t3n. OKR besteht im Vereinbaren von Fernzielen und Schlüsselergebnissen auf dem Weg dorthin. Allerdings ziehe ein Nichterreichen von Zielen beim OKR keine Strafen nach sich, schreibt Kemp. Das unterscheide OKR von MbO (Management by Objectives). Vielmehr soll OKR Mitarbeiter motivieren, sich ehrgeizige Ziele zu setzen - außerhalb der Wohfühlzone, wie Kemp schreibt. Außerdem gehe Google sehr offen mit OKR um. So sollte jeder Mitarbeiter die OKR seiner Kollegen kennen. Das soll den Teamgeist fördern. ### Das Europa der Memmen | Carta Das Europa der Memmen gibt im anstehenden Europawahlkampf den Ton an. Das fürchtet Frank Stauss und hält diesem Europa einen Spiegel seiner Erfolgsgeschichten vor. Erfolgsgeschichten, die ohne Europa gar nicht möglich gewesen wären. Wenn heute 75 Prozent der Deutschen sagen, es ginge ihnen gut, dann muss Europa doch irgendetwas richtig gemacht haben. Bitte unbedingt lesen und weiterempfehlen. ### Wordpress-Blog offline durch geschütztes Verzeichnis bei 1&1 Ich bitte um Verzeihung, dass ich zwei Tage offline war. Die Verantwortung trage ich nicht allein. Mein Webhoster wies mich auf eine weitere Möglichkeit hin, mein Blog zu sichern: https://hilfe-center.1und1.de/vertrag-und-rechnung-c82631/hosting-und-ebusiness-c82784/passwoerter-und-zugaenge-c82786/verzeichnisschutz-im-1und1-control-center-einrichten-a790593.html Ich habe diesen Hinweis befolgt und damit nicht dieses Blog, sondern auch das ebenfalls von mir betriebene Bahn-Blog www.bahnsteig3.de abgeschaltet. Der Hinweis scheint mir zumindest im Zusammenhang mit Wordpress-Installationen, nicht zu passen. Für all jene, die ebenfalls ein Wordpress-Blog bei 1&1 hosten lassen und die vom Hoster vorgeschlagene Absicherung ausprobieren wollen: Wichtiger Hinweis: Vor dem Anlegen eines geschützten Verzeichnisses im Control Center sollten Seitenbetreiber die alte .htaccess offline sichern. Das Anlegen des geschützten Verzeichnisses löscht die auf dem Server vorhandene .htaccess. Nach dem Einrichten des geschützten Verezicnisses waren meine Blogs vollkommen abgeschaltet. Nachdem ich das geschützte Verzeichnis im Benutzerbereich wieder gelöscht hatte, funktionierte die Weiterleitung von der Startseite des Blogs nicht. Erst durch Hochladen der vorher verwendeten .htaccess habe ich meine Blogs wieder online gebracht. [update 03.03.2014] 1&1 hat die Lücke in der Anleitung eingeräumt und eine aktualisierte Version angekündigt. [/update] ### Karneval aus der Schweiz Liebe Schweizer, vielen Dank für euer grandioses Gesetz zur Begrenzung der Zuwanderung. Das ist für mich der gelungenste Beitrag zum Karneval dieses Jahr. Und das ist kein geringes Lob. Denn erst neulich las ich auf der Titelseite eines Berliner Boulevardblattes, dass 2016 der erste Flieger vom BER starten soll. Was brüllt in Berlin eigentlich der Saal, wenn einer so ein Ding raushaut? Hellau? Alaaf? Der Mehdorn, der weiß, wie man die Bütt rockt. Das ist harte Konkurrenz. Aber nichts im Vergleich zu dem närrischen Treiben, das ihr ausgelöst habt, liebe Narren und Narreliesen zwischen Oberrheingraben und Luganersee.  Okay, ich gebe zu: Ich habe mich noch nicht damit befasst, was da genau drin steht, in diesem Gesetz. Aber das haben viele von denen auch nicht getan, die sich jetzt darüber aufregen. Ihr seid ja verwegene Outlaws! Ihr lebt den Traum, den in fast jedem EU-Land irgendeine Partei dem Wahlvolk verkaufen will. Großbritannien fürchtet einfallende Horden aus Albanien, hier sieht man Bulgaren und Rumänen mit Sack und Pack vor Berlin stehen. Und Ihr, liebe Nachbarn? Ihr fürchtet die Deutschen. Für euch sind wir die Rumänen und Bulgaren. Das ist hart für ein erfolgsverwöhntes Land wie uns. Wir können alles hinnehmen: Kahlschlag im Sozialsystem, lahme Politiker, die uns mit Haut und Haar an fremde Geheimdienste verfüttern, Altersarmut, Pflegenotstand. Alles das können wir hinnehmen. Solange wir nur was Besseres sind als Rumänen und Bulgaren. Deshalb ist plötzlich ist die Freizügigkeit ein unantastbarer Bestandteil der europäischen Einigung. Jene Freizügigkeit, in der weite Teile der EU-Politik bisher den Niedergang von Wohlstand und Sicherheit sahen. Und - Achtung, jetzt kommt’s - Ihr, liebe Eidgenossen, seid nicht mal in der EU! Tuff-Tä! Ehrlich gesagt, zieht es mich nicht so in die Schweiz. Ich finde Radfahren schon im Flachland anstrengend. Ich lehne mich zurück und genieße. Ich genieße und lache. Was sagt man eigentlich in Rumänien und Bulgarien, wenn einer einen Volltreffer in der Bütt gelandet hat? ### Attacken gegen WordPress - Plugins löschen! Installationen der Content Management Systeme Wordpress und Joomla sind Ziel von Attacken. Befallen war auch dieses Weblog. Wordpress-Nutzer sollten deaktivierte Plugins löschen. Der Webhoster 1&1 warnt schon seit fast einem Jahr in seinem Blog. Brute-Force Attacken gegen WordPress und Joomla – Sicherheitshinweis | 1&1 Blog. Ich habe mittlerweile alle schädlichen Dateien beseitigt und Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Schädlinge versteckten sich in drei deaktivierten Plugins. Ich habe deswegen alle nicht aktiven Plugins gelöscht. Das empfehle ich hiermit allen, deren Wordpress-Installation ebenfalls betroffen ist. 1&1 empfiehlt in dem verlinkten Blogeintrag das Plugin AskApache. Wie man einen Passwortschutz für den Dateizugriff einrichtet, erklärt der Webhoster in einem Howto: Verzeichnisschutz mittels .htaccess und FTP einrichten ### Phaenomene des Alltags: der/die/das Fremde Unser Umgang mit Fremden, überhaupt mit allem, das uns fremd ist, bleibt ein Dauerthema. In Berlin und Brandenburg wie in Deutschland. Schon, weil immer wieder Politiker hoffen, mit Angst vor Zuwanderung Wählerstimmen zu gewinnen. Nehmen wir nur den ehemaligen Innenminister Friedrich, der Heerscharen von bettelarmen Zuwanderern vom Balkan heran branden sah. Tausende von Kilometern wandern sie, um sich hier mit den Job-Centern herumzuschlagen. Was selbst für Deutschmuttersprachler kein Vergnügen ist. Doch die Angst vor dem oder den Fremden ist selbst unter Sozialdemokraten groß. Nur zu gut erinnern wir uns an Wolfgang Thierses Schmähe auf schwäbische Wohlstandsmigranten, die den Prenzlauer Berg mit Wecken überziehen, wo die Semmeln vorher Schrippen hießen. Schnell fand er Zustimmung: Der Schwabe treibt die Mieten hoch und verdrängt mit seiner Maultasche die Currywurst. Eigentlich erschreckend, dass die Unfähigkeit, Veränderung hinzunehmen, kein Privileg der an Bildung und Einkommen Schwachen ist. Die alteingesessenen Berliner sind aber auch besonders gefordert. Berlin ist so international wie keine andere deutsche Stadt. In S-, U-, und Straßenbahnen hört man ein babylonisches Sprachgewirr aus Englisch, Französisch, Russisch, Italienisch und aus vielem, das sich nur schwer bestimmen lässt: Während sich Schwizerdütsch noch anhand der Sprachmelodie vom Arabischen unterscheiden lässt, sollte ein Berliner gar nicht erst versuchen, das Bayerische vom Steirischen zu unterscheiden – geschweigen denn, zu verstehen. Wie geht doch der alte Spruch? Wir alle sind Ausländer. Fast überall. Man möchte hinzufügen: Und in Berlin sowieso. Zuerst veröffentlicht in: Die Kirche ### 5A x 3: Drumsticks von Pro-Mark, Vic Firth und Vater im Vergleichstest 5A-Drumsticks von Vic Firth,ProMark und Vater.(Von Links).  Unter den Trommelstöcken gelten drei Modelle als Standard. 7A für die Jazzer, 5B für die Rocker und 5A für alle dazwischen oder für jene, die sich nicht gern festlegen. Der 5A-Drumstick ist der Allrounder. Ein Besteck für jede Mahlzeit, Trüffel oder Currywurst. Auf der Suche nach dem perfekten 5A-Stick habe ich Modelle von drei großen Herstellern geordert und gespielt: Pro-Mark, Vic Firth und Vater. Finger weg von No-Name-Ware: Ja, auch Drumsticks aus den Hausmarken großer Versandhäuser oder No-Name-Drumsticks spielen sich nicht schlecht. Allerdings macht sich die Investition in Markenhölzer bezahlt. Sie halten länger. Im schlecht belüfteten Übungsraum verziehen sich allzu billige Drumsticks bananenförmig. Schon nach wenigen Übungssessions splittern die Köpfe aus, oder sie werden weich und klingen dann nicht mehr vernünftig auf den Becken. 5A: Der ausgewogene Klassiker unter den Drumsticks Die drei Testmodelle bestehen aus Hickoryholz und besitzen einen Holztip. Sie sind paarweise selektiert. Ich habe keine Unterschiede in Gewicht und Sound innerhalb eines Paares feststellen können. Auch ein Vorteil gegenüber Billigware. Wie ausgewogen der 5A-Stick ist, zeigte ein Vergleich mit extra langen Modellen von Pro-Mark und Vic Firth. Die Langhölzer bieten einen Zentimeter mehr Reichweite. Der größere Hebel bewirkt mehr Kraft beim Aufschlag, macht die längeren 5A-Modelle aber auch träger als die kürzeren Geschwister. Das Spielen wird dadurch anstrengender als mit normal langen 5A-Modellen. Dabei liegt der Reiz dieses Modells doch eigentlich genau darin: Genug Leichtigkeit für Jazz und genug Punch für Pop oder Rock. Dennoch: Wer Rock oder Pop trommelt kann auch an den langen Stöcken Gefallen finden, und immerhin bot Pro-Mark den extra langen 5AL auch einmal als Ringo-Starr-Modell an. Pro-Mark 5A Hickory Wood Tip Den Klassiker unter den 5A-Sticks im Programm von Pro-Mark habe ich geschenkt bekommen. Nur deshalb bin ich meinem bevorzugten Stock "Sonor Funk" untreu geworden. Der Pro-Mark 5A klingt auf Tom-Toms und vor allem auf den Becken runder und wärmer. Das liegt an der verhältnismäßig großen ovalen Spitze. Auf dem Foto links gehört die oberste Spitze dem ProMark. Die schafft zusätzlich Aufschlagfläche. Das Oval endet in einer Spitze. Auf dem richtigen Ridebecken lassen sich mit dem Pro-Mark mehr unterschiedliche Klänge erzeugen als mit irgendeinem der anderen Kandidaten im Test. Das spitz zulaufende Oval des Kopfes hinterlässt bei falscher Technik aber auch schnell Dellen in den Schlagfellen der Trommeln. Der Rebound, das Zurückfedern vom Fell, des Pro-Mark ist sehr gut. In der Verarbeitungsqualität setzt Pro-Mark Maßstäbe. Ich habe vor einem halben Jahr angefangen, mit dem Pro-Mark 5A zu trommeln. Und ich spiele immer noch dasselbe Paar. Die Sticks sind gerade und die Köpfe kaum weich geklopft. Nachteil eines fast perfekten Trommelstocks: Er ist lackiert und greift sich daher nicht mehr so gut mit Schweißhänden. Den Pro-Mark sehe ich vor allem in kleinen Jazzbesetzungen, in denen seine klangliche Vielfalt und sein schöner Beckensound zur Geltung kommen. Er verleiht dem Schlag aber auch genug Wucht für härtere Gangarten. Vic Firth 5A American Classic Hickory Auch Vic Firth bietet eine ganze Reihe von 5A-Modellen an. Ich habe das Standardmodell gekauft. Im Vergleich zu den anderen Kandidaten wirkt der Vic Firth leicht. Das liegt weniger am tatsächlichen Gewicht. Tatsächlich unterscheiden sich die drei Modelle nur um wenige Gramm. Der Vic Firth ist einfach perfekt ausbalanciert. Er tanzt wie von selbst über Trommeln und Becken. Doch Vorsicht: Erst die Technik und Kontrolle verwandeln Übermut in Eleganz und Leichtigkeit. Dazu liegt der Stock durch seine Seidenmattlackierung wunderbar in der Hand. Egal ob Matched Grip oder Traditional: Der Vic Firth rutscht nicht so leicht durch die Finger. Drumsticks von Vic Firth genießen einen guten Ruf für die Haltbarkeit. Ich spiele den Stock noch nicht lange genug, um das beurteilen zu können. Der Vic Firth 5A ist der Allrounder unter den 5A-Modellen. Er wird seine Freunde vor allem unter Pop- oder Fusiondrummern finden. Vielleicht auch Drum'n'Bass. Für Rockmusik der etwas härteren Art finde ich ihn zu leicht. Dabei gleicht sein verhältnismäßig runder Kopf schon fast dem eines 5B-Trommelstocks. Auf dem Kopfbild gehört die mittlere Spitze zum Vic Firth. Vater Los Angeles 5A Der südkoreanische Hersteller Vater hat sich inzwischen seinen Platz unter den - meist amerikanischen - Platzhirschen erobert. Der Vater ist ein wenig billiger als die Konkurrenten von Pro-Mark und Vic Firth. Und er hat seinen eigenen Charakter. Er ist deutlich kopflastiger als die Mitbewerber. Das Kopfbild zeigt ihn  als untersten Stock. Der Vater ist dabei kaum dicker oder schwerer als die Konkurrenz. Er hat nur eine massigere Schulter (Übergang zum Schaft) und einen kürzeren Hals. Allerdings spielt er sich nicht unbedingt schwerer. Ganz im Gegenteil: Im Rebound hat er bei rockiger Spielweise nach meinem Gefühl sogar minimal die Nase vorn. In der Verarbeitung zeigt er einen Schönheitsfehler: In einem der Köpfe weist mein Paar eine Kerbe auf. Ein Verarbeitungsfehler, wie man ihn sonst bei Billigheimern findet. Ich spiele den Vater noch nicht lange genug, um wirklich etwas über die Haltbarkeit sagen zu können. Aber bisher hält er sich gut. Die Seidenmattlackierung fühlt sich ähnlich fein an wie die des Vic Firth. Unter den 5A-Sticks ist der Vater der Rocker. Er groovt wie ein 5B, ist aber natürlich agiler. Fazit - Der Kopf sagt: Vic Firth Alle 5A-Drumsticks im Vergleich sind das, was man von einem Drumstick dieser Typklasse erwartet: echte Multitalente. Sie eignen sich für filigrane Beckenarbeit wie für knallige Wirbel auf den TomToms. Dennoch hat jeder Stock seine Stärken gezeigt. Der ProMark ist der Klangkünstler. Allerdings wird er durch den Lack leicht glitschig. Der Hersteller preist auf seiner Website ein "Natural"-Modell ohne Lack an. Der große, lange Kopf mit der schmalen Spitze verleiht diesem Stock seine klanglichen Möglichkeiten. Der ideale Drumstick für Jazz, rockt aber auch gut. Den Gegenpol bildet der Vater 5A. Dieser Stock hat genügend Wucht, wenn es mal laut wird. Und er groovt quasi von selbst. Der universalste Drumstick im Vergleich ist der Vic Firth. Noch nie habe ich einen so perfekt ausbalancierten Stock in Händen gehalten. Trommelvirtuosen werden ihn lieben. Die Balance des Stocks geht allerdings etwas zu Lasten des Nachdrucks. Die Sticks von Vater, aber auch die 5A von Pro-Mark sind etwas kopflastiger und fühlen sich dadurch minimal (Pro-Mark) oder erheblich (Vater) wuchtiger an. Für welchen Stock würde ich mich entscheiden? Ich will es mal so formulieren: Der Kopf sagt: Vic Firth. Aber der Bauch kann sich nicht recht entscheiden zwischen Pro-Mark und Vater. Wie gut, dass ich alle drei Modelle besitze und immer mal wechseln kann. Entscheidungshilfe und Einkaufsratgeber: Im Folgenden will ich noch Entscheidungshilfen für die verglichenen Sticks geben. Bester 5A-Drumstick für Anfänger Vater ProMark Vic Firth Bester 5A-Drumstick für Jazz ProMark Vic Firth Vater Bester 5A-Drumstick für Rock/Pop Vater Vic Firth ProMark Bester 5A-Drumstick für Fusion, Funk, Drum'n'Bass Vic Firth ProMark Vater ### Mobilfunk: Handyrechnung per Post darf nichts kosten - vzbv Handyrechnung per E-Mail oder im Nutzerbereich kostenlos, Rechnung per Post gegen eine Gebühr. Das Landgericht Frankfurt am Main hat dem Mobilfunkanbieter Drillisch .diese Praxis jetzt verboten (Az.: 1 U 26/13). Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Das Gericht verbot Drillisch zudem ein Kartenpfand auf SIM-Karten. Mobilfunk-Rechnung per Post darf nichts kosten - Pressemitteilungen - Telekommunikation - Digitale Welt - Themen - vzbv. ### Passwörter ändern: Kickstarter wurde gehackt - Golem.de Nutzer der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sollten ein neues Passwort anlegen. Kickstarter wurde gehackt. Laut einem Bericht von Golem.de soll das die Plattform am Samstag mitgeteilt haben. Passwörter ändern: Kickstarter wurde gehackt - Golem.de. ### FluxFlux 2014: Es ist fertig, wenn es fertig ist..... FluxFlux-Logo Die Geschichte von FluxFlux bekommt offenbar ein neues Kapitel. Über mehr als ein Jahr hat es keine neue Version der benutzerfreundlichen Linux-Distribution auf Basis von Slackware gegeben. FluxFlux-Entwickler Manfred Müller hatte an einem FluxFlux für ARM-Prozessorarchitekturen gearbeitet. Ein Eintrag im Forum gibt nun allen Freunden von FluxFlux neue Hoffnung. Einen Zeitplan gibt es nicht, FluxFlux ist ja nicht Ubuntu. Aber eine Beta steht wohl kurz bevor. Manfred Müller hat die Geschichte noch nicht bestätigt. Bis dahin gilt: Es ist fertig, wenn es fertig ist...... ### Urheberrecht: Kölner Landgericht fordert Fotocredit in Fotos » t3n Fast jeder verwendet auf Internetseiten Stockphotos von Bilddatenbanken wie Pixelio. Im Fall dieses Stockphotodienstes hat das Kölner Landgericht Webseitenbetreiber dazu verpflichtet, Fotohinweise als festen Bestandteil ins Bild zu montieren. t3n berichtet, was das für Webseiten, für Facebooknutzer und viele andere bedeutet. Dabei verlinkt das Portal auf zwei interessante Beiträge von Fachanwälten: Die erklären, warum man jetzt schnell alle Bilder vom Facebookprofil oder von der Website löschen muss beziehungsweise, warum man sich nicht aufregen sollte. Urheberrecht: Was das Urteil des Kölner Landgerichts bedeutet » t3n. Sollte das Urteil nicht nur für Pixelio gelten, könnten Webseiten betreiber sogar für Fotos abgemahnt werden, die unter Creative Commens stehen. Die Sache sollte man also nicht auf die leichte Schulter nehmen. Stockphoto-Abmahnungen vermeiden Wer Abmahnungen vermeiden will, kann sofort alle Stockphotos löschen - mit verheerenden Folgen für das Erscheinungsbild der Seite. Auf umfangreichen Seiten dürfte auch das nachträgliche Einbauen von Fotohinweisen in verwendete Stockphots keine Alternative darstellen. Mzine.de hat eine Lösung: Einfach den Download der Bilder per Rechtsklick in der .htaccess verbieten. Das soll dem Urteil genüge tun und schnell erledigt sein. ### Hotel Gäste beschweren sich über Putin-Porträts: The New Yorker Olympiatouristen in Sochi beschweren sich über Porträts des russischen Präsidenten Wladimir Putin in nahezu allen Hotelzimmern. Die Bilder zeigen Putin ohne Hemd beim Reiten verschiedener Tiere, heißt es. Putin ließ erwidern, die Gäste sollten doch froh sein, dass sie eines der Zimmer mit einer Wand bekommen hätten. Ein herrlich böser Borowitzreport im New Yorker: Sochi Hotel Guests Complain About Topless Portraits of Putin in Rooms at Olympics : The New Yorker. ### Audioaufnahmen und -bearbeitung mit Audacity: Vortrag in der FH Brandenburg Musik, Wortbeiträge oder Podcasts aufnehmen, bearbeiten und schneiden: Dafür empfiehlt sich das freie, kostenlose Programm Audacity. Ein Vortrag im Informatikzentrum der FH Brandenburg am Donnerstag, 16. Januar, erklärt wie man mit Audacity Audioaufnahmen erstellt und nachbearbeitet. Im Vortrag kommt Audacity auf einem ganz normalenLinuxrechner zum Einsatz. Doch auch Nutzer anderer Betriebssysteme sollten sich den Termin vormerken. Audacity steht auch für die Betriebssysteme BSD, Windows und Mac OS X zur Verfügung. Mit dem Vortrag "Audioaufnahmen und -bearbeitung mit freier Software" startet die Vortragsreihe der Brandenburg Linux User Group (BraLUG) und der Fachhochschule Brandenburg ins neue Jahr. Weitere Termine: bralug.de/termine/ Termin: Donnerstag, 16. Januar 2014 Zeit: 19.30 Uhr Ort: Fachhochschule Brandenburg, Informatikzentrum, Raum 035 Veranstalter: Brandenburger Linux User Group e.V. (BraLUG) und FH Brandenburg, Brandenburg an der Havel Eintritt: Frei ### HiFi-Klassiker: Das Radio Tivoli Model One Kann ein einfaches Tischradio wie das Tivoli Model One HiFi sein? Wer erlebt hat, wieviel Spaß in der edlen kleinen Kiste steckt, stellt die Frage nicht mehr. Der entdeckt das Medium Rundfunk neu. Ein Klassiker ist das Tivoli Radio schon deshalb, weil sich in ihm einer der ganz großen Erfinder in der Geschichte der Unterhaltungselektronik ein klingendes Denkmal gesetzt hat.  Das Tivoli Radio: Der Traum des Henry Kloss Mit dem Tivoli Radio hat sich der HiFi-Tüftler Henry Kloss kurz vor seinem Tod einen Traum erfüllt. 1957 gründete er gemeinsam mit Malcolm Low und J. Anton Hofmann in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts die Firma KLH. Zu deren Produkten zählte schon damals ein trennscharfes Radio mit verblüffend gutem Klang, das Model 8. Der damals erst 28-jährige Kloss hatte zuvor schon mit bahnbrechenden Erfindungen von sich reden gemacht. Er war 1952 Mitbegründer von Acoustic Research. Auf das Konto dieser heute weitgehend vergessenen Firma geht der Plattenspieler mit federnd aufgehängtem Subchassis aus gefalztem Blech zurück. Der Thorens TD-150 und sein Ableger, der Linn LP-12 Sonndek, gehen direkt auf die AR-Plattenspieler zurück, die heute gesuchte Raritäten sind. Kloss selbst erfand für AR den Tieftöner mit Sicke. Der federnde Ring aus Gummi verschafft seither auch kleineren Tieftönern den notwendigen Hub für echten Bass. HiFi-Klassiker fürs Küchenstudio Unter der Masse der Erfindungen von Henry Kloss ist das Model 8, das Tischradio von KLH, fast untergegangen. Kloss selbst hat es aber wohl nie vergessen. Im Ruhestand wandte er sich dem Projekt erneut zu.  Gemeinsam mit Tom DeVesto, dem heutigen Chef von Tivoli Audio ging er ans Werk. 1999 präsentierte Kloss ein Radio, das mit seinem Klang jeden verblüffte, der es hörte. Dabei sieht es noch unverschämt gut aus. Als das Gerät im Jahr 2000 auch Deutschland erreichte, erzeugte es nebenbei einen Hype: das Retroradio. Tivoli Audio spendierte den Radios edle Holzoberflächen und wertige Metallfronten. Schnell zählte das Tivoli One zu den wichtigsten Deko-Artikeln von Einrichtungs- und Möbelhäusern der gehobenen Preisklasse. Und dort steht es bis heute - unverändert und so schön wie am ersten Tag. Ausgeklügelte Technik unterm schicken Holzkleid Dem Vermächtnis des 2002 verstorbenen Henry Kloss gelang der Marktdurchbruch in Studios für Designermöbel und Küchen. Das Tivoli Radio ist so schön, dass man leicht vergisst, welche inneren Werte sich unter dem Holzfurmier finden. Kloss wählte für das Tivoli One einen Breitbandlautsprecher mit langem Hub. Das nur drei Zoll kleine Lautsprecherchen erzeugt einen überraschenden Tiefton. "Der langhubige Treiber mit Hochleistungsmagnet ist mit einer Frequenz-Contour-Schaltung gekoppelt, die automatisch die Klangausgabe in Halboktavschritten regelt." So beschreibt der Hersteller das Klangwunder, das außerdem über einen Bassreflexkanal in Richtung Tischplatte verfügt. Wie beim KLH Model 8 hat Kloss auch beim Tivoli auf extreme Trennschärfe geachtet. Das Tivoli holt auch schwächere Stationen noch sauber ins Wohnzimmer. Die Geräte für den deutschen Markt werden übrigens mit einem speziellen Empfangsteil ausgeliefert, optimiert auf die größere Enge im deutschen Äther. Gediegener als auf dem Tivoli kann man Radio nicht genießen Der klangliche Zauber des kleinen Designerziegels lässt sich nicht beschreiben. Das Tivoli One ist eine Zeitmaschine. Es klingt wie die alten Röhrenradios, passt aber in jeden Handkoffer. Was immer aus diesem Radio kommt, klingt warm, rund, angenehm. Smoothjazz oder Kammermusik bekommen einen Schmelz, den nur sehr, sehr wenige HiFi-Anlagen vermitteln - unabhängig vom Preis. Der Radiosprecher brummelt amtlich. Mit dem Tivoli hat Henry Kloss nicht nur sich selbst ein Denkmal gesetzt. Er hat auch einem allmählich dahin scheidenden Medium zu Glanz verholfen. Für Radios wie das Tivoli wird anspruchsvolles Radioprogramm gemacht. Das Tivoli setzt dem Thema Radio einen Schlusspunkt. Gediegener kann man nicht Radio genießen - vielleicht nie mehr. Das Tivoli Radio und seine Enkel Bei Tivoli Audio geht die Entwicklung weiter - jetzt unter alleiniger Leitung von Tom DeVesto. Das Tivoli bekam schon kurz nach seinem Marktstart eine Outdoor-Variante in schrillen Farben. Es hat Enkelkinder bekommen, die Radio nur noch per Internet empfangen - wie im richtigen Leben. Ob diese Enkel selbst das Zeug zum Klassiker besitzen, hängt von vielen Unwägbarkeiten ab: Hat das Radio an sich noch eine Zukunft? Oder werden das Smartphone und die Music Flat dem Medium und seinen Empfangsgeräten ein schnelles Ende bereiten? Lassen wir das! Lassen Sie uns stattdessen daran denken, dass das Deutschlandradio Kultur dieser Tage seinen 20. Geburtstag feiert. Genießen wir einen tollen Radiosender auf einem Gerät, das einem solchen Programm gerecht wird: auf dem Tivoli Radio. ### NSA fängt Laptop-Lieferungen ab, installiert Malware - WinFuture.de Der US-Geheimdienst fängt angeblich bestellte Laptops ab und installiert Spionagesoftware. Das sollte besonders Diejenigen unter uns beunruhigen, die gelegentlich in die USA fliegen. Bei Ankunft im Flughafen filzen die US-Sicherheitsbehörden regelmäßig die Laptops von Reisenden. Bisher befürchtete man schon, dass die US-Geheimdienste solche Gelegenheiten zur Industriespionage nutzen. Aber wer sollte die Dienste davon abhalten, Spionagesoftware auch auf den Geräten von USA-Reisenden zu installieren? [update] Laut Bericht manipulieren die NSA-Experten das BIOS des Rechners. Da Sicherheitssoftware erst auf Betriebssystemebene greift, dürfte die Spionage nur für den Fachmann überhaupt auffindbar sein.[/update] NSA fängt Laptop-Lieferungen ab, installiert Malware - WinFuture.de. ### Neue Regeln für Widerruf und Rückgabe im Onlinehandel ab 2014 Foto: Thorben Wengert/Pixelio.de 2014 treten neue Regeln für Rücksendung und Widerruf beim Onlineshopping in Kraft. Die EU-Verbraucherrechte-Richtlinie schafft erstmals europaweit einheitliche Regeln für den Onlinehandel. Für Händler bringt das Vorteile, für Verbaucher in Deutschland aber auch Nachteile. Was tun, wenn das bestellte iPad nicht funktioniert? Wenn das Smartphone doch nicht so gut ist wie gedacht? Einfach zurückschicken! Aber welche Regeln gelten für Widerruf und Rückgabe bei Onlineshops im Ausland? 2014 müssen Verbraucher darüber nicht mehr nachdenken. Erstmals gibt es eine einheitliche Widerrufsfrist für den Online- und Versandhandel in der EU, eine einheitliche Widerrufsbelehrung und eine einheitliche Regelung für die Rücksendung reklamierter Ware. Online- und Versandhändlern in Deutschland lässt der Gesetzgeber noch bis Juni Zeit, die neue EU-Verbraucherrechte-Richtlinie anzuwenden. Die Chancen liegen auf der Hand: Die EU-Verbraucherrechte-Richtlinie ist ein weiterer Schritt zum einheitlichen europäischen Binnenmarkt, zu mehr Rechtssicherheit für Onlineshopper, die auch über Staatsgrenzen hinweg einkaufen wollen. Als wichtigste Neuerungen führt die Industrie- und Handelskammer in Offenbach auf ihrer Internetseite an: Einheitliche Widerrufsfrist von 14 Tagen, wie sie in Deutschland bereits gilt. Einheitliche Widerrufsbelehrung. Belehrt der Händler nicht ordnungsgemäß über die Widerrufsfrist, verlängert sich die Widerrufsfrist auf ein Jahr. Für „Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind“, können Händler das Widerrufsrecht ausschließen. Die Kosten der Rücksendung darf der Händler immer dem Kunden aufbürden - unabhängig vom Wert des Artikels. Einheitliche Regeln für die Rückabwicklung von Online- und Versandgeschäften. Für den Onlineshop gilt: Der Händler hat europaweit Rechtssicherheit. Er muss den Kaufpreis bei einer Rückabwicklung erst dann zurückzahlen, wenn der Kunde auch die Ware zurückgeschickt hat. Fehlt eine Belehrung über das Widerrufsrecht, dann entstand dem Kunden nach bisherigem deutschem Recht ein unbegrenztes Widerrufsrecht. Nach  neuem europäischen Recht erlischt die Widerrufsfrist ein Jahr nach dem Ablauf der regulären Frist von 14 Tagen. Auch wenn Händler zunächst aufwendig ihre Onlineshops umstellen müsssen, bringt ihnen das Recht also Vorteile. Für Verbraucher ergibt sich ein Nachteil durch die Neuregelung der Rücksendekosten. Bisher mussten Kunden die Rücksendekosten grundsätzlich nur bis zu einem Warenwert von 40 Euro selbst tragen. Darüber hinaus musste der Händler den Versand bezahlen. Ab 2014 können Händler ihren Kunden die Rücksendekosten in jedem Fall aufhalsen. Allerdings erwartet das Portal Absatzwirtschaft.de nicht, dass davon alle Onlineshops Gebrauch machen. Der Kunde erwarte Kulanz bei den Versandkosten, argumentiert das Portal. Vor allem große Versandhändler würden daher den Versand selbstverständlich auch weiterhin bezahlen. Ein Wettbewerbsnachteil für kleinere Onlineshops? Wohl kaum. Denn auch bisher bezahlten viele Shops ihren Kunden die Rücksendung der Ware. Der Posten dürfte einkalkuliert sein. Und vermutlich will kein Onlinehändler ab Juni der erste sein, der seine Kunden für die Rücksendung zur Kasse bittet. Die Gerichte werden vor allem die Einschränkung des Widerrufsrechts aus hygienischen Gründen zu klären haben. Händler können damit die Rücknahme von getragener Kleidung verweigern. Aber auch Gesangs- oder Sprechermikrofone könnten von Widerruf und Rückgabe ausgeschlossen werden. ### oreillyblog » Bildrecht im Social Web Im Internet gilt: Wer Bilder verwendet, kommt daran um. Zumindest sollten selbst normale Facebook-User einige Fakten rund um Bildrechte im Internet kennen. Für das Oreillyblog hat Fachautor Thomas Schwenke das Wichtigste in einer kleinen Präsentation zusammengetragen. Von den Gefahren des Bilder-Teilens - und wie man sie vermeidet vom O'Reilly Verlag oreillyblog » Bildrecht im Social Web. ### Buchtipp: Das Twitter-Buch (3. Auflage) Das Twitter-Buch führt auf 270 Seiten in den Kurznachrichtendienst ein: Wie man Tweets plant, verbreitet und den eigenen Erfolg kontrolliert. Aber braucht es ein Buch für etwas, das so einfach ist wie Twitter? Wer braucht eigentlich ein Twitter-Buch? Twitter ist doch so einfach. In 140 Zeichen auf den Punkt gebracht, was unter den Nägeln brennt. Dann ab damit, ins Internet. Mehr kann Twitter doch nicht. Für all jene, die in den Kurznachrichtendienst nur einmal hineinschnuppern wollen, stimmt das. Sie können an dieser Stelle aussteigen und sich etwas Interessanteres auf meinem Blog suchen. Anders sieht es für all jene aus, die Twitter beispielsweise geschäftlich nutzen wollen. Wie verhält man sich auf Twitter? Wann und in welchem Abstand sollte ich meine Tweets absetzen? Wann empfiehlt sich ein Retweet und wann eine Weiterleitung mit "via"? Wie erkenne ich Trends auf Twitter? Wie messe ich meinen eigenen Einfluss auf Twitter? In all diesen Punkten hilft das Twitter-Buch von Tim O'Reilly, Sarah Milstein, Volker Bombien, Corinna Pahrmann und Nathalie Pelz. Natürlich kann sich jeder Twitternutzer diese Kenntnisse auch selbst erarbeiten. Aber warum sollte er, wenn er auf die Erfahrungen der Autoren zurückgreifen kann? Auch hier sollten Unternehmen aufhorchen. Anfängerfehler in sozialen Netzwerken können den Ruf dauerhaft ramponieren. Damit das klar ist: Ich habe die Ratschläge nicht einzeln auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen können. Aber man kann erheblich schlechter vorbereitet in die Welt der 140-Zeichen-Messages starten. Professionellen Nutzern widmet das Buch ein ganzes Kapitel. Darin geben die Autoren Entscheidungshilfen, anhand derer ein Unternehmen prüfen kann, ob und wofür sich der Einstieg auf Twitter überhaupt lohnt. Sie erklären, warum man keine Agentur mit dem Twittern beauftragen sollte und wer im Auftrag des Unternehmens twittern sollte. Jeden Ratschlag erläutern die Autoren anhand von Beispielen, und ich habe keine einzige Frage gefunden, auf die das Buch keine Antwort gibt. Nur einen Vorwurf müssen sich die Autoren gefallen lassen. Sie romantisieren etwas. Einen Dialogcharakter hat Twitter nur in Teilen bewahrt. Erfolg hat der Kurznachrichtendienst als eben das: als Nachrichtendienst, auf dem die Nutzer schnell und unkompliziert Informationen posten, finden und verbreiten können. Vorausgesetzt, man weiß, wie man suchen muss. Aber das beantwortet ja das Twitter-Buch. Tim O'Reilly und Sarah Milstein mit Volker Bombien, Corinna Pahrmann und Nathalie Pelz: Das Twitter-Buch, 3. Auflage, O'Reilly 2013, 17,90 Euro ### Freie Szene Berlin: Eine Gemeinschaft ohne Wir | Carta Angesichts von thematisch vorgegebenen Ausschreibungen und dem Ringen um die Gunst der Förderstellen muss sich die freie Kunstszene fragen, wie frei sie eigentlich ist. Die Förderbürokratie gibt dem Künstler nicht nur Brot, sie taktet auch Leben und Arbeit fristgerecht durch, raubt Freiraum für Spontanes und zwingt den Künstler letztlich zum Nachdenken über den wirtschaftlichen Nutzen seiner Arbeit. Eine kritische Betrachtung von Tanja Krone und Sandra Man über die wohl bekannteste Freie Szene des Landes - die in Berlin: Freie Szene Berlin: Eine Gemeinschaft ohne Wir | Carta. ### Blattkritik: Merkels Empörung über den Lauschangriff Empört sind heute irgendwie alle, und zwar über den Lauschangriff. Bild titelt: "Merkel empört über Lauschangriff", die Märkische Allgemeine Zeitung formuliert es etwas vorsichtiger: "Empörung über Lauschangriff". Dabei stellt sich zumindest die Frage, ob einer, der gerade von einer Mount-Everest-Besteigung ohne Sauerstoffgerät und iPad zurückgekehrt ist, wirklich weiß, dass es um Muttis Handy geht. Aber lassen wir das. Fragen wir lieber: Wie erkennt man eigentlich Empörung? Ob jemand Empörung äußert oder wirklich empört ist, sind zwei verschiedene Botschaften. Kaum anzunehmen, dass auch nur Einer in unserer politischen Klasse so blond ist zu glauben, dass die Amerikaner in Deuschland flächendeckend Mobilfunk ausspähen und ausgerechnet vor dem interesssantesten Handy der Republik zurückschrecken. Wir dürfen unsererseits also annehmen, dass sich in die Empörung eine große Portion Heuchelei mischt. Die Schlagzeilen könnten von diesem Standpunkt aus betrachtet auch lauten: "Merkel heuchelt Empörung" oder: "Heuchelei über Lauschangriff". Das wäre natürlich eine Unterstellung. Aber die Annahme, Merkel oder irgendjemand in ihrem Umfeld sei ehrlich empört, können wir genauso schwer beweisen. Ja, ich weiß: Man muss für Schlagzeilen verkürzen. Dennoch, liebe Bildzeitung: Schlagzeilen wie "Ich bin empört" kann Angela Merkel auch selbst schreiben, dazu braucht sie die Hauptstadtjournaille nicht. Der Leser übrigens auch nicht. ### Weihnachtsfeier im Betrieb 2013: Neue Urteile Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de Bei der Planung der Weihnachtsfeier 2013 können Arbeitgeber von aktuellen Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH) profitieren. Um den Steuervorteil zu sichern, dürfen sie in diesem Jahr auch Familienangehörige ihrer Mitarbeiter mitzählen. Außerdem müssen Raummiete und andere Nebenkosten nicht mehr mitgerechnet werden. Hintergrund: Eine Betriebsfeier darf nur 110 Euro pro Teilnehmer kosten. Sonst entsteht den Mitarbeitern ein geldwerter Vorteil, auf den der Arbeitgeber Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abführen muss. Um zu prüfen, teilt das Finanzamt die Gesamtkosten der Veranstaltung durch die Zahl der Teilnehmer. Der BFH hat in zwei Urteilen die Bedingungen etwas erleichtert: Entgegen bisher üblichen Annahmen dürfen alle Teilnehmer mitgezählt werden. Bisher galten nur die Arbeitnehmer als Teilnehmer. Jetzt dürfen beispielsweise auch Familienangehörige oder Ehepartner mitgezählt werden (Az. (VI R 7/11). Das hat der BFH am 16. Mai 2013 entschieden. Bisher zählte das Finanzamt auch Nebenkosten wie die Raummiete zu den Kosten der Weihnachtsfeier, die den geldwerten Vorteil bestimmen. Das hat der BFH ebenfalls am 16. Mai 2013 anders geregelt. Wenn das Finanzamt prüft, ob den Arbeitnehmern ein geldwerter Vorteil entstanden ist, darf es jetzt nur noch die Leistungen mitrechnen, die der Arbeitnehmer auf der Feier direkt konsumiert: Speisen, Getränke oder Musikdarbietungen beispielsweise. ### Vortrag in Brandenburg: Einführung in die Programmierung von Mikrocontrollern BraLUG Logo Mikrocontroller (MC) sind hochintegrierte Schaltkreise. Das bedeutet: Nahezu alle Komponenten eines Computers (CPU,Programm-/Arbeitsspeicher, I/O-Schnittstellen usw.) teilen sich einen Chip. Innerhalb des Vortrages soll der Aufbau, die Funktionsweise und die Einsatzgebiete von MCs beleuchten werden. Weiterhin wird gezeigt, wie man MCs programmiert und welche Voraussetzungen dazu notwendig sind. Dazu wird es auch die eine oder andere Live-Demo geben. Wer im Besitz eines gängigen Mikrocontroller-Boards (z.B. Arduino, MSP430-Launchpad) ist, kann dies gern mitbringen und "mitspielen". Dieser Vortrag soll vor allem Einsteigern einen kleinen Einblick in das Thema geben. Termin: Donnerstag, 26. September, 2013 Zeit: 19.30 Uhr, Ort: Fachhochschule Brandenburg, Informatikzentrum Brandenburg, Raum 035. ### "HAUSHERR UND HAUSFRAU" - Szenische Lesung im Küchenhaus Hornschu Dramen, Tipps und Lieder aus Großmamas Küche im Designer-Wohnküchen-Ambiente des Küchenhauses Hornschu in Kassel. Premiere: Freitag, 06. September, 20 Uhr. Wer nicht hingeht, erfährt nicht, dass man gegenüber Dienstboten stets einen bittenden Ton in den Befehl legt, dass man Pferdefleisch nicht süßlich schmeckt und man Eier nicht im Keller lagert.kammeroper kassel e.v. - "HAUSHERR UND HAUSFRAU" - Szenische Lesung im Küchenhaus Hornschu. ### Senat gegen Friedenspreis für Berliner Gymnasium | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg Berliner Gymnasium erklärt sich zur "Schule ohne Militär" und bekommt einen Friedenspreis. Aber wenn es ihr an den Nachwuchs geht, versteht die Bundeswehr keinen Spaß - und der Berliner Senat auch nicht: Friedenspreis für Berliner Gymnasium sorgt für Ärger | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg. ### BraLUG lädt zu öffentlicher Mitgliederversammlung ein BraLUG Logo Zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung lädt die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) e.V. ein. Termin: Mittwoch 28.8.2013 19:30 Uhr Ort: Raum 035 Zentrum fuer Informatik und Medien der Fachhochschule Brandenburg, Magdeburger Str. 50, 14770 Brandenburg an der Havel Tagesordnung: Wahl des Versammlungsleiters und des Schriftführers. Feststellen der Beschlussfähigkeit Beschluss der Tagesordnung Rechenschaftsbericht des Vorstands Ernennung eines Ehrenmitgliedes Bericht der Kassenprüfer Entlastung des Vorstands Wahl des neuen Vorstands Sonstiges Der Vorstand freut sich auf zahlreiche Teilnahme. Im Anschluss an den offiziellen Teil findet sich sicher auch noch Zeit für Gespräche. ### Trusted Computing: Warnung vor Windows 8 Auch wenn das BSI laut Heise Online mittlerweile die Existenz einer Warnung vor Windows 8 dementiert hat: Was Zeit Online aus einem internen Papier des Amtes zitiert, sollte man gelesen haben - bevor man auf Windows 8 umsteigt. Trusted Computing: Bundesregierung warnt vor Windows 8 | ZEIT ONLINE. ### c’t Digitale Fotografie mit großem Porträt-Spezial und GIMP-Workshop Alles rund um das Fotografieren und Retuschieren von Porträts verspricht die neue Ausgabe von c’t Digitale Fotografie. Die c't folgt auch in dieser Ausgabe dankenswerterweise nicht der Photoshop-Monokultur anderer Fotozeitschriften. Angeblich enthält die neue Ausgabe sogar einen Crash-Kurs für GIMP-Einsteiger. Foto: Heise-Verlag ### Keine Abgeltungssteuer auf Bitcoins | heise online Spekulationsgewinne aus Geschäften mit der Digitalwährung Bitcoins unterliegen nicht der Abgeltungssteuer. Das soll das Bundesfinanzministerium jetzt festgelegt haben, berichtet DPA unter anderem auf Heise Online: Berichte: Finanzministerium erkennt Bitcoins an | heise online. Als "Privatwährung" sind Bitcoins demnach jetzt offiziell anerkannt. Dass es zu Kursschwankungen beim Bitcoin kommen kann, ist möglich. Die Menge der virtuellen Digitalmünzen sei auf 21 Millionen begrenzt, berichtet Heise Online. Auf zur nächsten Spekulationsblase. ### Wordpress 3.6: Vorsicht beim Update Beim Aktualisieren auf Wordpress 3.6. sollten vor allem Blogger mit älteren Blogs aufpassen. Das neue Wordpress sprengt unter Umständen die Datenbank. Mein Weblog hat jetzt zehn Jahre auf dem Buckel, und es hätte ganz gut das Ende sein können. Nach dem Update auf Wordpress 3.6 ging nichts mehr. Ich konnte keine Artikel mehr neu eingeben, Kategorien und Schlagwörter wurden nicht mehr angezeigt. Grund: meine Datenbank war voll. Früher legten Webhoster wie 1 & 1 die Datenbank für Wordpress mit einer Größe von 100 MB an. nach 10 Jahren hatte mein blog die kritische Größe ohnehin fast erreicht. Jetzt legte Wordpress 3.6 zusätzliche Tabellen an. Die Datenbank wies nach dem Update einen freien Speicher von -50,15 MB aus. Mein Glück, dass ich vor Weihnachten ohnehin den Wechsel auf eine größere Datenbank begonnen hatte. Die neue größere Datenbank habe ich nun angeklemmt. Leider fehlen einige aktuellere Artikel, die sich nicht mehr wiederherstellen ließen. Also: Datenbanksicherung und Backup der Dateien im Blogverzeichnis waren selten so wertvoll wie beim Wechsel auf Wordpress 3.6. ### eBay-Tipps: Darauf sollten Privatverkäufer achten Wer regelmäßig auf eBay verkauft oder versteigert, sollte einige Regeln beachten. Sonst gilt er als gewerblicher Verkäufer. Das kann teuer werden. Was nicht mehr passt, veraltet ist oder aus anderen Gründen weg muss, einfach auf eBay anbieten. Das hat sich als Volkssport in deutschen Dachkammern und Kellern festgesetzt. Das Verkaufen auf eBay geht schnell und einfach. Doch gerade wer viel auf der Auktionsplattform verkauft, kann in einige Fallen tappen. Ab wann gilt ein Privatverkäufer auf eBay als gewerblich? Wer sich als Privatverkäufer auf eBay angemeldet hat, muss nicht als solcher gelten. Ob er nicht eher ein Gewerbetreibender ist, entscheidet im Zweifelsfall ein Gericht. Wer als gewerblich gilt, sieht sich unerwarteten Schwierigkeiten gegenüber. So muss er beispielsweise ein Rückgaberecht einräumen. Außerdem muss er die gesetzlichen Regelungen zur Gewährleistung beachten. Gewerbliches Handeln unterstellen Finanzamt und Gerichte bei Verkäufern, die in großen Mengen einkaufen, wiederholt die gleichen Waren anbieten, mehrfach Neuware anbieten, viele Auktionen gleichzeitig laufen haben und/oder kontinuierlich über einen längeren Zeitraum handeln Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat diesen Zeitraum auf ein Jahr festgelegt (Az.: 6 W 27/07). Außerdem haben die Frankfurter Richter entschieden, dass es völlig gleichgültig ist, woher die verkauften Artikel kommen. So argumentierte im konkreten Fall ein eBay-Verkäufer, die von ihm verkauften Artikel stammten aus einer privaten Sammlung. Das erkennten die Richter nicht an. Wer über ein Jahr ständig auf eBay verkauft, kann als gewerblicher Verkäufer eingestuft werden. Auch wenn die verkauften Artikel aus Großvaters Plattensammlung stammen. Schwierig für eBayer: Nicht alle Kriterien müssen erfüllt sein, um als gewerblicher Händler eingestuft zu werden. Wer dann auch noch in seinem eBay-Profil das Wort „wir“ verwendet oder AGBs formuliert, der darf sich nicht wundern, wenn er als Unternehmer wahrgenommen wird. Vorsicht Umsatzsteuer Privatverkäufer auf eBay sollten vor allen Dingen scharf auf ihre Auktionsumsätze achten. Wer in einem Jahre Ware im Wert von mehr als 17.500 Euro verkauft, der muss Umsatzsteuer zahlen. Das Finanzamt kennt da kein Erbarmen. Das trifft besonders jene eBayer hart, die schon leichtfertig ihre eBay-Umsätze ausgegeben haben. Wer viel verkauft und nicht sicher ist, ob er die Umsatzsteuergrenze überschreitet, sollte zur Vorsicht etwas zurücklegen. Mit der Grenze zur Umsatzsteuerpflicht überschreitet der Privatverkäufer natürlich auch die Grenze zum unternehmerischen Handeln. Klagt dann ein unzufriedener Kunde, muss der Verkäufer auch in diesem Fall rückwirkend Gewährleistung und Rückgaberecht einräumen. Haftungsausschluss und Rückgaberecht Wenn ein Verkäufer als gewerblich eingestuft wird, muss er laut Fernabsatzgesetz eine Gewährleistung auf die verkauften Gegenstände anbieten. Wer sich auf seinen Status als Privathändler verlassen hat, der muss seinen Kunden nachträglich die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren anbieten und ein unbefristetes Wiederrufsrecht. Käufer könnten also zeitlich unbegrenzt jederzeit vom Kauf zurücktreten. Der vermeintliche Privatverkäufer muss dann den Preis inklusive Versand zurückerstatten. EBay empfiehlt freiwilliges Rückgaberecht Privatverkäufer auf eBay dürfen das Rückgaberecht ausschließen. Das müssen sie in deutlichen Worten tun. Das Versandportal Posttip empfiehlt die folgende Formulierung: "Unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung". Wer andererseits stets dieselbe Formulierung verwendet, kann auch dadurch schon ein unternehmerisches Handeln erkennen lassen. Das Auktionsportal selbst stellt fest, dass Privatverkäufer auf ein Rückgaberecht verzichten können, es aber nicht müssen. EBay empfiehlt Privatverkäufern ein freiwilliges Rückgaberecht. Das schaffe Vertrauen bei den Kunden und garantiere höhere Auktionserlöse. So argumentiert eBay. Das sollten Privatverkäufer auf eBay beachten Auch in der Haftung sind Privatverkäufer nicht aus dem Schneider: Wer bekannte Mängel an einem Artikel verschweigt, kann dafür sowieso haftbar gemacht werden. Er muss den Artikel dann mindestens zurücknehmen. Tipps für sicheres Verkaufen auf eBay Mit den folgenden Tipps handeln Privatverkäufer bei eBay auf der sicheren Seite: Ware genau beschreiben. Lieber einen eigentlich unsichtbaren Kratzer zu viel beschreiben als eine grobe Schramme zu wenig. Beschreibungen wie „Gestern funktionierte das Handy noch“ sind wertlos. Wer nicht sicher ist, dass der Artikel noch funktioniert, sollte ihn als defekt anbieten. Auf das Urheberrecht achten: Wer Fotos eines anderen eBay-Verkäufers einfach übernimmt, muss mit kostenpflichtigen Abmahnungen rechnen. Dasselbe gilt für Passagen aus Testberichten oder Magazinartikeln über das angebotene Gerät. Wer einfach kopiert und dabei noch die Quelle unterschlägt, riskiert eine Abmahnung. Lieber in eigenen Worten beschreiben. In deutlichen klaren Worten das Rückgaberecht und die Gewährleistung ausschließen. Vorsicht: Die gesetzliche Leistung, die der Privatverkäufer in der Regel ausschließen will, heißt "Gewährleistung", nicht "Garantie". Wer eine Garantie ausschließt, der kann sich den Satz gleich sparen. Nicht zu viele Artikel anbieten: Wer die Grenze zur Umsatzsteuer überschreitet, hat das Finanzamt im Genick. Nicht zu viele gleichartige Artikel in Einzelauktionen anbieten. Briefmarken- oder Plattensammlungen lieber komplett oder in wenigen großen Paketen anbieten. Andernfalls kann ein unternehmerisches Handeln erkennbar sein. Wer auf eBay Artikel kauft, um sie dort auch weiter zu verkaufen, gerät in den Verdacht des gewerblichen Handelns. Das Auktionsportal eBay bietet viele nützliche rechtliche Informationen für Privatverkäufer. eBay-Einsteiger sollten sich dort informieren. ### Telefonkosten von der Steuer absetzen Kosten für Telefon und Internet sind Betriebsausgaben. Sie sind steuerlich absetzbar. Aber welchen Anteil darf man als geschäftlich veranlasst von der Steuer absetzen? Nicht einmal ein reiner Dienstanschluss erspart dem Selbstständigen diese Frage. Lassen sich Telefonkosten gerade noch über Einzelverbindungsnachweise ermitteln, muss man Internetkosten in jedem Fall schätzen. Ich habe für das Rechnungswesen-Portal zusammengetragen, wie Selbstständige und Freiberufler Telefonkosten von der Steuer absetzen können und den entsprechenden Ratgeber erweitert und aktualisiert. ### Großvaters Haushaltstipps: Aufbewahrung von Eiern Wie bewahre ich Eier auf? Das fragte man sich früher nicht nur zur Osterzeit. Dabei riet die Fachliteratur vor 120 Jahren noch davon ab, Eier zu Ostern zu kaufen: "Erfahrungsgemäß sind die in den Monaten März und April und ferner die im August und später gelegten Eier am haltbarsten, während die in den Monaten Mai, Juni und Juli gelegten Eier trotz aller Vorsichtsmaßregeln sich nur theilweise lange halten. Stets wird man einen mehr oder weniger großen Verlust durch Fäulnis zu beklagen haben. Dies erklärt sich daraus, daß die Hühner im Mai bis Juli sehr zum Brüten geneigt sind, daß also ein Theil der Eier bei mangelnder Vorsicht stets ein wenig angebrütet sein wird, gerade genügend, um alle Konservierungskünste, es müsste denn der Eiinhalt getrocknet werden, zu nichte zu machen. Aber trotz Billigkeit ist der Einkauf auch im März oder April nicht rathsam, weil selten die Mittel zur Verfügung stehen, die Sommerzeit hindurch kühl aufzubewahren. Als günstige Einkaufszeit bleiben also die Monate August und später. Hält man diese Einkaufszeit fest und wählt zur Aufbewahrung selbstverständlich nur ganz frische, völlig gute Eier, so ist ein einfaches Einlegen in Körbe ohne jedes Verpackungsmaterial oder in passend ausgeschnittene Löcher eines Brettes von allen Konservierungsmethoden die beste. Nur darf die Eierstellage oder der Eierkorb nicht im Keller stehen, wenn dessen Luft nicht sehr rein und ausreichend trocken ist. Der beste Aufbewahrungsraum ist eine Kammer, die im Winter nicht geheizt wird, aber trotzdem nicht sehr kalt wird, die ältesten Eier sind zuerst zu verbrauchen, die jüngst eingekauften zuletzt." Aus Dr. Carl Freiherr von Rechenberg: Hausherr und Hausfrau: Wissenschaft und Praxis des häuslichen Lebens, Cassel 1889, S. 506 ### Großvaters Haushaltstipps: Pferdefleisch im Essen In betrügerischer Absicht Pferdefleisch in Lasagne, Tortellini oder Ravioli? Das ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. In seinem "nicht versagenden Rathgeber des häuslichen Lebens" warnte Dr. Carl Freiherr von Rechenberg schon 1889 vor Pferdefleisch selbst in "theuren" Restaurants: "Das Pferdefleisch wird überall jetzt in Deutschland verzehrt. Der Preis ist nur etwa halb so hoch wie derjenige des Rindfleisches und das ist ausschlaggebend für die ärmeren Kreise. Aus Gesundheitsrücksichten läßt sich auch durchaus nichts gegen die Verwendung des Pferdefleisches einwenden, vorausgesetzt, daß an dem betreffenden Orte eine obrigkeitliche Fleischschau alle kranken Thiere ausschließt. Auch eigentliche Geschmacksgründe lassen sich nicht gegen den Genuß des Pferdefleisches geltend machen. Weder der Schinken, noch die Cervelatwurst, noch der Braten vom Pferde schmeckt irgend wie fremdartig, geschweige süßlich, wie hin und wieder behauptet wird, nur das Fett besitzt einen fremden süßlichen Geschmack. Immerhin wird man aber einen gewissen Widerwillen erst überwinden müssen, der weniger durch den Gedanken an die noch etwas ungewohnte Speise begründet ist, noch etwa durch den etwas sentimentalen Gedanken, daß das edle Roß, der langjährige treue Genosse des Menschen, ein solches Ende findet, sondern vielmehr durch die im Allgemeinen zutreffende Thatsache, daß nur solche Pferde geschlachtet werden, welche nicht mehr arbeiten können, also sonst zu dem Schinder geschafft werden. Altersschwache, nicht mehr arbeitsfähige Pferde bilden den hauptsächlichen Antheil des Schlachtmaterials. Die wenigen durch Sturz verunglückten Thiere bilden dagegen seltene Ausnahmen. Daß das Fleisch im Uebrigen nicht schlecht noch fremdartig schmeckt, hat Mancher, ohne daß er es weiß, an sich selbst erfahren; in den Restaurants, oft in den theuersten und feinsten, wird es zuweilen an Stelle von Rindfleisch gegeben. Die warmen Würstchen, welche von den Herumträgern in größeren Städten feilgeboten werden, sind fast stets aus Pferdefleisch bereitet: man kann zufrieden sein, wenn sie wenigstens nichts Schlimmeres enthalten. Mißtrauen erweckend sind in gleicher Weise die warmen auf den Haltestationen der Eisenbahn angebotenen Würstchen. Das Pferdefleisch sieht im Stück, besonders geräuchert, um ein Weniges dunkler roth als Rindfleisch aus, gewiegt aber, also in der Wurst, ist es vom Schweine- oder Rindfleisch nicht mit Bestimmtheit zu unterscheiden. Dr. Carl Freiherr von Rechenberg: Hausherr und Hausfrau - Wissenschaft und Praxis des häuslichen Lebens, Cassel 1889, S. 338. Man möchte hinzufügen: Auch in Tiefkühllasagne ist das Pferdefleisch nicht mit Bestimmtheit vom Schweine- oder Rindfleisch zu unterscheiden. So gilt für zeitgemäße Tiefkühlprodukte dasselbe wie für die Wurst: Man kann zufrieden sein, wenn sie nichts Schimmeres enthalten als Pferdefleisch. Hausherr_und_Hausfrau_Pferdefleisch ### Umsatzsteuer 2013: Neue Regelungen ie Umsatzsteuer hat 2013 viele Neuerungen auf Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler gebracht. Viele neue Regelungen bringen Erleichterungen. Der Gesetzgeber hat jedoch auch manche Erleichterung gestrichen. 2013 sind folgende Neuerungen bei der Umsatzsteuer zu beachten: Seit dem 1. Januar 2013 ist die elektronische Umsatzsteuervoranmeldung nur noch per Elster mit Registrierung möglich. In den Jahren zuvor war dies auch ohne eine Registrierung machbar. Da jedoch ab dem Jahre 2013 die Finanzverwaltungen nur noch die elektronische Umsatzsteuervoranmeldung akzeptieren, sind alle Unternehmer, Freiberuflich Tätige und Selbständige gehalten, sich auf "Elster Online" zu registrieren, wenn sie Umsatzsteuer abführen müssen. Umsatzsteuerbefreiung für Heilbehandlungsleistungen: Die Befreiung der Umsatzsteuer erstreckt sich nun auch auf Heilbehandlungsleistungen, wenn es sich um eine besondere ambulante, hausärztliche Versorgung handelt. Diesbezüglich erfährt der § 4 Nr. 14 c des Umsatzsteuergesetzes eine Erweiterung. Steuerschuldnerschaft für Energielieferungen: Wenn ein Leistungsempfänger Gaslieferungen über das Erdgasnetz und Elektrizität durch einen inländischen Betreiber bezieht, so wird Steuerschuldnerschaft an einen anderen Unternehmer erweitert, wenn er selbst solche Leistungen erbringt, gemäß Â§ 13b, Abs.2 Nr.5 Buchst. B und Abs.5 Satz 2 UStG. Einfuhrumsatzsteuer: Eine Änderung des § 15 Abs.1 Satz 1 Nr.2 des Umsatzsteuergesetzes erfolgt insoweit, als der Unternehmer die so genannte "Einfuhrumsatzsteuer" für Objekte, die für seinen Betrieb nach § 1 Abs. 1 Nr. 4 UStG eingeführt wurden, bereits mit ihrer Entstehung geltend machen, beziehungsweise abziehen kann. Vorsteuerabzug auf Ausfuhren in Drittländer: Die Einräumung des Rechts auf Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen für befreite Finanz- und Versicherungsumsätze basiert auf einer so genannten "Erweiterung des Rückausschlusses des Vorsteuerabzugs" gemäß Â§ 15 Abs. 3 des Umsatzsteuergesetzes um die Steuer befreienden Vorschriften nach § 4 Nr. 10b und Nr.11 UStG. Diese Möglichkeit ist dann gegeben, wenn sich diese Umsätze unmittelbar auf die Gegenstände beziehen, die in das Gebiet eines Drittlandes ausgeführt wurden oder der Empfänger der Leistung in einem dritten Land seinen Wohnsitzt hat, nach § 15 Abs. 3 Nr. 1b und Nr.2 UStG. Umsatzsteuerbefreiung für soziale Leistungen: Eine große Steuererleichterung hinsichtlich der Umsatzsteuervoranmeldung erfährt der soziale Bereich: Denn das Anwendungsgebiet der Umsatzsteuerbefreiung wird auf Leistungen, die mit der Sozialfürsorge und der sozialen Sicherheit eng verknüpft sind, auf die Erbringer der sozialen Leistungen im privatgewerblichen Bereich ausgeweitet. Auch rechtliche Betreuungsleistungen profitieren von der Einführung einer umfassenden Umsatzsteuerbefreiung, gemäß Â§ 4 Nr. 16, Nr. 18 und Nr. 25 Satz 3 UStG. Umsatzsteuerbefreiung für Bildungsleistungen fällt: Dafür wurde die ursprünglich geplante Umsatzsteuerbefreiung für so genannte "Bildungsleistungen" aufgegeben. Kein ermäßigter Steuersatz mehr für Kunsthändler: Ab dem Jahre 2014 kommt es im Bereich der ermäßigten Umsatzsteuer zu einer Änderung für Kunstgegenstände und Sammlungstücke, wobei es keinen ermäßigten Steuersatz für gewerbliche Kunsthändler mehr geben wird. Eine so genannte "Pauschalmarge" wird dann für alle Kunstgegenstände eingeführt werden( § 25a Abs. 3 Satz 2 UStG). ### Test: FluxFlux-Legacy auf dem Acer Aspire One und dem Asus Eee-PC 701 Mit FluxFlux-Legacy verabschiedet sich die Linux-Distribution von der x86-Architektur. Neue Versionen soll es nur noch für Geräte mit ARM-Prozessoren geben, die derzeit vor allem in Tablets und Smartphones zum Einsatz kommen. Besitzern von Notebook, PC und Netbook bietet FluxFlux Legacy ein ausgereiftes Benutzererlebnis und eine lückenlose Ausstattung. FluxFlux-Legacy: Abschied vom x86-Prozessor Legacy bedeutet "Erbe" oder "Hinterlassenschaft". Die neue Legacy-Version von FluxFlux Linux steht auch für einen Abschied. Es soll die letzte Version für die X86-Rechnerarchitektur sein. Für PC, Notebook und Netbook wird es vorerst keine neuen Versionen des benutzerfreundlichen Fluxflux geben. FluxFlux-Mastermind Manfred Müller will sich auf die Entwicklung von FluxFlux-MX für ARM-Prozessoren konzentrieren. FluxFlux mit gewohnt kompletter Ausstattung - auch in Multimedia Mit FluxFlux Legacy sei das Projekt dort angekommen, wo man anfangs hin wollte. So begründet Manfred Müller im FluxFlux-Blog den vorläufigen Endpunkt der Entwicklung für x86-Systeme. FluxFlux soll zwar weiterhin mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Neue Funktionen plant Manfred Müller aber nur noch auf Wunsch von Nutzern. Mit dem bestehenden Funktionsumfang dürften FluxFlux-Anwender aber zunächst auskommen. Büro, Internet, Multimedia, ja selbst Digitalfernsehen via DVB-T ist vorbereitet. Das Grafikprogramm GIMP ist in der aktuellen Version 2.8 dabei, zum Surfen bietet FluxFluxFirefox in Version 16 und für E-Mails den schlanken Claws Mail. Multimedia zählt zu den Stärken von Fluxflux. Bei anderen Linux Distributionen wie Ubuntu oder Fedora muss man die Codecs zum Abspielen von MP3 oder Internetvideos und den Flashplayer nachinstallieren, bei Fluxflux ist alles an Bord. Zusätzliche Programmpakete installiert man komfortabel über das Paketverwaltungsprogramm Gslapt aus dem Fluxflux Repository. Zusätzlich haben Benutzer mit dem neuen Programm Sourcery Zugriff auf das Repository von Slackbuilds.org. Alle Programme aus dieser Quelle lassen sich ebenfalls per Mausklick installieren. Wie gehabt, basiert Fluxflux auf Slackware Linux auf. Legacy verwendet den Linux-Kernel 3.0.51. OpenOffice Light ersetzt LibreOffice Eine interessante Wahl hat Müller mit dem Officepaket getroffen. Lieferte Fluxflux bisher stets LibreOffice aus, so kommt Legacy nun mit OpenOffice Light. Eine sehr gute Wahl. Ooolight ist eine abgespeckte Version von OpenOffice. Auf leistungsschwachen oder älteren Rechnern braucht der Nutzer sich nicht mehr auf Abiword (Textverarbeitung) und Gnumeric (Tabellenkalkulation) zu gewöhnen. Er bleibt bei der von OpenOffice oder LibreOffice gewohnten Bedienung und kann trotzdem flüssig arbeiten. FluxFlux-Legacy: Installation Ende des Vorgeplänkels: Wir gehen ans Eingemachte. Bereit stehen meine Netbooks, der Oldtimer Asus Eee-PC 701 und meine Produktivmaschine Acer Aspire One D257. Zunächst laden wir das ISO-Image von Fluflux-Legacy herunter. Es handelt sich um ein Hybrid-Image, das sich mit dem dd-Befehl auf einen USB-Stick schreiben lässt. Angenommen, der USB-Stick wird als Laufwerk sdb1 angezeigt, sieht der Befehl sieht dann in etwa so aus: dd if=/(Pfad zum Verzeichnis, in dem das Image liegt)/FluxFlux-Legacy2.iso of=/dev/sdb Wir öffnen ein Terminal mit Root-Rechten und geben den Befehl ein. Wichtig: Der USB-Stick bekommt natürlich eine Nummer. Er wird beispielsweise als sdb1 eingebunden. Diese Nummer müssen wir bei dem Befehl weglassen, sonst gibt es Probleme. Starten wir den PC neu vom USB-Stick, dann begrüßt uns Gparted zum Partitionieren der Festplatte. Wer an den Partitionen nichts ändern will, muss sich nur die Namen der Partitionen merken. Diese Namen fragt Fluxflux nun ab, um zu wissen wo System, Swap und Home-Verzeichnis liegen sollen. Dieser Weg ist nicht der einfachste, ein Linux auf die Platte zu bringen. Hier sollten die Entwickler nachbessern. Wer Benutzernamen und  Passwort eingegeben hat, kann sich einen Kaffee holen. In den nächsten Minuten kopiert Fluxflux alle Daten auf die Festplatte und richtet das System ein. Achtung! Fluxflux verlangt Benutzernamen mit mindestens fünf Zeichen. Zum Abschluss muss der Nutzer den Bootmanager Grub einrichten. Wer sich die Arbeit sparen will, wählt die automatische Konfiguration. Die funktioniert gut. FluxFlux-Legacy im Betrieb Fluxflux Legacy zeigt sich im Betrieb ausgereift und stabil. Es erkennt die Hardware auf beiden Netbooks. Das Scrollen auf dem Touchpad funktioniert auf beiden Systemen aus dem Stand. Sogar einen rechten Mausklick hat Manfred Müller eingebaut: Einfach mal mit zwei Fingern aufs Touchpad tippen. Hat der Benutzer die Klippen der Installation umschifft, hat er ein System vor sich, das keine weiteren Eingriffe mehr erfordert. Surfen, Arbeiten, Musikhören, Fernsehen: Alles kann sofort beginnen. Das System startet in weniger als einer Minute auf beiden Netbooks. FluxFlux ist dem sehr ressourcenschonenden Fenstermanager Openbox treu geblieben. Es frisst nicht unnötig Arbeitsspeicher und läuft auch auf dem eher langsamen Celeron-Prozessor des Eee-PC 701 absolut flüssig. FluxFlux erweitert Openbox allerdings um eine Auswahl von grafischen Elementen zur Systemverwaltung. Gerade Besitzer von Netbooks oder leistungsschwächeren Notebooks sollten sich FluFlux einmal ansehen. Und FluxFlux-Legacy ist das bisher beste FluxFlux. Ein würdiger Abschied von der x86-Plattform. ### Buchtipp: Die Kunst des SEO - Strategie und Praxis erfolgreicher Suchmaschinenoptimierung Foto: O'Reilly Verlag SEO ist kein Voodoo und kein Hexenwerk. "Die Kunst des SEO" erklärt erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung von der Pike auf. Das Standardwerk für Suchmaschinenoptimierer liegt in einer neuen Auflage vor.  Suchmaschinen: Das Internet vor und seit Google Wenn es in ferner Zukunft noch Geschichtsbücher gibt, dann werden wir die Geschichte des Internet darin eingeteilt finden: in eine Frühphase vor Google und in das Internet seit Google. Erst Suchmaschinen wie Google machen Inhalte im Netz zugänglich. Mit der Suchmaschine unseres Vertrauens finden wir in Sekunden Informationen, nach denen wir früher tagelang Zettel- und Mikrofichekataloge in Bibliotheken durchforstet hätten. Wir shoppen, buchen, vergleichen online und führen unser Konto per Onlinebanking. Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung (SEO) bringt nur die richtigen Besucher Dieser Komfort beruht einerseits auf den Suchmaschinen selbst, ihren immer ausgereifteren Suchalgorithmen. Auf der anderen Seite stehen die Webseitenbetreiber, die ihre Angebote und Informationen an den Leser, den Interessenten oder Kunden bringen wollen. Durch Suchmaschinenoptimierung (engl.: Search Engine Optimization, SEO) erleichtert ein Webseitenbetreiber der Suchmaschine, seine Inhalte für diejenigen Surfer auffindbar zu machen, die sich tatsächlich dafür interessieren. Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung verstehen Eric Enge, Stephan Spencer, Jessie Stricchiola und Rand Fishkin in ihrem Buch "Die Kunst des SEO" nicht als Kampf gegen die Suchmaschine, sondern als kooperativen Prozess. Das hebt das Buch, das jetzt in 2. Auflage vorliegt, wohltuend vom Marketinggetrommel der SEO-Agenturen ab. Bei erfolgreicher Suchmaschinenoptimierung geht es eben nicht darum, mit eilig zusammengeschusterten Keywordfriedhöfen schnell Unmengen von Besuchern auf die Webseite zu bekommen. Bei gutem SEO gewinnen alle Vor allem für Onlinehändler lohnt sich diese Form von SEO überhaupt nicht, argumentieren die Autoren. Denn jeder zweite Onlinekäufer kauft nicht spontan beim ersten Besuch. Bei immerhin 30 Prozent aller Onlinekäufe liegen mehr als 24 Stunden zwischen dem Auffinden eines Artikels und dessen Kauf. Erfolgreiches SEO liegt im Interesse der Webseitenbetreiber, wie auch dem ihrer Kunden, Nutzer oder Leser. Und damit liegt Suchmaschinenoptimierung auch im Interesse der Suchmaschinen. Bei gutem SEO gewinnen alle. Listige SEO-Tricks stufen die Autoren in "Die Kunst des SEO" als Suchmaschinenspamming ein. Und das bestrafen Suchmaschinen früher oder später. Das hat nichts mit Ideologie zu tun. Die Autoren arbeiten sich leidenschaftslos durch alle Details der Materie. Jede Behauptung belegen sie in "Die Kunst des SEO" mit Fakten, mit Studien zum Nutzerverhalten oder mit Webstatistiken. Offene Diskussionen stellen die Autoren ebenfalls offen dar, wägen die Argumente gegeneinander ab. Wer "Die Kunst des SEO" lesen sollte "Die Kunst des SEO" ist ein Standardwerk zur Suchmaschinenoptimierung. Wer sich mit SEO befassen will, sollte es gelesen und durchgearbeitet haben - von Anfang an. Das gilt auch für Onlinearbeiter, die sich für erfahren halten. Enge, Spencer, Stricchiola und Fishkin wollten kein Nachschlagewerk anbieten, aus dem sich jeder schnell seine SEO-Tricks zusammenklaubt. Denn genau so funktioniert erfolgreiches SEO eben nicht. "Die Kunst des SEO" will von der Pike auf gelernt werden. Dem Einsteiger kommt das gerade recht. "Die Kunst des SEO" vermittelt von Anfang an alle wichtigen Kenntnisse, die ein Webseitenbetreiber braucht. Es führt den Leser hin zur eigenen SEO-Strategie. Natürlich befasst sich "Die Kunst des SEO" auch mit der Frage: Soll ich SEO outsourcen? Und wenn ja, an wen? Wer "Die Kunst des SEO" gelesen hat, fällt garantiert nicht mehr auf windige Geschäftemacher mit dubiosen SEO-Tricks herein, die einem später schwer auf die Füße fallen. Die Kunst des SEO Strategie und Praxis erfolgreicher Suchmaschinenoptimierung Eric Enge, Stephan Spencer, Jessie Stricchiola, Rand Fishkin Deutsche Übersetzung von Kathrin Lichtenberg, Eike Nitz 2. Auflage November 2012 ISBN 978-3-86899-375-2 824 Seiten, gebundene Ausgabe 49,90 Euro Hast du sas Buch auch gelesen? Dann schreib mir deine Meinung als Kommentar. ### Mini-PC Raspberry PI: Mehr als ein Spielzeug Er ist das Spielzeug der Geeks und Bastler: Der Raspberry PI. Die Entwickler planten den Mini-PC durchaus als vollwertiges Arbeitsgerät. Auch auf dem 9. Brandenburger Linux-Infotag war das Computerchen zu sehen. Zeit, den Raspberry PI einmal vorzustellen. Raspberry PI: PC im Kreditkartenformat Der Raspberry Pi, was so gut wie Himmbeerkuchen auf Deutsch heißt, ist ein kreditkartengroßer Einplatinen-Computer, der von David Braben und der Raspberry Pi Foundation entwickelt wurde. Das Ziel der Entwicklung war möglichst günstig zu sein und dabei mit ihm ganz normal arbeiten zu können: einen Text schreiben und bearbeiten, Videos abspielen (auch in HD Qualität), Musik zu hören, 3D Spiele spielen oder im Internet zu surfen. Dieser Mikrocomputer, welcher Experimenten und Kreativität anregen soll, wird in zwei Versionen, A und B, entwickelt. Technik und Ausstattung Modell A hat nur einen USB-Port, 256 MB RAM und keinen Netzwerkanschluss. Das Raspberry Pi Modell B verfügt über zwei USB-Ports, 512 MB RAM sowie ein 10/100 MBit Netzwerkschnittstelle mit RJ45-Buchse und hat zudem Ethernet und einen zweiten USB-Anschluss. Statt einer Festplatte können Speicherkarten als Speicher benutzt werden. Die Modelle A und B verfügen über einen Broadcom BCM2835. Dabei handelt es sich um einen sog. SoC (System-on-a-chip), ein Bauteil, das sowohl CPU, als auch GPU (Grafikprozessor) und Bausteine zum Betreib von peripheren Geräten (USB, Netzwerk, etc.) enthält. Der CPU-Kern ist ein 32bittiger ARM11-Single-Core (ARM1176JZFS) mit 700 MHz und mathematischem Co-Prozessor (FPU). Was den Stromverbrauch angeht, verbraucht Modell A 2,5W (5V, 500 mA) und das Modell B 3,5W (5V, 700mA). Ein Prototyp ist im Jahr 2006 produziert worden. Das Modell B wurde am 29. Februar 2012 vorgestellt und Modell A wird bis Ende 2012 erwartet. Der Computer kann an einen vorhandenen analogen oder digitalen Fernseher / Monitor angeschlossen werden. Grafik auf dem Niveau der XBox 1 Die Leistung der Raspberry Pi liegt auf dem Niveau eines Intel Pentium 2 mit 300 MHz: 1 GPixel/s, 1,5 GTextel/s, 40 Millionen gouraud-schattierte Polygone/s und 24 GFLOPs Rechenleistung, was etwa den Grafikfähigkeiten der Microsoft XBox 1 entspricht. Durch die dedizierten Speicherbausteine oder Sockel ist auch eine RAM Erweiterung möglich. Am 19. September 2012 wurde ein Treiber-Update vorgestellt, mit welchem ein sogenannter Turbo-Modus eingeführt wurde. Dadurch taktet sich der Prozessor, sofern die Leistung benötigt wird, automatisch ohne Garantieverlust auf bis zu 1 GHz hoch. Da der Raspberry Pi ein loser Computer mit den Maßen von 85.60mm x 53.98mm x 17mm ist, benötigt man zum Betrieb noch die folgenden Komponenten: eine SD-Speicherkarte Damit auf dieser das Betriebssystem aufgespielt, sowie die Anwendungsdaten wie auf einer Festplatte, gespeichert werden können. ein Netzteil mit Micro-USB-Anschluss oder ein Adapterkabel auf Micro-USB Als Alternative kann die Stromversorgung auch über einem anderem Rechner stattfinden, vorausgesetzt dieser hat einen USB-3.0-Port, um 900mA liefern zu können. einen Monitor oder ein Fernsehgerät eine Tastatur eine Maus Linux-Plattform Raspberry PI Es gibt mehrere Betriebssysteme, die auf Raspberry Pi laufen, wie z.B.: Android 4 “Ice Cream Sandwich”, Arch Linux ARM, Bodhi Linux, Debian ARM (Linux), Fedora Remix (Linux), Firefox OS (Linux-basiert), Gentoo (Linux), Meego MER (Linux-basiert), OpenELEC usw.. Die Preise beginnen bei 25$ – Model A bis 35 $ für Model B. Der Raspberry Pi verfügt über die CE-Kennzeichnung und wurde aufwändigen Prüfverfahren unterzogen, so dass dieser über einen in der EU geltenden “Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über die Anbringung” verfügt. Die CE-Kennzeichnung ist auf der Platine aufgedruckt und sagt aus, dass der Pi gemäß den geltenden Grenzwerten andere elektronische Geräte im Betrieb nicht stört. Für das Weihnachtsgeschäft komme ich mit dem Raspberry PI ein wenig zu spät. Aber die allermeisten Linux-Fans und PC-Bastler feiern im neuen Jahr noch irgendwann Geburtstag. Spätestens dann ist das Gerät ein Tipp. ### Fluxflux: Linux unter Windows 8 Neues bei FluxFlux: FluxFlux Linux lässt sich nun auch unter Windows 8 starten. Die "Installationsassistentin" InA wurde entsprechend angepasst. Das neue Softmaker Freeoffice für Linux ist ab sofort in Fluxflux enthalten. Außerdem besitzt FluxFlux ein neues Logo (Abb.). InA bringt Fluxflux auf Windows 8 Linux auf einem laufenden Windows installieren und starten: Das ist nun auch mit Windows 8 möglich. Das teilte FluxFlux-Entwickler Manfred Müller mit. Das Programm InA (Installationsassistentin) ermöglicht bereits seit 2010 die Installation von FluxFlux in einem laufenden Windows. Das Linux lässt sich dann aus dem laufenden Windows heraus starten und nutzen. Nach dem Testlauf kann der Nutzer FluxFlux rückstandsfrei wieder entfernen. Softmaker Freeoffice in Fluxflux Der Softwareanbieter Softmaker hat FluxFlux gestattet, das Freeoffice für Linux standardmäßig auszuliefern. FluxFlux sei die erste Linux-Distribution, die das anbiete, erklärt Manfred Müller im FluxFlux-Blog. Freeoffice umfasst Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm. Die kostenlose Registrierung für Freeoffice soll der FluxFlux-Nutzer direkt vom Desktop aus vornehmen können. ### Steuer 2013: Änderungen und Neues für Unternehmen Was die Steuer 2013 an Neuem für Unternehmen bringt, habe ich in einem aktuellen Beitrag für Rechnungswesen-Portal zusammengetragen. Die gute Nachricht: Ab 2013 gelten einfachere und kürzere Aufbewahrungsfristen für Dokumente. Die schlechte Nachricht: Neue elektronische Standards bringen IT-Abteilungen und Buchhaltern zusätzlichen Arbeitsaufwand. ### Zeitungskrise: Neue Wertschöpfungsketten für Zeitungsverlage Die Zeitungen sind nicht erst seit dem Aus der FTD in der Krise. Neue Wertschöpfungsketten für Zeitungsverlage fordert die Medienjournalistin Ulrike Langer schon 2010 in einem längeren Blogartikel. Für die bisherigen Umsatzbringer Anzeigenkunden, Abonnenten und Kleinanzeigen sieht Langer keine Zukunft. Warum sollte ein Anzeigenkunde in einem Medium inseriren, das kaum genaue Angaben über seine Nutzerschaft machen kann? Warum sollte der Leser eine bestimmte Zeitung abonnieren, wenn sich die Angebote auf dem Markt gleichen? Warum sollten Leser für Kleinanzeigen zahlen, wenn das Internet kostenlose Anzeigenmärkte in rauen Mengen anbietet? Als Ausweg umreißt Ulrike Langer neue Wertschöpfungsketten für Inhalteproduzenten.     ### HiFi-Klassiker: Naim Nait Naim Nait, Foto: M. Methe Mit seinem Zigarrenkistendesign hat der Naim Nait das Bild vom britischen HiFi-Verstärker geprägt. Der Naim Nait war Symbol einer Rebellion gegen das Einheitsdiktat der HiFi-Industrie. Ein audiophiler Mückenstich gegen die Sonys, Technics, Kenwoods und Denons seiner Zeit. Ausdruck einer britischen HiFi-Szene, die hartnäckig ihre Eigenständigkeit behauptete. Selbst wenn er nur halb so genial klänge, hätte der Naim Nait seinen Platz in der Ruhmeshalle der HiFi-Klassiker verdient. Um den Naim Nait zu verstehen, muss man die Zeit betrachten, in der sein Schöpfer, Julian Vereker, den kleinen HiFi Vollverstärker konstruierte. Anfang der 1980er Jahre befand sich die HiFi-Industrie mitten im gravierendsten Umbruch ihrer Geschichte: Eine scheinbar übermächtige japanische HiFi-Industrie rollte den Markt auf. Konzerne wie Sony oder Matsushita (Technics, Panasonic) hatten eine Globalisierungswelle losgetreten, die schon bald Traditionsfirmen wie Grundig und Blaupunkt, Marantz und Fisher verschlingen sollte. Naim, Exposure, Linn: Das Empire schlägt zurück  Dieser heraufziehenden Welle der globalen Gleichmacherei setzte sich vor allem Großbritannien entgegen, das Biotop der Sonderlinge und Exzentriker. Vielleicht trieb die Auseinandersetzung mit dem neuen globalen HiFi-Markt die britische HiFi-Industrie genau in jener Zeit zu solch einer farbigen Blüte. Vor allem im Bau von Lautsprechern und Verstärkern trumpften britische Hersteller auf: NAD, Linn, Mission, Creek, Celestion, Wharfedale, Sugden, Exposure. Neben dem NAD 3020 war der Naim Nait der berühmteste Verstärker seiner Zeit  Der stilprägendste, der umstrittenste und - neben dem NAD 3020 - wohl berühmteste britische Verstärker jener Zeit war der Naim Nait. Julian Verekers kleine Firma Naim Audio hatte bis dahin ein Schattendasein geführt. Im beschaulichen Städtchen Salisbury - berühmt einzig für seine gotische Kathedrale - schraubte Vereker mit einem kleinen Team hochwertige Endverstärker in kleiner Serie zusammen, die Nait Power Amplifier (NAP). Minileistung, aber stromstabil bis kurz vor Kurzschluss  Möglicherweise brachte der NAD-Verstärker 3020 Vereker auf den Gedanken, auch seine eigene Ansicht von audiophilem Musikgenuss einer größeren Käuferschicht zugänglich zu machen. Immerhin hatte NAD mit dem 3020 aus dem Stand einen Kassenschlager gelandet und definierte die Maßstäbe für gute Musikwiedergabe in der Brot-und-Butter-Klasse. 1983 erblickte der Naim Integrated Amplifier (NAIT) das Licht der Öffentlichkeit. Wie der NAD 3020 verfügte der Naim Nait über wahnwitzige Stromlieferfertigkeiten. In Watt gemessen, lag seine Leistung sogar noch unter der des NAD: Der Nait-Besitzer musste mit 15 Watt pro Kanal auskommen. Aber wie der NAD blieb er stromstabil bis kurz vor Kurzschluss. In einer Zeit, in der man die Qualität eines HiFi Verstärkers in Watt pro DM oder Pfund maß, hätte der Naim Nait ein Ladenhüter werden müssen. Doch Vereker baute keine Verstärker für Menschen, die Quantität und Qualität verwechseln. Den Nait sollte man hören. Viele hörten ihn und waren begeistert. Der Naim Nait präsentierte Musik unaufdringlich und gleichzeitig mit einem unterschwelligen Drängen. Naim Nait: Maßgeschneidert für die Studentenbude  Große Lautsprecher entlarvten ihn allerdings als Leichtgewicht im Bass. Der Nait sollte unter den Bedingungen eines audiophilen britischen Haushaltes überragende Musik liefern. Und im Frontroom, dem Wohnzimmer der typischen englischen Doppelhaushälfte ist kein Platz für große Lautsprecherschränke. Das galt auch für die deutsche Studentenbude, die der Nait bald darauf eroberte.  Der Naim Nait gab an kleinen Boxen sein Bestes, er packte seine Zuhörer, fesselte sie, ließ sie nicht mehr los. Naim und Linn: Der Goldstandard bei britischem HiFi Bei diesem Klangbild drängt sich ein anderer Name auf: Linn. Tatsächlich bestand zwischen den beiden Herstellern eine enge Beziehung. Linn produzierte seinerzeit den legendären Plattenspieler LP12 sowie den Kompaktlautsprecher Index. Schon vor dem Auftritt des Nait spielten Verstärker von Naim in vielen HiFi Anlagen gemeinsam mit einem Plattenspieler und Boxen von Linn. Julian Vereker und Linn-Gründer Ivor Tiefenbrun verfolgten ähnliche Klangvorstellungen und teilten sich das Händlernetz. Beide Hersteller profitierten von der Symbiose. Jetzt brauchten Linn-Fans kein Vermögen mehr in Vor- und Endverstärkerkombinationen zu investieren. LP12, Naim Nait und Linn Index: Diese Kombination entwickelte sich zu einer Art Goldstandard im britischen HiFi-Markt. Das war das Maß der Dinge für audiophile Individualisten, denen eine Anlage von NAD oder Rotel zu popelig geworden war. Selbst als Linn mit dem Intek einen eigenen Vollverstärker anbot, hielten viele Fans dem kleinen Nait die Treue. Die Linn-Lautsprecher Index und Kan konnten an Linn-Verstärkern im Hochtonbereich etwas harsch klingen. Zum Naim Nait gehörte eine gewisse klangliche Trockenheit Ähnlich wie Linn, provozierte und polarisierte Naim die High-Endgemeinde. Was Naim als lebendige Musikwiedergabe anpries, empfanden gerade Klassikhörer oft als gehetzt. Sie bevorzugten gelassenere Verstärker wie den Audiolab 8000, der in Deutschland als Camtech V100/V101/V102 verkauft wurde, oder die Verstärker von Creek. Zudem geriet den Naimgeräten die Raumdarstellung enger als anderen Verstärkern mit audiophilem Anspruch. Zum Klangbild des Naim Nait gehörte stets auch eine gewisse Trockenheit. Das letzte Reservat für den DIN-Anschluss Viel Anlass für Diskussionen boten die Anschlüsse des Nait. Naim setzte auf fünfpolige DIN-Anschlüsse, die sich international nicht durchgesetzt hatten. Die Konstrukteure begründeten das mit technischen Überlegungen. Nur der DIN-Anschluss ermöglichte eine konsequente Trennung der Masse von den Plus- und Minus-Leitern. Wer einen Naim Nait im Zusammenspiel mit Geräten anderer Hersteller betreiben wollte, brauchte Adapter von DIN auf Cinch, denn die einzigen Cinchanschlüsse am Naim Nait waren dem Phonoeingang vorbehalten. Audiophiler Musikgenuss á la Naim verlangte Askese  Audiophiler Musikgenuss auf britische Art setzte seinerzeit immer auch ein wenig Bereitschaft zum Verzicht in praktischen Dingen voraus. Wer sich auf Naim und ähnliche Anbieter einließ, musste die Bereitschaft zu einer Art ergonomischer Askese mitbringen. Was dem Hörer keine Einschränkungen abverlangte, konnte auch nichts taugen. So sah man das damals in jenen Kreisen. Der Naim Nait öffnete den Markt für eine ganze Reihe zumindest äußerlich ähnlicher Verstärker. Die Verstärker von Onix oder Nytech besaßen das bescheidene Gehäusemaß des Nait. Ebenso die ebenfalls berühmten Mission Cyrus Verstärker, die wohl schärfsten Wettbewerber des Naim Nait. Der Eigensinn des 2000 verstorbenen Julian Vereker trug mit dazu bei, dass Großbritannien im qualitätsbewussten Kundensegment die Globalisierung umkehren konnte. Made in England setzte für anspruchsvolle Musikhörer weltweit Maßstäbe. Die Namen der britischen HiFi-Schmieden jener Jahre zaubern bis heute ein verklärtes Lächeln auf die Gesichter vieler inzwischen ergrauter HiFi-Fans. Wie sehr Naim die HiFi-Welt beeinflusst hat, zeigt ein Blick nach Hamburg: Der deutsche High-End-Hersteller Phonosophie produziert, optimiert und veredelt bis heute nach den Grundsätzen, die Naim in den 1980er Jahren vorgegeben hat. Für das Foto danke ich Michael Methe, der es auf seiner Homepage verwendet - in einem Bericht über einen anderen HiFi-Klassiker: den Elektrostaten Quad ESL-57.     ### Journalisten: Bittsteller der Verlage "Wenn Verlage wollen, dass Journalismus bei ihnen stattfindet, dann müssen sie Journalisten wie Partner behandeln, nicht wie Bittsteller." Andernfalls drohe den Verlagen ein Brain Drain der Journalisten, meint Matthias Spielkamp. Der freie Journalismus sei nur noch mit Hartz IV zu überstehen - oder mit Nebenjobs. Spielkamp greift dazu den Begriff der "positiven Pressefreiheit" auf. Lesenswert! ### Neue Arbeitsproben aus meiner Printproduktion zum Lesen. ### Weihnachtsgeschenke online: Die Diskette als Notizblock Foto: WolffvonRechenberg.de Aus alten Disketten kann man lustige Notizblöcke machen. Auf dem 9. Brandenburger Linux-Infotag waren die Blöcke quasi als Release Candidate zu sehen. Jetzt verkauft Hofmann EDV aus Berlin den Diskettennotizblock auf Yatego.com. Die Idee gefällt mir und ist dieses Jahr mein erster Vorschlag für originelle Weihnachtsgeschenke online.  Foto: WolffvonRechenberg.de Wer das Papier lieber unkariert hätte, kann den Block auch in Weiß bestellen. Allerdings fehlt dann die Paginierung in Binärcode. Wer einen großen Freundeskreis aus Nerds hat, kann die Blöcke auch in Paketen zu fünf oder zehn Exemplaren bestellen. PC-Veteranen müssen jetzt stark sein: Den Diskettennotizblock gibt es nicht in 5 1/2-Zollversion. Ich bin nicht sicher, wie lange der Zulieferer genug alte Disketten zur Hand hat, um die Nachfrage zu befriedigen. Ich würde mit dem Bestellen lieber nicht zu lange warten.     ### Ab 2013 gibt es 450 Euro für Minijobs 2013 wird aus dem 400-Euro-Job ein 450-Euro-Job. Der Gesetzgeber hat die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte in sogenannten Minijobs angehoben. Zahlen Minijobber ab 2013 automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Mehr dazu habe ich für das Rechnungswesen-Portal niedergeschrieben. ### 2013: Jahresabschluss nur noch per E-Bilanz Ihre Bilanz dürfen Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2013 nur noch per E-Bilanz ans Finanzamt übertragen. Die Pflicht betrifft Unternehmen, die entweder bilanzpflichtig sind oder freiwillig einen Jahresabschluss in Form einer Bilanz erstellen. Journalisten und andere Freelancer können also nach interessanteren Themen hier im Blog suchen. Was man über die E-Bilanz wissen sollte habe ich in 10 Fragen und Antworten zur E-Bilanz für das Rechnungswesen-Portal zusammengetragen. ### Dumb Ways to Die: Wirklich dumme Arten, aus dem Leben zu scheiden Okay, das ist jetzt etwas off topic. Aber für Montagmorgen vielleicht genau das Richtige. http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=IJNR2EpS0jw ### TV: Das glückliche Ende der Wanderhure Ja, auch ich habe "Das Vermächtnis der Wanderhure" gesehen. Zumindest einen Teil davon. Dabei hatte ich mir schon nach etwa 20 Minuten des ersten Teils geschworen, mich nicht durch weitere Teile der Saga zu quälen. An diesen Schwur hätte ich mich erinnern sollen. Jetzt lastet das "Vermächtnis der Wanderhure" tonnenschwer nicht nur auf meiner Historikerseele. Aber ich bin doch nicht absichtlich in dieses Inferno aus Mittelalter-Softporno-Soap und schluchzender Langeweile geraten! Mein Sitcom-Abend war früh zuende, weil Stefan Raab pokern wollte. Und Stefan Raab beim Pokern zusehen? Da sehe ich lieber einem Cheddarkäse beim Reifen zu. Also Zapp! Weg mit Raab, und ich landete... Bei den Hunnen. Fragt mich nicht, was eine anständige deutsche Wanderhure zu den Hunnen verschlägt. Die Idee ist bei den Nibelungen geklaut. Das macht nichts, denn gut geklaut ist auch im Film allemal besser als eine schwache eigene Geschichte. Also: Die Wanderhure ist bei den Hunnen und lernt dort einen, tja, Europäer kennen, der wohl mal adopiert worden ist von irgendeinem Großkhan. Das ist wichtig, denn dass Alexandra Neldel das Bärenfell mit einem Asiaten teilt, das geht nun wirklich nicht. Im Roman vermutlich schon nicht, bei Sat1 erst recht nicht. Immerhin erhält sie Hilfe von einer ebenfalls von den Hunnen erbeuteten Afrikanerin (Sagt man Afrohunnin?). Auf jeden Fall tauchen dann plötzlich drei Typen auf, die Neldel befreien wollen. Sie werden gefangen genommen und wissen: Einer von Ihnen muss sterben. Die Szene spielt sich dann zusammengefasst so ab: Gefangene: "Nein! Tötet ihn nicht!" Henker: Zack! Gefangene: "Okay. Was steht jetzt im Drehbuch!" Die Kreuzigungsszene in "Das Leben des Brian" hat dramatischen Tiefgang im Vergleich zu diesem peinlichen Trash. Versteht mich recht: Auch Dan Brown hat nicht mehr Tiefgang. Dafür ist er wenigstens spannend, was die Wanderhure nicht ist. Kurz darauf verpasst Neldel dem weißen Barbaren eine Portion Psychoanalyse in a nutshell, worauf der zum heulenden Elend wird. Wenn Barbaren anfangen zu weinen - Alter, das geht gar nicht. Er mag sich an diesem Punkt des Films genauso elend gefühlt haben wie ich. Wir haben beide ausgehalten. Er, weil sein Vertrag ihn dazu gezwungen hat. Ich, weil ich jetzt nicht klein beigeben wollte. Es hat mich alle Kraft gekostet und mich schwer traumatisiert. Der Rest ist auch schnell erklärt. Man flieht mit Neldels Baby. Dabei werden noch zwei Helfer erschossen: Helfer: "Ahhhh!" Neldel und Begleiter: "Oh wie grausam! Na, egal komm weiter! Wir haben den Film bald überstanden!" Zum Schluss verhindert die Wanderhure noch ein Gemetzel durch die Hunnen- oder an den Hunnen, scheißegal -, verhilft einem gewissen Sigismund - wenn der das hätte sehen können - zur Kaiserkrone und... Das war's. Noch Fragen, warum Alexandra Neldel ihr Talent nicht an noch eine Folge "Wanderhure" vergeuden möchte? Ich hoffe, dass auch andere Schauspieler das so sehen. Sicher ist: Die Wanderhure wird uns wieder heimsuchen. Ihre Erfinderin Iny Lorentz hat viele noch unverfilmte Wanderhurenromane geschrieben. Mit Schrecken lesen wir, dass uns auch noch eine "Tochter der Wanderhure" droht. Die Wanderhure wird der James Bond der deutschen Mittelalter-Schmonzette. Unsterblich, solange am Set genug Bärenfelle und Strohmatratzen herumliegen, solange noch einer bereit ist solche Drehbücher zu schreiben und solange noch Schauspielerinnen und Schauspieler bereit sind die Wanderhure und ihre männlichen Liebhaber/Leichen zu spielen. Aber eigentlich würde für die Wanderhure auch der Cast von "Berlin Tag & Nacht" reichen. Wenn es bei der Trilogie bleibt, haben wir sie überstanden. Das ist das schönste an diesem Film. Und jetzt habe ich einen Termin bei meinem Neurochirurgen. Der muss mir die Gehirnwindungen mit Rohrfrei spülen, die Netzhäute polieren und das Innenohr desinfizieren. Das nächste Mal, Stefan Raab, bleibe ich bei dir und sehe dir beim Pokern zu.                       ### Urteil: P-Konto darf nicht teuer werden Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de Das P-Konto darf nicht mehr kosten als ein normales Girokonto. Das hat der Bundesgerichtshof jetzt entschieden, teilt der Verbraucherzentrale Bundesverbande (vzbv) mit. Die Verbraucherschützer fordern Betroffene auf, ihre überhöhten Kontoführungsgebühren jetzt zurückzufordern.  P-Konto: Gebühren im zweistelligen Eurobereich Wer sein Konto in ein P-Konto umwandeln ließ, musste bisher mit saftigen Kontoführungsgebühren rechnen. Beim Start den P-Kontos, im Juli 2010, fand das Finanzportal Banktip.de noch Banken oder Sparkassen, die monatliche Kontoführungsgebühren im zweistelligen Eurobereich für das P-Konto erhoben. Dem hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun in einem Urteil ein Ende gemacht (Az.: XI ZR 145/12). Hohe Gebühren, kleine Leistung für P-Kontokunden Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Sparkasse Bremen. Die Hanseaten hatten ihren Kunden für das P-Konto 7,50 Euro monatlich berechnet. Das seien bis zu 3,50 Euro mehr als für das normale Girokonto, teilt der vzbv mit. Hinzu kommt, dass Banken und Sparkassen für Kunden mit P-Konto den Leistungsumfang einschränken. Der Dispokredit wird gestrichen, die Kreditkarte gesperrt, oft wird sogar die EC-Karte durch eine weniger komfortable Bankkarte ersetzt. Gesetzliche Pflicht nicht gesondert berechnen  Die Richter stellte fest, dass Banken und Sparkassen zur Führung eines P-Kontos verpflichtet seien. Die Erfüllung dieser gesetzlichen Pflicht dürften sie sich von den Kunden nicht gesondert vergüten lassen, heißt es in der Mitteilung des vzbv. Die Verbraucherschützer rufen die Institute dazu auf zuviel kassierte Gebühren den betroffenen Kunden unbürokratisch zu erstatten.           ### AFRA: Neuer rauchfreier Hackerspace in Berlin Berlin. AFRA heißt ein neuer rauchfreier Hackerspace in Berlin. AFRA steht für Abteilung-für-Redundanz-Abteilung. Das neue Domizil für Hacker, Nerds und Geeks befindet sich in einer denkmalgeschützten alten Fabrik an der Herzbergstraße 55 in 10365 Berlin-Lichtenberg. Regelmäßige Treffen sollen jeden Donnerstag stattfinden. Zur Eröffnung laden die Initiatoren für Samstag, 17. November, um 19 Uhr ein. Es gibt Strom, Internetzugang, Essen und Trinken, heißt es in einer Mitteilung. Weitere Infos und ein Foto gibt es im Hackerspaces-Wiki.     ### Weihnachtsfeier steuerlich absetzbar - unter bestimmten Bedingungen   Unternehmer können die Weihnachtsfeier im Betrieb steuerlich absetzen - unter bestimmten Voraussetzungen. So dürfen die Kosten 110 Euro pro Mitarbeiter nicht übersteigen und alle Mitarbeiter müssen eingeladen sind. Außerdem darf die Weihnachtsfeier höchstens die zweite Betriebsfeier sein. Hält der Unternehmer eine dieser Regeln nicht ein, fordert das Finanzamt Lohnsteuer auf die Kosten. Mehr dazu im Rechnungswesen-Portal. ### Vortrag: Usability mit Anwendern verbessern Berlin. Wie kann ein Unternehmen seine Software oder Website gemeinsam mit Nutzern verbessern? Wie das geht, soll ein Vortrag im Büro 2.0 erklären. Titel der Veranstaltung am Dienstag, 13. November: "Usability Engineering: Mit Anwendern Qualität entwickeln". Der Ingenieurpsychologe Björn Balazs von User Prompt will Wege und Werkzeuge aufzeigen, mit denen Anbieter den Wünschen ihrer Kunden oder Nutzer auf die Spur kommen können. Die vermeintlich subjektiven Sichtweisen seien in einem "ingenieurhaften Optimierungsprozess" fassbar, meint Balasz. Der Vortrag in der Reihe "B20 Knowledge Space" beginnt am 13. November im Büro 2.0, Weigandufer 45, 12059 Berlin. ### Umsatzsteuer-Voranmeldung 2013 nur mit ElsterOnline-Anmeldung Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist ab 2013 nur noch registrierten Benutzern von ElsterOnline möglich. Davor warnt Andreas Görlich von der Steuerberatungsgesellschaft Schnitzler & Görlich. Im neuen Jahr brauchen Freiberufler und Selbstständige ein ElsterOnline-Zertifikat, um ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung einzureichen, schreibt der Steuerberater im Business-Portal Xing. Betroffene sollten sich umgehend bei ElsterOnline registrieren lassen. Schon die Dezember-Voranmeldung erfordere ein Zertifikat,heißt es in der Mitteilung. Schließlich sei sie erst 2013 abzugeben sei. Wer zu spät abgibt, riskiert Verspätungszuschläge. Bisher schrieb der Gesetzgeber nur die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung auf elektronischem Weg vor. Eine Registrierung auf dem ElsterOnline-Portal war bisher nicht erforderlich. ### BLIT 2012: Das war der 9. Brandenburger Linux-Infotag [mygal=blit2012] Der Brandenburger Linux-Infotag 2012 ist vorüber. Veranstalter, Aussteller und Referenten ziehen ein gemischtes Fazit des 9. BLIT. Noch nie war ein Brandenburger Linux-Infotag so gut organisiert. Daran hatten vor allem die vielen eherenamtlichen Helfer Anteil. Die Besucherzahl hingegen ließ zu wünschen übrig. Die größte regelmäßige Linuxveranstaltung in Brandenburg lockte in diesem Jahr weniger Besucher nach Potsdam-Griebnitzsee als die beiden Veranstaltungen zuvor. Welche Konsequenzen sich daraus ergeben, werden die Organisatoren in den nächsten Wochen zu klären haben.  Fotos: Wolfram Eberius ### Linux: Fluxflux für ARM-Prozessoren [mygal=fluxflux_arm] Fluxflux-Entwickler Manfred Müller hat eine Alphaversion seiner Linux-Distribution fertiggestellt, die auf ARM-Prozessoren läuft. Das neue Fluxflux wird auf dem 9. Brandenburger Linux-Infotag in Potsdam am Samstag, 3. November 2012, erstmals öffentlich vorgestellt. Die neue Fluxflux-Version basiert auf Slackware ARM 14.0 und verwendet einen angepassten XFCE-Desktop in Version 4.8. ### Biltrolling bietet Controllern und Buchhaltern neue Chancen Controller und Bilanzbuchhalter können ihre Berufsaussichten verbessern, wenn sie Kenntnisse der jeweils anderen Berufsgruppe erwerben. Das neue Berufsbild des Biltrollers steht vor allem bei kleinen Unternehmen hoch im Kurs. Mehr dazu auf Rechnungswesen-Portal.de. ### Umsatzsteuerfalle für Unternehmer in der EU Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen ins EU-Ausland droht eine Falle bei der Umsatzsteuer. Ein Unternehmer, der Waren in einem EU-Land kauft und in ein anderes EU-Land liefern lässt, braucht eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aus dem Zielland. Andernfalls droht bei der nächsten Betriebsprüfung eine böse Überraschung. Weiterlesen im Rechnungswesen-Portal. ### Symposium: Verbraucherjournalismus in Zeiten der Krise Auch in Zeiten der Krise braucht der Verbraucherjournalismus keine Stunde Null, keinen neuen Anfang. Dennoch müssen die Alltagserklärer umdenken. Der Verbraucher möchte nicht mehr nur die Unterschiede zwischen Sparverträgen und KFZ-Versicherungen erfahren. In der Eurokrise will der Bürger wissen, was weltwirtschaftliche Ereignisse für ihn persönlich bedeuten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim im Auftrag der ING-DiBa. [mygal=symposium_verbraucherjournalismus] Die Direktbank finanziert seit Jahren die Studie, die jedes Jahr eine Standortbestimmung des Verbraucherjournalismus vornimmt. "Krise(n) ohne Ende - braucht der Wirtschaftsjournalismus eine Neuorientierung?" Unter diesem Motto formulierten am 25. Oktober in Hamburg namhafte Journalisten vor Kollegen aus ganz Deutschland Forderungen an den Verbraucher- und Wirtschaftsjournalismus. Studienleiterin Claudia Mast brachte den in Hamburg versammelten Verbraucherjournalisten eine gute Nachricht mit: Noch nie hat die Studie höheres Vertrauen in die Journalisten gemessen als in der aktuellen Ausgabe. Die rauhe Wirklichkeit drängte sich erst in der Podiumsdiskussion wieder in den Vordergrund. Die Bundesbürger hatten in der Studie den Verbraucherjournalisten zwar ein gutes Zeugnis ausgestellt. Sie waren aber nicht gefragt worden, wer deren Arbeit bezahlen soll. Anzeigenerlöse brechen ein, Auflagen schwinden, im Internet fehlen noch überzeugende Geschäftsmodelle für Qualitätsjournalismus. So bekannte der Chefredakteur des Manager Magazins, Arno Balzer, auf dem Podium Motivationsprobleme. Printjournalisten müssen lernen sich daran zu freuen, wenn die Auflage einmal etwas mäßiger sinkt. Das Problem betrifft mehr oder minder stark fast alle Printmedien. Und eine Folgeerscheinung der ungewissen Geschäftslage beschäftigte das Podium: Die Prekarisierung des Journalistenberufs. Von Hungerlöhnen müssen längst nicht mehr nur freie Journalisten leben. Selbst einige Zeitungsverlage halten ihre redaktionellen Mitarbeiter knapp. Dennoch war sich das Podium einig, dass derzeit noch kein Nachuchsmangel drohe. Den Journalisten motiviert nicht das Honorar allein. Die Arbeit an sich scheint attraktiv genug zu sein, dass sich auch heute noch junge Leute mit guten Hochschulabschlüssen durch Praktika zum Volontariat und schließlich in den Journalistenberuf rackern. ### Urlaubsgeld: Schlechte Karten im Osten Arbeitnehmer im Osten haben schlechtere Chancen auf Urlaubsgeld als ihre Kollegen im Westen. Außerdem gibt es im Osten im Schnitt weniger Urlaubsgeld. Das hat jetzt eine Online-Umfrage im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Weiterlesen auf dem Rechnungswesen-Portal: West-Ost-Gefälle beim Urlaubsgeld ### Gratulation! Friedensnobelpreis für die EU Die Europäische Union hat den Friedensnobelpreis 2012 gewonnen. Der Staatenbund macht sich seit sechs Jahrzehnten um Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa verdient, heißt es in der Begründung.  Der Friedensnobelpreis platzt mitten in die schwerste Krise der europäischen Idee. Gerade stellen wir fest, wie unterschiedlich und widersprüchlich die Erwartungen der Europäer an Europa sind. Da platzt das Nobelkommitee in den Streit und erinnert, dass uns Europäer über alle Streitigkeiten hinweg die Idee von Freiheit, Frieden und Menschenrechten über alle Gräben der Eurokrise hinweg vereint. Dieser Preis ging im richtigen Augenblick an die richtige Institution. Wer will, kann dem Nobelkommitee online zu seiner Entscheidung gratulieren. ### Strato-Erfolgstrainer: Kindgerechte Tipps für Blogs und Online Startups Bild: Strato Mit Content Management Systemen wie Wordpress bringen auch Unerfahrene ihre Inhalte im Handumdrehen ins Netz. Das reicht vom Weblog bis zum Online-Shop. Erster Anlaufpunkt ist der Webhoster. Der Webhoster Strato will die Hemmschwelle noch weiter senken, mit dem Erfolgstrainer. Das neue Portal von STRATO ist ein Angebot für Nutzer mit wenig Interneterfahrung. Begriffe wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Zielgruppendefinition und Online-Marketing will der Erfolgstrainer leicht verständlich erklären. Anhand konkreter Beispiele erklären die Erfolgstrainer Schritt für Schritt, wie Kunden ihre Online-Pläne erfolgreich verwirklichen. Für jedes Thema steht eine gezeichnete Figur als Personal Trainer zur Verfügung. So geht Web-Tutorial kindgerecht. "Anna" zeigt, wie angehende Blogger Wordpress einrichten und neue Leser gewinnen. "Thomas" gibt Tipps zu Aufbau und Optimierung eines Onlineshops. Bei "Bernd" geht es um die Erstellung einer einfachen Firmenwebseite und "Sabine" erklärt, wie die neue Vereinsseite zum Erfolg wird. STRATO will das Ratgeber-Portal nach eigenen Angaben jeden Monat um ein neues Thema erweitern. ### Lohnsteuer: Freibeträge 2013 jetzt beantragen Arbeitnehmer sollten Steuerfreibeträge für 2013 jetzt neu beantragen. Freibeträge werden künftig nicht mehr automatisch von Jahr zu Jahr übertragen. Grund ist der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte ELStaM zum Beginn des kommenden Jahres. Lohnsteuer: Start frei für ELStaM - Freibeträge 2013 beantragen. Ein neuer Beitrag aus meiner Produktion für das Rechnungswesen-Portal. ### Arch Linux: Elegante Tochter Cinnarch trägt Cinnamon Mit Arch Linux bietet eine weitere bedeutende Linux Distribution den Cinnamon Desktop an. Das Cinnarch Projekt will das Fortgeschrittenen-Linux Arch auch dem gemeinen Anwender näher bringen. Das Rennen um die Nachfolge von Gnome 2 dürfte gelaufen sein. Als weitere große Linux Distribution hat Arch den Cinnamon Desktop übernommen. Der Gnome-Fork Mate wird sich hinten anstellen müssen. Während Cinnamon in den Standardquellen von Mint, Fedora und nun auch Arch steht, muss Mate in der Regel aus zusätzlichen Quellen installiert werden. Als Standard unterstützen ihn aber immerhin die Distributionen Mint und Salix. Cinnarch will jedoch nicht nur eine Alternative zu Gnome 3 bieten. Das Projekt will das sonst eher für Experten geeignete Arch anwendertauglich machen. Cinnarch soll ebenso schick wie leistungsfähig sein. Zum Ausprobieren bieten die Entwickler Cinnarch in einem Live-Medium an. Allerdings sei Cinnarch derzeit noch im Alphastadium, heißt es auf der Website des Projekts. Bei der Installation rät das Projekt zu Handschuhen und Helm.  Wie Arch Linux folgt auch Cinnarch dem Rolling-Release-Prinzip. Das bedeutet, dass die Distribution laufend aktualisiert wird. Dadurch ersparen sich Anwender Distributionswechsel wie sie Ubuntu oder Fedora vorsehen. ### Test: Fedora 17 mit Cinnamon auf dem Acer Aspire One [mygal=fedora17] Der Cinnamon-Desktop steht für Fedora 16 und 17 in den offiziellen Quellen zur Verfügung. Damit bietet nun auch Fedora Linux eine komfortable Alternative für Nutzer, die mit Gnome 3 nicht zurechtkommen. Ich habe Fedora 17 mit Cinnamon auf meinem Netbook Acer Aspire One D257 getestet. Fedora Linux: Vorzeigedistribution für Gnome 3  Für die aktuelle Gnome-Desktopumgebung ist Fedora Linux so etwas wie die Vorzeigedistribution. Nutzer von Fedora erhalten stets die jeweils neueste Gnome-Version 3.4. Das ist sich Fedora als topaktuelle Distribution schuldig. Im Unterschied zu anderen verbreiteten Linux-Distributionen hat sich Fedora nicht von Gnome getrennt als das Projekt auf Generation 3 umgestellt und mit dem radikal veränderten Benutzerkonzept viele Anhänger verloren hat. Cinnamon Desktop in den offiziellen Paketquellen für Fedora Zu den Alternativen für Hardliner des alten Gnome-2-Konzepts  bietet sich unter anderem der Cinnamon Desktop an. Dieser Desktop stülpt Gnome 3 ein Benutzerverhalten über, das an Gnome 2 erinnert. Den Cinnamon Desktop, der ursprünglich für Linux Mint entwickelt wurde,  bietet Fedora nun über die eigenen Repositories an. Erstaunlicherweise läuft Cinnamon auf Fedora stabiler und schneller als in Linux Mint. Installation: Fedora setzt auf Bewährtes Ich habe Fedora 17 auf meinem Netbook Acer Aspire One D257 installiert. Das Wiedersehen mit Anaconda, dem Installer von Fedora, verlief unauffällig. Der Ubuntu-Installer kommt optisch gefälliger daher. Anaconda hat erheblich abgespeckt. Mit ein paar Mausklicks kommt Fedsora auf die Festplatte. Dabei bietet das System an, den Benutzer ebenfalls der Gruppe Admin hinzuzufügen. Wer diese Option wählt kann künftig alle Systemveränderungen und Softwareinstallationen mit dem Nutzerpasswort bestätigen - ähnlich wie bei Ubuntu oder Mint. Acer Aspire One D257 vollständig erkannt Fedora 17 erkennt die gesamte Hardware des Netbooks. WLAN und Hotkeys meines Aspire One funktionierten out of the Box. Nach der Installation sollte zunächst ein Softwareupdate folgen. Achtung! Fedora ist berüchtigt für umfangreiche Aktualisierungen, da die Entwickler auch Programmversionen aktualisieren. Fedora 17 macht da keine Ausnahme. Die ersten Aktualisierungen nach der Installation verlangen dem Neu-Fedorianer Geduld ab. Fedora 17 mit Cinnamon Dem nun aktuellen Fedora 17 verpassen wir den Cinnamon Desktop. Der Fedora Paketmanager kann in Sachen Geschwindigkeit keine Chance gegen das von Ubuntu oder Debian verwendete Synaptic nicht. Das Fedoraprogramm funktioniert ähnlich komfortabel, braucht aber wesentlich länger. Schneller geht es auf der Kommandozeile. Im Terminal geben wir ein: $su $yum install cinnamon Ich gebe gern zu, dass Gnome 3 sich der Praxistauglichkeit nähert. Auf dem Netbook sieht Gnome 3 schicker aus als Desktopumgebungen mit traditionellem Startmenü. Dafür nervt Gnome 3 auf dem Netbook, weil sich Menüfenster nicht verschieben lassen, wenn sie über den Bildschirm hinaus ragen (s. Bildergalerie). In einigen Einstellungsdialogen sind dadurch die Buttons für "Speichern" oder "Schließen" unerreichbar, mein Lieblingsspiel Freecol ist nahezu unspielbar. Unverständlich erscheint mir auch, dass ich das Netbook nicht aus dem Desktop herunterfahren kann. Ich muss mich erst abmelden und dann aus dem Anmeldefenster abschalten. Cinnamon: Zuverlässige Alternative in Fedora 17  Wer mit dem Computer wie bisher arbeiten möchte, braucht eine Alternative. Mit Cinnamon steht jetzt auch in Fedora eine Alternative zur Verfügung. Dass der Cinnamon Desktop auf Fedora 17 flüssiger und stabiler läuft als unter Ubuntu 12.04, sollte niemanden erstaunen. Fedora hat ihn in die eigenen Paketquellen aufgenommen, Ubuntu verlangt das Hinzufügen externer Quellen. Externe Paketquellen können in jeder Linux Distribution zu Problemen führen. Der Fedora 17 Cinnamon lief aber auch schneller als sein Pendant unter Linux Mint 13. Das ist bemerkenswert, denn immerhin stammt der Desktop aus dem Mint Projekt. Einziges Manko: Das Suchfeld im Hauptmenü befindet außerhalb des kleinen Netbook Displays (s. Bildergalerie). Das Experiment Cinnamon ist der Fedora Community absolut geglückt. Allerdings gilt folgende Einschränkung: Auch mit Cinnamon bleibt Fedora Linux was es war: keine Distribution für Einsteiger. Selbst das Kommandozeilenwerkzeug "wget" musste ich nachinstallieren. TIPP: Wer unter Fedora Gnome 3.4 und Cinnamon nebeneinander installiert hat, kann unter Gnome keine neuen Hintergrundbilder nutzen. Das lässt sich nur noch über das Menü "Cinnamon Settings" erledigen. ### Neuer Beitrag für Rechnungswesen-Portal: Erleichterungen für Kleinunternehmer Mein erster Beitrag für Rechnungswesen-Portal ist online: Kleinunternehmer: Riskante Vereinfachungen beim Jahresabschluss   ### iPhone 5: Nano-SIM bei allen Discountern Mit Fonic hat nun auch der letzte der großen Mobilfunkdiscounter eine Nano-SIM für das Apple iPhone 5 angekündigt. Damit steht dem günstigen Surfvergnügen per Prepaid-Discounter auch mit dem iPhone 5 nichts mehr im Weg. Denn mit der neuen Version der Klingelbüchse von Apple kommt auch ein neues SIM-Format. Man kann sie aber auch selbst machen. Alle paar Jahre müssen sich Mobilfunkkunden bei Apple an ein neues Format für SIM-Karten gewöhnen. Mit Einführung des iPad mussten die Mobilfunkdiscounter eine Micro-SIM zum Herausdrücken mittig in ihre SIM-Karten einfügen. Das Apple iPhone bringt nun die Nano-SIM, eine noch kleinere SIM-Karte. Die Nano-SIM frisst nun das letzte Plastik um die Kontakte herum weg. Das Magazin t3n zeigt, wie man die Nano-SIM fürs iPhone 5 selbst macht. Wer sich die Arbeit nicht machen will, kann bei seinem Mobilfunkanbieter nach einer Nano-SIM fragen. Einige Anbieter tauschen ihren Bestandskunden die SIM sogar kostenlos gegen eine Nano-SIM ein. Blau.de, AldiTalk, Telekom, EdekaMobil und Fyve listet das Magazin in dieser kundenfreundlichen Kategorie auf. Alle anderen Netzbetreiber und Discounter verlangen Geld für den SIM-Tausch. Für Vodafone hat t3n sogar einen Kostenpunkt von 25 Euro ermittelt. Na, dann doch lieber selbst basteln, oder? Abb.: Justin Ormont/Creative Commons   ### Apple iPhone 5: Auszeit für das neue Denken Foto: Apple Apple schmückt sich gern mit "Neuem Denken". Neues Denken - das sollte auch für Nachhaltigkeit und Ökologie stehen. Bei der Markteinführung des Apple iPhone 5 hat es Pause. Denn nachhaltig wäre, dem alten iPhone treu zu bleiben. Doch Apple hat es geschafft Denkprozesse abzuschalten. Das Auktionshaus eBay hat auf seine Weise frühzeitig auf die Einführung des neuen Apple iPhone 5 reagiert. Schon Mitte September listete eine Pressemitteilung auf, was der Wiederverkauf alter iPhones einbringt. Es war abzusehen, dass zahllose iPhonistas ihre alten Alufladen versteigern würden, um sich das iPhone 5 leisten zu können. Immerhin: Mit dem alten iPhone konnte man schließlich kaum mehr als den Facebook-Status updaten, fotografieren, eMails lesen, telefonieren, SMSen und Angry Birds spielen. Mit dem iPhone 5 kann man jetzt auch Angry Birds spielen, telefonieren, SMSen, surfen und... Das iPhone 5 ist ein Dilemma für die Klasse der neuen Denker Das ist das Dilemma der Klasse der neuen Denker: Unter dem Strich produziert das iPhone 5 im täglichen Leben kaum Mehrnutzen, aber in der Produktion einen Haufen CO2. Es ist flacher, flinker und ein wenig größer als der Vorgänger. Diese Features reichen Apple schon, um den Weltvorrat an Seltenen Erden um ein paar Tonnen zu dezimieren und das iPhone 5 als Durchbruch zu feiern. Apple kann Denkprozesse nach Belieben abschalten Nüchtern betrachtet, trifft dies natürlich auch auf andere Hersteller von Smartphones zu. Doch das Apple iPhone ist eben kein normales Smartphone. Weltweit hat Apple fünf Millionen iPhones an einem einzigen Wochenende verkauft. Apple darf sich darüber freuen. Es ist dem Konzern gelungen, bei der Kaufentscheidung jegliche rationale Erwägung auszuhebeln. Schließlich dürften sich die allermeisten dieser Impulskäufer gerade erst vor einem Jahr das letzte iPhone gekauft haben. Neues Denken, das ist nur sexy, solange es nicht beim Konsum stört. Neues iPhone bald zweimal im Jahr? Die Anschaffung des neuen iPhones ist ein bedingter Reflex. Apples Stärke liegt nicht darin, dass die Weltverbesserer aus Cupertino Denkprozesse in Gang bringen können - seien sie neu oder alt. Sie können nach Belieben Denkprozesse aller Art unterbinden.  Wir dürfen uns nicht wundern, wenn  Apple für das iPhone künftig zwei Modellwechsel im Jahr vornimmt. Beispielsweise Frühjahr/Sommer-Kollektion und Herbst/Winter-Kollektion. ### Neonazidatei: Ein Werkzeug nur für den, der es benutzen will Jetzt ist die Rechtsextremismusdatei online. Mit einem großen Presserummel setzte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Neonazidatei in Betrieb. Hier sollen ab sofort die Sicherheitsbehörden und Geheimdienste des Bundes und der Länder rechtsextreme Taten, Akteure und Netzwerke zentral erfassen und abfragen können. Können! Denn wenn die angeschlossenen Behörden auch künftig nicht bereit sind, rechtsextreme Straftaten ernst zu nehmen, dann verkommt die Neonazidatei zu einem teuren Stück Datenmüll. Die Neonazidatei ist ein Werkzeug für den, der es benutzen will Die Rechtsextremismusdatei ist ein Werkzeug - aber nur für den, der es auch benutzen will. Wenn in den Polizeibehörden und Verfassungsschutzämtern allerdings der Willen fehlt, rechtsextreme Motive für Verbrechen zu erkennen und zu verfolgen, dann hilft auch die sogenannte Neonazidatei nicht weiter. Doch genau an diesem Willen hat es während der vergangenen zehn Jahre gemangelt. Sicherheitsorgane haben Großes geleistet, aber nie gegen Rechts Bundesinnenminister Friedrich und sein Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU),  betonten während der Pressekonferenz wacker, dass die Sicherheitskräfte über viele Jahre gute Arbeit geleistet hätten. Sie haben Kofferbomber gefasst, die Sauerlandzelle rechtzeitig hinter Schloss und Riegel gebracht. In diesen wie in vielen anderen Fällen haben Polizei und Geheimdienste gute Arbeit geleistet, haben Gefahren rechtzeitig abgewendet und Terroristen unschädlich gemacht. Gerade mit Erfolgsgeschichten offenbaren die zwei Minister jedoch das ganze Versagen der Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit dem Rechtsterrorismus. Wenn wir so tolle Experten in den Ämtern haben, die jeden islamistischen Terroristen schon vor der Tat abfangen können: Warum gelang es denselben Experten dann nicht, das Terroristentrio des Nationalsozialistischen Untergrunds zu fassen? Eine Terroristendatei für islamistische Täter gibt es seit 2007. Warum kommt die Neonazidatei erst jetzt? Aufklärung in Ministerien und Ämtern? Fehlanzeige! Derzeit kämpft sich der Bundestagsuntersuchungsausschuss zum NSU durch eine Wand aus Verweigerung und Schweigen. Dass Ämter und Ministerien selbst Fahndungspannen aufzuklären versuchen, erscheint vor diesem Hintergrund als Illusion aus einer idealen Welt. Der Staat ist an den hohen Zielen gescheitert, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Trauerrede den Hinterbliebenen des rechten Terrors versprochen hat. Friedrich und Caffier lobten die schnelle Umsetzung der Neonazidatei. Viel Arbeit in kurzer Zeit. Doch gerade die haarsträubende Haltung deutscher Beamter in der Aufklärung der Fahndungspannen zeigt: Die Neonazidatei ist nur ein winziger Auftakt zu einer großen Aufgabe. Erst wenn die ganze Arbeit getan ist, darf Angela Merkel hoffen, dass sie sich nicht noch einmal bei Angehörigen von Neonaziopfern entschuldigen muss. ### Debian 7.0 "Wheezy": Bug Squashing Party in Berlin Die Veröffentlichung von Debian 7.0 ("Wheezy") steht vor der Tür. Zur Jagd auf die letzten Bugs in Wheezy lädt das Büro 2.0 nach Berlin ein. Die Bug Squashing Party dauert von Freitag 14. September 2012 und bis Sonntag 16. September 2012 und beginnt täglich um die Mittagszeit. Willkommen sind auch Einsteiger und Neulinge. Debian GNU Linux genießt hohes Ansehen für seine Stabilität. Damit das auch für die kommende Version 7.0, Codename "Wheezy" gilt, jagen Freiwillige auf der ganzen Welt derzeit die letzten Fehler (Bugs). Im Grunde kann jeder Debian-Interessierte daran teilnehmen. Mehr Spaß verspricht jedoch eine Bug Squashing Party, wie sie das Büro 2.0 in Berlin am kommenden Wochenende veranstaltet. Von Freitag bis Sonntag lädt die Bürogemeinschaft in ihre Räume ein, am Weigandufer 45 in 12059 Berlin. Zu Fuß liegt das Gebäude etwa zehn Minuten nördlich vom S-Bahnhof Sonnenallee in Neukölln.  Die Veranstalter weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich nicht nur Programmierer beteiligen können. Mögliche Aufgaben für Neulinge oder Einsteiger wären: die Release Notes (Hinweise zur neuen Debian Version) auf deutsch oder englisch Korrektur zu lesen oder einige Programmbeschreibungen und Hilfetexte zu übersetzen oder für ein Lieblingsproramm ein ordentliches Vorschaubild (siehe screenshots.debian.net) zu erstellen. Auf der Dachterasse wollen die Gastgeber bei gutem Wetter grillen. Wer eine Unterkunft sucht, kann sich über das Debian-Wiki melden, Stichwort: "Crash space needed" Das ganze findet statt: Büro 2.0 Weigandufer 45,  12059 in Berlin  (10 min von S Sonnenallee)   ### Tablet killt Eee-PC und Netbook: Ein Nachruf Der Eee-PC ist Geschichte. Wie DigiTimes berichtet, hat Hersteller Asustek die Produktion bereits gestoppt. Andere Hersteller sollen folgen. Das IT-Portal macht den Trend zu Table PCs für das Verschwinden von Netbooks allgemein verantwortlich. Ein Nachruf. Der erste Eee-PC war ein echter Hingucker. Wo immer ich Ende 2007 mit meinem Testexemplar auftauchte, wanderten die Blicke vom Nebentisch zu meinem Mini-Notebook. Der erste Eee-PC war klein und es gab ihn in vielen Farben. Kurz: Er war sexy. Mein Testbericht über den Eee-PC findet sich auf Tariftipp.de. Der Asus Eee-PC machte das Surfen und Arbeiten unterwegs bequemer und billiger als je zuvor. Schnell reagierte die Branche. Medion, Acer und andere brachten Geräte mit 10-Zoll-Display auf den Markt. Auf diesem Standard blieb das nun Netbook genannte Gerät im Grunde bis heute. Der erste Eee-PC begeisterte durch die Idee, die ihn schuf  Der erste Eee-PC (700/701) begeisterte aber auch durch die Idee, die der Hersteller damit transportierte. Aus Kostengründen verzichtete Asus auf Windows und entschied sich stattdessen für ein angepasstes Linux. Der Eee-PC sollte wirklich jedem Menschen auf diesem Planeten die Teilnahme an der Informationsgesellschaft ermöglichen. Entsprechend gut verkaufte sich der Eee-PC gerade in Schwellenländern. Der Markt verlangte nach Windows-Netbooks Die Nachfrage in Europa und den USA lenkte die Hersteller in eine andere Richtung.  Unter einem Netbook verstand man schon bald nach Markteinführung des ersten Eee-PC ein Mini-Notebook mit 10-Zoll-Display und Atomprozessor - und der Markt verlangte Windows. Da Windows Vista nicht auf der beschränkten technischen Basis lief, verlängerten die Netbooks quasi im Vorbeigehen die Lieferfristen für das schon abgeschriebene Windows XP. Jetzt verlangt der Markt nach Touchscreens. Das Tablet bedeutet wohl nicht nur das Aus für den Eee-PC. Wenn Konkurrent Acer ebenfalls aus der Netbookproduktion aussteigt, dann erscheint fraglich, ob Intel die Atom-Prozessoren weiter herstellen wird. Das günstige Mini-Notebook wird wohl höchstens mit einem ARM-Prozessor überleben, zugeschnitten auf eine Zielgruppe: Computernutzer in Entwicklungs- und Schwellenländern. Bye bye, Eee-PC  Mein kleiner schwarzer Eee-PC liegt jetzt auf meinem Schreibtisch. Der Deckel sitzt noch so stramm wie am ersten Tag, alle Tasten funktionieren, er fährt klaglos hoch, wenn er gebraucht wird. Das kann nicht jedes Note- oder Netbook nach vier Jahren. Mein Eee-PC wird nicht bei eBay landen oder im Müll. Die Geschichte des Eee-PC zeigt, wie schnell in der IT-Branche Stars entstehen und in Vergessenheit geraten. Bye bye, Eee-PC. ### c't-Spezial Digitale Fotografie: RAW-Workflow mit Open-Source-Tools Was taugen Open-Source-Tools für die Verarbeitung von Rohdaten (RAW) in der Digitalfotografie? Das neue c't-Spezialheft Digitale Fotografie 4/12 nimmt sieben kostenlose Tools für den RAW-Workflow unter die Lupe und vergleicht mit dem Industriestaqndard Lightroom. Dabei hat die Redaktion laut Verlagsankündigung nicht nur Elend gefunden. Heft 4/12 ist jetzt auf dem Markt. RAW-Daten spielen in der professionellen Digitalfotografie eine entscheidende Rolle. Im Unterschied zu Bilddateiformaten wie JPG oder TIFF lassen die Kamerarohdaten (RAW) auch im Nachhinein große Spielräume zum Optimieren eines Fotos. Profi-Fotografen verlassen sich bei der Verarbeitung von RAW-Daten meist auf kostspielige Programme wie Lightroom oder Photoshop. Dem sparsamen Fotofreund stehen interessante kostenlose oder gar Open-Source-Programme zur Verfügung. Was die c't-Redaktion von diesen Tools hält, lesen wir im neuen Spezial Digitale Fotografie (4/12), das jetzt im Zeitschriftenhandel liegt. Außerdem bietet das Heft unter anderem einen Workshop zur Street Photography sowie Tipps zum besseren Handling der Kamera. Das c't Spezial Digitale Fotografie 4/12 gibt es im zeitschriftenhandel oder direkt beim Verlag: http://www.heise-shop.de/heise-zeitschriften-verlag/ct-digitale-fotografie-04-2012_pid_19457574.html  Abb.: Heise Verlag   ### Wenn die Lufthansa streikt, freut sich die Bahn Wegen der Einschränkungen im Flugverkehr durch den Streik des Lufthansa-Kabinenpersonals kann es in den Zügen der Deutschen Bahn (DB) noch voller werden. Darauf ist die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben vorbereitet. Sie will zusätzliche Züge vorhalten. Aber funktionieren in denen dann auch die Klimaanlagen? http://www.bahnsteig3.de/news/2012/09/01/lufthansa-streik-bahn-steht-bereit/ ### Servicehotlines: Warteschleife bald kostenlos Teure Wartezeiten bei Telefonhotlines sind bald Geschichte. Das teilt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit. Grund ist eine Neuregelung (Novelle) des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Danach müssen Warteschleifen bei telefonischen Servicediensten für mindestens zwei Minuten kostenfrei sein. Das Gesetz gilt ab 1. September 2012, lässt den Anbietern aber eine Übergangszeit bis Juni 2013. Servicehotlines: Guter Rat ist teuer  Wann immer ein Kunde oder Interessent eine kostenpflichtige Servicerufnummer wählt, kann er sich auf eines gefasst Machen: Guter Rat ist teuer, und zwar noch bevor der Anrufer durchgestellt wird. Dem will der Gesetzgeber ein Ende setzen: Ab 1. September 2012 müssen ab Rufaufbau mindestens die ersten zwei Minuten für den Anrufer entgeltfrei sein, unabhängig davon, ob der Anrufer vom Festnetz- oder Mobiltelefon anruft. Wird der Anruf schneller entgegen genommen und bearbeitet, endet die Entgeltfreiheit, der Anruf kann ganz normal berechnet werden. Wird der Anruf innerhalb von zwei Minuten nicht entgegen genommen, wird die Verbindung getrennt – der Verbraucher muss gegebenenfalls neu wählen. Übergangsfrist zur kostenlosen Warteschleife bis Juni 2013 Allerdings müssen Verbraucher noch bis zum 1. Juni 2013 auf die komplett kostenlose Hotline warten. Bis dahin hat der Gesetzgeber der Wirtschaft eine Übergangsfrist für die Umsetzung eingeräumt. Auch die Information über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit und die etwaige Abrechnung des Anrufs gegen Festpreis muss ab dann erfolgen. Verstößt ein Unternehmen ab Juni 2013 gegen die Regelung, muss der Verbraucher für das gesamte Gespräch keine Kosten tragen. Warten am Festnetzanschluss weiter  gebührenpflichtig Ausnahmen von der Verpflichtung zur Entgeltfreiheit telefonischer Warteschleifen gibt es zudem für Rufnummern, die ortsgebunden sind oder zum Ortstarif abgerechnet werden, zum Beispiel die Behördenrufnummer 115 und für Mobilfunkrufnummern. Auch bei Anrufen gegen Festpreis entfällt die Verpflichtung zur Entgeltfreiheit der Warteschleife. Foto: Gerd Altmann/Pixelio.de   ### Datenschutz: Facebook erneut abgemahnt Das App-Zentrum von Facebook gibt Daten an die App-Anbieter ohne Zustimmung des Nutzers weiter. Das wirft der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) dem seozialen Netzwerk vor. Die Verbraucherschützer haben Facebook abgemahnt. vzbv: Facebook gibt Daten ohne Zustimmung der Nutzer weiter  Ohne Ankündigung habe Facebook im Sommer ein App-Zentrum eingeführt, das die Apps von Fremdanbietern nach Kategorien sortiert anzeigt. Das soziale Netzwerk gebe persönliche Daten der Nutzer an die App-Anbieter weiter, ohne dass die Nutzer ihre Einwilligung dazu gegeben hätten. Das beklagt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in einer aktuellen Pressemeldung. Der Verband hat das soziale Netzwerk jetzt abgemahnt. Frist bis 4. September  Facebook hat nun bis zum 4. September 2012 hat Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Die Abmahnung erfolgte nach Angaben des vzbv im Rahmen des Projekts Verbraucherrechte in der digitalen Welt, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) finanziell gefördert wird. Unvollständiger Datenschutzhinweis kaum zu sehen Gegenstand ist das App-Zentrum, das Facebook im Juli eingeführt hat. Facebookmitglieder können hier kleine Programme oder Spiele nutzen. Vor der Installation erhielten Nutzer weder einen Hinweis, welche Daten zu welchem Zweck weitergegeben werden, noch müssten sie der Datenübertragung ausdrücklich zustimmen. Stattdessen werde durch den Klick auf den Button "Spiel spielen" oder „An Handy schicken“ die Einwilligung des Nutzers einfach unterstellt, kritisiert der vzbv. Lediglich unterhalb des Buttons befinde sich in kleiner hellgrauer Schrift eine augenscheinlich nicht abschließende Auflistung der Nutzungszwecke durch den App-Anbieter. So räumten sich die Drittanbieter zum Beispiel das Recht ein, auf den Chat, die Informationen der Freunde und die persönliche Kontaktdaten zuzugreifen sowie auf die Pinnwand des Nutzers schreiben zu können. Eine solche umfassende Datenweitergabe an Dritte, aber auch deren Verwendung hält der vzbv für unvereinbar mit deutschem Recht. Nutzer sollten Apps deaktivieren und Privatsphäre ändern Nutzer, die sich und ihre Kontakte vor der unerwünschten Datenweitergabe schützen wollen, sollte über die Privatssphäre-Einstellungen die Voreinstellungen ändern oder Anwendungen und Apps deaktivieren. Weitere Informationen: www.surfer-haben-rechte.de vzbv-Forderungen an soziale Netzwerke: PDF, 111,16 KB vzbv-Checkliste Soziale Netzwerke: PDF, 225,17 KB ### Alternativen zu Unity in Ubuntu 12.04 Neben den Gnome-Forks Mate und Cinnamon stehen dem Ubuntu-Nutzer noch andere Alternativen zu Unity zur Verfügung. Das Blog "Complete, Concrete, Concise" verschafft Unity-Muffeln einen Überblick. ### Ubuntu 12.04.1: Upgrade freigegeben, aber nur bedingt zu empfehlen Ubuntu 12.04 hat den ersten sogenannten Snapshot erreicht. Zu diesem Zeitpunkt sollen alle Kinderkrankheiten des aktuellen Ubuntu Linux beseitigt sein, und Nutzer der letzten LTS-Version (10.04) erhalten den Upgrade auf 12.04.1 angeboten. Es gibt Gründe, noch darauf zu verzichten. Wer unbedingt aktuellere Software braucht, kann sein Ubuntu 10.04 jetzt auf 12.04 aktualisieren. Das Upgrade wird seit heute angeboten. Ein Testlauf am vergangenen Wochenende lief unauffällig ab. Nutzer sollten nach dem Upgrade also keine technischen Probleme bekommen. Es gibt jedoch andere Gründe, den Umstieg auf 12.04 zu verschieben. Abschied von Gnome 2 auch für Nutzer von Ubuntu LTS Jetzt müssen sich auch jene Ubuntu-Nutzer von der Desktopumgebung Gnome 2 verabschieden, die auf die langzeitunterstützten LTS-Versionen setzen. Ubuntu liefert mit der neuen LTS-Version 12.04 "Precise Pangolin"  auch an diese Nutzer den Ubuntu-eigenen Unity-Desktop aus. Unity, einst erschaffen für Ubuntu auf dem Netbook, wendet sich konsequent an Privatnutzer. Wer dauernd zwischen mehreren Anwendungen hin und her springt oder mehrere Anwendungen gleichzeitig in verschiedenen Fenstern auf einem Desktop vor sich hat, der wird weder mit Unity noch mit dem ebenfalls default installierten Gnome 3 glücklich. Gnome-Alternativen Mate und Cinnamon noch nicht in Ubuntu integriert Mit den Desktopumgebungen Cinnamon und Mate stehen zwei Alternativen zur Verfügung. Beide bieten dem Gnome-2-Fan eine vertraute Arbeitsumgebung.  Beide muss der User jedoch über externe Repositories nachinstallieren. Und beide integrieren sich jedoch derzeit nur mäßig in Ubuntu. Besonders der vom Ubuntu-Ableger Linux Mint entwickelte Cinnamon-Desktop wirkt instabil. In einem Test verschwanden die Fenstermenüs, die Übersetzung ist lückenhaft, und der Desktop nervte mit häufigen Fehlermeldungen. Ubuntu 10.04 auf dem Desktop: Support noch bis Frühjahr Ubuntus Long Term Support garantiert noch bis zum Frühjahr 2013 Sicherheitsupdates für 10.04. Für zufriedene Nutzer von 10.04 gibt es also derzeit keinen zwingenden Grund für den Wechsel auf 12.04. Wer am Benutzererlebnis von Gnome 2 hängt, kann darauf hoffen, dass die Integration von Cinnamon und Mate bis dahin weitere Fortschritte macht. ### Gebührt uns nicht ein wenig Dank, dass wir Homosexuelle nicht mehr in den Knast schicken? Bild meint: Ja! Er fühlt sich nicht wohl mit der Homo-Ehe, der Franz Josef Wagner. Der Bildkolumnist, sonst den Ängsten der Kleingeister immer eine Breitseite voraus, in einer Homo-Ehe? Aber das ist seine Privatsache. Das geht uns nicht an, denn wir sind ja brave tolerante Bundesbürger. Das bestätigt uns Herr Wagner in seiner Kolumne "Post von Wagner". Und wie tolerant! Gebührt uns nicht ein wenig Dank, dass wir Homosexuelle nicht mehr in den Knast schicken? Bild meint: Ja! Den Kindersegen verwehrt die Biologie auch heterosexuellen Paaren Aber den Homos das heilige Institut der Ehe zu überlassen, das geht zu weit. Schließlich sei ja die Ehe ein Schwur auf Kindersegen und Fruchtbarkeit. Da liegt der Bildkolumnist hundertprozentig auf Papstlinie. Dabei bleibt uns Herr Wagner Antworten auf drängende Fragen schuldig: Wie sieht es mit Ehen zwischen Mann und Frau aus, denen eine grausame Biologie den Kindersegen verwehrt? Wie sieht es mit Paaren aus, die erst jenseits der Fünfziger zueinander finden? Warum dürfen die heiraten - unfruchtbar wie ein homosexuelles Paar? Der Streit um die Homo-Ehe beruht auf Irrtümern Der Streit um die Homo-Ehe beruht auf einigen grundsätzlichen Irrtümern: Der Herleitung der Ehe aus der Bibel und aus der Ansicht, die bürgerliche Gesellschaft habe allen die anders sind, großzügig etwas zu gestatten. Aber haben Sie irgendwo in der Bibel von Standesämtern, Ehegattensplitting oder Elterngeld gelesen? Die Ehe ist eine rechtliche Institution. Das Gesetz legt nirgendwo fest, dass die Rechtskraft eines Lebensbundes von Gebärfreudigkeit oder -fähigkeit abhängt. Ein Gott der Wagner und Schwule liebt Ich bin nicht bibelfest genug, um beurteilen zu können, ob die Heilige Schrift tatsächlich alle Lebensbündnisse außer der Mann-Frau-Kind-Ehe ausschließt. Das Grundgesetz tut es nicht. Ich möchte aber an einen Gott glauben, der alle Menschen gleichermaßen liebt. Schließlich darf sich Franz Josef Wagner von Gott geliebt fühlen, obwohl er regelmäßig gegen das biblische Verbot der üblen Nachrede verstößt. Da wird Gott wohl gegen Schwule und Lesben nichts einzuwenden haben, die ihren Nächsten lieben wie sich selbst. Schwule und Lesben beanspruchen ein natürliches Recht  Lieber Herr Wagner, das Gesetz gehört niemandem. Dass Schwule nicht mehr im Knast landen, haben die zuallerletzt Ihren Lesern zu verdanken. Warum müssen wir überhaupt darüber diskutieren, ob Schwule und Lesben die Ehe eingehen dürfen? Sie sind Teil dieser Gesellschaft und beanspruchen mit der Ehe ein natürliches Recht aller Menschen in diesem Land. Das Recht auf Liebe und Zweisamkeit und das Recht, auch vor dem Gesetz füreinander einzustehen. ### Von Ubuntu 10.04 auf 12.04: Cinnamon oder Mate Allen Nutzern der Ubuntu-Version 10.04 steht in Kürze ein Upgrade auf die Version 12.04 "Precise Pangolin" bevor. Dann heißt es Abschied nehmen vom gewohnten Gnome-Desktop. Ubuntus neue Standardoberfläche Unity wird viel Umlernen erzwingen und eignet sich nicht für den Produktiveinsatz. Mit Mate und Cinnamon stehen zwei Alternativen zur Verfügung, die das Benutzererlebnis das gewohnte Gnome-Feeling retten wollen. Eine neue Ubuntuversion! Für die Anhänger der anwenderfreundlichen Linux Distribution war das stets ein Feiertag. Gerade, wenn Ubuntu eine neue LTS-Version (= Long Term Support) herausbrachte. Diese Versionen entstehen alle zwei Jahre und werden von Ubuntu drei Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt. Der Distributor Canonical versieht diese Versionen mit einer besonderen Empfehlung für den produktiven Einsatz. Unity und Gnome 3: Kampf gegen den Desktop 2012 flößt der bevorstehende Wechsel auf Ubuntu 12.04 eher Furcht ein. Der vertraute Desktopumgebung Gnome 2 ist Geschichte. Ubuntus neue Standardumgebung Unity wartet  auf die Wechsler. Problem im produktiven Einsatz: Ähnlich Gnome 3 erfordert Unity ein Umdenken in der Bentzung eines Desktops. Fenster öffnen sich stets bildschirmfüllend, das Arbeiten mit mehreren Anwendungen gerät zum Kampf gegen den Desktop. Ich will keineswegs bestreiten, dass sich absolute Computerneulinge schneller auf Unity zurechtfinden als auf dem seligen Gnome 2, auf XFCE, KDE oder Windows 7. Ich lebe aber schon zwei Jahrzehnte mit Computern und 8 Jahre mit Linux. Die Linuxgemeinde bietet zwei interessante Alternativen zu Unity oder Gnome 3: Mate und Cinnamon. Um beide Desktopumgebungen auszuprobieren bieten sich Live-DVDs von Linux Mint 13 ("Maya") an. Von Lucid zu Precise: Der Upgrade Bisher schlägt Ubuntu Nutzern von 10.04 "Lucid Lynx" noch keinen Wechsel auf 12.04 vor. Wer dennoch jetzt schon wechseln möchte, öffnet ein Terminal und gibt den Befehl sudo do-release-upgrade ein. Nach der Bestätigung mit dem Passwort startet der Vorgang. Entgegen der Anleitung auf Askubuntu brauchte ich zuvor keine Dateien zu editieren. Precise brauchte etwa eineinhalb Stunden auf die Festplatte meines Lenovo G530. Danach grüßt Unity. Installation von Mate und Cinnamon auf Ubuntu 12.04  Der Mate-Desktop soll nach dem Willen seiner Entwickler den Fans von Gnome 2 eine vertraute Umgebung bieten. Meine Erfahrungen mit Mint und Mate auf meinem Netbook zeigen, dass der Desktop das hält. Ubuntuportal.com erklärt wie man Mate auf Ubuntu 12.04 installiert.  Wieder öffnen wir ein Terminal und geben der Reihe nach die folgenden Befehle ein: sudo add-apt-repository "deb http://packages.mate-desktop.org/repo/ubuntu $(lsb_release -cs) main" sudo apt-get update sudo apt-get install mate-archive-keyring sudo apt-get update sudo apt-get install mate-core sudo apt-get install mate-desktop-environment Cinnamon verwendet Gnome 3 als Basis, bietet jedoch eine weitgehend ähnliche Benutzerführung wie der gute alte Gnome 2. Auch für die Installation von Cinnamon bietet das Netz reichlich Anleitungen. Beispielsweise auf Noobslab.com. Noch einmal öffnen wir ein Terminal und geben der Reihe nach die folgenden Befehle ein: sudo add-apt-repository ppa:gwendal-lebihan-dev/cinnamon-stable sudo apt-get update sudo apt-get install cinnamon Beide Desktops stehen beim Login zur Auswahl - neben Unity und dessen Basis Gnome 3. Mate und Cinnamon auf Ubuntu 12.04 Wie schlagen sich die beiden Gnome-Dissidenten unter den Desktopumgebungen? Cinnamon kommt mit dem von Mint gewohnten Menü daher. Darauf sollte sich jeder gleich zurechtfinden. Cinnamon verwendete sofort meinen gewohnten Desktophintergrund. Leider entfernte er den Opera Browser aus der Schnellstartliste. Wie er dahin zurückkommt, erfordert eine Recherche. Vieles fasst sich an wie Gnome, aber doch nicht alles. Wem das schwarze Farbthema der Fenster und Menüs zu düster ist, muss beim Installieren neuer Themes von Grund auf umdenken - und dazulernen. Außerdem fehlten nach der Installation die Fensterknöpfe und regelmäßig stürzten Anwendungen ab. In den Menüs herrscht ein wildes Gemisch aud Deutsch und Englisch vor. Sehr ärgerlich. Mate funktionierte aus dem Stand. Allerdings kommt er im Gnome-2-Standardgrau und er erkannte mein gewohntes Wallpaper nicht. Mate: Der Erbe von Gnome 2 Wer echtes Gnome-2-Feeling sucht, sollte sich derzeit für Mate entscheiden. Zumindest auf Ubuntu 12.04 sprechen gegen Cinnamon derzeit folgende Argumente. Mangelnde Stabilität Menüs noch nicht komplett übersetzt Konfiguration unterscheidet sich stark von Gnome 2 Dabei gibt vor allem der dritte Punkt zu denken: Wenn ich einen Desktop wähle, der das Benutzererlebnis von Gnome 2 verspricht, will ich nicht im Netz recherchieren müssen, wie ich Themes installieren oder Fensterleisten wiederherstellen kann. Cinnamon ist der benutzerfreundlichere Gnome 3, aber ein Ersatz für Gnome 2 ist er nicht. Dem Mitbewerber Mate mangelt es eigentlich nur an der Integration in Ubuntu. Doch nach ein paar Schönheitsreparaturen erweist sich dieser Desktop als wahrer Erbe von Gnome 2. Ich bin gespannt auf eure Meinungen.   ### Employer Branding bei Apple: Wir sind international, fit, jung und haben die Erde lieb Der Fachkräftemangel drückt schon jetzt. Es wäre Zeit, dass Unternehmen gezielt für sich werben, um die Lücken in der Belegschaft zu schließen. Der Fachausdruck dafür heißt Employer Branding, doch vielen deutschen Unternehmen sagt er noch nichts. Amerikanische IT-Unternehmen ringen schon lange um die besten Köpfe. Google, Microsoft, IBM und andere planen feste Etats für Employer Branding ein. Und ein solcher Etat kann nicht knapp bemessen sein. Das beweist ein Video zum Employer Branding von Apple, das ich im Blog von Dietrich Tegge gefunden habe. Ein solches Werk kostet richtig Geld. Nicht jedem Mittelständler stehen solche Beträge zur Verfügung. Es schadet jedoch nicht, sich mit den Botschaften auseinanderzusetzen, die Apple in dem Video transportiert: Wenn du zu uns kommst, dann bist du der Beste! Wenn du noch nicht der Beste bist, dann schlummert zumindest verborgenes Talent in dir. Gemeinsam fördern wir das zu Tage! Weil du der Beste bist - oder wirst -, langweilen wir dich nicht mit Mittelmaß. Wir produzieren nur das Beste! Gemeinsam schreiben wir Geschichte und machen weltbewegende Erfindungen! Wir sind immer offen für deine Ideen! Bei uns arbeitest du in hellen Räumen, in kleinen Gruppen, mit schönen Menschen! Keine Angst vor Routine. Wir erfinden die Welt jeden Tag neu! Bei uns bist du international! Wir unterstützen Nachhaltigkeit und haben unsere Erde ganz doll lieb! Wir sind alle jung, dynamisch und fit wie die Turnschuhe! Uuups! Haben Sie da was überhört? Wo geht es um Nachhaltigkeit oder Fitness? Dann achten Sie mal auf das Rennrad, das jemand zwischen 3:38 und 3:40 durchs Bild schiebt. In einer solchen Produktion gibt es keine Zufälle. Schon Apple-Gründer Steve Jobs hat an den Mythen gestrickt, mit denen Apple jetzt um Fachkräfte wirbt. Immer hat Apple mit starken - und aufwendigen - audiovisuelle Präsentationen geworben. Nicht nur um Fachkräfte. Und das hat der Konzern bitter nötig: Nicht immer stießen Apple-Produkte auf Begeisterung bei Umweltschützern. Außerdem ist dem Konzern die Selbstmordserie bei seinem chinesischen Fertiger Foxconn bleischwer auf die Füße gefallen. Das Recruiter Video steht am Schluss des Employer Brandings  Ein Film wie das Recruiter Video von Apple steht jedoch am Ende des Employer Branding. Die gute Nachricht für Mittelständler: Alle übrigen Maßnahmen sind billiger. Die schlechte Nachricht:  Employer Branding braucht viel Zeit. Es geht um nichts Geringeres als den Aufbau oder die Umgestaltung einer Marke. Mit Employer Branding wollen wir uns hier in nächster intensiver auseinandersetzen. Und vielleicht finden wir am Schluss ja zu einer Art Strategie. ### Kostenloses Internet für Alle in Österreich In Österreich startet das kostenlose Internet für Alle. Der Mobilfunkanbieter 3 bietet dazu eine kostenlose SIM-Karte für den mobilen Internetzugang an. Jeder Österreicher kann mit dieser SIM kostenloses Internet im Umfang von 20 Megabyte nutzen. Voraussetzung ist eine bereits aktive österreichische Telefonnummer, berichtet Der Standard in seiner Onlineausgabe. Kostenloses Internet grundsätzlich auch für Österreich-Touristen  Einfach eine SIM-Karte in einem Shop des österreichischen Mobilfunkanbieters "3" abholen, ins Handy, das Smartphone, das Tablet oder den Surf-Stick einlegen und lossurfen. Das verspricht das Unternehmen im Rahmen der "Initiative 100%", die vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (OIAT) unterstützt wird. Die Initiative soll alle Österreicher kostenlos mit Internet versorgen. Grundsätzlich steht der Dienst auch Touristen aus dem Ausland zur Verfügung. Allerdings müssen diese - wie die Österreicher - eine aktive österreichische Telefonnummer vorweisen. Das kann auch die SIM eines Prepaid-Anbieters sein. Nach der Heimreise können Touristen ihre Initiative-100%-SIM allerdings vergessen. Der Dienst funktioniert nur in Österreich. Zusätzliches Wochenpaket mit 1GB Datenvolumen gratis Die Größe von 20 MB sollte für die tägliche E-Mailkommunikation oder für das Pflegen von sozialen Netzwerken oder Blogs genügen. Außerdem muss die Datenmenge noch für etwas Werbung reichen. Der Anbieter "3" betonte allerdings gegenüber dem Standard, dass er an dem Angebot keinen Cent verdient. Zusätzlich erhalten Kunden der Initiative 100% pro Woche ein Datenvolumen von 1 Gigabyte geschenkt. Zusätzliche Kosten können nicht entstehen, denn 3 schließt nach Verbrauch der Gratisvolumina den Internetzugang bis zum nächsten Tag. Wer länger surfen will, bucht entweder weitere 1-GB-Wochenpakete für je 2 Euro  hinzu oder er wechselt in einen regulären Tarif bei "3". ### Wordpress: Fast zehn Jahre CMS für Einsteiger Wer schnell und einfach Inhalte im Internet anbieten will, kommt an Wordpress nicht vorbei. Das gilt auch fast 10 Jahre nach dem Start der ehemaligen Weblog-Plattform. Im Vergleich zu umfangreicheren Content Management Systemen (CMS) überwiegen für Privatleute, Freiberufler oder Kleinunternehmer die Vorteile gegenüber den beherrschbaren Stabilitätsproblemen. 2003: Wordpress vs. Blogger.com Seit dem 21. August 2003 blogge ich mit Wordpress. Das macht mich zu einem Wordpressnutzer der ersten Stunde. Damals bot Wordpress wenig mehr als eine Fläche, Nachrichten und Kommentare zu veröffentlichen. Wegen seiner leichten Handhabung eroberte Wordpress schnell die Blogosphäre. Einigermaßen einsteigerfreundlich ließen sich Weblogs sonst nur auf Googles Blogger.com führen. Und Wordpress konnten Blogger selbst betreiben, auf dem eigenen Webspace. Wer ganze Internetauftritte mit dem System realisieren wollte, stieß schnell an Grenzen. Über die Jahre hat sich das ehemalige Blog-System jedoch zum vollwertigen Content Management System (CMS) gemausert. Eine unüberschaubare Zahl von Plugins lässt kaum Wünsche offen. Heute lassen sich selbst Onlineshops problemlos mit Wordpress eröffnen. Wordpress und die Stabilitätsprobleme Wordpress ist keine ernsthafte Konkurrenz für Systeme wie Joomla!, Drupal oder gar Typo3. Dazu reicht der Funktionsumfang von Wordpress dann doch nicht. Den "großen" CMS muss sich Wordpress auch in Punkto Stabilität geschlagen geben. Nach wie vor führen Updates zu Problemen - bis hin zu Ausfällen des gesamten Internetauftritts. Diese Schwierigkeiten treten heute seltener auf als noch vor wenigen Jahren, aber sie kommen vor. Auch kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen einzelnen Plugins. Vorteile von Wordpress  Doch ein gewissenhafter Nutzer, der vor einem Update jedesmal eine Sicherheitskopie seiner Wordpress-Installation anlegt, profitiert von Vorteilen, die derzeit kein anderes CMS bietet: Wordpress ist im Handumdrehen eingerichtet. Wordpress ist einfach. Der Kunde kann nach kurzer Einarbeitungszeit selbst Inhalte aktualisieren oder Anpassungen im System vornehmen. Ein Heer von Entwicklern überschwemmt geradezu das Web mit Unmengen von fertigen Desings, sogenannten Themes, die sich mit wenigen Handgriffen für jeden Zweck anpassen lassen. Noch mehr Möglichkeiten bieten kostenpflichtige Themes. Wordpress setzt die Maßstäbe in der technischen Suchmaschinenopimierung (SEO). Zahlreiche Plugins lassen hier weitere Verbesserungen zu. Wenn dann noch der Inhalt stimmt, besitzen Wordpress-Seiten einen entscheidenden Vorsprung im Rennen um die vorderen Plätze in den Ergebnislisten der Suchmaschinen. Gerade in den ersten beiden Punkten bietet sich Wordpress für Existenzgründer und kleine Webangebote an. Mit Wordpress lassen sich neue Internetauftritte buchstäblich über Nacht umsetzen. Läuft die Seite erst einmal, kann sich der Kunde nach kurzer Zeit selbst helfen. Davon können Betreiber von Drupal- oder Joomla!-Installationen nur träumen. Wer in der Lage ist, ein Typo3-System zu administrieren, der kann sich gar als gesuchter Experte betrachten. Fazit: Schneller und günstiger geht es nicht ins Internet Wo, bitte, geh's ins Internet? Darauf gibt Wordpress heute eine klare Antwort: Hier! Das zeigt schon folgender Sachverhalt: Entwickler der Konkurrenten Drupal und Joomla! haben für sichere Routinen gesorgt, auf denen Webseitenbetreiber ihre Inhalte von Wordpress zu diesen umfangreicheren CMS um ziehen können. Für solche Migrationen finden sich im Internet viele verständliche Anleitungen (Howtos). Der umgekehrte Weg ist weniger gut vorbereitet und noch schlechter dokumentiert. Webseitenbetreiber starten also oft mit Wordpress in den eigenen Internetauftritt. Stoßen sie an die Grenzen des Systems, ziehen sie mit ihren Webseiten in eines der umfangreicheren CMS um. Existenzgründer starten mit Wordpress ins Netz und wechseln bei Bedarf Zur Explosion der Geschäftsmodelle im Internet dürfte Wordpress entscheidend beigetragen haben. Das gleiche gilt für das Lager der Webdesigner. Mit Wordpress kann jeder eine Webseite installieren und mit etwas Erfahrung auch die Klippen des Systems umschiffen. Die Anwenderfreundlichkeit zahlt sich für den Gewerbetreibenden in niedrigen Investitionskosten aus. Eine Wordpressinstallation kann er für wenige hundert Euro einkaufen. Wer Joomla! oder Drupal für diesen Preis installiert, muss davon entweder nicht leben oder er kann nicht kalkulieren. Vom Industriestandard Typo3 wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden. Firmenwebseite mit Wordpress Wer eine geschäftliche Internetpräsenz plant, sollte ernsthaft prüfen, ob er tatsächlich mehr braucht als Wordpress bietet. Schneller und günstiger kommt man nicht zur eigenen Internetseite. Wie flexibel man Wordpress für eine Firmenwebseite nutzen kann, zeigt Elmastudio anhand von 10 Beispielen. ### Wordpress: Wenn das Theme-Update die Website zerschießt Wordpress steckt voller Überraschungen: Ein Update für das gewählte Theme und der Blog ist weg. So trug es sich vor ungefähr vier Stunden auf diesem Weblog zu. Beim Aktualisieren meines verwendeten Graphene-Themes auf die neue Version 1.8. Obgleich das CMS Wordpress über die Jahre an Stabilität gewonnen hat, kommt es immer noch in Einzelfällen zu solchen Pannen. Meist bereiten Plugins Ärger. Dass ein Update für ein Theme das Weblog zerschießt, passiert außerordentlich selten. Der Fehler lässt sich leicht beheben. Wenn das Theme-Update die Seite zerschießt Erst lief das Update sauber an, dann der Schock: Der Administrationsbereich, Backend genannt, ist ausgefallen. Ein erneuter Login unmöglich. Sogar die Website ist verschwunden. Wordpress-Einsteiger sind in diesem Stadium um Jahre gealtert, reagieren mit verstärkter Transpiration und leichtem Schwindel. Erfahrene Benutzer wissen, dass sie die Vorzüge von Wordpress mit derlei Schrecksekunden bezahlen, und verzeichnen leicht erhöhten Puls. Das schuldige Plugin oder Theme lässt sich nämlich ganz einfach per FTP löschen. Wenn also ein Update die Seite blockiert, dann... öffnen wir im FTP-Programm unserer Wahl den Ordner, der die Themes enthält, löschen das betroffene Theme, laden das Theme in aktueller Version noch einmal aus dem Internet herunter, entpacken die *.zip-Datei und laden das Theme per FTP hoch. Sollte ein Plugin den Ärger verursacht haben, gilt der Lösungsweg ebenfalls - entsprechend abgewandelt. Die gute Nachricht: Die Website sollte nun wieder angezeigt werden. Die schlechte Nachricht: Alle Änderungen am Theme sind dahin. Der Administrator muss alle Anpassungen wiederholen. Beim Update auf Graphene 1.8 half mir das nicht. Nun bleibt noch eine Möglichkeit: Der Administrator muss sämtliche Plugins abschalten. Graphene ist auf diesem Blog Geschichte. Wolffvonrechenberg.de jetzt mit Waipoua Ellen Bauers elegantes, schlichtes Waipoua-Theme habe ich bei Arbeiten an einem anderen Projekt kennengelernt. Zum ersten Mal habe ich damit zu einem kostenpflichtigen Theme gegriffen. Das Theme passt sich in der Darstellung an die Bildschirmgröße an, funktioniert also auch auf den kleinen Fensterchen von Smartphones. Außerdem ist der Entwicklerin die Einbettung von sozialen Netzwerken sehr gut gelungen. Ich bin gespannt auf Lob und Kritik und bekenne: Auch ich bin heute um ein Jahr gealtert und brauche jetzt meinen Schlaf.   ### PR.WolffvonRechenberg.de online Foto: electriceye/Fotolia.com In der Vergangenheit gab es immer wieder Nachfrage. Jetzt will ich PR-Dienste auch aktiv anbieten. Als Plattform dient meine neue PR-Seite unter der Adresse pr.wolffvonrechenberg.de. Die Seite ist endlich fertig und hier in der Hauptnavigation unter "PR" verlinkt. Zunächst wird es sich bei pr.wolffvonrechenberg.de nur um statische Seiten handeln. Bloggen werde ich weiterhin hier. Jetzt bin ich gespannt auf Kommentare und Kritik. ### Sipgate: Telefonieren mit VoIP Foto: Sipgate Sipgate bietet einen Telefonanschluss mit Ortsvorwahl per Internet (VoIP) und bei Bedarf mit Festnetzflat. VoIP-Nutzer können Ihren Anschluss von jedem Internet-PC nutzen. Einen Anrufbeantworter gibt es kostenlos, ebenfalls online.  Ich habe den Service ausprobiert. SIP-Telefonie: Zweitanschluss auf jedem Internet-PC Wer sich in den eigenen vier Wänden selbstständig macht, braucht einen Geschäftsanschluss. Die Handynummer allein wirkt auf die unstet. Singles lernen einfach, sich am gewohnten Festnetztelefon mit "Firma Meyer, mein Name ist Meyer" zu melden. Wer Familie hat, muss das Problem anders umschiffen. Glücklicherweise gibt es Anbieter für Internettelefonie (Voice over IP, VoIP). Diese Firmen bieten Telefondienste ohne eigenen Anschluss an. Kein Technikerbesuch, kein Herumschrauben an Routern oder Hardware. Außerdem kann man den VoIP-Anschluss praktisch von jedem PC mit Internetzugang oder über jeden WLAN-Hotspot nutzen. Zu den bekanntesten VoIP-Anbietern zählt Sipgate. Das 2004 gegründete Düsseldorfer Unternehmen nutzt ein internetbasiertes Kommunikationsprotokoll, das "Session Initiation Protocol", kurz "SIP". Das Protokoll vermittelt dabei die Gesprächsformalitäten. Das Gespräch selbst läuft in Sprachpaketen über das Internet. Der Anbieter selbst verwaltet lediglich die Anschlüsse. Mit Sipgate in 5 Minuten zum Festnetzanschluss Prinzipiell kann jeder Interessent innerhalb von fünf Minuten seinen Sipgate-Anschluss anmelden und lostelefonieren. Als Einstieg eignet sich der Tarif "Basic". Dafür zahlt der Kunde keinen Cent Grundgebühr. Gespräche ins deutsche Festnetz kosten 1,79 Cent/Minute, Gespräche in Handynetzte gehen ins Geld. Auch Auslandsgespräche kosten natürlich Aufpreis. Interessant: Die Firma wirbt mit kostenlosen Gesprächen zwischen Sipgate-Kunden weltweit. SIP-Softphone Phoner-Lite für Sipgate-Kunden mit Windows Bei Anmeldung kann der Neukunde aus einer Auswahl von Nummern eine wählen. Zum Telefonieren fehlt ein Endgerät. Dafür bietet Sipgate im Online-Shop eine Auswahl vorkonfigurierter Telefone an. Natürlich kann der Nutzer auch anderswo ein VoIP-Telefon kaufen, muss es dann aber selbst konfigurieren. Dasselbe gilt für Besitzer eines iPhone, iPad oder eines Android-Gerätes. Sie können Apps herunterladen, müssen diese aber ebenfalls selbst konfigurieren. Nur für einige Nokia-Modelle schickt Sipgate die Daten gleich aufs Telefon. Damit kann man gleich lostelefonieren.  Wir haben kein Nokia-handy und wollen trotzdem sofort telefonieren. Als Endgerät kann auch ein Computerprogramm dienen, ein sogenanntes Softphone. Windowsnutzern bietet Sipgate im Benutzerberich ein vorkonfiguriertes Phoner-Lite an. Linux-Nutzer müssen Softphones wie Ekiga oder Twinkle selbst konfigurieren. Jetzt brauchen wir noch ein Headset oder ähnliches, und fertig ist die Telefonzentrale. Sipgate-Konfiguration kein Hexenwerk Noch ein Wort zur Konfiguration: Dahinter verbirgt sich kein Hexenwerk. Jeder Sipgate-Kunde bekommt eine siebenstellige ID, die Kundennummer. Sie hat nichts mit der Anschlussnummer zu tun. Diese ID und das zugehörige Passwort braucht der Nutzer, um sein Softphone, seine iPhone-App oder sein Smartphone zu konfigurieren. Hilfe leistet der Telefonsupport. Die Hotline glänzte mit kurzen Wartezeiten und qualifizierten Auskünften. Kostenloser Anrufbeantworter Bis jetzt sind wir über unseren neuen Sipgate-Anschluss nur erreichbar, wenn der PC angeschaltet ist und das Softphone gestartet. Es fehlt ein Anrufbeantworter. Das hat Sipgate vorausgesehen und bietet daher Voicemail an. Der Nutzer hinterlegt eine PIN, damit ist der Anrufbeantworter prinzipiell aktiviert. Er lässt sich jetzt noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Hinterlassene Nachrichten kann man sich auf die bei der Anmeldung angegebene E-Mailadresse in Form von wav-Dateien. Telefonieren mit Sipgate  Ich verwende an meinem Büro-PC einen geschlossenen Kopfhörer Sennheiser HD-201 und ein Logitech Desktop-Mikrofon. Im Allgemeinen ließ das Telefonieren mit Sipgate keinen Unterschied zur gewohnten Qualität meines DSL-Komplettanschlusses erkennen. Selbst beim Durcheinanderreden hielten sich die Einbußen in akzeptablen Bahnen. In einem einzigen Fall allerdings zeigte die Telefonverbindung deutliche Verzögerungen in der Sprachübertragung. Insgesamt ein gutes Bild. Nachtrag: Sipgate kontra Telekomriesen VoIP-Handy Pirelli DP-L10. Foto: Sipgate Ich hatte zum ersten Mal mit Sipgate zu tun als ich 2007 die redaktionelle Verantwortung für das Telekommunikationsportal www.tariftip.de übernahm. Damals testete ich ein VoIP-Handy, das Pirelli DP-L10. Seinerzeit fühlte sich Sipgate von dem Trend zu DSL-Komplettanschlüssen bedroht. Der Hintergrund: Viele Anbieter führten über diese Anschlüsse sogenannte Next-Generation-Networks (NGN) ein. In diesen NGN übertragen Netzanbieter Datenpakete nicht mehr gleichrangig. Sie bevorzugen bestimmte Netzpakete. Sipgate fürchtete, als ungeliebter Konkurrent aus den Netzen der Telekomriesen ausgeschlossen zu werden. (Tariftip: VoIP-Anbieter warnt vor schlechtem Telefonnetz). Die Befürchtungen scheinen unbegründet: VoIP mit Sipgate funktioniert. ### HiFi-Klassiker: Koss Porta Pro   Foto: Malcom Tyrell/Wikimedia Creative Commons Der Kopfhörer Koss Porta Pro sieht aus wie ein schmuckloses Fossil aus der Ära des Walkman. Wer ihn besitzt, lächelt wissend ob solcher Vorurteile. Er dreht den iPod etwas lauter und erfreut sich an einer Muskwiedergabe, die in einer Produktlebenszeit von fast 30 Jahren Maßstäbe gesetzt hat - und noch setzt. Der Porta Pro rettete Koss vor der Pleite Koss stand 1984 unmittelbar vor dem Aus. Der renommierte Kopfhörerhersteller hatte sich mit erfolglosen Elektroniksparten finanziell verhoben und verzeichnete einen Verlust von 6 Millionen US-Dollar. Alle Hoffnungen setzte das Unternehmen nun in die Koss Music Box, die dem Sony Walkman Marktanteile abjagen sollte. Die Music Box teilte das Schicksal aller Versuche von Koss, der Kopfhörernische zu entkommen: Sie floppte. Aber der Kopfhörer! Mit der Music Box lieferte Koss einen kleinen, leichten, faltbaren und unverschämt gut klingenden Kopfhörer aus, den Koss Porta Pro. Ein HiFi-Klassiker, der seit fast 30 Jahren nahezu unverändert hergestellt und verkauft wird. Mit seinen einfachen Schaumstoffpolstern, den kleinen Hörern und dem schmucklosen Metallbügel sieht er aus wie jeder andere Kopfhörer, der in den 80er Jahren seinen Dienst an einem tragbaren Cassettenspieler verrichtete. Klanglich schlug der Porta Pro jeden damals verfügbaren mobilen Kopfhörer  Klanglich schlug der Koss Porta Pro jeden damals verfügbaren mobilen Kopfhörer. Selbst HiFi-Puristen, die den Porta Pro mit ihren hochgelobten kiloschweren audiophilen Hörern verglichen, kamen schwer ins Grübeln. Der Porta Pro zeichnet sich durch ein natürliches, warmes, rundes Klangbild aus. Das hat der Porta Pro noch heute vielen Konkurrenten voraus. Natürlich fehlt es dem Porta Pro am letzten Glanz in den Höhen und an der Schwärze im Bass. Doch auch heute gibt es kaum Kopfhörer, die dem Koss klanglich das Wasser reichen und sich anschließend auf Hosentaschenformat zusammenkringeln können. Wie Koss den HiFi-Kopfhörer erfand Es zählt zu den gut gehüteten Geheimnissen der HiFi-Geschichte, dass John C. Koss den HiFi-Kopfhörer erfunden hat. Seine Firma verlieh Fernsehgeräte an Krankenhäuser. Aber Gründer John C. Koss wollte mehr. Er wollte auch Musik an die Krankenbetten bringen. Patienten sollten ihre Lieblingsmusik auch auf dem Krankenlager genießen können, und zwar ohne die Zimmergenossen zu stören. 1958 brachte Koss einen kleinen Phonographen heraus. Das Gerät besaß abklappbare Lautsprecher - und es wurde mit einem Kopfhörer geliefert. Bis dahin sah man in Kopfhörern nur Arbeitsinstrumente für Funker oder Tontechniker. Koss hatte als erster Konstrukteur einen Kopfhörer als Instrument für sozialverträglichen und dennoch hochwertigen Musikgenuss gesehen. Der Phonograph geriet in Vergessenheit, der Kopfhörer begründete den Ruf von Koss als Spezialist für exzellent klingende Kopfhörer. Im Grunde wiederholte sich dieser Vorgang in den 1980er Jahren. Koss Porta Pro: Auch technisch eine Revolution John Koss selbst hat immer wieder betont, er verstehe gar nichts von der Technik eines Kopfhörers. Der Hobby-Trompeter will stets nur nach dem Klang geurteilt haben. Dabei mussten die Koss-Ingenieure einige Dinge neu erfinden, um den Chef glücklich zu machen. Der Porta Pro bezieht seinen bahnbrechenden Klang aus einem damals noch neuen Material: Neodymium. Der Koss Porta Pro war der erste Massenkopfhörer, in dem das neue Material zur Anwendung kam. Neodymmagnete verliehen dem Porta Pro einen exzellenten Wirkungsgrad. Der kleine Koss verwertete 1984 elektrische Signale effizienter als die gesamte Konkurrenz. Dadurch sanken die Verzerrungen und stieg der Rauschabstand. Heute Standard, damals eine Revolution. Der Porta Pro hält mit wenig Druck Der Porta Pro begeisterte zudem mit einem bis dahin unerreichten Bedienungs- und Tragekomfort. Der Anpressdruck an den Schädel lässt sich in drei Stufen anpassen. John C. Koss persönlich stand auf HiFi-Messen buchstäblich Kopf - mit einem Porta Pro. Der kleine Hörer saß sogar über Kopf perfekt. Dabei hält der Porta Pro schon mit wenig Druck. Er wiegt 60 Gramm. Wer ihn trägt, vergisst ihn. Es bleibt nur die Musik - wie John Koss es gewollt hat. Wenn der letzte Ton verklungen ist, schiebt der Besitzer seinen Porta Pro einfach zusammen, klappt die Hörer nach Innen und verstaut den Kopfhörer in einem schmucken Täschchen, das bis heute zum Lieferumfang zählt. Ein Mobilkopfhörer als Klassiker Niemand hätte wohl erwartet, dass ausgerechnet dieser Kopfhörer die Walkman-Ära überstehen sollte, dass er die Ohrhörer kommen und gehen sehen würde. Selbst in unseren Tagen, in denen Jugendliche futuristisch gestaltete Designerbratpfannen auf den Ohren tragen, findet der Koss Porta Pro seine Abnehmer. Er ist der bekannteste Kopfhörer aus dem Hause Koss. Ein HiFi-Klassiker wie der Sennheiser HD 414 oder die Beyerdynamic 880/990. ### Existenzgründung online mit Businessplan von Unternehmenswelt.de Das Businessnetzwerk Unternehmenswelt.de unterstützt Existenzgründer bei ihrem Businessplan. Und der Businessplan stellt schließlich die Schwerste Hürde für Startups und Exiistenzgründer auf dem Weg zur Existenzgründungsförderung dar. Diese Unterstützung bietet das Portal auch noch kostenlos an. Ich habe testweise einen Businessplan für den Antrag auf Existenzgründungsförderung erstellt. Unternehmenswelt richtet sich vor allem an Existenzgründer Noch ein Businessnetzwerk? Reichen Xing und LinkedIn nicht? Gerade Existenzgründer sollten sich Unternehmenswelt dennoch ansehen. Natürlich lässt sich auch Unternehmenswelt.de für das Anbahnen von Geschäftskontakten nutzen. Doch die eigentliche Stärke des Portals liegt in seiner praktischen Unterstützung beim Businessplan.  Mit einfacher Abfrage zum fertigen Businessplan  Der Businessplan ist die höchste Hürde, der breiteste Graben, die härteste Nuss für angehende Unternehmer. Ohne schlüssigen Businessplan bewilligen weder Banken noch Arbeitsagenturen Unterstützung beim Umsetzen einer Geschäftsidee. Unternehmenswelt hilft mit einer vielstufigen Abfrage in leicht verständlichen Eingabeformularen. Das Online-Tool rechnet Investitionen, Produktionskosten, Werbung und Marketing gegen erwartete Umsätze. Daraus entsteht am Schluss per Mausklick ein kompletter Businessplan. Planen muss der Existenzgründer selbst - auch bei Unternehmenswelt  Existenzgründer sollten allerdings beachten: Auch das Online-Tool von Unternehmenswelt erspart keine Planung von Einnahmen und Ausgaben. Es rechnet nur mit den Eingaben des Benutzers. Der sollte sich im Voraus die wichtigsten Kennzahlen zurechtlegen. Sitzt der Gründer während der Eingabe plötzlich vor Abfragen, mit denen er nicht gerechnet hat, lässt sich der Prozess ohne Datenverlust unterbrechen. Auch lassen sich Daten im Nachhinein verändern. Fertiger Businessplan kostenlos  Im fertigen Businessplan sollte der angehende Unternehmer den Textteil gründlich durchsehen. Gerade hier waren im Testfall noch einige Angaben zu personalisieren. Die Betreiber von Unternehmenswelt nehmen zum Schluss mit dem Nutzer Kontakt auf, bieten Rat an oder vermitteln Existenzgründungsberater vor Ort.  Bis hierher ist der gesamte Prozess kostenlos für den Nutzer. Ebenfalls kostenlos kann der Nutzer in einem Persönlichkeitstest herausfinden, ob er das Zeug zum Existenzgründer besitzt. Eine Checkliste führt durch die Stationen der Gründung. Existenzgründungsförderung: Gutachten für 50 Euro Selbst das Fachgutachten für den Businessplan bietet Unternehmenswelt.de an. Bei der Bewilligung eines Antrags auf Existenzgründungsförderung spielt es durchaus eine Rolle, wer das Gutachten ausgefüllt hat. So empfehlen Fallmanager der Arbeitsagenturen oft, das Gutachten durch einen Berufsverband vorzuziehen. Hier können Netzwerke hilfreich sein. Wer sich dort umschaut, sollte schnell Meinungen zu Vor- und Nachteilen der Begutachtung durch die eine oder andere Stelle finden. Wer sich dazu entschließt, das Gutachten bei Unternehmenswelt in Auftrag zu geben, muss 49 Euro zahlen. Hinter Unternehmenswelt.de steht ein kommerzielles Unternehmen, die w2on Portale GmbH. Sie bietet für die Mitglieder des Netzwerkes kostenpflichtige Zusatzservices an. Außerdem bestehen offenbar Kooperationen mit Finanzdienstleistern. So sieht ein Gründer automatisch ein Angebot der Postbank, wenn er ein Geschäftskonto eröffnen will. Hier sollten Nutzer nicht voreilig zuschlagen. Auch für Geschäftskonten bietet das Internet mittlerweile gute Vergleichsrechner. Und gerade Gründern kommt es doch auf jeden Cent an. Fazit: Schnelle Hilfe für Existenzgründer Existenzgründer stehen heute vor größeren Hürden als je zuvor in der Geschichte dieses Landes. Die Bundesregierung hat mit offen gründungsfeindlichen Regelungen 2012 die Existenzgründung erschwert. Wer heute Existengründungsförderung beantragt, muss fast sicher mit einer Ablehnung rechnen. Da erleichtert es, wenn ein Angebot wie Unternehmenswelt lästige Pflichten rund um die Gründung erleichtert. Einschränkend sei gesagt: Mir liegt kein unabhängiges Fachgutachten vor, das die Qualität des Businessplans von Unternehmenswelt.de beurteilt. Aus meiner persönlichen Sicht kann ich jedoch sagen, dass der Businessplan um Klassen professioneller und gründlicher wirkt als jener Plan, mit dem ich 2003 Überbrückungsgeld beantragt habe. Damals hatte ich meinen Plan meinem Berufsverband vorgelegt, und dieser hatte ihn befürwortet. ### Sex and Wine and Rock'n'Roll: AC/DC-Wein in Deutschland Foto: Warburn Estate "Back in Black" und "Hells Bells" sollen jetzt auch deutsche Weinhandlungen erobern: Australiens Rocklegende AC/DC erreicht auf Weinetiketten Deutschland. AC/DC sind nicht die einzigen Rocker, die ihren Namen zu Wein machen. Shiraz Back in Black jetzt auch in Deutschland  Wein von AC/DC? "Warum nicht Whisky?", fragt da die Fanseite AC/DC-Germany. Die Tage von Whisky-Cola liegen lange zurück. Jetzt dürsten die Anhänger der Bad Boys nach gediegeneren Genüssen. Darauf hofft zumindest das Weingut Warburn Estate als Hersteller. In Down Under bietet es den AC/DC-Wein schon seit 2011 an. Nun bringt ein Importeur den Shiraz namens Back in Black und den Sauvignon Blanc namens Hells Bells auf den deutschen Markt. Motörhead Rosé - Rotwein von Grateful Dead bis Police  Dabei ist das Konzept von Rock und Wein nicht neu:  Der Online-Shop Metal+Wine verzeichnet Motörhead Shiraz, Motörhead Rosé und "Slayer Reign In Blood Red". Etwas gediegener klingt da doch Pink Floyd "The Dark Side Of The Moon", ein Cabernet Sauvignon aus 100 Prozent ökologischem und nachhaltigem Anbau. Selbst vor bereits dahin gegangenen Rockbands macht der Weinhandel nicht halt: So verzeichnet Metal+Wine einen "Grateful Dead Steal Your Face"-Rotwein (möglicherweise etwas Pot im Abgang?) oder den Police "Synchronicity Red Wine". Brown Sugar im Abgang Da ordern wir uns doch lieber bei Metal+Wine einen Motörhead Vodka und sinnieren darüber, was Rock oder ausgerechnet Metal und Wein verbinden könnte. Immerhin steht Wein im Index der spießigsten Dinge nur knapp unter der Golfausrüstung. Nun, dann heben wir eben noch einen "Rolling Stones 40 Licks Merlot". Ein Wein wie das Album lesen wir. Mit dem Geschmack Brown Sugar im Abgang. Wohl bekomm's! Wo gibt es jetzt die Golfschläger mit Megadeath-Aufdruck? p ### Angebot, Rechnung, Mahnung per Mausklick Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de Angebote, Rechnungen oder Mahnungen schreiben: Das zählt zu den ungeliebten Pflichten eines Freiberuflers. Die Online-Projektverwaltung www.projectfacts.de soll dem Unternehmer diese Pflichten jetzt abnehmen. Nach Angaben des Anbieters soll sich das neue Faktura-Modul nahtlos in die vorhandenen Bestandteile von Projectfacts einfügen. Angebot mit wenigen Mausklicks und per Mail zum Kunden Das Darmstädter Unternehmen Five Points als Anbieter von Projectfacts stellt sich die Verwendung der Projektverwaltung beispielhaft folgendermaßen vor: Mit projectfacts könnte ein Prozess folgendermaßen aussehen: Eine Mail-Anfrage eines Kunden wird als Ticket im System angezeigt. Über das CRM-Modul ist  ersichtlich, was mit diesem Kunden bereits besprochen wurde. Ein Angebot wird nun mit wenigen Mausklicks erstellt und sofort per Mail an den Kunden geschickt. Der Kunde beauftragt und aus dem Angebot werden eine Auftragsbestätigung und ein Projekt generiert. Mitarbeiter werden unter Berücksichtigung der Auslastung und des Urlaubs zugeteilt. Nun erfolgt die Projektumsetzung und Zeiten und Projektfortschritte werden durch die beteiligten Personen gebucht. Bei erreichten Meilensteinen können gebuchten Zeiten automatisch über Rechnungen abgerechnet und im Zweifel auch angemahnt werden. Alle Informationen und Unterlagen werden in der enthaltenen Dateiablage und dem integrierten WIKI gespeichert. Unternehmensberichte und Projektstatistiken stehen jederzeit mit Zahlen zur Verfügung. Mehrere Sprachen und Währungen, eigene Layouts Nutzer sollen laut Anbieterangaben verschiedene Preismodelle, Sprachen und Währungen nutzen können. Der Anbieter verspricht zudem, dass Anwender eigene Layouts verwenden können. Des Weiteren unterstütze das Faktura-Modul die Erfassung von Zahlungseingängen sowie den Versand von Zahlungserinnerungen und Mahnungen im PDF-Format, heißt es in einer Mitteilung. Wer das Tool schon ausprobiert hat, darf seine Erfahrungen gern hier in einem Kommentar hinterlassen. ### FTD: Zeitbanditen bei der Commerzbank? Die Banker treibens es offenbar immer bunter. Jetzt fühlen sich schon schnöde Zeiteinheiten von Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank betrogen. (Gefunden: Gestern auf Google News). ### Howto: Website mit Wordpress Die Homepage ist wie ein Eigenheim. Der Besitzer möchte für lange Zeit daheim eine angenehme Umgebung vorfinden. Und noch etwas: Da der Webhoster für wenige Euro Aufpreis immer neuen Baugrund bereit hält, sollte das Eigenheim genug Möglichkeiten zum Ausbau bieten. Als Einstieg eignet sich Wordpress. Die Idee: Ein neues Weblog Mein Neubau sollte ein Bahnblog sein: Bahnsteig3.de. Schon länger schwebt mir die Idee einer Internetseite rund um das Bahnfahren vor. Wohin sich das Projekt entwicklen würde, wäre eine Sache der investierten Lebenszeit, dachte ich. Deshalb spielte die Ausbaubarkeit des Blog bis zur vielseitigen Internetpräsenz eine große Rolle in meinen Überlegungen. Wordpress bringt Inhalte am schnellsten online Als Gerüst sollte eigentlich eines der Open-Source-CMS dienen, die ich kürzlich einmal getestet habe, Joomla!, Drupal oder Contao. Eigentlich! Denn gelandet bin ich doch wieder bei Wordpress. Im Aufbau einer neuen Website kommt es auf schnelle Fortschritte an. Und dafür eignet sich kein CMS so gut wie Wordpress: Beste SEO-Voraussetzungen sorgen für gute Platzierungen in den Suchmaschinen. Schon aus dem Stand gilt Wordpress als hervorragend suchmaschinenoptimiertes System. In dieser Hinsicht besser als Drupal, Joomla! oder Contao. Schnelle und einfache Einrichtung. Mit keinem anderen System bekommt der Neu-Webmaster so schnell Content online wie mit Wordpress. Ich kenne es am besten. Wordpress bietet darüber hinaus noch einen Vorteil: Es ist das am weitesten verbreitete CMS. Zum einen finden sich deshalb im Netz recht schnell Antworten auf jedes Problem. Zum anderen gibt es für den Umstieg von Wordpress auf die "großen" CMS viele erprobte Anleitungen im Internet. Joomla! bietet sogar ein Plugin an, das Inhalte von Wordpress-Installationen per Mausklick importieren können soll. Wordpress Installation Die Installation besteht aus wenigen Schritten: Wordpress herunterladen Anleitung lesen Entpacken Datei "wp-config-sample.php": Hier muss der Nutzer die Name der Datenbank sowie Benutzername und Passwort eintragen. Viele Webhoster akzeptieren das standardmäßig eingetragene "localhost" als Serveradresse. 1&1-Kunden müssen hier den Namen eintragen, der in der Datenbankverwaltung angezeigt wird. Anschließend speichern wir die Datei unter dem namen wp-config.php ab. Die Datein aus dem lokalen Wordpress-Ordner in den entsprechenden Ordner beim Webhoster hochladen. Installation beginnen auf der Seite "www.deine-domain.de/ordner-mit-dem-neuen-wordpress/install.php. Im Wesentlichen ist die Installation damit fertig. Das Wordpress Standard-Theme Twenty Eleven Wer das System fertig gestellt hat, kann sich der Optik widmen. Die Designs heißen bei Wordpress Themes. Moderne Themes beweisen, dass Wordpress längst über ein reines Weblog-System hinausgewachsen ist. Mit dem Standardtheme "Twenty-Eleven" lassen sich Seiten auch als sogenannte Showcase-Seiten veröffentlichen. Im Zeitungsgeschäft würde man von Schaufensterseiten, auf denen der Leser Anrisse für Geschichten im Zeitungsinhalt findet. Nach der Installation begrüßte mich ein Titelbild mit einer Straßenbahn. Passte ideal zum Thema. Twenty-Eleven blieb und das Titelbild auch. Früher musste der Nutzer die CSS oder den PHP-Code des Themes editieren, um Hintergrundfarbe, Schriftfarbe oder Linkfarbe zu ändern. Moderne Wordpress-Themes ermöglichen solche Anpassungen mit wenigen Mausklicks in der Verwaltungsoberfläche, dem sogenannten Backend. Der Wordpress-Standard "Twenty-Eleven" ärgert mit einer kleinen Macke. Blogposts zeigt das Thema nur ohne Sidebar an. Eine Lösung bietet ein abgeandeltes "Twenty-Eleven", das Nutzer hier herunterladen können. Das "Twenty-Eleven-Child" lässt die Sidebar auf allen Seiten zu. Das Theme muss heruntergelden und dann über das Theme-Menü von Wordpress vom Speicherort installiert werden. Achtung! Themes kommmen als ZIP-Dateien. Vor dem Installieren nicht entpacken! Empfohlene Plugins Moderne Wordpress-Themes bringen viele Funktionen mit, die der Nutzer früher in Form von Plugins installieren mussste. So lassen sich mit dem in diesem Blog verwendeten Thema "Graphene" Tweets anzeigen oder Google-Anzeigen einbinden. Das macht die Plugins nicht überflüssig. Empfohlen seien vor allem die Plugins zur weiteren Suchmaschinenoptimierung: All-in-one-SEO Dieses Plugin kreiert zusätzliche Felder für Meta-Description und Meta-Tags. Die Meta-Tags spielen heute praktisch keine Rolle mehr in der Suchmaschinenoptimierung. Die Meta-Description ist jedoch wichtig. Früher griff Google hier den Text zu den Suchergebnissen ab. Auch das hat sich heute erledigt. Google zeigt dem Suchenden heutzutage einen Textschnipsel mit den von ihm gesuchten Begriffen. Doch eine Meta-Description gilt jedoch nach wie vor als Pflichtangabe zu einem Text. Fehlt sie, gibt die Suchmaschine Punktabzug. Wer sich nicht selbst mit dem Ausfüllen der Meta-Description abgeben will, sollte das Plugin FV-Simpler-SEO verwenden. Sitemap-XML Google hat den Standard für eine Sitemap im XML-Format vorgegeben. Die Sitemap soll dem Robot der Suchmaschine das Indexieren der Seite erleichtern. Die Sitemap gibt einen Bonus von der Suchmaschine. Nach Meinung vieler Suchmaschinenoptimierer werten auch die Konkurrenten Bing und Yahoo die Sitemap aus. Facebook-Integration Schlechte nachrichten für alle Facebook-Hasser: Auf eine Website gehört ein Facebook-Like-Button. Das erwarten nicht nur immer mehr Nutzer heute. Das wertet auch Google positiv bei der Einstufung einer Seite. Counterize Eine Statistik muss sein. da Google Analytics nicht jedermanns Sache ist, empfehle ich für den Anfang dieses Plugin. Es handelt sich dabei um ein Statistik-Tool mit den wichtigsten Funktionen. Vorsicht: Das Werkzeug füllt sehr schnell die Datenbank. ### Fonic Smart vs. yourfone &Co.: Lohnt sich die Allnet-Flat? Yourfone hat den Kampf der Discounter um die Allnet-Flat eröffnet: Für 19,90 Euro im Monat können Kunden unbegrenzt ins Festnetz und in alle Handynetze telefonieren. Außerdem können sie 500 Megabyte in Höchstgeschwindigkeit aus dem Internet herunterladen. Fonic bietet mit Fonic-Smart eine Alternative. Derzeit gibt es die Allnet-Flat zu den gleichen Bedingungen unter den E-Plus-Marken yourfone, Simyo und Blau.de. Konkurrent wie Drillisch (Simply, Penny, ja!mobil etc.) haben bereits reagiert: Drillisch bietet über seine DeutschlandSIM die Allnet-Flat plus 100 Frei-SMS an. Weitere Drillisch-Marken sollen folgen In der Tat liegt in den SMS die Schwäche der Allnet-Flat. Im Kurznachrichtendienst verzeichnen die Mobilfunkanbieter sinkende Nutzerzahlen. Dennoch spielt die SMS im Nutzerverhalten eine wichtige Rolle. Wer jedoch viele SMS schreibt, der muss zur Allnet-Flat eine SMS-Flat hinzubuchen. Fonic Smart: 500 Einheiten reichen dem Normaltelefonierer  Eine Alternative bietet Fonic. Der Discounter hat den Preis  für seinen Tarif "Fonic Smart" auf 16,95 Euro heruntergesetzt. Fonic Smart erlaubt dem Nutzer ebenfalls 500 Megabyte schnelles Internet. Dazu bekommt der Kunde keine Flatrates, sondern 500 freie Einheiten. Die kann er für Gespräche ins Festnetz oder in alle Handynetze oder für SMS nutzen. Fonic-Chef Kai Czeschlik verteidigt Fonic Smart: "Nur, weil Verbraucher jetzt eine Flatrate haben heißt das ja nicht, dass sie zwangsläufig mehr telefonieren." Auch die Stiftung Warentest setze schließlich Normaltelefonierer bei 90 Minuten im Monat an. Rechnerisch bleiben dem Normaltelefonierer danach noch 410 freie SMS. Bei korrektem Vergleich ist die Allnet-Flat plus SMS doppelt so teuer wie Fonic Smart Grundsätzlich gilt für die Flatrate: Wenn sie sich für jeden Monat für jeden einzelnen Kunden lohnen würde, dann würde sie sich für die Anbieter nicht mehr lohnen. Der Normaltelefonierer, NormalSMSer und Normalsurfer wird auch mit dem Tarif Fonic Smart auskommen. Wenn der Fonic-Smart-Nutzer jedoch in einem Monat etwas mehr telefonieren muss, dann zahlt er drauf. Allerdings muss er viel drauf zahlen bis sich die Allnet-Flat lohnt. Vergessen wir nicht: Für eine Allnet-Flat, die er monatlich kündigen kann, zahlt der Kunde nicht 19,90 Euro, sondern 24,90 Euro. Will er sicher gehen und schließt zusätzlich eine SMS-Flat langt er bei einem Preis von rund 30 Euro. [update] Vorteil für die Allnet-Flat: Zu den Optionen, die sich hinzubuchen lassen, zählt zumindest bei den Discountern im E-Plus-Netz (yourfone, Simyo, Blau.de) ein zusätzliches Datenpaket: Gegen 5 Euro Aufpreis monatlich lässt sich das Inklusivvolumen auf 1 Gigabyte erweitern. [/update] Fazit: Mit der Allnet-Flat für 19,90 ist der Discountervorteil dahin Wer eine Allnet-Flat für 19,90 oder 19,80 Euro abschließt, sollte sich darüber bewusst sein, dass er damit einen langfristigen Vertrag abschließt. Der große Vorteil der Discounter - keine Vertragsbindung, jederzeitige Kündigung - ist damit dahin. Wer die Allnet-Flat mit diesen Discountervorteilen vergleicht stellt fest, dass die Allnet-Flat fast doppelt so teuer ist wie Fonic Smart. Interessenten sollten daher genau überlegen, ob sich die Allnet-Flat lohnt.   ### Ratgeber für Privatverkäufer auf eBay Die Auktionsplattform eBay ist der größte Flohmarkt der Welt. Doch wer viel verkauft, sollte einige Fallen kennen und vermeiden. Sonst können Finanzamt und Gerichte eine Unternehmertätigkeit unterstellen. Das kann teuer werden. Einige Tipps habe ich in einem Artikel für Suite101 zusammengefasst: Darauf sollten Privatverkäufer auf eBay achten ### Fedora 17: Fragen an Gnome 3.4 Fedora 17 bringt den Gnome-Desktop in Version 3.4 mit. Tenor der Meinungen im Netz: Gnome 3.4 geht in die richtige Richtung. Doch einige Eigenheiten hat der Desktop auch in der aktuellen Fassung behalten. Für den Benutzer wirft Gnome 3.4 nach wie vor mehr Fragen auf als er Antworten gibt.  Im professionellen Einsatz bereitet er mehr Probleme als Lösungen. 1. Warum gibt es keine sofort erkennbare Möglichkeit, Fenster von geöffneten Anwendungen zu maximieren oder zu minimieren? Schnell lernt der Nutzer, dass er ein Fenster mit einem Doppelklick auf die Titelleiste maximieren kann. Warum gibt es aber dann keine Taste, die dies signalisiert? Und warum kann man das Fenster nicht komplett minimieren? Oder verbirgt sich diese Funktion nur einfach noch besser als die meisten anderen von Gnome 3.4? 2.  Warum gibt es keine Auswahl, mit der man bequem zwischen Anwendungen wechseln kann? Spätestens mit drei geöffneten Anwendungen wird es auf dem Desktop unübersichtlich (Foto rechts). Die Fenster überlappen einander. Bei Gnome 2 kann ich störende Fenster einfach minimieren und aus der Taskleiste wieder hervorholen, wenn ich sie wieder brauche. Bei Gnome 3.4 muss ich auf "Aktivitäten" klicken. Danach erhalte ich eine Übersicht aller geöffneten Fenster. Die fällt allerdings auf dem 10-Zoll-Display meines Netbooks so klein aus, dass ich die Anwendungen nur schwer auf einen Blick identifizieren kann. Für einen Bildschirmarbeiter ist Zeit aber bares Geld. 3. Was ist aus dem Umschalter für die Arbeitsflächen geworden? Die Möglichkeit, Anwendungen auf verschiedene Arbeitsflächen zu verteilen, zählte für mich von Anfang an zu den großen Stärken von Linux. Ich pflege meine wichtigsten Arbeitsinstrumente (Browser, E-Mail, Textverarbeitung) auf eine Arbeitsfläche zu legen. Die zweite Arbeitsfläche brauche ich für sekundäre Arbeitsinstrumente (GIMP, Shotwell, gftp etc.). Auf dem dritten Arbeitsbereich läuft das Unterhaltungsprogramm für die kurze Unterbrechung (Musikplayer, Skype etc.). Gnome 3 beraubt mich dieser Möglichkeiten. Warum? 4. Warum muss ich lange herumklicken, um eine Anwendung zu finden? Wenn man so viele Anwendungen nutzt wie ich, dann wird es eng in den Favoriten.  Ich muss mir also meine Anwendungen im Menü suchen. Bei Gnome 2 habe ich Browser und E-Mail als wichtigste Anwendungen im Panel. Wenn ich mich an den PC setze, dann entscheidet das, was ich in einem dieser Programme finde, darüber, welche Anwendung ich jetzt brauche. Bei Gnome 2 reicht ein Klick auf "Anwendungen". Im Drop-Down-Menü finde ichsofort die passende Anwendung. Dieses System ist auch dem zentralen Startmenü überlegen. Alle KDE-3-Nutzer, die ich kenne hatten ihre Desktops mit Anwendungsstartern vollgepackt. Gnome 2 lässt den Platz auf dem Desktop für das, woran man gerade arbeitet. Gnome 3 verlangt von mir, dass ich mich erst ins Aktivitätenmenü klicke, dann muss ich in die Programmübersicht wechseln. Von dort habe ich Zugriff auf die von Gnome 2 gewohnten Anwendungskategorien (Büro, Internet, Multimedia etc.). Wenn ich weiß, wie meine Anwendungen heißen, dann kann ich sie alternativ über die Anwendungssuche finden. 5. Wo ist der Desktop? Im klassischen Menü ist der Desktop genau das, was sein Name sagt: Die Schreibtischplatte. Dort lege ich alles ab, an dem ich gerade arbeite. Ein Blick auf den Desktop, und ich sehe sofart, was ich noch zu erledigen habe. Wenn der virtuelle Schreibtisch voll ist, dann verfahre ich genau wie mit dem Schreibtisch, an dem ich jetzt gerade schreibe: Ich sortiere. Ich schmeiße einiges weg, sortiere anderes in die dafür angelegten Ordner. Gnome 3 ballert seinen Desktop mit riiiiiiesigen Icons zu. Da wäre gar kein Platz für meine gewohnte Arbeitsweise - selbst wenn die Entwickler dies vorsähen. Die Anwendungssuche steht für die Widersprüche in Gnome 3 Gnome 3.4 sieht schick aus und läuft zumindest unter Fedora 17 selbst von der Live-CD vollkommen flüssig auf all meinen Computern. In Sachen Ressourcenverwertung schlägt Gnome 3.4 mit Leichtigkeit seinen Widersacher, Ubuntus Unity-Desktop. Sehr gut funktioniert auch die Anwendungssuche. Gnome 3.4 schlägt Anwendungen zu den eingegebenen Begriffen vor. Die Suche erkennt nicht nur den Namen einer Anwendung, sondern kann sie auch nach dem Verwendungszweck finden, So listet die Suche bei Eingabe von “E-Mail” selbstverständlich die Gnome-Standardanwendung Evolution auf. Leider war die Suche nicht in der Lage, bei Eingabe von “Browser” den Firefox zu finden. Die Suche soll als Krücke dienen, weil die Funktionsprinzipien von Gnome 3 einen sinnvollen Zugriff auf Symbol-Icons verhindern. Die gewohnten Icons haben ihre Berechtigung. Nachgewiesenermaßen können Menschen Handlungen am besten mit optischen Symbolen verknüpfen. Ein Beispiel: Öffentliche Gebäude wären im Brandfall Todesfallen, wenn man die Piktogramme für die Notausgänge durch schriftliche Hinweisschilder ersetzen würde. Ebenso verhält es sich mit Icons für Anwendungen. Bevor ich auch nur einen Buchstaben in die Suche getippt habe, kann ich das Icon mit dem Briefumschlag erkennen und daraus schließen, dass ich mit diesem Programm E-Mail schreiben kann. Das Beste daran: Dieses reflexhafte Verhalten hilft mir auf jedem Desktop in jedem Betriebssystem der Welt und sogar mit japanischer Spracheinstellung. Gnome 3 eignet sich weder für kleine noch für große Displays besonders gut Ein anderer Widerspruch liegt in der Organisation des Desktops an sich: Ganz offensichtlich soll der neue Gnome sich auch für die beengten Verhältnisse auf Smartphones oder Tablets eignen. Das zeigen schon die riesigen Icons. Vorsicht: Schreckhafte Gemüter könnten zusammenzucken, wenn sichFedora 17 mit Gnome 3.4 auf einem 20-Zoll-Bildschirm öffnet. Das Firefox-Icon ist so groß wie ein Klodeckel. Doch die Übersicht über geöffnete Anwendungen eignet sich überhaupt nur für große Bildschirme. Auch die Scrollbalken an den Rändern der Fenster sind so winzig ausgefallen, dass wir einen Einsatz auf dem Tablet oder Smartphone wohl ausschließen können. So lässt sich feststellen: Wie Unity eignet sich Gnome 3 auch in der neuen Version nicht für den Produktiveinsatz eines Journalisten. Der Desktop wirkt vollkommen damit überfordert, mehr als den Browser, den Chat-Client und den Musikplayer gleichzeitig zu verwalten. Gnome 3 ist ein schicker Lifestyle-Desktop für die Facebook-Generation. Im Unterschied zu Unity, der wenigstens Nutzern kleiner Displays eine durchdachte Oberfläche bietet, eignet sich Gnome 3 weder für kleine noch für große Displays besonders gut. Die Gnome-Entwickler müssen sich entscheiden, für wen sie Gnome 3 entwickeln wollen Es wird Zeit, dass die Gnome-Entwickler den Anwendern signalisieren, in welche Richtung, für welche Zielgruppe sie ihren Desktop entwickeln wollen. Dafür müssten sie zunächst eine Entscheidung treffen. Ein professioneller Anwender wird sich nie von etwas überzeugen lassen, das die Arbeit nicht leichter, sondern schwerer macht. Andererseits werden Privatanwender nie mehr zu den althergebrachten Menüs zurückkehren wollen, wenn sie einmal ein iPhone oder ein Android-Smartphone bedient haben. Dass der PC allmählich aus dem privaten Gerätepark entschwindet, liegt auch daran. Alle Desktop-Entwickler müssen sich künftig für einen der beiden Wege entscheiden. Der Alleskönner PC, der dem Softwareentwickler, dem Journalisten, dem Gamer und der Omi ein und denselben Desktop anbietet, ist Geschichte. ### Test: Linux Mint 13 mit Mate-Desktop auf dem Netbook Acer Aspire One D257 Auch wenn sich die Stimmen mehren, Gnome 3 nähere sich allmählich der Benutzbarkeit: In den Augen vieler Linuxanwender bleibt Gnome 2 der nutzerfreundlichste Linux-Desktop. Sie können mit Mate bei alten Gewohnheiten bleiben. Mate will das Benutzererlebnis von Gnome 2 konservieren. Zu den ersten ‌Distributionen, die Mate den Vorzug vor Gnome 3 gaben, zählt Linux Mint. Unter Mint 13 läuft Ubuntu 12.04 mit allen Vor- und Nachteilen Linux Mint 13 (Codename: Maya) läuft auf der Basis von Ubuntu 12.04. Wie dieses erhält es fünf Jahre lang Unterstützung durch Sicherheitsupdates. Von Ubuntu 12.04 hat es aber auch einen eigenartigen Fehler geerbt. Wer eines der beiden Linuxe von einem USB-Stick installieren will, sollte dafür das Programmm "Unetbootin" verwenden. Ich habe mehrere Installationsimages mit dem "dd"-Befehl auf den Stick geschrieben und erlitt mehrmals Schiffbruch bei der Installation. Am Ende der Installation versucht das System, den Bootloader GRUB auf das Installationsmedium zu schreiben. In meinem Fall "/dev/sdb". Die Korrektur des Eintrags bringt keinen Erfolg. Das System lässt sich nach der Installation nicht starten. Dieser Fehler trat - wie gesagt - nur auf, wenn das ISO-Image mit "dd" auf den Stick geschrieben wurde. Installation: Ubuntu-typisch kinderleicht Die Installation selbst läuft kinderleicht und unauffällig ab, wie man das auch von Ubuntu kennt. Nach der Installation fällt zunächst das Mint-Menü auf. Ein zentrales Startmenü ersetzt bei Mint die von Gnome 2 gewohnte Startleiste aus "Anwendungen", "Orte" und "System". Ich finde das Menü nicht besonders praktisch. Es verstellt auf seine Weise den Zugriff auf alle installierten Anwendungen. Freunde von Gnome 2 fühlen sich auf Mint 13 mit Mate sofort heimisch Unser Ziel ist der gewohnte Gnome-2-Desktop. Das Mint-Menü lässt sich über ein Auswahlmenü aus dem Panel entfernen, das sich nach dem recchten Mausklick öffnet. Auf dieselbe Weise lässt sich die Menüleiste hinzufügen. Jetzt noch das Panel am oberen Bildschirmrand angedockt und die Menüleiste nach links verschoben, fertig ist der von Gnome 2 gewohnte Desktop. Anwendungsstarter - in meinem Fall für firefox, Thunderbird und ein Terminal - lassen sich im Panel platzieren wie von Gnome 2 gewohnt. Freunde von Gnome 2 fühlen sich sofort heimisch in der neuen Umgebung. Ganz ohne Umdenken geht es aber auch mit Mate nicht. Da einige zentrale Gnome-Anwendungen nicht mehr für Gnome 2 zur Verfügung stehen, musste das Projekt eigene Lösungen finden. So ersetzt der Mate Texteditor Pluma den Gnome-Editor Gedit und der Mate-Dateimanager Caja den von Gnome vertrauten Nautilus. Linux Mint mit Mate läuft auf dem Acer-Netbook flüssiger als Gnome oder Unity Mate läuft auf dem Acer Aspire One D257 flüssiger als es Gnome 3.2 tut, von Ubuntus Unity-Desktop ganz zu schweigen. Selbst mit laufenden Anwendungen bleibt der Speicherbedarf des Systems meist unter 500 MB. Ein hervorragender Wert. Gnome 2 nimmt sich auf meinen Rechnern in der Regel deutlich mehr als 500 MB. Dass Mint auch in Version 13 alle Funktionen des Acer Aspire One D257 unterstützt, überraschte mich nicht. Schließlich hatte diesbezüglich auch Mint 12 schon die volle Punktzahl erreicht. Hat Mate Zukunft?  Ob sich Mate durchsetzen kann, wird davon abhängen, wie schnell Gnome 3 zerstörtes Vertrauen bei den Nutzern zurückgewinnen kann. Auf die Lebensdauer von Mate will ich keine Wette anbieten. Mate nutzt die Grafikbibliotheken von GTK2. Da Gnome sich voll auf GTK3 stützt, steht die Mate Community hier früher oder später vor einem Problem. Die Anwendungsprogrammierer werden kaum den Wunsch verspüren, GTK2 nebenher weiter zu unterstützen. Auf lange Sicht könnte der von Mint parallel angebotene Cinnamon Desktop die interessantere Perspektive bieten. Cinnamon gibt es nur für Linux Mint. Der Desktop setzt auf Gnome 3 auf, behält dabei allerdings das Nutzererlebnis von Gnome 2 bei. So oder so reicht Mint augenblicklich allen Nutzern die rettende Hand, die auf dem Computer mehr machen als ...  Naja, wofür auch immer sich Gnome 3 oder Unity eignen. ### Mitmachen beim 9. Brandenburger Linux-Infotag Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG), die Potsdamer Linux User Group (upLUG) und die Berliner Linux User Group (BeLUG) laden in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam zum 9. Brandenburger Linux-Infotag ein. Ort des Geschehens wird am Samstag, 3. November 2012, das Institut für Informatik der Uni Potsdam in Potsdam-Griebnitzsee sein. Dafür suchen die Veranstalter noch Unterstützung in Form interessanter Beiträge. Willkommen sind Vorträge, Workshops oder repräsentative Stände im Ausstellungsbereich. Ebenso freuen sich die Veranstalter über jede helfende Hand vor Ort. Schwerpunkt Bildung Wie in jedem Jahr setzt der BLIT auf ein abwechslungsreiches Programm von Fachvorträgen und Workshops. Drei von derzeit geplanten vier Veranstaltungssträngen (Tracks) werden Veranstaltungen zum Bildungsschwerpunkt vorbehalten sein. Als Themenschwerpunkte zum Bildungsbereich sind vorgesehen: Jugend im Netz: Was tun Jugendliche im Netz? Welche Techniken und Dienste nutzen sie dabei? Der BLIT will Eltern und Lehrern Wege zu mehr Netzkompetenz zeigen. Lehren und Lernen mit freier Software: Informatikunterricht heute und in der Zukunft. Wie kann freie Software das Lernen interessanter und effizienter machen? Wie kann freie Software Lehrer und Dozenten beim Lehren, aber auch Schüler oder Studierende beim Lernen unterstützen? Wo liegen die Stärken und Vorteile von freier Software in Schule und Bildung? Vernetzung macht Schule: Wie kann freie Software vernetztes Lehren, Lernen und Arbeiten leichter machen? Welche technischen Lösungen bieten sich Netzwerkadministratoren in Bildungseinrichtungen? Wo liegen die Vorteile von freier Software im Netzwerk? Der 9. BLIT sucht Vorträge, Workshops und andere Angebote, die Lehrenden, Lernenden und Eltern Antworten auf diese Fragen geben. Willkommen sind aber auch andere Angebote rund um freie Software. Weitere Informationen: http://blit.org/2012/mitmachen.html Helfer, Sponsoren, Referenten und Aussteller melden sich per E-Mail: mitmachen@blit.org Aktuelles zum BLIT auf dem BLIT-Blog   ### TV-Tipp: Der gute Hirte Der junge Edward Wilson (Matt Damon) erlebt in "Der gute Hirte" als einer der ersten Agenten die Gründung der CIA mit. Der paranoide Alltag im neuen Geheimdienst stellt seinen Idealismus auf eine harte Probe und kostet ihn sogar sein Familienleben. In Robert De Niros Regiearbeit spielen neben DeNiro selbst und Damon noch Alec Baldwin und Angelina Jolie. Sixx zeigt "Der gute Hirte" am Samstag, 31. März 2012, um 20.15 Uhr zum ersten Mal im Free-TV. ### 31. März: Brandenburg demonstriert gegen Nazis Mit einem "Tag der Demokratie" wollen Institutionen und Vereine in Brandenburg an der Havel am Samstag, 31. März, ein Zeichen gegen Neonazis setzen. Anlass für die Demonstration ist ein geplanter Aufmarsch der rechtsextremen NPD. Die NPD will mit ihren Anhängern unter dem Motto „Wir arbeiten - Brüssel kassiert! Raus aus dem Euro!“ ebenfalls am 31. März um 12 Uhr vom Bahnhof aus durch die Stadt ziehen. Zeitgleich beginnt auf dem Neustädtischen Markt eine demokratische Kundgebung, bei der Bürgermeister Steffen Scheller (CDU), die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Dr. Liselotte Martius (SPD), und der Superintendent der Evangelischen Kirche, Heinz-Joachim Lohmann, sprechen werden. Ab 13 Uhr starten zwei Fahrrad-Demos um die Innenstadt herum. Außerdem sind Mahnwachen vor dem jüdischen Friedhof, dem Euthanasie-Denkmal und an dem Gedenkstein für den von einem Rechtsextremen erschlagenen Sven Beuter geplant. In einem Aufruf heißt es: "Das Auftreten von Nazis wirft ein Licht auf Brandenburg an der Havel, das mit der Realität und dem Leben in unserer Stadt nicht übereinstimmt. Wir werden nicht zulassen, dass Rechtsextreme ihre rechtsradikalen, fremdenfeindlichen und menschenverachtenden Parolen in Brandenburg an der Havel verbreiten!" Eingeladen hat unter anderen das Aktionsbündnis Brandenburg. Unterstützt wird der Tag der Demokratie unter anderen von der Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann (CDU), allen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, den christlichen Kirchengemeinden, der jüdische Gemeinde, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Stadtsportbund und der Fachhochschule. ### Kino: Wüste Schießereien im Safe House So öde hatte sich Matt Weston Ryan Reynolds die Arbeit für den US-Geheimdienst CIA nicht vorgestellt. Statt die Welt zu retten, hütet er ein sicheres Haus, ein Safe House, in Kapstadt. Den ganzen Tag sitzt er dort herum, während seine Freundin Ana (Nora Amezeder) glaubt, er sei im Büro. Doch dann bringt die CIA den zwielichtigen Geheimnishändler Tobin Frost (Denzel Washington) in Westons Safe House unter, der einen Datenträger mit brisanten Informationen besitzt. Schnell taucht ein Killerkommando auf, das Frost zur Strecke bringen soll. Weston flieht mit Frost. Aber woher wussten die Killer von der geheimen Zuflucht? Einer von Westons Vorgesetzten spielt falsch. Wüste Schießereien im Safe House Mit "Safe House" ist dem schwedischen Regisseur Daniel Espinosa (Easy Money) im Genre der Bournes und LeCarrés ein schneller Actionkracher gelungen. Rasante Verfolgungsjagden, brutale Schlägereien und wüste Schießereien halten den Adrenalinpegel hoch. Doch das hat den Machern des Films offenbar nicht gereicht. Sie wollten mehr. Aber was? Ein Lehrstück über den Zynismus der Geheimdienste à la Syriana? Eine melancholische Abrechnung mit einem Metier, in dem einsame Menschen längst vergessen haben, wie man anderen vertraut? Wie in den Romanen von LeCarré? Oder einfach einen Agentenreißer der düsteren Art wie die Bourne-Trilogie? Denzel Washington: Uncool nach Haarschnitt und Rasur  "Safe House" versucht von allem ein bisschen zu sein. Der Film startet passabel mit einem coolen, strubbeligen, bärtigen Denzel Washington als desillusiosiertem Ex-Spion, der seine CIA-Verhörer darüber belehrt, wie man beim Waterboarding professionell vorgeht. Nach einem Haarschnitt und einer Rasur steht uns aber wieder der gewohnte Denzel Washington gegenüber, der einmal mehr an dem Versuch scheitert, seinem Saubermann-Image zu entkommen. So einer darf keinen niederen Motiven folgen. Tut er natürlich nicht. Denzel Washingtons Tobin Frost ist in Wahrheit einer von den Guten. "Gut" endet auch der Film. Die Guten bleiben gut, die Bösen werden zur Rechenschaft gezogen. Casablanca auf dem Bahnsteig Richtig peinlich entwickelt sich die Liebesgeschichte von Matt und Ana. An ihrem Höhepunkt wirkt sie unfreiwillig komisch, weil Regisseur Espinosa die Schlusssequenz aus Casablanca in einen südafrikanischen Bahnhof verlegt hat. Vor solcherlei Peinlichkeiten ist in "Safe House" niemand sicher. Aber das sagt der Untertitel ja schon. Wenn man's weiß, dann kann man den Streifen als gepflegten Actioner genießen, der allerdings seine Längen aufweist. ### TopTen: Was Berliner Straßenmusiker nie zu hören kriegen In Berlin stehen Sie an jeder Straßenecke. Sie begleiten uns in die Katakomben der U-Bahnhöfe und sogar in die Züge von S- und U-Bahn: Straßenmusiker. Der Sound der Großstadt lässt uns keinen Augenblick im Stich. Nicht immer sind es die Besten, die auf Berliner Straßen zur Klampfe greifen. Allen gemein ist:  Keiner weiß sie zu würdigen. Die folgenden 10 Sätze hören Straßenmusiker in Berlin viel zu selten - eigentlich nie: Oh, wie schön! "Heart of Gold" von Neil Young! Das habe ich ja ewig nicht gehört! Eine interessante Stimmung, in der Sie Ihre Gitarre spielen. Ich kann mich gar nicht daran satt hören. Ihr Gesang rührt mich tief im Herzen. Verderben Sie ihn nicht durch Gesangsunterricht! Ich habe immer gesagt: Die LP-Version von "Hey Jude" ist viel zu kurz. Jeden Tag, wenn ich in die S-Bahn steige, freue ich mich darauf, dass Sie zwei Haltestellen später zusteigen und mich mit "Don't Worry, be Happy" aufmuntern. Eine halbe Stunde lang, jeden Tag seit 13 Jahren, da wächst man zusammen! Bleiben Sie ruhig hier in der U-Bahntür stehen! Ich steige einfach an der nächsten Station aus und laufe die paar Meter zurück. Großartige Interpretation von "With a Little Help From My Friends"! Sie treffen genau die Töne, nach denen die Beatles seinerzeit gesucht haben! John Lennon würde Ihnen zu Füßen liegen, wenn er Ihre Version von "Imagine" hören könnte! Wunderbar! Ich wusste gar nicht, dass sich "House of the Rising Sun" und russische Polka so kongenial ergänzen, wenn man sie gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen hört. Wie heißt der Song? "Like a Rolling Stone"? Kenne ich gar nicht. Ist der von Ihnen? ### Haufe SteuerTipps 2012 für Journalisten für die Steuererklärung 2011 Der Haufe-Verlag greift der schreibenden Zunft mit den "Haufe SteuerTipps 2012 für Journalisten" unter die Arme. Unter dem angehängten Link können Journalisten die Tipps als PDF kostenlos herunterladen. Per E-Mail können Journalisten auch eine Printversion (ebenfalls kostenlos) bestellen, teilt der Verlag mit. Steuertipps 2012 für Journalisten zum Download Foto: Haufe-Lexware ### Samsung E2121: Handy-Testbericht Eine Digitalkamera, Bluetooth, ein Musikplayer für MP3 und andere Formate: Bis vor wenigen Jahren, gab es solche Ausstattungsdetails bei Handys erst ab 100 Euro und mehr. Das Samsung E2121 kostet aber nur 25 Euro. Ein Testbericht. Für ein Handy der Preisklasse 25 Euro kauft man nicht gern einen Austauschakku. Aber nur das hätte mein bisheriges Handy retten können. Zeit, sich etwas neues zu gönnen. Für Telefonieren und SMS eignet sich jedes Hand oberhalb eines Babyfons. Und mehr Funktionen besaßen günstige Handys bisher auch nicht. Das Samsung E2121 bietet zusätzlich einen MP3-Player, eine Kamera, Bluetooth und mobiles Internet. In der 25-Euro-Holzklasse bisher ungewohnte Ausstattungsdetails. Verarbeitung: Mehr Schein als Sein Mit der Wabenstruktur seiner Gehäuseoberfläche gibt das Samsung E2121 vor, aus Carbonfaser zu bestehen. Super! Das wäre doch der passende Begleiter für die nächste Rafting Tour oder das passende Spielgerät, wenn beim nächsten Tennismatch die Bälle ausgehen. Denkste! Das Gehäuse besteht aus gemeinem Plastik. Das ist nicht weiter schlimm für ein Handy dieser Preisklasse. Nur löst sich die rückwärtige Gehäuseschale schon, wenn man das Handy den Tag über in der Hosentasche getragen hat. Er springt allerdings nicht ab. Trotzdem ginge das auch mit dem knappen Budget besser. Außerdem könnte Samsung ruhig allmählich von seinem Anschlussstandard auf den Marktstandard Mini-USB wechseln. Bedienung: Unauffällig Das Samsung setzt keine Maßstäbe in Sachen Bedienungsqualität. Andererseits gibt sich das Billig-Handy in dieser Disziplin auch keine Blöße. Die Menüs erklären sich selbst, die Tasten haben einen guten Druckpunkt und die Schreibhilfe T9 hilft beim Verfassen von SMS. Ich persönlich bevorzuge übrigens das iTap von Motorola. Aber das ist eine andere Frage. Wer T9 kennt, kommt auch hier damit klar oder schaltet die Schreibhilfe aus. Ähnliches lässt sich über die eingebaute Kamera sagen: 0,3 Megpixel reichen nicht für schöne Urlaubsfotos. Aber wer einfach nur etwas auf Facebook zu posten möchte, wird mit der Einfachknipse im Samsung E2121 gut leben können. Und immerhin: Das E2121 hat Internet. Auch beim Surfen darf man nicht den Komfort eines iPhone oder eines Samsung Galaxy erwarten. Es geht halt zur Not - und zwar nur in GPRS-Tempo. Ein großes Problem war für mich der Musikplayer. Er kommt zwar mit allen gängigen Dateiformaten klar. Aber er zeigt nur kurze Titel an. Aus mehr als 52 Zeichen darf ein Songtitel nicht bestehen, sonst kann man ihn nicht hören. Außerdem lassen sich keine ganzen Alben abspielen. Man muss umständlich alle Songs zu einer Playlist hinzufügen. Inzwischen erfuhr ich, dass das auch viele Android-Smartphones solche Tücken aufweisen. Seitdem bin ich angesichts des Preises des Samsung E2121 mit dem Musikplayer versöhnt und ignoriere ihn einfach. Töne und Klänge Selbstverständlich kommt das E2121 mit Ohrhörern. Da solche Knöpfe in meinem Geläusch nicht allzu gut halten, müsste ich erst einen Adapter kaufen, mit dem ich meine Sennheiser Kopfhörer an das Samsung anschhließen könnte. Den Plan hatte ich tatsächlich. Ich verwarf ihn allerdings, nachdem ich festgestellt hatte, dass der Musikplayer meinen Bedürfnissen in der Bedienung nicht entgegen kommt. Über die mitgelieferten Hörer klingt Musik vom Samsung E2121 durchaus akzeptabel. Für unterwegs reicht's. In der Sprachqualität ordnet sich as Samsung E2121 auf gleicher Ebene ein wie das noch günstigere E1080. Das bedeutet: Das Motorola W156 bleibt für mich in Sachen Sprachqualität das Maß der Dinge weit über die Brot-und-Butter-Klasse hinaus. Aber man kann mit der Qualität das Samsung E2121 gut leben. Es klingt eben einfach ein wenig hohl und blechern, wenn man das in dieser Sparte wirklich hervorragende W156 gewohnt ist. Akku und Empfang Das Samsung E2121 soll Musikhandy sein und das verlangt nach viel Saft im Akku. Nebenwirkung: Wer keine Musik hört, muss erst nach zwei, drei Wochen nach dem Ladegerät suchen. So lange bleibt das Handy mit einer Akkuladung auf Empfang. Und auch im Empfang kann man dem kleinen Samsung nicht am Zeug flicken. Fazit: Wer Ausstattung sucht, kommt am Samsung E2121 kaum vorbei Wer ein günstiges Handy mit Internetzugang und Musikplayer sucht, kommt in der Klasse der Günstighanys kaum am Samsung E2121 vorbei. Das Telefon sieht schick aus und bietet gute Ausstattung. Über die Abstriche sollte man sich in dieser Preisklasse wirklich nicht beschweren. Foto: Samsung ### Rechter Terror: Merkel mit schlechtem Gewissen Zum Festakt zu Ehren der Opfer des rechten Terrors musste Bundeskanzlerin Angela Merkel etwas tun, das in der Union normalerweise verboten ist: Merkel musste über Neonazis und rechte Gewalt sprechen.  Wer zur Polizei geht, um Hakenkreuzschmierereien zu melden oder rechte Pöbeleien in der Straßenbahn, der braucht ein dickes Fell. Mit geplagtem Seufzen und rollenden Augen nimmt der Beamte die Anzeige auf. In Deutschland gegen Rechts zu sein, das nervt. Es könnte dieses Land so schön sein, wenn eine kleine Zahl von Störenfrieden nicht fortwährend und überall Nazis wittern würde. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Festansprache das Wegsehen angesichts der rechten Gefahr geißelt, dann können sich die Störenfriede heute wahlweise bestätigt oder verhöhnt fühlen.  Bisher suchte sich jede Partei "ihre" Extremisten aus Letzteres hat die Regierungschefin und CDU-Vorsitzende nicht im Sinn gehabt. Ihre Rede steht für die Ratlosigkeit und das schlechte Gewissen der etablierten Parteien, wenn es um rechte Gewalt geht. Lediglich die Linkspartei und die Grünen haben das Thema beispielsweise in ihren Wahlprogrammen von 2009 erwähnt. Alle anderen Parteien begnügten sich in der Vergangenheit mit nebulösen Sonntagsreden gegen Extremisten aller Couleur. Innerhalb dieses Spektrums suchten sich die Parteien "ihre" Extremisten aus: Vorzugsweise Linke und Islamisten. In vielen Fällen keine Ermittlungen gegen Rechts Bundeskriminalamt und Bundesverfassungsschutz lieferten dazu die passenden Zahlen. In immer neuen Jahresberichten belegten die Sicherheitsbehörden, dass die Zahl der linken Straftaten wieder einmal stärker gestiegen war als die Zahl der rechten Straftaten. Dabei ließ man unerwähnt, dass im einen Fall Autos im anderen Fall Menschen brannten. Die Ereignisse bei der Fahndung nach den Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe werfen ein neues Licht auf diese Zahlen: In vielen Fällen hatte man gar nicht in Richtung Rechts ermittelt. Das hatten die Innenpolitiker auch nie gefordert. Politik hat bestellt, Polizei hat geliefert  Gerade Unionspolitiker sahen in BKA und Verfassungsschutz nie etwas anderes als Bollwerke gegen den heranbrandenden Sozialismus. Wer CDU und CSU vor der Gefahr von Rechts warnen wollte, erhielt ein Augenrollen, ein Schulterzucken und die Entgegnung: "Extremismus ist aus jeder Richting schlimm. Jetzt wollen wir mal sehen, wie man die Linkspartei verbieten kann." Im Licht des größten Justizskandals der bundesdeutschen Geschichte drängt sich ein schlimmer Eindruck auf: Die Politik hat bestellt, die Justizbehörden haben geliefert. Einfach nur eine Sonntagsrede mehr?  Sicher könnte unsere Gesellschaft ein wenig mehr Zivilcourage, ein wenig mehr Engagement gegen Voruteile, Fremdenhass und Gewalt gebrauchen, wie es die Kanzlerin fordert. Wie wäre es aber zuerst mit einem ganz konkreten Wunsch: Können wir nicht einfach anfangen, all jene ernst zu nehmen und zu unterstützen, die sich jetzt schon gegen Rechts engagieren? Angela Merkel, die CDU und alle anderen Wegschauer an den Rednerpulten müssen bedenken: Die Rede von heute wird man in Erinnerung behalten, und es wird sich herausstellen, ob die Kanzlerin einfach nur an einem Donnerstag eine Sonntagsrede gehalten hat. ### Neue Bildergalerie: Berlin Fashion Week 2012 Catering in der VIP-Lounge auf der Berlin Fashion Week 2012. Davon werden wohl allenfalls Models satt. Weitere Eindrücke von dem Modeereignis in meiner Bildergalerie Berlin Fashion Week 2012. Ich habe den Baltic Fashion Catwalk gesehen. Kollektionen von Designern aus dem Ostseeraum. ### Vortrag in Brandenburg: OpenOffice in der Praxis Das freie Office-Paket OpenOffice steht im Mittelpunkt des Januar-Vortrags der Brandenburger Linux User Group (BraLUG) im Informatikzentrum der Fachhochschule Brandenburg. Die Veranstaltung beginnt am  11. Januar 2012 um 19.30. FH Brandenburg, Informatikzentrum, Raum 035. Keine Angst vor großen Dokumenten! Mit Formatvorlagen, Gliederung, Verzeichnissen, Abbildungen, Querverweisen, diversen Listen und Tabellen die (ein bisschen) rechnen können ist die Hausarbeit so gut wie fertig - ohne Besen und Staubsauger!   ### Hifi-Klassiker: Musical Fidelity A1 Bratpfanne nannte man ihn oder Waffeleisen. Für seine Fans war er das heißeste Ding seiner Zeit. Und das war der Vollverstärker Musical Fidelity A1 tatsächlich. Seine große Musikalität machte ihn zur Legende - genauso wie seine Wärmeabgabe und wie seine zahlreichen Macken. Gerade erst hat die Zeitschrift STEREO den A1 mit seinem aktuellen Wiedergänger verglichen und bei dem Oldtimer eine Oberflächentemperatur von stolzen 64 Grad Celsius gemessen. Das reicht nicht für ein Steak, aber locker für ein paar Brandblasen. Die Ursache lag im Funktionsprinzip. Musical-Fidelity-Mastermind Antony Michaelson nutzte für seinen Musical Fidelity A1 nutzte Class-A-Technik. 1984, im Geburtsjahr des A1 war das revolutionär in dieser Preisklasse. Der A1 kostete in Deutschland nur 1.300 D-Mark. Ein Billigheimer unter den High-End-Pretiosen. Was der Musical Fidelity A1 nicht für seine  Bestimmung brauchte, gab er als Wärme ab Class A bedeutet, dass der Verstärker stets nahe an der Volllast arbeitet - selbst im Leerlauf. Was der Verstärker nicht für seine eigentliche Aufgabe braucht, gibt er über die Geräteoberseite ab. Im Falle des A1 gab der Hersteller einen Ruhestrom von 0,8 Ampere an. Mark Hennessy schließt in seiner A1-Analyse daraus, dass der Verstärker lediglich 8 Watt in reinem Class-A-Betrieb liefert. Der A1 wärmte das Herz seines Besitzers - in jeder Hinsicht Auf jeden Fall wärmte der Musical Fidelity das Herz seines Besitzers - in jeder Hinsicht. Die Kühlrippen auf der Oberseite bescherten dem A1 sein unverwechselbare Äußeres. Wer einen A1 betrieb, hatte es stets kuschelig warm in der Wohnung und eine stolze Stromrechnung. Der Hersteller verglich die Wärmeabgabe des A1 mit der einer 75-Watt-Glühbirne. Was so heiß ist, brennt schnell durch. Das galt auch für den Musical Fidelity A1. Durchgeschmorte Bauteile, versengte Platinen. Außerdem zog der Verstärker durch seine Hitze Staub wie ein voll aufgedrehter Heizkörper. Dadurch verstaubten Lautstärkeregler und Quellenwahlschalter ständig. Wer einen A1 besaß, war Dauergast beim Kundenservice seines HiFi-Händlers. Aus all diesem Aufwand holte der A1 vergleichsweise bescheidene 20 Watt. Spätere Versionen lieferten 25 Watt. Bei Denon, Sony oder Technics gab es für die 1300 D-Mark des A1 richtige Kilowatt-Verstärker-Dickschiffe. Mit linealgeraden Frequenzgängen, zig Lautsprecherausgängen, Klangreglern und Anschlüsse für alle möglichen und unmöglichen Quellen. Der Musical Fidelity A1 stand für den Sonderweg des  British HiFi In Großbritannien widerstand man diesem Trend, schuf gar einen Gegentrend. Musical- Fidelity bildete da keine Ausnahme, und der A1 stand symbolisch für diesen Sonderweg. Sein Frequenzgang beschrieb weite Kurven, er besaß keine Klangregler, nicht einmal einen Kopfhörerausgang. Was ließ so viele Audiophile klaglos jede Stromrechnung begleichen? Was bewegt sie bis heute dazu, ihren A1 immer wieder zum Kundenservice zu tragen? Der Klang. Der A1 stellte akustische Instrumente und kleine Besetzungen in den schimmerndstend Klangfarben auf eine realistische Bühne. Was in der Musik war, holte der A1 heraus. Dass der A1 viele Aufnahmen eher etwas zu schön abbildete, verziehen ihm seine Fans. Sie liebten ihn dafür, dass er dauerhaft ermüdungsfreien Hörgenuss garantierte. Der A1 war auch musikalisch kein Alleskönner. Für lauten Rock, für Parties oder Opernabende taugte der Musical Fidelity nicht. Kaum ein anderes HiFi-Gerät nötigte seinem Besitzer soviel Zuwendung ab. Wenn je ein HiFi-Verstärker Suchtpotenzial bewiesen hat, dann der Musical Fidelity A1. Ein wahrer HiFi-Klassiker. Foto: MC HANS BLOG   ### Happy New Year 2012 Ich wünsche allen Lesern ein schönes neues Jahr. Bleiben Sie gesund und neugierig. Aber nehmen Sie sich nicht zu viel vor. 2012 ist laut Maja-Kalender schließlich das letzte aller Jahre. ### 10 Tipps: So kommen Sie mit der Bahn sicher ans Ziel Jede Bahnfahrt von Brandenburg nach Kassel ist für mich ein Abenteuer. Wie die amerikanischen Pioniere in ihren Planwagen rolle ich westwärts ins Ungewisse. Wilde Tiere und Indianer hat das märkische Land ganz sicher nicht zu bieten. Dafür Signalstörungen und Lokschäden. In keiner Formulierung manifestiert sich die Bahnfahrt als Reise in Ungewisse so bildhaft wie in den "Störungen im Betriebsablauf". Allen Unwägbarkeiten, Verspätungen und der Geheimniskrämerei des DB-Konzerns zum Trotz lässt sich die Bahnfahrt auch genießen. Im Unterschied zum Automobil, das man eher zielgerichtet in Bewegung setzt, sollte sich der Bahnfahrer daran erinnern: Der Weg ist das Ziel. Um diesen Weg zu überstehen, sollte der Bahnfahrer die folgenden 10 Tipps beherzigen. Planen Sie Zeitreserven ein. Faustregel: Eine Stunde Minimum. Einmal umsteigen ist darin eingeplant. Für jedes weitere Umsteigen sollten Sie eine weitere Stunde einplanen. Reservieren Sie einen Sitzplatz nur auf Bahnfahrten, auf denen Sie nicht umsteigen müssen. Da Sie den geplanten Anschluss sowieso verpassen, sind Ihre Reservierungen für Anschlusszüge sowieso hinfällig. Rechnen Sie auf Bahnfahrten mit Umsteigestopps dagegen, was ein Ticket 1. Klasse kosten würde. Dort bekommen Sie immer einen Sitzplatz. Ziehen Sie sich warm an, wenn Sie nicht gerade im Sommer fahren. Man weiß nie, ob die Heizung in Ihrem Wagen funktioniert. Im Sommer sollten Sie Ihre Kleidung so planen, dass Sie Kleidungsstücke ablegen können. Die Chancen für eine kaputte Klimaanlage im Sommer stehen noch besser als für eine kaputte Heizung im Winter. Führen Sie ausreichend Getränkevorräte mit sich. Wenn auf einer sommerlichen Bahnfahrt die Klimaanlage versagt, kann Ihnen genug Wasser das Leben retten. Nehmen Sie ausreichend Proviant mit. Teilen Sie sich Ihre Überlebensrationen gut ein. Gerade auf Verbindungen mit mehreren Umsteigestopps begeben Sie sich auf eine Reise ins Ungewisse, zumindest was die Dauer betrifft. Sorgen Sie für ausreichend Beschäftigung oder Lesestoff. Kein freies W-LAN, kein Bordfernsehen. Selbst das Bordradio aus den ersten ICE-Wagen ist mittlerweile Geschichte. Da kann eine Zugfahrt nicht nur lang, sondern auch langweilig werden. Vergessen Sie nicht: Sie begeben sich ... Sie wissen schon. Wenn Sie am Zielbahnhof abgeholt werden, bestellen Sie Ihre Freunde oder Verwandten erst unmittelbar vor der Ankunft zum Bahnhof. Schließlich stellen Sie sich einem der letzten Abenteuer. Hat Columbus seinerzeit etwa Frau und Kinder mit genauer Angabe des Rückkehrtermins zum Hafen bestellt? Also sollten Sie das auch nicht tun. Fahren Sie Auto, wenn Sie können. ### Buchtipp: John Katzenbach - Der Professor Der emeritierte Psychologieprofessor Adrian Thomas erfährt, dass eine schnell fortschreitende Demenzkrankheit von nun an sein Leben zerstört. Auf dem Weg nachhause beobachtet er, wie ein Mädchen entführt wird. Aber wie kann er erwarten, dass die Polizei ihm glaubt? Auf eigene Faust sucht er nach der jungen Jennifer. "Der Professor" von John Katzenbach beginnt einen Wettlauf gegen ein wahrhaft sadistisches Verbrechen und gegen das eigene Vergessen. John Katzenbach arrangiert Laborsituationen für seine Hauptpersonen Mit seinem neusten Buch belegt Katzenbach einmal mehr sein Image als Psychologieprofessor unter den Thriller-Autoren.  Katzenbach arrangiert in seinen Romanen letztlich Laborsituationen. Er setzt seine Protagonisten wie Laborratten in ein Labyrinth und beobachtet, wie weit sie gehen, um herauszufinden. So müssen die bürgerlichen Eltern der Ashley Freeman in "Das Opfer" den perfekten Mord begehen. In "Der Patient" muss ein Psychiater seinen eigenen Tod inszenieren. "Der Professor" Thomas hat keine Wahl. Er weiß, dass er mit der Rettung des Mädchens zum allerletzten Mal etwas von Bedeutung zu tun. Aber auch Dr. Thomas muss bei der Lösung des Verbrechens weit gehen. Nur der vorbestrafte Kinderschänder Mark Wolfe kann dem Professor den Weg zu jenen dunklen Abgründen weisen, in denen er Jennifer zu finden hofft. Wolfe seinerseits findet sich plötzlich auf Seiten des Guten wieder. Der Professor ist ein Meisterwerk - selbst für einen John Katzenbach In "Der Professor" treibt Katzenbach seine Experimente auf die Spitze. Denn, wann wird der Beobachter zum Voyeur? Wann wird sogar der Leser zum Voyeur? In "Der Professor" mutet Katzenbach dem einen oder anderen Leser einiges zu. Demenz ist das undefinierbare Böse, von dem wir hoffen, dass es nur die anderen trifft. Im neuen Katzenbach begleiten wir den Weg des Adrian Thomas in das allmähliche Entgleiten des eigenen Lebens auf der verzweifelten Suche nach Sinn. Und wir müssen hinnehmen, dass auch das Leben eines verurteilten Pädophilen noch einen geheimen Sinn in sich bergen kann, den unsere "Rübe-ab-Mentalität" gern übersieht. "Der Professor" ist ein herausragender Psychothriller - selbst für einen John Katzenbach.   ### Ein Küsschen von der Bahn Guten Fahrgästen gibt man ein Küsschen, sagte sich wohl die Bahn am Montag vor Weihnachten. Da muss das schlechte Gewissen schon sehr drücken. ### Phaenomene des Alltags: Alter-nde Gesellschaft "Alter, Namen, Alter. Vergiss es, Alter!" Wenn die letzte Kerze auf dem Geburtstagskuchen zum 12. verloschen ist, dann nennen viele Heranwachsende einander einfach nur noch "Alter". Was ältere Menschen für einen Ausdruck der Faulheit halten, verlangt bei genauer Betrachtung dem Einzelnen enorme intellektuelle Leistungen ab. Alter-n ist nichts für Anfänger Doch betrachten wir zunächst die Verwendung des Peseudonyms „Alter“. Der oben zitierte Satz, den ich in der Straßenbahn in Brandenburg aufgeschnappt habe, zeigt die unterschiedlichen Funktionen von "Alter": Das erste "Alter" ist die Anrede an den Adressaten. Wer gewöhnlich "Alter" genannt wird, fühlt sich nun angesprochen. In einer Peer Group von 13-Jährigen sind das alle. Sie sehen schon: "Alter"n ist nichts für Anfänger. Das zweite "Alter", füllt eine Denkpause. Wo unsereins sonst "Ähm" sagen würde, "Alter"t der Halbwüchsige. Das dritte und letzte "Alter" ist eine Solidaritätsfloskel. Der Sprecher sucht damit nach Bestätigung in der Peer Group. Faustregel: Egal, ob ein Satz mit "Alter" beginnt, er muss auf jeden Fall mit "Alter" enden. Jugendliche wissen, wann mit Alter jemand angesprochen ist Bemerkenswert: Jugendliche halten "Alter" in all diesen Funktionen spielend auseinander. Sie scheinen zu wissen, wann jemand mit "Alter" angesprochen wird und wann das Wort nur gedankliche Lücken füllt. Sie wissen darüber hinaus, wer mit "Alter" angesprochen ist. Denn wie wir schon gelernt haben, hören ja gewöhnlich alle Anwesenden auf den Namen "Alter". Jugendliche wissen jedoch sicher, wer sich angesprochen fühlen muss. Alter setzt sich über Geschlechtergrenzen hinweg Dabei erschweren sie sich die Sache noch dadurch, dass sie "Alter" geschlechtsneutral verwenden. Die Anrede "Alte" für eine 13-Jährige findet zumindest in Straßenbahnen in Berlin-Brandenburg keine Verwendung. Lauscht man Unterhaltungen unter Jugendlichen in öffentlichen Verkehrsmitteln, dann fällt das Wort "Alter" im gemittelten Abstand von drei Sekunden - selbst wenn die Gruppe nur aus Mädchen besteht. Eltern und Lehrer bewahren den Vornamen Natürlich verwenden Jugendliche auch Vornamen. Nämlich für alle, die nicht anwesend sind. Beispiel: "Alter, haste Paul heut schon jesehn?" Dass ein Jugendlicher mit einem Namen wie Paul ein Gesicht verbinden kann, verdankt er Eltern und Lehrern, die ihre Schutzbefohlenen stur beim Namen nennen. Ihnen verdanken Jungendliche, dass sie ihre Vornamen nicht vergessen. Denn irgendwann steht der Jugendliche Institutionen gegenüber, die seinen Namen brauchen: "So, Sie wollen Hartz IV beantragen? Name?" "Öh,Alter?!" ### 10 Gründe, warum Guttenberg "Wetten, dass ...?" übernehmen muss Wird heute Abend zum letzten Mal "Wetten, dass...?" über den Bildschirm flimmern? Müssen wir uns wirklich ganz allmählich an ein Leben ohne Publikums-, Saal- und Außenwetten gewöhnen? Schon der Gedanke ein Albtraum. Nie mehr lustige Menschen, die Buntstifte am Geschmack erkennen oder oder den Beetzsee in zwei Minuten mit dem Plastikeimerchen ausleeren können. Nie mehr gejetlagte Film- oder Musikstars, die auf der Couch lümmeln und sich kaum erinnern können, wo sie gerade sind oder wie ihre neue Platte/ihr neuer Film heißt. Aber wer soll das höchste Staatsamt in der deutschsprachigen Unterhaltungsindustrie übernehmen? Alle haben abgesagt. Wirklich alle? Einen hat man noch gar nicht gefragt. Dabei wäre er die Idealbesetzung. Karl-Theodor zu Guttenberg muss "Wetten, dass...?" moderieren. Zum Wohle des Senders, zum Wohle der Show und letztlich sogar zu seinem eigenen Wohl. Dafür gibt es 10  Gründe:  Echtheit spielt im Showgeschäft keine Rolle: Brüste, Haare, Lippen, Pobacken - alles falsch. Wer fragt da nach ein paar Fußnoten? Auch Selbstüberschätzung fällt im Showgeschäft kaum auf. Im Rampenlicht wirft schließlich auch der Kürzeste einen langen Schatten. Guttenberg könnte dem etwas eingerosteten Flaggschiff des ZDF neues Leben einhauchen: Warum nicht mal "Wetten,dass...?" live aus Kundus? Mit Außenwette von der Fregatte Husum vor dem Horn von Afrika? Ein Moderator muss improvisieren können. Karl-Theodor zu Guttenberg hat mal einem spontanen Einfall folgend die Wehrpflicht abgeschafft und das seinen Parteifreunden als umfassende Bundeswehrreform verkauft. So ein Improvisationstalent könnte sogar über ernste Zwischenfälle hinweg moderieren. Vom bekifften Filmsternchen bis zum herabfallenden Studioscheinwerfer - alles kein Problem. Guttenberg bräuchte keinen Johannes B. Kerner mehr, der ihn in Szene setzt. Kamerataugliche Prinzgemahlin.  Die Guttenberg-Gattin Stephanie könnte dem klammen ZDF die Gage für Ko-Moderatorin Michelle Hunziker sparen. Guttenberg wäre wie Gottschalk für das ZDF eine Zukunftsinvestition. Gottschalk übernahm die Show mit 37, Guttenberg wird gerade 40. Aber Vorsicht: Er könnte schon mit 41 Anspruch auf das Intendantenamt erheben. Außer ihm gibt's ja nur Mittelmaß. Guttenberg würde nie eine Publikumswette verlieren. Guttenberg würde aber auch nie eine Publikumswette annehmen, bei der er nicht schummeln kann. Der wichtigste Grund: Wenn Karl-Theodor zu Guttenberg "Wetten, dass...?" nicht moderieren will - Lothar Matthäus würde es tun. ### Linux: Live & Bunt in der FH Brandenburg an der Havel Zu einem Linux-Abend "Linux: Live & Bunt" laden die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Fachhochschule Brandenburg ein. Los geht es am Mittwoch, 7. Dezember 2011, um 19.30 Uhr in Brandenburg an der Havel im Informatik Zentrum der Fachhochschule Brandenburg, Raum 330. Was ist eigentlich Linux? Für wen eignet sich das freie Betriebssystem? Diese und viele andere Fragen beantworten die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Fachhochschule Brandenburg in einem Linux-Abend im Informatik-Zentrum der FH in Brandenburg an der Havel unter dem Motto "Linux: Live & Bunt". Wer ein Netbook, Notebook oder sonst einen tragbaren Computer sein eigen nennt, kann sich vor Ort von den Vorzügen von Linux überzeugen. Denn Linux kann man testen, ohne es gleich installieren zu müssen. Die Brandenburger Linux-Aktivisten wollen aber auch bei Problemen mit Linux helfen. Nur Geräteprobleme können an diesem Abend nicht gelöst werden. Musik- und Tonschnittprogramm Audacity Die Besucher erwartet außerdem eine Einführung in das Tonschnittprogramm Audacity. Audacity steht im Internet zum Herunterladen - nicht nur für Linux.Die Veranstalter planen außerdem eine "Bastelrunde" und einen Vortrag über den Hintergrundprozess Systemd. Systemd startet beim Hochfahren eines Linux-Systems das Starten der Systemprozesse. 2012 beginnt mit Einführung in OpenOffice Mit dem Linux-Abend endet das Programm des BraLUG e.V. und der FH Brandenburg. Im neuen Jahr sollten sich vor allem Studierende und Büroarbeiter den 11. Januar vormerken. Dann vermittelt der nächste Vortrag Tipps und Tricks für das wohl bekannteste freie Büropaket: "OpenOffice in der Praxis". ### Handpresso: Espresso für Survival in der Bahn Nach Verspätungen und Zugausfällen ist der Automatenkaffee das Widerwärtigste an der Deutschen Bahn. Zu trinken nur in Notfällen, in denen es vor dem Abfahren nicht für einen Coffee to go gereicht hat. Von "Genießen" keine Rede. Handpresso Wild bereitet dem Leiden ein Ende. Das System beruht auf einer Pad-Kaffeemaschine mit Luftpumpe für den amtlichen Wasserdruck. Einfach 16 bar Druck pumpen, heißes Wasser einfüllen, Pad einlegen. Auf  Knopfdruck pumpt die Maschine lecker Espresso oder Cafe Creme in die Tasse. Im Selbstversuch, überzeugte der Espresso in Farbe, Konsistenz und Geschmack. Natürlich gibt es die Handpresso Wild mit bruchsicherem Kaffeeservice. Schließlich beginnt man auch auf Survival Tour durchs australische Outback den Tag gern mit einem Espresso zum Brühwürfel. Dass die Handpresso den Kaffee ganz ohne Strom bereitet, lasse ich aml durchgehen. Denn auf Survival Tour bereitet man das heiße Wasser ja ohnehin mit dem Gaskocher. ### Fluxflux zeigt Linux auf dem Tablet Auf dem Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) vor einer Woche zum ersten Mal zu sehen: Fluxflux-Entwickler Manfred Müller zeigte die neue Edition seines benutzerfreundlichen Linux auf dem Tablet. Fluxflux 2012 beeindruckte mit den Zusastzfunktionen der Bildschirmtastatur. Benutzer können Standardanwendungen festlegen und über Tasten auf der Bildschirmtastatur aufrufen (s. Foto). Ebenso lassen sich oft benutzte Textbausteine in Makros festlegen. Das dürfte beispielsweise das Chatten enorm beschleunigen. Außerdem bringt Müller den rechten Mausklick auf das Tablet. Über eine Bildschirmtaste lässt sich die Belegung des Klicks ändern. Fluxflux 2012 sollte eigentlich Mitte November stabil sein. Der Toermin wird sich aber noch etwas verschieben. Aktuelles rund um Fluxflux im Fluxflux-Blog. ### 8. Brandenburger Linux-Infotag: Bilder vom BLIT 2011 Der Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) ist vorbei. Mit mehr als 400 Besuchern hat der 8. BLIT wieder einmal einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Meine schönsten Fotos vom BLIT 2011 habe ich zu einer kleinen Bildergalerie zum BLIT zusammengestellt. ### 8. Brandenburger Linux-Infotag startet heute um 10 Uhr Letzter Aufruf zum 8. Brandenburger Linux-Infotag. Das Linux-Event beginnt heute, am 5. November, um 10 Uhr in den Räumen der Uni Potsdam in Potsdam-Griebnitzsee. Eintritt ist frei. Das Programm steht auf BLIT.org. ### Libyen: Gaddafi, Tod und Yankees Während die Uno jetzt Tathergang, Einschusswinkel, DNA-Spuren und Fingerabdrücke rund um den Tod des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi klären lässt, erinnert das Satiremagazin Titanic auf seine eigene Weise an den rätselhaft von Querschlägern dahin gerafften Gaddafi (s. oben). Zum Tod von Gaddafi hat US-Präsident Barack Obama wohl nicht beigetragen. Mittelbar scheint amerikanische Lebensart dennoch den Diktator zu Tode gebracht zu haben. Immerhin soll ein Fan der New York Yankees Gaddafi gefunden haben. Und jener Yankees-Fan will ihn auch getötet haben. Von einer Baseballkappe mit Yankees-Emblem gleich auf eine innige Beziehung zum Baseballteam der US-Metropole zu schließen, scheint mir allerdings gewagt. Foto: © Titanic ### Brandenburger Linux-Infotag 2011: Alles mit Linux Der 8. Brandenburger Linux-Infotag am 5. November in der Uni Potsdam-Griebnitzsee zeigt, was das freie PC-Betriebssystem kann - und was man damit anstellen kann. Motto in diesem Jahr: "Freie Gedanken - Freie Systeme". Video und Bildbearbeitung, Linux in der Schule und auf dem Tablet-PC. Das sind nur einige Punkte im Programm des 8. Brandenburger Linux-Infotags am Samstag, 5. November, in Potsdam-Griebnitzsee. Der Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) versteht sich auch im achten Jahr seines Bestehens als Angebot für Neugierige, Anwender und Experten rund um das freie Betriebssystem Linux und freie Software allgemein. Fortgeschrittene Anwender erfahren alles Wissenswerte rund um das neue Internetprotokoll IPv6 in einer mehrteiligen Vortragsreihe. Das Programm der Vorträge und Workshops reicht von der selbstgemachten Homepage bis zum kompletten Online-Tourismussystem mit freier Software. Vorträge erklären, wie ein Soziales Netzwerk nur mit freier Software funktioniert oder wie man ein Heimnetzwerk mit Linux einrichtet. Das gesamte Programm, Ausstellerverzeichnis und Zeitplan stehen jetzt im Internet unter http://blit.org. Hinzu kommt ein umfangreiches Angebot in der Ausstellungshalle. Über den Brandenburger Linux-Infotag Der 8.BLIT öffnet am Samstag, 5. November , in der Uni Potsdam-Griebnitzsee um 10 Uhr seine Türen. Der Eintritt ist wie immer kostenlos. Wer an einem Workshop teilnehmen möchte, sollte sich frühzeitig einfinden, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für Essen und Trinken sorgen die Mensabetriebe der Uni Potsdam. Für Kinderbetreuung ist ebenfalls gesorgt. Der Brandenburger Linux-Infotag wird gegen 18 Uhr enden. ### Abenteuer CMS: Wechsel von Wordpress zu Joomla!, Drupal, Contao, Serendipity Seit einem halben Jahrzehnt läuft dieses Weblog nun schon unter Wordpress. Da stellt sich irgendwann die Frage: Welche Alternativen gibt es? Ich habe auf Testplattformen mehrere Alternativen ausprobiert. Dies sind meine Erfahrungen mit Serendipity, Joomla!, Contao (Typolight), Drupal und das Blog-System Serendipity. Wordpress ist zum CMS gereift Das wohl meistbenutzte Blog-System ist mittlerweile weit über seine ursprüngliche Bestimmung hinausgewachsen. Wordpress ist ein feines, kleines, vielseitiges Content Management System (CMS) geworden. Parallel haben die Entwickler die größte Schwäche von Wordpress allmählich behoben: Updates laufen inzwischen fast immer stabil. Einzig auf einem Windows-Server zicken Wordpress-Updates immer noch häufig herum. Das liegt an der Rechteverwaltung unter Windows - nennen wir sie mal so. So beschrieb ein befreundeter Webentwickler mir gegenüber das Problem. Fazit: wer seine Internetpräsenz mit Wordpress aufbaut, ist konkurrenzlos schnell online, wechselt Designs in Sekunden, erweitert seine Seite im Handumdrehen über Plugins um neue Funktionen. Und die Seite wird gut gefunden, denn die Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Wordpress lässt sich nicht am Zeug flicken. Damit liegen die Maßstäbe für die Konkurrenz fest. Warum sollte überhaupt jemand von Wordpress zu einem anderen CMS wechseln? Probieren wir es aus. Serendipity Serendipity oder s9y gilt unter Bloggern als stabiler als Wordpress. Mit der Bedienung kommt man schnell zurecht. Ein großes Plus: In Serendipity lassen sich Themes besser über das Backend anpassen. Wer Wordpress-Themes personalisieren will, muss immer noch oft im Editor Konfigurationsdateien oder die CSS ändern. Statische Seiten lassen sich in Serendipity allerdings nur über Hinzufügen eines Moduls anlegen. Serendipity ist noch stärker Blog-System als Wordpress. Für mich keine Alternative, aber für Blogger auf jeden Fall einen Blick wert. Wenn die Anforderungen zunehmen und das Blogsystem nicht mehr reicht ... Wenn die Anforderungen wachsen, reicht das vertraute Blog-System irgendwann nicht mehr. Dann muss ein professionelles CMS her. Ich habe mir Joomla!, Drupal und Contao angesehen. Dabei kann ich nur mit ersten Eindrücken dienen. Keines der Systeme lief länger als ein paar Tage auf meiner Testplattform. Bei allen Anforderungen an die drei folgenden Kandidaten, sollte das CMS immer noch auch für den einfachen Nutzer mit soliden Wordpress-Erfahrungen noch halbwegs gut zu verwalten sein. Über Installation möchte ich hier kein Wort verlieren. Alle drei CMS lassen sich so einfach installieren wie Wordpress. Die Installationsroutine läuft mehr oder weniger ähnlich ab und innerhalb weniger Minuten steht das System. Joomla! 1.7 Joomla! scheint der logische Schritt für Wordpress-Nutzer zu sein, die nach neuen Möglichkeiten suchen - oder nach neuen Herausforderungen. Vorteil: Joomla! bringt alles mit, was man braucht. Plugins für alle wichtigen Dinge rund um das Publizieren im Web. Dazu gehört auch, dass das System aus dem Stand SEO-konforme URLSs erzeugt. Nicht selbstverständlich, wie wir noch sehen werden. Eine von Wordpress bekannte Eigenschaft ist das riesige Angebot von Plugins und Themes. Und wie die Wordpress-Nutzer sollten sicher auch die Joomla!-Nutzer aufpassen, dass sie nicht durch Plugins Sicherheitslücken aufreißen. Auch Themes stehen in großer Zahl gratis zum Download. Nachteil von Joomla!: Die Verwaltung funktioniert ganz anders als in Wordpress. Joomla! hat mir viel Kopfzerbrechen bereitet. Mit Wordpress-Erfahrungen kommt man bei diesem System nicht weit, es erfordert Einarbeitungszeit. Drupal 7.8 Drupal ist ein weiterer großer Name unter den CMS. Das freie System lässt sich wie Wordpress oder Joomla! über Plugins und Themes erweitern. Die Verwaltung von Inhalten erfolgt völlig anders als in den bisher genannten Systemen. Hier aktiviert der Nutzer einzelne Module über Menüs im Backend und platziert sie über Auswahl-Menüs auf der Seite. Das klingt umständlicher als es ist. Denn innerhalb dieser Grundregeln funktioniert Drupal vollkommen logisch. Drupal bietet sich vor allem für Mehrbenutzer-Anwendungen an. Es konfrontiert den Nutzer von Anfang an mit seiner ausgefeilten Benutzer- und Rollen-Architektur. Ich bin mit Drupal auf Anhieb gut zurecht gekommen - schneller als mit Joomla!. Schnell hatte ich meine Startseite eingerichtet und einen Testartikel veröffentlicht. Dann der Schock: Drupal erzeugt zumindest in der Standardinstallation keine SEO-konformen URLs. Das muss man über Module nachinstallieren. Dann allerdings verspricht Drupal gute SEO-Ergebnisse. Die wichtigsten SEO-Tools für Drupal listet Lopsta auf. Schade drum, denn Drupal macht Spaß. Wer es trotzdem ausprobieren möchte, sollte darauf gefasst sein, dass Updates Probleme bereiten. Das Netz ist voller Erfahrungen mit Update-Pannen bei Drupal. Contao  2.0.1 Contao ist aus Typolight hervorgegangen. Es ist bei  der Installation etwas zickiger als die anderen Systeme.  Kleiner Tipp: Die Datenbank einfach mal umbennen. Das kann darüber entscheiden, ob Typolight sie erkennt oder nicht. Die Bedienung von Contao ist ein Vergnügen. Das ist ein geradeaus gedachtes CMS. Die Bedienung im Backend erschließt sich vergleichsweise intuitiv. Für Contao sprechen die automatischen Updates. Nutzeräußerungen im Netz lassen erwarten, dass diese automatische Update-Funktion unauffällig und fehlerfrei läuft. Contao erzeugt aus dem Stand SEO-konforme URLs. Contao hat eigentlich nur einen gravierenden Nachteil: Wer schnell ein fertiges Theme haben will, muss zur Kreditkarte greifen. Also: Entweder  einkaufen oder selbst eine CSS schreiben. Solange Wordpress reicht, lohnt sich kein Wechsel Mal ehrlich: Welcher Privatanwender gerät jemals an die Grenzen von Wordpress? Wer sich nicht in seiner Freizeit mit anderen CMS befassen will, sollte die Finger davon lassen. Wer sich aber vielleicht auch professionell mit dem Estellen von Webseiten befassen will, ist über Wordpress hinaus. Serendipity ist da kein Thema. Aber Joomla!, Drupal und Contao lassen schon auf den ersten Blick erkennen, dass sie  im Funktionsumfang weit über reine Blogsysteme wie Wordpress oder Serendipity hinaus reichen. Wer weiß: Vielleicht ergeben sich ja auch bei der Arbeit mit einem dieser professionellen Content Management Systeme Ideen für neue Web-Projekte. Wem die Verwirrung noch nicht große genug ist, der kann sich auf opensourcecms.com in die Vielfalt der Open Source CMS vertiefen. Abbildungen: © Anbieter ### Zum Tod von Steve Jobs Zum Tod von Steve Jobs scheint kein Superlativ zu klein. Mit Thomas Edison wird er verglichen. Genie, Innovator, Inspirator. Dem just verstorbenen iGod der Apple-Gemeinde wirft man nur dicke Brocken hinterher. Wollen wir dem Reigen der großen Worte ein schlichteres hinzufügen: Mit Steve Jobs verliert der Computernutzer seinen mächtigsten Anwalt. Steve Jobs war kein Erfinder, aber er hat Erfindungen durchgesetzt - zum Wohl des Nutzers USB-Anschluss, Touch-Screen, App-Store, keine dieser Innovationen ist dem genialen Hirn des Apple-Gründers entsprungen. Doch ohne Steve Jobs wären sie vielleicht noch lange in der Schublade geblieben. Beispiel Touchscreen: Schon die ersten PDAs von Palm besaßen berührungsempfindliche Bildschirme, auf denen man mit nifteligen Stiften herumfuhrwerken musste. Erst Jobs hat das Smartphone zu Ende gedacht. Das iPhone ließ sich mit den Fingern bedienen, und zwar ohne die Bedienungsanleitung gelesen zu haben. Letzteres unterschied das iPhone von den hochwertigen Nokia-Smartphones, die 2007 sehr viel mehr konnten. Nur stand bei Nokia kein Steve Jobs am Ruder, der kompromisslos auf intuitive Bedienung achtete. Jobs durchdachte die Dinge besessen vom Standpunkt des Nutzers Mit dem ihm eigenen besessenen Willen zur Perfektion hat Steve Jobs immer wieder seine Entwickler angetrieben. Dieses bedingungslose Durchdenken der Dinge vom Standpunkt des einfachen Nutzers hat in der IT-Branche Maßstäbe gesetzt. Der ewige Rivale Microsoft hat seine Anwender nie so respektiert, wie die von Steve Jobs geprägte Marke mit dem angebissenen Apfel. Im Rest der Hightech-Branche war es viel zu schick, den Dümmsten Anzunehmenden User den DAU zu verhöhnen. Das hat sich geändert. Selbst im Lager der technikversessenen Linux-Fans sind Projekte entstanden, die sich konsequent um den einfachen Nutzer bemühen. In vorderster Front sei hier Ubuntu zu nennen, dessen Erfinder Mark Shuttleworth sich gern ebenso visionär wie autokratisch inszeniert - ganz wie Steve Jobs. Steve Jobs sah zuerst Hardware, Software und Inhalte als Einheit Noch etwas hat Steve Jobs ausgezeichnet, und hier ist das Wort vom Genie am Platz. Jobs, der Computer schon immer als Einheit von Hardware und Software betrachtet hat, erkannte als wohl erster Konzernchef in der IT-Branche die Bedeutung von Inhalten. Sein iTunes ist Herzstück eines Technikuniversums, das in der Lage ist, jeden Nutzer an jedwedem Ort mit Musik, Filmen und Büchern zu versorgen. Steve Jobs hat gewusst, dass ein Betriebssystem, ein PC oder ein USB-Player allein niemanden inspirieren. iTunes ist ein einmaliges System zum Überall-hören-lesen-glotzen-spielen. Steve Jobs befreite Apple aus der Nische der Grafikdesigner, die dem Unternehmen auch in dessen dunkelsten Tagen die Treue gehalten hatten. Er machte aus der Kultmarke der verschrobenen Überbezahlten einen Unterhaltungskonzern, der alle Lebensbereiche seiner Fans durchdrang. Ohne den iGod im Wettstreit mit Samsung und Amazon Natürlich muss Apple die technische Konkurrenz von Samsung, HTC oder Motorola frchten. Noch weit mehr muss dem Konzern jedoch Konzerne wie Amazon fürchten. Der ehemalige Online-Buchhändler kann es als einziger mit Apple aufnehmen. Tablet-PCs hat er bereits angekündigt. Ein Amazon, das zu den Tablets noch Smartphones und PCs mit Zugriff auf alle Inhalte anbietet, ein solches Amazon könnte dem Apfeltraum ein schnelles Ende bereiten. Umso mehr als dem Konzern sein genialer Führer fehlt. Wer sollte jetzt die Ingenieure zu derartigen Höchstleistungen anspornen? Welcher Visionär besäße das Charisma, technikverliebte Entwickler so strikt auf den Nutzen für den Verbraucher zu verpflichten? Aus dem Apple-Universum heraus hat Steve Jobs die Welt verändert Steve Jobs sah sich selbst nie als Erfinder im technischen Sinn. Er wollte die Welt verbessern. Sicher ist eines: Steve Jobs hat mit seinem Beispiel den ganz persönlichen Nutzen des Anwenders als Maßstab für technische Innovation etabliert. Damit hat er weit über das Apple-Universum hinaus Unterhaltungs- und Informationstechnologie geprägt. Aber ja doch, Steve Jobs hat die Welt verbessert - auch für Menschen, die sich nie ein Apple-Gerät leisten würden. Foto: © Creative Commons 3.0  ### 8. Brandenburger Linux-Infotag sucht Aussteller Die Ausstellungshalle des 8. Brandenburger Linux-Infotags (BLIT) ist noch nicht ausgebucht. Die Veranstalter suchen deshalb noch Aussteller. Anmeldung und Information unter BLIT.org/Mitmachen. Wer Projekte, Produkte oder Dienste rund um Open Source präsentieren will, kann sich noch bis zum 18. September anmelden. Auch für Vorträge oder Workshops gibt es noch einzelne Plätze im Programm der bedeutendsten regelmäßigen Linux-Veranstaltung im Land Brandenburg. Der 8. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT)  findet am 5. November 2011 in Potsdam-Griebnitzsee statt. Mehr dazu: BLIT.org ### Linux-Distribution Fluxflux 2012 geht aufs Tablet Die nächste Version der anwenderfreundlichen Linux-Distribution Fluxflux soll auf Tablet PCs laufen. Das kündigte Entwickler Manfred Müller im Fluxflux-Blog an. Als Plattform kommen Atom-basierte Tablets (WeTab und Viewpad) in Frage. Außerdem will Müller in Fluxflux 2012 den bisher verwendeten Openbox-Desktop durch den komfortableren XFCE 4.6 ersetzen - natürlich angepasst an die Distribution. Als Basis verwendet Fluxflux weiterhin Slackware-Linux, dann in Version 13.37. Fluxflux 2012 soll mit dem Browser Mozilla Firefox 6.01 ausgestattet sein. Außerdem liefert Manfred Müller den schlanken Browser Midori aus, der auf Webkit basiert. ### Metallica und Lou Reed erschaffen ihre Lulu Alban Berg schuf aus den Wedekind-Dramen "Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora" seine Oper "Lulu". Gut 80 Jahrespäter haben sich ausgerechnet Metallica gemeinsam mit Lou Reed an eine eigene "Lulu"  gewagt. Folgen ihnen die Fans auch diesmal? Auch ins Theater? Am 28. Oktober sind wir schlauer. Dann steht das Werk zum Download und in den Plattenläden. Drei Musiker, die alles erreicht haben, die von Publikum und Kritik gleichermaßen mit Preisen behängt wurden, denen ein neuer Grammy oder MTV-Music-Award nur ein "Ach, schon wieder", entlockt. Was hätten diese Drei noch für Ziele? James Hetfield, Kirk Hammett und Lars Ulrich haben als "Metallica" mit erdenschweren Gitarrenriffs in den Neunzigern der Rockmusik eine nie gekannte Härte verliehen. Sie haben der Ruhmeshalle des Rock Hände voll Klassiker hinzugefügt und dem Musikbusiness einige der größten kommerziellen Erfolge beschert. Sie haben sich musikalisch immer wieder neu erfunden, um dann mit dem neuen Bassisten Robert Trujillo wieder zu ihren schwermetallenen Wurzeln zurückzukehren. Welche Herausforderung kann diese Band, kann Metallica noch suchen - oder ihren Fans bescheren. Ein weiteres Rockalbum in der Art von Death Magnetic konnte es nicht werden. Aber eine Zusammenarbeit mit Lou Reed? Den hatte man doch eigentlich schon fast vergessen.  Nach seinem Konzeptalbum "New York" (1989) und dem etwas weniger erfolgreichen "Magic & Loss" (1992) war das Urgestein des Underground-Rock, die Ikone der Indiebands allmählich aus dem kollektiven Gedächtnis der Rockszene hinab gesunken in den Schatten seiner eigenen Legende. Er hatte sich viel mit Literatur befasst, hatte Edgar Allan Poe vertont. An Lou Reeds Seite sucht nun ausgerechnet Metallica neue Ufer und landete beim Werk des deutschen Dramatikers Frank Wedekind. Die Legende weiß, dass die Band schon einmal am Avantgarde-Urgestein geschnuppert hat. Gemeinsam  interpretierte man  unter anderem "Sweet Jane", das Lou Reed einst für Velvet Underground geschrieben hat. Seine "Lulu" hat Lou Reed nicht eigens für die Liaison mit den robusten Metalveteranen komponiert. Er hatte das Werk einst für eine Inszenierung von Robert Wilson vertont. Wilson, der schon den Freischütz als "Black Rider"mit Musik von Tom Waits in Hamburg aufgeführt hatte, wollte von Reed Musik für eine "Lulu" am Berliner Ensemble. Mit Metallica eingespielt, könnte "Lulu" nun Lous Weg zurück in die Popkultur ebnen. Metallica wiederum können gewiss sein, dass Lou Reed sie von der Bravo und dem Metal Hammer in die Kulturteile von Süddeutscher, FAZ oder Zeit bringen wird. "Lulu" wird Metallica wieder neue Publikumskreise erschließen. Trotzdem kann "Lulu" eine gute Platte werden. In meinem Terminkalender trägt der Europastart der Platte, der 28. Oktober, bereits eine Markierung. Foto: Album Cover, weiter Informationen gibt's hier: loureedmetallica.com ### Huawei startet mit 100-Euro-Smartphone bei Lidl und Fonic Mit einem Smartphone zum Taschengeldpreis will der chinesische Elektronikkonzern den deutschen Markt aufrollen. Das Huawei X3 soll ab 1. September für 100 Euro bei Lidl erhältlich sein. Zusammen mit einer Lidl-Mobile SIM-Karte, aber ohne SIM-Lock, also für alle Karten und Netze. Ab dem 19. September will auch der Mobilfunk-Discounter Fonic das Ideos X3 anbieten. Die Ausstattung umfasst das Google-Betriebssystem Android in Version 2.3. Der Touchscreen misst 3,2". Er bietet 16 Millionen Farben. Die Kamera löst 3,2 Megapixel auf. Natürlich geht schnelles Internet per HSDPA oder WLAN. [update] Android-Smartphone Huawei Ideos X3 im Test bei Teltarif. [/update] Foto: © Huawei ### Linux auf dem HP DC-5750 Nach Jahren des Notebook-Gebrauchs wartete jüngst ein Desktop-PC bei mir auf ein Linux. Ein gebrauchter HP DC-5750 soll uns für einen kleinen Sturzflug durch aktuelle Linux-Distributionen. Zur Verfügung standen die aktuellen Distributionen von Debian, Linux Mint, Mandriva, PCLinuxOS und Ubuntu. Unter dem Blechhäubchen des HP DC-5750 schlägt ein AMD-Athlon-Prozessor in 64 Bit. Zunächst disqualifizierte sich die 64-Bit-Edition von Ubuntu 10.04, danach die von Ubuntu 11.04. Die Netzwerkkarte erwies sich für das 64-Bit-Ubuntu als unüberwindliche Hürde. Ubuntu stellte keine Internetverbindung per Netzwerkkabel her. Merkwürdig. 64-Bit-Editionen scheiterten Ubuntu 10.04 in der 32-Bit-Version gelang die Internetverbindung sofort. Wer also Probleme mit Linux in 64 Bit hat, sollte vielleicht einmal ausprobieren, ob die 32-Bit-Edition derselben Distibution vielleicht besser läuft. Auf den theoretischen Leistungsvorteil von 64 Bit müsste man dabei allerdings verzichten. Ein neuer PC bietet eine schöne Gelegenheit, einigen aktuellen Linux-Distributionen einen Testlauf zu gönnen. Vorher möchte ich betonen: Keines der hier geschilderten Probleme bereitet einem erfahrenen Linux-Benutzer Kopfzerbrechen. Ich wende mich an Linux-Einsteiger. Die Ergebnisse: 1. Mandriva 2010.2 ++ Unübertroffen einfache Installation, mit ein paar Mausklicks ist Mandriva auf der Platte. Selbst das manuelle Anlegen und Verwalten von Partitionen wirkt durchdacht und - soweit möglich - intuitiv. ++ Sehr durchdachte benutzerfreundliche Systemverwaltung. Mit dem Mandriva Control Center (MCC) kann sich vielleicht noch der Yast von Suse messen. Wer einen Ordner im heimnetzwerk freigeben will, muss nur eben das tun. Alles Nötige installiert Mandriva von selbst. Super! ++ Vollständige deutsche Sprachunterstützung. 0 Ordentliches Softwareangebot. Kein Vergleich zu Debian/Ubuntu. -  Von meinen beiden HP-Druckern gelang nur die Installation des Oldtimers Laserjet 4L. Das Druckbild ließ sich aber nicht an die Seitengröße anpassen. Ein ebenfalls nicht mehr ganz taufrisches Multifunktionsgerät aus dem Hause HP verweigerte Mandriva komplett. 2. PCLinuxOS ++ Der Mandriva-Ableger ist Bit für Bit so benutzerfreundlich wie Mandriva selbst. +  Beide Drucker sofort erkannt. -  Dürftige deutsche Sprachunterstützung. 3. Debian + Riesenauswahl an Software. + Lückenlose deutsche Sprachunterstützung. o Installation ist einfacher geworden. Trotzdem kein Vergleich zu Mandriva und PCLinuxOS. - Wenig vorkonfiguriert. Wer Debian auf dem Notebook betreiben will, muss sich auf eine Suche nach Treibern für WLAN-Karten, Grafikkarten oder Webcams einstellen. Systemverwaltung für Linux-Neulinge nur nach Einstiegslektüre. - - Nach dem Einspielen der Sicherheitsupdates kappte Debian die Internetverbindung und stellte sie auch nicht mehr her. Linux Mint 11 + Sehr einfache Installation (eben ein Ubuntu-Ableger). ++ Riesen-Softwareauswahl + Gute deutsche Sprachunterstützung, aber nicht so vollständig übersetzt wie Mandriva und Debian. ++ Hat alle Drucker sofort erkannt. + Umfangreichere Tools zur Systemverwaltung als Ubuntu. Aber kein Vergleich zu Mandriva/PCLinuxOS. 0 Sehr gediegenes Design, aber auch sehr freie Auslegung des Gnome-Desktops. - Nach dem einspielen der Benutzereinstellungen von meinem Notebook war der Desktop nahezu unbenutzbar. Ubuntu 10.04 LTS + Ubuntu-typisch einfache Installation. ++ Debian-typisch riesige Softwareauswahl. ++ Erkannte beide Drucker. - Systemverwaltung für Neulinge kaum intuitiver als bei Debian. 0 Ubuntu-typisch lückenhafte deutsche Übersetzung. Fazit: Debian ist Debian ... Auf den Punkt gebracht: Debian ist Debian ist nichts für Leute, die viel Wert auf Komfort legen. Die Installation ist intuitiver geworden, aber im Gegensatz zu den anderen Linux-Distribution fängt bei Debian nach der Installation die Arbeit erst an. ...Mandriva eine Enttäuschung ... Mandriva ist eigentlich die ideale Einsteigerdistribution. Leider schwankt die Qualität der einzelnen Ausgaben. 2010.2 bringt es fertig, Drucker zu boykottieren, die selbst Debian einfach erkennt und korrekt einrichtet. Sehr traurig. Mit PCLinuxOS steht eine gute Alternative zur Verfügung. Das deutsche Repository bietet allerdings nur wenig Programmauswahl. Wer auf deutsche Sprachunterstützung keinen großen Wert legt, sollte PCLinuxOS eine Chance geben. Wir dürfen auf den jüngsten Mandriva-Ableger gespannt sein: Mageia. ... und Ubuntu läuft Ubuntu läuft. Was es für Linux gibt, findet sich in den Paketquellen. Es könnte noch etwas lückenloser übersetzt sein. Auch könnte Ubuntu grafische Werkzeuge zur Systemverwaltung bieten. Dort setzt Linux Mint an. Für Linux-Einsteiger eignet sich der Ubuntu-Ableger Mint noch etwas besser als Ubuntu. Die grafische Systemverwaltung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Leider geht Mint bei der Konfiguration des Gnome Desktop so eigene Wege, dass es mit vorhandenen Konfigurationen nicht viel anfangen kann. In meinem Fall zeigte sich der Desktop nahezu unbenutzbar. ### HiFi-Klassiker: Camtech V100, V101, V102 Die Camtech-Vollverstärker V100, V101 und V102 zählen zu den selten besungenen Helden der goldenen Ära der englischen High Fidelity. Pragmatiker liebten die allürenlose Musikmaschine. Doch viele HiFi-Puristen wandten sich mit Grausen ab: Der Camtech besaß keine Schwächen, keine Ausstattungsdefizite, mit denen der heldenhafte Audiophile leben musste. Er machte das audiophile Leben in jeder Hinsicht angenehm und wurde so zur Legende. In den goldenen Tagen der Audiophilen sprach man noch über bestimmte Vollverstärker. Man flüsterte in Ehrfurcht von den Fähigkeiten eines Naim Nait. Der machte mit 5 Watt am richtigen Lautsprecher eine ganze Menge Spaß. Man lobte das spartanische, zeitlose Äußere eines Mission Cyrus, dessen Finish an eine Art Rostschutzanstrich erinnerte. Man bejubelte frenetisch das Preis-Leistungsverhältnis eines NAD 3020. Von einem anderen Vollverstärker schwärmte man seltener, obwohl er bis heute in zahlreichen HiFi-Anlagen seinen Dienst verrichtet. Vom Audiolab 8000A. In Deutschland aus markenrechtlichen Gründen unter dem Namen Camtech vertrieben - und vielleicht etwas weniger unterschätzt. Dem Camtech V100 beziehungsweise seinen Nachfolgern V101 und V102 fehlte das Flair der puristischen Kultgeräte. Seine Leistungsdaten waren über jeden Zweifel erhaben. Um die 45 Watt an 8 Ohm reichen nicht, um die Erde beben zu lassen. Aber es sind eben auch nicht 5 Watt. Zum Camtech musste man den passenden Lautsprecher nicht sorgfältig auswählen. Der Camtech machte an jedem gut klingenden Lautsprecher eine gute Figur Der Camtech machte an einfach jedem gut klingenden Lautsprecher eine gute Figur - vorausgesetzt die Quelle gab eine entsprechende Qualität her. Auch äußerlich fehlte dem englischen Verstärker der audiophile Minimalismus. Er war übersät mit Schaltern und Reglern. Wie jeder Japaner. Klangregler verzieh man nur Einsteigerprodukten wie dem NAD 3020 oder dem Creek 4040. Doch der Camtech lag mit 2000 D-Mark bereits im anspruchsvollen Preisbereich. Und schließlich gab es nicht einmal über den Klangcharakter des Camtech etwas zu sagen. Er interpretierte Musik nicht, er gab sie einfach weiter - so neutral wie kein anderer Verstärker seiner Preisklasse. In den Ohren vieler Audiophiler langweilig. Geboren als Audiolab 8000 - nach Deutschland kam er als Camtech Geboren wurde unser HiFi-Klassiker als Audiolab 8000 in Huntingdon, in Cambridgeshire, damals quasi das Silicon Valley der britischen HiFi-Industrie. 1983  gründeten Philip Swift und Derek Scotland die Firma Audiolab. Ihr Ziel: Sie wollten der Kundschaft einen exzellent klingenden und extrem zuverlässigen Vollverstärker anbieten. Der Audiolab 8000, später 8000A, sollte seinen Besitzer ein langes audiophiles Leben lang glücklich machen. Er sollte seinen Besitzer nicht auf einen bestimmten Lautsprecher festlegen, oder auf einen bestimmten Tonabnehmer im Headshell des Plattenspielers. Und sollte der Hörer irgendwann - vielleicht im fortgeschrittenen Lebensalters - einen Treble-Regler benötigen, dann sollte der Vollverstärker ihm auch diese Möglichkeit bieten. Weil der Markenname in Deutschland bereits registriert war, musste der Importeur Helmut Püllmanns die Verstärker unter anderem Namen in die Läden bringen. Der Name Camtech sollte auf die Heimat der Produkte hinweisen. In Deutschland kam der Camtech besser an als in seiner Heimat. Was die Engländer dem Verstärker als Charakterlosigkeit und Langeweile auslegten, das liebten deutsche HiFi-Fans als Ehrlichkeit. Dem Camtech fehlte das Drängende im Sound der Naims, der Missions, der Linns und der Exposures. Ihm fehlte die warme Klangfarbe der Sugdens, der Creeks und der Musical Fidelitys. In Deutschland als Camtech kam der Audiolab besser an Schnell erwarb sich der V100 stellvertretend für alle Camtech-Produkte den Ruf der allürenlosen Musikmaschine. Noch dazu trumpfte er mit solider Verarbeitung auf. Das kam gut an im Land der Ingenieure und Maschinenbauer. Viele deutsche HiFi-isten taten englische Verstärker jener Zeit als Garagenbasteleien ab. Der Camtech gab sich keine Blöße: Top-Verarbeitung, Top-Phonoeingänge für MM und MC, genug Leistung für gelegentliche Gewaltmärsche durch die Metallica-Sammlung. DerCamtech wuchs mit der Klangquelle Der Camtech wuchs mit der Qualität der Klangquelle und des Lautsprechers, den man ihm gönnte - weit über seine Preisklasse hinaus. Aufnahmeräume zeichnete der Camtech stabil und - eine gute Quelle vorausgesetzt - fast holographisch. Sein Bass war genau aber nie zu trocken. Er zeichnete Musik nach, ohne sie anzutreiben, aber auch ohne sie zu bremsen. Wer ihn mochte, der liebte dieses Gefühl von musikalischer "Richtigkeit". Wer treibendes Timing, schimmernde Klangfarben oder gar "röhrenähnliche Musikalität" suchte, der schaute sich anderswo um. Klanglich offenbarte der Camtech nur eine einzige Schwäche: Mit einem zu hell timbrierten Lautsprecher konnten die Versionen V100 und V101 etwas kühl klingen. Der V102 war auch in diesem Punkt ein Musterknabe. Der Camtech V102 klingt in den Höhen so sauber wie ein schwäbischer Hausflur in der Kehrwoche Die Audiolab-Ingenieure hatten den Frequenzgang des V102 begrenzt. In den Höhen sinkt der Frequenzgang oberhalb von 16.000 leicht und oberhalb von 18.000 in einer steilen Kurve ab. Bei 20.000 Hertz tut sich akustisch nichts mehr. Anfangs hatte auch Audiolab nach der Regel der überbreiten Frequenzgänge konstruiert. Danach muss ein Verstärker bei 180.000 Hertz noch einen linealgraden Frequenzgang aufweisen, damit er 18.000 Hertz noch phasenkorrekt darstellen kann. Genug der Technik: Der Camtech V102 klang in den Höhen subjektiv glockenklar und sauber wie ein schwäbischer Hausflur in der Kehrwoche. Wenig bekannt ist, dass Vertriebschef Püllmanns bei den Briten durchboxte, dass die Vorstufe des Camtech V102 einen niedrigeren Verstärkungsfaktor erhielt als die Vorstufen der Vorgänger oder der Audiolab-Variante. Man musste also den Lautstärkeregler etwas weiter aufdrehen, um die gleiche Lautstärke zu erzielen. Niedrigerer Verstärkungsfaktor für besseren Kanalgleichlauf Ein Lautstärkepotentiometer weist gerade im unteren Regelbereich die größten Gleichlauffehler zwischen den Kanälen auf. Mit dem Camtech V102 gelangte man schneller in höhere Regelbereiche des Lautstärkepotis, in denen dieses genauer arbeitete. Außerdem klang der V102 durch die geringere Verstärkung in der Vorstufe entspannter als seine Vorgänger. Auch der Konkurrent Creek arbeitete damals in dieser Richtung. Dabei ist das Potentiometer des V102 über jeden Zweifel erhaben. Ein gekapseltes Bauteil von Noble regelte die Lautstärke. Etwas besseres gab es in der Preisklasse nicht. Die Modelle V100 und V101 mussten noch mit ungekapselten Potentiometern auskommen. Als langzeitstabil erwiesen sich jedoch auch diese einfachen Potis. Der V102 war der letzte und ausgereifteste V10x aus dem Hause Audiolab/Camtech. Und er wuchs mit einem besseren Endverstärker noch über sich hinaus. Denn der V102 war auftrennbar. dazu musste man nur zwei Kabelbrücken entfernen. Auch hier hatte Püllmanns sich durchgesetzt. Weder der englische Audiolab noch die Vorgängermodelle ließen sich ohne weiteres mit besseren Endstufen paaren. Ein kongenialer Partner war die NAD-Endstufe 208. Ein gewaltiger Brocken, der dem Camtech eine spektakuläre Kontrolle im Bass und eine ehrfurchtgebietende Raumdarstellung verlieh. Der V102L beschloss die Serie Der V102L beschloss die Serie. L stand für Line. Der V102L sollte endlich auch die Skeptiker überzeugen. Er besaß weder Klangregler noch einen Phonoeingang. Die Tatsache, dass zu gleicher Zeit eine Phono-Vorstufe im hochpreisigen Segment das Licht der Welt erblickte, dürfte diese Entscheidung beeinflusst haben. In der Schaltung unterschied er sich von seinen Brüdern. Der V102L klang zwar detailfreudiger als der V102, doch er klang ein ganzes Stück heller. Nur wenige Monate stand der V102 bei den Händlern. dann stellte Audiolab die Produktion ein und verlegte sich auf eine höhere Preisklasse. 1998 wurde Audiolab von TAG McLaren Audio übernommen. Der Konzern des britischen Formel1-Rennstallbesitzers Ron Dennis plante mit dem Investment einen Start im HiFi-Nobelsegment. Als das misslang, wanderte Audiolab 2005 weiter an die International Audio Group. Der Konzern der Brüder Bernard und Michael Chang aus Taiwan ist vielen großen Marken des British HiFi zur letzten Heimat geworden: Darunter den Lautsprecherlegenden Wharfedale, Castle, Quad und Mission. Seit der Übernahme stehen Audiolab-Geräte wieder unter dem klangvollen Namen ihres Urahnen in den HiFi-Studios. Nun auch in Deutschland als Audiolab. Und speziell in der Serie 8300 erkennt man viel von der klaren Designsprache der Audiolab-Produkte aus den 1990er Jahren. Eine kleine Macke am - fast - perfekten Vollverstärker Der Camtech kann speziell in seiner V102-Generation auch heute noch begeistern. Durch die gute Qualitätskontrolle des deutschen Vertriebs, kam es nur selten zu Garantiefällen. So ist der Camtech heute ein gesuchtes eBay-Kleinod. Wer einen kauft, sollte eines wissen: Beim Abziehen der Cinch-Kabel muss man die Stecker sorgfältig drehen. Sonst bleibt der Außenleiter der Buchse im Stecker stecken. Vorsichtig mit einer Kombizange herausdrehen und wieder am Verstärker einsetzen. Eine lästige Macke, die dem Verstärker keinen Abbruch tut. Dem stehen Ausstattungsdetails gegenüber, die kein anderer audiophiler Vollverstärker seiner Zeit bot. Der Camtech V102 besaß Eingänge für Phono-MM und -MC, die man sogar nebeneinander betreiben konnte. Einen Umschaltknopf gibt es auf der Rückseite. Für die Lautsprecher steht ein abschaltbarer Ausgang zur Verfügung. Ganz wichtig im Zeitalter der Compact Cassette: Der Camtech besaß einen Aufnahmewahlschalter. So war es möglich Platten zu hören, während man von CD aufnahm. Heute ein Anachronismus. Aber das war eben das goldene Zeitalter der Figh Fidelity. Und als echter Sohn dieser Ära besitzt auch der Camtech V102 keine Fernbedienung. Die Fernbedienungen hielten erst unter der Marke TAG McLaren Einzug ins Programm. ### Neue Bilder online Monatelang konnte ich keine Fotos in meine Galerien hochladen. Grund war das MyGallery Plugin von Wordpress. Jetzt gibt es in den Galerien Berlin (1), Brandenburg (6) und Kassel (3) endlich die ersten Fotos mit meiner neuen Kamera, einer Olympus E420. ### Internet vom Discounter auf dem Surf-Stick Mobilfunk-Discounter machen das Leben einfach - gerade beim Surfen unterwegs. Man kann ohne Vertragsbindung verschiedene Angebote eine Zeit lang testen. Wenn Netzabdeckung, Tarif oder Service nicht stimmen, bestückt man den Surf-Stick einfach mit der nächsten Discounter-SIM. Hier sind meine Erfahrungen mit Blau, Fonic, Klarmobil und Simyo. Testgerät war der Surf-Stick von Fonic an meinem Asus Eee-PC 701. Alle Discounter in diesem Erfahrungsbericht bieten einen Volumentarif zum mobilen Surfen für 9,95 Euro monatlich an. Bei Fonic und Klarmobil versurft man dafür 500 Megabyte und wird anschließend auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Blau und Simo erlauben sogar ein ganzes Gigabyte schnellen Datenverkehr im Monat. Das sollte man nicht überbewerten. Wer den Stick wirklich nur unterwegs nutzt, kommt mit 500 MB im Monat reichlich aus. Der Surf-Stick In Sachen Hardware punktet Fonic. Der Fonic Surf-Stick kostet einmalig 39,95 Euro. Die übrigen Anbieter kassieren einmalig 79 Euro für den Stick plus SIM-Karte. Wer den Fonic-Stick kauft, kann später immer noch zu einem anderen Anbieter wechseln. Nach meinem Kenntnisstand leifert Fonic den Surf-Stick immer noch ohne SIM-Lock oder Netlock. Ich habe mit meinem Surf-Stick exzessives Disounter-Hopping betrieben. Dass diese Freiheit nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in die Liste mit Discounter-Surf-Sticks auf Surfstickvergleich.com. Wer bei Congstar oder Bildmobil kauft, kann den Stick gleich mit der SIM in die Mülltonne werfen, wenn er den Anbieter wechseln will. Oder er muss zwei Jahre warten, bis der Gesetzgeber den Anbieter verpflichtet, einen Freischaltcode kostenlos herauszurücken. Deshalb kann ich den Bildmobil-Speedstick nur eingeschränkt empfehlen, auch wenn er ab 25 Euro zu haben ist. Die Netze: O2 vs. E-Plus Fonic und Klarmobil funken auf dem Netz von O2,Blau und Simyo auf dem E-Plus-Netz. Zwischen Brandenburg an der Havel und Berlin ist das E-Plus-Netz deutlich besser ausgebaut. Fonic und Klarmobil nerven mit mehr Funklöchern und vor allem mit ausgedehnteren.Wo es gut ausgebaut ist, erlaubt das O2-Netz allerdings richtig schnelles Surfen per HSDPA. Im E-Plus-Netz sind Surfer allenfalls mit UMTS-Geschwindigkeit unterwegs. Das Herunterladen von größeren Dateien oder ein Systemupdate zehrt bei dieser Geschwindigkeit an den Nerven. Wer unterwegs ohnehin nur E-Mails abruft, der kommt mit E-Plus (Blau, Simyo) locker aus. Der Service Wo bleibt meine SIM-Karte? Das hätte ich Simyo gern gefragt. Alle anderen Discounter liefern innerhalb weniger Tage. Ausgerechnet der Veteran unter den Mobilfunkdiscountern ließ mich mehr als eine Woche warten. Das kann sicher passieren und kann auch an der Post liegen. Irritiert hat mich, dass ich keine Möglichkeit fand, Simyo direkt eine Frage zu stellen. Bei Simyo sollen Nutzer Nutzern helfen. Per Forum oder per Facebook. Das mag gehen, wenn es um die Daten für die Internetverbindung geht. Aber in Vertragsfragen? Vielleicht klärt mich ein hilfsbereiter Simyo-Nutzer auf, wo ich eine Hotline oder einen E-Mailkontakt hätte finden können. Weil es jedoch deutlich bessere Angebote gibt, verdient sich Simyo bis auf weiteres nur eine Empfehlung: Finger weg! Zum Glück gibt es Blau. Blau bietet weitgehend identische Tarifbedingungen und setzt Maßstäbe in Nutzerfreundlichkeit. Blau-Kunden können sich aussuchen, wie sie mit ihrem Provider in Kontakt treten wollen. Telefon, E-Mail, Brief, alles kein Problem. Tarifoptionen kann man telefonisch buchen, per SMS oder per Mausklick im Kundenzugang. Top. Fonic musste sich Blau nur knapp geschlagen geben. Der Kundenservice kann weitgehend mit Blau mithalten. Als Kunde freut man sich direkt am durchdachten Serviceangebot. Allerdings kann man bei Fonic keine Tarifotionen online im Kundenzugang an- und abschalten. Klarmobil zielt auf die etwas gesetztere Kundenschicht ab. Hier ging alles nur über die Hotline oder schriftlich. Klarmobil reagierte jedoch schnell und zuverlässig. Das reicht für einen guten dritten Platz. Wer unterwegs nur Mails liest, fährt mit Blau am besten Meine Wahl ist Fonic. Letztlich muss das jeder für sich entscheiden. Wer unterwegs lediglich E-Mails zu bearbeiten hat, fährt mit Blau am besten. Interessierte Unterwegssurfer sollten auch andere Discounter vergleichen. Gerade in Sachen Netzabdeckung haben Discounter auf den Netzen von T-Mobile oder Vodafone sicherlich noch einiges zu bieten. Einen Punkt möchte ich erwähnen, der allerdings nicht in die Wertung eingeht. Wer für Telefonie einen neuen Anbieter sucht und seine Telefonnummer mitnehmen möchte, sollte sich Fonic genauer ansehen. Bei dem O2-Discounter kauft man zunächst die SIM-Karte und beauftragt dann die Portierung der Rufnummer auf die bestehende SIM-Karte. Bei Blau muss man genau im richtigen Zeitrahmen die Portierung mit der Bestellung des Starter Pakets beauftragen. Das riecht nach Unwägbarkeiten, bei denen man am Schluss ohne Handyanschluss und mit neuer Rufnummer dasteht. ### Phaenomene des Alltags: Brückentechnologie Die Brücke ist immer gut. Brücken überwinden alle Hindernisse. Und sie tun es so diskret. Sie schaukeln nicht wie Boote und stürzen nur sehr selten ab. Sie nehmen uns die Angst vor der Reise. Denn wer reist schon gern, wenn er nicht weiß, ob das Flugzeug Bordtoiletten besitzt, oder wie die Hotels am Urlaubsort sein werden? Keiner würde sich fragen, wie es wohl ist, über diese oder jene Brücke zu gehen. Und keiner fragt sich, wie es wohl am anderen Ende sein wird. Die Brücke ist gleichsam immer eine Verlängerung des Hier und Jetzt. Deshalb hat sich unsere Kanzlerin Angela Merkel in der Debatte um die Energiepolitik für das Bild der Brücke entschieden.  Die Brücke verspricht einen Wandel, den man nicht merkt Die Brücke setzt dem Sehnen nach dem Wandel ein "Weiter so" voran, das den Wandel verspricht, aber ihm in Wirklichkeit entgegensteht. Die Brücke ist das, was über den Wandel hinweg führt. Wir hier oben, trocken auf der Brücke, während unten in der Schlucht das grüne Anti-Atomchaos tost. Und die Brücke verspricht: "Solange Ihr auf mir wandelt, soll euch nichts drohen noch mangeln. Und auf der anderen Seite wird es genauso sein wie hier. Ihr werdet den Wandel gar nicht merken. Denn Mutti ist bei euch und bringt Euch sicher nach Drüben. Doch dieses Drüben wird so sein wie das Hüben, aus dem Ihr aufbrecht, nur irgendwie ohne Atom und ohne Klimawandel. Aber das werdet ihr nicht merken, denn Mutti hat euch den Wandel gebracht, nur ohne Wandel und mit trockenen Füßen." Die Brückentechnologie tarnt den Stillstand als Bewegung Die "Brückentechnologie" tarnt Stillstand als Bewegung. Sie suggeriert, es gäbe eine Nichtbewegung, die der Bewegung vorausgehen müsse, damit am Ende die Bewegung so gut gelingt, dass sich keiner zu bewegen braucht. Und die Brücke, das ist Mutti Merkel selbst. In all ihrer unergründlichen Rätselhaftigkeit. Denn so wenig, wie wir wissen, wo Mutti eigentlich mit uns hin will, so wenig wissen wir, wo ihre Brückentechnologie am Ende hinführen soll. Müssen wir auch nicht. Wir müssen nur wissen: Mutti ist mit uns. Und führe ihre Brücke auch ins Nirgendwo, es bleibt eine Brücke. ### Making Of: Little Big Berlin Philipp Beuter hat in "Little Big Berlin" die Hauptstadt im Märklin-Format porträtiert. Der Film läuft mittlerweile im U-Bahnhof Friedrichstraße und ist damit wohl im Mainstream angekommen. Die Deutsche Welle hat den Filmemacher porträtiert. Wer das Meisterwerk noch nicht gesehen hat, sollte das umgehend nachholen. ### Steuern sparen mit Computer, Internet und Telefon Arbeitnehmer können Steuern sparen, wenn sie privat angeschaffte Computer, Handys, Software und andere IT-Geräte auch beruflich nutzen. Das gleiche gilt für Telefon- und Internetgebühren. Darauf weist der Hightech-Verband BITKOM hin. Hierfür müssen die Ausgaben in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Am 31. Mai 2011 läuft die Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2010 ab. Die folgenden Regeln gelten laut BITKOM.  Computer, Handy, Software usw.: Wer seinen privat angeschafften Computer „in erheblichem Umfang“ für die Arbeit nutzt, kann die Kosten von der Steuer absetzen. Für die Finanzämter ist dabei der Anteil der beruflichen Nutzung maßgeblich. Für den Nachweis ist es sinnvoll, eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers einzureichen oder drei Monate lang die Nutzung des Computers aufzuzeichnen. Ist ein Nachweis nicht möglich, gehen die Finanzämter von einer Aufteilung von 50 zu 50 (beruflich/privat) aus. Sind die Anschaffungskosten höher als 410 Euro, werden sie nicht auf einen Schlag geltend gemacht, sondern werden über drei Jahre verteilt. Dies gilt für den PC sowie für Zubehör wie Drucker, Monitor oder Modem sowie Software inklusive der Mehrwertsteuer. Für Handys beträgt der Zeitraum der Abschreibung fünf Jahre und für Faxgeräte sechs Jahre. Jedes Jahr sind zudem die Kosten für Verbrauchsmaterialien abzugsfähig, zum Beispiel Toner und Papier. Internet- und Telefongebühren: Analog zum Gerätekauf können Steuerzahler die Kosten für berufliche Telefongespräche und den Internetzugang absetzen. Ohne Nachweis erkennt das Finanzamt 20 Prozent der Telekommunikationsaufwendungen, höchstens jedoch 20 Euro pro Monat, pauschal als Werbungskosten an. Wer höhere Aufwendungen absetzen will, sollte mindestens drei Monate lang den Gebrauch protokollieren. Dabei ist bei Telefongebühren ein Einzelverbindungsnachweis über ein- und ausgehende Gespräche hilfreich. Beim Internetzugang ist in der Regel kein Einzelnachweis möglich, da Pauschaltarife üblich sind. Die Rechtsprechung nimmt für alle Kosten im Zusammenhang mit einem Internetanschluss eine Aufteilung von 50 zu 50 (privat/beruflich) an. Weiterbildungen: Aufwendungen eines Arbeitnehmers für Computerkurse und Software-Schulungen werden in voller Höhe als Werbungskosten anerkannt. Voraussetzung ist, dass ein Computerkurs mit der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang steht und die erworbenen Kenntnisse im Beruf eingesetzt werden. Das muss der Kursteilnehmer nachweisen. In jedem Fall sollte er eine Teilnahmebescheinigung bei den Finanzämtern einreichen. Besser ist eine Erklärung des Arbeitgebers, die den beruflichen Anlass der Schulung deutlich macht. Neben den Kursgebühren können die Fahrtkosten (0,30 Euro pro Kilometer bei Fahrten mit dem eigenen Auto oder Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel), Übernachtungskosten und Mehraufwendungen für Verpflegung geltend gemacht werden. Auch Reisekosten zu einer Computermesse können bei der Besteuerung geltend gemacht werden, soweit sie beruflich veranlasst sind. Quelle: BITKOM, Foto: Lenovo ### Tonarm-Tuning: Rega RB-300 neu verkabeln Auf dem unverwüstlichen Thorens-Laufwerk TD-166 wächst der günstige Tonarm Rega RB-300 über sich hinaus. Aber in dem Tonarm steckt noch viel mehr. Wer die Innenverkablung des Armes gegen ein gutes - durchgehendes - Kupferkabel tauscht, erlebt sein blaues Wunder. Ich habe ein hochreines Kupferkabel mit fertig angelöteten, vergoldeten Kabelschuhen für 30 Euro bei eBay gekauft. Rega RB300 demontiert Wer sein Kabel mit angelöteten Anschlüssen kauft, muss es von vorn nach hinten durch den Arm ziehen, erspart sich aber das Anlöten der ohnehin sehr fragwürdigen Kupferwinkel, die Rega an dem Arm verwendet. Stürzen wir uns in die Bastelei. Wichtig: Der Eingriff geschieht auf eigene Gefahr. für den Erfolg kann ich so wenig garantieren wie Rega. Die Arbeitsschritte: Rega RB 300: Tunig Schritt für Schritt Schritt 1: Den Plattenteller und den Innenteller vorsichtig entfernen. Den Innenteller vorsichtig aus dem Lager heben und dabei in Laufrichtung drehen. Starken Zug vermeiden. Gegengewicht des Tonarms abziehen. Schritt 2: Das Lager zustopfen. Gehörschutz aus Plastik hält dicht und fusselt nicht. Schritt 3: Den grauen Plastikstopfen aus der Tonarmbasis entfernen. Dabei reißen unweigerlich die Innenkabel des Tonarms ab. die brauchen wir ohnehin nicht mehr. Der Stopfen ist mit einer Minischraube im Gewinde der Tonarmbasis befestigt. Schritt 4: Die Sechskantmuttern zu beiden Seiten des Lagers abdrehen. Schritt 5: An der Außenseite lösen wir noch zwei Inbusschrauben am Lager. danach lässt sich der Arm aus dem Tonarmlager nehmen. Schritt 6: Die alte Innenverkabelung raus! Dabei müssen wir beim Rega vorn einen Stopfen herausziehen. Schritt 7: Die Achse für das Tonarmgegengewicht gegen den Uhrzeigersinn abdrehen. Achtung! dabei fällt ein kleines Metallplättchen heraus. Daran löten wir das schwarze Massekabel fest. Wenn wir die Achse wieder hinein drehen, dann muss dieses Plättchen wieder im Gewinde festgeklemmt werden. Ohne Masse brummt es. Schritt 8: Der Engpass auf dem Weg in den Arm liegt am Lager. Wer die Tonabnehmeranschlüsse zum Schluss anlöten will, der kann das neue Innenkabel mit einer gekürzten Nähnadel durch diesen Engpass manövrieren. Die Nadel fällt durch das Loch in den Arm und folgt bei richtiger Haltung des Arms der Schwerkraft folgend an der Headshell wieder hinaus. Danach hat man leichtes Spiel: Einfach die Drähte durchziehen. Schritt 9: Wer die Innenverkabelung fertig konfektioniert gekauft hat, der braucht ein einigermaßen steifes Stück Draht von ca. 30 cm Länge. Ich habe einen Blumendraht an einem Ende abgeschmirgelt und verwendet. Schritt 10: Die vier farbigen Kabel an dem Draht festlöten. Den Draht von vorn durch den Arm schieben und durch den engen Spalt am Lager vorbei manövrieren. Schritt 11: Zur Erleichterung zwischendurch regelmäßig fluchen. Schritt 12: Die Innenkabel vorsichtig durch das kleine Loch in der Basis fädeln. Schritt 13: Fluchen nicht vergessen. Das hilft. Schritt 14: Puristen empfehlen, die Tonarmkabel ohne weitere Zwischenstation am Eingang der Phono-Vorstufe anzulöten. Schritt 15: Ich muss bis zu meinem Vollverstärker. Darum habe ich am Chassis, nahe der Tonarmbasis Cinchbuchsen angebracht. Daran löte ich die Innenkabel fest. Schritt 16: Das schwarze Massekabel, das wir ebenfalls durch die Basis gefädelt haben, müssen wir verlängern und am Masseanschluss des Verstärkers oder des Vorverstärkers befestigen. Wer den Rega-Tonarm im neuen Zustand hört, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Wo der RB-300 ab Werk etwas kühl und schlank klingt, reproduziert er nun einen ungeahnten Klangfarbenreichtum. Die gelegentlichen Schärfen, für die der RB-300 immer wieder kritisiert wurde, ist weg. Schon mit dem Tonabnehmer-Schnäppchen Autio-Technica AT95 zeichnet der neue Rega einen mächtigen Klangraum. Das Experiment zeigt wieder einmal: Was wir vorn nicht investieren, das kommt hinten nicht heraus. Meine 30 Euro sind in dem neuen Innenkabel besser angelegt als in einem teureren Tonabnehmer. ### Bye bye, OpenOffice? Oracle will nun doch keine kommerziellen Versionen der Bürosoftware OpenOffice mehr anbieten. Die Software soll ein Community-Projekt werden. Allerdings will Oracle die Marke OpenOffice.org auch nicht an die Entwicklergemeinde abtreten, die mittlerweile am Ableger LibreOffice arbeitet. Damit könnte OpenOffice auf lange Sicht vor dem Aus stehen. Mehr dazu bei Pro-Linux. Die Nutzer braucht das nicht zu interessieren. LibreOffice, das mittlerweile von vielen großen Linux-Distributionen  standardmäßig ausgeliefert wird, knüpft nahtlos an OpenOffice an. Der durchschnittliche Umsteiger wird weder in der Funktion noch in der Bedienung einen Unterschied bemerken. Abb.: © OpenOffice.org, © LibreOffice.org ### Zum Tod von Gerry Rafferty: Baker Street und dann nichts mehr Gerry Raffertys Stern ging mit "Baker Street" auf. Der Song mit dem wohl bekanntesten Saxophonsolo der Popgeschichte ertönte ab 1978 beinahe täglich im Radio und auf jeder Fete. "Baker Street" zog sich durch die Jugend eines jeden 40-Jährigen wie der Goldfaden durch die Ado-Gardine. Doch selbst dieser überwältigende Erfolg hat seinem Schöpfer wohl nicht über Selbstzweifel und Depressionen hinweg helfen können. Trotz einiger guter Platten gelang ihm nie wieder ein Erfolg wie "Baker Street". Rafferty suchte Ereichterung im Alkohol und erlag am 4. Januar 2011 im Alter von 63 Jahren einem Leberleiden. Die FAZ widmet dem introvertierten Musiker ein Porträt. Das Handelsblatt befasst sich mit den Inhalten, den traurigen Zeilen von "Baker Street". Wir wollen noch einmal Gerry Rafferty zu Wort kommen lassen. nicht mit "Baker Street", sondern mit "Wise as a Serpent" von der LP "Sleepwalking" (1982), einem meiner Lieblingssongs von Gerry Rafferty. ### Zum 25. Todestag von Phil Lynott (Thin Lizzy) Mit Afrofrisur und dunkler Hautfarbe wäre Phil Lynott wohl nicht aufgefallen, wenn er zu Lebzeiten eine Studioparty von Motown besucht hätte. In der Rockmusik zählte der irische Sänger und Bassist zu den auffälligsten Erscheinungen. Mit seiner Band Thin Lizzy schrieb er zwischen 1969 und 1986 Musikgeschichte. Am 4. Januar 1986 starb Phil Lynott. An einer Lungenentzündung, vor allem aber an einem Leben auf der Überholspur. Werfen wir einen Blick zurück mit dem Thin-Lizzy-Klassiker "Black Rose", live im Rockpalast 1983: Mit dem Traditional "Whiskey in the Jar" eroberte die irische Rockband die Hitparaden und schenkte der Rockwelt einen unvergänglichen Klassiker. Eines von den Stücken, die jeder Rockmusiker bei einer Jam Session aus dem Ärmel schüttelt. Grund genug, sich den Song an dieser Stelle zu schenken. "Black Rose" zeigt genauso gut, was Thin Lizzy so einzigartig machte. Thin Lizzy hob die Rollenverteilung zwischen den Gitarren auf - Rhythmus und Solo. Bei Thin Lizzy spielten beide Gitrristen gleichberechtigt und zweistimmig. Mit Lynotts melodischem Bassspiel ergaben sich daraus nicht selten dreistimmige Melodiebögen. Das gab es damals nicht bei Deep Purple, nicht bei Led Zepelin und nicht bei Black Sabbath. Das gab es in dieser Vollendung auch später nie wieder. Auf Soloplatten wie dem spannenden "Solo in Soho" von 1980 probierte sich Lynott immer wieder in anderen Stilrichtungen aus: Soul, Blues, Jazz.Auch "Parisienne Walkways" zeigt Phil Lynott von einer anderen Seite. Dieser Song entstand in Zusammenarbeit mit dem nordirischen Ausnahmegitarristen Gary Moore. Die beiden Musiker verband von Jugend an eine enge Freundschaft. Ihre Wege kreuzten sich immer wieder - bei Thin Lizzy oder bei diversen Solo-Projekten. Gary Moore widmete dem verstorbenen Freund seine 1987er Platte "Wild Frontier" mit der herzzerreißenden Ballade "Johnny Boy". ### Mit dem Klapprechner im Zwischenstadtzug Ich schreibe diese Zeilen auf einem Klapprechner. Nicht auf einem Laptop, Notebook, Netbook, sondern auf einem Klapprechner. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lässt jetzt in seinem Ministerium die Anglizismen ersetzen. Dort müssen jetzt schon Beamte ihren Laptop Klapprechner nennen. Der Minister will mit der Aktion jedoch auch ein Signal zur Umkehr im gesamten deutschen Sprachraum setzen. Deshalb schreibe ich jetzt also auf einem Klapprechner. Die deutsche Sprache bedarf hier einer Präzisierung. Der Laptop steht nur für bratpfannengroße Klapprechner, der Klapprechner selbst kennt solche Größenunterschiede noch nicht. Mein Rechner ist ein Netzbuch. Das hört sich an wie der Schinken, in dem meine Oma die Zugverbindungen zwischen Bad Sooden-Allendorf und Bad Bevensen nachzuschlagen pflegte, meint aber einen kleinen Klapprechner. Nun, das sind Kinderkrankheiten der deutschen Sprache beim Betreten ungewohnten Terrains. Ramsauer hat Recht. Dennoch wird dem Bahnfahrer etwas mulmig bei der Sache. Wenn der Bahnverkehr in Deutschland unter Schnee, Eis und Schlendrian zusammenbricht, der zuständige Minister aber lieber den Anglizismen den Krieg erklärt, wird dem Bahnfahrer mulmig ums fröstelnde Herz. Wenn die Züge ohnehin ausfallen, könnten sie das auch mit Bezeichnung in Kanton-Chinesisch tun. Die Durchsagen im Zug meinetwegen auch. Der Unterschied würde kaum auffallen. Die Durchsagen besitzen auch im Deutschen keinerlei Informationswert. Wer regelmäßig fährt, weiß, dass der Kaffeeautomat defekt und der Zug verspätet ist. Ramsauer sollte sich ein Beispiel an den Guttenbergs nehmen Ramsauer sollte sich ein Beipsiel an den Guttenbergs nehmen. Der Bundeswehr geht es doch nicht besser als der Bahn: veraltetes Kriegsgerät, pummelige Soldaten und die Briefmarken gehen aus. Aber sucht der Freiherr zur Hardthöhe darum den Sieg auf dem Feld der Sprache? Nein. Wenn Karl Theodor zu Guttenberg Verkehrsminister wäre, würde er jeden Tag mit der Prinzgemahlin in die Sardinenbüchsen der Bahn steigen, würde gestressten Geschäftsreisenden und schlaftrunkenen Pendlern Mut zusprechen, und Johannes B. Kerner würde eine Talkshow mit den Guttenbergs aus dem Bistrowagen des IC Norddeich Mole senden. Verzeihung, Herr Ramsauer. Ich meine natürlich den Zwischenstadtzug Norddeich Mole. ### Ein frohes neues Jahr 2011 Allen Lesern, Freunden und Besuchern meines Weblogs wünsche ich ein schönes neues Jahr 2011. Wolff von Rechenberg ### Neujahrsgrüße im Banktip-Blog: Aufschwung XXL für Wutbürger Das muss am XXL-Aufschwung liegen: Da verdämmern wir ungezählte milde Winter, schicken Kaufhauskonzerne in die Pleite, lassen Onlinehändler darben und hungern. Doch ausgerechnet in diesem Jahr, im XXL-frühen und XXL-kalten Winter! Ausgerechnet in diesem Jahr stürmen wir die Elektronikmärkte, Kaufhäuser Ladengalerien. Wieder und wieder treiben wir die wackeren Fahrer der Paketdienste hinaus in die XXL-Schneemassen. Schwankend balanciert die Nordmanntanne im deutschen Wohnzimmer auf XXXXL-Geschenkebergen.  Weiterlesen ### Buchtipp: Don Winslow - Tage der Toten Schon ganz am Anfang hätte Art Keller wissen müssen, dass der Krieg zum Scheitern verurteilt sein würde. Sein Krieg. Der Krieg seines Landes gegen die Drogen. Denn die Amerikaner sehen immer nur das System, sie begreifen nicht, worum es in Mexiko geht, nämlich um persönliche Beziehungen. "Tio" - "Onkel" - nennen sie den Mann, der das sagt, in Don Winslows Roman "Tage der Toten". An persönlichen Beziehungen mangelt es dem jungen ehrgeizigen Keller. Er zählt zu den Beamten der ersten Stunde in Amerikas Speerspitze im Kampf gegen den Drogenhandel DEA. Aber die meisten DEA-Agenten sind weiße Amerikaner. Keller ist halber Mexikaner. Die meisten DEA-Agenten sind Cops, Keller kommt aus dem Gheimdienst CIA. Sie mögen ihn nicht, sie mobben und grenzen ihn aus. Um endlich seinen eigenen Drogenkrieg zu beginnen, braucht Keller Tío. Miguel Angel Barrera - Tío - ist Polizeichef im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa als Keller ihn um Hilfe bittet. Er sorgt dafür, dass Keller in Mexiko bleiben kann. Barrera, den auch Keller bald "Tío" nennen darf, verschafft dem jungen Drogenfahner einen bahnbrechenden Erfolg. Mit einem Schlag vernichten Tío und Keller die mexikanische Opiumproduktion. Doch nur, damit Tío sein eigenes noch viel gewiefteres Geschäftsmodell verwirklichen kann. Kellers erster Sieg und seine erste Niederlage. Und er lernt nicht. Er begreift nicht, dass man in diesem Spiel nur benutzt und benutzt wird. Keller läuft Amok. Erst gegen Tío, dann gegen dessen Neffen Adán Barrera. Der Krieg des Art Keller steht für die sinnlosen Kriege Amerikas Der Krieg des Art Keller steht sinnbildlich für den amerikanischen Drogenkrieg. Siege kann nur erringen, wer bereit ist zu Mord, Totschlag, Erpressung, Folter. Das gilt für die einfachen Drogenschmuggler, wie für die großen Bosse, wie für die US-Drogenfahnder. Wer die Bösen besiegen will, muss böse werden wie sie. Don Winslow beschreibt in "Tage der Toten" den schmutzigen Krieg in Amerikas Hinterhöfen als ein endloses Töten und Sterben in der Welt der geringeren Übel. Er beschreibt, wie die USA ihre eigenen Prinzipien verraten, weil sie die Drogenkartelle für die Drecksarbeit im Kampf gegen sozialistische Widerstandsbewegungen in Lateinamerika brauchen. Soziale Gerechtigkeit und Demokratie vor ihrer Haustür fürchtet die Supermacht weit mehr als Drogen. Unfreiwillig im Räderwerk der Kriminalität Mit Art Keller stößt der Leser die Tür zum Morden und Sterben weit auf. Die "Tage der Toten" zu ertragen fällt nicht immer leicht. Winslow beschreibt seine Charaktere nicht. Er lässt den Leser sie kennenlernen: Den Drogenfahnder Art Keller, der Familienglück und Seelenheil im Krieg gegen die Drogen verliert. Den Genius des Drogenhandels, Adán Barrera, der seine behinderte Tochter über alles liebt. Seinen mordlustigen Bruder Raúl. Die amerikanische Edelprostituierte Nora Hayden, die einen katholischen Bischof liebt und Barrera verrät. Den jungen New Yorker Iren Callan, der unfreiwillig ins Räderwerk der orgnisierten Kriminalität gerät und zum Killer wider Willen wird. Tage der Toten ist ein literarisches Meisterwerk Don Winslow verleiht sogar Nebenfiguren ein menschliches Gesicht. Das macht "Tage der Toten" auch zum literarischen Meisterwerk: Die Charaktere und die Sprache, in der Don Winslow sie zum Leben erweckt. Er schreibt im bildhaften Duktus der Hispanier und dann wieder in der lakonischen Coolness der Manhattaner West Side. Das Buch ist bis in jedes Detail sorgfältig komponiert. Man spürt wie Winslow an jedem Detail, jeder Silbe hingebungsvoll gefeilt hat. Dieses Buch, "Tage der Toten" ist Winslows Lebenswerk. Diese Klasse wird er vielleicht nie mehr erreichen. Aber die meisten Krimi- und Thrillerautoren schaffen nie ein solches Werk. Der Drogenkrieg ist zu undankbar für den durchschnittlichen Thrillerautoren Ob "Tage der Toten" tatsächlich wie gelegentlich eingeordnet ein Jahrhundertroman ist, muss das noch junge Jahrhundert erst erweisen. Fest steht: "Tage der Toten" ist zu wichtig, um das Buch zu ignorieren. Es schildert eine Seite Amerikas, die dem Heer der US-Thrillerautoren zu schmutzig ist, zu undankbar. Denn im Drogenkrieg gibt es keine Helden. "Tage der Toten" ist eine Geschichte der verlorenen, der aussichtslosen Kriege. Kriege, die Amerika führt, weil ein aufgeblähter Militärapparat eben Kriege braucht. Kriege, die Amerika aber nicht gewinnen kann, weil es die Menschen nicht versteht - nicht die, die morden und nicht die, die sterben. Nicht die Motive und nicht die Geschichten. Das Buch räumt auf mit Gangsta-Romantik. Winslows Figuren leiden fast ausnahmslos an sich und an dem was sie tun. Einigen Protagonisten zeigt das Leben einen Ausweg. Doch sie nutzen ihn nicht. Der Drogenkrieg, das Geschäft ist wichtiger. Und dann ist da noch die Furcht vor den Folgen eines solchen Ausstiegs. Wen die Drogenmafia, wen die Drogenfahndung aufs Korn nimmt, der hat keine Zuflucht mehr. Der muss weit und endgültig fliehen. Winslows "Helden" fehlt die Kraft dazu. Auch darin bleiben sie menschlich. Art Keller dient dem Roman als historische Klammer. Aus dem verlorenen Krieg in Vietnam zieht er in den nächsten verlorenen Krieg. Ganz am Ende des Buches, wenn er seinen Erzfeind Adán Barrera zur Strecke gebracht hat, schmeckt der Sieg schal. Zu viele Unschuldige sind dafür gestorben. Und Amerika? Amerika ist schon in den nächsten Krieg weiter gezogen: In den Krieg gegen den Terror. Don Winslow: Tage der Toten, Suhrkamp. ### Kleiner Rega-Plattenspieler für den Gabentisch Rega legt den Vinyl-Fans ein neues Einsteigermodell unter den Gabentisch. Interessant am neuen Rega RP1: Er besitzt einen Plattenteller aus Bakelit. Dieser "Ur"-Kunststoff, aus dem schon Großpapas Volksempfänger bestand, soll sich gegenüber modernen Kunststoffen durch Langlebigkeit und Robustheit auszeichnen. Das verspricht der hiesige Vertrieb TAD. Eine Filzmatte entkoppelt wie gewohnt die Schallplatte vom Plattenteller. Vielleicht schmeißt ja ein findiger HiFi-Händler den Filzlappen weg und koppelt die Platte mittels einer Plattenklemme direkt an den Plattenteller. Bei einigen Kunststofftellern klingt das deutlich besser. Als Arm kommt der RB101 zum Einsatz. Arm und Lager sollten gewohnte Rega-Qualität besitzen. Das Chassis ist immer noch ein einfaches Brett aus mitteldichter Faserplatte (MDF). Wie TAD schreibt, ruht der neue kleine Rega auf vier statt wie bisher drei Gummifüßchen, was eine schlechtere Verteilung des Gewichts zur Folge hätte klangliche Nachteile bringen könnte. Der neue kleine Rega kostet 350 Euro laut Vertrieb. Wer einen kauft, kann mit dem Händler feilschen, damit der den eingebauten Tonabnehmer Ortofon OMB-5 gegen einen Audio-Technica AT-95 tauscht. Foto: © TAD Audiovertrieb ### HiFi-Klassiker: Celestion 3 Ein billiger Lautsprecher mit dem berühmten Celestion Metallkalottenhochtöner? Unmöglich! Martin Roberts schaffte es trotzdem und schuf einen unvergänglichen HiFi Klassiker. Den Celestion 3. Viel später, nachdem er die Aufgabe längst gelöst hatte, erfuhr Celestion Entwickler Martin Roberts, warum ausgerechnet er den Auftrag erhalten hatte, einen neuen Einsteigerlautsprecher zu entwickeln. Er sei neu gewesen im Unternehmen, verriet ihm später Gordon Proven aus der Celestion Chefetage. Er habe noch nicht wissen können, dass die Aufgabe eigentlich nicht zu schaffen war. Spitzenklasse-Hochtöner zum Dumpingpreis Einen Lautsprecher für 99,99 Pfund das Stück sollte Roberts für Celestion entwickeln. Und: Der Lautsprecher sollte den berühmten Metallhochtöner besitzen, der Celestion bei Kritikern und Kunden gleichermaßen viel Beifall eingebracht hat. Der Kalottenhochtöner hatte in Oberklassemodellen wie den SL6 und SL600 und dem in Deutschland weniger bekannten DL 2 Furore gemacht. Der Celstion Titanhochtöner galt als der am feinsten auflösende Treiber diesseits esoterischer Elektrostaten. Dabei vermied er die glasige Kühle, die Metallhochtönern bis heute nur allzu oft anhaftet. Celestions Metllkalotte konnte nicht nur vor den kritischen Ohren der Klassik-Fans bestehen, er verschaffte den Produkten sogar einen großen Kreis von Verehrern. Musikliebhaber, die den Celestion 3 sogleich ins Herz schlossen als der neue Billigheimer auf den Markt kam. Soviel Klang zu diesem Preis gab es noch nie Keine 600 D-Mark kostete ein Paar der neuen Celestionbabies. Dass die Briten wohlklingende Lautsprecher für kleines Geld zaubern konnten, war damals bekannt. Soviel Klang hat jedoch zuvor noch kein Hersteller zu diesem Preis aus einem so kleinen Lautsprecher gezaubert. In der Wiedergabe des klanglich so wichtigen Mitteltonbereichs setzte die Nummer 3 Maßstäbe weit über ihre Preisklasse hinaus. Celestions 3 fand als erste Box mit einem Paarpreis von unter 1000 D-Mark Einlass in den erlauchten Hi-End-Teil der Zeitschrift Stereo, seinerzeit die Bibel für die Freunde des gediegenen und eigentlich auch kostspieligen Musikgenusses. Celestion 3 zwang HiFi Fans zum Umdenken Leser des HiEnd Teils der Stereo waren es gewohnt, schon Lautsprecher mit einem Stückpreis von unter 1000 D Mark zu beargwöhnen. Nun zwang ein Lautsprecherwinzling die Szene zum Umdenken. Nummer 3 machte plötzlich deutlich, wie sehr Hoch-, Tief- und Mitteltöner anderer Boxen einfach nur nebeneinander her spielten. Die Celestion 3 wies einen vollkommen bruchlosen Übergang zwischen Hoch- und Tieftöner auf. Bis heute können nur wenige Lautsprecher dem kleinen Wunder in der Wiedergabe des so wichtigen Mitteltonbereichs das Wasser reichen. Hinzu gesellte sich ein absolut glockenklarer, offener Hochtonbereich, frei von jeglicher Schärfe oder Glasigkeit. Und der Tieftöner der Nummer 3 holte aus dem geschlossenen Gehäuse einen schlanken, präzisen und dennoch tiefen Bass - vorausgesetzt, man platzierte den Lautsprecher wandnah auf einem soliden Ständer. Celestion 3: Ergebnis eines Kampfs um jeden Penny Martin Roberts beschreibt den Entstehungsprozess des Celestion 3 als einen Kampf um jeden Penny bei Produktions- und Materialkosten. Im Gehäusedsign war Roberts auf das des DL-2 festgelegt. Die Nummer 3 war allerdings kleiner. Roberts nahm den größten Tieftöner, der noch ins Gehäuse passte, mit der kleinstmöglichen Spule. Denn das teuerste an einem Tieftöner war die Spule. Den Magneten klebten die Celestion Entwickler übrigens hinten an den Korb des Tieftöners. Das war billiger als Schrauben. Da Roberts und seine Kollegen also aus Kostengründen einen Tieftöner mit schwachem Antrieb einsetzen mussten, wählten sie den Tieftöner selbst so groß, dass er eben noch Platz fand, einen 13-Zentimeter-Tieftöner. Weil die Spule aber klein war, brauchte er ein geschlossenes Gehäuse. Das führte zu einem präzisen, aber nicht besonders kräftigen Bass. Deshalb fühlte sich der Celestion 3 am wohlsten auf einem soliden Ständer mit dem Rücken zur Wand. Elektronik ist teuer, das galt auch für die Frequenzweiche. Deshalb fiel die Weiche so sparsam aus wie technisch gerade noch möglich. Das kam allerdings auch dem Klangbild zugute. Wenig Weichenbauteile erzeugen wenig Verzerrungen und wenig Phasenverschiebungen. Celestions 3 war ein Glücksfall für Musikhörer mit kleinem Budget Celestions Nummer 3 war ein einzigartiger Geniestreich, ein Glücksfall für anspruchsvolle Musikhörer mit schmalem Geldbeutel. Nicht einmal Celstion hat diesen Knüller wiederholen können. Der größere Bruder, Nummer 5, produzierte zwar einen kräftigeren Bass und hielt auch größeren Pegeln stand. Den harmonischen Mittenbereich der Nummer 3 erreichte er jedoch nicht. Das kleine Brüderchen, Nummer 1, konnte mit seinem Mini-Gehäuse nur mit einem Subwoofer überzeugen. Europas Lautsprecher des Jahres 1994 Die offensichtlichen Schwächen der Celestion 3 bügelte Celestion zu Beginn der 1990er Jahre noch einmal aus. Der Tieftöner bekam einen kräftigeren Antrieb und das Gehäuse ein Bassreflexrohr. Damit konnte der Celestion 3 auch bei Pop- und Rock-Fans punkten. 1994 wurde der Lautsprecher in dieser Mk II-Version Europas Lautsprecher des Jahres. Kurz darauf wurde die ganze Serie eingestellt. Celestion war übernommen worden. Dem neuen Investor passte die Linie nicht mehr. Die Celestion 3 verschwand aus dem Handel und wurde ein gesuchter Klassiker, der bei eBay locker seinen Neupreis erzielt. ### c't kompakt Linux rund um den Server Hannover (ots) - Linux-Systeme eignen sich hervorragend für das zentrale Multimedia-Archiv zu Hause. Auch als Basis für die eigene Internet-Präsenz sind sie ideal. Doch veraltete Software erhöht das Risiko von böswilligem Datenklau erheblich, schreibt das "c't kompakt Linux", das seit heute im Handel ist. Wer seine Familie oder Firma ansprechend im Web präsentieren, ein Blog unter einer eigenen Domain betreiben oder eine individuelle Fotogalerie jenseits von Flickr und Co. starten will, benötigt einen Server im Internet. Mietserver, deren Kosten bei etwa zehn Euro im Monat beginnen, erlauben die Verwendung beliebiger Software. Darauf läuft häufig ein vorinstalliertes Linux. "Manchmal ist es jedoch erschütternd, was man da so finden kann", stellt c't-Redakteur Oliver Diedrich fest. "Veraltete Software öffnet Angreifern Tür und Tor auf den Server." Deshalb rät er, in solchen Fällen ein aktuelles Linux-System mit automatischer Update-Funktion aufzuspielen. Für Linux-Server als Datenzentrale in der Firma oder zu Hause gilt das Gleiche: Die Software sollte immer auf dem aktuellen Stand sein. Eine solche Zentrale gewährt Linux- und Windows-Geräten Zugriff auf gemeinsam genutzte Dateien und Drucker und versorgt PCs, Smartphones oder die Stereoanlage mit Musik. Je nach Software steht dabei die Ansteuerung der Stereoanlage oder das Streaming zu anderen Rechnern im Vordergrund. Programme wie der flexibel einsetzbare Music Player Daemon sowie Ampache erwarten vom Nutzer allerdings einige Linux-Kenntnisse. Komfortabler ist etwa das Java-Programm Subsonic, allerdings um den Preis höherer Ansprüche an die Hardware und weniger Flexibilität. Das Themenheft "c't kompakt Linux" gibt unter anderem umfangreiche Hilfestellung für den Einsatz von Linux als Datenzentrale im lokalen Netz oder als Server im Internet. Online kann man es unter www.ctspecial.de versandkostenfrei für 8,90 Euro bestellen. Ab dem 29. November liegt es auch am Kiosk. ### Notizen vom 7. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) [update] Der 7. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) ist vorbei, die Leistungsshow der freien Software in familiärer Atmosphäre. Für Diejenigen, die am Samstag nicht nach Potsdam kommen konnten, will ich hier eine kleine Nachlese wagen. Bei meinem Rundgang durch die Ausstellungshalle handelt es sich um eine subjektive Zusammenstellung meiner Eindrücke und ich muss mich bei allen Ausstellern entschuldigen, die sich hier nicht wiederfinden. Das ist keine Abwertung ihrer Angebote. Es gibt eine vollständige Übersicht der Aussteller auf der Blit-Seite. Dort finden Neugierige auch weiterführende Links. Und los geht es: Der 7. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) hat einmal mehr einen Besucherrekord aufgestellt. Gut 400 Besucher kamen am Samstag auf den Campus Griebnitzsee der Uni Potsdam. Während vor allem die  Workshops sehr gut besucht waren, fiel die Resonanz der Aussteller uneinheitlich aus. Einige Aussteller meldeten ein geringeres Besucherinteresse als beim 6. BLIT im November 2009. An anderen Ständen kam man allerdings kaum zur Ruhe. Einige Aussteller freuten sich über mehr konkrete Gespäche an den Ständen als im Vorjahr. Den Stand von Ubuntuusers.de verstärkte Paul Sladen, namhafter Ubuntu-Entwickler. Paul präsentierte die neue Schriftfamilie Ubuntu. Er erklärte außerdem Ubuntus Schritt, die Desktopumgebung Gnome standardmäßig durch die Ubuntu-Eigenentwicklung Unity zu ersetzen. Die Ubuntu-Entwickler halten den Schritt zu Gnome 3 für zu ehrgeizig. Die neue Gnome-Version werde dem Nutzer einiges an Umgewöhnung abverlangen, erklärte Sladen. Ubuntu hat sich deshalb entschlossen, auf die bereits für die Netbook-Edition eingeführte Unity-Oberfläche zu setzen. Am Lin2go-/FluxFlux-Stand präsentierte Entwickler Manfred Müller unter anderem das Gecko Edubook. Das günstige Netbook mit 9"-Bildschirm wird mit AA-Standardakkus betrieben und ist x86-kompatibel. In seiner Leistung komme das günstige Netbook derzeit nicht einmal an den Asus EeePC 701 heran, erklärte Müller. Der Hersteller habe jedoch eine schnellere Version in Aussicht gestellt. Das ressourcenschonende FluxFlux läuft schon jetzt auf dem Edubook. Für Flashunterstützung reicht der Kleincomputer noch nicht aus. [update] Die nächste Version von FluxFlux ermöglicht eine Deaktivierung von OpenOffice im Live-Betrieb. Dabei wird das Programm zeitweise deinstalliert. Aktiviert man es wieder, wird aus dem Startmedium wieder neu geladen. [/update] Auch das führte Manfred Müller am FluxFlux-Stand vor. Die neue Version soll in wenigen Wochen stabil sein. Debian präsentierte auf dem BLIT die schon im vergangenen Jahr vorgestellte Version der unverwüstlichen Linux-Distribution mit BSD-Kernel. Die Version sei praxistauglich, nach Debian-Maßstäben aber noch nicht vollständig ausgereift, erklärte Axel Beckert am Debian-Stand. Aber wie heißt es so schön bei Debian: Gute Dinge kommen zu denen, die warten können. Am Stand des Kursverwaltungssystems Moodle konnten sich Besucher von den Vorzügen der Version 2.0 überzeugen. Die neue Version ermöglicht beispielsweise Prüfungen am PC. Der Nutzer muss dabei Aufgaben erledigen oder Fragen beantworten. Er bekommt die nächste Aufgabe erst angeboten, wenn er eine gelöst hat. Freifunk Potsdam hatte zur Bastelstunde eingeladen. Die Initiative will ein freies Wlan-Netzwerk in der Landeshauptstadt etablieren. Problem für jene, die ihren DSL-Anschluss zur Verfügung stellen wollen ist die Reichweite der Router. Die Freifunker erklärten, wie man eine Antenne bastelt. Bastler konnten direkt am Stand zum Lötkolben greifen. Das Projekt Milkymist bringt einen ganzen Club auf die Platine. Mit einem kleinen unscheinbaren Gerät lassen sich Lightshow und Videoeinblendungen für Diskotheken, Clubs oder Konzerte steuern. Das Projekt setzt dabei nicht nur auf Open Source Software, sondern auch auf Open Hardware. Battle der Content Management Systeme: Wer professionelle Webauftritte anbietet, konnte sich über die Stärken der Systeme Typo3 und Plone informieren. Interessant für MySQL-Verächter: Plone läuft ohne MySQL. Das Orga-Team bittet schon jetzt um Rückmeldung zum 7. BLIT. Begründung: Man will beim 8. BLIT noch besser werden. Hat sich das Orga-Team schon einmal so früh festgelegt? ### Red im Kino: Spreng's noch einmal, Bruce Actionfilme könnten ein Riesenspaß sein, wenn sie nicht ständig versuchten, mehr zu sein. Erst kürzlich in "Inception" konnte man verfolgen, wie sich ein eigentlich packender Film final im Selbstmitleid seines Helden ertränkte. Damit lag der Film im Trend: Kaum ein Hollywood-Heroe, der nicht an sich selbst litte. Oder nehmen wir einen gewissen Bond, James Bond. Wie ist er doch abgesackt vom coolen Geheimagenten zum Amok laufenden Nervenbündel! Man fühlt sich peinlich berührt, wenn knallharte Killer, Agenten und Cops wort-, oft sogar tränenreich von böser Kindheit, verlorener Geliebten oder gemeuchelten Kindern stammeln. Und nach dem Film fühlt sich der Zuschauer wie ein Psychoanalytiker nach einem langen Arbeitstag. Der Held ist Antiheld, ist geschundene Existenz und kann nicht anders, das ist die Botschaft des modernen Actionkinos. Aber jetzt läuft „Red“ in den Kinos. Ausbruch aus dem Altersdomizil R.E.D. steht für „Retired, extremly dangerous“, „im Ruhestand, extrem gefährlich“. Diesen Ruhestand halten sie einfach nicht aus, die rauflustigen Rentner, die sich durch diesen Film ballern. Kein Wunder, wenn wir dem ehemaligen Geheimagenten Frank Moses (Bruce Willis) bei seinen täglichen Verrichtungen zuschauen. Mit grauem Gesicht nippt er in seinem grauen Vorstadthaus einsam an einer Kaffeetasse. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist Sarah (hinreißend naiv: Mary-Louise Parker), seine Sachbearbeiterin bei der Pensionskasse. Ein Swat-Team erlöst ihn - und den Zuschauer - aus dieser Tristesse. Moses schaltet das Killerkommando aus, legt dabei sein Haus, seinen Vorstadtmittelschichtkerker in Schutt und Sägemehl. Gemeinsam mit Sarah sucht Frank nun die Leute, die ihm nach dem Leben trachten. Wie weiland die Blues Brothers reist er durch die Staaten, um die Band wieder zusammenzubringen. Butterfahrt der Zerstörung Der abgehalfterte Joe Matheson (Morgan Freeman) vegetiert in einem Pflegeheim dahin. Der paranoide Marvin (John Malkovich) verbirgt sich in den Sümpfen Floridas vor finsteren Mächten. Und Victoria (Helen Mirren), eine vollendete Lady mit feinen Umgangsformen, lebt in einem viktorianischen Herrenhaus mit Blümchenporzellan und  Nippesfigürchendie, entpuppt sich aber als eiskalte Profikillerin. Vier Senioren auf einer Butterfahrt der Zerstörung quer durch die Vereinigten Staaten. Nur Heizdecken brauchen sie nicht. Immer auf der Flucht vor dem CIA-Killer William Cooper (Karl Urban), der Frank Moses zur Strecke bringen soll. „Das ist ein Riesenspaß“, sagt Helen Mirren in einer Szene zwischen zwei Salven aus ihrem automatischen Maschinengewehr. Altrocker singen zur Schlägerei Und das ist Red: Einen Riesenspaß hat der deutsche Regisseur Robert Schwentke („Die Frau des Zeitreisenden“, „Flightplan“) hier inszeniert. Ein Film, der nicht mehr sein will als er ist. Schwentke seziert seine Helden nicht, er verzerrt sie aber auch nicht zur Karikatur. Sein Film nimmt sich nur einfach nicht ernster als es ein Unterhaltungsfilm tun sollte. So kreischt unverkennbar Steven Tyler vom rockenden Altenheim Aerosmith, während Frank Moses seinen Gegenspieler Cooper vermöbelt. Red lebt von seinem fantastischen Schauspielerensemble. Allen voran Helen Mirren. Nie hat man eine ältere Dame so elegant im Abendkleid von Pumps in Militärstiefel umsteigen sehen. Grandios auch Richard Dreyfus, der nur eine Nebenrolle abbekommen hat. Der in die Jahre gekommene Star gibt einen überwältigend zynischen rundlichen, weißhaarigen Industriellen. Bis in die Nebenrollen kommt kein Zweifel auf: Bei diesen Dreharbeiten haben die Darsteller richtig Spaß gehabt. Groovigster Soundtrack seit Ocean's Eleven Einzig John Malkovich wirkt mit der einfachen Struktur seines Charakters gelegentlich etwas unterfordert und schrammt am Klamauk vorbei. Außerdem tut Schwentke mit dem Schluss weder seinem Film, noch den Darstellern einen Gefallen und schon gar nicht dem Publikum. Red ist Roadmovie, Komödie und Thriller zugleich mit dem groovigsten Soundtrack seit Ocean‘s Eleven. Red ist rasant, unterhaltsam und garantiert sinnfrei. Er nervt weder mit unerwünschten Innenansichten seiner Charaktere noch versuchen seine Helden die Welt zu retten. Am Ende bekommt Raubein Moses das Mädchen und die grauen Panther kehren natürlich nicht ins Altersheim zurück. Wer bei Red nach einer Botschaft sucht, darf den Zitaten aus anderen Filmen im Geist noch eines hinzufügen: „Yippie Yah Yeah, Schweinebacke!“ ### Countdown zum 7. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) 7. Brandenburger Linux-Infotag in Potsdam Es läuft auf nahezu allen Computern, ist sicher, stabil und absolut kostenlos. Das freie Computerbetriebssystem Linux steht im Mittelpunkt des Brandenburger Linux-Infotages. Die größte regelmäßige Linux-Veranstaltung im Land Brandenburg findet in diesem Jahr, am 6. November, zum siebten Mal statt. Von 10 bis 19 Uhr können Neugierige sich über Linux und andere freie Computerprogramme informieren. Benutzer bekommen fachkundige Antworten auf alle Fragen. PC- und Linux-Profis finden Zeit und Raum zum Fachsimpeln. Unter dem Motto „Eintritt frei” lädt der 7. Brandenburger Linux-Infotag vor allem Einsteiger an den Standort Griebnitzsee der Uni Potsdam ein - selbstverständlich bei freiem Eintritt zu allen Veranstaltungen. Der BLIT eignet sich auch für einen Familienausflug. Die Veranstalter bieten während der gesamten Öffnungszeit eine Kinderbetreuung an. Für das leibliche Wohl sorgt die Uni-Mensa.    Programm Tipps und Tricks für Linux-Einsteiger „Eintritt frei" - unter diesem Motto richtet sich der 7. Brandenburger Linux-Infotag vor allem an Neulinge in der Welt der freien Software. An Einsteiger und Privatpersonen wendet sich beispielsweise Ubuntu. Das Linux aus Südafrika hat sich zum wohl beliebtesten Linux für Einsteiger und Privatanwender entwickelt. Besucher des BLIT können Ubuntu an einem Stand in der Ausstellungshalle sowie in einem Vortrag für Einsteiger kennenlernen. Workshop: Linux und Windows auf einem Rechner Ein weiterer Vortrag für Einsteiger stellt openSuse vor. Dessen Vorgänger Suse Linux zählte zu den allerersten Linux-Varianten (Distributionen), die konsequent auf einfache Installation und Bedienung setzten. Linux lässt sich problemlos neben Windows auf ein und demselben Rechner installieren. Wie das gemacht wird, können die BLIT-Besucher in einem Workshop am Beispiel von FluxFlux lernen. Auch FluxFlux zählt zu den einsteigerfreundlichen Linux-Distributionen und hat sich vor allem als Komplettsystem für Netbooks einen Namen gemacht. FluxFlux ist außerdem mit einem Stand in der Ausstellungshalle vertreten. Workshop: In drei Minuten zum perfekten Digitalfoto Zu den bekanntesten freien, quelloffenen (Open Source) Computerprogrammen zählt die mächtige Bildbearbeitung GIMP. Das Programm kann in seinen Möglichkeiten mit den besten kommerziellen Bildbearbeitungsprogrammen konkurrieren. In einem Workshop auf dem BLIT lernen Besucher, wie sie mit GIMP in drei Minuten das beste aus einem Digitalfoto herausholen. Etwas anspruchsvoller ist der Umgang mit Inkscape. Das Vektorgrafikprogramm gilt als eines der besten seiner Art, verlangt aber umfangreichere Vorkenntnisse. Wie man die Möglichkeiten von Inkscape optimal nutzt, zeigt ein Workshop auf dem BLIT. Berufliche Qualifikation für Linux-Profis Wie in den Vorjahren wendet sich der BLIT auch an Linux-Könner. Wer die Beschäftigung mit Linux zum Beruf machen will, kann beispielsweise die Prüfung zu einem der begehrten Zertifikate des Linux Professional Institute (LPI) ablegen. Die Zertifikate sind berufliche Qualifikationen für Linux-Administratoren. Anbieter, Projekte und Initiativen in der Ausstellungshalle In der Ausstellungshalle vermitteln zahlreiche Projekte, Initiativen und Anbieter einen Eindruck von der Vielfalt freier Software. Auf dem BLIT gibt es für fast jede Frage zum Einsatz von Linux oder freien Computerprogrammen eine Antwort. So stellt sich LibreOffice vor. Das neu gegründete Projekt will die bekannte Bürosoftware OpenOffice.org weiterentwickeln. Das Projekt OpenStreetMap zeigt, dass es aktuelles Kartenmaterial nicht nur von einem bekannten Suchmaschinenanbieter gibt. Die Karten von OpenStreetMaps sind gratis und laufen sogar auf einigen Navis. Wer ein Andenken kaufen will, findet beim Fanartikelanbieter Tuxman reiche Auswahl. Das Programm des 7. Brandenburger Linux-Infotags steht zum Download im Internet: http://blit.org/zeitplan. Auf der BLIT-Seite (http://blit.org) gibt es viele weitere Informationen über den Brandenburger Linux-Infotag. Der Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) Der Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) ist die größte regelmäßige Veranstaltung rund um Linux und freie Software im Land Brandenburg. Er findet jährlich jeweils im November statt. Der 7. BLIT ist der dritte, den die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Linux User Group Potsdam (upLUG) gemeinsam mit der Uni Potsdam in Griebnitzsee veranstalten. Der BLIT versteht sich als Querschnitt durch Projekte und Entwicklungen rund um freie, quelloffene Software - weit über Linux hinaus - und als Treffpunkt der Open-Source-Szene im Großraum Berlin-Brandenburg. Der 6.BLIT lockte im November 2009 insgesamt 350 Besucher nach Potsdam-Griebnitzsee. Seit 2008 findet der Brandenburger Linux-Infotag in Potsdam statt. Den ersten BLIT veranstaltete die BraLUG 2004 damals noch mit der Fachhochschule Brandenburg in Brandenburg an der Havel. ### Fotos: Off Art 2010 in Brandenburg an der Havel Ein Querschnitt durch das künstlerische Schaffen in Brandenburg an der Havel: Das will die Off Art sein. Einmal im Jahr dürfen in dieser Ausstellung Brandenburger Künstler ausstellen: Maler, Fotografen, Bildhauer. Jeder kann dazu Werke einreichen. Eine Jury oder eine Auswahl gibt es nicht. Meine neue Fotogalerie zeigt Eindrücke von der Eröffnung der 14. Off Art. Von Kitsch bis Kunst ist alles dabei. Gegenständliche Bilder hängen neben expressionistischen Farberuptionen. Dazwischen greifen Plastiken Raum. Besonders stark sind die Fotos. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. November in der Kunsthalle Brennabor Galerie zu sehen. Es lohnt sich. ### Zum 15. Todesjahr von Rory Gallagher Jeans, Holzfällerhemden, verschrammelte Fender Stratocaster Gitarre. So haben ihn seine Fans noch heute in Erinnerung. Vor 15 Jahren starb der irische Bluesrockgitarrist Rory Gallagher. Das Video zeigt einen Mitschnitt des Songs "Moonchild" eingespielt auf Gallaghers letzter Tournee 1994. Der Clip zeigt den Blesrock-Puristen noch einmal musikalisch in Hochform, körperlich aber gezeichnet von seiner Alkoholsucht. Die machte 1995 eine Lebertransplantation unvermeidlich, die Gallagher nicht überlebte. Rory Gallagher - Moonchild - MyVideo Rory Gallagher prägte spätestens nach seinem Auftritt im Rockpalast 1977 das Bild der ehrlichen Haut, die einzig für ihre Musik lebt, die knorrig den Eitelkeiten des Showgeschäfts trotzt . Rory Gallagher wurde 47 Jahre alt. "Moonchild" befindet sich auf Rory Gallaghers Erfolgsalbum "Calling Card" von 1976. Und hier ist der Titelsong. Live im Rockpalast. ### Facebook für den Kunstfreund Facebook für die Teenies, openartcollection.com für die Kunstfreaks.  Open Art Collection will das Web 2.0 für den Kunstmarkt sein. Hier soll der Künstler zum Sammler finden. Open Art Collection ist das Geisteskind der Unternehmer und Kunstliebhaber David Dehaeck und Nathalie Haveman. Im Beratergremium sitzt nach Angeben des Portals ein gewisser Jan Hoet. Der belgische Ausstellungsmacher verantwortete 1992 die Documenta IX in Kassel, eine der populärsten Documenten. Die Initiatoren wollen eine Art Kunst-Web erschaffen, in dem Sammler ihre Kollektionen ausstellen können, in dem junge Künstler ihre Kunst bekannt machen können und in dem weniger erfahrene Sammler Rat für Auktionen bekommen. Eine Basis-Mitgliedschaft kostet nichts. Dafür kann man ein Profilfoto und drei Fotos von Kunstwerken hochladen und bekommt Zugang zu einer Menge von Aktivitäten auf der Platform. Ein Basis-Plus-Abonnement kostet pro Monat 7,95 US-Dollar. Ein Premium-Abonnement kostet 29,95 Dollar. ### Schlaf: Nachts aufwachen ist normal Wer nachts nicht durch-schläft, erhöht sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Das wird Ihr Arzt sagen, wenn Sie ihm Durchschlafstörungen beichten. Außerdem verschlafen Sie im Unternehmen Ihr Karriere. Wem im Meeting immer der Kopf aufs polierte Rauchglas der Tischplatte knallt, der wird nie zur Führungsriege zählen, zu den Movers and Shakers. Dabei haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden: Wenn Sie Durchschlafstörungen haben, dann liegt der Fehler nicht unbedingt bei Ihnen, sondern mitunter beim Doc, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ethnologen sind indigenen Völkern (das ist P.C. für "Naturvölker") auf deren Nachtlager nachgestiegen. Sie stellten fest: Der indigene Naturbursche schnarcht einträchtig in großen Gruppen, umgeben vom lieben Vieh. Die ganze Nacht steht immer mal jemand auf und legt sich wieder hin. Daraus leiten die Forscher ab: Nachts aufwachen und pullern gehen ist normal. Der Mittagsschlaf leider auch. Wahrscheinlich schlafen Menschen erst durch, seit Fabriken und Büros dam Nickerchen zur Mittagsstunde den garaus gemacht haben - nicht nur für die Movers and Shakers. Unsere Vorfahren wachten hingegen wahrscheinlich schon seit der Morgendämmerung der Menschheit nachts immer mal auf. Schon, um wieder zurück auf den Baum zu klettern. Heute schlucken geplagte Zivilisationsmenschen Pillen gegen nächtlichen Harndrang und Schlaftabletten für einen lehrbuchmäßigen Schlaf. Alles nur um noch mehr arbeiten zu können, um Karriere zu machen. Dabei schenken Führungskräfte schenken ihren Arbeitgebern schon jetzt jeden Monat zwei Arbeitstage in Form von Überstunden. Da bleibt keine Zeit für nächtlichen Harndrang. Foto: © Susi69/Pixelio.de ### Mandriva MUD-LXDE 2010.1 auf dem EeePC Der Herbst kommt, die Abende werden länger. Da gibt es genug Zeit, mit Linux-Distributionen zu hantieren. Mit MUD-LXDE 2010.1 beispielsweise. MUD steht für Mandrivauser Deutschland, die deutsche Mandriva-Community. Die vorliegende Distribution ist nun schon das zweite MUD-LXDE-Linux, das seinen Weg auf meinen Asus Eeepc 701 4G gefunden hat. Die Version 2010.0 hat mir viel Freude gemacht. Es verwendet, wie schon der Name sagt, den schlanken LXDE-Desktop und setzt auf Mandriva Linux 2010.1 auf, das seit Juli zum Download steht. Mit MUD-LXDE 2010.1 haben die Entwickler viele Verbesserungen umgesetzt. Leider hat es auch ein paar irritierende Fehler mitbekommen. Dazu später mehr. Ausstattung: 2010.1 mit schlankem Browser und Mail-Client MUD-LXDE 2010.1 setzt - endlich - auf den Chromium-Browser. Die Community-Alternative zu Googles Chrome Browser ist ein guter Ersatz für den Mozilla Firefox. Wer sich für den schlanken LXDE-Desktop entschieden hat, sollte sich nicht mit dem Schwergewicht aus dem Hause Mozilla belasten. Der Chromium passt sehr viel besser zu einem schlanken System. Beifall bekommen die Mandrivauser auch für den Einsatz von Claws-Mail als E-Mail Client. Auch hier schlägt sich der sparsame Umgang mit den Ressourcen des kleinen Eeepc direkt auf die Performance nieder. Claws-Mail startet schneller als ein Client wie beispielsweise Thunderbird und reagiert auch ansonsten flüssiger. Für mich kein Thema, da ich seit der Opera-Version 10.60 den norwegischen Browser auch für E-Mail verwende. Der ist noch um einiges schneller als Claws-Mail und lässt sich mittlerweile auch ganz anständig konfigurieren. Ansonsten verlässt sich MUD auf die LXDE-Standardanwendungen, den Dateimanager PCManFM und den Editor Leafpad. Für Bildbearbeitung ist Gimp an Bord. Geschrieben wird mit Abiword. Multimediatechnisch kommt MUD-LXDE in Vollausstattung. Neben lieben Bekannten wie Xine und VLC haben die Distributoren auch den DVB-T-Client MeTV beigepackt. MUD-LXDE basiert eben auf Mandriva One 2010.1 und verfügt damit außerdem bereits über Flash-Player und Multimediacodecs. MUD-LXDE 2010.1: Auf die Platte! Mandriva-typisch gelangt man im Live-Betrieb auf die Arbeitsfläche. Der Benutzer "live" (kein Passwort) ist angelegt. Root heißt natürlich "root" und funktioniert ebenfalls ohne Passwort. Nach dem Einloggen drängt sich der Chromium Browser dem Benutzer auf. Wer das System installieren will, sollte dem Drängen nachgeben. Das Dokument, das sich dann öffnet leitet den Benutzer durch einige Vorarbeiten für die Installation. So muss man Sprache, Tastaturbelegung und Zeitzone schon vor der Installation einstellen. Nach der Installation ist das nicht mehr möglich. Wer sich durch die Anleitung gearbeitet hat, darf mit der Installation beginnen. Aber wo geht es zur Installation? Auf dem Desktop findet sich kein Button. Man muss sich durchs Menü klicken. Nach der Vorgängerversion hätten sich einige User darüber beschwert, dass nach der Installation der Installationsbutton weiter auf dem Desktop beblieben ist, beantwortet die Mandrivauser-Community meine Anfrage. Geschmackssache. Wer bei der Partitionierung des Speicherplatzes den Fortgeschrittenenmodus verwendet, sollte bei der Gelegenheit als Option "noatime" einstellen. Das verringert Schreibzugriffe auf den Festspeicher des Eeepc 701 und verlängert damit die Lebensdauer des Festplattenersatzes. MUD-LXDE 2010.1 im Einsatz Das MUD bootet nicht nur schneller als die Version 2020.0. Es läuft auch flüssiger auf dem Eeepc-Veteranen. Opera lässt sich seit 2010.1 aus den Mandriva-Quellen installieren. Nachinstallieren müssen Besitzer des Eeepc auch das Paket „gconf-editor“. Der Editor war bei 2010.0 noch standardmäßig an Bord. Jetzt muss man ihn nachinstallieren. Und man sollte ihn installieren. Nur mit ihm lassen sich falsche Akku-Warnungen stoppen. Denn der Akku des Eeepc gibt notorisch falsche Informationen über seinen Ladezustand ans System. [update] Weiteres Manko: Die Hotkeys für die Lautstärkeregelung auf dem EeePC 701 funktionieren nicht.[/update] Wer viel unterwegs ist und das Internet oft per Surf-Stick besucht, lernt das Mandriva Netzwerk-Center lieben. Ist die Verbindung einmal hergestellt, hält Mandriva sie aufrecht. Durchfährt der Zug ein Funkloch, stellt das System die Verbindung sofort wieder her, wenn die ersten Funksignale durch die Außenhaut des Zuges dringen - ohne erneute Einwahl. Kein anderer grafischer Netzwerkmanger hat das bisher auf meinem Eeepc geschafft. Tücken im System Für den Unterwegssurfer bleibt Mandriva das Maß der Dinge. Doch auch die Tücken des Systems haben mit dem Netzwerk-Center zu tun. Bei der Kontaktaufnahme per WLan meldet das Netzwerk-Center oft einen Verbindungsfehler. Der Fehler begleitet Mandriva schon seit 2010 und betrifft auch seine Ableger. Auch bei PCLinuxOS trat der Fehler auf meinem Eeepc auf. Das Internet quillt über vor Klagen und Workarounds zu diesem Problem (Beispiel: Mandrivauser.de). Mein WLan daheim lässt sich konfigurieren und ansonsten hängt der Eeepc immer am Surf-Stick. Aber eine Schwachstelle ist das auf jeden Fall. Mandriva täte gut daran, das Problem zu lösen. Bei MUD-LXDE 2010.1 stellte sich ein weiterer Fehler ein. Das Netzwerk-Center lässt sich manchmal nicht starten. Es meldet dann ein falsches Passwort. [update] Der Fehler tritt nur auf, wenn man sich automatisch am System anmelden lässt. Kurz abmelden und neu einloggen, dann geht es. Wer sich jedesmal selbst mit Benutzer und Passwort einloggt, der hat kein Problem. Mir scheint, dass beim automatischen Anmelden das Passwortverwaltungsprogramm (Gnome-Keyring) das Passwort nicht erhält. [/update] Unter dem Strich Wer noch die 2010.0 des MUD-LXDE-Linux betreibt, sollte dabei bleiben. Es bleibt mein Lieblings-Linux auf dem EeePC. Der Nachfolger startet schneller, läuft flüssiger, ist besser ausgestattet. [update] Mandriva ist von Haus aus kein leichtes Linux. Es bietet ein Maximum an grafischen Tools, und frisst Ressourcen. Um Mandriva zu erleichtern haben die Verantwortlichen der Mandriva-Community auf spracheinstellungen während der Installation verzichtet und den Mandriva-typischen Anmeldemanager GDM durch den leichtgewichtigeren LXDM ersetzt. Die Mühe zahlt sich aus in einem System, das auf dem kleinsten EeePC flüssiger läuft als jede andere Mandriva-Distribution zuvor. Wer auf die automatische Anmeldung verzichten kann, darf sich an einem flüssigen System und an den nch wie vor konkurrenzlosen UMTS-Fähigkeiten des Netzwerk-Centers freuen.[/update] ### Letzte Chance: Mitmachen beim Brandenburger Linux-Infotag Für den 7. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) in Potsdam suchen die Veranstalter noch Aussteller, Workshops und Vorträge. Mit einem Stand beteiligen können sich nicht nur Anbieter und Dienstleister rund um freie Software. Auch Linux User Groups und freie Projekte sind dem BLIT-Team willkommen. Der 7. BLIT findet am 6. November auf dem Campus Griebnitzsee der Uni Potsdam statt. Wer sich noch beteiligen will, sollte sich beeilen. Als Anmeldeschluss haben die Veranstalter auf den 17. September vorgesehen. Der BLIT wird organisiert von der Brandenburger Linux User Group (BraLUG), der Linux User Group Potsdam (upLUG) und der Universität Potsdam. Interessenten melden sich online:  http://blit.org/mitmachen oder per E-Mail: mitmachen@blit.org Rund um den BLIT: http://blit.org BLIT-Blog: http://blit.org/blog BraLUG: http://bralug.de upLUG: http://uplug.de Institut für Informatik der Universität Potsdam: http://www.cs.uni-potsdam.de ### Buchtipp: Val McDermid - Nacht unter Tag Misha Prentice sucht ihren vor langer Zeit verschwundenen Vater, den Bergmann Mick Prentice. Er allein kann seinem Enkel mit einer Knochenmarkspende das Leben retten. Doch vor zwanzig Jahren verließ er die Familie - und verschwand. Szenenwechsel: Die Journalistin Annabel "Bel" Richmond findet in der Toskana ein Plakat, das mit einer Entführung zu tun haben könnte, die nie aufgeklärt wurde. Damals wurden Tochter und Enkel des steinreichen schottischen Industriellen Broderick Malennan Grant entführt. Auch das ist zwanzig Jahre her. Ein Zufall? Nicht in Val McDermids routiniertem Thriller "Nacht unter Tag". Obwohl der Zufall in dem Krimi eine entscheidende Rolle spielt. Die launische Macht der Zufälle verstrickte schon vor zwanzig Jahren die Lebenswege der Akteure. Die Polizistin Karen Pirie ermitelt und liefert sich mit der Journalistin Bel ein Wettrennen um die Wahrheit, denn die ehrgeizige Journalistin wittert ihre große Chance. Val McDermid, Schöpferin des Profilers Tony Hill ("Hautnah - die Methode Hill") , zählt zu den fleißigsten und routiniertesten Krimiautorinnen Großbritanniens. Sie kennt die Zutaten für einen spannenden Krimi. Dunkle Familiengeheimnisse, tragische Liebesgeschichten, glaubhafte Charaktere. Bei diesem Triathlon kommt Val McDermid nur in der dritten Disziplin leicht ins Straucheln. So recht gelungen sind der Krimiautorin nur jene Personen, die sie kennt. McDermid, selbst Tochter einer Bergmannsfamilie, erzählt uns von der Not der schottischen Bergleute während des großen Bergarbeiterstreiks 1985. Da liegen Ruß und Kohlenstaub in der Luft. Sie schickt uns ins Abenteuer mit einem ungeheuer sympathischen Ermittlerteam. Sie lässt uns eine Welt voll schottischer Knorrigkeit erleben. Der schwerreiche Brodie Grant bleibt hingegen das Abziehbild eines Despoten. Unter dem Strich hat Val McDermid einen spannenden Krimi professionell erzählt. Geschickt wechselt sie zwischen den Zeiten, ohne den Leser zu verwirren. Da verzeiht man die eine oder andere kleine Schwäche. ### Sarrazin: Hypothese von Verdummung nicht haltbar Hamburg (ots) - "Mit seinem mehrfach wiederholten Satz 'Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent erblich' zeigt Thilo Sarrazin, dass er Grundlegendes über Erblichkeit und Intelligenz nicht verstanden hat", schreibt die Zürcher Psychologin Elsbeth Stern in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Auf Arbeiten der Wissenschaftlerin hatte sich der umstrittene Bundesbank-Vorstand explizit berufen. Stern tritt in einem Gastbeitrag Sarrazins Interpretation von Erblichkeit und einer angeblichen Verdummung der Gesellschaft entgegen. Man müsse "viele seiner Folgerungen infrage stellen". Stern argumentiert unter anderem, dass nicht das absolute Ausmaß der Intelligenz, sondern vielmehr die Abweichung vom Mittel ("Varianz") durch Unterschiede im Erbgut bedingt seien. Intelligenz sei ein komplexes Merkmal, dessen Vererbung "das Ergebnis glücklicher Zufälle bei der Bildung von Eizellen und Spermien sowie der Befruchtung" sei. Elsbeth Stern betont daher: "Aus Erblichkeit und Fertilität im Dreisatz auf eine drohende Verdummung zu schließen, wie Thilo Sarrazin es tut, ist mit einer komplexen Anlage wie Intelligenz schlicht nicht möglich und ignoriert zudem die vielfältigen sozialen Einflüsse." Dazu zählten unter anderem Elternhaus und Schule. Elsbeth Stern forscht an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich auf den Fachgebieten Lernen und Intelligenz. Sie zählt zu den führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet. Zuvor hat sie als Professorin an mehreren Hochschulen in Deutschland und der Schweiz, sowie am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung gearbeitet. Sie schließt ihren Gastbeitrag mit der Prognose: "Es wird zu keinem Einbruch des Durchschnitts-IQ in  Deutschland kommen, wenn Menschen, die sich in der unteren Hälfte der Intelligenzverteilung befinden, mehr Kinder haben." ### HiFi-Klassiker: Sennheiser HD414 Der Sennheiser HD414 gilt als der meist verkaufte Kopfhörer aller Zeiten. 1968, im Jahr seiner Markteinführung, war er eine Revolution: Der erste offene Kopfhörer und ein HiFi-Klassiker. "Cans" nennt der Engländer den Kopfhörer. Kannen. Und wie Kannen wirkten früher die Kopfhörer. Wie riesige Kübel saßen sie über den Ohren. Damit sie dort blieben, mussten mächtige Metallbügel die Muscheln an den Schädel pressen. Fast war es als trüge man rechts und links einen VW Käfer am Kopf. Erst 1968 konnten die Pressköpfe aufatmen. Der Sennheiser HD414 wirkte wie - ja wie eigentlich? Auf jeden Fall nicht wie Kopfhörer. Er schien aus wenig mehr zu bestehen als einem leichten Plastikbügel. An den Enden saßen geradezu winzige Schallwandler. Farbige Schaumstoffpolster verhinderten, dass sich die scharfen Kanten der Minihörer in den Ohrmuscheln verewigten. Mehr nicht. Sennheiser behauptete, es sei gelungen, die Treiber so kompakt zu bauen, dass der schmächtige HD414 klinge wie ein Großer. Und das tat er. Mehr noch: Was die Natürlichkeit des Klangbildes anging, setzte der HD414 neue Maßstäbe. Und auch das hatte mit seiner revolutionären Einfachheit zu tun: Der HD414 war der erste offene Kopfhörer. Die Sennheiser-Ingenieure brauchten keine Resonanzen niederzuringen, die sich in den ohrumschließenden Muscheln der Konkurrenz leicht aufbauen konnten. Je nach Geschmack konnte der HD414 damit im Bass auf Anhieb etwas dünn klingen. Doch seine Stärke spielte er vor allem auf Zeit aus. Das geringe Gewicht führte auch nach Stunden nicht zu Nackenschmerzen. Und weil der HD414 so leicht war, brauchte er keinen hohen Anpressdruck. Im Gegenteil. Er hielt sogar, wenn man den Bügel unter dem Kinn trug. Frauen trugen den HD414 auf diese Weise. Andere Kopfhörer ruinierten die Frisur. Schnell setzte sich der HD414 auch in den Rundfunkstudios und in den Übertragungswagen durch. Er klang hervorragend, trug sich leicht und passte ins Reisegepäck. Dabei war er nicht einmal teurer als die Konkurrenz. Bis in die 80-er Jahre blieb der HD414 in immer wieder leicht veränderten Versionen auf dem Markt. Ersatzteile liefert Sennheiser bis heute. Das betrifft zum einen die anfälligen Kabel, die schnell mal brachen. Vor allem aber die Ohrpolster lösten sich schnell auf. Tipp: Der Onlineversender Thomann verkauft Polster für den HD414. 10 Millionen Exemplare will Sennheiser von diesem wunderbaren Kopfhörer verkauft haben.  Der HD414 war der erste Kopfhörer für Unterwegs. Ohne offene Kopfhörer wie diesen hätte es nie einen Walkman gegeben. ### Lin2go: FluxFlux 2010.2 im Test Linux drauf, ab ins Internet -arbeiten, skypen oder was auch immer. Für diesen Zweck fallen die  immer gleichen Empfehlungen: Ubuntu, Opensuse, Mandriva. Mit den großen Namen unter den Linuxen können die Lin2go-Entwickler Manfred Müller und Thomas Schönhütl nicht konkurrieren. Doch ihre Linux-Distribution Fluxflux ist ein rundes Paket voller cleverer Detaillösungen. Das zeigt ein Test der neuen Version 2010.2. Installiert habe ich Fluxflux auf meinem Netbook-Oldie EeePc 701. Für EeePCs lässt sich Fluxflux in einer auf den EeePC angepassten Version starten. Die Unterstützung für die EeePCs hat Fluxflux unter Freunden dieser Mini-Computer viele treue Freunde beschert. Besitzer von Netbooks oder leistungsschwachen PCs können Fluxflux zudem mit der Boot-Option "noload=openoffice " starten. Dann startet der PC lediglich mit der wesentlich schlankeren Textverarbeitung Abiword. Das spart Speicherplatz. Schon die Live-Version startet überraschend schnell. Ein erklärtes Ziel von Manfred Müller. Linux mit Vollausstattung FluxFlux zeigt sich mit einem aufgeräumten Openbox-Desktop. Oben befindet sich die WBar, eine Schnellstartleiste mit dem lustigen Lupeneffekt beim Drüberfahren, den MacOS so beliebt gemacht hat. Dort befindet sich der Starter für den Firefox-Browser und für den Mail-Client Thunderbird. Musikhören, Filme, Grafik, Fernsehen - für so gut wie jede gebäuchliche Anwendung hat FluxFlux 2010.2 ein passendes Werkzeug an Bord. Mit FluxFlux-2010.2 ins Internet Als Netzwerkmanager gibt FluxFlux dem schlanken WICD den Vorzug vor Tools wie dem Gnome-Network-Manager. Auch hier spart das System Gewicht. Außerdem kommt WICD besser damit zurecht, wenn eine WLAN-Verbindung oft abbricht. Meine Internetverbindung besitzt diese Eigenart (1&1). Nachteil von WICD: Das Programm kann keine UMTS-Verbindungen verwalten. Darum haben die Entwickler dem Einwahlprogramm wvdial ein Skript verpasst. Das macht das Kommandozeilenprogramm intuitiv bedienbar. Zunächst gibt man die PIN ein. Zum Einrichten der Netzwerkverbindung braucht man die Anschlussnummer, APN, Benutzername und Passwort. Diese Angaben erhält man vom Netzanbieter oder aus dem Internet. Mit meiner Klarmobil-SIM habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, in alle Texteingabefelder "internet" einzugeben. Die Telefonnummer habe ich anfangs eingegeben. Das hat nicht funktioniert. Bei einem zweiten Versuch habe ich den Standardwert *99# stehengelassen. Damit ging es. Die Verbindung bleibt bestehen, solange das Fenster geöffnet bleibt. Kurze Funklöcher überbrückt das UMTS-Programm beim Surfen in der Bahn problemlos. Dehnt sich die digitale Einöde, muss sich der Surfer neu einwählen. Stationär funktioniert die UMTS-Einwahl zuverlässig. Installation Die Installation von FluxFlux 2010.2 startet mit dem Partitionsprogramm Gparted. Damit formatiert man die Festplatte oder den Festspeicher. Ein Lob verdient FluxFlux dfür, dass es noch das Dateisystem ext2 anbietet. Das ist zwar weniger betriebssicher als aktuelle Dateisysteme. Ext2 besitzt kein Journaling. Dadurch ist es weniger ausfallsicher als akuelle Systeme, vermeidet aber auch zu viele Schreibzugriffe auf die Festplatte. Das verlängert unter Umständen die Lebensdauer von Festspeichern (SSD), wie sie in den frühen EeePCs verarbeitet wurden. Im Weiteren sollten auch Einsteiger alle Angaben richtig eingeben können. Zur Installation mehr in einem [update] am Ende des Beitrags. FluxFlux 2010.2 auf der Platte Installiert startet FluxFlux-2010.2 in Windeseile. 30 Sekunden nach dem Drücken des Einschaltknopfs auf meinem EeePC 701 kann ich ein Browserfenster öffnen. Um Plattenplatz zu sparen, habe ich auf einen Auslagerungsspeicher (SWAP) verzichtet. Dennoch laufen alle Anwendungen flüssig. Es bleibt zwar darin hinter Ubuntu mit LXDE-Desktop ein wenig zurück, kommt dafür aber mit der besseren Ausstattung. Ich erinnere nur an die Kombination von WICD und dem UMTS-Skript, das besser läuft als der häufig verwendete Gnome-Network-Manager. Mit Funklöchern kommt der Netzwerkmanager von Mandriva, den auch PCLinuxOS verwendet, besser zurecht. Er bleibt auch bei längeren Aussetzern zwischen Brandenburg HBF und Berlin-Friedrichstraße in der Spur. Fazit: Als Basis von FluxFlux haben die Entwickler Slackware ausgewählt. Die älteste noch gepflegte Linux-Distribution zeichnet sich durch Stabilität aus, genießt aber nicht die Unterstützung der großen Distributionen. In den Standardpaketquellen sind zwar die wichtigsten Programme verfügbar. Nach ausgefallenen Programmen oder nach Alternativen muss man allerdings im Internet suchen. FluxFlux-2010.2 sollte man als rundes Paket betrachten. Es wendet sich nicht an Bastler, sondern an all jene, die einfach ein praxistaugliches voll ausgestattetes Betriebssystem für ihren EeePC suchen. Auf dem Lenovo G530 machte sich FluxFlux nicht ganz so gut. Die Tastenbefehle für Lautstärke und Helligkeit funktionierten nicht. EeePC-Nutzer können die Suche bei FluxFlux-2010.2 beenden. Wer sein Betriebssystem an persönliche Vorlieben anpassen will, sollte sich bei anderen Distributionen umsehen. Hier liegt die große Stärke der Debian- und Ubuntu-Ableger. Wer sich für ein anderes System entscheidet, muss unter Umständen aber auch an Details arbeiten, die bei FluxFlux ganz selbstverständlich funktionieren. Die Tastenkombinationen zum Regulieren der Lautstärke beispielsweise. [update] Tücken der Installation Über Debian heißt es: Jedes Huhn kann Debian installieren.Vorausgesetzt, man legt genug Körner auf die Entertaste. Mit dem Drücken der Entertaste kommt man nicht durch die Installation von Fluxflux. Auf dem Desktop haben die Entwickler jedoch eine ausführliche Installationsanleitung mit Screenshots hinterlegt. Wer sich an die Anleitung hält, muss nur noch auf zwei Tücken gefasst sein: 1. Das Installationslaufwerk muss nach dem Partitionieren neu eingehängt werden. Fluxflux verwendet den Partitionseditor Gparted. Eigentlich ein komfortables Programm. Zur Partitionierung muss das Installationslaufwerk ausgehängt werden. Das kann Gparted nicht von allein. Ebensowenig hängt das Programm danach die Platte wieder ein. Leider meldet auch die weitere Installationsroutine keinen Fehler, wenn die Platte nicht eingehängt ist. Erst nach der Installation merkt der Benutzer, dass kein System vorhanden ist. Das Einhängen des Installationslaufwerkes geschieht über "Partition" -> "Einhängen" 2. Beim Anlegen des Benutzerzugangs nur einmal das Passwort eingeben. Im Grunde erklärt genau das auch die Installationshilfe. Doch der Benutzer ist gewöhnt, ein neues Passwort in der Zeile darunter zu bestätigen. Tut er das zum Abschluss der Partitionierung für Fluxflux, dann schreibt er das Passwort in das Feld zum Eintragen der Gruppen. Ergebnis: Der Benutzer ist für keine existierende Gruppe im System eingetragen und kann sich folglich auch nicht anmelden. [/update] ### Kino: Inception - Matrix meets Titanic Träume zerplatzen nicht sanft wie Seifenblasen, sie versinken in einem Reigen aus umherfliegenden Gebäudeteilen, Bäumen, Autos und Menschen. Christopher Nolan lässt in "Inception" die Träume seiner Protagonisten mit der Wucht von Nuklearwaffen implodieren - und die Logik auch.  Wenn ein Film in diesem Jahr den Titel "Blockbuster" verdient hat, dann dieses Weltenerschaffungs- und -zerstörungsepos mit Leonardo DiCaprio. DiCaprio spielt Dom Cobb, einen käuflichen Spion. Einen Experten, der mit seinem Team die Träume der Mächtigen infiltriert, um deren Unterbewusstsein Geheimnisse zu entreißen. In der Realität gejagt von Polizei und ehemaligen Auftraggebern, bekommt der desillusionierte Geheimagent eine letzte Chance, in ein normales Leben an der Seite seiner Kinder zurückzukehren. Er muss die Träume des Industriellen Robert Fisher (Cilian Murphy) heimsuchen. Dort soll er im Auftrag des Japaners Saito (Ken Watanabe) aber nicht etwa Geheimnisse ausschnüffeln. Er soll Fisher einen Gedanken einpflanzen. "Inception" nennt sich dieser Vorgang. Das Unternehmen gerät in Gefahr, weil Cobb seine real tote Frau Mal (Marion Cotillard) nicht aus seinen Träumen verbannen kann. Für Action sorgen außerdem Fishers geträumte Leibwächter, sogenannte "Extractors". Anleihen bei Matrix und Star Trek Schon bevor diese Schutztruppen des Unterbewusstseins die Szene betreten, werden sich Cineasten an den Kultfilm "Matrix" erinnert fühlen. Wie Neo und Morpheus die Matrix nur angeschlossen an ein Gerät betreten können, so brauchen auch Dom Cobb und seine Mannen ein Gerät für das "Traumsharing". Inception walzt allerdings die Frage aus, was denn nun besser sei, Traum oder Wirklichkeit. Für zwei Stunden gibt diese Frage allerdings nicht genug her. Titanic meets Matrix im Limbus Zehn Jahre später sind die Spezialeffekte natürlich um einiges spektakulärer als in der Matrix. Immerhin faltet Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Christopher Nolan ein ganzes Pariser Wohnviertel über Kopf, wie einen Briefbogen. Das hilft leider nicht über die vor sich hin holpernde Handlung hinweg, über Spinnereien von einem "Limbus", den Nolan aus dem Star-Trek-Film "Das Treffen der Generationen" entliehen hat. Ein Ort, an dem unvorsichtige Zeitreisende stranden - beispielsweise, wenn sie in einer Traumebene sterben (Fragen Sie nur nicht nach Logik!). Bei Star Trek hieß das virtuelle Nirvana "Nexus". Um dem Spektakel wenigstens eine Spur von inhaltlichem Zusammenhalt zu verleihen, lässt Nolan DiCaprio und seine Filmfrau Cotillard in einer schicksalsschweren Liebesgeschichte um die Wette stammeln, schluchzen und klagen. Tinac meets Matrix. Zehn Jahre nach Matrix reichen natürlich Traum und Wirklichkeit nicht mehr aus. Nolan schichtet Traumebene auf Traumebene.  Im Gewusel der Handlungsfäden sollte man schnell bereit sein, jeden Wunsch nach Logik und Glaubwürdigkeit aufzugeben. Nur dann lassen sich die spektakulären Bilder genießen. Und das gute Schauspielerensemble. Angeführt von einem DiCaprio, der hier an sein eindringliches Spiel in Shutter Island anknüpft. Lesetipp: Inception auf Zeit-Online. Foto: Warner Bros. ### Lenovo G530 mit Linux Netbooks wie der Asus EeePC haben der Industrie gezeigt, dass es einen Markt gibt für zuverlässige Technik zum günstigen Preis. Computer für den Alltag. Darum kann sich kein Hersteller mehr drücken. Entsprechend niedrig liegen die Preise für derartige Basisgeräte. Wer auf ein Windows-Betriebssystem verzichten kann, bekommt bei Lenovo und HP schon Notebooks unter 300 Euro. Ich verzichte gern und habe mich für das Lenovo G530 entschieden, inklusive Feigenblatt-Betriebssystem FreeDOS. Lass mich aus der Rikscha fallen Im Versandhandel gibt es das Gerät zum Netbook-Preis. Und wie ein Asus EeePC der ersten Generation wirkt das Lenovo. Ein Arbeitsgerät, wie es die Hersteller für die wachsenden Computermärkte in den Schwellenländern konzipieren. So strahlt das Lenovo eine beruhigende Stabilität aus. Es sagt seinem Besitzer: Lass mich ruhig aus der Rikscha fallen oder vom Muli, ich schaff' das schon. Das raue schwarze Plastegehäuse wirkt mindestens so solide wie das der günstigen IBM Thinkpads - und genauso unscheinbar. Um es neutral zu formulieren. Dennoch würde ich das Gerät in der Rikscha gut festhalten, und beim Reiten gehört es in eine gepolsterte Satteltasche. Bei mir dient das G530 als Heimrechner. Ich trage es zwischen Couch, Sessel und Tisch hin und her. Diese Strecken schaffe ich auch in meinem Alter noch ganz gut zu Fuß. Außerdem werkelt das Lenovo durchgängig am Netzkabel. Deswegen fehlen Erfahrungswerte, wie lange der Akku hält. Kein ThinkLight, kein TrackPoint Schade! Dem "kleinen" Lenovo fehlt das Think-Light. Die kleine LED im Deckel beleuchtet bei Stromausfall die Tastatur der Thinkpads. Ein Vorteil im winterlichen Münsterland. Leider fehlt auch der geniale Trackpoint der IBMs. Der Lenovo-Billigheimer muss sich mit einem Touchpad zufrieden geben. Die meisten Käufer werden das ohnehin eher gewohnt sein. Die Mausersatztasten unterhalb des Pads knacken ohrenbetäubend. Außerdem ist der Absatz zwischen Touchpad und Tasten kaum zu erfühlen. Nicht gut für Zehn-Finger-blind-Tipper und Menschen, die den Winter im Münsterland verbringen. Neben dem schwarzen Bakelitgehäuse führt Lenovo auch eine weitere IBM-Tradition fort: die Tastatur. IBM Thinkpads waren und sind die besten Reiseschreibmaschinen. Und da hält das Lenovo G530 mit: Die Tastatur biegt sich nicht durch wie bei vielen anderen Billigmodellen. Die Tasten besitzen einen gesunden Hub, einen deutlichen Druckpunkt und nicht das kleinste bisschen Spiel. Super. Mandriva, Ubuntu: Linux auf dem Lenovo G530 Das Lenovo gilt als gutmütiger Gastgeber für Linux. Deshalb fiel meine Wahl auf das Gerät als Nachfolger meines alten Thinkpad. Einzig der Treiber für den WLAN-Chip sei nachzuinstallieren, heißt es in Internetblogs. Kleiner Tipp: Das Lenovo besitzt einen Harware-Schalter an der Vorderseite. Liebhaber alter Thinkpads kennen diesen Schalter nicht und sollten nicht versäumen, ihn einzuschalten. Das erspart Peinlichkeiten bei Anfragen in Linux-Foren. Zuerst landete eine Live-CD mit [update] Mandriva 2010.1 One im Laufwerk des Lenovo G530. Überraschung: Mandriva bringt den Treiber fürs WLAN gleich mit. Der Netzwerkmanager listet alle verfügbaren WLANs auf. In der brandaktuellen Version 2010.1 erkennt Mandriva die Sondertasten (Hotkeys) besser. So lässt sich beispielsweise die Lautstärke endlich über die entsprechende Tastenkombination (Fn + Pfeiltasten) verändern. [/update] Mandriva ist eine ausgezeichnete Wahl für Linux-Einsteiger auf dem Lenovo G530. Beim Download auf die Version One achten! Die hat bereits eine Menge Multimedia-Codecs an Bord. Zweiter Anlauf: Ubuntu 10.04, das ich anschließend gleich installiert habe. Ubuntu schlägt nach dem ersten Start zwei WLAN-Treiber von Broadcom zur Installation vor: Broadcom-STA und b43. Broadcom-STA ist der richtige. Einfach per Mausklick installieren. Tipp: Der umsichtige Besitzer hängt sein Notebook für diesen Vorgang ans LAN-Kabel. Nach einem Neustart sollte das WLAN funktionieren. Für Ubuntu spricht die sensationell kurze Startzeit. Innerhalb weniger Sekunden meldet sich das Notebook zum Dienst. Außerdem funktionieren die Hotkeys. Nachteil gegenüber Mandriva: Die Multimedia-Ausstattung muss man sich nachträglich zusammenstoppeln. Fazit: So laut ist der Lüfter auch wieder nicht Gamer und Videokünstler werden die Rechnerarchitektur an ihre Grenzen führen - und darüber hinaus. Für alle anderen Fälle hält das robuste Arbeitstier Lenovo G530 genug Leistung bereit. Sicher: Es gibt anderswo für mehr Geld hochwertigere Verarbeitung und einen leiseren Lüfter. Aber ob die teurere Konkurrenz tatsächlich länger hält, muss sie beweisen. Und so laut ist der Lüfter nun auch wieder nicht. Foto: Lenovo Daten: Intel Celeron 2,2 Ghz, 1024 MB RAM, 160 GB Festplatte. ### Eeebuntu wird Aurora Aus Eeebuntu wird Aurora. Der Name habe nicht mehr gepasst, nachdem das Netbook-Linux nicht mehr Ubuntu als Basis nutzt, schreiben die Entwickler im Aurora-Blog. Zudem hat offenbar der Ubuntu-Anbieter Canonical Druck ausgeübt, weil er die Namensrechte an den Silben "-buntu" hält. Erhalten bleibt das Ziel einer einsteigerfreundlichen Linux-Distribution für den EeePC und andere Netbooks. Aurora soll sich aber auch für größere Systeme eignen. Die Eeebuntu-Entwickler hatten im Dezember angekündigt, von Ubuntu als Basis zu Debian Unstable ("Sid") zu wechseln. Ein Release-Termin für die erste stabile Version von Aurora steht nicht fest. ### Joachim Gauck: Einen Monat Präsident Der Monat Juni neigt sich dem Ende zu und mit ihm die Amtszeit des Fast-Bundespräsidenten. Gemeint ist nicht der Bundesratspräsident, der laut Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Gemeint ist Joachim Gauck, der Präsidentschaftskandidat von Grünen und SPD. Im Wahlgang um das höchste Staatsamt hat er kaum eine relle Chance. Und keiner wird das so gelassen sehen wie die, die ihn nominiert haben: SPD und Bündnis 90/Die Grünen.   Aber einen Monat hat der knorrige Kandidat die Schlagzeilen beherrscht. Einen Monat lang hielt Gauck die Reden. Einen Monat sonnte er sich im Zuspruch von Fangemeinden bei Facebook. Einen Monat konnte man glauben, er sei Präsident. Denn einen Monat lang fiel kein Wort über Wulff. Christian Wulff (CDU) präsentierte sich einen Monat lang so wie er seit jeher die niedersächsischen Staatsgeschäfte führt: Farblos. Fassungslos mag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Monat lang den PR-Coup von Rot und Grün verfolgt haben. Das liegt an der Personalie Joachim Gauck. Der Mann ist eher wirtschaftsliberal und wertkonservativ. Ein rückwärts Gewandter, der natürliche Feind eines rot-grünen Zukunftsprojekts, wie auch immer das aussehen könnte. Obwohl Gauck einst dem Bündnis 90 anghörte, das in der Grünenpartei aufging: So einer passt zur CSU, die ihn tatsächlich - 1999 - selbst einmal zum Bundespräsidenten wählen wollte. Rot-Grün hat Gauck als parteilosen Kandidaten nominiert. Dabei ist er das genaue Gegenteil. Joachim Gauck ist ein taktischer Kandidat, eine parteipolitische Geheimwaffe. Instrument einer Opposition, die eindrucksvoll zeigt, wie wenig Respekt die Parteien dem Amt des Bundespräsidenten entgegenbringen. Sie benutzen das höchste Staatsamt, das Amt des Repräsentanten unserer Republik, einzig um dem (partei-) politischen Gegner zu schaden. Man sollte SPD und Grünen tatsächlich eine Direktwahl des Bundespräsidenten wünschen. Denn dann müssten sie mit Joachim Gauck leben. Länger als einen Monat. Verdient hätten sie es. ### Ubuntu-Howto: Systemcheck verschieben Alle 30 Systemstarts checkt Ubuntu das Dateisystem. Ein automatischer Dateisystemcheck ist zwar gerade für eine Linux-Distribution sinnvoll, die sich an Neulinge wendet. Jeder 30. Start eines Laufwerks ist aber übertrieben. Der Linux-Guru Michael Kofler beschreibt in "Pro-Linux", wie man das Intervall hochsetzt. Im Terminal geben wir ein: sudo tune2fs -i 365 -c 200 /dev/sda1 Die Laufwerksbezeichnung "sda1" müssen wir natürlich durch die echten Laufwerksbezeichnungen ersetzen. Das ergibt der Befehl "df" im Terminal. Wer die Kommandozeile fürchtet, kann auch im Partitionsmanager "gparted" nachschauen. Übrigens unverständlich, dass der nicht in der Standardausstattung enthalten ist. Wer eine zweite Partition, beispielsweise für "/home" verwendet, muss den Befehl natürlich zweimal ausführen und die Laufwerksbezeichnung jeweils ändern. Damit erfolgt der Systemcheck erst, nachdem das Laufwerk 200 Mal gemountet worden ist. Der Workaround ist Teil einer größeren Anleitung, in der Kofler Tipps für Ubuntu-Fans gibt, die Linux-Laien mit einem Computer mit vorinstalliertem Ubuntu  beschenken wollen. Unbedingt lesen! ### Mitmachen beim 7. Brandenburger Linux-Infotag Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Potsdamer Linux User Group (upLUG) laden gemeinsam mit der Universität Potsdam zum 7. Brandenburger Linux-Infotag ein. Unter dem Motto "Eintritt frei" geht es am 6. November 2010 in Potsdam einen Tag lang um Linux und freie Software. Dazu rufen die Veranstalter Referenten, Aussteller und Sponsoren zum Mitmachen auf. Der 7. BLIT soll stärker als die vorangegangenen Veranstaltungen auf Workshops setzen. In diesen Workshops sollen insbesondere Linux-Einsteiger und -Umsteiger lernen können, wie sie gewohnte Aufgaben mit freier Software erledigen können. Willkommen sind natürlich auch Vorträge und Workshops, die sich an fortgeschrittene Anwender von Linux und freier Software wenden. Außerdem rufen die Veranstalter LUGs, Initiativen, Anbieter und freie Projekte auf dem Gebiet von Linux und freier Software auf, sich mit Ständen zu beteiligen. Gern gesehen sind auch helfende Hände oder Sponsoren. Referenten, Helfer und Sponsoren können sich bis zum 12. September 2010 im Internet anmelden: http://blit.org/mitmachen Anregungen und Fragen per E-Mail: info@blit.org Rund um den BLIT: http://blit.org BLIT-Blog: http://blit.org/blog BraLUG: http://bralug.de upLUG: http://uplug.de Institut für Informatik der Universität Potsdam: http://www.cs.uni-potsdam.de Über den BLIT Der Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) ist die größte regelmäßige Linux-Veranstaltung im Land Brandenburg. Er findet jährlich statt. Der 7. BLIT ist der dritte in Zusammenarbeit und unter dem Dach der Universität Potsdam. Die Organisation übernehmen ehrenamtlich Mitglieder der Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und der Linux User Group Potsdam (upLUG). ### WM-Notizen: Düren - Guter Boden für Nationalspieler Vielleicht liegt es am Wasser, vielleicht an der guten Luft: Die Stadt Düren am Nordrand der Eifel hat auf ihre Bevölkerung umgerechnet bemerkenswert viele Fußballnationalspieler in Deutschland hervorgebracht. Fünf Träger des Bundesadlers hat Düren seit 1934 hervorgebracht. Bei nur 93.000 Einwohnern. Das will das ZEITmagazin herausgefunden haben, und so steht es auf einer Deutschlandkarte verzeichnet. Absolut führt Gelsenkirchen: Die Schalke-Stadt hat seit 1934 von allen deutschen Städten die meisten Fußball-Nationalspieler hervorgebracht. 14 Spieler stammen aus der Barockstadt an der Ruhr. Auf Platz zwei der Geburtsorte aller Spieler rangiert das soeben fußballerisch abgestiegene Berlin mit elf Spielern, gefolgt von München (9), Hamburg (8) und Düsseldorf (7). ### Grüne fragen nach Vermissten in Afghanistan Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag verlangt Auskunft über den Verbleib von 33 Personen, die nach Angaben des Bundesverteidigungsministerium von deutschen Soldaten der internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) vor dem 26. April 2007 in Gewahrsam genommen worden sind. In einer Kleinen Anfrage wollen die Grünen darüber informiert werden, wann die 33 Personen in Gewahrsam genommen wurden, ob und wann sie wieder auf freien Fuß gesetzt oder an andere Institutionen übergeben wurden. Die Grünen wollen zudem wissen, ob die Bundeswehr nach dem 26. April 2007 weitere Personen in Gewahrsam genommen haben oder an Festnahmen durch andere Isaf-Kontingente beteiligt waren. Am 26. April 2007 wurde der "Befehl zur Behandlung von Personen, die bei Auslandseinsätzen von deutschen Soldatinnen und Soldaten in Gewahrsam genommen werden" ausgegeben. Quelle: Bundestag ### Neuer Firefox auch für ältere Ubuntus Nutzer älterer Ubuntu-Versionen sollen demnächst zur aktuellen Version des Firefox-Browsers wechseln können. Die Version 3.6.4 soll in der nächsten Woche auch für die älteren Ubuntu-Versionen 8.04, 9.04 und 9.10 zur Verfügung stehen. Grund: Mozilla versorgt den in diesen Ubuntu-Distributionen verwendeten Firefox 3.0 nicht mehr mit Sicherheitsaktualisierungen. Das betrifft auch die Laufzeitumgebung XULRunner 1.9. Das Ubuntu-Desktop-Team will gemeinsam mit dem Firefox 3.6.4 XULRunner 1.9.2.4 für ältere Ubuntus ausliefern, heißt es in einer Ankündigung. Die Grundsätze von Ubuntu sahen bisher keine Aktualisierungen auf neue Programmversionen vor. Ubuntu braucht also ein neues Aktualisierungsmodell für Firefox. Gleichzeitig soll die Möglichkeit von Upgrades von einer Ubuntu-Version auf die andere erhalten bleiben. Die Ubuntu-Entwickler suchen nun Tester, die den neuen Firefox im altgedienten Ubuntu 8.04 "Hardy Heron" ausprobieren. ### Das iPad ist ... Seit Moses mit den zehn Geboten auf einer Steintafel den Berg Sinai herabstieg dürfte nicht mehr soviel Brimborium um ein quaderförmiges, flaches Stück Datenträger gemacht worden sein. Gefunden im eBusiness Blog ### Alkohol oder Zitronenaroma: Eins macht dumm Komasaufen macht dumm. Das haben Forscher jetzt an Affen erforscht. Ein einfacher Blick in die Pisa-Ergebnisse deutscher Achtklässler hätte ausgereicht. So muss man von Affen auf Menschen schließen. Was nicht auf alle Achtklässler zutrifft. Außerdem bleibt ein Restrisiko: Vielleicht macht auch das Zitronenaroma dumm, mit dem die Wissensschaftler den Sprit aromatisiert haben. Brennspiritus trinken wohl nicht einmal Affen. Dass Alkohol auch im Tierreich immer stärker zum Problem wird, erfahren wir aus der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). In Australien fallen die Loris sternhagelvoll vom Himmel. Tierschützer schlagen Alarm: Die Vögel saufen wie Teenager. Vielleicht macht aber auch ein Virus die an sich farbenfrohen Papageien blau. Wird es gefunden, sollte man auch an deutschen Trinkhallen danach fahnden. Wer weiß: Am Ende sind wir einfach nur krank. ### iPad:Digitale Steintafeln und das Ende der Vernunft Das iPad muss schon ein tolles Ding sein. Wer seine Hand darauf legen durfte, schwärmt. Manchem raubt der Apple-Flachman sogar buchstäblich den Verstand. Beispiel gefällig? Aber bitte sehr: Nehmen wir die Süddeutsche Zeitung. Dort widmet man dem iPad eine ganze Folge der Serie über die Zukunft des Journalismus. Mit einer ungewöhnlichen Dramaturgie. Niedergang des Journalismus? Kein Thema, schreiben die Autoren. Schließlich ist doch der Journalismus wie die Luft zum Atmen. Die schreibt man ja auch nicht ab, wenn es mal ein bisschen stinkt. Wo der Journalismus stinkt, erzählen uns die Autoren nicht. Ebensowenig erfahren wir, warum der Journalismus oder meinetwegen die Luft zum Atmen mit dem iPad besser riecht. Stattdessen erfahren wir, dass Papier geduldig ist, der Leser aber nicht. Für die Einlassungen in unserem SZ-Artikel brauchen wir aber Geduld. Zuerst erfahren wir noch, dass Papier ein Durchbruch für den Journalismus war, weil es praktischer ist als Steintafeln. Unglaublich! Ist die Zeitung die Steintafel im digitalen Zeitalter? Abwarten! Erst nach 5455 Zeichen (inklusive Leerzeichen) wird es dann technisch. Da geht es an den PC. Und dann flugs zum iPad. Denn das iPad macht den PC zur Steintafel des Apple-Zeitalters. Warum? Ganz einfach: Mäuse, Tastaturen, Menüs und so weiter sind „zweidimensional” (Fragen Sie nicht. Nehmen Sie‘s hin). Ein PC ohne Maus und Tasten, dafür aber auch ohne jede Erweiterungsmöglichkeit, ohne USB-Anschluss und mit eingeschweißtem Akku, das ist die Zukunft. Er bietet dem Journalismus neue Möglichkeiten lesen wir. Weil man das iPad schütteln kann und in der U-Bahn beim Lesen in einer Hand halten kann. Stimmt. Dazu eignet sich Muttis Tower PC nicht so gut. Und wer ein klobiges Multimedia-Notebook zur Rush Hour in der Berliner U-Bahn schüttelt, muss ganz sicher mit Schadenersatzforderungen rechnen. Dafür kommt er je nach Anzahl der Todesopfer in die Zeitung, oder auf den PC oder aufs iPad. Auf jeden Fall wird er Gegenstand des Journalismus. Ach ja! Journalismus! Ging es nicht darum? Wie war das nochmal? Warum riecht Journalismus auf dem iPad besser? Weil man auf dem iPad mit journalistischen Texten Buchstabensuppe spielen kann? Eine entsprechende Apps fürs iPad vorausgesetzt? Wirklich. Ganz bestimmt ein tolles Gerät, dieses iPad. Mit völlig neuen Möglichkeiten für den Qualitätsjournalismus. Meine Schuld, dass ich darauf bestehe auf digitalen Steintafeln zweidimensional zu lesen. Dafür hält sich der Flurschaden in der U-Bahn in Grenzen. Und ich kann sogar darauf schreiben. Das iPad verdammt mich zum passiven Konsum dessen, was mir andere vorsetzen. Was war nochmal die Steintafel? ### Howto: Thinkpad-Hotkeys unter Ubuntu und Linux Mint Viele Besitzer von IBM Thinkpads ärgern sich seit Ubuntu 9.04 darüber, dass die Lautstärketasten nicht wie gewohnt funktionieren. Drei kleine Tasten über der eigentlichen Tastatur senken oder steigern die Lautstärke bzw. schalten den Lautsprecher ab. Die Lautstärke lässt sich unter Ubuntu 9.04 und Ubuntu 9.10 zwar auch weiterhin steuern, es gibt aber keine optische Rückmeldung mehr. Außerdem hat das Lauter und Leiser über die sogenannten "Hotkeys" keinen Einfluss auf die Lautstärkeeinstellung im Panel-Applet. Lösung: "Hotkey-Setup" aus Ubuntu 8.10 Mit Ubuntu 8.10 kannten Thinkpad-Fans dieses Problem noch nicht. Hier setzt ein Lösungsvorschlag(Workaround) aus dem Thinkpad-Forum an. Betroffene Ubuntu- oder Mint-Nutzer sollten das Programm "Hotkey-Setup" deinstallieren, falls vorhanden: $ sudo apt-get remove hotkey-setup Falls das Paket - wie auf meinem R50e - nicht installiert ist, umso besser. Das "Hotkey-Setup" aus Ubuntu 8.10 "Intrepid Ibex" ist als Einzelpaket weiterhin verfügbar: http://packages.ubuntu.com/intrepid/i386/hotkey-setup/download. In der Dialogbox, die sich dann öffnet, klicken wir auf "Öffnen" (Foto rechts).  Ubuntu weist uns jetzt darauf hin, dass eine neuere Version in den Quellen vorhanden ist. Diesen Hinweis ignorieren wir und installieren das heruntergeladene Paket. Fertig! Anschließend können sich Thinkpad-Fans wieder über tadellos funktionierende Lautstärke-Hotkeys freuen. Zum Abschluss müssen wir dafür sorgen, dass unsere Version des Pakets "Hotkey-Setup" das nächste Update überlebt. Schließlich befindet sich eine neuere Version in den Quellen. Bei der nächsten Aktualisierung des Systems wird Ubuntu unweigerlich das neue (untaugliche) Paket installieren. Wir rufen den Paketmanager Synaptic auf und suchen das Paket "hotkey-setup". Durch Anklicken markieren wir das Paket. In der Menüleiste unter "Paket" finden wir einen Menüpunkt "Version sperren". Dort setzen wir ein Häkchen. Damit sollte die "veraltete" Version von "hotkey-setup" auch bei einem Update erhalten bleiben. Auch Debian betroffen Das Problem betrifft neuere Distributionen von Ubuntu (9.04, 9.10, evtl. 10.04) und vom auf Ubuntu basierenden Linux Mint. Betroffen ist auch das brandneue Fedora 13. Nutzer des Community-Linux Debian klagen ebenfalls über Probleme mit den Lautstärke-Hotkeys. Nach Angaben des Ubuntu-Launchpads betrifft das die folgenden Thinkpad-Modelle: X23, X24, X31, X32, X41, X60, T22, T40, T42, T60, R50e, R51, R52. Problem ### Ubuntu 10.04 und Linux Mint 9: Erst testen, dann upgraden Ubuntu 10.04 "Lucid Lynx" ist da. Wer nun schnell auf die neue Version upgraden will, könnte am Schluss mit dunklem Bildschirm dastehen. Ubuntu hat Probleme mit i845/i855-Grafikkarten von Intel, warnt auch Ikhaya, das Blog von Ubuntuusers.de. Eine dieser Grafikkarten verrichtet beispielsweise ihren Dienst in meinem IBM Thinkpad R50e. Wer sich nicht sicher ist, ob er eine der betroffenen Grafikkarten besitzt, sollte vor dem Upgrade Ubuntu 10.04 einen Testlauf mit der Live-CD gönnen. Fährt die bis zum grafischen Anmeldefenster hoch, dann sollten auch nach einem Upgrade auf Ubuntu 10.04 keine Probleme entstehen. Der Testlauf ist dringend empfohlen. Wer eine der betroffenen Grafikkarten betreibt und nach einem Upgrade mit schwarzem Bildschirm dasteht, kann das System retten. Glasens Blog beschreibt einen Lösungsweg. Der dürfte aber den unerfahrenen Ubuntu-Nutzer überfordern. In Glasens Blog finden betroffene Ubuntianer auch eine angepasste ISO-Datei zum Brennen auf Datei oder USB-Stick. Wenn auch dieses angepasste Ubuntu 10.04 beim Start hängenbleibt - wie auf meinem Thinkpad beispielsweise -, dann bleibt nur das Warten und Hoffen, dass das Problem mit den Intel-Grafikchips demnächst behoben ist. Dasselbe Problem betrifft im Übrigen auch das ebenfalls beliebte Linux Mint. Die jetzt veröffentlichte Version 9 "Isadora" ärgert manchen Thinkpad-Besitzer ebenfalls mit schwarzem Bildschirm. Linux Mint basiert auf Ubuntu. ### 10 Gründe, Facebook zu verlassen Die Web2.0-Portale stehen in der Kritik: Datenschleudern, Datenkraken allesamt. Kein Tag, an dem unsere tapfere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) nicht gegen Facebook, MySpace, Studi-, Schüler oder BabyVZ zu Felde zieht. Es gibt aber auch noch viele andere Gründe, aus denen man Facebook & Co.den Rücken kehren könnte. Zehn Gründe, Facebook zu verlassen, finden Sie in der folgenden Checkliste, die selbstverständlich auch für andere Web 2.0-Portale gilt. Auf geht's: Das aktuellste Foto, das Sie eingestellt haben, ist das mit der Schultüte. Sie studieren auf der Website Ihrer Volkshochschule gespannt das Angebot an Häkelkursen, während Sie beim Social Network Ihrer Wahl eingeloggt sind. Sie finden die Leute zum Kotzen, mit denen Sie befreundet sind. Noch abstoßender finden Sie Leute, die mit solchen Leuten befreundet sind, mit denen Sie befreundet sind. Auf dem Facebook-Lesezeichen in Ihrem Browser liegt eine dicke Staubschicht. Beim letzten Versuch, sich bei Facebook einzuloggen, haben Sie bemerkt, dass Ihr neuer Computer Sütterlin gar nicht mehr unterstützt. Sie bekommen einen Schreck, weil Ihre Freunde seit Ihrem letzten Besuch in Facebook alle grauhaarig sind oder Glatze haben und einige verstorben sind. Sie fangen an, darüber nachzudenken, dass jede Minute bei Facebook eine verlorene Minute ist, die Sie soviel sinnvoller mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten” verbringen könnten. Sie fangen an, sich Freunde im richtigen Leben zu suchen. Sie haben vergessen, was Facebook eigentlich ist. ### Billig-Akkus für Notebooks besser als ihr Ruf Billig-Akkus für Notebooks sind besser als ihr Ruf. Das will das Computermagazin c't in einem Test für die aktuell Ausgabe 11/10 herausgefunden haben. Statt teure Originale bei den Herstellern zu kaufen, könne man bis zu zwei Drittel des Preises mit günstigen Nachbauten sparen, schreibt die Redaktion vorab. Die Kapazität soll etwas geringer ausfallen. Da heißt es: Rechnen, ob der Preisvorteil das aufwiegt. Einige Nachbauten haben im Test aber sogar besser abgeschnitten als das Original. Schnäppchenjäger sollten darauf achten, dass beim Online-Händler eine komplette Adresse im Impressum steht. Sonst gibt es Probleme beim Umtausch. Im c't-Test sind immerhin zwei fehlerhafte Akkus von seriösen Händlern gelandet - beide wurden aber anstandslos ersetzt. Und wenn der Akku dann nach Hongkong geschickt werden muss, ist der Preisvorteil dahin. Gebrauchtakkus sind keine Alternative, warnt c't: Handelsübliche Akkus verlieren laut Faustregel nach zwei bis drei Jahren Lagerung bei Zimmertemperatur etwa 50 Prozent ihrer Kapazität. Eine vom Endkunden erkennbare Kennzeichnung mit dem Herstellungsdatum gibt es aber nicht. ### Blog-Relaunch Sieben Jahre lang hat mich das Wordpress-Thema begleitet, das Taula Communication für mein Blog maßgeschneidert hat. Zeit für einen Relaunch. Die Grundstruktur der Seite wollte ich übernehmen. Meine Wahl fiel auf das das Thema Minimalism von Christian Genähr. Der Name des Themas ist Programm. Minimalism lässt allerhand Raum für eigene Ideen. Den Hintergrund habe ich vom alten Thema übernommen. Die Navigation wanderte nach Rechts. Dadurch soll der Content an Gewicht gewinnen. Auch die etwas dezentere Farbigkeit soll stärker als bisher hinter den Inhalt zurücktreten. Gleichzeitig wollte ich den Gesamteindruck, die Persönlichkeit der alten Seite hinüberretten. Ich hoffe, das ist mir gelungen. ### Blut für Blumenbeete in Afghanistan Über den Särgen von toten Bundeswehrsoldaten strickt die Bundeskanzlerin vorsorglich an einer Dolchstoßlegende. Die deutschen Soldaten könnten in Afghanistan nur dann erfolgreich sein, wenn die Heimatfront hinter ihnen stehe, sagte Angela Merkel (CDU) bei der feierlichen Beisetzung gefallener Bundeswehrsoldaten am Wochenende. Ein Mühlsteinchen, das die Kanzlerin nach dem - absehbaren - Desaster am Hindukusch den Befürwortern eines raschen Abzugs um den Hals zu hängen gedenkt. Und ein Desaster steht dieser Bundesregierung ins Haus - oder der nächsten.  Darauf lassen alarmierende Berichte schließen, die so gar nicht zu den Durchhalteparolen aus dem Kanzleramt passen wollen. Auf Bild.de äußern sich Bundeswehrsoldaten resigniert über die afghanischen Kameraden. Den afghanischen Truppen, mit denen die Kameraden patrouillieren sollen, sei nicht zu trauen: Schlecht ausgebildet, nicht motiviert. Plünderungen betrachten sie als Sold. Außerdem sei den einheimischen Kameraden nicht zu trauen: Manche Familien verteilten ihre Söhne unter die Polizei oder die Armee einerseits und die Taliban andererseits. Die Beziehungsgeflechte zwischen Taliban, Clans und Warlords seien viel mächtiger als die Regierung in Kabul, berichtet auch "Spiegel Online". Das Magazin beruft sich auf Polizeiausbilder. Wenn deutsche Polizeiausbilder mit ihren afghanischen Kollegen Streife laufen, dann sprechen sie von "Sterben gehen". Denn Polizisten sind beliebte Ziele für die Aufständischen. Sie genießen in der Bevölkerung den Ruf von Wegelagerern. Kein Wunder: Es zieht auch nur jene in den Polizeidienst, die anderswo kein Auskommen finden. 90 Prozent sind Analphabeten, die Mehrheit der Polizisten für den Polizeidienst vollkommen ungeeignet, schimpfen die deutschen Beamten in "Spiegel Online". Unter diesen Voraussetzungen wollen westliche Politiker am Hindukusch eine Demokratie nach europäischem oder nordamerikanischem Vorbild errichten. Ein System mit braven Staatsbürgern, die Steuern zahlen, ihre Kinder - auch die Töchter - zur Schule schicken, die Müll trennen, die auf die Rente sparen oder auf ein Häuschen im Grünen. Aber gedeihen Blumenbeete in Afghanistan? Hat irgendjemand die Afghanen gefragt, wie sie sich ihre Zukunft wünschen? In einem hat Angela Merkel Recht: Wenn der Westen am Hindukusch versagt, dann ist das eine Katastrophe. Nur hat er schon versagt. Zu viele ausgebombte Hochzeitsgesellschaften, zu arrogantes Auftreten. Das mag man in Washington noch nicht eingesehen haben, in Berlin jedoch schon. Doch bis Washington und Berlin das eingestehen, werden noch viele beflaggte Särge über den Bildschirm geistern. Noch mehr, wenn sich US-General McChrystal mit seiner Charme-Offensive durchsetzt, wenn deutsche Soldaten und Polizisten mit ihren afghanischen Kameraden einträchtig um die Häuser ziehen sollen. Eine reizende Gesellschaft, wie man so liest. ### Howto: Browser in Thunderbird festlegen Da kann man im Betriebssystem noch so oft beliebige Browser als Standard vorgeben: Mozillas famoser Mail-Client Thunderbird öffnet Links nur im Stallgefährten Firefox. Wer Thunderbird einen anderen Browser aufzwingen möchte, muss sich tief ins Einstellungsmenü begeben. Bearbeiten => Einstellungen => Erweitert => Konfiguration bearbeiten In der sich dann öffnenden endlosen Auflistung kryptischer Einträge finden wir die folgenden drei Einträge: network.protocol-handler.app.http network.protocol-handler.app.https network.protocol-handler.app.ftp Jedem dieser Einträge ist ab Werk der Befehl zugeordnet: /usr/bin/firefox In diesem Befehl tauschen wir jetzt Firefox durch einen beliebigen anderen Browser aus. In meinem Fall Opera: /usr/bin/opera Jetzt schließen wir die Datei. Thunderbird übernimmt die neue Einstellung ohne Neustart. ### Internet-Stick von Congstar Der Mobilfunkdiscounter Congstar will am Trend zum mobilen Internet mitverdienen. Die Telekomtochter bietet einen Prepaid Internet-Stick inklusive einer Tagesflatrate an. Pro Tag im Internet fällt eine Pauschale von 2,49 Euro an. Das Unternehmen folgt damit dem Beispiel von Fonic, dem ersten Discounter, der einen Tarif speziell für mobile Internetnutzung anbot. Wie für die Fonic-Flat gilt auch für Congstar: Genau nachrechnen, ob sich's lohnt. Die Tagesflat lohnt sich in der Regel nur für Kunden, die gelegentlich, dann aber ausgiebig surfen. Für die tägliche E-Mailabfrage im Zug kommt eine volumenbasierte Abrechnung günstiger. Interessant für regelmäßige Unterwegssurfer Internet Flat 500 des Discounters Klarmobil. Dort zahlt man für ein montliches Datenvolumen von 500 MB eine Pauschale von 9,95 Euro. Wer das Inklusivvolumen überschreitet, wird auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Mehrkosten können beim Surfen aber nicht entstehen. Den Congstar Internet-Stick gibt es zunächst nur im Internet. Ab dem 10. April soll er auch bei allen real-Märkten an der Kasse liegen. Kostenpunkt: 39,99 Euro Aktionspreis bis zum 30. Juni 2010. Danach soll der Stick 59,99 Euro kosten. Wer bis zum 30. Juni zuschlägt, dem spendiert Congstar 10 Euro Startguthaben, das sind umgerechnet vier Tage Surfen umsonst. ### CD-Tipp: Paul Millns - Calling all Clowns "Paul Millns ist ein Musiker der leisen Art, der um seine Person nie viel Wirbel gemacht hat", heißt es auf seiner deutschsprachigen Homepage. Das ist noch untertrieben. Die englischsprachige Wikipedia erwähnt ihn nur als Sideman, beispielsweise von Eric Burdon. Nun könnte man es dabei belassen, wenn dieser Mann, dieser Paul Millns nicht in regelmäßigen Abständen Platten veröffentlichte, die zu den feinsten ihres Genres zählen. CDs voll großartiger, hinreißender Songs mit melancholischem Grundton. Da macht auch "Calling All Clowns" keine Ausnahme. Wie immer dominieren hier melancholische Betrachtungen über das Leben ("The Moon Might Know"), über die Welt ("The Way Of The World") und von der Sehnsucht nach dem Hafen, dem Heimkommen ("Homing In On You"). Diese tiefgründigen Momente kontrastiert er mit Mini-Kabarettstücken wie "Slippery Sam", die ihm vielfach Vergleiche mit Tom Waits eingebracht haben. Wie dieser singt er zum Piano Songs, die sich aus Blues, Jazz und Folk speisen. Und dann auch noch die raue Stimme ... Ein anderer Vergleich liegt bei den Platten von Paul Millns in der Luft: Randy Newman. Mit Newman verbindet Millns sein Hang zur Perfektion. Jeden einzelnen Song arrangiert der Brite penibel durch. Perfekt ausgewogen erklingen die Instrumente. Und auch nach wiederholtem Hören überrascht uns Millns mit zuvor überhörten Details. Unvergleichlich ist jedoch Millns sprachliche Finesse. Er langweilt seine Hörer nicht mit abgedroschenen Bildern, sondern findet immer wieder neue packende Umschreibungen. In der Summe sind seine Songs Stück für Stück kleine Kunstwerke. Selbst ein Song, den er gar nicht geschrieben hat: Paul Millns Version des Jazz-Standards "My Funny Valentine" ist die bewegendste seit jener spröde-zerbrechlichen Einspielung auf Ricky Lee Jones' Jahrhundertalbum "Pop Pop". Man möchte Paul Millns  endlich das große Publikum wünschen, das ein solcher Künstler verdient hat. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese Songs in der O2-World genießen könnte. Und: Wer weiß? Vielleicht könnte er nicht mehr so wunderschöne Songs schreiben, wenn Paparazzi und Bavo-Reporter sein Haus belagern würden. Paul Millns: Calling All Clowns, Acoustic Music. ### LXDE für Einsteiger: Mandriva-LXDE auf dem Eee-PC Der LXDE-Desktop entwickelt sich immer mehr zur dritten Kraft unter den Desktopumgebungen für Linux. Weil die großen Desktopumgebungen KDE und Gnome immer umfangreicher werden und auch XFCE längst nicht mehr sparsam mit den Ressourcen der Technik umgeht, etabliert sich der schlanke LXDE als Retter für leistungsschwache Computer. Sein Nachteil: Er gilt nicht unbedingt als für Einsteiger komfortabel und leicht zu konfigurieren. Zu den Leistungsschwächlingen zählen viele Netbooks, mein Asus Eee-PC 701 4G beispielsweise. Inzwischen gibt es LXDE auch für Mandriva. Die Desktopumgebung rund um den Windowmanager Openbox lässt sich nachinstallieren. Oder man nimmt die Live-CD von Mandriva-LXDE. Die Mandriva-Community bietet sie zum Download im Internet an. Mandriva-LXDE: Live auf dem USB-Stick Um Die ISO-Datei bootfähig auf den USB-Stick zu bekommen, brauchen wir das Skript Mandriva-Seed. Hier erfolgt der Download auf ungewöhnliche Weise. Ein Klick auf Mandriva-Seed.sh öffnet eine Textdatei. Den Inhalt kopieren wir in eine eigene Textdatei. Diese Datei machen wir über einen Rechtsklick auf das Dateisymbol und einen Klick auf "Eigenschaften" ausführbar. Mit einem Doppelklick startet Mandriva-Seed. Man sucht die heruntergeladene Mandriva-ISO-Datei und brennt sie auf den Stick. Auf dem Eee-PC bereitet Mandriva keinerlei Probleme. WLAN erkennt das System sofort - auch wenn die Einwahl über den Netzwerkmanager ein wenig dauern kann. Ein Tipp nebenbei: Man sollte die automatische Konfiguration des LAN-Anschlusses abschalten, sonst informiert Mandriva laufend darüber, dass leider kein Kabel gefunden wurde. Auch die Konfiguration meines Surf-Sticks gelang schnell und einfach. Das System läuft so flüssig wie ich es von LXDE gewohnt bin. An Bord sind die übrigen Verdächtigen: der Editor Leafpad, der Dateimanager PCManFM und - großes Lob - Abiword und Gnumeric statt OpenOffice. Ob GIMP und das Vectorgrafikprogramm Inkscape auf einem Netbook sinnvoll sind, sei dahin gestellt. Die Entwickler haben sich entschieden, Seamonkey statt Firefox vorzuinstallieren. Diese Entscheidung geht in Ordnung, das spart Ressourcen gegenüber der Kombination von Firefox und Thunderbird. Wie bei meinem gewohnten Crunchbang Linux informiert der Systemmonitor Conky über Prozessorlast und Speicherverbrauch. Auf Mandriva-LXDE kann man zwischen zwei Conky-Einstellungen wählen. In der Standardeinstellung "Kugeln" passt die Batterieanzeige nicht mehr auf den Schirm. In der informativeren Einstellung "Normal" passt die Liste mit den Tastatur-Shortcuts nicht mehr auf das 7"-Display des Eee-PC. Ein ganz dickes Lob  für die grafischen Verwaltungstools. Damit können auch Einsteiger innerhalb kurzer Zeit ihren Openbox an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Mandriva schlägt in dieser Hinsicht auch den Ubuntu-Ableger Lubuntu. Die Mandriva-Community hat mit der LXDE-Variante ganze Arbeit geleistet. Sie bringt Komfort auf den LXDE-Desktop, ohne ihn zu belasten, langsamer zu machen. Leider funktionieren nicht alle Fn-Tastenkombinationen. Die Lautstärkeregelung beispielsweise geht nicht über Tastatur-Shortcut. Das trifft aber auch auf viele andere Distributionen auf dem Eee-PC zu. Apropos Harwaretypen: Auf meinem IBM Thinkpad R50e scheiterte Mandriva-LXDE am WLAN-Zugang. Der ließ sich einfach nicht über den Netzwerkmanager einrichten. Nach der Installation Die Installation von Mandriva-LXDE verläuft vorbildlich einfach. auch hier braucht sich Mandriva nicht hinter Ubuntu zu verstecken. Die Einträge in Conky lassen sich in den Konfigurationsdateien .conkyrc-kugel und .conkyrc-normal anpassen. Das ist nicht ganz einfach. Bearbeiten lässt sich immer nur die aktuelle Conky-Darstellung, die man dann als conky-kugel oder conky-normal abspeichert. Schwierigkeiten bereitete mir die Installation von Thunderbird. Die Paketquelle für Mozilla-Programme war nicht erreichbar. Rat habe ich in der MandrivaUser-Community gefunden. Leider habe ich nicht mehr parat, wo man das Thunderbirdpaket für Mandriva findet. Ich werde das gegebenenfalls nachtragen. ### Opera 10.50 bald für Linux und ohne QT Für die Windows-Version von Opera 10.50 gibt es bereits ein Update. 10.51 soll Sicherheitslücken schließen. Für die Linux-User unter den Opera-Fans gibt es immerhin Hoffnung: Auf der Opera-Website findet sich die links abgebildete Ankündigung. Außerdem soll eine Pre-Alpha des Opera 10.50 für Linux aufgetaucht sein. Adieu QT - Endlich GTK Opera 10.50 soll sich besser als die bisherigen Versionen in die Optik des Betriebssystems einfügen. Die Linux-Version wird endlich auf QT, die Grafik-Bibliothek des KDE-Desktops, verzichten. Opera soll stattdessen grafisch auf GTK aufsetzen, berichtet das Tech-Blog Techie-Buzz. Eine große Erleichterung für alle Nicht-KDE-Nutzer, die jetzt nicht mehr den gesamten KDE-Desktop im Hintergrund laufen lassen müssen, nur weil sie Opera mögen. ### Crunchbang Linux: Neue Alpha und Wechsel zu Debian Die leichtgewichtige Linux-Distribution Crunchbang hat die erste Alpha der neuen Version 10 mitgeteilt. Bisher diente Crunchbang Ubuntu als Grundlage. Mit Version 10 stützt sich die Distribution jedoch nicht auf das kommende Ubuntu 10.04, sondern auf Debian. Crunchbang soll sich aus den Quellen von Debian Squeeze speisen. Squeeze ist die momentane Testing-Version von Debian, die nächste Stable. Crunchbang ist die zweite Distribution, die von Ubuntu zu Debian wechselt. Eeebuntu benutzt für die kommende Version 4.0 Debian Sid (Unstable). Cruncheee, eine Sonderedition von Crunchbang Linux, werkelt seit langer Zeit zuverlässig auf meinem Eee-PC. ### Steuertipps für freie Journalisten Wie schön, wenn man als Journalist einfach nur schreiben könnte. Doch die Frist für die Einkommensteuererklärung für 2009 läuft. Der Haufe-Verlag hilft unserer chronisch überforderten Zunft mit einem Crashkurs zu Gewinnermittlung und Umsatzsteuervoranmeldung. Und das beste für finanziell angespannte Haushalte freier Journalisten: Das Werk gibt es kostenlos als PDF zum Download. ### Cruncheee im Ruhezustand auf dem Eee-PC Ein erneuter gescheiterter Versuch mit Leeenux lehrte mich am Wochenende: Es gibt auf dem Asus Eee-PC 701 für mich keine Alternative zu Cruncheee. Cruncheee braucht wenig Platz. Es läuft auf dem Netbook-Veteranen schnell und stabil, bootet aber nach heutigen Maßstäben nicht eben schnell. Einfach mal schnell den Computer starten? Nicht mit Cruncheee. Das auf dem betagten Ubuntu 8.10 basierende System unterstützt standardmäßig auch keinen Ruhezustand (Suspend, Hibernate). Dabei ist die Lösung einfach. Sie heißt "openbox-logout-script" und lässt sich ganz einfach aus den Quellen installieren. Von nun an lässt sich mit der Tastenkombination "Super+x" das oben abgebildete Logout-Menü aufrufen. Im "Hibernate"-Zustand verbraucht der PC so gut wie keinen Strom. Voraussetzung: Der Besitzer sollte eine Swap-Partition in ausreichender Größe einrichten. Die meisten Linux-Distributionen tun dies von selbst. ### Buchtipp: J.-C. Grangé - Das Herz der Hölle Der Polizist Luc Soubeyras ist in einem Fluss ertrunken, konnte aber wie durch ein Wunder wiederbelebt werden. Nun liegt er im Koma. Selbstmord, glauben Kollegen und Mediziner. Doch Lucs Freund und Kollege Mathieu Durey will das nicht glauben. Luc und Mathieu haben gemeinsam das Priesterseminar besucht, waren entflammt für die Botschaft Christi und die katholische Kirche. Gemeinsam haben sie dem Priesterseminar den Rücken gekehrt, um dem Teufel dort entgegen zu treten, wo er sein Unwesen treibt: auf der Straße. So landeten beide im Polizeidienst. Und solch ein fanatischer, asketischer Streiter für das Gute soll einen Selbstmordversuch verübt haben? Eine Todsünde in den Augen der Kirche? Mathieu ermittelt und entdeckt eine Reihe grauenvoller Foltermorde. Alle Fälle gleichen sich aufs Haar. Doch sonst findet Mathieu nur einen Zusammenhang. In allen Fällen waren die dafür verurteilten Mörder zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens einmal tot, wurden von den Ärzten aber wieder ins Leben zurückgeholt. Haben die Täter in der kurzen Spanne des klinischen Todes etwas erlebt, das ihnen allen befahl, sich für ihren Tod auf die bis ins Detail gleiche Art an ihren Mitmenschen zu rächen? Verfolgt Mathieu Durey den raffiniertesten Serienkiller des noch jungen 21. Jahrhunderts? Oder den Teufel selbst? Der französische Bestsellerautor Jean-Christoph Grangé ("Die purpurnen Flüsse") beschert seinen Lesern mit "Das Herz der Hölle" einen neuen Albtraum. Seit seinem düsteren Debut "Der Flug der Störche" (1994) hat er in kurzer Zeit unglaubliche fünf Thriller geschrieben. Einer abseitiger als der andere. Seine Helden erscheinen seelisch kaum intakter als die Verbrecher, die sie jagen. Mathieu ist ein gutes Beispiel. Der ehemalige Priesterlehrling wollte hinabsteigen in die Welt der Normalsterblichen. Dabei blieb er Mönch, lebte in Askese und Zölibat. Als er die Selbstüberschätzung erkennt, die darin liegt, zerbricht er fast. Spät, zu spät erkennt er, was er sich vorenthalten hat. Seine erste wirkliche Liebe. Schon diese Liebe zwingt den Beinahe-Kleriker Mathieu Durey dazu, um eine wissenschaftliche Erklärung der rätselhaften Fälle zu kämpfen. Am Ende ist er der Einzige, der nicht wahrhaben will, dass die Täter ihre Befehle nicht vom Teufel selbst bekommen haben. Aus dem Herzen der Hölle. Grangé ist bestimmt nicht Jedermanns Sache. Dazu ist er zu düster. Außerdem verlangt er seinen Lesern so einiges ab. Über lange Passagen folgt man ihm durch endlose Detailschilderungen, die man dennoch nicht überspringen darf. Denn am Ende geht alles sehr schnell. Dann spielen all die kleinen Details plötzlich eine wichtige Rolle. Dann fragt Grangé wie ein gestrenger Lehrmeister den Leser ab. ### Opera 10.50 im Schnelltest Opera hat erstaunlich zügig die neue Version des Webbrowsers freigegeben. 10.50 ist vorläufig nur für Windows verfügbar. Das soll an der besseren optischen Einbettung in die verschiedenen Betriebssysteme liegen. Der Hersteller muss auch die Mac- und Linuxversionen erst entsprechend anpassen. In Sachen Geschwindigkeit soll der frühere Champion Opera endlich wieder verlorenen Boden auf Googles Chrome gut machen. Außerdem bietet auch Opera jetzt die Möglichkeit, ein Browserfenster zu öffnen, das keine Spuren von Onlineaktivitäten lokal speichert. Ich habe den Opera-Browser auf zwei unserer Workstations auf die Version 10.50 aktualisiert. Die bessere optische Integration in den Desktop fällt auf den ersten Blick auf. Deutlich spürbar hat der Browser an Geschwindigkeit gewonnen. Ob er tatsächlich schneller als Chrome durchs Netz pflügt, sei dahin gestellt. Spürbar langsamer ist er keinesfalls. Dafür zeigt Opera 10.50 Schwächen bei Multimediainhalten. Um eine Pressekonferenz der Deutschen Post auf der Computermesse CeBIT online zu verfolgen, mussten wir auf Mozilla s Firefox zurückgreifen. Der Fehler zeigte sich auf beiden Workstations. Die Vorgängerversion 10.10 übertrug die hastigen Worte von Post-Briefvorstand Jürgen Gerdes an die versammelte IT-Presse anstandslos. Es mögen solche Ausfälle sein, derentwegen Opera die Version 10.50 noch nicht per Updatefunktion an die 10.10-Nutzer verteilt. ### 1&1: Immer dieselben Fragen vom Service Zum Wochenende erreichte mich eine Mail aus den heiligen Hallen von Herrn D'Avis, wo man zwischen dem Abfertigen von zwei Neukunden gern Standardmails an den Not leidenden Kundenbestand schickt. Liebe 1&1-Kunden, wenden Sie sich entweder an die Kundenhotline oder an davis@1und1.de. Offenbar ist keine einzige Information, die ich in den vergangenen zwei Wochen dem technischen Kundendienst von 1&1 gab, in die Abteilung Kundenzufriedenheit vorgedrungen. Selbst die Fehlerbeschreibung haben sie noch einmal abgefragt. Die sollten mein Blog lesen, dann wüssten sie Bescheid. ### 1&1 mit Freenet-Daten: Endlich wieder online Seit einigen Stunden bin ich wieder online. 1&1 schickte mir neue Zugangsdaten. Warum die sich von denen unterscheiden, die ich nach Anleitung der Hotline ein ums andere Mal eingegeben habe, ist mir schleierhaft. Mein Problem ist, dass ich als übernommener Freenet-Kunde zu 1&1  kam. Wer dies schwere Schicksal - und ein solches ist es - mit mir teilt, der sollte sich an seine Freenet-Vergangenheit erinnern, wenn er seinen Router neu einstellen muss. Im Auswahlmenü müssen wir den Anbieter Freenet wählen. Dann die Daten eingeben. Dass ich mich weiter mit Verbindungsabbrüchen herumschlagen muss, steht für mich außer Zweifel. Aber das werde ich bis zum Ende meiner Vertragslaufzeit aushalten. Und mir sollen alle zehn Finger abfallen, wenn ich mich noch einmal mit dem Gedanken trage, die Telefonnummer der 1&1-Hotline zu wählen. ### 1&1-Tagebuch: Herr D'Avis hat das Interesse verloren 1&1 hat das Interesse an mir verloren. Der angekündigte Brief mit meinen Zugangsdaten ist nicht angekommen, die Hotline ruft mich nicht mehr an, und Herr D'Avis hat mir eine automatisierte Antwortmail geschrieben: Er wolle sich meines Problems annehmen, wenn's besser passt. In drei, vier Tagen vielleicht. Ich bin derweil im vierten Tag ohne Internet und Telefon. ### 1&1-Tagebuch: 23. Februar 2010 Dritter Tag ohne Internet und Telefon. Nachdem mich gestern drei verschiedene Mitarbeiter von 1und1 angerufen haben, hat der Service-Eifer heute etwas abgenommen. Vergeblich habe ich heute Vormittag auf den angekündigten Anruf aus der Abteilung von Herrn D'Avis gewartet. Indes habe ich die fristlose Kündigung abgeschickt. Bin gespannt, ob das Unternehmen mich wenigstens von dannen ziehen lässt ... ### 1&1-Tagebuch: 22. Februar 2010 Heute meldete sich ein Mitarbeiter von Herrn D'Avis. Daraus dürfen wir ziemlich sicher schließen, dass es ihn gibt. Ansonsten hat die Eingabe der Zugangsdaten mich nicht online gebracht. 1&1 vertröstet mich auf weitere Zugangsdaten. Morgen sollen die nochmal per Post kommen. In der Zeit hätte mir 1&1 auch einen neuen Router schicken können. Aber die brauchen sie wohl für Neukunden. Meine Familie straft mich mittlerweile mit Blicken, weil ich die Hotline angerufen habe. Hätte ich das nicht getan, müssten wir uns nur über häufige Netzabbrüche ärgern. dann hätte mein Router noch seine Firmware, meine Familie Internet und Telefon, und wir würden friedlich zum Ende unserer Vertragslaufzeit den Anbieter wechseln. ### 1&1: Bitte Nachsitzen, Herr D'Avis "Manchmal kommen wir dann auch vorbei und gehen erst, wenn der Anschluss wieder funktioniert", verspricht ein Herr D'Avis von 1&1. Marcell D'Avis ist der gute Geist des Internetanbieters. Darüber, ob es diesen Herrn D'Avis tatsächlich gibt, gehen die Meinungen im Internet auseinander. Dass 1&1 ihn nötig hätte, habe ich als 1&1-DSL-Kunde in der vergangenen Woche erfahren müssen. Rekapitulieren wir die Ereignisse: Montag, 15. Februar 2010: Erster Anruf bei der Kundenhotline. Seit Monaten nerven mich Störungen und Unterbrechnungen meines Internetanschlusses. Nach exzessivem Musikgenuss in der 1und1-Warteschleife habe ich einen netten Mitarbeiter am Apparat. Der bestätigt mir, dass mein DSL-Anschluss gestern Abend im Minutentakt zusammengebrochen. Das könne er sehen. Meine Frage, was er unternehmen wolle: Nichts, denn ich hätte gestern Abend anrufen müssen. Wie denn, ohne Telefon? Denn das läuft ja auch über Internet. Er tröstet mich mit dem Hinweis, dass das wahrscheinlich an den Leitungen liegt und andere Mieter ebenfalls betrifft. Vielleicht werde sich ja einer von denen beschweren und ein anderer DSL-Anbieter die Leitung auf Vordermann bringen. Wir lernen: Wenn 1&1 eine Störung feststellt, ist das noch lange kein Grund zum Eingreifen. Mein zweiter Anruf erfolgt dann während einer Störung. Exzessiver Musikgenuss auf der 1&1-Warteschleife. Mein Mobilfunkanbieter freut sich, denn mit dem Internet ist ja auch mein Festnetzanschluss gestört. Wieder ein netter Mitarbeiter: Ja, man habe die Störung bemerkt. Man werde das Problem jetzt 24 Stunden lang beobachten. Warum das nicht schon nach meiner ersten Meldung ging, begreife ich nicht. Nach etwas mehr als 24 Stunden wieder ein Totalzusammenbruch. Wieder ein Anruf. Ausgiebiger Musikgenuss. Mein Mobilfunkanbieter bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Nein, ich hätte gar nicht mehr anzurufen brauchen, belehrt man mich. Die Störungsstelle beobachte ja meinen Anschluss. Ich beginne, mich wie eine Laborratte zu fühlen. Am Wochenende entschloss sich 1&1, das Problem anzugehen. Ein Mitarbeiter rief mich an und bat mich, den Router von der Telefondose zu trennen. Gesagt, getan, Und jetzt? Ein paar Minuten später ruft mich der Mann auf dem Handy an. Ich könne jetzt den Router wieder einstecken. Das Problem liege bei den Leitungen im Haus. Mein Vermieter müsse das regeln. Und ich? Ich müsse die Firmware meines Routers aktualisieren. Ich gehe nach seiner Anweisung vor und stehe anschließend ohne Internet und Telefon da. Erneuter Anruf bei der Hotline. Langes Musikhören, besonders langes Musikhören. Besonders breites Grinsen meines Mobilfunkanbieters. Kurz bevor der Akku meines Handys schlapp macht, bekomme ich einen Mitarbeiter an den Apparat. Wie? Firmware? Nein, das sei nicht nötig gewesen. Ich müsse jetzt die Grundeinstellungen neu eingeben. Ich probiere es mit den Angaben aus meinem Kundenbereich. Fehlanzeige. Aber ich soll meine Kundendaten ja in den nächsten Tagen per Post bekommen. Was sind schon ein paar Tage ohne Internet für jemanden, den die Telekom einst wochenlang ohne Internet und Telefon ließ. Wie gut, dass ich einen Surf-Stick besitze und ein Handy. Ich frage mich nur, wozu ich dann wieder 1&1 brauche? Ich weiß immer noch nicht, ob es Herrn D'Avis, Leiter Kundenzufriedenheit bei 1&1, tatsächlich gibt. Wenn es ihn gibt, dann möchte ich nicht in seiner Haut stecken, dann muss er viel Arbeit haben. Bitte nachsitzen, Herr D'Avis. [Update: 9. März 2010] Mittlerweile hat 1&1 meinen DSL-Anschluss geprüft und für tadellos erklärt. Das bedeutet: Wir haben weiterhin fast täglich Netzabbrüche, die sich nur durch einen Neustart des Routers beheben lassen. Aber das ist immerhin eine Verbesserung: Es geht nämlich noch viel schlimmer. Immerhin hatte 1&1 uns auch schon komplett offline gebracht. Immerhin hat 1&1 meine Kündigung akzeptiert - zum Ende der Vertragslaufzeit im Dezember. Kein Wunder. Ich habe ja die Netzabbrüche, nicht sie. Also werde ich noch einige Monate still mein Schicksal ertragen, werde alle zwei Tage den Kniefall vor meinem Router zelebrieren, um mein Internet wieder in Schwung zu bringen. [/Update] ### 1&1: Bitte Nachsitzen, Herr D'Avis Haben Sie ihn auch schon gesehen? Marcell D'Avis? Leiter für Kundenzufriedenheit beim DSL- und Webhosting-Anbieter 1&1, wenn man den Werbespots glauben will. Aber wer will das schon einfach so. Flugs gegoogelt landet man auf einem 1&1-Blog. Da lächelt er uns an. Darunter eine Latte Kommentare: Gesprächsverzögerungen beim Telefonieren, langsame Datenraten. Probleme, die ich auch habe seit ich 1&1-DSL-Kunde bin. Am nervigsten sind allerdings die häufigen Netzabbrüche. Jeden Abend muss ich vor meinem Router auf die Knie sinken und das Gerät neu starten, denn mindestens einmal am Abend bucht sich das blöde Teil einfach aus. Die Leitung sei in Ordnung, belehrt mich 1und1. Eigentlich dürfte ich keine Probleme haben. So kann man Probleme auch lösen. Marcell D'Avis hat viel zu tun. Bitte nachsitzen. ### Leeenux auf dem Eee-PC 701 4G Das beste Betriebssystem für den Asus Eee-PC mit 7"-Bildschirm. So preisen die Entwickler von Leeenux ihr System an. Es setzt - natürlich - auf Ubuntu auf. Leeenux 2.0 entspricht dabei Ubuntu 9.04. Die Vorteile von Leeenux: Es ist klein: Im installierten Zustand verbraucht es nicht einmal 1,5 GB. Es passt sich an kleine Bildschirme an. Der Netbook Remix von Ubuntu legt sich hier über den Gnome-Desktop. Es soll schnell sein. Und das mit dem relativ voluminösen Gnome-Desktop. Es unterstützt alle Funktionen des Eee-PC 4G. Leeenux im Betrieb Die Installation läuft Ubuntu-mäßig einfach und intuitiv ab. Besonderheit: Bei der Partitionierung des Speichers legt Leeenux von sich aus keine Swap-Partition an. Swap-Speicher dient als Auslagerungsspeicher, als Erweiterung des Arbeitsspeichers. Das bedeutet jedoch auch zusätzliche Schreibzugriffe, und die gelten un der den Eee-PC-Fans als umstritten. Denn der Festspeicher des kleinen Eee-PC verträgt nicht so viele Schreibzugriffe wie eine richtige Festplatte. Clevere Software-Ausstattung Nach der Installation zeigte sich Leeenux entgegen der Spracheinstellung konsequent in Englisch. Ich habe zwar die Tastatur, nicht aber das gesamte System auf Deutsch umstellen können. Die Software-Auswahl gefällt: Abiword und Gnumeric ersetzen das Speichermonster OpenOffice. gThumb und GNUpaint ersetzen für die Bildbearbeitung GIMP. Einen ungewöhnlichen Weg gingen die Entwickler mit der Spieleausstattung: Ein DOS-Emulator befindet sich an Bord, nebst Links zum Download von altbekannten Windowsspielen. Dafür verweigerte der Network-Manager Gnome die Passworteingabe. Also habe ich ihn durch den Network-Manager WICD ersetzt. Der befindet sich leider nicht in den Quellen von Leeenux. Da WICD kein UMTS-Modem verbinden kann, brauchte ich außerdem das Tool Vodafone Mobile Connect, das ich schon in meinem Test des Fonic Surf-Sticks beschrieben habe. Nächstes Manko: Mein gewohnter Blog-Editor BloGTK lässt sich zwar installieren, startet aber nicht. Drivel ist ein unbefriedigender Ersatz. Im laufenden Betrieb fror auch Firefox 3.7 ständig ein. Außerdem nützt die Magerkur für den Gnome-Desktop zwar vielleicht dem Platz auf dem Festspeicher des Eee-PC, nicht aber dem Stromverbrauch. Hielt mit dem schlanken LXDE-Desktop von Cruncheee der Akku noch knapp drei Stunden, so saugt der Gnome-Desktop den Akku innerhalb von 90 Minuten leer. Wer öfter längere Zeit ohne Steckdose auskommen muss, sollte seinem Linux keins der Schwergewichte Gnome oder KDE gönnen. Hier  sind LXDE oder XFCE klar im Vorteil. Fazit: Gut gemeint, aber nicht perfekt Die Leeenux-Entwickler sind auf einem guten Weg. Leeenux steckt voller guter Ideen, leider aber auch voller manchmal unerfreulicher Überraschungen. Die Software-Ausstattung ist perfekt. Andererseits laufen einige Anwendungen holperig. Die Entwickler haben dem Gnome-Desktop eine findige Schlankheitskur verpasst. Andererseits verschlingt ein Gnome-Desktop nunmal gern etwas mehr Rechenleistung. Ein schlankerer Desktop würde den Rechner und damit den Akku schonen. [Update: 16. März 2010] Dass der Network-Manager das Passwort verweigert, liegt daran, dass offenbar ein Passwort voreingestellt ist. Das gilt es zu löschen. Dazu öffnet man den Dateimanager. Mit der Tastenkombination "Str+h" machen wir die versteckten Dateien im "home"-Verzeichnis sichtbar. Dann löschen wir den Inhalt des Ordners ".gnome2/keyrings/". Für den Tipp danke ich krebsi83. [/Update] ### Kriegserklärung an die Tauschbörsen-Bin-Ladens Wenn in Frankreich oder Deutschland von "abgestufter Erwiderung" auf Urheberrechtsverstöße die Rede ist, dann wissen wir alle: Da feilschen Politiker und Anwälte über Netzsperren, Stoppschilder oder Computerentzug. Wenn die Amerikaner das tun, dann meint man schon die Apache-Kampfhubschrauber zu hören, dann blickt man sich auf der Straße nicht nur nach schönen Frauen, sondern auch nach heimtückischen Drohnen um, die den Urheberrechtsterroristen zur Strecke bringen sollen. Auf eine solche "abgestufte Erwiderung" soll eine neue Taskforce für geistiges Eigentum hinarbeiten - weltweit. "Taskforce". Beim Militär nennt man so die Stoßtrupps, die im Feindesland operieren. Im friedlichen Europa entsorgt man schonmal verdiente aber ausrangierte Politiker in "Taskforces" für Themen wie Bürokratieabbau oder Vereinheitlichung des Dosenpfands. "Taskforce", das ist in Europa etwas, mit dem man Volk und Medien beschwichtigt, mit dem man zeigt: Uns ist das Thema gaaaaaaaaaanz wichtig ... Worum ging es nochmal? Ach ja. Urheberrecht. Bei einer "Taskforce" der Amerikaner sollte man immer damit rechnen, dass neben den beschlipsten Anwälten auch Lamettaträger am Tisch sitzen, die schonmal das Terrain sondieren: Wie hoch wären die Kollateralschäden bei Drohneneinsätzen in den engen Gassen der Kölner Altstadt? Kann man Raubkopierer in Münschen mit taktischen Atomwaffen bekämpfen, ohne die Wiesn zu verwüsten? Und verzieht sich der Fallout vor dem nächsten Oktoberfest? Wir sind gewarnt. Schließlich brauchen die USA alle paar Jahrzehnte neue Feinbilder: Russen, Drogenbarone, Islamisten. Nun eben Raubkopierer, Flatrate-Terroristen, Tauschbörsen-Bin-Ladens. ### Valentinstag: Liebeserklärung an freie Software Zum Valentinstag wü scht sich die Free Software Foundation Europe (FSFE), dass wir alle der freien Software unsere Liebe erklären. Und damit sind nicht nur die Nerds gemeint, denen man ohnehin kaum Amouren abseits der PC-Tastatur nachsagt. Die FSFE bietet auf der Campaign-Seite eine ganze Auswahl an Bannern, um das Weblog zum Tag der Liebe zu verschönern. ### Kino: Sherlock Holmes im Fight Club Wenn Robert Downey Jr. verschwitz und mit enblößtem Oberkörper in den Ring steigt, wenn er ebenso verschwitzte, muskelbepackte Gegner in den Staub schickt, dann sieht er fast aus wie Brad Pitt im "Fight Club". Mit dem steifen, verbissenen Basil Rathbone, der die Figur des Sherlock Holmes über Jahrzehnte geprägt hat, hat er dann nicht das Geringste gemein.  Neues Leben für Holmes und Watson Guy Ritchie hat in seinem Film "Sherlock Holmes" dem berühmtesten Detektiv der Filmgeschichte ein neues Leben geschenkt. Ein gewalttätiges, zuweilen blutiges Leben. Und er hat Watson neu erfunden: Vergessen ist das einfältige Dickerchen am Zipfel von Rathbones Gehrock. Jude Law spielt den Doktor als erdverbundenes Alter Ego des durchgeknallten Detektivs, der vielleicht weniger scharfsinnig, dafür aber mindestens so schlagfertig ist wie Holmes. Und das nicht nur mit den Fäusten. Wenn sich die beiden Wohnungsgenossen wie ein altes Ehepaar durch den Film kabbeln, dann erinnern sie stark an Will Smith und Martin Lawrence in "Bad Boys". Dann wieder, wenn Robert Downey Jr. in manischer Gier nach Wahrheit die schmuddeligen Londoner Armenviertel durchstöbert, erinnert er an Johnny Depp in "From Hell". Zutaten, die einen finsteren Actionreißer mit viel schwarzem Humor hätten ergeben können. Für die kurze Story ist Sherlock Holmes zu lang Hätten, denn dafür ist "Sherlock Holmes" zu lang. Auch die Story gibt nicht viel her: Sherlock Holmes und Doktor Watson stellen den finsteren Lord Blackwood (Mark Strong), der die Welt unterwerfen will. Dieser wird hingerichtet und bestattet, entspringt aber kurz darauf wie Kai aus der Kiste seiner Gruft. Holmes muss ihn erneut finden. Und zwar schnell, denn Blackwood plant einen Massenmord. Am Ende hat der scharfe Verstand des Sherlock Holmes Blackwoods satanischen Mummenschanz als faulen Zauber entlarvt, und Professor Moriarty geistert noch kurz durch den Plot. Er spielt keine Rolle in diesem Film, soll aber die Gemeinde schonmal auf den zweiten Teil vorbereiten. Ach ja: Ein Wiedersehen mit Irene Adler (Rachel Adams) wird es dann wohl auch geben. Die Meisterdiebin geht Holmes nicht aus dem Sinn und nicht aus dem Herzen. Holmes jagt Nazis? Nachvollziehbar ist das nicht. Muss es auch nicht. Alles an diesem Film vertröstet den Zuschauer auf die Fortsetzung. Dafür mehr als zwei Stunden? Fast jede Wendung im Film ist vorhersehbar. Und dann der Finsterling Lord Blackwood: Im ledernen Gestapo-Mantel sieht er aus wie Josef Goebbels mit der Mimik von Benito Mussolini. Fast glaubt man, dass man beim Rausgehen an der Kinokasse Kriegsanleihen offeriert bekommt, um England gegen die Krauts zu verteidigen. Das wirkt umso unverständlicher als der Film ja in einer Zeit spielt, in der ein Adolf Hitler nicht mehr war als eine ferne Bestimmung im Leben zweier Menschen in Braunau am Inn. Tipp: Warten auf die TV-Premiere Mein Tipp: Warten, bis der Film im Fernsehen läuft, denn auf der Couch lässt sich der Film besser genießen als auf dem Kinosessel. Außerdem kann man eine Partie Solitaire auf dem PC spielen, wenn der Streifen zwischendurch zu langatmig wird. ### O.tel.o wiederbelebt Vodafone hat die Marke O.tel.o wiederbelebt - als Mobilfunkdiscounter. Wie die Konkurrenz von Simyo, Fonic oder Congstar berechnet auch Vodafone für sein neues Prepaid-Angebot 9 Cent pro Minute in alle Netze. Unter dem Markennamen O.tel.o folgt Vodafone dem Erfolgskurs von T-Mobile (Congstar), Telefonica/O2 (Fonic) oder Eplus (Simyo). Bei Datennomaden wird O.tel.o jedoch hinter der Konkurrenz zurückbleiben. In Zeiten der Volumentarife hält Vodafone auch für Datenverkehr der zeitbasierten Abrechnung  die Treue. Mit O.tel.o surfen wir für 9 Cent pro Minute. Oder besser: Wir lassen es bleiben, denn preislich lohnt sich der Zeittarif nur für sehr datenaufwendige Surfausflüge. Das ist schade, weil Vodafone im Ruf steht, das am besten ausgebaute HSDPA-Netz zu betreiben. Aber vielleicht hat der Konzern ja noch ein Einsehen und macht mit einem Tarif in Höhe von 34 oder 35 Cent pro MB den Datennomaden eine kleine Freude. ### Howto: Gimp im Windows-Netzwerk Wer das freie Bildbearbeitungsprogramm Gimp auf einem Windows-PC nutzt und dabei auf einen Server zugreifen muss, kennt das Problem: In den Netzwerkverbindungen von Windows XP ist der Server verzeichnet. Von allen Anwenderprogrammen aus kann man auf das Netzwerk zugreifen - nur Gimp streikt. Ich hatte bei der Neueinrichtung meines Arbeitsplatzrechners heute das Problem.  Weil ich im Netz oft über diese Frage gestolpert bin, aber keine Antwort fand, gebe ich die Lösung hier weiter : Man muss die Netzlaufwerke verbinden. Das geschieht über den Windows-Arbeitsplatz. Dort gibt es unter "Extras" einen Eintrag "Netzlaufwerk" verbinden. Im folgenden Menü ordnet man dem angezeigten Laufwerksbuchstaben ein Netzlaufwerk zu. Danach erscheint das entsprechende Laufwerk auch auf dem Arbeitsplatz als Laufwerk, und Gimp listet das Laufwerk in den Menüs "Datei => Öffnen" und "Datei => Speichern unter" auf. ### HiFi-Klassiker: Technics SL 1210 Was macht einen Klassiker zum Klassiker? Elvis Presley, The Beatles, Mozart, der VW Käfer, Derrick, sie alle haben gemeinsam, dass sie Geschichte sind, nicht mehr gebaut, aus und vorbei. In diesem Sinne können wir dieses Jahr erleben, wie eine HiFi-Legende den Weg alles Irdischen geht und in die Überlebensgröße der Klassiker einzieht. Der Matsushita-Konzern will den Plattenspieler Technics SL1210 einstellen. Die Produktion soll schon stillstehen. Und während in Europa noch Bestände zum Verkauf stehen, gibt es in Australien den Technics SL1210 nicht einmal mehr im Handel. Wer noch einen SL1210 haben will, sollte jetzt schnell zugreifen. Eine Discothek ohne Technics SL1210 war nicht vorstellbar Mit dem Produktionsstopp endet ein Plattenspieler, der eine ganze Marktnische begründet hat: den DJ-Plattenspieler. 1972 als hochwertige Musikmaschine für Rundfunkstudios aus der Taufe gehoben, trat der Technics SL1210 seinen Siegeszug an, als in den Siebzigerjahren die Diskotheken boomten. Eine Disco ohne Technics-Plattenspieler? Das war schlicht nicht vorstellbar. Und wer einmal als Discjockey gearbeitet hatte, wer die vertrauenerweckende Kühle der robusten Ganzmetallkonstruktion eines SL1210 gespürt hatte, der wollte selbst einen Technics SL1210. Und der kaufte sich irgendwann einen SL1210, und dann wollten die Kumpels - DJs waren schon Popstars, bevor sie sich alberne Namen gaben - dann wollten die Kumpels auch einen haben. Mit einem Tecchnics SL1210 fühlte man sich in den frühen 1980er Jahren auch schon ein bisschen als Pop-Star und wähnte sich bei den Mädchen schon halb gelandet. Hip Hop macht den SL1210 zum Musikinstrument Mit der HipHop-Welle am Ende des Jahrzehnts stieg der SL1210 zum Musikinstrument auf, das man auch in Deutschland "Turntable" nannte - oder besser: Turntables. Denn Turntables brauchte man immer paarweise - zum Scratchen. Dazu eine kleine Anlage und ein kleines Mischpult. Dann zog man die Hosen auf Halbmast, die nähere Umgebung des elterlichen Einfamilienhauses nannte man nur noch "da Hood" (sprich: dä Hudd) und sich selbst MC Soundso, schon war man ein HipHoper, ein Gangsta. Es entstand ein so gewaltiger Markt, dass Firmen wie Reloop und Numark in da Hood des Technics SL1210 einzubrechen suchten, die dieser fast monopolisch bediente. Doch Hip Hop und Technics SL1210, das blieb ein Begriffspaar wie Windows und PC, wie Gold und Barren, wie Lambrusco und Kopfschmerzen. Die klanglichen Qualitäten des Technics SL1210 sind gelegentlich übertrieben worden. Der Technics 1210 interpretiert Musik zwar kraftvoll, aber im Vergleich zur audiophilen Konkurrenz doch etwas zu rau und unsensibel. Über jeden Zweifel erhaben war jedoch die Fertigungsqualität. Der SL1210 lief wartungsfrei jahrzehntelang, selbst unter Sauerstoffabschluss und erhöhter Nikotinbelastung, typische Bedingungen einer Diskothek der 1980er Jahre. Das Präzisionslaufwerk leistet sich Geichlaufschwankungen im homöopathischen Bereich. Das Druckgussgehäuse hatten die Technics-Ingenieure so kunstvoll abgedämpft, dass es akustisch weitgehend tot war. Der Plattenteller lief innerhalb von genau einer Drittelumdrehung auf Sollgeschwindigkeit - auch nach Jahren. Ein Freund von mir, der einen Technics SL1210 besaß, vergaß nur selten zu erwähnen, dass die Lagerpräzision sogar des Tonarms sogar der des SME 309 überlegen war. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber der Technics SL1210 war "workmanlike". Video killed the radio star - and the Technics SL1210 as well Dass der Technics SL1210 irgendwann eingesstellt werden musste, liegt wohl weniger an der modernen Konkurrenz, die heute schon mit USB-Anschlüssen und dergleichen auftrumpft. Es liegt an der Produktpolitik von Matsushita. Das Ende der Marke Technics scheint dort eingeläutet. Die Technics-Seite läuft auf der Domain Panasonic.de, der Schwesterfirma. Man konzentriert sich bei Matsushita lieber auf die TV-Marke Panasonic. So teilt der Technics SL1210 letztlich das Schicksal der meisten HiFi-Klassiker: Video killed the radio star. ### 10 Irrtümer über Suchmaschinenoptimierung (SEO) Für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ihrer Internetseiten geben manche Unternehmen mehr aus als für die Inhalte darauf. Suchmaschinenoptimierer gelten als Zauberer, die jede Seite binnen Wochenfrist an die Spitze der Google-Suchergebnisse bringen. Der Hamburger Anbieter s1-suchmaschinenoptimierung.de hat 10 verbreitete Irrtümer über SEO zusammengefasst. Irrtum Nr. 1: Bei Suchmaschinenoptimierung denken die meisten nur an die Optimierung von Webseiten – und vergessen, dass Firmen ihren Google Maps-Eintrag leichter optimieren und so sogar von heute auf morgen auf die erste Google-Seite (für Branche + Stadt) kommen können: Die Google Maps-Top 7 werden ÜBER bzw. VOR den Top 10-Webseiten angezeigt! Irrtum Nr. 2: Werbeagenturen und Webdesigner legen ihren Kunden nicht selten Besucherstatistiken für die von ihnen betreuten Webseiten vor – ohne darauf hinzuweisen, dass der Großteil der Besucher nicht menschlicher Natur ist. Ob absichtlich oder unwssentlich: Webseiten werden regelmäßig auch von „Automaten“ der Suchmaschinen besucht. Website-Betreiber sollten prüfen, ob das für die Besucheranalyse verwendete Programm zwischen Mensch und Maschine unterscheidet. Irrtum Nr. 3: Viele denken, dass Suchmaschinenoptimierung die Optimierung des Quelltexts (Programmiercodes) für Suchmaschinen ist – und glauben deshalb, dass man einen Spezialisten dafür braucht. Suchmaschinenoptimierung ist aber vielmehr die Optimierung der für (menschliche) Besucher sichtbaren Inhalte. Das geht ohne Programmierkenntnisse. Irrtum Nr. 4: Viele denken, dass die Suchmaschinen-Rankings vor allem über die Inhalte AUF Webseiten ermittelt werden. Falsch! Noch wichtiger für gute Google-Rankings sind die Links ZU einer Webseite, die sogenannten Backlinks. Man unterscheidet deswegen auch zwischen On Page- und Off Page-Optimierung. Irrtum Nr. 5: Viele denken, dass bei Backlinks die Quantität wichtiger ist als die Qualität. Falsch! Die Bedeutung eines Backlinks (bzw. die Verlinkungspopularität einer Webseite) wird mit einer Zahl von 0 (wenig populär) bis 10 (sehr populär), dem sog. PageRank (PR), ausgedrückt. Weil die PR-Skala nicht linear, sondern logarithmisch verläuft, ist ein Backlink mit PR 5 demnach in etwa so bedeutend wie 1.000 Backlinks mit PR 1. Irrtum Nr. 6: Viele denken, der PageRank kann nicht (mehr) so wichtig sein für den Google-Algorithmus – sonst wären meine Google-Platzierungen nicht gleich geblieben nachdem mein PageRank sich geändert hatte. Irrtum! Obwohl die Anzeige (von 0 bis 10 in ganzen Zahlen) nur etwa alle 3 Monate aktualisiert wird, rechnet Google intern immer mit dem tagesaktuellen PageRank-Wert (inkl. Nachkommastellen). Eine neue PageRank-ANZEIGE allein kann also gar nichts ändern an den Google-Rankings. Irrtum Nr. 7: Agenturen vermitteln oft den Eindruck, dass viele Backlinks besser sind als wenige. No! Auch bei den neben dem PageRank für den Wert eines Backlinks wichtigen Faktoren (wie dem Linktext und der Herkunftsseite) kommt es weniger auf die Menge als vielmehr auf die Unterschiedlichkeit und inhaltliche Relevanz für die Zielseite an. Ein abwechslungsreiches Linkprofil wirkt natürlich, sieht nach freiwilliger Verlinkung aus und spricht deshalb für die Qualität der Inhalte auf der Zielseite. Ein Linkportfolio mit vielen Backlinks aus dem unteren Bereich von inhaltlich irrelevanten Webseiten wirkt zusammengekauft – und wird von Suchmaschinen entsprechend gewertet. Irrtum Nr. 8: Viele denken, Ziel der Suchmaschinenoptimierung sind „gute“ Suchmaschinen-Rankings. Zu kurz gedacht! Bei professioneller Suchmaschinenoptimierung geht es in erster Linie um mehr (menschliche) Website-Besucher. Einfach nur „gute“ Rankings reichen aber nicht. Denn nur 10 Prozent der Klicks entfallen auf die Treffer auf Seite 2 und folgende. Und von den Klicks auf Seite 1 entfallen 70 Prozent auf die drei Podestplätze. Irrtum Nr. 9: Die Annahme, dass ein Google-Podestplatz automatisch ein Hauptgewinn ist, ist eine Michmädchen-Rechnung. Denn letztlich geht es nicht nur um mehr Traffic, sondern vielmehr um die Umwandlung von Suchern über Besucher zu Interessenten bzw. Kunden. Suchmaschinenoptimierung lohnt sich also - ähnlich wie die Google-Textanzeigen (AdWords) - nur mit nutzerfreundlich zielführend gestalteten „Landeseiten“. Irrtum Nr. 10: Viele glauben, dass ein Podestplatz für Ein-Wort-Sucheingaben nicht nur die meisten Besucher, sondern auch den meisten Umsatz bringt. Die Zeiten ändern sich! 2009 suchten nur noch knapp 20 Prozent mit einem Wort und insgesamt fast 75 Prozent mit zwei, drei oder vier Worten. Abgesehen davon sind die Umwandlungsraten von Besuchern, die mit mehreren Wörtern bzw. Phrasen ganz gezielt gesucht haben, wesentlich höher. ### McDonalds will neue Mitarbeiter einstellen McDonald's Deutschland will Mitarbeiter anwerben. Im laufenden Jahr will das Unternehmen rund 2000 neue Arbeitsplätze schaffen, heißt es in einer Mitteilung. Begleitet wird die Entwicklung von zusätzlichen Initiativen im Personalmanagement und einer Mitarbeiter-Kampagne. "Unser Ziel ist es, mit motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern unseren Gästen einen optimalen Service zu bieten", sagt Wolfgang Goebel, Personalchef von McDonald's Deutschland.  Das Unternehmen will die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten verbessern und verspricht eine "faire und leistungsgerechte Bezahlung". Zusätzlich will uns McDonald's in Werbespots und ganzseitigen Hochglanzanzeigen das super Betriebsklima in den Bulettenbratereien um die Ohren hauen. Vielleicht sollte McDonald's aber auch das Geld für die Spots sparen und dafür die "faire" Bezahlung ernst nehmen. Im Jahr 2005 hat ein stellvertretender Filialleiter bei McDonald's, so belehrt uns ein Internetforum, 1600 Euro verdient. Wenn sich daran nichts geändert hat, wundert es nicht, dass der Führungsnachwuchs nicht gerade Schlange steht. ### Die ersten Scheine schon in der Schule Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Handel I in Berlin sollen künftig schon in ihrer Schulzeit die ersten Scheine fürs Studium an der Fachhochschule Brandenburg (FHB) machen können. Diese Vereinbarung ist laut einer Mitteilung der FH Brandenburg Teil eines Kooperationsvertrags, den die FHB und das OSZ Handel I in der kommenden Woche schließen wollen. Unter bestimmten Bedingungen können die Module Algorithmen und Datenstrukturen und Datenbanken - Modellierung und Strukturierung für Schüler des OSZ Handel I im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule in Brandenburg an der Havel anerkannt werden. Das OSZ Handel I ermöglicht den Abschluss der allgemeinen Hochschulreife mit besonderer Orientierung auf das Fach Wirtschaftsinformatik. Es ist die erste Berliner Schule, mit der die FHB eine solche Kooperation vereinbart. Die FHB will ihre Studienangebote bei Schülerinnen und Schülern früher bekannt machen. ### InA: Linux unter Windows testen Neues bei Lin2go (FluxFlux): Die deutsche Linux-Distribution können Neugierige jetzt auch direkt unter WIndows ausprobieren. InA macht's möglich. Das Kürzel steht für In(stallations)-A(ssistentin). InA soll nach Angaben der Entwickler wie der Wubi-Installer für Ubuntu funktionieren. InA läuft unter Windows NT, 2000, XP und Vista. Mit InA (Download) läßt sich FluxFlux-SL-Live (Download) als Dual-/Multiboot-Option in die Windows-Startpartition und den Windows-Bootloader installieren. Eine optionale Sicherung der Änderungen ähnlich dem "persistent Home" des Live-Linux Knoppix soll integriert sein. Laut FluxFluxSL-Entwickler Manfred Müller lässt sich die virtuelle Installation nach der Testphase rückstandsfrei entfernen. Die Funktionsweise von InA erklären die Entwickler in einer Fotostrecke. ### Buchtipp: In der NPD Es ist 2010 und vieles ist entschieden: Die NPD hat den Sprung in Thüringens Landtag nicht geschafft. Aber sie hat die Wiederwahl in den sächsischen Landtag geschafft. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland - wenn auch mit Stimmenverlusten. All dies stand noch in den Sternen als Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer ihr Buch "In der NPD" schrieben. Untertitel: "Reisen in die National Befreite Zone". In dem Buch haben die Autoren noch vor einem Einzug der NPD in den Erfurter Landtag gewarnt. Die Realität hat sie widerlegt. Dem Buch tut das keinen Abbruch. Zwei Jahre lang haben Ruf und Sundermeyer den NPD-Wahlkampf beobachtet, haben mit den Mächtigen gesprochen und mit dem Fußvolk. Sie haben Rechtsrockfestivals besucht und die "freien Kräfte". Die beiden Journalisten haben eine Partei im Erneuerungsprozess vorgefunden. Eine Partei, die sich vor allem in der ostdeutschen Provinz mit immer mehr Erfolg als deutsche Heimatpartei etabliert. Die Rechten unterwandern Sportvereine und freiwillige Feuerwehren. In erbitterter Feindschaft zu ihrer einzigen plitischen Konkurrenz, zur Linkspartei. Sie greifen wie die Linken die Zukunftsängste der Menschen in der Provinz auf: Globalisierung, Sozialabbau. Die NPD greift - anders als die Linkspartei - zusätzlich noch das diffuse Gefühl der Überfremdung auf. Um sich als "moderne" Rechte zu etablieren, verzichtet die NPD auf öffentliche Bekenntnisse zu Hitler und Hess. Sie bleibt aber in diesem Punkt nebelhaft genug, um weiter auf die Loyalität rechter Schlägertrupps und alter Nazis bauen zu können. Und sie greift auf das dritte Reich zurück, wenn es ihr ratsam erscheint. Ruf und Sundermeyer schildern eine Partei, die zunehmend professionell mit der Presse umgeht. Längst darf nicht mehr jeder mit der Presse reden. Diejenigen, die es dürfen, werden in Seminaren geschult. Die neuen Führungskader durchlaufen die Landtgsfaktionen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Dort, im Osten, liegt die Machtbasis der NPD. Wer sie jedoch als Ost-Phänomen abtut, unterschätzt die Rechtsextremen. Ruf und Sundermeyer schildern, wie beharrlich die neuen NPD-Kader in der alten Bundesrepublik am Wahlerfolg basteln. Dem Buch "In der NPD" fehlt ein wenig Struktur. Viele Sachverhalte begegnen dem Leser mehrmals. Es ist mehr eine Sammlung von Reportagen als ein wohlstrukturiertes Sachbuch. Die Autoren verzichten darauf, aus ihren Beobachtungen Schlüsse abzuleiten oder politische Konzepte zu entwickeln. Ruf und Sundermeyer sind Journalisten, keine Politiker. Sie bieten mit "In der NPD" die Momentaufnahme einer Herausforderung für die bundesdeutsche Zivilgesellschaft. Jeder, der über die NPD mitreden will, sollte das Buch gelesen haben. ### Auf dem Weg zum 7. BLIT Auch 2010 wird es einen Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) geben. Derzeit wird hinter den Kulissen über den Termin diskutiert. Auch ein Motto hat der insgesamt 7. BLIT noch nicht. Ideen und Vorschläge sind willkommen. ### Ganzkörperscans zur Vorsorge WASHINGTON (The Borowitz Report) US-Flughäfen sollen ab nächstem Monat mit Ganzkörperscans von Fluggästen beginnen, die gleichzeitig als Vorsorgeuntersuchungen dienen. Eine Gesamtlösung für die Flughafensicherheit und die Gesundheitsreform, heißt es aus dem Weißen Haus. US-Präsident Barack Obama sagte Pressevertretern: "Bei dieser Allzweckuntersuchung entdecken wir alles. Von einer versteckten Waffe bis zu einem Fleck auf der Lunge." Nach dem Scannen eines Passagiers, sagte der Präsident: "Wir stellen Ihnen entweder ein Gesundheitszeugnis aus oder wir ringen Sie zu Boden." Obama geht außerdem davon aus, dass allein das Scannen viele Terroristen abschrecken werde. Wegen des Zusatzbeitrags von 25 US-Dollar. Davis Logsdon Terrorismus- und Gesundheitsreformwissenschaftler von der Universität Minnesota, befürchtet hingegen, dass die Scans auch mehr Terroristen anlocken könnten: "Wenn es eins gibt, das Terroristen an Al-Qaida beklagen, dann sind es die lausigen Gesundheitsprogramme." ### Nachwuchs bei Asus Eee PCs Nachwuchs für die Eee PC-Serie von Asus. Die neuen Eee PC 1005 P 1005 PE sind mit entspiegeltem 10"-Display, 1 GB Arbeitsspeicher und Intels Atom-Prozessor auf den ersten Blick Einheitsware. Doch Asus verspricht stolze elf Stunden Akku-Laufzeit denjenigen, die mit dem kleinen Rechner unterwegs nicht gerade Filme ansehen. Das reicht auch für sehr lange Zugfahrten, für transatlantische Flugreisen und anschließend auf dem Flughafen auch noch für die Zeit, in der der Reisegefährte aus dem Jemen von den US-Sicherheitskräften kreativ befragt wird. Danach geht's dann aber flugs an den Strom. Denn das Tech-Blog Engadget hat etwas bescheidenere acht Stunden gemessen. Aber wer braucht in Guantánamo schon Strom.  Das P-Modell verfügt über eine 160 GB große Festplatte und WLAN 802.11 b/g. Das PE-Modell bietet 250 GB Platz auf der Platte und WLAN nach dem schnelleren Standard 802.11n. Die Preise gibt Asus für den deutschen und den österreichischen Markt mit 279 Euro für das P-Modell und 299 Euro für das PE-Modell an. Keine Angaben macht Asus zum Betriebssystem. Bei den Preisen ist eigentlich nicht allzuviel Platz für die Wondows-Steuer. Aber interessiert uns Linuxer denn ein vorinstalliertes Betriebssystem? ### Wallpapers auf www.WolffvonRechenberg.de Zum Jahreswechsel zeigt sich Brandenburg an der Havel als Wintermärchen (Foto: Haus der Offiziere). Meine Fotogalerie Brandenburg ist dadurch um einige winterliche Bilder reicher geworden. Außerdem gibt es jetzt auch Galerien mit Wallpapers. Zunächst habe ich einige Wallpapers 1024x768 ins Netz gestellt. Die Wallpapers 800x480 wenden sich an Besitzer des Asus Eeepc 701 4G oder verwandter Netbooks mit 7"-Bildschirm. ### Frohes neues Jahr Ich wünsche allen Besuchern meines Weblogs glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010. ### Buchtipp: Fred Vargas - Die dritte Jungfrau Eigentlich sieht es wie eine ganz banale Bluttat im Drogenmilieu aus. Zwei Kleinkriminelle werden an der Pariser Porte de la Chapelle mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Aber warum befand sich Erde unter ihren Fingernägeln? Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg geht er Sache nach. Und warum werden in Haute Normandie Hirsche mit herausgeschnittenen Herzen gefunden? "Die dritte Jungfrau" hat alles, was die Fans der französischen Krimiautorin Fred Vargas erwarten: Scheinbar alltägliche Dinge werden zu düsteren Vorzeichen, und zum Schluss führen scheinbar zusammenhanglose Ereignisse in einem bösen Geheimnis zusammen. Bis dahin verwöhnt uns die Autorin mit schrägen Figuren. Ein gewohnt kauziger Adamsberg trifft auf knorrige Normannen und Einarmige Greise. Daraus ergeben sich urkomische Dialoge von großer Ernsthaftigkeit. Fred Vargas gilt als die Poetin, die Träumerin des Krimigenres. Eine Autorin, die ihren Kosmos vor uns ausbreitet. Doch wer einmal darüber nachdenkt, stellt fest, dass sie die reale Welt nur staunender, sinnlicher wahrnimmt als andere Krimiautoren. Vargas schwelgt in Gerüchen und Aromen. Dinge, die wir zu übersehen gelernt haben. Deshalb wirkt die Welt der Fred Vargas wie eine Zauberwelt, die uns süchtig macht nach jedem neuen Roman der Französin. ### Kopenhagen: Das ist erst der Anfang Haben Sie gedacht, dass die Klimakonferenz in Kopenhagen jedem einzelnen Land feste Vorgaben machen würde, wieviel Treibhausgase ein jeder in der Weltgemeinschaft zum noch blauen Himmel entlassen darf? China ist schuld, hören wir von den Klimamärtyrern unserer Bundesregierung. Glauben Sie das? Stimmt, die Chinesen sind so richtige Umweltrambos. Ihr Wirtschaftswunder verzichtet komplett auf Luftfilter und Gewissensbisse. Auch bei Neuzulassungen von Autos liegt die Volksrepublik mittlerweile vor Deutschland. Aber immerhin rollen in Deutschland derzeit 44 Millionen Autos. Für China erwartet die deutsche Auslandshandelskammer für 2012 eine Zahl von 10 Millionen Privatautos. Es ist leicht, am Stammtisch die Chinesen zu beschimpfen, und dann mit dem Auto nach Hause zu fahren. Wie wäre es: Wollen wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen? Verzichten wir doch einfach auf drei Viertel unserer Autos. Und jetzt denken wir mal daran, wie schwer sich unsere Demokratie mit dem Nichtraucherschutz tut. Denken wir daran, welchen Eiertanz die Politik um 20.000 Stellen bei Opel aufführt. Drei Viertel aller Autos von den Straßen? Dann hätten wir einen Bürgerkrieg - schon wegen der Arbeitslosenheere, die sich aus den Werkstoren der Automobilindustrie ergießen. Was haben wir denn von Kopenhagen erwartet? Dass 200 Staatschefs zusammensitzen und die Welt besser machen? Die Welt ist wie sie ist. Wir sind es. Nur wir können das Klima retten. Jeder einzelne von uns. Sonst erwartet weiter einer vom anderen, dass er den ersten Schritt tut. Die Industrienationen haben es erkannt. In Kopenhagen. Das ist doch ein Anfang oder? ### HiFi-Klassiker: LS3/5a Er ist wieder da, der Loudspeaker 3/5a. Und Ken Kessler, einer der angesehensten HiFi-Journalisten Großbritanniens, überschlägt sich mit Lob. Alles ist noch so wie früher. Der unerreicht farbige Mittelton, die räumliche Präzision und der etwas zu vorlaute obere Bass. Das Gehäuse ist noch aus Birke-Multiplex. Nur Lautprecherchassis und Weiche sind nicht mehr wie damals. Aber die Bauteile von damals stellt eben heute niemand mehr her. Sogar die BBC soll dem neuen LS3/5a ihren Segen gegeben haben. Damals, das war zu Beginn der 1970er Jahre. Was genau zur Erfindung des Lautsprecher 3/5a in der Forschungsabteilung des staatlichen britischen Rundfunksenders geführt hat, ist nicht ganz klar. Fest steht: Der LS3/5a ermöglichte vollkommen ermüdungsfreies Hören auch über Stunden. Außerdem strahlte er extrem gerichtet ab. Er klang in fast allen Umgebungen immer gleich. Ideal für einen Referenzmonitor. Die BBC kaufte vorrangig beim Traditionshersteller Rogers. Lizenzen für die Herstellung des LS3/5a hat die BBC an insgesamt acht Hersteller vergeben, darunter Spendor und Harbeth. Aber auch Chartwell und Goodman besaßen oder besitzen Lizenzen zur Fertigung des LS3/5a. Gehäuse, Dämpfung, Weichenbauteile und -aufbau sowie die Lautsprecherbestückung - alles musste exakt den Vorgaben der BBC folgen. Sonst durfte der Lautsprecher nicht den Namen LS3/5a tragen und - viel schlimmer - durfte nicht von der BBC angeschafft werden, denn die BBC schaffte raue Mengen der kleinen Monitore an. In dem, was der LS3/5a kann, ist er bis heute unübertroffen In dem, was der LS3/5a kann, ist er bis heute unübertroffen. Der Lautsprecher dient als überdimensionaler Kopfhörer. Er sollte nur wenige Meter vom Hörplatz entfernt aufgestellt werden. Dabei sollte man ihn so stark zum Hörplatz anwinkeln, dass sich die Achsen der Lautsprecher etwa 20 bis 30 Zentimeter vor der Nasenspitze des Hörers kreuzen. Dann begeistert der Lautsprecher mit der exaktesten räumlichen Darstellung, die für Geld zu haben ist. Nur wenige andere Lautsprecher erreichen die Farbigkeit des LS3/5a im Mittenbereich. Der Bass reicht für so einen kleinen Schuhkarton erstaunlich tief hinunter, lässt aber wie gesagt etwas an Präzision vermissen. Moderne Tieftöner können da mehr. Im Hochtonbereich verhält sich der LS3/5a etwas launisch. Mit einem lahmen amerikanischen Verstärkerdickschiff wirkt der LS3/5a dumpf und lahm. Da ihn die meisten Hörer beim Highend-Händler so erlebt haben, prägte er das Vorurteil vom weichgespülten Britenlautsprecher, das sich in Deutschland bis heute hält. Spielen die vorgeschalteten Komponenten der Anlage zu aggressiv, dann klingt der LS3/5a in den Höhen regelrecht harsch. Gute Partner sind ausgewogene britische Verstärker: Camtech (Audiolab), Rega, Naim. Der LS3/5a ist ein kompromissloser Monitorlautsprecher. Er lieferte im BBC-Studio dieselben Ergebnisse wie im Übertragungswagen - oder im Wohnzimmer des betuchten HiFi-Fans. Dort fordert er den ganzen Hörer. Um Justin Timberlake beim Abwaschen zu hören gibt es bessere Lösungen. In fast 30 Jahren Produktion hat der LS3/5a nur eine kleine Veränderung in der Weiche erfahren. Dadurch sank die höchste Impedanz von 15 Ohm auf 11 Ohm. Anfang der 1980er Jahre war das. Bis heute ist diese Änderung bei LS3/5a-Fans umstritten. Aber nicht nur durch die enorm lange Zeit am Markt wurde der LS3/5a ein Klassiker. Wer den Lautsprecher heute bei eBay ersteigern will, muss für gut erhaltene Exemplare fast den Neupreis locker machen. Der LS3/5a prägte das Bild vom britischen Lautsprecher: Klein, hässlich, kein Bass Er hat klangliche Maßstäbe gesetzt, die zum Teil noch heute gelten. Er prägte das Bild vom britischen Lautsprecher für seine Feinde: klein, hässlich, kein Bass, keine Höhen. Aber auch für seine Freunde: kompakt, transparent, räumlich exakt, farbig und geeignet für Stunde um Stunde voller ermüdungsfreier Musikerlebnisse. Und: Der LS3/5a begründete einen regelrechten Trend im Lautsprecherbau. 30 x 19 x 16 Zentimeter, geschlossenes Gehäuse. Diese Eigenschaften wies auch die ebenfalls berühmte Linn Kan auf, die jedoch völlig anders klang. Der NAD-Lautsprecher 8225 besaß zwar ein Bassreflexgehäuse, sah aber ansonsten wie ein LS3/5a aus. Die Liste ließe sich fortsetzen. Heute haben die Enkel den Veteranen in den meisten Eigenschaften abgehängt. Fans sei hier insbesondere der fantastische P3 von Harbeth ans Herz gelegt. Dennoch besitzt der LS3/5a dieses gewisse Extra, das sich nicht beliebig wiederholen lässt, das einen hervorragenden Lautsprecher zum Klassiker macht. ### Zu blöd zum Fliesenlegen - zu blöd zum Millionär Seit unsere Vorfahren die Himmelsscheibe von Nebra gefertigt haben, muss es hierzulande steil bergab gegangen sein. Die Zeichen dafür mehren sich: Vor dem Bildungsgipfel wünscht sich das Handwerk schlauere Lehrlinge, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Und bei schlauer geht esibt nicht um Trigonometrie oder Genetik, sondern ums das Schreiben und Lesen, das den Stiften zunehmend schwer fällt. Das kommt davon,wenn man Bildung nach Kassenlage betreibt, könnten wir sagen. Dann lernen unsere Lehrlinge eben in der Sonderschule an der Wii das Fliesenlegen. Aber viele andere lebenswichtige Fertigkeiten können wir nicht an der Konsole lernen. Bild schlägt Alarm: Seit fast drei Jahren ist bei Günther Jauch niemand mehr Millionär geworden. Pisa wirft einen langen Schatten. ### Abrüstung unterm Weihnachtsbaum Weihnachten steht bevor. Haben wir alles erledigt? Geschenke besorgt? Die Weihnachtsgans geschossen? Großvaters Karabiner vom Dachboden geräumt? Die Schrotflinte im Keller gefunden? Die Küchenmesser nachgemessen und nachgezählt? Nein? Dann wird es Zeit. Zum Jahreswechsel läuft die durch das geänderte Waffengesetz eingeführte Amnestiefrist für die Abgabe von illegalen Waffen ab, berichtet der Westen. Die Älteren unter uns werden sich an einen Amoklauf erinnern, der einst der Kleinstadt Winnenden zu ungewollter Bekanntheit verhalf. Acht Monate ist das her. Um nicht ausgerechnet im Wahljahr Heerscharen von Sportschützen, mehrheitlich Unionswähler, wegsperren zu müssen, setzten die Innenminister uns eine Frist zur privaten Abrüstung, und die läuft zum Jahresende aus. Nichts einfacher als das, könnten wir denken: Packe ich das heimische Arsenal zusammen und gehe eben zum Polizeirevier um die Ecke. Aber nicht überall reagiert man gleichermaßen gelassen, wenn jemand mit ausgebeulten Taschen, die Kalaschnikow unter dem Arm die U-Bahn besteigt. Der Gesetzgeber verlangt, dass wir unsere Artillerie in verschlossenen Behältern transportieren. Nein, liebe Berliner, eine Crumpler-Tasche ist kein verschlossener Behälter im Sinne deutscher Innenminister. Der Westen rät: Polizei anrufen. Auf Wunsch holen die Beamten  die Zimmerflak auch ab. Um tragische Zwischenfälle bei der Abholung zu vermeiden, sollte man verschiedene Regeln beachten: Ruhe bewahren. Die Polizei nicht mit der Waffe in der Hand an der Wohnungstür in Empfang nehmen, stattdessen: Hände hinter dem Kopf verschränkt halten. Langsam vor den Beamten her zur Waffenkammer gehen. Plötzliche Bewegungen vermeiden. Beim Öffnen des Waffenschranks die Hände sichtbar halten. Wer solchermaßen vorbereitet seine Waffen abgibt, braucht nicht zu fürchten, dass er das Schicksal der Weihnachtsgans teilt. Warum kann zu Weihnachten nicht alles so einfach sein wie die Abrüstung? ### HiFi-Klassiker: NAD 3020 3/3 Kein Wort über Watt, befahlen die NAD-Häuptlinge den Interessenten für den Vollverstärker 3020. Mit Recht, denn auch bei der Definition von Leistung ging NAD eigene Wege. Die Watt-Ausstattung des 3020 verstieß gegen den Mainstream. An acht Ohm leistete das schmucklose graue Kästchen 20 Watt. Die japanische Konkurrenz leistete am Messwiderstand das Zehnfache. Die NAD-Ingenieure wussten jedoch, dass beeindruckende Wattzahlen im Grunde nichts aussagen. Sie optimierten die Stromlieferfähigkeit. Hintergrund: Der Widerstand eines Lautsprechers (Impedanz) ändert sich über den Frequenzgang. Diesen Widerstand müssen wir uns als ein Wasserrohr vorstellen, in dem stets ein gleichbleibender Druck herrschen muss. Wie eng das Rohr ist, bestimmt die Impedanz des Lautsprechers. Bei hohen Impedanzen bleibt der Durchmesser des Rohres gering. Der Versstärker, der den Druck liefern muss, wird nur schwach belastet. Wenn das Rohr sich weitet, muss der Verstärker mehr Wasser (Strom) pumpen, um den Druck aufrecht zu erhalten. Es gab zu Lebzeiten des NAD 3020 echte Schluckspechte. Die Infinity-Kappa-Lautsprecher wiesen Impedanzminima von 2 Ohm oder weniger auf.Damit saugten sie selbst scheinbar kräftige Verstärker-Dickschiffe im Handumdrehen leer. Die Kappas waren berüchtigte Verstärkerkiller. Nicht für den 3020. Die Ingenieure trauten ihrer grauen Maus soviel zu, dass sie im Datenblatt bei 2 Ohm ganz nüchtern eine Kraft von 80 Watt vermerkten. Es gab keinen einzigen marktüblichen Lautsprecher, der einen NAD-Verstärker in die Knie gezwungen hätte. Als 3020i verabschiedete sich der meistverkaufte Vollverstärker aller Zeiten von seinen Fans. Die Nachfolger waren schicker, klangen neutraler und wurden teurer. Sie verfügten nun auch über mehr Watt und behielten auch bei großorchestraler Klassik mehr Übersicht. Keiner besaß die klangliche Magie des NAD 3020. Eine Ahnung davon vermittelte der AM-1 des amerikanisch-taiwanesischen Herstellers Proton, ein kleiner Verstärker, der weitgehend bauglich mit dem 3020 war. Nur weitgehend, aber besser als nichts. HiFi-Klassiker: NAD 3020 1/3 HiFi-Klassiker: NAD 3020 2/3 ### Buchtipp: R. Scott Reiss - Black Monday Manche Bücher sind so gut, dass man dem Autor auf jeder Seite danken möchte, dass er der Welt genau dieses Buch geschenkt hat. Dafür sind manche Bücher so schlecht, dass man sie dem Autor um die Ohren hauen möchte. Einige wenige sind beides. Sie stürzen den Leser in ein Wechselbad der Gefühle. Zu diesen Büchern zählt "Black Monday". Gutmenschen, so platt wie Eierkuchen Fangen wir mit den Schwächen an: Greg Gerard ist ein Held. Ein geläuterter Straßenjunge, der sich zu einem brillianten Virologen entwickelte. Ein richtiger amerikanischer Gutmensch. Familienvater, Christ, stets besorgt um das Wohlergehen anderer. Ein Charakter so platt wie ein Eierkuchen und genauso fad. Doktor Gerard steht in "Black Monday" einem besonders heimtückischen Virus gegenüber. Aber nicht Typhus, Aids oder Schweinegrippe verbreitet die Mikrobe Delta-3. Sie rafft nicht Millionen Menschen dahin. sie macht Erdöl und Erdölprodukte unbrauchbar. Ohne Öl reißt der Firnis Zivilisation Hier sind wir bei den starken Seiten des Buches. R. Scott Reiss hat nicht nur eine überaus originelle Bedrohung der Menschheit erfunden. Er beschreibt auch beängstigend greifbar, wie das hochtechnisierte Amerika von der Zvilisation in die Barbarei fällt. Und vor allem: wie schnell! Innerhalb von Tagen reißt der dünne Firnis der Kultiviertheit auf. Prostitution, Mord und Kannibalismus etablieren sich innerhalb von Tagen als völlig normale Techniken zum Nahrungserwerb. Ganze Straßenzüge bilden regelrechte Wagenburgen im Überlebenskampf. Erschreckend dabei die zwingende Logik des Buches. Reiss malt uns in "Black Monday" den Untergang der Zivilisation nicht als Drohung aus. Er beschreibt uns diesen Untergang von Moral und Mitmenschlichkeit als Tatsache aus, die sich unweigerlich einstellen wird, wenn das schwarze Blut unserer Gesellschaft plötzlich vergiftet ist. Auf die Horrorvision sollte man sich eingelassen haben Auf diese Horrorvision sollte man eingelassen haben. Und man sollte daran denken, dass im wirklichen Leben alles nur noch schlimmer wäre. Denn Reiss erspart uns allzu tiefe Blicke in die Abgründe der menschlichen Seele. Bei ihm bleiben die Guten gut und die Bösen erhalten ihre gerechte Strafe. Also: Lesen, sich gruseln und dem Autor erst danach und nur bildlich gesprochen das Buch um die Ohren hauen. Denn wir alle sind doch gut, oder? Selbst bei Totalverlust unserer gewohnten Lebenssäfte... ### Test: MySpace und Facebook im Vergleich Ist die Großmutter der Community-Portale noch zeitgemäß? Oder sieht sie sich abgehängt durch die Enkeltochter Facebook? Ich habe mich auf beiden Portalen umgesehen. Grundsätzlich gleichen sich beide Portale: Auf MySpace wie auf Facebook teilen Nutzer Inhalte mit anderen Nutzern und verbreiten sie so.  Dauerbrenner MySpace Das 2003 gegründete Community-Portal MySpace ließ schon kurz nach seinem Start alle Welt über das Für und Wieder von sozialen Netzwerken diskutieren. Auf MySpace legt der angemeldete Nutzer eine eigene Präsenz an. Dafür stehen Layout-Vorlagen zur Verfügung, Module und fertige Designs. User, die wissen was sie tun, können über eigene Style-Sheets ihr Portal weiter herausputzen. Das hat MySpace als das Portal für Rockbands und andere Kreative etabliert. Wer sich gern ein eigenes Markenzeichen in einem Community-Portal einrichtet, ist bei MySpace goldrichtig. MySpace bietet mehr Ausdrucksmöglichkeiten als Facebook. Thronräuber Facebook Facebook entstand 2004 als Netzwerk für Harvard-Studenten. Die Öffnung brachte den Durchbruch. Heute besitzt Facebook nach eigenen Angaben über 350 Millionen Mitglieder. Das größte Netzwerk der Welt. Facebook irritiert neue Nutzer bei der Registrierung. Meine Web.de-Adresse erkannte das Portal aber schließlich. Visitenkarte ist die Pinwand, und an der lassen sich zwar einzelne Elemente entfernen, hinzufügen oder freischalten. Am Design lässt sich allerdings nicht schrauben. Facebook gibt auch Musikern und Kreativen Möglichkeiten an die Hand, sich selbst darzustellen. Man kann Fotos, Musik und Videos hochladen und mit anderen teilen. Das war's aber auch schon mit der Selbstverwirklichung. Dafür macht es Facebook auch ungeduldigen und weniger detailverliebten Nutzern leicht, eigene Inhalte in die Welt hinaus zu posaunen. Gesamturteil MySpace bleibt ein Dauerbrenner für Musiker, Künstler und Fotografen. In keinem anderen Web-2.0-Portal kann sich ein Nutzer so individuell präsentieren. Facebook bietet hier weniger Möglichkeiten, ist jedoch weitaus besser vernetzt. Fast jede Internetseite bietet heute Möglichkeiten an, Inhalte auch in Facebook zu teilen. ### Pink: Bohemian Rhapsody live Pink singt live die Queen-Hymne "Bohemian Rhapsody". Ein Tipp von einem Freund. Unbedingt anschauen. Die US-Sängerin bringt sogar den orchestralen Mittelteil des Rock-Opus auf die Bühne. ### HiFi-Klassiker: NAD 3020 2/3 Die NAD-Ingenieure landeten mit dem Vollverstärker 3020 einen Superhit. Er war eine Dekade lang der beliebteste Vollverstärker der Welt. Sein absoluter Verkaufsrekord unter den Vollverstärkern dürfte auch heute noch Bestand haben. Dabei dürfte er eigentlich gar nicht klingen. Denn die NAD-Ingenieure brachen raue Mengen von Konventionen im Verstärkerbau. Angefangen beim Frequenzgang. Der Mainstream der 80er- und 90er-Jahre schrieb vor, dass ein Verstärker einen möglichst breiten Frequenzgang besitzen musste. Die Firma Harman/Kardon trieb es noch weiter: Um Signale bei 20.000 Hertz, an der Hörschwelle eines Säuglings also, sauber darstellen zu können, müsse der Frequenzgang bis 200.000 Hertz reichen - bis zum Zehnfachen also. Das mag rechnerisch stimmen. In der Praxis bedachten die Hersteller nicht, dass im Hochtonbereich die Bauteile der Verstärker zu singen begannen. Sie produzierten Signale, die auf der Tonquelle nicht vorhanden waren. Der Verstärker bemühte sich nun, diese Signale zu verarbeiten, produzierte dabei aber weitere Verzerrungen, die bis nach unten in den hörbaren Bereich reichten. Die NAD-Ingenieure wussten, dass der 3020 nicht den Ansprüchen von Säuglingen genügen musste. Der Frequenzgang des NAD 3020 reichte bis 16.000 Hertz. Im Ergebnis verblüffte der 3020 mit einem sauberen, anstrengungsfreien Hochtonbereich, der seinesgleichen suchte - weit über die Preisklasse hinau. Der Konkurrent Rotel ging übrigens den gleichen Weg und produzierte seinerzeit mit dem RA-810 den einzigen echten Konkurrenten des NAD 3020. HiFi-Klassiker: NAD 3020 1/3 HiFi-Klassiker: NAD 3020 3/3 ### Ubuntu in Zukunft ohne Gimp Die Bildbearbeitung Gimp verschwindet aus der Standardinstallation von Ubuntu. Wie das Ubuntu-Blog OMG!Ubuntu! berichtet, soll schon in der kommenden Version 10.04 "Lucid Lynx" kein Gimp mehr enthalten sein. Die Distribution will Platz auf der Live-CD sparen. Die grundlegende Bildbearbeitung sollen Ubuntu-User künftig mit F-Spot erledigen. Meine Meinung: So gern ich Gimp verwende, so richtig finde ich die Entscheidung. Man kann Gimp leistungsfähig nennen, aber nicht intuitiv bedienbar. F-Spot ist bequemer und reicht im täglichen Leben für das Aufpeppen von Schnappschüssen.Wer es braucht, wird sich Gimp auch weiterhin aus den Ubuntuquellen nachinstallieren können. Für anspruchsvolle Bildbearbeitung und -montage unter Linux bleibt es die erste Wahl. ### Howto: Opera 10.10 mit Opera Unite Opera 10.10 ist fertig und bietet weit mehr als ein Sicherheitsupdate. Mit der neuen Version übergibt der norwegische Browserhersteller die schon länger angekündigte Erweiterung Unite an die Operanutzer. Unite erweitert Opera um einen Webserver, der zusammen mit dem Browser gestartet und geschlossen wird. Um Dateien im Internet zu veröffentlichen, braucht man nun keinen Webserver mehr zu konfigurieren. Damit können Nutzer Musik, Fotos oder Dateien anderen Surfern zur Verfügung stellen, ohne sie irgendwo hochladen zu müssen. Voraussetzung ist, dass man sich bei Opera registriert hat. Nach Anmeldung und dem Einrichten von Unite stehen ausgewählte Inhalte im Internet zur Verfügung unter der Adresse: http://rechnername.benutzername.operaunite.com Der Besitzer entscheidet, ob diese Inhalte für Suchmaschinen sichtbar sein sollten, für Benutzer, die die Adresse kennen, oder nur im lokalen Netzwerk. Rein technisch funktioniert Opera Unite über ein Proxy, erklärt "Heise Online". Und so einfach wird der Dienst eingerichtet: Das Einrichtungsmenü befindet sich in der Opera-Sidebar. Dort findet sich nach dem Update auf Version 10.10 ein neues Emblem. Man kann folgende Dienste in Opera Unite einrichten: Dateien teilen, Chatten, Webserver, einen Multimediaplayer, Fotoalben, einen Kühlschrank (Fridge). Über den Chat sollen sogar Online-Spiele möglich sein. Das Tool Fridge ermöglicht es Besuchern, Nachrichten an den Besitzer zu hinterlassen. Man sucht sich den Dienst aus, den man nutzen will. Nun gilt es, den Namen des Computers festzulegen. Default steht hier "home". Anschließend geben wir ein, wem wir die gewählten Dienste zur Verfügung stellen wollen. Um selbst einen Blick darauf werfen zu können, reicht es, wenn die Bilder im eigenen Netzwerk verfügbar sind Nachdem nun alles eingerichtet ist, sehen die Fotos im Netz so aus, wie auf dem letzten Foto. Mit Unite fordert Opera einmal die Konkurrenz heraus. Bisher ist dieser Dienst meines Wissens einzigartig. Unite eröffnet Privatanwendern völlig neue Möglichkeiten. ### HiFi-Klassiker: NAD 3020 1/3  "Der NAD 3020 läuft und läuft und..." Der britische HiFi-Hersteller NAD lieh sich einen Werbespruch von Volkswagen, um Anfang der 1990er Jahre für die letzte Version seines Klassikers 3020 zu werben. Der Vollverstärker 3020 überlebte nicht nur mehrere Verstärker-Trends. Auch die Geräte selbst erwiesen sich oft als erstaunlich langlebig. Mein NAD 3020i, erworben 1991, verrichtet heute noch tadellos seinen Dienst im Hause eines guten Freundes. Kein Schalter knackst, kein Potentiometer kratzt, Aussetzer gibt es nicht, und dieser Freund schwört, dass der 3020i klanglich alle NAD-Verstärker überragt, die er sonst gehört hat. Dabei war der 3020 nie teuer. Für 280 D-Mark stieg er 1979 in den Markt ein, 400 Mark kostete er zuletzt. Zeit seiner Fabrikation zählte er zu den billigsten Vollverstärkern auf dem Markt. Das erreichte NAD mit Fertigung in China. Lediglich die Entwicklungsarbeit erledigte das Unternehmen in Großbritannien. Sein Konstrukteur Björn Erik Edvardsen ist selbst eine HiFi-Legende. NAD hat ihm mit einer Sonderserie ein Denkmal gesetzt, die Seine Initialen trägt: BEE. Der NAD 3020 zählte zu den ersten HiFi-Geräten, die in der Volksrepublik China zusammengebaut wurden. Und das sah man ihm an. Nichts mit optimierten Leiterbahnen, einstreuungsarmen Ringkerntransformatoren und all jenen Prospektattributen, mit denen Denon, Sony oder Technics warben. Aber - wie erwähnt - der NAD hielt sich auch über Jahre wacker. Und er klingt. Es ist schwer, zu beschreiben, worin der Reiz des 3020 liegt. Ist es die nicht nur für die Preisklasse ungeheuer gute Sensibilität für feinste Dynamikunterschiede? Liegt es an den Klangfarben, mit denen der kleinste NAD-Verstärker seinen Besitzer verzaubert? Das lässt sich wunderbar hören. Beschreiben kann man es nicht wirklich. Sicher, er hat auch Schwächen: Der Bass war nie so präzise wie bei seinen größeren Stallgefährten, aber wenigstens hatte er Bass. Er klirrte nie so anämisch wie ein Harman/Kardon-Verstärker. Er näselte nicht steif wie ein Japaner. Verzerrungen wies auch der 3020 auf. dabei handelte es sich aber um harmonische Verzerrungen, die das Ohr nicht als Verzerrungen, sondern als angenehm empfindet. Diese harmonischen Verzerrungen seiner vier MosFet-Transistoren trugen zum röhrenähnlichen Sound des 3020 bei. Subjektiv wirkte der 3020 sogar klarer, detillierter als seine Konkurrenten. Auch das erreichten die NAD-Entwickler, indem sie mit dem Mainstream brachen. Über die konstruktiven Eigenheiten des NAD 3020 sprechen wir in der nächsten Folge. HiFi-Klassiker: NAD 3020 2/3 HiFi-Klassiker: NAD 3020 3/3 ### Besucherrekord beim 6. BLIT Nach dem Ende des 6. Brandenburger Linux-Infotags (BLIT) ziehen die Organisatoren eine positive Bilanz. Rund 350 Besucher lockte der BLIT am vergangenen Samstag nach Potsdam - so viele wie noch nie. Im vergangenen  Jahr hatte das BLIT-Team 300 Besucher gezählt. Veranstaltet haben den BLIT wie schon im Vorjahr die Brandenburger Linux User Group (BraLUG), die Linux User Group Potsdam (upLUG) und das Institut für Informatik der Universität Potsdam. Gestiegen ist nach Angaben der Veranstalter auch das Interesse am Vortragsprogramm. Die 26 Workshops und Vorträge lockten diesmal deutlich mehr Teilnehmer in die Hörsäle als beim 5. BLIT im vergangenen Jahr. Thematisch erstreckten sich die Vorträge von Einsteigerthemen - etwa über einfache Dateioperationen auf der Kommandozeile - bis zu speziellen Fragen für Linux-Experten. Natürlich spielten Multimediathemen eine wichtige Rolle: Ein Workshop befasste sich mit professioneller Musikproduktion unter dem freien Betriebssystem Linux und mit freier Software. Ein weiterer Programmpunkt führte in die Arbeit mit dem freien Vektorgrafikprogramm Inkscape ein. Der BLIT bot auch Gelegenheit zum Kennenlernen anderer freier Betriebssysteme. So befasste sich ein Vortrag mit Open Solaris, und ein Stand informierte über das freie Betriebssystem BSD. Um BSD ging es auch am Stand von Debian. Dort zeigte man dem Publikum eine Installation von "Debian GNU/kFreeBSD". Das System verwendet statt des von Debian gewohnten Linux-Kernels den von BSD. Als weitere nahmhafte Linux-Distributionen präsentierten sich CentOS und Sidux auf dem BLIT. Hinzu kamen bekannte Open-Source-Projekte wie OpenOffice.org und KDE. Ein Schwerpunkt lag beim 6. BLIT auf dem Thema Linux und Open Source in der Schule. So konnten sich Besucher über den Schulserver Arktur und über die offene Lernplattform Moodle informieren. Auf mehreren Modellarbeitsplätzen zeigte das Projekt Skolelinux die Chancen und Möglichkeiten von Linux und freier Software auf Schul-Desktops. Insgesamt informierten 22 Aussteller über Projekte rund um freie Software. Zufrieden äußerten sich auch Aussteller und Referenten. ### Neue Fotogalerie: BLIT 2009 Eine neue Fotogalerie gibt erste Eindrücke vom 6. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT), der gestern in Potsdam stattfand. ### Neue Serie: HiFi-Klassiker HiFi? dafür gibt es in Deutschland eine Norm, die DIN 45500. Wer in den 1970er Jahren einen Radio- und Fernsehhändler - andere gab es nicht - mit Aussagen konfrontiert hätte wie: Das klingt mir nicht musikalisch genug! Oder: Die Stimmwiedergabe gefällt mir nicht! Oder: Ich finde das zu unbeteiligt. Ich wünsche mir eine Anlage, die mich mehr involviert! Wer den armen Fachberater derart überfahren hätte, wäre wahrscheinlich des Ladenlokals verwiesen worden.HiFi: In Deutschland zählten nur Messwerte In Deutschland zählten nur Messwerte: Frequenzgang, Wirkungsgrad, Leistung. Ging es um Klang, ging es um ein Mehr an Bässen oder Höhen. Dem entsprach die deutsche HiFi-Presse. Da arbeitete sich der Leser durch endlose Tabellen von Messwerten, die er in dr Regel nicht verstand. Es reichte,wenn er verstand, wo ein höherer Wert der bessere war und wo ein niedrigerer Wert zum Testsieg qualifizierte. Das änderte sich schlagartig in den 1980er Jahren. Die CD kam und brachte ausgerechnet eine späte Blüte der Plattenspieler. Gleichzeitig strandeten die ersten britischen HiFi-Geräte auf den Regalen der Radio- und Fernsehhändler. Die sahen sich bald genötigt, sich in "HiFi-Studio" umzubenennen. Dennoch verloren die meisten von ihnen nie ein sichtbares Unbehagen, wenn sie mit dem Kunden über diffuse Emotionen beim Musikhören diskutieren mussten. Finger schnippende Messtechniker in den Redaktionsstuben Die Presse schoss sich ebenfalls schnell auf den neuen Trend ein. Plötzlich schrieben die HiFi-Kritiker über wippende Füße bei diesem oder jenem Musiksstück, über involvierende Musikwiedergabe. Die trockenen Messtechniker wandelten sich zu Fuß-wippenden, Finger-schnippenden Musik-Enthusiasten, die schon immer gewusst hatten, dass Musikhören mehr als Messwerte studieren bedeutet. Statt Stereoanlagen auf der Basis von Leistungswerten zusammenzukloppen, schwärmten sie jetzt von "fein komponierten" Ketten. Revolution der HiFi-Schnäppchen Erreicht hatte das eine aus heutiger Sicht immer noch nicht richtig erklärbare Hinwendung der deutschen Kundschaft zu britischer Auffassung von Musikhören. Bei niedrigerem Durchschnittseinkommen konsumierten die Engländerseinerzeit sehr viel mehr Musik als die Deutschen. Und sie waren anspruchsvoller - auch in den unteren Preiskategorien. Gerade im Segment der Billigheimer, der echten Schnäppchen, entstanden damals viele echte HiFi-Klassiker. Geräte, die wunderbar Musik machten - die trotzdem nicht den Gegenwert eines Eigenheims kosteten und nicht die Fläche eines Tennisplatzes beanspruchten. Diesen HiFi-Klassikern will ich in den nächsten Wochen und Monaten eine Serie in diesem Weblog widmen. Beginnen will ich demnächst mit DEM HiFi-Klassiker schlechthin, mit dem erfolgreichsten HiFi-Verstärker aller Zeiten, mit dem NAD 3020. ### Videoclip für eine Kilowattstunde "Und Action!". Nach diesem Kommando dreht sich bei Videodrehs nicht nur die Kamera, sondern meist auch der Stromzähler. Die Kampagne "Klima sucht Schutz" kündigt nun für kommenden Montag, 23. November, den ersten klimafreundlichen Videoclip der Welt an. Drehort für den Clip zum Song "Chamäleon" der Berliner Reggaemusiker Mellow und Pyro soll der Berliner Tresor-Club sein. "Ich habe bei meinen Drehs oft darüber nachgedacht, wie viel Energie da verballert wird", sagt Regisseurin Stephanie von Beauvais, die bereits Clips für 2Raumwohnung und Tocotronic abgedreht hat. Während Drehs sonst schnell über 100 Kilowattstunden Strom verbrauchen, soll dieser Clip mit nur einer einzigen Kilowattstunde realisiert werden. Auf Schweinwerfer will die Regisseurin beim Dreh weitestgehend verzichten. Das von den Musikern per Pedalkraft erzeugte Licht ist zugleich ein Stilmittel des Videos. Der ökologische Fußabtritt wird gleichzeitig an anderen weniger prominenten Stellen am Set minimiert: Das deutlich reduzierte Equipment wird umweltverträglich transportiert, das Catering ist biologisch und aus regionalem Anbau und wird auf Mehrweggeschirr serviert. Musiker und Crew reisen nicht mit dem Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Die Location für den Dreh, der Techno-Club Tresor in Berlin, passt zum Projekt: Hier fand die erste klimaneutrale Party Deutschlands statt. ### Urheberrecht 2.0: Goethe zur Buchpreisbindung Diese Geschichte erzählen Verlage und Medienkonzerne gern: Der Gigant der deutschen Literatur, Johann Wolfgang von Goethe, hat erst in späten Jahren Einkünfte aus seinem Werk ziehen können. Als er seinen Werther schrieb, verbreitete dieser erste Bestseller des Dichterfürsten sich in Gestalt von Raubdrucken. Erst später setzte dem ein durchsetzbares Urheberrecht ein Ende. Da leuchtet jedem doch sofort ein, dass wir ein Urheberrecht brauchen, oder? Wer wollte Goethe - oder seinen heutigen Nachfolgern - wohl ihren gerechten Lohn vorenthalten? Ließ der Mammon Goethe und Shakespeare zur Feder greifen? Wir brauchen doch ein Urheberrecht, denn welcher Anreiz bestünde sonst, zu schreiben? Dabei scheinen Schriftsteller weit weniger materialistisch zu sein als uns die Verlage glauben machen wollen. Denn als Goethe zu schreiben begann, konnte er nicht davon aus gehen, einmal seinen Lebensunterhalt damit bestreiten zu können. Es war also offenbar nicht die Aussicht auf regelmäßige Tantiemeneinkünfte, die Goethe zur Feder greifen ließ. Das zeigt die Geschichte. Es kann auch nicht der Mammon gewesen sein, der Lessing, Decartes oder Shakespeare an den Schreibtisch trieb. Denn gab es in Goethes Jugend kein Urheberrecht, dürfen wir annehmen, dass dies auch früher nicht bekannt war. Trotzdem entstanden in dieser Zeit bahnbrechende literarische Werke. Apropos Urheberrecht: Bis heute verehren wir Shakespeare, obwohl wir nicht genau wissen, ob der seine Werke selbst geschrieben hat. Dem Urheberrecht verdanken wir Dan Brown und Frank Schätzing Wir könnten sagen: Das Urheberrecht hat mit Goethe oder Shakespeare nichts zu tun. Das Urheberrecht hat uns dafür Dan Brown und Frank Schätzing beschert. Autoren, die viele von uns schätzen. Aber wenn sie nicht geschrieben hätten, wäre es auch nicht schlimm gewesen. Die Fakten deuten darauf hin, dass Kunst kein Urheberrecht braucht. Es ist das Geschäft, das eins braucht. Daran hat sich über die Jahrhunderte nichts geändert. Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass ein Günther Grass auch geschrieben hätte, wenn es kein Urheberrecht gäbe - vielleicht ein paar Bücher weniger. Schön für ihn, dass es das Urheberrecht gibt und der greise Dichter im heimatlichen Lehnstuhl über neuen Geschichten sinnieren kann, ohne sein Brot als Nachtwächter oder Sozialrentner fristen zu müssen. Und ganz sicher hat das Urheberrecht vielen guten Autoren die Enscheidung für das Schreiben leichter gemacht, die sonst lieber "etwas Solides" angefangen hätten. Das Urheberrecht macht Literatur teuer Aber in der Literatur führt das Urheberrecht eben - auch - dazu, dass uns Schund für Kunst verkauft wird. Noch etwas bewirkt das Urheberrecht: Es macht Literatur teuer. Zurück zu Goethe. Hätte sich Goethes Werther so stark verbreitet, wenn er nur zur Buchpreisbindung erhältlich gewesen wäre? Wir sprechen von jenem Werk, das dem Dichter den Weg an den Weimarer Fürstenhof und zu einem sorgenfreien Leben geebnet hat. Wäre es ein Bestseller geworden? Wohl kaum. In vorindustriellen Zeiten war ein Buch ohnehin ein elitäres Vergnügen. Wenn ein Verlag allein den Daumen auf dem Buch gehabt hätte, wäre es noch weniger Leuten vorbehalten geblieben, es zu lesen. Das Urheberrecht begrenzt die Verbreitung von Kunst und Ideen. Das ist eine unabweisbare Tatsache. Eine, der wir uns auch heute noch stellen müssen. Wir wollen, dass unsere Kinder die Klassiker lesen. Die kosten aber Geld, und im Wertesystem der Jugendlichen muss sich Goethe mit einem Platz weit hinter Handy und Musik begnügen. Wieviel Urheberrecht verträgt Qualität? Wie müsste also ein Urheberrecht 2.0 in der Literatur aussehen? Der Streit darum hat gerade erst begonnen. Das Problem: Wir müssen unterscheiden zwischen den Interessen der Literaten und denen der Verlage. Über ein Urheberrecht für geistiges Eigentum können wir diskutieren, über eine Bestandsgarantie für Geschäfts- und Vertriebsmodelle nicht. Das Internet bietet Autoren völlig neue Möglichkeiten, Leser zu finden. Nur wenige können davon leben. Müssen sie das? Vergessen wir nicht: Den Debut-Roman schreibt jeder Schriftsteller nebenbei. Das Ende des Urheberrechts wäre wohl das Ende von Literaturidolen wie wir sie verehren seit es ein Urheberrecht gibt. Goethe, Thomas Mann, Heinz G. Konsalik. Wieviel Urheberrecht verträgt Qualität? Abb.: Johann Wolfgang von Goethe im 70. Lebensjahr, gemalt 1828 von Joseph Karl Stieler. Foto: Wiki Commons ### Schweinegrippe-Tagebuch: Geimpfte holen auf Die Schutzimpfung gegen die Seuche fordert die ersten Opfer. Jetzt starb ein Thüringer. Letzte Woche fand man einen Mann in Wuppertal am Tag nach seiner Schutzimpfung tot auf der Firmentoilette. Zehn Menschen sind in Deutschland an der Schweinegrippe gestorben, doch nun holen die Geimpften auf. Und das wegen einer Grippe, die eigentlich mehr ein heftiger Schnupfen ist. Tragisch, oder? Ich habe immer noch keine Schweinegrippe. Impfung kommt für mich jetzt nicht mehr in Frage. Aber jetzt kann ich nie mehr angstfrei in der Firma aufs Klo gehen. ### Eeebuntu wechselt auf Debian unstable Die kommende Version 4.0 von Eeebuntu wird nicht mehr auf Ubuntu basieren, sondern auf Debian Unstable. Als Grund gibt das Entwicklerteam im Eeebuntu-Forum an, dass einige Neuheiten der aktuellen Ubuntu-Ausgabe 9.10 "Karmic Koala" nicht zu Eeebuntu passen. Von Debian Unstable als Kern für EB4 versprechen sich die Entwickler bessere Anpassbarkeit der Pakete für Eeebuntu und mehr Stabilität im Betrieb. Für das neue Eeebuntu plant das Team auch eigene Software-Repositories. Bisher nutzte das Projekt die Ubuntu-Repositories. Dem Nutzer bringt der Debian-Unstable-Kern sogenannte "Rolling Releases". Während Ubuntu Programmversionen nur in neuen Distributionen aupdatet, werden Debian-Unstable-Pakete laufend aktualisiert. Dieses Verfahren wollen auch die Eeebuntu-Entwickler umsetzen. Der Name Eeebuntu soll erhalten bleiben. Kritik am Schritt von Ubuntu zu Debian begegnet das Eeebuntu-Team mit dem Hinweis, dass ja auch Ubuntu auf Debian Unstable aufsetzt. Eeebuntu ist eine Linux-Distribution, die speziell an den Asus Eeepc angepasst ist. ### Dotster setzt auf Open-Exchange Der US-Hoster Dotster bietet seinen Kunden Open-Exchange an, die freie Alternative zu Microsofts Exchange. Damit haben die Anwender von jedem Rechner mit einem Internetanschluss Zugang zu E-Mail, Kontaktdaten und ihrem persönlichen Kalender. Auf Wunsch können die Nutzer ihre E-Mail, Kalender- und Kontaktdaten zusätzlich mit Microsoft Outlook, Apple Mail, oder Evolution verwalten. Das teilt Open-Exchange mit. Aus der Mitteilung geht leider nicht hervor, ob Dotster den externen Zugriff in allen Paketen anbietet. Für die teureren Pakete bietet der deutsche Hoster 1&1 diese Möglichkeit auch an - ganz ohne Aufpreis. ### Schweinegrippe-Tagebuch: Kein Schwein steckt mich an ### Schweinegrippe-Tagebuch: SAT1 und die Seuche Johannes B. Kerner will in seiner Show am Montag in SAT1 eine Betroffene zeigen. Eine waschechte Schweinegrippekranke aus Fleisch und Blut. Ein Seuchenopfer. Leicht zu finden dürften die nicht sein, denn noch immer geht die tödliche Seuche in der Mehrzahl der Fälle glimpflich ab. Wenn aber ein Fernsehteam von SAT1 anrückt, wird man uns wohl kaum mit ein paar Hustern abspeisen. Wir sollen sehen, wie die Betroffenen leiden. Hallo? Das ist die Schweinegrippe, keine schreckliche Tropenkrankheit - auch wenn uns Johannes B., Bild und BZ was anderes weismachen wollen. Bei Grippe fließt kein Blut aus Mund und Nase, wie bei Ebola. Da wird uns keine schnuckelige Blondine ihre Pestbeulen in der Leistengegend zeigen! Ich soll mir allen Ernstes ansehen, wie jemand mit Fieberthermometer und Kamillentee im Bett liegt und Barbara Salesch sieht?! Weiß heute keiner mehr, wie sich Grippe anfühlt? Natürlich hat Kerner Experten aufs Talkshow-Gestühl gebeten. Die sollen uns erzählen, wie gefährlich die Schweinegrippe wirklich ist. Wenn die weiß bekittelten Pharmavertreter mit uns fertig sind, werden wir uns wünschen, dass statt Schweinegrippe Pest und Ebola umgingen. Und was soll schon helfen? Testament machen, auf den Sensenmann warten. Deshalb lassen Sie sich jetzt impfen. Danke, dass Sie da waren, Herr Professor. Noch habe ich keine Schweinegrippe - noch nicht. Gebe Gott, dass es mich erst am Dienstag umhaut, sonst muss ich morgen Abend vielleicht Kerner sehen, und davon erlöst mich kein Sensenmann, wenn die Fernbedienung unters Bett gerutscht ist. ### Schweinegrippe-Tagebuch: Land in Angst Jeden kann es treffen. Man spürt die gedrückte Stimmung. Vielleicht trage ja auch ich das tödliche Virus schon in mir? Und, wenn ich krank werde? Was dann? Ins Krankenhaus? Bloß nicht! Dort lauert die Sepsis. 150.000 Menschen infizieren sich im Krankenhaus mit Bakterien oder Viren. 162 Menschen sterben Tag für Tag an einer dieser vermeidbaren Infektionen. Das sagt das Bundesforschungsministerium. Die Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und da sollte ich ins Krankenhaus gehen? Also doch lieber die Schutzimpfung? Aber vielleicht bringt die mich dann ins Krankenhaus, und wo doch die Sepsis... Ratlosigkeit. Schrecken. Wir hören schlimme Dinge aus den Seuchenherden, aus Bayern und Mecklengurg-Vorpommern. Menschen sollen dort zur Zwangsimpfung zusammengetrieben werden. In den großen Städten dort tragen die Rettungssanitäter schon wieder weiße Kutten und Masken. Mit Karren stehen sie bereit, die Leichenberge zu beseitigen. Gestorben ist in München und Schwerin noch niemand an der Schweinegrippe - noch niemand. Und Schwerin ist so nah. Das Warten macht uns verrückt... ### Schweinegrippe-Tagebuch: Seuche fährt mit Nie sind wir Brandenburger mit derart bangen Herzen in die Metropole gependelt. Wir besteigen den Regionalexpress, treten die Fahrt aus der Provinz nach Berlin an. Wohl wissend, dass jede Fahrt die letzte sein kann. Die Nachrichten aus Fernsehen, Zeitungen und Internet begraben jeden Rest gesunden Menschenverstands unter iamginären Leichenbergen. Es ist doch keine Frage, ob wir uns infizieren, sondern nur wann. Vielleicht schon hier im Zug? Oh, Gott! Hat da jemand gehustet? Neulich erzählte mir jemand, dass bei Verdachtsfällen von Schweinegrippe in Zügen der Deutschen Bahn der betroffene Wagen abgeschottet und die Reisenden gekeult werden. Vielleicht werden wir auch nur bei der Einfahrt in Berlin-Wannsee unter Quarantäne gestellt. Auf ein Abstellgleis. Alle Nothämmer werden entfernt. Bei dem Gedanken wird mir schlecht: Eine Woche bei Kaffee und Schokoriegeln aus den Automaten im mittleren Wagen? Ich habe immer noch keine Schweinegrippe - noch nicht... ### Schweinegrippe-Tagebuch: Die Seuche naht Nein, ich habe nicht die Schweinegrippe. Aber die Angst rückt mit der Seuche näher. Heute habe ich auf Bild.de gelesen, dass es einen Journalisten von denen erwischt hat. Gut, er war nach zwei Tagen Kopfschmerzen und Fieber wieder auf den Beinen. Schwein gehabt.  Trotzdem packt mich das Grauen: Ich gehe mehrmals die Woche in der Kantine vom Axel-Springer-Haus essen. Und sah nicht der Mann, der neulich an meinem Tisch saß, ein bisschen wie der erkrankte Kollege aus? Und nicht jeder hat soviel Glück. Hat die Killer-Grippe nicht bis jetzt schon acht Menschen in Deutschland dahin gerafft? Ja, das stimmt: Acht Menschenleben fordert auch so mancher neblige Tag auf der A7 in der Ostheimer Senke. Aber deswegen fahre ich ja schon Zug. Und nun das: Die Schweinegrippe rückt vor bis zum Axel-Springer-Hochhaus, Cesar's Palace im Würgegriff der Seuche. Man fühlt es beinahe in unserer Firma: Das Virus setzt zum Sprung über die Straße an. 1000 Berliner soll die Schweinegrippe schon infiziert haben. Und, liebe Hessen, in der Hauptstadt sind Berliner keine Krapfen! Die Dunkelziffer liegt weit höher. Das glaube ich gern. Schließlich verläuft die heimtückische Seuche meistens so harmlos, dass man sie kaum merken soll. Die Stadt sucht verzweifelt Impfärzte, berichtet die Berliner Morgenpost. Aber soll ich mich auch impfen lassen? Ich bin noch unsicher... ### Märkische Oderzeitung zur Wende bei Opel Frankfurt (ots). Dass GM Opel am liebsten behalten würde, war immer klar: Die Amerikaner können das Wissen um sparsame, qualitativ hochwertige Autos gut gebrauchen. Und den Markt Europa aufzugeben, fand der durch die Blitz-Insolvenz wiederbelebte Konzern auch nicht sinnvoll. ... ob es GM nach all den falschen Entscheidungen der vergangenen Jahre gelingt, Opel gut zu führen, kann man in Zweifel ziehen. Aber Magna wäre für Opel das größere Abenteuer gewesen. Märkische Oderzeitung, Frankfurt (Oder) ### Ein Star dank Schweinegrippe Tommy Haas hat die Schweinegrippe. Haben Sie das auch gelesen? Natürlich, denn der fiebernde Tennisprofi ist heute über alle Titelseiten, durch alle Schlagzeilen und Nachrichtensendungen gegeistert. Für soviel Medienpräsenz müssen andere Wimbledon gewinnen. Dafür kann man schon mal ein bisschen Husten und erhöhte Temperatur in Kauf nehmen. Vielleicht ein Beispiel für uns alle? Sonst ein Niemand, aber mit dem H1N1-Virus ein Star? From Zero to Hero mit der Schweinegrippe? Weit gefehlt: Schließlich ist Tommy Haas ja auch ohne Grippe mehr oder minder prominent. Normalsterbliche entern nur dann mit Foto die Titelseite von Bild, wenn sie genau das tun: nämlich sterben. Wäre ja auch zu schön gewesen. Vor allem, wenn es so wenig kostet. Immerhin bleibt Fakt, dass die Schweinegrippe für eine Grippe bemerkenswert harmlos ist. Weltweit hat H1N1 etwas mehr als 6000 Menschen das Leben gekostet. Das sind weniger als in normalen Wintern allein in Deutschland der jährlichen Grippewelle zum Opfer fallen. Im Winter 1995/96 forderte die Grippe sogar 30.000 Menschenleben. Unbesungene Helden allesamt. Denn aus einer Grippe eine Pandemie zu machen, das geht nur mit den eigentlichen Pandemiegewinnern im Rücken: Pharmaindustrie und Boulevardpresse. Dann machen wohl jetzt die Pharmaunternehmen die Stars? Unter den Grippen und unter deren Opfern?  Spaß beiseite: Wir sollten die Schweinegrippe ernst nehmen. Besonders die Risikogruppen unter uns. Unser Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) beispielsweise. Der will sich gleich gegen alle nahenden Grippewellen impfen lassen. Besser für ihn. Heißt es nicht, dass vor allem junge Menschen in Gefahr sind? ### Buch: Hoch auf Linux - Watsche für Ubuntu Welches PC-Betriebssystem nach den Software-Kriegen unserer Tage übrig bleiben wird, das steht für Keith Curtis fest: Linux! Das schreibt Curtis in seinem Buch "After the Software Wars", und das schreibt er obwohl er langjähriger Entwickler bei Microsoft war, dem Erbfeind der Open-Source-Gemeinde. Oder vielleicht gerade deswegen? Dass der Linux-Kernel dem Windows-Kernel prinzipiell überlegen ist, das wissen die Linux-Fans, und die Nerds werden auch begründen können, warum das so ist. Keith Curtis erklärt die strukturellen Schwächen von Windows anhand von Grafiken so anschaulich, dass auch Nicht-Progrmmierer und Nicht-Hacker es im Grundsatz verstehen. Detailliert beschreibt Curtis die Arbeitsweise von Open-Source-Projekten, vermittelt einen Eindruck von der Zahl der Köpfe, die über dem Linux-Kernel grübeln oder die zahlreichen Anwendungen rund um Linux weiterentwickeln. Und allein daraus wird klar: Kein Softwarekonzern kann so ganzheitlich entwickeln wie es die Open-Source-Gemeinde tut. Wenn ein Softwareunternehmen ein Programm auf den Markt bingt, werden höchstens kritische Fehler behoben. Aber nur der Linux-Kernel wird auch quasi rückwärts weiterentwickelt. Eine große Zahl von Entwicklern prüft das Betriebssystem ständig auf Schwachstellen, sucht ständig nach Detailverbesserungen. Der Erfolg: Der Linux-Kernel besteht nur aus einem Bruchteil der Codemenge des Windows-Kernels. Curtis' Resümee klingt ebenso überraschend wie logisch: Die Überlegenheit von Linux und Freier Software beruht gleichermaßen auf Verschwendung wie auf Effizienz. Die Entwicklergemeinde kann es sich leisten, Arbeitskraft an Details zu "verschwenden". Andererseits nutzt sie neue Entwicklungen effizienter als die kommerzielle Software-Branche. Ideen tauschen wie Äpfel Curtis zitiert das Apfelbild des Philosophen George Bernhard Shaw: "Wenn ich einen Apfel habe, und Sie haben einen Apfel, und wir tauschen die Äpfel. Dann hat jeder von uns immer noch einen Apfel. Wenn wir aber jeder eine Idee haben und unsere Ideen austauschen, dann hat jeder von uns zwei Ideen." Damit gelangen wir direkt zur Urheberrechtsdebatte. Es spricht sehr für Keith Curtis, dass er hier simple Lösungen umgeht, dass er offen bekennt, wofür es noch keine schlüssigen Lösungen gibt. Doch er wirft eine hochmoralische Frage auf: Wenn wir Brot hätten, die ganze Welt umsonst zu füttern, würden wir es tun? Nun, wir haben Software, mit der die ganze Welt kostenlos an der Informationsgesellschaft teilhaben könnte. Können wir sie ihr - der Welt - vorenthalten? Das Internet macht es möglich, diese Frage zu stellen, und das Internet macht es nötig, diese Frage zu beantworten. Keith Curtis durchdenkt auch weniger bekannte Aspekte der Diskussion um freie Software. Während klassische Medien und proprietäre Software den Menschen zum Konsumenten degradieren, fordert freie Software zum Mitmachen auf. Das fördert das Selbstwertgefühl. Gerade in Schulen könnte der Einsatz von freier Software Wunder wirken, schreibt Curtis. Das Buch hat auch Schwächen. Watsche für Ubuntu So lobt Keith Curtis ja einerseits Wildwuchs und verschwenderischen Arbeitseinsatz im Linux-Lager. Andererseits watscht er Ubuntu-Linux ab. Ubuntu habe dem Debian-Projekt, auf dem es beruht, Manpower entzogen. Debian hätte heute noch viel besser sein können, wenn es Ubuntu nicht gäbe. Fehlt Linux also doch das Controling? Der Widerspruch zu allen anderen Kapiteln des Buches hätte Keith Curtis auffallen müssen. Das fügt dem schlüssigen, umfassenden Buch einen Kratzer zu. "After the Software Wars" bietet Keith Curtis zum Download an. ### Apple mit Klischees gegen Windows 7 Windows 7 ist in aller Munde, in allen Zeitschriften, auf allen Kanälen. Damit endet gleichzeitig die Schonzeit für Apple. Im Schatten von Microsofts Vista-Desaster ist das Unternehmen von Steve Jobs in den USA zweistelligen Marktanteilen engegengewachsen. Nun haben sich die Dinge geändert: Seit Windows 95 hat die Welt kein Betriebssystem so herbeigezittert wie jetzt Windows 7. Da kann man schon mal Nerven zeigen. So wie Brian Croll, der bei Apple die Vermarktung von MacOS X zu verantworten hat. Windows 7 sei antiquierte Technologie. Da kommen all die alten Argumente: MacOS sei sicherer. Ein Ruf, der seit März 2008 etwas gelitten hat. Damals war es einem Teilnehmer eines Hacker-Wettbewerbes gelungen, ein Mac Book Air innerhalb von zwei Minuten zu knacken und zu übernehmen. Der Konkurrent mit Windows Vista hielt noch bis zum nächsten Tag durch. Weiter verhöhnt Croll die schlechte Softwareausstattung. Da fehlten Mail-Client oder Fotoverwaltungstools. Jetzt fehlt auch noch der Browser. Zumindest in Europa wird man ihn über ein Auswahltool installieren müssen. Die EU-Wettbewerbshüter machen es möglich. Und wenn Apple irgendwann einmal nennenswerte Marktanteile erringt, dann werden wohl auch die schnieken Mac Books mit leerem Betriebssystem ausgeliefert werden. Freut euch eurer Nische. ### Hartz IV-Prozess: Abgründe staatlicher Sorglosigkeit Spiegel Online hat den Hart-IV-Prozess vor dem Bundesverfassungsgericht beobachtet und gewährt einen erschreckenden Blick in Abgründe staatlicher Willkür und Sorglosigkeit. ### Wordpress 2.8.5: Und das Ganze von vorn... Die letzte Aktualisierung meiner Wordpress-Installation auf Version 2.8.4 hat Nerven gekostet. Den erfolgreichen Upgrade verdanke ich vor allem einem guten Freund, der sich auch in dieser dramatischen Stunde meiner erbarmt hat. Und nun das: Mit 2.8.5 steht eine neue Version der beliebten Blog-Software zum Download. Die neue Version soll einige Sicherheitslücken schließen. Also gut, wenn's der Sicherheit dient... ### Durch die Hölle mit Wordpress Nutzer des freien Content-Managment-Systems (CMS) Wordpress sollten stets darauf achten, dass sie stets die neueste Version der Software nutzen. Denn Wordpress ist - wenngleich Open Source - das Windows der Blog-Systeme. Es ist der Einstieg in die Welt des CMS. Jeder, der nicht nur online im Versandhauskatalog blättert, war garantiert schon einmal auf einer Seite, auf der Wordpress läuft. Jeder Webmaster kan jedoch dafür verantwortlich gemacht werden, wenn von seiner Seite aus beispielsweise Schadsoftware verteilt wird. Ich habe mein Wordpress-Upgrade für dieses Wochenende geplant. Die aktuelle Wordpress-Version 2.8.4 bietet scheinbar eine Updatefunktion im Backend. Bei den früheren Versionen muss die alte Installation überschrieben werden. Wordpress selbst bietet dafür eine detaillierte Upgradeanleitung. Erfahrene Blogger kennen Abkürzungen. Ich habe mich an der Abkürzung orientiert. Ergebnis: Nach dem Upgrade war das gesamte Artwork verschwunden. Außerdem konnte ich mich nicht anmelden. Gut, dass ich die alte Installation vorher gesichert hatte. Per FTP überschrieb ich die Dateien wieder mit meiner alten Installation. Nun war das Artwork wieder da. Der Login funktionierte immer noch nicht, und  außerdem konnte mein Blog nun nicht mehr auf die Datenbank zugreifen. An diesem Punkt beschloss ich, zu Joomla! zu wechseln, das mein Provider zur Installation anbietet. Als ich nach erfolgter Installation von Joomla! meinen ersten Beitrag in dem neuen System speichern wollte, verschwand das Joomla!-Back-End. Seitdem habe ich wieder vollen Zugriff auf meine alte Wordpress-Installation. ### Steuerstreit bei Schwarz-Gelb Mein Kommentar zum Streit um Steuersenkungen auf banktip.de. ### Top-Meldungen am Ende aller Zeiten Der liebe Gott steht vor 20.000 Nachfahren von Opelarbeitern. Leider erinnert sich keiner mehr daran, wer oder was Opel war. Der Betriebsrat ist jedoch sicher, dass der himmlische Vater das Unternehmen zu retten habe. Schließlich baue Opel zukunftssichere Autos, auch wenn kein Mensch mehr wisse, was Autos eigentlich sind. ### Sternzeit 8900076539 Letztes Raumschiff verlässt die zerstörte Erde ++ Bundesregierung hofft, Opel bis Weihnachten zu retten ### Top-Meldungen am 13. Oktober 9588 Uno verhandelt über Kalenderreform ++ Bundesregierung: Opel-Rettung bald in trockenen Tüchern ### Top-Meldung am 13. Oktober 3499 Bundesregierung und Magna beraten über Opel-Rettung. ### Hallo Domain - Goodbye ihr Links Liebe Leser, nach nunmehr einem Jahr streben mein Blog und meine Domain einer schnellen Wiedervereinigung entgegen. Das freut mich schon aus finanziellen Gründen, da ich einem von zwei Webhostern gekündigt habe. Das beutet aber auch, dass demnächst alle Links, die aus den weiten des Cyberspace auf die provisorische s...irgendwas-Domain verweisen, ins Leere weisen werden. Vom Standpunkt der Suchmaschinenoptimierung bedeutet das: Ich begehe Suizid. Andererseits erreichen mich dann wieder jene Links, die auf www.wolffvonrechenberg.de verweisen. Insofern stehe ich kurz vor einer Reanimierung. Ich hoffe, der Flurschaden in den verlinkenden Blogs hält sich in Grenzen. Ich werde einfach ganz viel Neues schreiben. Bis demnächst Wolff ### Top-Meldungen am 13. Oktober 2025 Dritte Sturmflut innerhalb eines Jahres in Hamburg ++ Piratenpartei verliert absolute Mehrheit in Berlin ++ Bundesregierung und Magna verhandeln über Opel-Rettung ### Vargas-Filme: Alter Schwede, endlich überstanden Manchmal beginnt Schweden in Paris. In der kleinen Reihe von Fred Vargas-Verfilmungen beispielsweise, die heute im ZDF zuende geht. Da taumelt ein depressiver Kommissar Adamsberg durch düstere Kulissen und dunkle Abgründe. Er könnte auch Wallander heißen und in Stockholm ermitteln. Die Schweden besitzen die Lufthoheit auf dem Krimimarkt. Um auf dieser Welle mitzuschwimmen, beschneidet man in Frankreich offenbar sogar die erfolgreichste Krimiautorin der Grande Nation. Keiner der vier Filme, die das ZDF gezeigt hat, bildet auch nur im Geringsten die bizarre Komik im Werk von Fred Vargas ab. Die zarte, liebevolle Art, Charaktere zu zeichnen. So trübsinnig, schicksalsschwanger verschwedet wie im Film könnte Fred Vargas eigentlich auch aufhören und das Schreiben den Mankells überlassen. Tut sie aber nicht. Deshalb werde ich ihre Bücher weiter verschlingen und die Verfilmungen künftig meiden. ### Friedensnobelpreis für Obama? Toll, was der Mann schon alles erreicht hat: US-Präsident geworden, Schließung von Guantánamo versprochen. Einen Raketenschirm gestrichen, den sich die USA krisenbedingt sowieso nicht mehr leisten können. Und jetzt den Friedensnobelpreis. Toll, dieser Barack Obama. Wahrscheinlich bekommt ein US-Präsident schon den Friedensnobelpreis, wenn er keinen neuen Krieg anfängt. Der US-Komiker Andy Borowitz will aus Insiderkreisen erfahren haben, dass das Nobelkommitee lange nach einem Grund suchen musste,  um den US-Präsidenten auszuzeichnen. Das Biertreffen im Garten des Weißen Hauses habe dann den Ausschlag gegeben. Die Auszeichnung kommt indessen noch rechtzeitig, denn Barack Obama wird der erste Präsident sein, in dessen Amtszeit Amerika den Mond bombardiert. Ob das seine Aussichten auf den Preis verbessert hätte? ### 6. BLIT: Linux zum Kennenlernen Linux zum Kennenlernen für Neugierige und Informationsbörse für Experten des freien Betriebssystems. Das will der 6. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) seinen Besuchern bieten. Am Samstag, 21. November, zeigt die größte Linux-Veranstaltung im Land Brandenburg einmal mehr, dass Linux als kostenlose Alternative zum Windows-Einerlei längst aus den Kinderschuhen ist. "Freiheit um Anfassen...", lautet das Motto des 6. Brandenburger Linux-Infotag, und dieses Motto richtet sich vor allem an Linux-Einsteiger. So finden Neulinge Rat und Hilfe bei der Installation von Linux. Das Mitbringen des eigenen PC oder Notebook ist erwünscht. Musiker und Multimedia-Fans informiert der BLIT über den Stand der Dinge in der Musikproduktion auf Linux. Das Team von OpenOffice.org präsentiert die aktuelle Version seiner leistungsstarken Bürosoftware, die inzwischen in vielen Unternehmen und Behörden Standard ist. Ein besonderer Akzent liegt auf dem Einsatz von Linux in Schule und Bildung. Das Skolelinux-Projekt informiert Pädagogen, Eltern und Neugierige, welche Chancen Linux und freie Computerprogramme Schulen und Bildungseinrichtungen bieten. Dazu richtet das Projekt ein Musterklassenzimmer ein. Auch hier gilt das Motto des Tages: "Freiheit zum Anfassen..." Der 6. Brandenburger Linux-Infotag findet am Samstag, 21. November, ab 10 Uhr auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam statt. Veranstalter sind die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Linux User Group Potsdam (upLUG) sowie das Institut für Informatik der Universität Potsdam. Derzeit stehen mehr als 30 Programmpunkte fest, die sich von Workshops für Einsteiger bis zu Vorträgen über anspruchsvolle Probleme beim Programmieren erstrecken. Neue Vorschläge und Angebote für Vorträge und Workshops nehmen die Veranstalter noch bis zum 21. Oktober entgegen. Interessenten melden sich im Internet: http://blit.org/mitmachen/ oder per E-Mail: mitmachen@blit.org Anregungen und Fragen bitte an: info@blit.org ### Test: Samsung E1080 im Vergleich Das Samsung E1080 (Foto rechts: Samsung) ist das dritte Billighandy, das in meine Hemdtasche einzieht. Wie lange es halten wird, weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie es dereinst ums Leben kommen wird: durch Wasser. Mein Motorola Motofone F3 geriet in die Waschmaschine. Vollwäsche. Buntes. In besagter Hemdtasche. Es räumte seinen Platz für das Motorola W156, das mir beim Putzen in den Wischeimer fiel. Es rutschte aus besagter Hemdtasche. Aber das ist schließlich das Schöne an Billighandys: Ihr Verlust tut nicht so weh wie der eines Apple iPhone oder eines Blackberry. Keines der Handys hat mehr als 25 Euro gekostet. Zum Telefonien, als Wecker oder für den SMS-Versand haben alle getaugt. Damit wäre auch schon das Anforderungsprofil an mein Handy beschrieben, und das Samsung E1080 entspricht diesem Profil.Man kann damit telefonieren, SMS verschicken und sich morgens von ihm wecken lassen. Auch im Preis liegt es auf dem Niveau der Motorolas. 22 Euro hat mich das Samsung E1080 im Media Markt in der St.-Annen-Galerie zu Brandenburg an der Havel gekostet. Von den drei Billigheimern ist es das kleinste, nur die Dicke von 14 Millimetern liegt über den 9 Millimetern des Motofone. In den Hemdtaschen meiner Cordhemden trägt es dennoch nicht auf. Mit seiner gerundeten Rückseite ist das Samsung E1080 zudem ein echter Handschmeichler. Unter den drei Handys besitzt es als einziges ein Farbdisplay. Ein USB-Anschluss ist jedoch nicht vorhanden, so lassen sich also keine eigenen Hintergründe auf das Handy laden. Trotzdem: Der Punkt für das beste Display geht an das Samsung, das Motofone mit seiner Taschenrechner-Schrift könnte allerdings einen Sonderpreis für das kultigste Display bekommen. Beste Tastatur beim Samsung E1080 Außerdem besizt das Samsung die angenehmste Tastatur. Die Tasten sind groß genug für Hände wie Klodeckel und quittieren jede Eingabe mit sattem Druckpunkt. Vielleicht ist sie nicht so staubdicht wie die Folientastaturen der beiden Motorolas, aber das Samsung-Hackbrett ist klar das beste. In der Funktionalität muss sich das Samsung dem Motorola W156 geschlagen geben. Das Motorola bietet grundlegende Organizerfähigkeiten, das Samsung nur einen Kalender. Außerdem kann das Samsung keine Kontakte oder auch nur Telefonnummern verschicken. Dafür besitzt es eine Taschenlampenfunktion, bei der das Display erleuchtet wird, und ein Sudoku-Spiel. Beste Sprachqualität: Motorola W156 Bleibt die Königsdisziplin: die Sprachqualität. Hier teilt sich das Feld in zwei Lager. Das Motorola W156 mit seiner CrystalTalk-Technologie bot von allen Handys die klarste Sprachwiedergabe. Dafür war es manchmal zu leise. Das Motofone war lauter, das Samsung erreicht sogar schädliche Lautstärken. Dafür verzerren beide Handys bei großer Lautstärke die Stimme des Anrufers. Außerdem klingen Anrufer auf dem Samsung topfig. Die Akkulaufzeit geht bei allen drei Handys in Ordnung. Das Motofone musste alle drei bis vier Tage an den Strom, das W156 hielt eine knappe Woche durch. Das Samsung ist ein Dauerläufer. Eine Akkuladung hält bei mir locker eine Woche. Bezüglich der Verarbeitung braucht sich keines der drei Billighandys zu verstecken. Das Motorola W156 hat jedoch als einziges Handy, das ich je hatte, einen Wutanfall überlebt. Die Kraft meiner Hände reichte dabei nicht aus, das Telefon zu zerbrechen. Das hat mich seinerzeit so verwirrt, dass ich vergaß, es auf den Boden zu schmeißen und darauf herumzutrampeln. Nach dem Anfall war der Akkudeckel abgesprungen, ließ sich aber problemlos wieder befestigen. Das Handy funktionierte danach tadellos, bis es besagte Hemdtasche in Richtung Putzeimer verließ. Das Motofone zu zerbrechen, war seinerzeit kein Problem, nachdem es sein Leben im Vollwaschgang ausgehaucht hatte. An das Samsung möchte ich derzeit nur zum Telefonieren Hand anlegen. Aber einen Wutanfall würde es vermutlich nicht überleben. Fazit Als Fazit lässt sich ziehen: Das Motorola W156 ist das robusteste der drei Billighandys und kann in der Sprachqualität Vorteile verbuchen, das Motofone ist das coolste, aber auch das spartanischste der drei Handys. Das Samsung ist das schickste der drei Handys. Für den Preis von 22 Euro bietet es einen sehr guten Gegenwert. Der reguläre Preis von rund 50 Euro wäre jedoch zu hoch gewesen. Zweite Meinung auf Handys, Mobilphones und Smartphones. ### Phaenomene des Alltags: Maurice und Mandy sind doof Sie telefoniert im Zug. Leise spricht sie ins Telefon, aber nicht leise genug. Beim Sprechen resonieren ihre Stirnhöhlen und bilden einen durchdringenden Dauerton. Ein Logopäde würde "offenes Näseln" diagnostizieren. Aber wenn man einen Logopäden braucht, ist ja nie einer da. Sie will sich zum Kochen verabreden. Franka und Wencke haben schon zugesagt. Und die Person am anderen Ende wohl auch, muss aber abends noch nach Hause, weil Tobias das Auto braucht. Eine halbe Stunde lang durchlebt das gesamte Großraumabteil mit ihr eine Umbruchituation. Sie muss ihre Wohnung noch sauber machen und ist kürzlich umgezogen. Ach ja, und irgendwer ist zur Kieler Woche gefahren. Ob er dort mitsegelt, erfahren wir nicht. Sie steigt natürlich in Potsdam aus. Natürlich. Im Lande Brandenburg kommen Menschen namens Franka oder Wencke nur in Potsdam in so großer Zahl vor, dass man sie zufällig treffen kann. Wesentlich häufiger hört man Namen wie Jaqueline, Chantal, Justin, Kevin oder Jason. Viele Ossis glauben, das seien Ossi-Namen, aber das stimmt nur noch teilweise. Beim Klang dieser Namen fällt im Kopf heute ein ganz anderes Fallbeil, ein gesamtdeutsches. Mandy und Justin wohnen in den ärmeren Vierteln aller Städte dieser Republik. Wencke und Franka sind in irgendeinem hübschen, sauberen Ort im Speckgürtel einer Großstadt. Einem Pendlerparadies mit Ökoladen und Waldorfschule. Namen signalisieren die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Schichten. Und sie entscheiden über gesellschaftliche Chancen. Angela Merkel kann Kanzlerin, Mandy Merkel könnte es nicht. Schuld daran sind die Lehrer, ergab jetzt eine Studie. Böse Menschen, die böswillig Kinder sortieren: Wencke ins Töpfchen, Mandy ins Kröpfchen. Mandy traut man einen gesellschaftlichen Aufstieg an den Frisierstuhl oder die Supermarktkasse zu. Mehr nicht. Wencke bekommt das Abitur praktisch schon zur Einschulung, und den Studienplatz, und die Trainee-Stelle, und, und, und. Das Kind ist aber auch begabt! Zu höherem geboren! Kein Wunder bei den Eltern! Das sagt ja schon der Name. Aber was kann aus Mandy werden? Gebt den Kindern doch Lehrstellen. Lehrstellen, keine Studienplätze. Denn eines ist bei aller Anteilnahme doch sicher: Maurice und Mandy sind doof. Da können sie so schlau sein, wie sie wollen. ### Loriot in Brandenburg Vicco von Bülow zu Gast in seiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel. Gestern besuchte er die restaurierte Taufkapelle der St. Gotthardtkirche. Hier erhielt am 30.12.1923 der Mann, der als Loriot bekannt wurde, den Namen Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow. Links daneben: Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann. [update] Weitere Fotos in meiner Fotogalerie Brandenburg. Meinen Artikel über Loriot und Brandenburg findet ihr in meiner Artikelübersicht Lesen. Vicco von Bülows Besuch in der Brandenburger St. Gotthardtkirche sollte einer seiner letzten öffentlichen Auftritte werden: Am 22. August 2011 verstarb der große Humorist. Der Welt hinterließ er das Lebenswerk des Loriot. Die Stadt Brandenburg wird ihren größten Sohn, Vicco von Bülow, nie vergessen. [/update] ### Parteien zur Wahl: die Piraten "Die Piraten sind mir zu konservativ", sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) kürzlich der taz. Starke Worte von einer Politikerin, deren Partei einen Kohlepfennig für Zeitungsverlage als die große Innovation für den Schutz geistigen Eigentums im Internet anpreist. Dass die Piraten die Fünf-Prozent-Hürde überwinden? Lachhaft für deutsche Politiker. Dabei berichtet Telepolis, die Partei sei mit 8000 Mitgliedern bereits die mitgliederstärkste Partei außerhalb des Bundestages.  Das Internet ist Spielwiese für die Piraten und Schicksalsort für die anderen Parteien. Das Netz betreten einige Parteien vorsichtig, andere widerwillig, wieder andere angstvoll. Wie auch immer, die Piraten sind schon da. Und sie verweigern sich den Wahlkampfritualen der anderen Parteien. Sie haben keine Promis, kein richtiges Parteiprogramm und keine Präsenz in den etablierten Medien. Aber wer würde auch einen Wahlkampf im Museum führen wollen? So würden die Piraten sicher fragen. Die Piraten setzen ein dringend notwendiges Signal für die Meinungsfreiheit. Aber sie wirken oft schulmeisterlich, arrogant und kompromisslos. Sie zeigen so wenig Verständnis für die Ängste der netzfernen Bundesbürger wie umgekehrt. So bleibt sicherlich unwahrscheinlich, dass die Piraten am 27. September den Bundestag entern. Unmöglich ist es nicht. Wenn es passieren sollte: Was dann? ### Wahlprogramme 2009: Die Linke Die Linken theoretisieren so wahnsinnig gern. Sie glauben, dass sei ein Vorurteil? Dann lesen Sie das Wahlprogramm der Linken und lernen Sie. Die Linke erklärt uns die Welt. Akribisch gegliedert wie eine Studienarbeit in Politologie. Langsame Leser sollten in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl zum Kurzwahlprogramm greifen. Sozial und solidarisch - zwischen SPD und Linkspartei herrscht offenkundig ein Wettbewerb, wer diese Eigenschaften bei korrekter Rechtschreibung häufiger in einem Wahlprogramm verwenden kann. Für das Wahlprogramm der Linken  spricht, dass sie sich ernsthaft mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen auseinandersetzen und ihre Forderungen daraus ableiten. Die übrigen Parteien  werden Problembeschreibungen wie Lösungen widersprechen. Doch nur Grüne und Linkspartei nutzen ihre Wahlprogramme für solch einen Sozialkundeunterricht. Noch etwas haben die beiden Programme gemeinsam: Nur Grüne und Linke beschreiben den wachsenden Zulauf der Rechten als ernstes Problem. Die Union ergeht sich da nur in einem soßigen Statement gegen politische Extremisten. Schließlich soll es dabei bleiben, dass NPD und Linkspartei mehr oder weniger dasselbe sind. Ein Thema hat die Linkspartei ganz für sich allein: Afghanistan. Warum auch nicht, wenn man weiß, dass man in dieser Frage als einzige Partei den Volkswillen auf seiner Seite weiß. Im Großen und Ganzen herrscht geradezu  Austauschbarkeit mit den Thesen der SPD. Die Linken fordern ebenfalls einen Mindestlohn. Sie fordern wie die Sozialdemokraten eine Reichensteuer. Interessant ist die Linksidee zur Begrenzung der Managergehälter. Die steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern soll nur bis zum 20-fachen dessen möglich sein, was der am schlechtesten verdienende Facharbeiter im Unternehmen bekommt. ### Top Ten: Im Windows Café Microsoft will in Paris ein Windows Café eröffnen. Dort sollen Neugierige bei einer Tasse Kaffee die Vorzüge von Windows und anderen Microsoft-Produkten erkunden können. Ich wusste nicht, dass Mac und Linux in Frankreich schon so weit sind, dass der Ex-Monopolist die Menschen mit niedrigschwelligen Angeboten an Windows heranführen muss. Immerhin bekommt Paris nun das weltweit erste Café, in dem statt einer Hausordnung ein End User License Agreement (EULA, Anwenderlizenz) hängt. Unerfahrene Besucher sollten diese Lizenz sorgfältig studieren. Diese zehn Tücken könnten dem ahnungslosen Gast sonst widerfahren: 10. Wer sich setzt, muss den Stuhl kaufen, darf ihn aber nicht mitnehmen oder weiter verkaufen. 9. Den Kaffee gibt es zwar für lau, aber nur im Paket mit einem Dreigängemenü zum Vorzugspreis von 128,98 Euro. 8. Wer eine zweite Tasse Kaffee möchte, muss noch einmal das Menü bestellen. 7. Die Bestellung von Speisen oder Getränken umfasst lediglich die Zutaten. Ein Campingkocher wird auf CD mitgeliefert. 6. Eine Gasflasche sowie zusätzliche Gewürze findet der Gast im Internet. 5. Ist das Menü fertig, muss der Gast den Kocher ausschalten aufstehen, den Stuhl ordentlich an den Tisch stellen, langsam zur Tür gehen, das Café verlassen, die Tür hinter sich schließen, zehn Sekunden warten, die Tür wieder öffnen, langsam zu seinem Tisch gehen und sich auf seinen Stuhl setzen. 4. Hat der Gast beim Kochen einen Fehler gemacht, tritt ein Kellner an den Tisch, informiert ihn davon, dass das Gericht nicht gefunden wurde. Der Kellner stellt den Gast vor die Wahl, ob er die Bestellung wiederholen, abbrechen oder die Hilfe anfordern will. 3. Am Menü erwirbt der Gast lediglich Nutzerrechte. Speisen und Getränke bleiben abzüglich ihrer verdauten Bestandteile Eigentum von Microsoft. 2. Versucht ein Gast Kaffee von der Brasserie um die Ecke einzuschmuggeln, dann schlägt die WGA-Prüfung Alarm. In diesem Fall verharren Gäste, Kellner, Espressomaschine und Ventilatoren in der momentanen Haltung. Der Betrieb wird erst wieder aufgenommen, nachdem ein Sicherheitsbauftragter von Microsoft herbeigeeilt ist, die personenbezogenen Daten aller Gäste inklusive Konsum- und Paarungsgewohnheiten aufgenommen, nach Redmond gefaxt und den Übeltäter sowie weitere Verdächtige aus dem Schankraum entfernt hat. 1. Zahlt ein Gast nicht passend, färbt sich die Schürze des Kellners blau, alle Gäste verlassen geordnet das Café, die Mitarbeitenden waschen das Geschirr ab, stellen die Stühle hoch, löschen das Licht, schalten den Strom ab, verlassen ebenfalls das Lokal, schließen die Tür ab, warten zehn Sekunden und gehen wieder hinein. Die Gäste betreten das Lokal erst, nachdem die Kellner das System, äh, das Café vollständig rebootet haben. Eine feine Sache, so ein Windows Café. ### Studie: Grüne und Union haben beste Websites Bündnis 90/Die Grünen und die CDU sind aus Sicht der Internetnutzer mit ihren Webauftritten am besten für den Bundestagswahlkampf aufgestellt. Dies zeigt die aktuelle Studie des auf digitale Medien spezialisierten Marktforschungsinstituts facit digital. Zwei Drittel der deutschen wahlberechtigten Online-Nutzer setzen das Internet heute ein, um sich über Politik zu informieren. Erfüllen die Websites der großen Parteien auch die Wünsche der tatsächlichen Nutzer?Dieser Frage ist das auf digitale Medien spezialisierte Marktforschungsinstitut facit digital in einer Nutzerstudie nachgegangen. Das Ergebnis überrascht: B'90/Grüne und CDU haben aus Nutzersicht die besten Websites. Die SPD belegt mit ihrem Webauftritt das Mittelfeld und überzeugt die Nutzer wenig. Die Website der Linken polarisiert wie die Partei selbst. Die FDP hat im Internet den meisten Nachholbedarf. Der Besuch von Parteiwebsites führt zu einem deutlichen Anstieg der Sympathie für die jeweilige Partei. Dies konnte in der Studie nachgewiesen werden. Eine Ausnahme macht die Website der FDP: Bei ihr konnte kein Zugewinn an Sympathie für die Partei gemessen werden. Im Gegenteil: Den eigenen Wählern ist die Partei nach dem Websitebesuch unsympathischer als zuvor. Die Linke entfaltet mit ihrer Website, wenngleich von niedrigem Niveau aus, die stärkste Sympathiewirkung. Und dies insbesondere bei noch unentschlossenen Wählern. Aus allen Inhalten von Parteiwebsites ist den Nutzern eine klare Darstellung der jeweiligen Positionen zu spezifischen Themen am wichtigsten. Fast die Hälfte der Internetnutzer (42%) schafften es in der Studie jedoch nicht, sich in zwei Minuten zum Standpunkt von SPD und FDP zum Thema "Energiepolitik" auf deren Websites zu informieren. 39% schaffen dies bei der CDU nicht. Allzu oft sind die Positionen entweder in einer verschachtelten Nutzerführung oder in Downloads wie z.B. dem Parteiprogramm "versteckt". Die Linke und vor allem die Grünen schneiden hier deutlich besser ab (26% bzw. nur 14% finden die Inhalte nicht). Die von den Nutzern am häufigsten erwarteten Inhalte werden in der Regel angeboten – neben klaren Statements zu politischen Themen und dem Parteiprogramm werden vor allem Lebensläufe der wichtigsten Persönlichkeiten, ein direkter Kontakt zu Abgeordneten, Informationen zu den Kandidaten auf den Landeslisten, zur Geschichte der Partei sowie Suchmöglichkeiten zum Kandidaten des eigenen Wahlkreises erwartet. Auffindbarkeit und Benutzerfreundlichkeit der Funktionen liegen jedoch vielfach noch im Argen. Es gibt eine Reihe von Inhalten, die von den Parteien noch nicht ausreichend angeboten werden. So wünschen sich 45% der Befragten eine Einführung in das politische System Deutschlands, z.B. zum Wahlrecht: quasi eine Gebrauchsanleitung für die Wahl. Hier besteht noch Raum zur Profilierung im Netz. Die vollständige Liste von 42 erwarteten Inhalten stehen auf www.facit-digital.de zum Herunterladen bereit. Hier sind auch alle Ergebnisse der Studie kostenlos verfügbar. Befragt wurden 260 zufällig ausgewählte deutsche Internetnutzer. Die Websites der Parteien wurden von den Teilnehmern während der Befragung genutzt. Pressemitteilung von facit digital ### Ubuntu-PCs bei Rossmann Die Drogeriekette Rossmann verkauft PCs mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux. Einen ähnlichen Versuch hatte Real 2006 in den Märkten in den neuen Bundesländern gestartet. Schon zwei Wochen später verschwanden die Linux-PCs wieder aus den Real-Märkten. Es kann sich für die Handelskette wohl nicht gelohnt haben. Rossmann hat seinen Linux-PC besser geplant. Kein Linux hatte je einen so hervorragenden Ruf für Einsteigerfreundlichkeit wie Ubuntu. Mehr noch: Ubuntu selbst bekennt sich in Werbekampagnen nur selten zum Etikett Linux. In der Produktbeschreibung bei Rossmann findet sich das Wort "Linux" kein einziges Mal. Übrigens: Selbst Microsoft, Nemesis der freien Softwarebewegung, hat schon einmal Ubuntu empfohlen. Fazit: Wenn Rossmann es auch nicht schafft, dann ist die Zeit wohl tatsächlich noch nicht reif für Linux auf dem Desktop. Für den Hinweis danke ich Markus ### Opera ändert sources.list von Ubuntu Opera fügt eine neue Softwarequelle zur sources.list hinzu, wenn man den Browser per .deb-Paket von der Opera-Homepage installiert. Nach der Installation zeigt Synaptic einen neuen Eintrag (siehe Bild). Aufmerksam wurde ich durch einen Blogeintrag auf ubuntublog.ch. Ich öffnete die sources.list mit einem Editor, konnte dort aber keinen Eintrag finden. Wo schreibt sich das Opera-Repository hin? ### Wahl-O-Mat online Immer noch nicht sicher, was ihr wählen solltet? Die eine oder die andere Schlaftablette? Wer bis zur Bundestagswahl wach bleiben will, kann in der Zwischenzeit den Wahl-O-Mat machen. Der Wahl-O-Mat weist den Weg zum richtigen Kreuzchen. ### Opera 10 auf dem Eeepc Auf schmalen Bildschirmen lässt sich bei Opera die Breite des Seitendarstellung an die Breite des Bildschirms anpassen. Das stört zwar die künstlerische Harmonie mancher Website, spart aber auch eine Menge Scrollen von rechts nach links. Diese Eigenschaft macht den Opera zum interessanten Kandidaten auf dem Eeepc 4G und ähnlichen Netbooks mit 7- oder 9-Zoll-Display. Bisher stand dem Browser allerdings seine klobige Optik im Weg. Auf dem Eeepc nahmen Navigation und Tabs des Opera bisher wesentlich mehr Platz ein als beim optisch schlankeren Firefox. Hinzu kommt, dass man beim Opera nicht wie beim Firefox durch Drücken der F11-Taste in den Vollbildmodus wechseln kann. Opera 10: Intuitiv, individuell, sparsam Das hat sich auch bei der neuen Version 10.0 nicht geändert. Doch die optische Schlankheitskur macht gerade auf dem Eeepc Spaß. Noch dazu startet und läuft Opera 10 - natürlich - wesentlich schneller als der Firefox. Einen noch größeren Fortschritt bringen die Verbesserungen in Opera-Mail. Kleinere Schaltflächen und Symbole bringen hier mehr Platz für Inhalt. Das Anlegen eines E-Mailkontos erfordert nur wenige Mausklicks. Für meinen Web.de-Account gibt Opera gleich die richtigen Server für Postein- und -ausgang vor. Komfortabler geht das zur Zeit nirgends. In fast allen Details lässt sich das Opera-Mail mittels intuitiver Kontextmenüs an die eigenen Befürfnisse anpassen. Um überflüssige Schalter wie "Allen antworten" zu entfernen, genügt ein Rechtsklick auf die Schaltfläche, dann "Entfernen" anklicken, weg ist das dumme Ding. Ebenso lässt sich mit einem Mausklick der ursprüngliche Zustand wieder herstellen. Opera hat ein Herz für schwache Leitungen Obwohl es sich dabei nicht um eine Neuerung von Opera 10 handelt, will ich noch einige Details würdigen. Opera ist der einzige Browser mit einem Herz für Surfer, die auf eine Schmalband- oder GPRS-Verbindung angewiesen sind. Browser und Mailprogramm lassen sich auf eine Art Sparbetrieb umschalten. Der Browser bezieht die Seiten dann über einen Proxy mit komprimierten Bildern. Das Mailprogramm lädt im Sparbetrieb lediglich die Betreffzeilen der Mails herunter. Es ließe sich noch vieles sagen: über die revolutionäre Tab-Übersicht, die Tab-Vorschau und vieles mehr. "Spiegel Online" würdigt den HighTech-Browser mit vielen Screenshots. Asus Eeepc 4G, Cruncheee Linux (Ubuntu 8.10) ### Ein erster Blick auf Opera 10 Schnell, schlank, vielseitig, stabil: Diese drei Attribute kennzeichnen den kostenlosen Browser Opera. Seit heute steht der ewige Geheimtipp unter den Internetbrowsern in der neuen Version 10 zum Download. Werfen wir einen ersten Blick auf Opera 10, den ich auf meinem (Windows-) Bürosystem ausprobiert habe. Update Im Menü "Hilfe" auf Updates überprüfen, Download und Installation starten, fertig. Das ist für Nutzer der Vorgängerversion schon alles. Nicht vergessen: Zur Installation sollte Opera selbst geschlossen sein. Wer Opera zum ersten Mal ausprobiert, muss ihn einfach installieren, wie andere Windowsprogramme auch. Neues Design Beim Neustart des Browsers fällt das neue Design auf. Schon im Vorfeld hatte Opera angekündigt, man wolle diesmal gesteigerten Wert auf das Erscheinungsbild legen. Das ist absolut gelungen. Der klobige Möchtegern-Vista-Look ist Geschichte. Die Tabs, die Symbole, die Schaltflächen, fast alles ist zierlicher und dezenter geworden. Einige Benutzer werden jedoch möglicherweise sagen: Schwerer zu erkennen. Bessere Benutzerführung Das Anpassen des Browsers an die eigenen Bedürfnisse war Operas größte Schwäche. In dieser Hinsicht setzt der Firefox zwar auch weiterhin die Maßstäbe. Allerdings haben die Opera-Entwickler bei Nummer 10 den Rückstand fast aufgeholt. Fast alle Einstellungen lassen sich über ein zentrales Menü oder über intuitive Kontextmenüs einstellen. Super! Schneller surfen Opera zählte stets zu den Sprintern unter den Browsern. Auf einem Windowssystem können ihm nur Googles Chrome und Apples Safari das Wasser reichen. Firefox und Internet Explorer surfen eine Liga langsamer. In Version 10 verbessert Opera die ohnehin hervorragende Geschwindigkeit seiner Vorgänger nochmals. Die Entwickler haben dem Vernehmen nach vor allem das Rendern von Java-Script beschleunigt. Sei es drum: Opera bleibt der Porsche der Browserwelt. Besser surfen? Die Nagelprobe für einen Browser ist ein auf den Internet Explorer optimierte CMS, mit dem ich gelgentlich zu tun habe. Die Darstellung der Eingabefelder und Schaltflächen gelingt Opera 10 geringfügig besser als seinem Vorgänger 9.6x. Die komfortable Eingabe per Wysiwyg bleibt auf dem betreffenden CMS nach wie vor Nutzern des Internet Explorers vorbehalten. Der neue Opera soll standardkonformer sein als sein Vorgänger. Das problem liegt bei Opera jedoch darin, dass er an Seiten scheitert, die sich nicht an Standards halten - und zwar öfter als seine Konkurrenten. Es wird sich noch zeigen, ob Opera 10 hier etwas zum Besseren wendet. Fazit Der erste Blick auf den neuen Opera zeigt: Die Entwickler haben die zahlreichen Stärken des Browsers ausgebaut und die wenigen Schwächen gemildert. Wer Opera schon benutzt, sollte umgehend auf die neue Version umsteigen. Wer den schlanken Browser noch nicht kennt, der sollte ihm eine Chance geben. Er könnte die große Liebe werden. ### Studie: Kein Alkohol ist auch keine Lösung Kein Alkohol ist auch keine Lösung. Das haben englische und norwegische Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Laut Netzeitung befragten sie 38.000 Menschen und fanden heraus: Wer keinen oder wenig Alkohol trinkt, neigt eher zu Depressionen. Maßvoller Alkoholgenuss bekommt demzufolge der menschlichen Psyche besser als Enthaltsamkeit. Es fehlen allerdings Vergleichsstudien aus Ländern mit mehr Sonnentagen als in Großbritannien und Norwegen. ### Piratenpartei: 17. September OptOutDay Die Piratenpartei Deutschland erklärt den 17. September 2009 zum OptOutDay und ruft dazu auf, an diesem Tag in einer gemeinsamen Aktion bei den örtlichen Meldebehörden der Weitergabe von Adressdaten schriftlich zu widersprechen. Grund für die Aktion ist, dass Adressdaten weiterhin gesammelt und ausgewertet werden. Dies geschieht nicht nur durch Privatunternehmen. Immer häufiger sind es auch kommunale Meldebehörden, die die Daten ihrer Bürger an Parteien und Adressbuchverlage herausgeben. Dies tun sie auf Grund der geltenden Rechtslage völlig legal solange der Bürger nicht in einem sogenannten Opt-Out-Verfahren dieser Weitergabe ausdrücklich widerspricht. Torben Friedrich, Pirat aus Hameln und einer der Initiatoren der Aktion: „Die große Koalition hat mit ihrem Datenschutzkompromiss deutlich gemacht, dass ihr privatwirtschaftliche Interessen wichtiger sind als Verbraucherschutz. Vielen Bürgern ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sie der Weitergabe überhaupt widersprechen können.“ In über 50 Gemeinden in ganz Deutschland haben bereits Teilnehmer ihre Unterstützung für den OptOutDay zugesichert. Torben Friedrich ist schon jetzt von den positiven Reaktionen überrascht: „Als bei uns am Hamelner Stammtisch die Idee dazu kam, hätten wir nie damit gerechnet, dass wir so schnell so viel Unterstützung bekommen würden. Um so mehr freuen wir uns, dass offenbar eine große Zahl von Bürgern bereit ist, für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch vor die eigene Haustür zu gehen.“ Eine Übersicht über die Teilnehmer ist auf der Webseite www.optoutday.de zu finden. Dort werden auch die jeweils länderspezifischen Formulare zur Verfügung gestellt, damit diese bereits ausgefüllt mitgebracht werden können, um den Arbeitsablauf der Meldeämter so wenig wie möglich zu behindern. Die Piratenpartei wird zudem am OptOutDay zahlreiche Informationsstände aufbauen, um Interessenten auch persönlich vor Ort für Fragen zur Verfügung zu stehen. ### Parteien zur Wahl: Die Linke Andere versprechen vier Millionen Arbeitsplätze, wieder andere versuchen den Wähler mit üppigen Steuerleichterungen zu bestechen. Wenn aber die Linkspartei einen Mindestlohn oder die Anhebung der Regelsätze für Hartz IV verspricht, dann ist das nicht zu bezahlen. Links, das ist Utopie, das ist Spinnerei, das kann nicht funktionieren. Schon weil es nicht funktionieren darf. Ihre Attacken auf die Linke stimmen die übrigen Parteien unisono an. Doch die Motive, welche die Linkskritiker in einem Lager zusammentreiben, unterscheiden sich gewaltig. So wie die Motive, aus denen sich die Linkspartei selbst zusammengefunden hat. Oskar Lafontaine und seine Anhänger begleichen unter der Fahne der Linkspartei eine persönliche Rechnung mit der SPD, so wie diese wiederum mit den Abtrünnigen. Union und FDP hat die Geschichte im Schützengraben des Kalten Krieges vergessen. Gern würden sie die Linkspartei auf Stasi-Seilschaften reduzieren. Ein Schuss, der nach hinten losgehen kann, wenn man die Biografien mancher CDU-Kommunalpolitiker betrachtet. Es stimmt: Die Linkspartei bewahrt die Erinnerung an die alte DDR, die ebenso untergegangen ist wie die alte BRD. Die Linkspartei ist das schlechte Gewissen des vereinigten Deutschland. Und das vereint Ost und West, Rot, Grün und Schwarz gegenüber der Linkspartei. Die Linkspartei erinnert Wessis an Zeiten, in denen weich landete, wer dem Wettbewerb nicht standhielt. Sie erinnert Ossis an einen Staat, in dem jeder seinen Platz hatte - auch wenn er sich den nicht immer aussuchen konnte. Verständlich, dass das die anderen Parteien auf die Palme bringt. Wer schlägt sich schon gern mit dem eigenen schlechten Gewissen herum? Die Linkspartei besetzt eine freie Nische im Ökosystem der Parteien. Sie gibt den Anwalt der Globalisierungs- und Modernisierungsverlierer und den Anwalt all jener, die den sozialen Abstieg fürchten. Sie fasst diffuse Ängste in kernige Kampfbegriffe. Aber andererseits: Irgendjemand muss ja auch das tun. ### Release: Fluxflux 2009.1 für den Eeepc Fluxflux sl 2009.1 ist bereits Ende Juni 2009 von den Entwicklern veröffentlicht worden und wirbt nun um die Gunst der Netbook-Besitzer. Ich habe im April die Vorabversion pre3 getestet. In Punkto Ausstattung gilt auch für das fertige System, was ich für die Vorabversion geschrieben habe: Sinnvoll und vollständig. Fluxflux wendet sich nicht an die Bastler, die gern ein Debian von der Pike auf einrichten. Fluxflux packt man auf den USB-Stick so wie es ist, probiert es auf dem eigenen Netbook aus und installiert es dann - oder eben nicht. Zugelegt hat die endgültige Version an Stabilität. Auf dem Asus Eeepc 701 4G unterstützt das System alle Funktionen, und auch die Abstürze sind Geschichte. Das fertige Fluxflux sl 2009.1 läuft absolut stabil. Weitere Informationen bieten die Entwickler auf ihrer Website Lin2go. ### SPD: Steinmeier zu vermieten Steht es schon so schlecht um die SPD? Muss sie zu solch drastischen Mittel greifen, um ihren - naja, nennen wir es mal so - Wahlkampf zu finanzieren? Aber die drängendste Frage lautet: An wen hofft der SPD-Unterbezirk Brandenburg an der Havel eigentlich Frank-Walter Steinmeier vermieten zu können? Und zu welchem Zweck? Als Spitzenkandidat für eine Wahl? ### TV-Duell für Schlafgestörte Gute Nachricht für Schlafgestörte: Es wird ein TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (PD) geben. Die schlechte Nachricht: Wer sich von den beiden Temperamentsbündeln in den Schlaf in den Schlaf reden lassen möchte, muss früh ins Bett. Das Duell findet am 13. September um 20.15 Uhr zeitgleich auf ARD, ZDF, RTL und Sat1 statt. Das meldet soeben Sat1. ### Parteiprogramme 2009: Die Grünen Sie können ja nicht anders, die Grünen. "Kein Genfood auf unsere Teller", heißt es in ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2009. Dabei sagen viele Wähler derzeit: "Ich bin froh, wenn ich bald überhaupt noch etwas auf dem Teller habe!" Der Rest sagt: "Genfood ist schon Okay. Hauptsache ich kriege davon nicht die Schweinegrippe!" Aber das sind eben die Themen der Grünen: Umweltschutz, erneuerbare Energien, Atomausstieg, Geschlechtergleichstellung. Gut gemeinte Luxusprobleme in den Ohren der Mehrheit. "Aus der Krise hilft nur Grün", ist das Werk überschrieben. Und wenn jemand darin lesen würde, wenn irgend jemand den Grünen zuhören würde, dann könnten sie mit ihren detaillierten Rettungsplänen auftrumpfen. Dann könnten sie erklären, wie viele der entlassenen Automobilarbeiter künftig Windräder oder Solarkollektoren zusammenschrauben könnten. Dann könnten sie erklären, wie viele entlassene Karstadtkassiererinnen ine neues Leben als Erzieherin beginnen könnten. "Green New Deal" nennen sie das. Wenn ihnen jemand zuhören würde, dann könnten die Grünen ausführen, dass es Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften begünstigt, wenn Aktien und Anleihen künftig auch nach ethischen und ökologischen Kriterien bewertet werden. Auf stärker beachteten Schlachtfeldern der Politik fehlt ihnen das Alleinstellungsmerkmal. In der Sozialpolitik beispielsweise: Garantierente, höhere Hartz-IV-Sätze, das findet sich bei SPD und Linkspartei ebenfalls. Der Ruf nach Regulierung der Finanzmärkte klingt sogar im wortreichen Hochnebel des Unionsprogramms gelegentlich an. Den Einsatz für die Bürgerrechte muss sich die Sonnenblumenpartei mit der FDP teilen, ohne bei diesem Versuch glaubwürdiger zu wirken. Die Grünen müssen warten. Warten bis die Wähler aufgehört haben, die Arbeit im Automobilwerk als des Deutschen einzige, naturgemäße Beschäftigung zu betrachten. ### Phaenomene des Alltags: die Fachkräfte Die Fachkräfte sind so gut, das gibt es nicht. Nein. Sie sind so gut, dass es sie nicht gibt. Sie sind so gut, dass man sie sich schnitzen möchte. Und das muss man wohl auch. Denn sie fehlen allerorten, die Fachkräfte. Gut, dass man sie nicht genauer beim Namen nennen muss. Wenn man sagen würde: Ingenieur! Dann würden alle arbeitslosen Ingenieure verdutzt aufhorchen. Aber so sind begehrte Fachkräfte eben immer die anderen. So manche Fachkraft schaut da immer wieder neidisch über den Gartenzaun. Selbst in der Krise seien gute Fachkräfte gefragt, liest man da allerorten. Wie beruhigend! Es gibt also noch Hoffnung, nur eben gerade nicht in meiner Branche. Schade eigentlich, denn das Berufsleben einer Fachkraft muss paradiesisch sein. Also, nicht in meiner Branche, aber bei den anderen. Lesen wir, welche Ratschläge die Presse, Jobportale und Verbandszeitschriften  den Unternehmen geben: Lieber Unternehmer: Fachkräfte muss man motivieren. Nein! Bloß nicht mit der Kündigung drohen! Die Fachkraft ist ein scheues Reh! Hast du nicht gesehen, ist sie weg! Für Unternehmen kann es gar nichts wichtigeres geben als Fachkräfte zu halten. Unternehmen sollen ihre Strategien offen legen, damit Fachkräfte ein Ziel haben. Nein! Wieder falsch verstanden! "Wenn die Krise noch lange anhält, dann gehen wir den Bach runter, und ihr sitzt alle im Jobcenter", das ist keine Strategie, lieber Unternehmer! Wenn Sie keine Strategie haben, dann entwickeln Sie schnell eine - Sie wollen doch ihre Fachkräfte halten, oder? Damit ist es aber noch längst nicht getan. Fachkräfte brauchen eine motivierende, stimulierende, gesunde Arbeitsumgebung. Streichen Sie die Bürowände in beruhigendem, trendigem Terracotta. Schauen Sie sich Stühle und Schreibtische an. Ist da nicht der eine oder andere durchgesessen, vergilbt, zu hoch, zu niedrig? Weg damit und neues Mobiliar her. Nehmen Sie nicht den ersten besten Ramsch. Der Ikea-Drehstuhl Järvi schlägt ihre kostbaren Fachkräfte direkt in die Flucht. Ziehen Sie einen Feng-Shui-Berater zu Rate, damit Lebens- und Arbeitsenergie nach Herzenslust strömen können. Fachkräfte arbeiten motivierter, wenn sie sich ihre Arbeitszeit flexibel gestalten können. Machen Sie kein Drama draus, wenn einer später kommt, vielleicht geht er ja dafür früher. Und überhaupt: Wer weiß, was dieser überaus wertvolle, bis unter die Haarwurzeln motivierte Mitarbeiter in seiner Freizeit noch alles wuppt? Mit dem Notebook, das Sie ihm zur Verfügung stellen und mit dem Blackberry, den Sie ihm kaufen. Kontrollieren Sie Ihren Mitarbeiter nur ja nicht! Fachkräften muss man Vertrauen schenken, sonst sind sie - schwupps - weg. Loben Sie Ihre Fachkräfte stattdessen regelmäßig, am besten mehrmals pro Tag. Wenn Ihr Mitarbeiter jetzt aber so über jedes Maß hinaus motiviert, engagiert, konzentriert und was weiß ich wie noch arbeitet, dann sollten Sie ihn bremsen. Fachkräfte sind so rar und so teuer, aber leider auch so zerbrechlich wie Meißener Porzellan. Am kleinsten Tadel könnten sie zerbrechen. Ihre Moral wäre dahin, die Arbeitsgerichtsklage wegen Mobbing gewiss und sie müssten ihre kostbare Fachkraft erst einmal für neun Wochen in einen sünhaft teuren Wellness-Tempel schicken - um die psychosomatischen Beschwerden durch posttraumatische Belastungsstörungen zu überwinden. Anschließend geht Ihre Fachkraft dann für die nächsten viereinhallb Jahre jeden Donnerstag schon mittags - zur Gestalttherapie gegen Depressionen. Fachkräfte müssen geschont werden. Damit nicht ein Schnupfen kostbare Arbeitszeit vernichtet, sollten Sie Schutzimpfungen anbieten, am besten gleich auch gegen Schweinegrippe. Die leichtesten Anzeichen einer Pandemie und Ihre Fachkräfte sind über alle Berge. Tun Sie was für die Fitness Ihrer Fachkräfte. Ein Bandscheibenvorfall kostet Sie glatt ein halbes Jahr Arbeitszeit. Das kann Ihr Unternehmen ruinieren. Richten Sie einen Fitnessraum ein. Nehmen Sie dafür die Produktionshalle, die Sie wegen der Auftragsflaute jetzt sowieso nicht mehr brauchen. Lieber Unternehmer, wenn Sie jetzt den Angstschweiß im Nacken überlegen, wie Sie mit solchen Fachkräften noch Kloschüsseln, Werkzeugmaschinen, Thrombosesrümpfe oder was auch immer produzieren sollen, dann dürfen Sie aufatmen. Die meisten Fachkräfte begnügen sich mit einem bequemen Stuhl, festem Urlaubsanspruch, einem freundlichen "Guten Morgen", wenn Sie Ihnen über den Weg laufen, und mit einem halbwegs anständigen Gehalt. Fachkräfte sind viel robuster als die Arbeitspsychologen sie darstellen. Aber an denen verdienen sie leider nicht, all die Büroausstatter, Malerbetriebe, Wellnessanbieter und die Heere von Consulting Consultant, die an Ihre Tür klopfen. Liebe Fachkräfte, wenn Ihr jetzt mit hunggrigem Blick die Jobportale nach einem solchen Betrieb filzt. Vergesst es. Das Paradies ist - vielleicht - dort, wo man nicht den Euro umdrehen muss, bei Energieunternehmen vielleicht, oder in der pharmazeutischen Industrie, bei den Krankenkassen oder bei den Banken. Aber sprecht mal mit Leuten, die dort arbeiten: Von wegen selbstbewusste Fachkräfte. Die schleichen devot durch die Flure, weil sie wissen: Den Fachkräftemangel gibt es nicht wirklich, und schon gar nicht in der Krise. ### Parteien zur Wahl: Bündnis 90 / Die Grünen Die Grünen sind die ungeliebte Zwillingsschwester der FDP. Individulismus steht auch bei Bündnis90/Die Grünen ganz oben auf der Agenda. Aber wo die FDP immer noch mit grenzenlosen Bereicherungsmöglichkeiten um mittelständische Unternehmer wirbt, wo ihr der Mitmensch entweder Nahrungskonkurrent oder Schmarotzer ist, da hat sich bei den Bündnisgrünen ein vielschichtigeres Menschenbild geformt. Im Osten fremd Kein Wunder: Hat die FDP seit dem Schritt in die sozialliberale Koalition 1969 keine neuen Wählerschichten an sich gebunden, hat die Sonnenblumenpartei alle neuen sozialen Bewegungen abgegrast: Umweltschutzbewegung, Emanzipationsbewegung,Friedensbewegung, Anti-Atomkraftbewegung und nicht zuletzt die Bürgerrechtspartei Bündnis 90. Dieses Bündnis 90 steht dem gewohnten Grün heute wie ein Stolperstein vor den Füßen. Richtig angekommen im Osten sind die Grünen nie. Den Ossis sind schlicht die Themen egal: Kernkraft, Umweltschutz, blah, blah. Dabei haben sie viel für den Osten getan - indirekt. Die Hochburgen für die alternativen Energietechnologien liegen im Osten. In Brandenburg, Sachsen-Anahlt und Sachsen. In den alten Industrierevieren der ehemaligen DDR traut man weder der alternativen Energie noch der alternativen Partei. Hinzu kommt, dass die Grünen eine Partei der Eierköpfe, der Intellektuellen sind. Die sind jedoch schon zum Studium abgewandert. Materialismus vs. Selbstverwirklichung Definiert die FDP einen einseitig materialistischen Individualismus (Hinweg mit allem, das uns am Kohle machen hindert), vertreten die Grünen einen kreativen Individualismus, der nach persönlicher Selbstverwirklichung strebt, der aber auch um das Risiko des Scheiterns weiß und der aus dem Grund gern stabile soziale Netze bewahrt. Wenn die FDP die Partei der Häuslebauer ist, dann sind die Grünen der aufmüpfige Sohn, der vom Leben mehr erwartet als ein dickes Konto und der sich mittlerweile längst selbst im Eigenheim wiedergefunden hat. Die Grünen sind quasi die FDP 2.0. Sonnenblume mit Einschusslöchern Sie sind als die erste und bisher einzige postmaterialistische Partei im Deutschen Bundestag gestartet. Das hat ihnen lange geschadet. Denn für Konservative, Liberale und Sozialdemokraten stand und steht gleichermaßen fest, dass sich  Wohlergehen nur in Mark und Euro bemisst. Man hat die Grünen als Träumer und Spinner geschmäht. Doch sie lernten schnell. Vielleicht zu schnell, denn spätestens mit dem "Ja" zum Afghanistan-Einsatz hat die knuffelige Sonnenblume ein paar sehr hässliche Einschusslöcher bekommen. Die Friedensbewegung ist die einzige Bewegung, die die Grünen in großen Teilen wieder verloren haben - an die Linkspartei. Als Partei der Lehrer und Beamten haben die Bündnisgrünen längst in die Bürgerlichkeit gefunden. Mülltrennung, Stromsparen und Biolandwirtschaft haben sie in der Gesellschaft etabliert. Und genau das ist ihre Hypothek. Die Bündnisgrünen sind die Partei der Birkenstockträger, der Weichgespülten, der Mülltonnenspitzel. Sie sind im der Wertekanon der Jungwähler: irgendwie schwul. ### Parteiprogramme 2009: FDP Die FDP hütet ihr Regierungsprogramm wie einen Schatz. Selbst den Online-Shop mit dem blau-gelben FDP-Kulturbeutel (6,90 Euro) findet man leichter. Erst ein Anruf in der Parteizentrale brachte mich auf die Spur. Ich fand das Programm schließlich - wenn auch nicht auf der Seite, die mir die nette Dame in der Parteizentrale beschrieben hatte. Die FDP ergeht sich in ausgreifenden, poetischen Oden an die Freiheit. Sie will "die Mitte stärken", so der Titel des 86-Seiten-Werkes. Und damit ist keine einfache Gewichtszunahme in Taillenhöhe gemeint. Die FDP will das Bürgergeld einführen, die Steuern vereinfachen und die Web-Sperren abschaffen. Ungewöhnlich konkrete Vorstellungen für eine Partei, die sich im wirklichen Leben derart mit programmatischen Äußerungen zurückhält. Nur Gutverdiener sind gute Menschen Mit der CDU treffen sich die Liberalen im Menschenbild: Die Gutverdiener sind die Leistungsträger, die man nur von allen Regeln befreien muss, und schon brummt unsere Wohlstandsmaschine. Hingegen sind die Transferempfänger Schmarotzer, Faulpelze, die kontrolliert und unter Druck gesetzt gehören. Beispiel Bürgergeld: Die Idee des Bürgergeldes besteht darin, dass man alle Sozialbürokratien und staatlichen Arbeitsvermittlungen abschafft. Vom eingesparten Geld zahlt der Staat jedem Bürger - ob arbeitslos oder nicht - ein festes Grundeinkommen. Lohn oder Gehalt kommen hinzu. Die FDP will ein Bürgergeld von 662 Euro monatlich einführen. Das soll jedem Bürger eine Grundversorgung garantieren. Durch Erwerbsarbeit kann der Einzelne seine persönliche Lebenssituation verbessern. Laut dem Programm zur Stärkung der Mitte sollen die Finanzämter das Bürgergeld verwalten. Soweit so gut. Doch wehe den Arbeitslosen. Wer keine Arbeit hat und auch keine angebotene Arbeit annimmt, der bekommt das Bürgergeld gekürzt. Sollen das auch die Finanzämter übernehmen? Steuern in drei Stufen Ähnlich sieht es mit dem Steuermodell aus: Da soll es nur drei Steuerstufen geben. 10 Prozent, 25 und 35 Prozent. Die Steuersätze ändern sich bei den Einkommenstufen 20.000 Euro und 50.000 Euro. Das heißt aber nicht, dass jemand, der beispielsweise 60.000 Euro verdient auch 35 Prozent Steuern bezahlt. Er zahlt für die Einkommensteile unter 20.000 Euro 10 Prozent Steuern, auf die Einkommensteile zwischen 20.000 und 50.000 Euro 25 Prozent und ab dem 50.001. Euro 35 Prozent. Das ergibt eine gewaltige Erleichterung großer Einkommen. Die sozale Marktwirtschaft wünscht sich die FDP natürlich auch zurück. Nach Meinung der Liberalen stehen wir schon mit einem Bein im Staatssozialismus. Da bleibt nur ein Schluss: Liebe Sozialdarwinisten, hier dürft ihr bedenkenlos euer Kreuzchen machen. Ohne den bemühten Sozialfirnis der Unionsparteien. ### Parteien zur Wahl: FDP Guido Westerwelle hält "seine" FDP seit Jahren an der Seite der CDU. FDP, das ist eine Art blau-gelbe Filiale der Unionspartei. Dahin die Zeiten, in denen die FDP sich als Bewahrer der Bürgerrechte verstand. Dafür würde die Westerwelle FDP heute keine Koalition mit der CDU mehr aufs Spiel setzen. Die Liberalen genießen ihre Rolle als Partei der fröhlichen Modernisierer und Deregulierer, der Marktanbeter ohne den sozialen Firnis der Konservativen. Die Leichtigkeit des Seins, die diese Partei durchweht, rührt daher, dass sich unter ihren Wählern kein einziger findet, der ergänzende Leistungen zum Lebensunterhalt bezieht. Kranke und Schwache haben in der Partei der Sozialdarwinisten nichts verloren. Der Oberlehrer Westerwelle kann so ganz ohne quälende Rücksicht auf menschliche Schicksale die CDU von Zeit zu Zeit schulmeistern. Die FDP wird nach der Wahl eine wichtige Rolle spielen. Sie wird die Volksparteien immer wieder daran erinnern müssen, dass im Kapitalismus Konzerne und Banken auch Pleite gehen können müssen. Kunststück. Unter den FDP-Wählern wird die kaum Opfer fordern. Ein bisschen mehr Gemeinschaftssinn sollten wir von einer Partei dann doch erwarten. Wir heben uns unser Kreuzchen auf und betrachten in der nächsten Folge die Grünen. ### Wahlprogramme 2009: SPD Die Sozialdemokraten verstecken ihr Regierungsprogramm etwas besser als die CDU. Man muss über verschlungene Link-Pfade von der Domain der Wahlkampagne auf die Domain der Partei gelangen. Dort findet man das Regierungsprogramm in einer Art Friedhof der Programme. Dabei ist das 94-Seiten-Werk nicht nur umfangreicher als das der CDU, sondern es erklärt wenigstens teilweise konkret, was die SPD mit uns vorhat, wenn sie gegen jede Chance die Bundestagswahl gewinnen sollte. Beispielsweise, wenn sie sich über die Finanzmärkte verbreitet. Das versteht vielleicht nicht jeder, wenn es um Privat-Equity-Fonds und um Leerverkäufe geht. Da doziert uns das Programm schwindelig, da spürt man den ebenso sachkundigen wie überheblichen Geist von Peer Steinbrück in jeder Zeile. Vergessen die Sünden der Vergangenheit Dafür drückt sich die SPD wie schon die CDU um die eigene Verantwortung. Den Asset-Backed-Securities (Papiere, die durch Kredite besichert sind) hat in Deutschland die Regierung Gerhard Schröders (SPD) den Weg bereitet. Dass Leerverkäufe einseitig den Finanzjongleuren nützen, der Realwirtschaft aber schaden, weiß man seit den ersten Leerverkäufen an der Amsterdamer Börse im 17. Jahrhundert. Neun Jahre Zeit hat die SPD gehabt, um Leerverkäufe zu verbieten. Und jetzt, nach der Krise wollen sie das angehen? Warum sagt uns eigentlich keiner: "Sorry, Leute. Wir waren börsenbesessen wie die meisten damals. Wir machen es jetzt besser." Warum lesen wir so etwas nicht? Im Rest des Programms füllt uns die SPD ab mit Allgemeinplätzen. Sie bekennt sich zur (Achtung, nicht lachen) Vollbeschäftigung. Wer verbiete endlich die soziale Marktwirtschaft? Ansonsten packt die Partei die Worte "solidarisch" und "sozial" so oft in ihr Regierungsprogramm wie bei korrekter Orthographie gerade noch vertretbar. Natürlich bekennt sich auch die SPD zur "Sozialen Marktwirtschaft". Nur muss die nicht erhalten werden, wie bei der CDU, sondern sie muss neu gestartet werden. Bei der FDP werden wir übrigens noch lernen, dass mehr soziale Marktwirtschaft auch genau dasselbe bedeuten kann wie zuwenig soziale Marktwirtschaft bei der SPD. Kann nicht irgendeine Partei mal den Begriff "Soziale Marktwirtschaft" verbieten? Meine Stimme hätte sie. ### Parteien zur Wahl: SPD Warum SPD? Einen echten Grund, die eigene Partei zuwählen, werden wohl nur ganz besonders treue Parteigenossen finden. Die SPD wirkt wie eine Partei der Schusseligen. Sie will immer noch ein wenig die Schröderpartei sein. Dabei hat sie doch glatt vergessen, dass ihr Zugpferd in die freie Wirtschaft gewechselt ist. Dann will sie doch lieber die Arbeiterpartei sein. Doch da sind keine Arbeiter mehr. Und außerdem schauen die Agenda-2010-Architekten beim Wort Mindestlohn immer aus der Wäsche als müssten sie gleich losheulen. Was waren das für Zeiten, als man unter Schröder Industriemagnaten und Zahnärzten umwarb. Heute müssen Steinmeier und Münte um die Gunst von Industriearbeitern buhlen, auf deren persönlicher Agenda 2010 ein Wort droht: Arbeitslosigkeit. So würde sich Thomas Gottschalk fühlen, wenn er eine Gameshow bei 9Live moderieren müsste. Selbst der Klosterschüler Jürgen Rüttgers wirkt in der Rolle des Arbeiterführers authentischer als "FW". Mit dem Kürzel "FW" trimmt die SPD ihren Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier für die Obama-Generation. Aber wenn FW ruft: Yes, we can, dann hört sich das an, als habe er soeben festgestellt, dass der SPD-Vorstand noch aus eigener Kraft laufen kann. Machen wir uns nichts vor: Die SPD ist an Kopf und Gliedern verbraucht. Am Kopf, weil ihr überzeugendes Führungspersonal fehlt. Das schnelle Ministerpostenkarussell der Schröder-Jahre hat viele Granden vorzeitig in die Vorstände von Industrieunternehmen und parteinahe Stiftungen katapultiert. Aus der Basis wächst nichts nach. Schröder hat ganze Ortsverbände geschlossen aus der Partei verdrängt, hat die SPD in nahezu allen Bundesländern auf die Oppositionsbank gebracht. In den vergangenen zehn Jahren hat die SPD so gut wie alle Bevölkerungsgruppen verraten, die sie einmal gewählt oder unterstützt haben. Da wollen wir nicht dazu gehören, liebe Leser. Warten wir darauf, wie sich die Partei nach der Wahl erneuern wird. ### Wahlprogramme 2009: CDU/CSU Die CDU steht zu ihrem Wahlprogramm: Wer "www.cdu.de" ansteuert, findet es wenigstens auf den zweiten Blick. der Hinweis auf das "Regierungsprogramm 2009" ist wirklich sehr klein. Zu einem solchen Programm zu stehen, fällt andererseits leicht. Das Unionsprogramm bietet auf 64 Seiten fast nichts Konkretes über die Vorhaben der U-Parteien nach der Wahl. Nur, dass in Dinge wie Bildung oder Infrastruktur investiert werden soll. Gleichzeitig sollen Famillien, der Mittelstand und überhaupt alle Bürger steuerlich entlastet werden. Wie die Partei das bezahlen will - gerade angesichts der Rekordverschuldung - das verrät die Union ihren Wählern nicht. Ansonsten werden viel und überschwänglich die bestehenden Systeme gelobt als gäbe es gar keine Krise oder als seien wir davon nicht betroffen. Das reicht bis zu echter Schleimerei. Da bekennt sich die Union vollmundig zum Berufsbeamtentum,einem "starken Stück Deutschland". Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes seien stets am Allgemeinwohl orientiert. Kurz: Dort wie überall in Deutschland ist alles in Ordnung und die Krise ein Betriebsunfall, der natürlich nur mit dem angelsächsischen Finanzsystem zu tun hat. Das Finanzsystem will die Union mit der "Sozialen Marktwirtschaft" als Exportartikel kurieren. Zu der bekennt sich die Union natürlich und erklärt uns soziale Marktwirtschaft mit der Definition des liberalen Marktes plus nebulöser sozialer Verantwortung. Dass die soziale Verantwortung auch wahrgenommen wird, da setzen CDU und CSU auf "Vertrauen". Durch mehr "Vertrauen" soll zum Beispiel das Gesundheitssystem kuriert werden. Vertrauen gegenüber den Ärzten natürlich. Vertrauen bringt die Union übrigens nur den Unternehmern, den Freiberuflern, dem Mittelstand und den Beamten entgegen. Bei den sozialen Sicherungssystemen hört die Freundschaft auf. Hier fordern die U-Parteien strengen Schutz vor Missbrauch. Merke: Wer mehr hat, ist ein besserer Mensch und verdient unser Vertrauen. Seit 40 Jahren versuche ich zu begreifen, was das mit Christentum zu tun hat. Das schwammige Parteiprogramm trägt jedenfalls nicht zur Erhellung bei. Kleiner Tipp: Alternativ informiert uns die CDU mit einem 10-Punkte-Programm zum Download. Die Entscheidung für oder gegen ein Kreuzchen bei CDU oder CSU fällt sowieso unabhängig vom Programm. ### Parteien zur Wahl: CDU/CSU Sie meinen, Oben sollte oben bleiben und Unten unten? Frauen gehören an den Herd und Kinder nicht in die Kita, sondern in den liebenden Schoß der Familie? Sie sind der Ansicht, dass man dem Staat unbedingt vertrauen sollte, denn er wird schon wissen, warum er in Ihren E-Mails herumschnüffelt? Kurz: Sie meinen, dass die heile Welt kein Traum bleiben muss, wenn alle guten Willens sind und keiner sich mit Dingen beschäftigt, die ihn nichts angehen? Dann sind Sie längst Stammwähler der CDU/CSU. Genießen Sie die nächste Bundestagswahl. Sie setzen auf die Sieger. Es wird das letzte Mal sein, dass "Ihre" Union noch ist, was sie war. Die Krise der Volksparteien wird auch die Union erreichen. Auch die Unionsparteien unterliegen einem langsamen Modernisierungsprozess. Der Firnis der CDU-typischen Schützenvereinsromantik bricht. Mittlerweile glaubt nicht mehr jeder Konservative, dass die Welt ohne Internet besser wäre und dass Altgriechisch wieder Pflichtfach im Abitur sein sollte. Vorbei auch das lautstarke Schwadronieren über ausländische Drogendealer und Sozialschmarotzer. Ja, selbst die Atomkraft soll in der Union nicht mehr unumstritten sein. In dieser Wahl werden sich CDU und CSU vielleicht zum letzten Mal so präsentieren wie sie immer waren: obrigkeitshörig, atomeuphorisch, marktliberal und steckengeblieben im Kalten Krieg. Wir, liebe Leser, finden es langweilig auf den Sieger zu setzen, wenn es sich nicht um eine Pferewette handelt. Schauen wir uns morgen lieber den Wahlverlierer an: die SPD. ### Neu: Parteien zur Wahl Eigentlich ist die Wahl entschieden. Angela Merkel regiert weiter, das legen alle Umfragen nahe. Man weiß nur nicht, mit wem sie regieren wird. Wieder mit der SPD? Oder gibt es eine große Koalition mit der FDP? Dennoch lohnt es sich, zur Wahl zu gehen. Spannend ist, was sich auf den Plätzen tut. Erinnern wir uns: Es begab sich in der Regierungszeit Helmut Kohls als das Land mit Radwegen überzogen wurde. Der Katalysator für Autos fiel in Kohls Regentschaft und eine ganze Reihe von Umweltgesetzen. Schuld war nicht Kohl. Schuld waren die Grünen, die frisch in die Parlamente eingezogen waren und dem politischen Establishment ihre Themen aufzwangen. Selbst ein Helmut Kohl musste nachgeben, ein Mann, der die Ökos stets als zottelige Wirrköpfe betrachtete. Wir sehen: Politische Sachzwänge gelten auch für die an der Macht. Darum ist die Bundestagswahl selbst dann bedeutend, wenn der Ausgang schon so fest zu stehen scheint. Dieser Bundestagswahl kommt sogar eine besondere Bedeutung zu: Sie wird die letzte sein, die mit den Mitteln des 20.Jahrhunderts ausgetragen wird. Sie wird die letzte sein, in der die Wahlkampfstrategen der Parteien uns als Verfügungsmasse betrachten können, die man mit plumpen Werbekampagnen untereinander aufteilt. Deshalb sollten wir hingehen, unsere Stimme abgeben und den ganzen Abend lang die Hochrechnungen glotzen. Nie wieder werden wir das Ritual der Wahl so erleben wie am Abend des 27. September 2009. Ich will in den kommenden Wochen die größeren demokratischen Parteien abklopfen. Und ich habe sogar zwei Wahlempfehlungen. Beginnen werde ich mit der CDU/CSU. ### Auch Araber bloggen nur Privates Liebe, Arbeit, Familie. Araische Blogger schreiben mehrheitlich über dieselben Themen wie europäische. Das ergab eine Bloggerstudie der Eliteuniversität Harvard, aus der die Süddeutsche Zeitung zitiert. Besonders interessant: Die Harvard-Wissenschaftler untersuchten 4000 Blogs, darunter befand sich kein einziger islamistischer Terrorblogger. Die  Forscher fanden keinen. Sie hätten Schäubles Schergen fragen sollen, die kennen bestimmt ein paar, die nicht einmal die Araber kennen. Natürlich fanden die Wissenschaftler politische Blogs. Die beschäftigen sich jedoch eher kritisch mit der jeweiligen nationalen Machtelite auseinander. Jeder fünfte arabische Blogger lehnt den islamistischen Terrorismus ab. Und schon wieder fällt ein Vorurteil. ### Spießig im Web 2.0 Bilder vom letzten Komasaufen? Halbnacktfotos? Ab ins Web2.0-Portal damit! Hach, die Jugendlichen sind ja so sorglos im Umgang mit ihren Daten. Und? Was wird, wenn sich Klein-Kevin-Luka dereinst auf den freien Vorstandsposten bei Daimler bewirbt? Dann kommt das alles wieder hoch! Das böse, böse Internet vergisst nie! So denken wir Erwachsene über die Jugend. Die Wahrheit sieht mindestens partiell etwas anders aus. Das haben Wissenschaftler der Berliner Homboldt-Uni herausgefunden. Wie das IT-Portal Heise.de berichtet, befragten die Beiden 250 User der Internetportale Facebook und StudiVZ und analysierten deren Profile. Ergebnis: Sie plaudern längst nicht so bedenkenlos drauf los wie wir ihnen das unterstellen. Im Gegenteil: Jugendliche legen sehr viel Wert auf einen makellosen Image im Cyberspace. Sie haben schrecklich viel Angst, was die anderen sagen. Wenn wir die Jugend schon für die Netzidioten halten, die wir sind, dann sollten wir ihnen auch das Vertrauen entgegenbringen, sie für die Spießer zu halten, die wir sind!? ### Besitzer von verseuchten PCs haften Wer unbemerkt von seinem eigenen PC aus unerwünschte Werbemails versendet, muss unter Umständen dafür haften, schreibt das Unternehmensportal MittelstandsWiki.de. Wenn es ein durch Botnets (Botnetze) Geschädigter genau wissen will und nach dem Übeltäter forscht, dann kommt er zunächst auf den unmittelbaren PC-Eigentümer zu, den er anhand der IP-Adresse identifizieren kann. Er kann versuchen, den Besitzer des Rechners in Regress zu nehmen. Wenn man dann nicht nachweisen kann, dass alles getan wurde, um sich vor der Zombifizierung zu schützen, kann man zu Schadensersatz verpflichtet werden, heißt es weiter bei MittelstandsWiki. (Quelle: MittelstandsWiki) ### Umfrage: Open-PC Handelsübliche Computer setzen oft die Stärken von Open Source nicht optimal um. Dieser Gedanke soll laut einem Bericht des "Handelsblatt" dem Open-PC zugrunde liegen. Wie das fertige Gerät aussehen soll, wie es ausgestattet sein wird und was es kosten soll, darüber lässt das Projekt im Internet abstimmen. ### Phaenomene des Alltags: Poken Foto: Karola Kriegler Photography Nein, das ist kein Schreibfehler: Hier soll von Poken die Rede sein, nicht von Pokern, was sicherlich ebenfalls eine Würdigung in dieser Reihe wert wäre. Aber Poker war eben gestern, heute ist Poken. Als Mittvierziger bin ich einwenig stolz, dass ich dieses eine Mal meinen Söhnen voraus bin. Eine Blitzumfrage im heimischen Haushalt ergab, dass nur ein einziger Befragter wenigstens den namen schon gehört hatte. Dabei dürfte der Trend schon fast vorbei sein, wenn... Ach, Sie wissen immer noch nicht was Poken sind? Geduld! Poken sind putzige Plastikfigürchen im Manga-Design mit überdimensionierten Händen. Diese Hände sind die eigentlichen Pokens. Man steckt sie am USB-Eingang ein und schmeißt dann drauf, was man an Web2.0-Profilen hat: Facebook, Xing, MySpace oder was weiß ich. An die Stelle der rituellen Übergabe einer Visitenkarte steht im Poken-Zeitalter das aneinanderhalten der Figürchen. Dabei werden die darauf gespeicherten Daten ausgetauscht. Jetzt wieder zurück zum Poken-Trend. Noch ist er nicht überall angekommen. Da erfahre ich, dass der Computerkonzern IBM in Berlin das weltgrößte Poken-Treffen abgehalten hat. Jetzt werden also die Anzugträger kleine Plastikfigürchen aneinanderreiben, statt Visitenkarten auszutauschen. Ich bin sicher: Das ist der Anfang vom Ende. In wenigen Wochen werden die Kids sagen: "Poken? Bäh, Alter. Das's was für 18-Jährige!" ### Manager in der Krise Es ist Krise. Da rückt man dichter zusammen. Da erinnert man sich der Ärmsten. Nein, in diesem Fall nicht der Opelaner oder der Karstadt-Kassiererinnen. Die Financial Times Deutschland (FTD) menschelt uns vom geplagten Manager vor. Der leide derzeit an der Krise wie ein Tier. Versagensängste plagen ihn. Da hat er Eigenheim, Boot und Karriere. Dann kommt die Wirtschaftskrise und macht aus dem Manager ein heulendes Elend. Nun, derzeit heult bestimmt auch so mancher Fabrikarbeiter einsam in die Drehbank - auch ohne Boot und Karriere. Aber die Manager seien in der Krise besonders schlimm dran, zitiert die FTD die Chefärztin einer Privatklinik in Wendisch Rietz. Wenn Sie jetzt finden, dass schon der Name Wendisch Rietz nach Tennisplätzen, Saftbar und gut gepolsterten Yoga-Matten klingt, dann liegen Sie richtig. In Wendisch Rietz erholt sich der Leistungsträger auf Firmenkosten - wenn's sein muss, monatelang. Wir sprechen vom Manager, einem Menschen, der nie nach Wendisch Rietz hätte fahren können, wenn er seine Untergebenen auf Firmenkosten auch nur nach Bad Schmiedeberg hätte fahren lassen. Jaja, die Krise: Der eine geht zum Beachvolleyball, der andere zur Bundesagentur. Liebe FTD, ist euch dieses Rührstück nicht wenigstens ein kleines bisschen peinlich? Ansonsten ist das einzig lebendige bei euch der Börsenbericht. Da erfindet ihr immer putzige Dinge, die der DAX gerade tut: Auf der Lauer liegen, zum Sprung ansetzen oder pennen. Lasst die Finger von Sozialreportagen über Manager, die unter der Krise leiden. Ich weiß, liebe Manager: Es gibt kein objektives Maß für die Not, die einer leidet. Aber das gilt auch für all jene von uns, die sich Wendisch Rietz nicht leisten können. Nehmt es uns nicht übel, dass wir uns das Lachen nicht immer verkneifen können, wenn eine Ärztin über euer "Martyrium" doziert. Nehmt es als Indiz, wie weit die Lebenswirklichkeiten in diesem Land auseinander gedriftet sind. ### Facebook: Bond in Badehosen Selbst James Bond kennt ihn oder sie nur als "M": Das Oberhaupt des britischen Geheimdienstes MI6. Kaum eine Spitzenposition im Dienste ihrer Majestät, die geheimer wäre. Und nun Badehosenbilder von Britains Next Top Spion in Facebook. Die Frau von John Sawer, dem designierten nächsten Chef aller Doppel-Null-Agenten soll Familienbilder in das Community-Portal gestellt haben. Vor allem die Fotos in Badebekleidung wiegen schwer, denn im echten Leben sehen vermutlich nur wenige Top-Geheimdienstler so aus wie Daniel Craig. Wenigstens können wir Bond-Freaks uns jetzt einen Reim darauf machen, warum der Spion und Frauenheld in allen Kneipen der Welt quasi ungefragt seinen geschüttelten (nicht gerührten) Martini serviert bekommt. Die Bilder vom Flatrate-Saufen in jungen Jahren, getränkt von Leichtsinn und Erbrochenem, stehen alle noch in Facebook. ### Im Gymnasium steht die Zeit Abi-Ball: Der Schuldirektor lobt das Engagement der Schüler bei Literaturprojekten, Leseveranstaltungen und einem Projekt in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum. Die Rede hätte der Direx so auch vor 25 Jahren halten können. Da hat er aber wahrscheinlich selber noch die Schulbank gedrückt. Finden in der Schule eigentlich elektronische Medien statt? Gibt es da nicht auch ein paar Projekte? In deutschen Gymnasien scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - und zwar unmittelbar nach der Erfindung des Buchdrucks. Nein. Halt. Später bei der Zeugnisausgabe stellt sich heraus: Das Gymnasium hat einen Informatik-Leistungskurs. Fantastisch. Gibt es da auch schon Internet? Eine Homepage hat die Schule. Mit Frames. Neuester Stand aus den Kindertagen des Internet. Deutschland liest Faust und Fontane und verschläft den Aufbruch in eine neue Epoche. ### 10 gefährliche rechtsfreie Räume Liebe Leser, Stopschilder im Internet können nur ein Anfang sein. Es gibt noch viele weitere gefährliche rechtsfreie Räume. 10 Beispiele: 1. Die katholische Kirche: Gut, katholische Priester fallen selten durch Kinderpronographie auf. Dafür schreiten sie umso öfter zur Tat, zum Kindesmissbrauch. Auch gut. Stopschild an die Kirchen, ein gefährlicher rechtsfreier Raum weniger. 2. Twitter: Der Micoblogging-Dienst ist durch die Unruhen im Iran in aller Munde. Und was die Mullahs in Teheran nicht eingedämmt kriegen, muss doch erst recht in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung als gefährlicher rechtsfreier Raum im Internet gelten, oder? 3. Google: Andere um ihre Landeskinder besorgte Regierungen machen es vor: China wirft der weltgrößten Suchmaschine vor, über sie sei Pornographie verfügbar. Von China lernen, heißt Siegen lernen, das zeigen doch schon die Wachstumszahlen.Google ist ein ganz gefährlicher rechtsfreier Raum. 4. Die Post: Die meisten Kinderpornos werden per Post verschickt. Das ist kein Witz, sondern Erkenntnis der Ermittlungsbehörden. Da gehört ein dickes Stopschild an jeden Briefkasten. Ermittlungsverfahren gegen Post-Chef Frank Appel wegen Weitergabe von Kinderpornografie. Was? Er hat nicht gewusst, was sich in den neutral verpackten Umschlägen befand? Pech! Wo in disem Staat schützt Nichtwissen vor Strafe? Zumindest wenn es um den Kampf gegen rechtsfreie Räume geht. 5. Familien: Die meisten Kinderschänder lernen ihre Opfer im trauten Familienkreise kennen. Keine Familien, keine Kinder, kein Missbrauch, ein gefährlicher rechtsfreier Raum weniger. 6. Amazon, JPC, etc.: An alle Seiten, auf denen man Nirvana-Tonträger bestellen oder herunterladen kann, gehört ein Stoschild. Da ist vorne ein unbekleideter Säugling drauf abgebildet. Sie halten das für einen Witz? Diese Diskussion gibt es ernsthaft. Der rechtsfreie Raum macht's möglich. 7. Digitalkameras: Womit werden denn kinderpronografische Aufnahmen gemacht? Mit Digitalkameras. Mit der guten alten Agfa-Ritschratsch-Klick fiele dem Kinderschänder die Distribution seiner Bilder über das Internet deutlich schwerer. Allgemeines Verbot digitaler Bildaufzeichnungsgeräte! 8. FKK-Strände: An deutschen Badestränden begegnet man immer wieder Eltern, die ihre Kinder im Adamskostüm herumtollen lassen. Stoppschild dran, ein rechtsfreier Raum weniger. Hauptsache, wir tun was. 9. Handys: Mit nichts lassen sich Menschen so unauffällig in pronografischer Absicht ablichten wie mit dem Handy. Dann das Filmchen fix gepostet und schon ist das - pardon - Kind im Brunnen. Das Internet sei mein Zeuge! Ach, verflucht, das wimmelt ja nur noch vor Stopschildern. Lassen wir es trotzdem gar nicht so weit kommen. Verbieten wir die Handys. Her mit dem alten Wählscheibenknochen, weg mit den rechtsfreien Räumen. 10. Weblogs, die sich kritisch mit den Maßnahmen der Regierung gegen Kinderpornografie auseinandersetzen. Wenn Sie das jetzt lesen können, befinden Sie sich mitten im rechtsfreien Raum. Sehen Sie zu, dass Sie Land gewinnen. Dämmern Sie stattdessen passiv vor der Glotze dahin und überlassen Sie den Politikern den Kampf gegen die rechtsfreien Räume. Ich verspreche Ihnen: Zwei Bundestagswahlen von hier beginnt dann wieder das glückliche Mittelalter - ohne Internet, ohne Buchdruck, ohne rechtsfreie Räume. ### SPD: iWahlkampf im rechtsfreien Raum Die SPD wahlkämpft auf dem Kult-Handy Apple iPhone. Unvorsichtige iPhone-Nutzer werden demnächst ein Programm namens iSPD auf ihrem iPhone finden, wenn sie allzu unvorsichtig im AppStore herum klicken. Das streut die Partei in einer Pressemitteilung unters Volk. Ob das ein gutes Signal ist, wenn die demente Arbeiterpartei sich auf dem Statussymbol für Yuppies und Zertifikate-Gewinner vermarktet? Dafür soll iSPD wenigstens kostenlos über den AppStore vertrieben werden. Übrigens, liebe Genossen: "App" steht für "Application" und heißt soviel wie "Anwendung". Kleine kostenlose Nachhilfestunde von hier, aus dem gefährlichen rechtsfreien Raum. Anwenden sollen die Anhänger der SPD die iSPD, um kleine Bilderchen von Frank-Walter Steinmeiers Wahlkampfauftritten bei Flickr zu posten. Für uns ungebildete Wandalen im rechtsfreien Raum: Frank-Walter Steinmeier ist der Spitzenkandidat der SPD, der hofft, dass es nach der Bundestagswahl noch für die Vizekanzlerschaft reicht. Oder man kann sich mit Argumenten für politische Diskussionen versorgen, wenn die eigene Fantasie gerade mal versagt hat. Liebe Apple-Fans: Wenn ein ergrauter Brillenträger vom iPhone zu euch spricht, dann wundert euch nicht, dass Steve Jobs in die Breite gegangen ist, das ist vielleicht der iKandidat. Ein Trost bleibt für die große Gemeinde der verdächtigen Web-Terroristen im rechtsfreien Raum: Solange SPD und CDU das Web noch für ihre Wahlkämpfe brauchen, lassen sie es vielleicht wenigstens in Teilbereichen offen. ### Ich wähle Piraten Nachdem sich nun auch die SPD an der Demontage des Rechtsstaats beteiligt, brauchen die Bürgerrechte eine neue Heimat: die Piratenpartei. Um zur Bundestagswahl zugelassen zu werden, braucht die Partei in jedem Bundesland, in dem sie antreten will, 2000 Wählerinnen und Wähler, die mit ihrer Unterschrift die Piratenpartei unterstützen. Natürlich geht das noch nicht komplett per Internet. Aber man kann die Formulare per Internet bestellen: http://ich.waehlepiraten.de/. Bitte nutzt diese Möglichkeit reichlich. Wer glaubt, dass bunte Stopschilder auf Seiten mit vermeintlicher Kinderpornografie schon das Schlimmste sind, das uns in der Informationsgesellschaft droht, der wird nach der Bundestagswahl ein böses Erwachen erleben. ### Wieviel Wahlkampf verträgt die Demokratie? Die Internet-Zensur kommt. Der Bundestag hat das entsprechende Gesetz heute verabschiedet. Die Koalition hat sich auf einen Entwurf geeinigt, der wenigstens ahnungslose Surfer schützt, denn eine strafrechtliche Verfolgung von Surfern, die auf Seiten mit Stop-Schild gelangen, soll nicht mehr erfolgen. Aufatmen können auch Anbieter von Kinderpornos. Der von der SPD versprochene Grundsatz "Löschen vor Sperren" ist unter den Tisch gefallen. Das bedeutet, dass auch für deutsche Surfer entsprechende Angebote mit geringem technischen Aufwand weiter verfügbar bleiben. Die Unzulänglichkeiten des neuen Gesetzes hat die Medienwissenschaftlerin Korinna Kuhnen noch einmal im Interview mit der HNA zusammengefasst. Aber schließlich ist Wahlkampf, und da zählt nur der Schein. Der Richter-Vorbehalt, den die Sozialdemokraten noch versprochen hatten, ist ebenfalls dahin. "Ein Gremium beim Bundesdatenschutzbeauftragten" Peter Schaar soll die Sperr-Listen kontrollieren. Das ist eine strafrechtliche Beurteilung, und dafür ist der gute Mann nicht qualifiziert. Außerdem soll der Datenschutzbeauftragte die Bürger doch vor Überwachung schützen und nicht daran mitwirken. Deshalb ist Peter Schaar auch nicht von der neuen Aufgabe begeistert. Macht nichts, ist ja Wahlkampf. Im Wahlkampf ist alles egal. Gewaltenteilung, Grundgesetz, Bürgerrechte. Scheiß drauf. Aber wieviel Wahlkampf hält diese Republik auf der Route Berlin - Teheran - Peking noch aus? ### Buchtipp: Das Ende von Windows Als ich vor zwei Jahren an dieser Stelle über eine Götterdämmerung für Bush und Gates nachdachte, fing ich mir viel Häme ein. George W. Bush ist mittlerweile Geschichte, Bill Gates als Person eigentlich auch. Und jetzt geht es tatsächlich seinem Vermächtnis ans Leder. Keith Curtis sagt in seinem Buch "After The Software Wars" aber nicht nur den Niedergang von Windows wie wir es kennen voraus, sondern das Ende von proprietärer Software an sich voraus. Curtis ist nicht irgendein Träumer aus der Linux User Group in der amerikansichen Provinz. Keith Curtis war elf Jahre lang Entwickler bei Microsoft. Sein Buch stellt er kostenlos zum Download zur Verfügung. Bitte gebt das PDF nicht weiter, sondern empfehlt den Link weiter. Curtis will darüber Bescheid wissen, wie weit sich "After The Software Wars" verbreitet. Ich werde das Buch lesen und eine Kritik folgen lassen. ### Windows: Mit 7 wächst die Hoffnung Windows 7 naht und lässt die Hoffnungen der Computerhersteller auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft wachsen. Doch worauf gründen sich diese Hoffnungen? Auch Vista hatte große Hoffnugen geweckt, dann die Kunden verärgert und hatte schließlich den erfolgsverwöhnten Microsoft-Konzern zu echten Verzweiflungstaten getrieben: Microsoft musste sogenannte Downgrade-Lizenzen gewähren. Damit durften die Kunden unter der Vista-Lizenz ein Windows XP betreiben. Dann kamen die Netbooks. Sie zwangen Microsoft, das eigentlich bereits eingestellte XP hastig wiederzubeleben. Als Netbook-Windows. Vista ist der erste wirklich große Flop in der Geschichte von Microsoft - lassen wir die Internetsuche mal beiseite. Warum sollte Windows 7 ein Erfolg werden? Es soll schlanker sein als Vista. Aber ist Vista gefloppt, weil es so fett war? Vistas größtes Problem bestand darin, dass es dem Kunden keinerlei Mehrwert gegenüber XP versprach. Das einzige Verkaufsargument blieb der strengere Sicherheitsstandard - für den normalen User ein eher abstrakter Vorteil. Vista bot nichts, das mit XP nicht auch gegangen wäre. Es gab nicht das kleinste Argument, das die Kunden dazu bewogen hätte, überzogene Systemvoraussetzungen und träges Handling in Kauf zu nehmen. Hinzu kommen die Erfahrungen der Kunden. Der Nutzer hatte bisher an jeder Windows-Version ein Stückchen Mehrwert. Ein neues Windows verhieß immer ein Mehr an Möglichkeiten. Dafür kaufte man auch gern einen neuen Computer. Vista fehlte von Beginn an eine Killer-Applikation, eine Anwendung oder Eigenschaft, für die man unbedingt dieses Betriebssystem brauchte. Die Windows-Nutzer machten zum ersten Mal die Erfahrung, dass ein neues Windows nicht unbedingt Probleme lösst, sondern im Gegenteil sogar zusätzliche Probleme schaffen kann. Microsoft wird mit 7 viel Vertrauen wiedergewinnen müssen. Und sie müssen dem Kunden einen vernünftigen Grund nennen können, aus dem er zu Windows 7 wechseln sollte. Sonst wird Microsoft auch 2010 und 2011 XP verkaufen müssen. ### Amazon beendet Partnerprogramm mit NPD Doch kein Besuch bei Karstadt in der nächsten Woche. Amazon hat das Partnerprogramm mit der NPD beendet - überraschend schnell. ### Amazon unterstützt NPD Wenn der Nazi Unterstützung braucht, dann geht er zu Amazon. Das Online-Kaufhaus vertreibt jede Menge Literatur, die sich - nun ja - euphemistisch mit der Nazi-Prominenz befasst. Selbst eine Reichskriegsflagge führt Amazon im Programm. Doch damit nicht genug: Zu den Partnern von Amazon zählt die NPD. Davor warnte NPD-BLOG schon Anfang Mai. Seit der brandenburgische Verfassungsschutz die Tatsache bestätigt hat, greifen auch Massenmedien wie das Handelsblatt die Geschichte auf. Laut Handelsblatt geht es im einzelnen um ein Weblog des NPD-Kreisverbandes Barnim-Uckermark. Ob eine Seite oder alle - das NPD-BLOG hat sich entschieden, Amazon zu meiden. Dem Beispiel werde ich folgen. Ab sofort sind alle Links zu Amazon auf meinem Blog tot. Ich selbst werde künftig anderswo einkaufen. Bei Karstadt zum Beispiel... [update]Doch kein Besuch bei Karstadt in der nächsten Woche. Amazon hat das Partnerprogramm mit der NPD beendet - überraschend schnell.[/update] ### Bye bye, Mono? In Fedora 12 wird die Notizfunktion "Gnote" das bisherige Standardpaket "Tomboy" ersetzen. Hintergrund, so spekuliert Pro-Linux, ist Mono. "Tomboy" setzt auf Mono auf, ein freier Nachbau von Microsofts .NET. Dabei spielen offenbar nicht nur die bekannten Probleme mit Stabilität und Geschwindigkeit von Mono eine Rolle, sondern auch die ungeklärte Urheberrechtslage. Bisher hat Microsoft noch kein Urheberrechtsverfahren gegen Mono eingeleitet. Aber: Was nicht ist, kann ja noch werden. An Mono hängen viele Applikationen. Beispielsweise die Fotoverwaltung F-Spot. Das ehrgeizige Projekt ist eine tolle Alternative zu Googles Picasa. F-Spot sortiert Fotos nach Jahr, Monat und Tag, es bietet eine einfach zu bedienende Schlagwortfunktion und legt vor dem Bildbearbeiten eine Kopie des Bildes an. Vergesst "Tomboy". Aber muss ich künftig ohne F-Spot leben? ### Wahlaufruf aus dem All Das Städtchen Waterloo liegt nur 15 Kilometer vor Brüssel. Und genau dort, in Brüssel, im Zentrum des politischen Europa, fürchtet man das Waterloo des europäischen Parlamentarismus. Bei der Europawahl am kommenden Wochenende droht auch in Deutschland eine schwache Wahlbeteiligung. Jetzt naht Hilfe aus dem All. Nein, nicht die Enterprise. Der ESA-Astronaut Frank de Winne ruft von der internationalen Raumstation ISS aus die Europäer zur Wahlurne: Bleibt nur eine Frage: Wie wählen die Europäer auf der ISS? Wie weit ist das nächste Wahllokal? Oder hat Frank de Winne Briefwahl gemacht? Gefunden bei IPTV-home auf Twitter. ### Bing frei zur nächsten Runde für Microsoft gegen Google Bing ist ein großer Wurf. Mit dem knuffigen Namen hat es die neue Suchmaschine aus dem Hause Microsoft in fast alle deutschsprachigen Medien geschafft. Vielleicht sind die "ADAC-Motorwelt", "Geo" und "Psychologie Heute" die einzigen Printpublikationen, die noch keine lustigen Wortspiele zu Bing abgeliefert haben. Bing ist eine Marke und vielleicht das erste Produkt, bei dessen Namen Microsoft ein glückliches Händchen bewiesen hat. Welche emotionale Botschaft transportiert "Live Search", der glücklose Vorgänger von Bing? Bing soll Spaß machen Bing soll beim Shopping helfen, den Urlaubsort suchen und Multimediainhalte aufspüren. Bing soll Spaß machen und ist dabei leidlich erfolgreich. So grüßt derzeit ein romantisches Windmühlenmotiv von der Startseite. Wer mit der Maus über das Foto fährt, den versorgt Bing im Sesamstraßenstil mit Kurzinfos aus den Niederlanden. Nun, wenn es sein soll: Geben wir halt "Netherlands" ein. Bing unterbreitet eine übersichtliche Anzahl von Vorschlägen zum Surfen. Weniger Spam als Google. Richtig punkten kann die Suchmaschine, wenn es um die Darstellung von Mediainhalten geht. Die Ergebnisseite einer Bildersuche gibt zwar keinerlei Informationen zu den einzelnen Fotos, sieht aber edler aus als bei Google. Die Informationen treten einmal mehr nur durch einen Mouseover-Effekt hervor. Auch in der Qualität der Ergebnisse der Bildersuche liegt Bing leicht vor dem Erzrivalen Google. Bing frei zur nächsten Runde Ob Bing in der Suche insgesamt bessere Ergebnisse liefert, lässt sich anhand meines Kurztests der ersten veröffentlichten Version nicht nachvollziehen. Eine Revolution sieht anders aus. Im Grunde spricht vor allem die ansprechende Optik für Bing. Hier liegt aber auch Bings größte Schwäche. Spaß macht die Suchmaschine nur mit freigeschaltetem Java-Script. Viele Sicherheitsfanatiker werden sich spätestens hier mit Grausen abwenden. Google funktioniert nämlich ohne Abspriche auch ohne Java-Script. Wie dem auch sei: Google wird den Markt beobachten und im Ernstfall ebenfalls mit neuen Ideen kontern. Bing frei zur nächsten Runde für Microsoft gegen Google. ### Freiheit für Netbook Bei Nutzung des Namens "Netbook" gibt es keine Abmehnung mehr. vorgehen. Wie das IT-Portal Golem berichtet, haben sich der ehemalige PDA-Hersteller Psion und der Prozessor-Hersteller Intel darauf geeinigt. Psion hatte vereinzelt Websiten abgemahnt, auf denen der Begriff "Netbook" verwendet wurde. Psion hatte selbst einmal einen Mini-Computer mit der Typenbezeichnung netNook im Programm. Intel beansprucht das "Netbook" als Bezeichnung für Klein-Computer mit dem Intel-Atom-Prozessor. ### Internetsperren teuer und leicht zu umgehen Internetsperren sind teuer und leicht zu umgehen. Das hat ausnahmsweise kein linker, langhaariger Bürgerrechtler gesagt, den man einfach so als Kinderschänder abtun kann, sondern Wolfgang Schwabl, Internetsicherheitschef der Telekom Austria (TA). Im Unterschied zu Deutschland nimmt man sich in Österreich wenigstens die Zeit, Experten anzuhören, wenn es um die Sperrung von Internetseiten mit Kinderpornografie geht. So berichtet die ORF-Futurezone. Schwabl erklärte, wie man in 27 Sekunden nach Anleitung auf Youtube den DNS-Server im Browser verstellt, um Internetsperren zu umgehen. Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor könne dafür genutzt werden. Ob das etwas genützt hat? Die Verfechter von Internetsperren gegen Kinderpornografie halten dem entgegen: Bisher nutzen die Konsumenten von Kinderpornografie solche Mittel nicht. Warum auch? Noch gibt es ja keine Sperren. Außerdem sei das nur etwas für Techniker. Kurz: Wir haben nicht verstanden, was Herr Schwabl erklärt hat, dann werden es die Kinderschänder auch nicht verstehen. Dabei haben Menschen erstaunliche Leistungen vollbracht, um sich Inhalte im Internet zugänglich zu machen. Selbst Senioren können heute einen Browser bedienen und E-Mails schreiben. Das hielt man noxh vor wenigen Jahren für unmöglich. ### Auf den ARM gekommen Im Bereich der Netbooks nimmt der ARM-Prozessor als Alternative zur Intel-Atom-Basis Gestalt an. Wie das IT-Blog TechWhack schreibt, plant Hewlett-Packard (HP) Netbooks mit dem ARM-Prozessor. ARM bietet mehr Leistung im Verhältnis zum Stromverbrauch als die Intel-Chipsätze. In anderen Mobilgeräten (Smartphones) haben sich die Prozessoren gut bewährt. Andeutungen über über Netbooks mit ARM gibt es schon seit 2008. Die Sache hat jedoch einen Haken: Im Gegensatz zu Linux läuft Windows derzeit nicht auf dem ARM-Prozessor. Machen wir uns nichts vor: Der Siegeszug der kleinen Computer hat begonnen als sie mit Windows XP erhältlich waren. Macht ein Hersteller wie HP Ernst, dann muss Microsoft erneut ein Windows in aller Eile auf eine Plattform portieren, für die es nicht gedacht war. ### Steuererklärung per Elster auf Ubuntu-Linux Ich erinnere mich, dass ich schon einmal versucht habe, meine Steuererklärung mit dem interaktiven Steuerformular von Elster zu machen. Unter Linux, versteht sich. Damals waren Elster und Wine jung. Heute ist das kein Problem mehr: Downloaden, Installieren, fertig. Das Elster-Paket auf der Laufzeitumgebung für Windows-kompatible Programme hat immer noch seine Tücken. So muss ein einmal begonnener Steuerbogen fertig ausgefüllt werden. Ansonsten stürzt die Seite ab. Dann fängt man mit dem Ausfüllen von vorn an. Noch ein Problem: Die Hilfetexte werden nicht vollständig angezeigt. Dabei installiert Elster gleich eine eigene Gecko-Engine. Bleibt also nur der Blick in die Steuerabteilungen von Finanzportalen wie www.banktip.de. ### Friedrich Schorlemmer: Die DDR war... "...ein von der SED verordnetes Paradies mit Austrittsverbot, einen totalen Versorgungsstaat mit einer Zielutopie, für die selbst Mittel Recht waren, die grobes Unrecht darstellten." Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer in der Rostocker "Ostsee-Zeitung" über die DDR ### Mitmachen @ Brandenburger Linux-Infotag Die Brandenburger Linux User Group (BraLUG) und die Potsdamer Linux User Group (upLUG) laden in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam zum 6. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) ein. Ort des Geschehens wird am Samstag, 21. November 2009, das Institut für Informatik der Uni Potsdam in Potsdam-Griebnitzsee sein. Dafür suchen die Veranstalter noch Vorträge, Workshops oder repräsentative Stände. Natürlich sind auch freiwillige Helfer willkommen. Unter http://blit.org/mitmachen/ können sich Referenten, Helfer und Sponsoren melden. Anregungen und Fragen sind willkommen an: info@blit.org ### Illuminati: Nuscheln im Vatikan Illuminati hätte ein schneller, netter Actionfilm werden können. Vielleicht ein wenig künstlich beschleunigt durch hektische Musik und Kameraführung. Aber eben wirklich unterhaltsam. Das hätte er werden können. Wer Ohren hat, zu hören, dem macht der Film das Mitfiebern schwer: Was ist mit Tom Hanks' deutscher Synchronstimme los? Ein User im Kino-Forum SneakClub.de hat Tom Hanks' gewohnten Synchronsprecher Arne Elsholtz schon im Jenseits gewähnt. Das ist er nicht, aber nach dem Thriller Illuminati zu urteilen, fehlt auch nicht viel. Tom Hanks hört sich an wie Marlon Brando im Paten. Er nuschelt im Vatikan herum als habe er Zahnschmerzen. Oder als hätte er taufrische dritte Zähne bekommen. Hätte man ihm doch ein wenig Zeit gelassen, sich an die Prothese zu gewöhnen! So spricht er als hätte er Angst, dass ihm die neuen Beißerchen beim Sprechen vor die Füße plumpsen. So hapert es manchmal bei Multimillionen-Dollar-Projekten an den kleinen Dingen. Doch auch diese kleinen Dinge können einem die zweieinhalb Stunden sehr lang werden lassen. ### Newthinking Store: Anonym Surfen Folgende Veranstaltungen stehen diese Woche im newthinking store in Berlin-Mitte an: * Dienstag, den 12. Mai 2009, 19:30-21:00 Uhr, Workshop: Anonym Surfen Anhand der IP-Adresse ist der Surfer im Web identifizierbar. Im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung werden auch für DSL-Anschlüsse die notwendigen Daten für 6 Monate aufbewahrt. Der Workshop zeigt, welche Möglichkeiten es für anonymes Surfen gibt. Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.newthinking-store.de/vortrag/anonymsurfen/20090512 * Mittwoch, den 13. Mai 2009, 19:00-21:00 Uhr, Usability Day & IxDA Berlin Special : Adaptive Path Berlin`s Usability Stammtisch and IxDA Berlin are getting together for an exciting evening with Todd Wilkens from Adaptive Path (http://www.adaptivepath.com/aboutus/toddw.php). Adaptive Path is over to Berlin for a couple of Workshops in early May this year and Todd kindly agreed to give us some insight about User Research practice at Adaptive Path. We start at 7.30 pm with a presentation by Todd and get into the discussion until about 9pm. The rest is left to the bartender;) Weitere Informationen: http://www.newthinking-store.de/stammtisch/ixda/20090513 ### Petition gegen Internet-Zensur Letzte Chance, die von der Bundesregierung geplante Internet-Zensur noch zu verhindern. Auf der Internetseite des Deutschen Bundestages läuft eine Petition gegen die Internet-Zensur. Bisher haben diese Petition rund 30.000 Menschen mitgezeichnet. Wenn bis zum Ende am 16. Juni 50.000 Besucher mitgezeichnet haben, muss die Beschwerde im Petitionsausschuss öffentlich verhandelt werden. Wer mitzeichnen will, muss sich vorher beim Bundestag registrieren lassen. Worum es geht, habe ich in einem anderen Blog-Eintrag ("Zensursula" oder der Einstieg in die Internet-Zensur) zusammengefasst. ### Pre5 von Lin2go Von Lin2go wird es nun doch eine weitere Vorabversion geben. Da die Tests mit Kernel 2.6.29.1 nicht zufriedenstellend verliefen (u.a. langsame Grafik und schlechte/keine Verbindungsqualität bei HP2133 und Lenovo S10e), haben sich die Entwickler entschlossen, doch noch eine pre5 zu erstellen, um den überarbeiteten 2.6.28-qx14 Kernel und die bisher als Fix angebotenen Änderungen zu integrieren. Die Änderungen sollen unter anderem den Datendurchsatz per WLAN auf den beiden ganannten Netbooks verbessern. ### Brandenburger Linux-Infotag 2009 Die Planung für den 6. Brandenburger Linux-Infotag (BLIT) hat begonnen. Das Datum haben die Veranstalter auf den 21. November 2009 festgelegt. In diesem Jahr steht der BLIT unter dem Motto "Freiheit zum Anfassen". Wer etwas zum Programm beitragen möchte oder sich als Helfer am BLIT beteiligen möchte, kann sich im Internet auf der BLIT-Seite "Mitmachen" umsehen oder sich direkt hier mit mir in Verbindung setzen, ich leite Anfragen, Ideen oder Vorschläge gern weiter. Der sechste Brandenburger Linux-Infotag ist zugleich der zweite, der in Räumen der Universität Potsdam stattfindet. Urheber des BLIT ist die Brandenburger Linux User Group (Bralug) in Brandenburg an der Havel. Seit dem vergangenen Jahr veranstalten die Bralug und die Linux User Group Potsdam (uplug) gemeinsam den BLIT in der Landeshauptstadt Potsdam.  Ich bin in die Organisation ebenfalls eingebunden, werde den BLIT aber auch in meinem Blog begleiten. Aktuelle Informationen zum Stand der Dinge rund um den BLIT 2009 bietet ein taufrisches BLIT-Blog. Vielen Dank, Rob, für die schnelle Arbeit. ### "Zensursula" oder der Einstieg in die Internet-Zensur Die größten deutschen Internet-Provider haben sich heute in Berlin dazu bereit erklärt, Internetseiten mit angeblich kinderpornografischen Inhalten für den öffentlichen Zugriff zu sperren. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat darauf bestanden. Sie musste sich laut Presseberichten jedoch dazu verpflichten, umgehend eine gesetzliche Basis für die Internet-Zensur zu schaffen. Die Internet-Provider fürchten vor allem Regressforderungen von Nutzern, deren Seiten unbegründet gesperrt wurden. 300 Menschen haben vor dem Bundespresseamt gegen die Pläne der Ministerin demonstriert die jetzt einen neuen Spitznamen hat: Zensursula. Die Argumente der Gegener einer Internet-Zensur, wie sie die Ministerin plant, wiegen schwer. Das Computermagazin "C'T" hat sie zusammengefasst. Bevor wir dazu kommen, hier zuerst die Argumente des Ministeriums: Die Verbreitung von Kinderpornografie ist von 2006 auf 2007 um 111 Prozent gestiegen. Internet-Sperren halten zwar nicht jeden, aber doch wenigstens die durchschnittlichen Surfer von Kinderpornografie fern. Neue Konsumenten von Kinderpornografie kommen gar nicht erst auf den Geschmack. Das stört das Geschäft der Anbieter von Kinderpornografie. Die Internet-Sperren stören auf diese Weise das Geschäft der Anbieter. Deutschland erfüllt europäische Standards, denn Sperren wie sie nun geplant sind, gelten beispielsweise in Skandinavien. Die skandinavischen Länder haben gute Erfahrungen gemacht. Allein Norwegen hat 50.000 Zugriffe auf Kinderporno-Seiten geblockt. Die C'T hat folgende Gegenargumente gesammelt. Sie alle sind von Experten bestätigt. Auch von solchen des Bundeskriminalamtes (BKA): Die Wachstumszahlen des Ministeriums beziffern lediglich eingeleitete Ermittlungen. Das BKA bestätigte der C'T, dass die meisten Fälle sich nach kurzer Zeit als unbegründet erwiesen. Internet-Sperren halten nur die ahnungslosesten Surfer fern. So lässt sich beispielsweise ein DNS-Server aus einem Land, das noch keine Sperren besitzt, einstellen. Wie das geht, beschreibt ein Video, das derzeit im Internet kursiert, berichtet C'T. Internet-Sperren stören auch nach Auskunft der Behörden nicht die Verbreitung von Kinderpornos. Die meisten Bilder und Filme werden entweder über Tauschbörsen oder über das Usenet getauscht. Die professionellen Produzenten bedienen ihre Kunden fast nie über das Internet, sondern auf dem Postweg. Bei dem auf öffentlichen Internetseiten veröffentlichten Material handelt es sich um ältere Fotos oder Videos. Internet-Sperren schützen kein einziges Kind. Das Beispiel der skandinavischen Länder zeigt, dass diese sich auf Sperren beschränken, die Täter aber nicht ernsthaft verfolgen. Bei den 50.000 geblockten Zugriffen in Norwegen sind die Zugriffe der Suchmaschinen-Robots nicht heraus gerechnet. Es gibt keine belstbaren Studien über den Erfolg der Internet-Sperren. Es gibt keine Kontrolle, welche Seiten das BKA auf seine Liste setzt. Bekannt gewordene Listen aus anderen Ländern enthalten zum größten Teil harmlose Seiten. Es ist nicht vorgesehen zu prüfen, ob ein Anbieter einer gesperrten Seite später die beanstandeten Inhalte entfernt. Noch einmal: Diese Angaben hat die C'T durch Aussagen von Ermittlern und Experten. Jetzt dürfen Sie sich Ihr eigenes Urteil bilden. Meine Meinung Wer jetzt erbost, seinem DSL-Anbieter kündigen will: Vergesst es. Es trifft die Falschen. Ich erwähne bewusst nicht die Namen der Internet-Anbieter, die sich haben breitschlagen lassen. Natürlich kann man die an anderer Stelle nachlesen. Ursula von der Leyen hat die Unternehmen massiv unter Druck gesetzt. Wer nicht mitgemacht hätte, stünde jetzt am Pranger der Ministerin. Zum Thema: Ich verurteile Kinderpornografie, wie alle anderen Gegner der Internet-Zensur. Wer mir oder den Kritikern und Kritikerinnen der Internet-Zensur etwas anderes unterstellt, betreibt Wahlkampf auf den Leibern missbrauchter Kinder! Im Kampf gegen Kinderpornografie darf es keine Denkverbote geben. Ich bin Demokrat: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht ist, dass man das Internet zensieren muss, dann soll das so sein. Ich verlange jedoch, dass ein solcher Eingriff in mein Grundrecht auf Informationsfreiheit unter der strikten Kontrolle meiner gewählten Volksvertreter stattfindet: Wenn das BKA ohne richterliche Anordnung Internetseiten sperren lassen kann, dann muss das Parlament wenigstens im Nachhinein prüfen, ob es dabei mit rechten Dingen zugeht. Genau dies ist nicht vorgesehen. Die Listen sollen geheim bleiben. Wer versucht herauszufinden, welche Internetseiten darauf stehen, soll sich strafbar machen. Ein Einspruchsrecht ist nicht vorgesehen. Liebe Leute, wenn das wirklich so kommt, dann können wir nur hoffen, dass sich demnächst die Chinesen für die Menschenrechte bei uns einsetzen. ### Lin2go 2009.1 nicht mehr im April Die erste stabile Version von Lin2go (2009.1) wird definitiv nicht mehr im April freigegeben. Das hat Manfred Müller, einer der Entwickler, in einem Kommentar zu meinem Test der dritten Vorabversion bekannt gegeben. Ein Erscheinungstermin steht nicht fest. Müller und Thomas Schönhütl wollen die Version 2009.1 mit dem Kernel 2.6.29 freigeben. Das bedeutet, dass auch die Netbook-Module vom gegenwärtigen Kernel 2.6.28 auf den neuen Kernel portiert werden. Bis zur Freigabe soll das gesamte Software-Repository überarbeitet werden. Außerdem fehlen noch einige Übersetzungen. Da die Entwickler einen stabilen Betrieb sicherstellen wollen, werde man die "Schagzahl" einschränken, schreibt Müller. Einen exakten hallbjährlichen Erscheinungsturnus, wie wir ihn von Ubuntu, Fedora und OpenSuse kennen, werden wir von Lin2go wohl nicht verlangen können. Dafür kündigt Müller weitere Details an, die in der Vorabversion nicht enthalten waren. So wollen die Entwickler in den Firefox-Browser eine Volltextsuche für das Lin2go-Forum untegrieren. Noch nicht sicher ist die Integration von "webmount" und "webbuild", zwei Spezialitäten des Vorgängers Slack2go. Die Programme erlauben das Nachladen von Live-Modulen im Browser. ### Versoffene Jugend Jetzt beginnt die Zeit der Volksfeste. Eine Zeit, in der die Lebens- und Gerstensäfte wieder steigen. Für RTL heute eine willkommene Gelegenheit, vor jugendlichem Komasaufen zu warnen. Die Krankenkassen verzeichnen immer mehr Jugendliche, die die Flasche erst in der Notaufnahme absetzen. Die Politik will Jugendlichen jetzt das Saufen unter 18 verbieten. Die Ordnungsmacht fürchtet jugendliche Halbliterstemmer, die noch furchtlos weiter trinken, wo Erwachsene zaghaft wanken. Und gerade das ist wohl das Problem beim jugendlichen Komasaufen: Die Jugend säuft weiter, wo die Eltern sich schon erbrochen haben. Vergessen wir nicht: Die evangelischen Kirchen kämpfen jedes Jahr auf dem Lande einen aussichtslosen Kampf gegen den ersten Vollrausch. Auf dem Land gehört die Alkoholvergiftung zur Konfirmation wie die Oblate zum Abendmahl. Das ist seit Generationen so. Aussichtslos ist dieser Kampf deswegen, weil wir eine schleichende Alkoholisierung aller Lebensbereiche zugelassen haben. Wenn heutzutage ein Fußballturnier, ein Autorennen oder ein Skispringen zuende gegangen ist, dann gilt die zweite Frage an den Sieger, die zweite Anmerkung des Sportmoderators der abendlichen Getränkekarte. Etwa: "Da wird im Fahrerlager heute noch der eine oder andere Tropfen getrunken, oder?" Gewinnen, Feiern, Trauern, Fernsehen, Lieben - alles fad ohne Alk. Eine versoffene Gesellschaft wie die unsere bekommt die Jugendlichen, die sie hervorbringt. Und die Jugendlichen? In einer Gesellschaft mit einer so mächtigen Fahne fordert die Abstinenz vom einzelnen ABC-Schützen deutlich mehr Charakterstärke als das Abitur. ### Lin2go: fluxflux-sl_pre3 auf dem Eeepc Anfang April ist Lin2go gestartet, und schon liegt eine erste Version vor. Der Name "fluxflux-sl_pre3" deutet an, dass es sich dabei um eine Vorabversion (Alpha oder Beta) handelt. Dennoch kann sich das neue fluxflux sehen lassen. Schließlich haben die Entwickler das schicke Design von Thomas Schönhütls fluxflux übernommen. Aber der Reihe nach: Flux auf den USB-Stick Das unter dem Lin2go-Projekt veröffentlichte fluxflux lässt sich einfacher als seine Vorgänger und Slack2go auf den USB-Stick bringen. Einfach das ISO herunterladen und mit dem Tool Unetbootin auf den USB-Stick kopieren. Ein Nacharbeiten, wie bei den Vorgängern ist nicht nötig. Das Live-System braucht seine Zeit zum Starten. Es bootet in den schon von früheren fluxflux-Versionen bekannten Desktop, der auf dem schlanken Openbox beruht. Einmal gestartet, reagiert fluxflux sehr flüssig. Und das in der - voll ausgestatteten - Live-Version. Vollausstattung Für das Internet setzt fluxflux auf den bewährten Firefox-Browser. An der Ausstattung lassen Thomas Schönhütl und Manfred Müller keine Wünsche offen. Mit einer kompletten Open-Office-Suite, dem Photoshop-Ersatz Gimp, mit Verwaltungstools für NTFS- (Windows-) Dateisysteme und einem Programm für das Digitalfernsehen DVB-T empfiehlt sich das neue fluxflux keineswegs nur für schwachbrütige Netbooks, sondern für den heimischen Multimedia-Rechner. Ich persönlich würde Open-Office durch das schlankere Abiword ersetzen. Auf den Multimediapayer Xine könnte ich ebenso verzichten wie auf den Musikplayer Audacious. Denn mit Mplayer ist eine eierlegende Wollmilchsau an Bord, die alles abspielt, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Ebenso würde ich auf dem Eeepc eher auf den schlanken Mail-Client Claws-Mail als auf Mozilla-Thunderbird setzen. Praxis: Eigenheiten und Neuerungen Den Unterbau von fluxflux haben die Entwickler so schlank gehalten, dass selbst dicke Brocken wie Gimp auf dem leistungsschwachen Eeepc 4G flüssig laufen. Leider funktioniert das Scrollen per Touchpad auf dem Eeepc 4G nicht out of the Box. Das gilt auch für einige Funktionstasten, die Lautstärkeregelung beispielsweise. Beim Internetzugang setzt fluxflux nicht auf den von Ubuntu gewohnten Network-Manager-Gnome, sondern auf das Tool Wicd. Das ist zugegeben etwas umständlicher, funktioniert aber ausgezeichnet und intuitiv. Auch die Verwaltung eines Surf-Stick fällt nicht schwerer als mit anderen Linux-Systemen. Anders, aber nicht schwerer: Das gilt auch für die Paketverwaltung Gslapt. Wir erinnern uns: Unter dem Label Lin2go setzt fluxflux nicht mehr auf PClinuxOS auf, sondern auf Slackware. Linu-Umsteiger dürfen sich freuen, dass sich für die grafische Paketverwaltung das Prinzip des Debian-Tools Synaptic durchgesetzt hat. So dürfte Gslapt jedem Ubuntu- oder Debian-Nutzer direkt vertraut vorkommen. Fazit Für eine Festplatteninstallation ist das neue fluxflux noch nicht reif. So quittierte es beispielsweise den Dauerbetrieb mit Totalabstürzen. Vielleicht treten diese Abstürze bei leistungsfähigeren Maschinen als dem Asus Eeepc 4G nicht ein. Das System kann aber durch eine vollständige aber nicht übertriebene Ausstattung überzeugen. So wird kaum ein Nutzer die  komfortable Paketverwaltung bemühen müssen, um sein fluxflux zu ergänzen. ### Erste Beta von Fedora 11 Die Beta-Version der 11. Ausgabe von Fedora-Linux steht zum Download. Es soll sich um die einzige Beta von Fedora 11 (Codename: Cambridge) handeln. Wegen eines Einbruchs auf den Fedora-Servern kann sich der Release von Fedora 11 und Fedora 12 um einen Monat verschieben, heißt es im fedorablog. Bis Ende Mai sollte es soweit sein, so steht es im Schedule des fedoraprojects. An Bord sind die Desktop-Umgebungen KDE 4.2 und Gnome 2.26 sowie XFCE 4.6. Alles weitere steht auf der FeatureList. Fedora 11 soll bereits auf das neue Dateisystem EXT4 setzen. Fedora 11 soll innerhalb von 20 Sekunden in den Login-Bildschirm booten. Zu den Spezialitäten von Fedora 11 zählt die distributionsunabhängige Paketverwaltung PackageKit. Diese ersetzt das fedora-eigene Programm Pirut. PackageKit soll übrigens bei Kubuntu 9.04 "Jaunty Jackelope" den KDE-Paketmanager Adept ersetzen. ### Keine Encarta für Wikipedia Microsoft führt zwar das eigene Online-Lexikon  Encarta nicht weiter, will aber die Inhalte auch nicht dem freien Online-Lexikon Wikipedia zur Verfügung stellen. Wie Winfuture berichtet, will der Konzern das Wissen der Encarta in Bildungsangeboten verarbeiten, die allen Menschen offen stehen sollen. Warum dann nicht der Wikipedia? So wird der demonstrative Kuschelkurs des weltgrößten Software-Konzerns mit der Open-Source-Gemeinde keine Früchte tragen. ### Lin2Go: Neue Linux-Distribution Netbook-Besitzern steht mit Lin2Go ein neues speziell angepasstes Linux zur Verfügung. Die Köpfe hinter Lin2Go kennen wir von anderen Projekten: Manfred Müller ist der Entwickler von Slack2Go. Thomas Schönhütl hat in der Netbook-Gemeinde viel Aufsehen mit fluxflux erregt. Wie die Entwickler auf der Internetseite erklären, basiert Lin2Go auf Slackware, nicht auf PCLinuxOS, das flluxflux als Basis diente. ### Aprilscherz? Minister zu Guttenberg bei Attac Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg CSU) soll dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac beigetreten sein. Wie Attac mitteilt, teile er als christsozialer Politiker das zentrale Anliegen Attacs, die Globalisierung human zu gestalten. Nur mit einem solidarischen, international koordinierten Steuersystem, strenger Regulierung der Finanzmärkte und der strikten Schließung von Steueroasen könne der Dominanz der Finanzmärkte über die so genannte Realwirtschaft der Boden entzogen werden. Attac habe auf diesem Gebiet die richtigen Antworten. Noch ist nicht sicher, ob es sich um einen Aprilscherz handelt. Wenn nicht, werden wohl auch bald die Linken das Gessamtwerk von Karl Marx gegen anrückende christsoziale Populisten verteidigen müssen. Sonst wedelt der große Vorsitzende Horst Seehofer schon beim nächsten CSU-Parteitag mit dem kommunistischen Manifest, wenn es nur ein paar Stimmen bringt. ### Phaenomene des Alltags: Das Navi Entdecker wie Christoph Kolumbus fanden einst nach den Sternen zu fremden Gestaden. Hier der Polarstern, dort das Kreuz des Südens. Aha, da geht's nach Indien. Auch wenn wir von Kolumbus gelernt haben, dass der Weg nicht immer am gewünschten Ziel endete (Seeweg nach Indien), so steht doch auch fest, dass der Irrtum mehr auf falscher Annahmen beruhte als auf unpräzisen Angaben der Gestirne. Der Italiener in spanischen Diensten hatte die Taille unserer Mutter Erde zu schlank geschätzt. Die Enkel der Pioniere ließen sich von exakten Karten leiten, die Position bestimmten Sie mit Sextant und Oktant. Eine Karte nutzen auch heutige Autofahrer. Autobahnkarte und Stadtplan weisen den Weg. Doch den Seebären mit dem Sextanten ersetzt im Straßenverkehr Vati mit seinem Navigationsgerät, genannt "Navi". Mittlerweile leitet das Navi wohl fast jeden Autofahrer zum nächsten Zigarettenautomaten. Der Weg ins Büro oder zu den Schwiegereltern - all dies schwindet aus dem Bewusstsein bundesdeutscher Straßenkapitäne. Digitale Demenz. Dabei lassen die Navigationsinstrumente durchaus zu wünschen übrig. Ich will hier nicht alten Klischees das Wort reden, nach denen unzählige Navi-Opfer ahnungslos ihre Familienkutsche in den Rhein-Herne-Kanal gesteuert haben, weil das Navi den falschen Weg gewiesen hat. Wer den Anweisungen seines Navi ohne Murren eine Uferböschung hinab folgt, der sollte besser gar kein Automobil mehr steuern, bis das psychiatrische Gutachten vorliegt. Navis führen nicht automatisch zu größeren Flurschäden. Und das obwohl das Navi Männer dazu zwingt, den mündlichen Anweisungen einer Frau zu folgen. Die Kommunikation zwischen Fahrer und Navi steckt voller Tücke. So sagt mir das Navi: "Fahren Sie 85 Kilometer!" Wohin? Nach vorn oder zurück? Nach oben oder unten? Gemeint ist "geradeaus". Warum kann das Navi keine vollständigen Sätze sprechen? Stichwort Umgangsformen: Warum kriege ich kein Lob, wenn ich wie angeordnet links abgebogen bin? Wäre doch schön, dann ein kurzes "gut gemacht" zu hören. Als Entschädigung gewissermaßen. Nein, natürlich schimpft das Navi nicht, wenn ich mal die richtige Abfahrt verpasse. Dann kommen keine Zurechtweisungen, wie etwa: "Ich sagte: Links abbiegen!" Das Navi schmollt auch nicht und verweigert dann für die nächsten gefühlten 238 Kilometer die Mitarbeit wie das übersensible Beifahrer zu tun pflegen. Das Navi reagiert gelassen: "Route wird neu berechnet." Doch gerade dieses "Route wird neu berechnet" ist es, das am Ego des Fahrers nagt. Noch bevor das Navi sein Sprüchlein aufsagt, verkrampfen sich in meinem Innern vor Schuldgefühlen die Eingeweide. Ich weiß: Ich bin schuld. Das Navi muss jetzt mein erbärmliches Versagen ausbügeln. Ohne Protest berechnet es eine neue Route, weil ich die alte verpeilt habe, und das teilt es mir mit. Ohne Vorwurf. Wie eine gütige Kindergärtnerin es tun würde, wenn sich zwei Kinder bei einem ungünstigen Ausfallschritt mit Bauklötzen die Netzhäute durchbohrt haben. Man kann so vieles für all diese Mobilgeräte herunterladen. Neues Kartenmaterial, zusätzliche Funktionen, mit Sicherheit auch bald zusätzliche Stimmen (Schnuffel oder Mauli wären garantiert echte Hits). Doch ein ganz wichtiges Update für mein Navi wird wohl ein Traum bleiben: Ein Update "Soziale Kompetenz 2.0". ### Blindtext bei Steinbrück Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in der aktuellen Weltlage den Sinnspruch geprägt: "In der Krise fahren wir alle auf Sicht." Was das bedeuten kann, hat uns heute das Bundesfinanzministerium gezeigt: Das Ministerium von Peer Steinbrück (SPD) hat heute kurz nach 11 am Vormittag einfach mal zwei Pressemitteilungen mit Blindtext veröffentlicht. Vom Ministerium bekam ich keine Stellungnahme. Aber bei all den Datenpannen, durch die unsere Staatsorgane derzeit auffallen, können wir froh sein, dass die Mitteilungen des Ministeriums nur Blindtext enthielten und nicht etwa beispielsweise die Steuerdaten aller Bundesbürger von"Re" bis "Schm". ### Tatort Geheimdienst Am Ende bekommt Frau Kommissarin doch die Hucke voll. Das niedersächsische Landesamt für den Verfassungsschutz hat sich bei Maria Furtwängler (Tatort-Kommissarin Lindholm) über den Tatort "Das Gespenst" vom vergangenen Sonntag bitter beschwert. Amtsmissbrauch beim Verfassungsschutz? Undenkbar. Die Reaktion zeigt, wie groß unser Defizit in der kritischen Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Geheimdienste tatsächlich ist. Denken wir an die Filme der "Bourne"-Trilogie, denken wir an "Staatsfeind No. 1" mit Will Smith und Gene Hackman, denken wir an den Klassiker "Die drei Tage des Condor" mit Robert Redford: Im US-Kino morden sinistre Geheimdienstler normale Menschen, Polizisten, Anwälte, Senatoren, Präsidenten und die eigenen Leute sowieso. Sie klonen Menschen, dealen mit Waffen und planen Staatsstreiche. Selbst im bieder-bürgerlichen Schweden setzen sich Thriller-Autoren mit der Macht der geheimdienste und mit den Möglichkeiten auseinander, diese Macht zu missbrauchen. Denken wir an Stieg larsson oder Jan Guilliou. Daran gemessen hat der Norddeutsche Rundfunk den ersten Schritt unternommen, einen Rückstand aufzuholen. Weitere Filme werden hoffentlich folgen. Nicht etwa, weil die Geheimdienste böse sind, sondern weil sie es sein könnten, und weil sie dann keiner Kontrolle unterliegen. Kritische Filme über Geheimdienste sind nicht wichtig, um das Wesen von Geheimdiensten zu beschreiben, sondern um die Möglichkeiten zu beschreiben, die in diesem Wesen schlummern. Die Tatsache, dass deutsche Geheimdienste ohne jede demokratische Legitimation tausendfach Computer gefilzt haben, gewährt einen kleinen Blick in die Möglichkeiten von Geheimdiensten auch in Deutschland. Die zum größten Teil noch immer nicht bekannten Kumpaneien zwischen amerikanischen und europäischen Geheimdiensten beim Foltertourismus der Bush-Ära könnte der nächste Blick werden. Hoffen wir, dass nicht auch bei uns der nächste Blick zeigt, dass die Realität der Geheimdienste bereits aller Fanatsie über ihre Möglichkeiten spottet. ### Phaenomene des Alltags: Die Leidenschaft Spüren Sie sie, die Leidenschaft? Wie sie aus dem klebrigen Sumpf der Liebesromane kriecht? Wie sie durch alle Sparten der Medien schleimt? Das Nicht-Wort Leidenschaft, das in Arzt- und Heimatromanen Verwendung fand, wo Deftigeres die Tugendwächter auf den Plan gerufen hätte, es wirbt heute unter anderem für die Deutsche Bank: "Leistung aus Leidenschaft" heißt es dort. Als ob mir das etwas bedeutet, was ein Kreditinstitut dabei empfindet, wenn es mich um meine Ersparnisse bringt. Soll ich zu meinem Bankberater gehen und fragen: "Was haben Sie dabei empfunden als meine Lehman-Zertifikate geplatzt sind?" Was, wenn sich des Bankmenschen Blick verklärt und er haucht: "Ich wäre fast gekommen..." Was dann? "Leistung aus Leidenschaft" - das könnte sich jeder Autohersteller auf die Fahnen schreiben. "Leistung aus Leidenschaft" - das könnte jeder Lebensmitteldiscounter in den Prospekten für sich reklamieren, die mir aus der Zeitung entgegenfallen. Das könnte für eine Eisdiele stehen, die auf Flugblättern für einen Billig-Eisbecher wirbt. Das könnte für die Bundeswehr stehen wie für einen Handyshop in der Brandenburger Innenstadt, und die "Leidenschaft" steht für die Softpornos im Wochenend-Nachtprogramm von Vox. Nur für eines kann die Leidenschaft nicht stehen: für eine Schwerindustriellenfamilie im wilhelminischen Deutschland. Doch genau damit wirbt das ZDF für seine History-Soap "Krupp - Eine deutsche Familie": "Stahl. Macht. Leidenschaft" - stammt dieser dissonante Dreiklang der Banalitäten von ZDF-History-Papst Guido Knopp? Werden wir vorsichtig darauf vorbereitet, dass uns jetzt bald ganz neue History-Reihen drohen? Vielleicht unter einem Titel wie "Blitzkrieg und Leidenschaft: Hitler - ein deutscher Führer"? Zunächst erkennen wir an der Werbekampagne für "Krupp - eine deutsche Familie" lediglich, dass das ZDF glücklich Sat.1-Niveau erreicht hat. Warum auch nicht? Hat nicht Sat.1 schon mit Filmen über Bomben und Leidenschaft über Liebe in der Dresdener Bombennacht Quote gemacht? Was wird uns noch erwarten? Napalm und Leidenschaft (über den Vietnamkrieg)? Wirklich gruselig wäre "Helmut Kohl - Kanzler aus Leidenschaft".? Irgendwann wird man gleich die Schulgeschichtsbücher so schreiben, dass sie sich wie Arztromane lesen. Im Schatten der Leidenschaft wird alles gefühlig harmlos: Varusschlacht und Kreuzzüge, Gaskrieg Holocaust und Stasi. Hauptsache Leidenschaft, dann sind die sechs Millionen Toten zwischendurch nicht schlimmer als die Werbepause mit ihren Heerscharen von Werbespots voll Leistung aus Leidenschaft. ### 20 Jahre WWW - ein Nachruf Eigentlich hatte Tim Berners-Lee vor allem den akademischen Austausch im Sinn als er im März 1989 an der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) die Grundlagen für das Internet legte. Zur allgemeinen Nutzung wurde das Medium im April 1993 freigegeben. Zum Jubiläum dieses öffentlich genutzten Internet habe ich eine kleine Historie über 15 Jahre World Wide Web für das IT-Portal tariftip.de geschrieben. Zum 20. Geburtstag des Internet an sich könnte man fast schon einen Nachruf schreiben. Es stimmt: Kein anderes Medium hat einen so schnellen Siegeszug angetreten. Aber kein anderes Medium hat sich so viele Feinde gemacht. Einige Staaten erwägen Internetsperren, um die Kassen der Musikindustrie vor dem selbstverschuldeten Fortschritt zu schützen. Die Totschlagargumente der Internetskeptiker bleiben jedoch Terrorismus und Kinderpornografie. Dafür sollen jetzt auch in Deutschland Internetsperren her. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen wollen Kinderpornoseiten im Internet sperren. An sich ein nobles Anliegen. Auch wenn die Vorstellung Voraussetzung wäre allerdings, dass die Regierung den gesamten Datenverkehr per Internet filtert. Das bedeutet: Die Bundesregierung will sich auf diesem Wege die totale Kontrolle des ungeliebten Mediums aneignen. Dabei könnten als erste die Weblogs auf der Strecke bleiben. Die Blogs haben sich als wichtige Ergänzung zu den etablierten Medien einen beträchtlichen Einfluss erarbeitet. Blogs wie das NPD-Blog, Lobby-Control oder das INSM-Watchblog drehen Themen weiter, wenn Zeitungs- und Rundfunkjournalisten auf der Jagd nach Auflage und Quote schon der nächsten Sau hinterherlaufen müssen, die durchs globale Dorf getrieben wird. Die Politiker hätten uns gern als brave Konsumenten im Internet. Menschen, die Bücher, CDs und Bausparverträge im Internet kaufen, die aber sonst die Klappe halten. Die Konservativen wollen das Internet nicht gestalten, sie wollen es kontrollieren. Im 20. Jahr seines Bestehens steht das Internet vor einer Bewährungsprobe - nicht nur in China, Burma oder Russland, sondern auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. ### Die Party ist aus, aber wer zahlt die Rechnung? Die Finanzkrise hat der Konjunkturparty 2008 ein unsanftes Ende bereitet. Erinnern Sie sich noch, wie die Kanzlerin uns gebetsmühlenartig ihr Mantra ins Ohr sang: der Aufschwung sei jetzt auch ganz unten angekommen. Wohl wissend, dass der größte Teil der Bevölkerung bestimmt nicht am Kontoauszug erkannt hätte, dass der Aufschwung nun auch bei ihm angekommen war. Erinnern Sie sich? Die Frage sollte uns auch heute beschäftigen. Lassen wir uns das noch einmal von dem Kabarettisten Georg Schramm in der ZDF-Sendung "Neues aus der Anstalt" erklären, denn wenn wir wissen, wie wir in die Krise hineingeraten sind, ahnen wir vielleicht auch wie wir herauskommen werden: Den Hinweis verdanke ich home42 ### In der Krise sind Banken auch nur Menschen Stellen wir uns den Finanzmarkt in der Krise als einen Mann mit einer Blinddarmentzündung vor. Einen ungebildeten Mann zu einer Zeit, in der Blinddärme und Blinddarmentzündungen unbekannt waren. Um die Leibschmerzen loszuwerden, greift er auf ein bewährtes altes Hausmittel zurück: das Klistier. Er verabreicht sich Einlauf um Einlauf. Dennoch bleibt das Bauchweh. Die Europäische Zentralbank (EZB) verpasst den europäischen Finanzmärkten Zinssenkung um Zinssenkung - und das hilft in der gegenwärtigen Krise soviel wie ein Einlauf bei Blinddarmentzündung. Der Leitzins im Euro-Währungsraum hat gestern mit 1,5 Prozent einen neuen Tiefststand erreicht. Ein überflüssiger Schritt, denn in der Krise sind Banken auch nur Menschen. Gemeint ist jener Zinssatz, zu dem sich Banken im Euro-Raum Geld bei der EZB leihen können. Wenn sie das so billig tun können wie augenblicklich, dann können sie auch günstige Kredite an Unternehmen und Privathaushalte vergeben. Das fördert Investitionen und den privaten Konsum. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass auch die Zinsen für Geldanlagen sinken. Das bedeutet, dass es sich immer weniger lohnt, Geld auf Konten zu horten. Die Praxis sieht anders aus. Schon die letzten Zinssenkungen der EZB haben das Zinsniveau zumindest für private Ratenkredite kaum sinken lassen. Vor vier Jahren habe ich einen Kredit über vir Jahre Laufzeit bei der Kasseler Sparkasse abgeschlossen. Effektiver Jahreszins: 6 Prozent. Heute weist der Kredit-Rechner des Finanzportals www.banktip.de für einen solchen Kredit einen Zinssatz von mindestens 5,19 Prozent aus. Billig sieht anders aus. Die Theorie setzt etwas entscheidendes voraus: Banken haben ein Interesse daran, soviel Geld wie möglich zu verleihen, weil sie an den Zinsen verdienen.Genau diese Voraussetzung trifft während der Krise nicht zu. In der derzeitigen Krise denkt jeder zunächst an sich - auch die Banken: Sie horten Eigenkapital. Schließlich weiß man ja nie, welche Bank als nächste zusammenbricht, die dann wieder Kreditausfälle bei anderen Banken verursacht. Die größte Gefahr für die Kreditinstitute geht nicht von zu zögerlicher Kreditvergabe aus, sondern von Kreditausfällen. Das zwingt Regierungen, sehr viel stärker in das Tagesgeschäft der Banken eingreifen als ihnen lieb ist. Denn der viel beschworene freie Markt droht an der Krise zu scheitern. Die Finanzmärkte brauchen mehr als einen Einlauf. ### Vorsicht vor Opel Wenn es um die Finanzspritzen für den angeschlagenen Autobauer Opel geht, müssen Politiker auf der Hut sein. Dieses Fazit lässt sich aus einer Meldung ziehen, die die Rheinische Post heute verbreitet. Demnach gibt es Rettung für maximal zwei Drittel der Belegschaft. entlassen werden sollen nämlich nicht wie öffentlich angekündigt 3500 Mitarbeitende, sondern deren 7500. Fairerweise muss man unterstellen, dass diese Zahl möglicherweise auch die Mitarbeitenden des Eisenacher Opelwerks umfasst, das ja komplett verkauft werden soll. Weiter berichtet die Rheinische Post, das Sanierungskonzept sei mit der GM-Zentrale in Detroit nicht abgestimmt gewesen. Das sollte niemanden überraschen, denn aus den Teilen des Sanierungskonzepts, die in die Öffentlichkeit gedrungen sind, ergibt sich nirgends ein Gewinn für General Motors. ### Web 2.0: Terroristen in SchülerVZ Das Web 2.0 braucht eine Gesellschaftstheorie 2.0. In der Gesellschaftstheorie 1.0 gehörte die Bühne Regierungen, Parteien, Verbänden und etablierten Medien. Sie bestimmten, wer gehört wurde und vor allem, wer nicht gehört wurde. Das durch die Weblogs begündete Web 2.0 verschafft jedem Öffentlichkeit, der das wünscht. In der gegenwärtigen Entwicklungsphase drängt das Web 2.0 den Einzelnen regelrecht in die Öffentlichkeit: In der IT-Branche gehören Netzwerke wie Xing längst zu den etablierten Jobbörsen und wer als Pennäler nicht in SchülerVZ ist, der existiert auch außerhalb des Portals nicht so richtig. Innerhalb der Plattformen wie auch im Internet allgemein findet kaum Kontrolle statt. Wen wundert es, dass sich online allerhand Zweifelhaftes und Widerwärtiges findet. Die Bundesregierung warnt jetzt davor, das Web 2.0 sei eine "ideale Plattform" für Islamisten. Sie könnten sich dort zu Straftaten verabreden, ihre Lehren verbreiten und Nachwuchs rekrutieren. Die Liste ließe sich fortsetzen: Das Web 2.0 ist eine ideale Plattform für Kinderschänder, Neonazis, Erpresser, Trickbetrüger, Serieneinbrecher und Psychopathen. Die Bundesregierung ist nicht im Web 2.0 Die Warnung der Bundesregierung erfolgte auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag, in jener Plattform der Politik 1.0, auf der Diskussionen noch geführt wurden bevor die Übertragungsrechte in den Kurzwellensendern des Deutschlandfunk versanken. Warum warnt die Bundesregierung nicht öffentlich im Web 2.0 vor der Gefahr? Warum wendet sie sich nicht an jene, die sich in Gefahr befinden? An die armen Kids in SchülerVZ, die IT-Nerds in Xing oder die Spieler in Second Life? Weil aus unserer Bundesregierung keiner drin ist. Weil sich aus unserer politischen Elite keiner aktiv am Web 2.0 beteiligt. Deutsche Regierungsmitglieder diskutieren nicht mit Usern in Online-Foren, das überlassen sie den Terroristen. Deutsche Regierungsmitglieder teilen huldvoll mit, was sie sich so denken, zwischen Kabinettssitzungen und Geschäftsessen. Deutsche Ministerien finden sich schon cool, wenn sie RSS-Feeds anbieten. Dort stehen dann wochenlang dieselben Pressemitteilungen. Für Deutschlands politische Klasse ist das Internet eine Krankheit, die es zu überstehen gilt, wie man eine Grippe übersteht. Das Chaos ist der Bürger Deutschlands politische Klasse schätzt devote Hauptstadtkorrespondenten, deren Redaktionsstuben man vom Verfassungsschutz umkrempeln lassen kann, wenn sie einem quer kommen. Hauptstadtkorrespondenten kann man mit Entzug der Machtnähe bestrafen. Sie dokumentieren ihren Informationsvorsprung gern durch staatstragende Berichterstattung, denn wenn sie den Gegenstand ihres Tuns in Frage stellten, müssten sie am Ende an sich selbst zweifeln. Im Sumpf des Web 2.0 gibt es Bürger, die ungefragt ihre Meinung sagen: Das Chaos für unsere in ritualisierten Lagerkämpfen erstarrten Parteien, für die Demoskopie-süchtigen Wahlkampfstrategen, deren Rat im Zweifel immer vor Problemlösungen geht. Web 2.0 ist, was wir daraus machen Dabei ist das Web 2.0 eigentlich nichts anderes als das, was wir daraus machen. Jeder einzelne von uns. Wenn Wolfgang Schäuble es verteufelt, dann überlässt er das zentrale Medium des 21. jahrhunderts den Islamisten, Terroristen und Neonazis. Wenn sich die etablierte Politik davor verschließt, dann verliert sie die Jugend. Denn schon heute besitzt das Internet für Jugendliche mehr Bedeutung als das Fernsehen. Wenn der Staat Gesellschaft gestalten will, dann muss er dazu die Medien wählen, die seine Adressaten nutzen - wir! Wenn er sich dort den Diskussionen nicht stellt, dann schadet er der Gesellschaft - uns! ### Der Fall Opel [Update] Opel stirbt, aber keiner will es den Opelanern sagen. Keiner will 25.000 Wählerinnen und Wählern sagen, dass der Staat wohl kaum Steuergelder in Höhe von 3 Milliarden Euro in ein Unternehmen mit fragwürdiger Zukunft investieren wird. Hinzu kommt, dass Opel sicher stellen muss, dass kein deutscher Steuergroschen in den Kassen der Konzernmutter General Motors (GM) in den USA verschwindet. Kann das gelingen? Schauen wir uns die Argumente an, die gegen die Finanzspritze an Opel sprechen: 1. Opel gibt es nicht. Opel ist seit 1929 Teil des GM-Konzerns. Mit Haut und Haaren. Das deutsche Unternehmen besitzt keine eigenen Patente. Es kauft über GM Teile ein. Opel auf die eigenen Füße zu stellen, müsste bedeuten, das Unternehmen neu zu gründen. Das ist es, was Vorstand und Aufsichtsrat derzeit verzweifelt versuchen. Opel müsste eigene Zulieferer finden, es müsste die Vertriebsstrukturen entflechten. Ein teures Vorhaben. Opel kann sich aber nur am Markt halten, weil die Autos billiger sind als die besser beleumundeten von Volkswagen. Damit kommen wir zu Punkt 2. 2. Opels Ruf ist dahin Opel hat mit dem Insignia jetzt gerade zum ersten Mal ein interessantes Modell herausgebracht. Ansonsten zehrt das Unternehmen von längst vergangenem Ruhm. Rekord, Kadett und Admiral standen bis in die 70er Jahre als Inbegriff der Zuverlässigkeit - aber auch der Langeweile. Dann zogen andere Hersteller verarbeitungstechnisch an den Rüsselsheimern vorbei. Opel blieb als Rostlaube auf der Strecke. Erst in den 1990er Jahren begann Opel, dagegen anzukämpfen. Opel hat den Anschluss an VW und Ford verloren, kann aber im Preis nicht mit Dacia, Fiat oder Daihatsu konkurrieren. 3. Opel ist zu klein Opel beschäftigt in Deutschland ganze 25.000 Mitarbeiter. Wenn noch ein paar Leute gehen müssen, dann wird man Opel nur noch als Mittelständler führen können. Doch selbst mit diesen geringen Kapazitäten Produziert das Unternehmen weit über Nachfrage. Wer Opel vor diesem Hintergrund als gesundes Unternehmen sieht, traut auch der SPD einen sicheren Wahlsieg bei der nächsten Bundestagswahl zu. Wie soll eine kleine Klitsche auf dem härtesten Automobilmarkt der Welt bestehen - in Europa? Opel müsste den Sprung ins Premium-Segment schaffen. Ist das realistisch? 4. Was wird GM dazu sagen? Betrachten wir das Problem aus der Sicht der Konzernmutter: GM soll Opel in eine Art Selbstständigkeit entlassen, obwohl die deutsche Tochter einen Großteil der Entwicklungsarbeit für den gesamten Konzern leistet. GM soll zusehen wie die Europäer Opel, Saab und Vauxhall mit Milliardenbeträgen retten, selbst aber die Finger von den dort hinein gepumpten europäischen Steuermilliarden lassen. GM soll Opel alle Produktionsanlagen überlassen und noch akzeptieren, dass die Deutschen weiterhin über sie Fahrzeugteile einkaufen. Zu Deutsch. Die Amerikaner sollen alles tun und lassen, sollen geldwerte Vorteile aus der Hand geben, um Opel zu retten. dabei stehen sie selbst vor dem Aus. 5. Opel, und dann? Wie wir gesehen haben ist Opel nicht groß. Ganz sicher käme ein Aus der Produktion für jeden einzelnen der Standorte einer Katastrophe gleich. Dennoch: Wenn man Opel auf Kosten der Steuerzahler rettet, dann wird sich dahinter eine lange Schlange der Bittsteller bilden. Wer wollte Schaeffler dann noch Steuergeld verweigern? Wer wollte der deutschen Pornoindustrie eine Absage erteilen, die ebenfalls schon angefragt hat? [Update]6. Opel erinnert sich nur an Deutschland, wenn Not am Mann ist Nach einem Bericht des Handelsblattes hat Opel in neuerer Zeit keinen Cent Steuern in Deutschland gezahlt. Die Gewinne sollen als Lizenzgebühren auf die Konten der Mutter GM gebucht worden sein. In Deutschland hat Opel bislang nur die Verluste steuerlich abgesetzt.[/Update] Opel und die Politiker wollen jetzt gemeinsam auf die Suche nach privaten Investoren gehen, die den maroden Autohersteller wenigstens teilweise übernehmen. Aber wie sollten private Investoren ein solches Unterfangen finanzieren, wenn die Banken keine Kredite mehr heraus rücken? Und warum sollte sich ein privater Investor an dem Abenteuer beteiligen? Wo doch völlig unklar ist, wieviel er mitreden darf. Wir erinnern uns: Opel ist keine AG, bei der exakte Stimmrechte handelbar sind. ### Phaenomene des Alltags: Der Traum vom Geld im Schlaf Rauf und runter, so geht es mit dem schnellen Geld. so belehrt uns derzeit ein weiser alter Schildkröt mit Lesebrille in der Fernsehwerbung. Günther Schild, Finanzberater - das Testimonial der Deutschen Finanzagentur. Er warnt uns vor dem bösen schnellen Geld - wie schnell es wieder weg sein kann, erleben wir derzeit im Rahmen eines Phänomens namens Finanzkrise. Dabei, so rät uns Schild, könne man doch mit Bundeswertpapieren in aller Ruhe ein Vermögen machen. Ruhe? Vielleicht. Obwohl derzeit auch ein Staatsbankrott der Bundesrepublik Deutschland in den Schärfebereich menschlichen Vorstellungsvermögens rückt. Schließlich hat das Bundesland Schleswig-Holstein gerade seine finanzielle Existenz für das Überleben der HSH-Nordbank eingesetzt. Also, ich müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn ich dezeit auch nur einen Euro für eine deutsche Landesbank verwetten würde. Ein Vermögen? Das geht wirklich nur in aller Ruhe. Um bei der Rendite der staatlichen Papiere reich zu werden, sollten Sie spätestens zur Konfirmation mit dem Ansparen beginnen, denn wer weiß, ob sie das biblische Alter einer Landschildkröte erreichen? Und wer weiß, ob Sie das Geld dann noch genießen könnten? Wenn Sie über 100 Jahre alt wären, bräuchten Sie vermutlich aufwändigere Hilfen als eine Lesebrille. Wir sehen also, dass die Werbung für Bundeswertpapiere keinen sinnvollen Anlagetipp gibt. Sie kolportiert mit der angedeuteten Nähe von staatlichen Organen und Schildkröten nur ein dummes Vorurteil über die Arbeitsmoral von Beamten. Wer mit Bundeswertpapieren ein Vermögen machen will, muss bereits über ein Vermögen verfügen. Staatliche Wertpapiere benutzt man, um Geld sicher und bescheiden gewinnbringend anzulegen. Damit könnte man für Bundeswertpapiere werben. Aber wer will das schon: Etwas bescheiden gewinnbringend anlegen? Wir wollen ein Vermögen machen, ohne zu arbeiten, und wir wollen das Geld genießen, solange wir noch eigene Zähne haben. Davon träumen wir alle. Deshalb werden wir - wenn der Schock der Finanzkrise verflogen ist - weiter auf Renditen setzen, die jeder seriösen Grundlage entbehren. Wir sollten nicht erwarten, dass die Politiker etwas aus der Finanzkrise lernen. Wir lernen ja auch nicht. Das weiß auch Günther Schild. Deswegen bekennt er sich in der eingangs abgebildeten Anzeige anbiedernd zu den Träumen deutscher Anleger: Fressen, Pennen, Kohle machen. Alles, wirklich alles - nur nicht Arbeiten! ### Neue Bildergalerie: Filmmuseum Potsdam Das Filmmuseum in Potsdam erinnert an ein großes Stück deutscher Filmgeschichte. Von der Stummfilm-Ära bis zum Actioner "Die Bourne Verschwörung". Ja, ein Stück dieses Films entstand in Potsdam, eine demolierte Taxitür legt davon Zeugnis ab. Gerade Wessis sei der Besuch des Museums besonders ans Herz gelegt. Es spart auch die DDR-Filmgeschichte nicht aus. Filme wie "Nackt unter Wölfen", "Die Mörder sind unter uns" oder "Solo Sunny" genossen auch im Westen Ruhm - von den unzähligen guten Märchenverfilmungen einmal abgesehen. Einen Einblick soll meine neue Fotogalerie vermitteln. ### Mobiles Internet in Deutschland ein Hit? Schon 16 Millionen Deutsche nutzen schnelles mobiles Internet (UMTS). So liest man heute in der ORF-futurezone. Und der österreichische Sender wird nicht der einzige bleiben, der die frohe Botschaft, verbreitet. Dabei handelt es sich genau genommen um eine Nicht-Nachricht. Das soll nicht heißen, dass mobiles Internet in Deutschland ein Flop sei. Das weiß ich nicht. Es heißt nur, dass die Quelle es auch nicht weiß. Bei der Quelle handelt es sich um eine Pressemitteilung des Bundesverbandes Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Im BITKOM sind Mobilfunkanbieter organisiert. Die Behauptung, mobiles Internet in Deutschland sei ein voller Erfolg, stützt der BITKOM auf "eine Umfrage bei den Mobilfunkbetreibern". Eine unabhängige Quelle stelle ich mir anders vor. Nichts gegen den BITKOM. Der Verband macht eine vorbildliche Pressearbeit. Eine Pressemitteilung vom BITKOM kann jeder (Online-)Redakteur ohne Überarbeitung ins Blatt oder auf die Seite heben. Falschinformationen braucht man beim BITKOM nicht zu fürchten. Auch diesmal nicht. Das bedeutet aber nicht, dass die Mitteilung des Verbandes irgendetwas in irgendeiner Zeitungsseite oder auf irgendeinem Internetportal zu suchen hätte, denn sie enthält nur eine belastbare Information. Belastbar deswegen, weil die Telekommunikationsgeschichte sie bestätigt: Die Mobilfunker verdienen mit Gesprächsgebühren immer weniger Geld. Das mobile Internet verspricht Entlastung. Dazu müssen die Netzanbieter das neue Produkt unters Volk bringen, bevor auch hier die Discounter auf den Zug aufspringen und die Preise unter Druck geraten. Liebe Mittelständler und Multikonzerne: So macht man gute Pressearbeit. ### Skype ist sicher - noch Die gute Nachricht für Skype-Nutzer: Skype ist entgegen anderslautenden Gerüchten abhörsicher. Die schlechte Nachricht: Das wird nicht lange so bleiben: Der US-Geheimdienst NSA bietet Milliardenbeträge für eine zuverlässige Methode, Kommunikation über Skype abzuhören. Das will das britische Magazin The Register von einer anonymen Quelle in Geheimdienstkreisen erfahren haben. Das Problem für die Schlapphüte: Skype funktioniert nach dem P2P-Prinzip. Gespräche laufen bei Skype nicht über einen zentralen Server. Die sehr sicher verschlüsselten Verbindungen werden direkt zwischen den Teilnehmern aufgebaut. The Register stellt die Frage, ob der Skype-Besitzer Ebay zu einer Milliarden-Dollar-Offerte der NSA wohl "Nein" sagen könnte. Das Online-Auktionshaus trägt bis heute an dem gepfefferten Preis, den es für den VoIP-Dienst hatte zahlen müssen. ### Mail Clients auf dem Eeepc Wenn es um kostenlose E-Mail-Clients geht, können wir Linux-User uns über mangelnde Auswahl wahrlich nicht beklagen. Wollen wir unsere E-Mails auf dem kleinen Eeepc 700/701 4G abrufen und das auch noch mit der bisweilen brüchigen Verbindung per Mobilfunk, dann wird die Auswahl kleiner. Die Standardmailer von KDE (KMail) und Gnome (Evolution) wollte ich auf meinem kleinen Eeepc nicht probieren. KMail macht erst mit dem gesamten KDE-Desktop Sinn, und den mag ich einfach nicht. Evolution fällt schon sehr viel leistungsstärkeren Systemen zur Last. Mein Think Pad ächzt unter Thunderbird weit weniger als vorher unter Evolution. Zur Wahl standen: Balsa, Claws-Mail, Mozilla Thunderbird und Opera Mail. Thunderbird Thunderbird dürfte der bekannteste freie Mailer sein. Der Mail-Client aus dem Hause Mozilla braucht wenig Ressourcen, lässt sich als News-Reader verwenden und kann mit der Erweiterung Lightning sogar zum umfangreichen Mail-Kontakt-Kalender-Tool werden. Auf dem Eeepc braucht Thunderbird eine ganze Weile zum Starten, ruft dann aber in Windeseile die Mails ab. Ein Sonderlob verdiente sich Thunderbird, weil er sich am intuitivsten konfigurieren lässt. Und das tut Not: Ich kann beispielsweise auf dem 7"-Display auf die Nachrichtenansicht bequem verzichten. Sie lässt sich unter "Ansicht" abschalten. Wichtig auch: Für mein IMAP-Konto müssen Entwurfs- und Ausgangsordner lokal liegen. Wenn ich unterwegs bin und die Funkverbindung abbricht, ist sonst die E-Mail futsch. Auch das sollte kaum einem erfahrenen Anwender Kopfzerbrechen bereiten. Etwas schwieriger fällt das Anlagen einer Signatur: Diese muss man erst in einer Textdatei schreiben und dann aus dem Thunderbird auf diese Datei verlinken. Liebe Mozillas, geht das nicht mittlerweile ein wenig komfortabler? Opera Mail Über den Opera-Browser auf dem Eeepc habe ich bereits ein Loblied gesungen. Er startet schneller als jeder Firefox und ermöglicht das Einpassen einer Website in die Breite des Bildschirms. Doch auch der Mail-Client kann überzeugen. Er las die E-Mails meines IMAP-Kontos am schnellsten ein. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Opera-Mail lässt sich an schmale Bandbreiten anpassen. Dann lädt der Client keine Anhänge herunter und erneuert in der Ansicht lediglich die neu hinzu gekommenen Mails, liest aber die Liste nicht jedesmal neu ein. Wenn man unterwegs mit Netzabbrüchen und mit tranigen GPRS-Geschwindigkeiten kämpfen muss, kommt das gerade recht. Dafür ist es ein Albtraum, den Client zu personalisieren: Schnellantwort abschalten, Abschalten der Nachrichtenvorschau habe ich stundenlang vergeblich gesucht. Ein Kommentar zu diesem Beitrag schuf Klarheit. Mit fremder Hilfe geht Opera sehr gut. Zumindest in der kostenlosen Version lassen sich Mails nur mit Opera-Werbung darunter verschicken. Claws-Mail Claws-Mail ist aus dem Mail-Client Sylpheed-Claws hervorgegangen. Der Client ist wunderbar übersichtlich und reduziert sich aufs Wesentliche, lässt sich aber durch Plugins erweitern. Im Test verabschiedete sich Claws-Mail als erster Kandidat. Er brauchte ewig, um die Mails aus meinem IMAP-Konto einzulesen. Und das nicht nur einmal, sondern jedesmal. Wenn man dann auch noch Netzabbrüche durch Funklöcher den Abruf unterbrechen, dann wird der Mailabruf zur Geduldsprobe. Außerdem legt Claws-Mail keine lokalen Ordner an, wenn man ein IMAP-Konto anlegt. Entwurfsordner und Ausgangsordner stehen dann ausschließlich auf dem Server zur Verfügung. Da kann bei Netzabbruch unterwegs schon die eine oder andere E-Mail verloren gehen. Balsa Balsa ist ein schlanker Mail-Client für den Gnome-Desktop. Vom Konzept ähnelt er Claws-Mail. Wie dieser verwendet er den unter Linuxern beliebten Spam-Filter Bogofilter. Balsa liest die Mails aus meinem IMAP-Postfach jedoch deutlich schneller ein als Claws-Mail. Darin ähnelt er Thunderbird, kommt aber an Opera Mail nicht heran. Default sind Postausgang und Entwürfe auf lokale Ordner gelegt - auch bei einem IMAP-Postfach. Eine Mail, die im Ausgangsordner fest hing konnte ich jedoch nur durch Löschen beweitigen. Ein Vorteil: Wie Claws-Mail nervt Balsa seinen Besitzer nicht indem er den kleinen Bildschirm des Eeepc mit riesigen Buttons vollkleistert, wie das Opera tut. So stört bei Claws-Mail und Balsa die Nachrichtenvorschau kaum. Nettes Detail für alle Unterwegs-Mail-Leser, die einen Volumentarif abgeschlossen haben: Balsa informiert über den Datenumfang einer E-Mail, die zum Öffnen herunter geladen wird. Fazit Mein Favorit bleibt Thunderbird. Spam Markieren geht nur mit Opera so intuitiv wie mit Thunderbird. Im Gegensatz zu diesem, fällt aber auch die Personalisierung sehr einfach. Wer ein Netbook mit 9"- oder 10"-Zolldisplay benutzt, kann seinen Thunderbird auch um den Kalender Lightning erweitern und damit Personal Information Manager (PIM) einrichten, der es in den meisten Bereichen mit dem Industriestandard Microsoft Outlook aufnehmen kann. In der Bedienung erwies sich Thunderbird als der ausgereifteste Mail-Client im Test. Platz 2: Opera Mail. Aus praktischen Gründen gehört ein Opera-Browser auf den Eeepc. Das macht der Mail-Client des Browsers klar. Wie der Browser glänzt Opera Mail mit Schnelligkeit im Handling. Außerdem erwies er sich besser als alle anderen Clients den Fährnissen des mobilen Mailgenusses gewachsen.Wenn die Norweger jetzt noch die Menüs vereinfachen würden... Den dritten Platz eroberte sich Balsa. Der "kleine" Mail-Client für den Gnome-Desktop startet schnell, lädt E-Mail vertretbar schnell herunter und informiert seinen Besitzer darüber, wieviel Cent beim Handy-Volumentarif gerade durchrasseln. Balsa lässt sich leichter an die Bedürfnisse anpassen als Opera Mail. Mit der intuitiven Bedienungsfreundlichkeit von Thunderbird kann er sich nicht messen. Mit Claws-Mail konnte ich überhaupt nichts anfangen. Das Programm schont zwar Ressourcen, animiert seinen Besitzer aber beim mobilen E-Mailempfang und -versand immer wieder zu Wutanfällen. ### Firefox bald auf dem Browser-Thron? Der Mozilla Firefox schickt sich an, dem Microsoft Internet Explorer den Thron im Internet streitig zu machen. Das hat die Consulting Firma Fittkau & Maaß in einer WWW-Nutzerstudie herausgefunden. Darin erreicht der Firefox einen Nutzeranteil von 39 Prozent, der Internet Explorer kommt auf 54 Prozent. Ein Ergebnis, das vor wenigen Jahren noch unvorstellbar erschien. Bei den modernen Browsern liege der Firefox schon jetzt vor dem IE schreibt Fittkau & Maaß. Unter modernen Browsern verstehen die Statistiker Browser mit Tabbed Browsing, RSS-Unterstützung und Phishing-Filtern. Hier steht den beiden Firefox-Versionen 2.x und 3.x (zusammen 38 Prozent) nur der IE7 (37 Prozent) gegenüber. Die Daten hat das Unternehmen in der Internet-Studie "WWW-Benutzer-Analyse W3B" erhoben, die im Oktober/November 2008 zum 27. Mal stattfand. 105.684 deutschsprachige Internet-Nutzer wurden von Fittkau & Maaß innerhalb des fünfwöchigen Umfragezeitraums zu verschiedenen aktuellen Online-Themen befragt. 80 führende Internet-Anbieter mit über 200 Web Sites waren an der 27. W3B-Erhebung beteiligt. (Grafik: Fittkau & Maaß) ### Cruncheee auf dem Eeepc - Black is Beautiful Beschränkungen der Eeepc-Plattform? Da denken wir zuerst an das kleine Display. Deswegen setzen hier die meisten Entwickler den Schwerpunkt, die Linux-Distributionen für den Eeepc und seine Nachkommen entwickeln. Das Ergebnis: Die bekanntesten Ubuntu-Versionen für Netbooks und auch kleinere Projekte wie Slack2go passen die großen Linux-Desktops Gnome (Ubuntu) oder KDE (Slack2go) an kleine Bildschirme an. Doch vor allem der erste Eeepc, der Eeepc 701 oder 4G, leidet außerdem an einem winzigen Festspeicher, den die Datenmengen der großen Desktops unnötig belasten. Und er leidet unter einem schwachen Prozessor (900 Mhz). Deshalb hat sich Thomas Schönhütl für sein Fluxflux für den schlanken Windowmanager Openbox entschieden. Openbox kennen wir außerdem vom auf altersschwachen PCs beliebten Damn Small Linux. Es gibt aber auch - wen wundert's - eine Ubuntu-Version mit Openbox: #! Crunchbang Linux. Natürlich hat die Crunchbang-Community ein Paket für den Eeepc geschnürt: Cruncheee. Cruncheee Live Ich habe Cruncheee mit dem Tool Unetbootin auf einen USB-Stick kopiert. Nach dem Start des Sticks sah ich schwarz. Buchstäblich. Die hellste Farbe im Artwork von Crunchbang ist Antrazit. Selbst die Startseite im Firefox begrüßt den Surfer in Schwarz. Das ist Geschmackssache, hat aber was. Black is Beautiful. Ganz so komfortabel wie Fluxflux gibt sich Openbox in Cruncheee nicht. Einen Startknopf oder ein Menüpanel gibt es in Cruncheee nicht. Wer so etwas haben will, muss es sich selbst einrichten. Das begrenzt den Nutzerkreis von Crunchbang schon einmal auf fortgeschrittene Linux-Nutzer. Einsteiger werden das System hassen. Erfahrene Nutzer des freien Betriebssystems werden sich möglicherweise aber sogar darüber freuen, dass man Menüs oder Systemabläufe über XML-Dateien editieren muss. Zur Unterstützung liegt auf dem Desktop eine Liste der Tastatur-Shortcuts. Alles Ubuntu Technisch kann man dem System nicht am Zeug flicken. Es steht auf der soliden Basis von Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex. Deshalb wage ich die These, dass die Installation ein Kinderspiel ist, auch wenn ich es selbst nicht probiert habe. WLAN, Fn-Tastenkombinationen - alles kein Problem. Die Probleme fangen erst mit Skype an. Out of the Box funktioniert der beliebte VoIP-Client unter aktuellen Ubuntu-Derivaten nach meiner Erfahrung grundsätzlich nicht - jedenfalls nicht auf dem Eeepc. Der Nutzer muss erst sämtliche Spuren des neuen Linux-Soundsystems Pulse radikal eliminieren. Dann kann die bewährte Alsa-Architektur arbeiten. Außerdem hilft es unter Gnome, das Programm für Mikrofonaufnahme zu starten und darin das Mikrofon freizugeben. Um es kurz zu machen: Crunchbang-Nutzer müssen andere Wege finden, das eingebaute Mikrofon für Skype freizugeben. Fazit Das schwarze Linux macht Spaß. Es fühlt sich leicht und flott an, spart bei Installation Speicherplatz und kommt mit allem, was man braucht. Dennoch sei es nur erfahrenen Linuxern empfohlen, denen aber auch wirklich empfohlen. ### Lohnt sich die Fonic-Flat? Test Einen ganzen Kalendertag lang surfen für 2,50 Euro - vorausgesetzt, man bleibt unterhalb der Grenze von 1 Gigabyte (GB). Das verspricht der Mobilfunkdiscounter Fonic für seine Day Flat. Aber lädt man denn wirklich jeden Tag große Programmpakete aus dem Internet herunter? braucht der Normalnutzer diese Datenmengen? Lohnt sich die Tagesflatrate von Fonic. Ziehen wir zum Vergleich den Datentarif der "normalen" Fonic-SIM heran, wie es sie für 10 Euro in jedem Lidl gibt: Für 1 Megabyte (MB) Daten im Download zahlt der Kunde hier 24 Cent. Wer 10 MB Daten herunterlädt, der zahlt ergo 2,40 Euro. Bei 10,47 MB erreicht man mit dem paketbasierten Fonic-Tarif die 2,50 Euro der Tagesflat. Folglich lohnt sich die Tagesflatrate erst ab dem elften Megabyte - und zwar an einem Tag. Aber wieviel Daten sind 11 MB? Was kann man damit anstellen? Nehmen wir das Beispiel eines Berufspendlers, der jeden Tag mit dem Zug von Brandenburg an der Havel nach Berlin-Friedrichstraße und zurück fährt. Kurz: Nehmen wir mich. Ich bin also am Tag ca. zwei Stunden mit der Bahn unterwegs. Nur zu diesen Zeiten nutze ich den Fonic Surf-Stick. Daheim habe ich WLAN und in der Mittagszeit bietet mir die Hauptstadt eine große Auswahl freier Hotspots. Wieviel Daten habe ich verbraucht? Hat sich die Tagesflat gelohnt? Im Kundenportal kann man sich die Verbindungsdaten per PDF ausgeben lassen. Ich habe nur an zwei Tagen mehr als 10 MB versurft. Einmal standen 10.600 Kilobyte (KB = 10,6 MB) auf dem Zähler und einmal 16.300 KB (16,3 MB). Sehr hoch fiel auch noch ein Tag mit 4000 KB (4 MB) aus. An den übrigen Tagen lag mein Datenvolumen bei 1000 KB (1 MB) oder darunter. Ich fand sogar Tage, an denen ich nur 100 KB herunterladen konnte, weil mir unterwegs der Netzkontakt abgerissen ist. Das bedeutet, dass sich die Tagesflat beim Mailen und Bloggen - das ist es, was ich unterwegs tue - nur an einem einzigen Tag gelohnt hat. An allen anderen Tagen wäre ich mit der Brot-und-Butter-Fonic-SIM günstiger gefahren. Interessant wird unter dieser Voraussetzung auch der Datentarif Internet 250 von E-Plus. Für 10 Euro im Monat kann man damit 250 MB an Daten herunterladen. Bei mir stehen für den Monat Januar bisher 38,7 MB auf dem Datenzähler. Nachteil: Man ist für zwei Jahre gebunden und zahlt auch, wenn man einen Monat Urlaub macht und den in der Nähe eines WLAN-Zugangs verbringt. Außerdem bietet E-Plus keinen schnellen Internetzugang per HSDPA. Fonic nutzt, wo es geht das HSDPA-Netz von o2. Langsameres Surfen nervt - selbst unterwegs. Wo geht es nochmal zum nächsten Lidl? ### Buchtipp: Dennis Lehane - Shutter Island Der Psychothriller als Genre ist eine Nutte. Er lässt sich von jedem Autoren benutzen, um abseitige Phantasien zu bedienen, oder um unrealistische Handlungskonstrukte zu rechtfertigen. Vor allem die Skandinavier retteten in der Vergangenheit den Ruf des Genres. Nur wenigen Amerikanern gelingt der Blick in die Menschliche Seele (altgriechisch: Psyche). Dennis Lehane lotet in seinem Roman "Shutter Island" seelische Dramen, Traumata, Wahnvorstellungen aus. Lehane beschreibt und erklärt jedoch die seelischen Abgründe seiner handelnden Personen nicht nur, er lässt den Leser mit hinabsteigen. Das macht Shutter Island zu einem besonderen Lesevergnügen. Shutter Island ist eine Insel vor Boston. Dort gibt es nichts als eine Nervenheilanstalt, ein Alcatraz für gefährliche Geisteskranke. Dort soll US-Marshal Teddy Daniels gemeinsam mit seinem Kollegen Chuck Aule eine entflohene Bewohnerin suchen. Doch Daniels verfolgt auf der Reise auch private Gründe: in Shutter Island, so hofft er, wird er Andrew Laeddis finden, jenen manischen Brandstifter, der den Brand gelegt hat, der Daniels Frau das Leben gekostet hat. Außerdem verdächtigt der Marshal den Anstaltsleiter Dr. Cawley, mit Menschen zu experimentieren. Nachdem die Polizisten angekommen sind, bricht ein Sturm los, der bis auf Weiteres jeden Gedanken an Rückkehr zum Festland zunichte macht. Daniels und Aule sind auf sich gestellt - in einer Umgebung, in der die Grenzen zwischen Vernunft und Wahn zu fließen beginnen. Ein Kammerspiel fast nach Art eines viktorianischen Gothic-Thrillers. Doch als Kontext wählt Dennis Lehane das Amerika der 1950er Jahre, der McCarthy-Ära. Eine Zeit, in der ganz Amerika in einer Art Wahn Kommunisten jagte. So gelingt dem Autor mit Shutter Island ein Roman um die Brüche im heilen Gesellschaftsbild im Amerika der Petticoat-Ära, ein Roman um die Frage nach dem Grat zwischen Wahrheit und Wahn, ein Roman um die Frage: Was darf Medizin Menschen antun. Ein Roman, der nach der Unmenschlichkeit sucht und der die Menschlichkeit findet. Fantastische Literatur für all jene, die akzeptieren können, dass Shutter Island am Schluss viele Fragen offen lässt - wie das Leben. Vor allem: Sind wir noch normal? ### Spicebird: PIM aus dem Hause Mozilla Nach dem Erscheinen der Lightning-Erweiterung für den Mozilla Mail-Client Thunderbird war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis aus dem Hause Mozilla ein kompletter PIM (Personal Information Manager) hervorgehen würde. Nun startet der Gewürzvogel (Spicebird) in den Kampf um die Gunst frustrierter Outlook-Anwender. Frustriert vor allem durch die Ressourcenverschwendung der Microsoft-Suite. Ich bin gezwungen, Outlook auf meinem Bürorechner in der Redaktion zu verwenden. Jeden Morgen ärgere ich mich darüber, dass Outlook minutenlang meinen Rechner lahm legt. Dabei handelt es sich bei den Mails mehrheitlich um Spam. Aber einen vernünftigen Spam-Filter sucht man beim Speichermonster aus Redmond vergeblich. Privat benutze ich Thunderbird mit der Terminverwaltung Lightning. Ich bin durch meine Freunde von Taula auf das Programm aufmerksam geworden. Windows-User dürfen einfach die .exe-Datei herunterladen und per Mausklick installieren. Ubuntuuser müssen ein Tarball herunterladen. Die Installation beschreibt Phorolinux für Ubuntu 7.10. Wer sich genau dran hält, wird keine Probleme mit der Installation unter Ubuntu bekommen. Nach der Installation schmeichelt Spicebird dem Auge mit einem geschmackvollen, aufgeräumten Desktop. Über Tabulatoren navigiert man zwischen Mail/News, Adressbuch, Kalender und Aufgaben hin und her. Die Newsfeeds lassen sich auf der Startseite einbinden. Etwas wirklich Neues bietet Spicebird eigentlich nicht an. Der Kalender stammt aus Lightning, die Schnittstellen für Google-Kalender und Chatprogramme haben die Spicebird-Entwickler mit entsprechenden Erweiterungen für Thunderbird hinterlegt. Leider weisen die Erweiterungen natürlich auch in Spicebird die üblichen Schwächen auf: Das Adressbuch bietet immer noch keine Möglichkeit, einzelne Kontakte als Visitenkarten (.vcf) zu exportieren. Das Mailprogramm legt den Nutzer immer noch auf nur eine Signatur fest. In Outlook, aber auch im Outlook-Clon Evolution lassen sich verschiedene Signaturen anhängen (privat, dienstlich etc.). Fazit Spicebird startet mit Ehrgeiz, wird eingefleischte Outlook-Benutzer jedoch nicht überzeugen, weil Spicebird eben kaum mehr ist als Thunderbird plus Erweiterungen. Andererseits ist das doch schon eine ganze Menge: Während Thunderbird/Spicebird Mails herunterlädt, kann man prima surfen, News lesen, Solitair spielen. Spam beseitigt der vorbildliche Spamfilter im Programm. Wenn Spicebirs einmal auf Deutsch erscheint, dann wird es keinen Grund mehr geben, sich die Suite aus Thunderbird und den Erweiterungen zusammenzustellen. Mit einer Einschränkung: Für den kleinen 7"-Bildschirm meines Eeepc ist Spicebird zu unflexibel. ### Debian auf dem Google Handy Auf dem HTC G1, besser bekannt als Google Handy, läuft Debian Linux. Wie das Windowsmagazin Winfuture berichtet, lässt sich die Debian-Version für ARM-Prozessoren auf dem Smartphone installieren, ohne dass die Telefonfunktionen darunter leiden. Wer es probieren will braucht Bootloader und Installer von androidfanatic.com. ### Eeebuntu auf dem Eeepc Vor etwas mehr als einem Jahr ist aus dem ersten Eeepc eine ganze Gerätegattung geworden. Die immer größer werdende Zahl der so genannten Netbooks. hat auch die Kreativität der Linux-Entwickler beflügelt. Das Angebot der speziell für den Eeepc und seine Nachfahren entwickelten Linux-Distributionen ist beachtlich. Da finden sich Produkte von Einzelkämpfern (fluxflux, Slack2go) neben großen Linux-Distributoren. So beansprucht beispielsweise Mandriva eine hundertprozentige Kompatibilität mit dem Eeepc. Die Ubuntu-Gemeinde hat drei speziell angepasste Distributionen hervor gebracht: Eeexubuntu war eine an den ersten Eeepc angepasste Version des Ubuntu mit Xfce-Desktop und wird nicht mehr weiterentwickelt. Ubuntu-Eee und Eeebuntu setzen auf den komfortableren, aber auch ressourcenhungrigeren Gnome-Desktop. Ubuntu Eee, das mittlerweile in Easy Peasy umbenannt ist, hatte ich an anderer Stelle schon in der Live-Version getestet. Das System lastete meinen Eeepc 700 jedoch zu stark aus und erwies sich auch in der WLAN-Unterstützung als unzuverlässig. Eeebuntu in drei Versionen Eeebuntu liegt in drei Versionen vor: Eine vollausgestattete Variante nutzt den Gnome-Desktop und kommt mit voller Ausstattung an Multimedia- und Office-Programmen. Die NBR-Variante kommt in ähnlich reicher Ausstattung, setzt aber auf den Gnome eine Desktopumgebung, die Ubuntu für kleine Bildschirme entwickelt und Netbook-Remix (NBR) genannt hat. Die dritte Variante heißt Base. Sie enthält nur die Programme, die direkt mit den Funktionen des Gnome-Desktops zu tun haben, kein Office-Paket, keinen Multimedia-Player, keine Bildbearbeitung, nichts. Besonders diese Base-Variante hat mich gereizt. Unter den begrenzten Möglichkeiten des Eeepc wählt man jede Anwendung sorgfältig aus. Anpassungen unter der Haube Ich habe Eeebuntu Base mit dem Tool Unetbootin auf einen USB-Stick geschrieben. Nach dem Booten begrüßt der von Ubuntu bekannte Gnome-Desktop den User. Unter der Haube haben die Entwickler hingegen etliche Anpassungen vorgenommen. Der Eee-Kernel von Array ist bereits mit an Bord. WLAN funktioniert deswegen ohne weitere Anpassungen. Ein großer Vorteil gegenüber Ubuntu und dem von mir auf dem Eeepc verwendeten Xubuntu: Das Kontrollzentrum, das mit Ubuntu 8.10 Einzug gehalten hat, passt sich perfekt den Darstellungsmöglichkeiten des 7"-Displays an. Intelligente Updates Überzeugende Arbeit haben die Entwickler auch bei der Update-Routine geleistet. Muss ich bei Xubuntu auf dem Eeepc sorgfältig darauf achten, dass keine neuen Kernel-Varianten installiert werden, stößt man bei Eeebuntu einen teilweisen Update an. Dann bleibt alles außen vor, das die Konfiguration des Systems gefährdet. Fazit Wer schon ein funktionierendes Ubuntu, Kubuntu oder Xubuntu auf seinem Eeepc betreibt, muss selbst einschätzen, ob er sich wirklich die Mühe machen will, sein System noch einmal zu wechseln. Wer aber gerade erst die spaßige Welt der Mini-Kladden betreten hat und sein Xandros oder Windows XP ersetzen möchte, dem kann ich Eeebuntu empfehlen. Wer das kleinste, schwächlichste und älteste aller Netbooks betreibt, den Eeepc 4G, der wird sich vor allem über Eeebuntu Base freuen. Denn viele Netboot-Linuxe geben sich heute ausgestattet als wäre Speicher auch bei Netbooks kein Thema mehr. Abbildungen: Eeebuntu.org ### Ein Albtraum namens Freenet Komplett Ein Tagebuch wie das über meine Erfahrungen mit der T-Com wird meinen Erfahrungen mit Freenet nicht gerecht. Wer den grünen Bereich betritt, braucht mehr Zeit. Das simple Umschalten eines Anschlusses aus meiner alten Heimat (Kassel) in meine nicht mehr ganz so neue Heimat (Brandenburg) zieht sich mittlerweile über Monate hin. Ein Ende des Albtraums ist nicht abzusehen. Bis heute gehört das Telekom-Tagebuch zu den beliebteren Beiträgen in meinem Weblog. Meine letztlich erfolglose Odyssee durch das, was der rosa Riese Kundenservice nennt, ist mehr als ein Jahr her. Den 23. Oktober 2007 hatte mir die Telekom seinerzeit als ersten Aufschalttermin genannt und nicht eingehalten. Zum 23. Oktober 2008 habe ich nun versucht, meinen Freenet-DSL-Anschluss aus Kassel in einen Freenet-Komplettanschluss in Brandenburg umzuwandeln. Der Albtraum, den ich ausgelöst habe, lässt sich nur in Monaten fassen: Oktober 2008 Umzugsauftrag im Online-Kundenbereich angestoßen. Bestätigung kam prompt. Als Umschalttermin nannte man mir den 7. November. November 2008 Am 7. November 2008 war natürlich niemand da. Ein Blick in meinen Kundenbereich im Internet: Keine Nachricht. Keine Begrüßung, nichts. Offenbar hat Freenet nicht damit gerechnet, dass sie es gleich beim ersten Mal schaffen. Na, macht nichts. Ich auch nicht. Am 12. November erhalte ich eine SMS?! Freenet begrüßt mich im grünen Bereich. Man werde meinen Komplett-Anschluss demnächst schalten. Dezember 2008 Im Dezember überstürzen sich die Ereignisse: Am 1. Dezember finde ich eine E-Mail von Freenet in meinem Kundenbereich im Internet: Sehr geehrter Herr Von Rechenberg, wir haben soeben den Versandauftrag Ihrer Hardware-Bestellung an unseren Logistik-Dienstleister übergeben. Sie erhalten Ihre Hardware innerhalb der nächsten Tage. Diesmal hat Freenet vielleicht wirklich daran geglaubt. Ich immer noch nicht. Zurecht. Am 9. Dezember setzte Freenet den Umschalttermin auf den 11. Dezember fest. Freenet schien es ernst zu meinen. Ich zweifle, zumal ich nicht weiß, wohin meine Hardware-Bestellung unterwegs ist. Am 11. Dezember steht tatsächlich ein Techniker vor der Tür, um meinen Anschluss freizuschalten. Den Tränen nah führe ich den Mann zur Telefondose. Ich habe einen Komplettanschluss. Jetzt fehlt mir nur meine Fritz!Box. Gegen Monatsmitte reise ich nach Kassel und schaue in meiner alten WG vorbei. Dort hat man mit meinem Kommen gerechnet: Ein Paket sei für mich angekommen. Freenet hat die Hardware einfach an meine alte Adresse geschickt. Ich ahne, was mit dem Brief mit den Zugangsdaten geschehen wird. Wieder daheim finde ich eine Nachricht von Freenet vor: Man habe die Zugangsdaten an mich versandt aber der Brief sei zurückgegangen. Hm. Warum wohl? Ich beschließe, über Weihnachten unter dem grünen Bereich nur noch meinen Christbaum zu sehen. Januar 2009 Anfang Januar beschließe ich einen weiteren Versuch. Ich schicke noch einmal eine Nachricht über das Kontaktformular. Ich muss diesen konspirativen Weg wählen, weil Freenet jeden Anruf auf der Servicenummer (1,49 Euro pro Minute vom Handy) nach langen und teuren Minuten mit dem Satz beendet, dass alle Mitarbeiter im Gespräch seien. Ich solle zu einem späteren Zeitunkt noch einmal anrufen. Die Freenet-Servicenummer ist übrigens eine 0900-Nummer. Bei dieser Sonderrufnummer kann der Anbieter mit verdienen - im Gegensatz zur 0180-Nummer, die zwar nicht billiger ist, die aber allein der Telekom etwas einbringt. Ich bitte Freenet, mir die Zugangsdaten zuzuschicken. Und wieder überrascht mich der Anbieter: Am 12. Januar finde ich einen Brief im Briefkasten. Darin die Zugangsdaten und folgendes Zitat: Sollten Sie in Ihrem Schreiben oder Fax ein neues Passwort angefordert haben, so erhalten Sie dieses zu Ihrer Sicherheit gesondert. Aha. Ich bin sicher, in meiner Nachricht über das Kontaktformular auch das Passwort angefordert zu haben. Ich habe aber keine Hoffnung, dies deutlich genug getan zu haben. Ich hoffe auf den Februar. Aber vielleicht sollte ich auch einfach die Kündigung abschicken. ### Skype auf dem Eeepc unter Xubuntu 8.10 Wer im Internet nach den Suchbegriffen "Ubuntu eeepc skpe" googelt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Grundsätzlich scheint unter allen Ubuntu-Derivaten das Mikrofon im Eeepc 7xx nicht zu funktionieren. Das fällt besonders schmerzlich bei Skype auf. Meiner Ansicht lässt sich das Problem auf einen Konflikt mit der neuen Linux-Soundarchitektur Pulse zurückführen. Bei mir half es, im Paketmanager Synatic nach "pulse" zu suchen. Ich habe das Paket "libpulse0" und das Paket "pulsecore" deinstalliert. Dabei wird allerdings auch der Mplayer gelöscht. Der lässt sich allerdings durch den kaum weniger vielseitigen Multimediaplayer VLC ersetzen. Ich habe außerdem noch das Paket "alsamixer-gui" installiert. Denn vor dem Skype-Vergnügen muss man noch alles aufdrehen, was mit "Mic" zu tun hat. Den Unterschied sieht man in Skype. Automatisch findet Skype nun das Mic am richtigen Ort: HDA Intel. ### Buchtipp: John Katzenbach - Der Patient Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychoanalytiker. Eines Tages finden Sie in Ihrer Praxis einen Brief. Darin wirft Ihnen ein ehemaliger Patient vor, sein Leben zerstört zu haben. Nun will er Ihres zerstören. Nein, umbringen will er Sie nicht. Das sollen Sie selbst tun. Und zwar binnen 15 Tagen. Sonst will er ihre gesamte Familie umbrinen. Einen nach dem anderen. Auch wenn Sie zur Polizei gehen, will er sich an Ihren Verwandten ergreifen. Der Erpresser eröffnet nur einen Ausweg: Sie müssen innerhalb der Frist herausfinden, wer der Mann ist, der sich im Übrigen "Rumpelstilzchen" nennt. Was tun Sie? Ich würde zur Polizei gehen. Die würde in kürzester Zeit alle ehemaligen Patienten unter die Lupe nehmen. Sie würde den Schuldigen fassen. Sollte er bis dahin jemanden ermordet haben, brauche ich nur zuzusehen, wie der Perversling lebenslang hinter Gittern verschwindet, und darf hoffen, dass er sich im Knast recht oft in der Dusche nach der Seife bücken muss. Wenn sich die Protagonisten in John Katzenbachs "Der Patient" alle logisch verhielten, dann hätte er einen rasanten Polizeithriller geschrieben. Doch leider entwickeln sich die Dinge nicht immer zum Besten. Für John Katzenbachs Psychotherapeuten Ricky Starks nicht, und auch nicht für den Leser. Starks geht - natürlich - nicht zur Polizei. Auch nicht nachdem der Erpresser eine Großnichte des Seelenklempners terrorisiert und einen Patienten ermordet hat. Wenn er zur Polizei ginge, dann würde ihm die wahrscheinlich nicht glauben. Starks Berufsverband glaubt ihm jedenfalls nicht. Eine angebliche Ex-Patientin bezichtigt ihn, sie während einer Sitzung vergewaltigt zu haben. Natürlich steckt auch dahinter Starks mysteriöser Ex-Patient. Dazu nur soviel: Solche Anschuldigungen äußern Patienten, die den Therapeuten gewechselt haben des öfteren. Ein erfahrener Therapeut erkennt übrigens, ob ihm eine "Patientin" etwas vorschwindelt. Ob Psychopathen tatsächlich in der Lage sind, über Jahre ein so ausgefeiltes Rachespiel auszutüfteln, müssen die Analytiker beurteilen. Selbst dann reißt es das Buch nicht mehr heraus. John Katzenbach reiht sich ein in die Reihe derer, die Psycho-Thriller ohne Kenntnis der menschlichen Psyche schreiben. Sein Täter muss nur deshalb verrückt sein, weil der Autor seinen arg konstruierten Plot mit irgendetwas erklären muss. Wenn der Roman wenigstens Tempo hätte... Aber da braucht Katzenbach volle 100 Seiten, um zu erklären warum Ricky Starks keine Hilfe bei der Polizei suchen kann. Das wirkt schon nach 10 Seiten an den Haaren herbei gezogen und klänge auch nach 1000 Seiten nicht glaubwürdiger. Eine männliche Joy Fielding ist John Katzenbach nicht. Und er ist auch kein Dennis Lehane, von dem ich im nächsten Buchtipp berichten möchte. Aber wer soviel liest wie ich, muss bisweilen auch Mittelmaß ertragen können. ### Linux-PC für die Hosentasche Mit dem AarLogic C10/3 präsentiert der Elektronikhersteller Round Solutions eine Steckplatine, die auf gerade mal 104 x 63 Millimeter Fläche einen kompletten Linux-PC enthält. An Bord sind außerdem ein Quad-Band-GPRS-Modul, ein SiRF3-GPS-Modul sowie Schnittstellen unter anderem für USB-, RS232- und Ethernet-Komponenten. Ein SD-Kartenleser ermöglicht den problemlosen Ausbau des standardmäßig vorhandenen Flash-Speichers von 4 MB. Herzstück des PCs sind zwei ARM-Prozessoren, zuständig einerseits für den GSM-Teil, andererseits für unter Embedded Linux lauffähige Applikationen. Das Prozessor-Modul inklusiv GSM-Teil lässt sich auch einzeln erwerben. Trotz seiner geringen Grundfläche etwa in der Größe einer Streichholzschachtel bietet es über seinen 160-Pin-Sockel vielfältige Anschlussmöglichkeiten. Dazu zählen neben Tastaturen, Digitalkameras und Lesegeräten auch WLAN-, Bluetooth und GPS-Komponenten. Quelle: Pressemitteilung des Herstellers ### Buchtipp: Donald James - Moskauer Roulette Schwarzmarkthändler und Diebe hat Inspektor Konstantin Vadim in Murmansk gejagt. Nun ist er nach Moskau versetzt worden und soll eine Mordermittlung leiten. In der Hauptstadt treibt ein brutaler Serienkiller sein Unwesen, dem die Moskauer einen einprägsamen Namen gegeben haben: das Monstrum. Schon bald kommt Konstantin Vadim der Verdacht, dass einflussreiche Kreise in Politik und Militär in den Fall verwickelt sein könnten. Und was hat der Prediger Vater Alexander mit dem Fall zu tun? Der Engländer Donald James hat ein Faible für Russland und die Russen. Sein Werk umfasst auch Sachbücher über russische Geschichte. Seinen Roman "Moskauer Roulette" verlegt er in eine düstere Zukunft. Konstantin Vadim ermittelt in einem Moskau, das sich von einem hasserfüllten Bürgerkrieg erholt. Die nationalen Kräfte haben über die Anarchisten gesiegt. Nun führt der Literat Romanow die Staatsgeschäfte. Doch in Wirklichkeit regiert der Geheimdienstchef Leonid Koba das Land. Und es ist auch die allmächtige Geheimpolizei, die Vadim nach Moskau beordert. Vadims Schulfreund Roy Rolkin hat in der "Tscheka" genannten Behörde Karriere gemacht. Doch Vadim sitzt zwischen zwei Stühlen: Seine Frau Julia ist eine anarchistische Untergrundkämpferin. Den Science-Fiction-Rahmen hat Donald James klug gewählt. Er erlaubt dem Autor, Grundzüge der russischen Gesellschaft und der viel zitierten russischen Seele aufzudecken. Der irrationale Glaube an starke Männer, der über Monarchie, Sozialismus und Kapitalismus hinweg nach immer neuen Führern dürstet. Dennoch: Wer schon immer daran gezweifelt hat, dass die Russen demokratiefähig sind, der findet in "Moskauer Roulette" unerwartet Hoffnung. Denn unter dem Strich sind wir - reduziert unsere Träume und Wünsche - doch alle gleich. ### Nachtrag: Xubuntu 8.10 auf dem Eeepc Nach dem Einzug von Xubuntu 8.10 "Intrepid Ibex" auf meinem Asus Eeepc 701 4G gab es noch eine Kleinigkeit zu lösen. Xubuntu versucht automatisch, ein Funknetzwerk zu kontaktieren. Das kostet Strom. Mit Xubuntu und dem Eee-Kernel funktionieren zwar die Tasten für die Lautstärke und Helligkeit. Die Kombination "Fn+F2" zum Ein- und Ausschalten des WLAN reagiert jedoch nicht. Das Tool Eee-control schafft Abhilfe. Es befindet sich in den Array-Quellen, die ich ja schon hinzugefügt hatte, um den Eee-Kernel zu installieren. Mit dem Paketmanager Synaptic oder mit einem Kommandozeilenbefehl wird das Paket installiert: sudo apt-get install eee-control Wird das Programm gestartet, trägt es sich in der Taskleiste von Xfce ein. Per Mausklick lassen sich nun WLAN, Kamera und Kartenleser abschalten oder anschalten. Außerdem lässt sich die Performance herauf- oder herunterregeln. Xubuntu 8.10 auf dem Eeepc ### Erfahrungsbericht: Motorola W156 Mein geliebtes Motorola Motofone F3 ist Geschichte. Das flache Einfachhandy hauchte sein Leben in einem Wischeimer aus. Ein neues musste her. Anfangs suchte ich gezielt wieder nach einem Motofone. Ich finde dieses Handy sozusagen "drop-dead-stylish". Ein Traum. Ich stellte fest: Es gibt mittlerweile eine riesige Auswahl von Mobiltelefonen - nicht nur diesseits von 100 Euro, sondern sogar diesseits von 50 Euro. Von Nokia, Sony Ericsson, Samsung - und natürlich auch von Motorola. Im Sortiment des amerikanischen Konzerns sogar ein Modell, das im Preis sogar die 25 Euro des Motofone unterbietet. Das Motorola W156 habe ich für knapp 24 Euro im Internet bestellt. Es ist schmaler als das Motofone, dicker und genauso lang. Statt des gewöhnungsbedürftigen einzeiligen Displays des Motofone besitzt das W156 ein richtiges Menü - nur eben in Schwarzweiß. Dafür hält der Akku sehr lang, länger als der des Motofone. Im Vergleich zum Motofone ist das W156 ein wahrer Ausstattungsriese: Es bietet beispielsweise einen Kalender und zum Schreiben von SMS eine Rechtschreibhilfe. Außerdem enthält die Telefonliste jetzt nicht mehr nur entgangene Anrufe, sondern auch die angenommenen. Da Motorola aber bei der Ausstattung schon so zugelegt hat, hätte es da nicht noch für verschiedene Benutzerprofile gereicht? Andererseits: Was kann man für unter 25 Euro schon falsch machen? ### [Update] Neue Version von Slack2go Die neue Version 2009.1 von Slack2Go ist fertig. Das hat Manfred Müller in einem Kommentar auf meinem Blog bekannt gegeben. Zu finden ist die auf Slackware basierende Distribution unter: http://slack2go.com/releases Da einer der grössten ‘Stromfresser’ bei Notebooks die Wlan-Karten sind, werden sie, sofern möglich, nicht automatisch gestartet. Vorgehensweise EeePc: 1. Mit ‘FN+F2′ Wlan einschalten 2. Mit Linksklick auf das Netzwerkapplet in der Taskleiste Wicd öffnen 3. Einmal auf ‘aktualisieren’ klicken und die Karte wie gewünscht konfigurieren. Version 2009.1 wurde erefolgreich getestet auf: ASUS EeePC 701 Lenovo S10e Sony Vaio SRX77p IBM Thinkpad A30/A31 (incl. Dockingstation) Samsung M40 HP Pavillion ZE5525 HP/Compaq NW8440 [Update] In der Version 2009.1 war ein kleiner Fehler enthalten, welcher dazu fuehren konnte, dass kio-sysinfo abstuerzt. Falls diese Version bereits heruntergeladen wurde, bitte http://slack2go.com/releases/2009.1_1/2009.1-sysinfo_fix.lzm herunterladen und auf dem Stick in /slack2go/base/ speichern. Die aktuell auf slack2go.com angebotene Version enthaelt dieses Fix bereits. ### Test: Unterwegs mit dem Fonic Surf-Stick Seinen größten Vorteil spielt ein USB-Stick fürs schnelle Internet per HSDPA erst unterwegs aus. Das vergesst ihr am besten ganz schnell, liebe Autofahrer. Mobiles Internet ist nur für Bahnfahrer! Ich habe den Surf-Stick unterwegs von Brandenburg Hbf nach Berlin-Friedrichstraße ausprobiert. Der Mobilfunkdiscounter Fonic nutzt auch mit seinem Surf-Stick das Netz von O2 - einstmals Viag Interkom. Die Netze von T-Mobile oder Vodafone sind natürlich besser ausgebaut. So könnten Kunden der beiden Marktführer vielleicht auch zwischen Brandenburg an der Havel und Potsdam schnell surfen. Kurz hinter Brandenburg fängt die blaue LED an zu flackern. Sie zeigt an, wenn HSDPA verfügbar ist. Darauf muss ich mich neu einwählen. Meinen Eeepc habe ich so konfiguriert, dass er sich beim Einstecken des Sticks neu einwählt. Stick ziehen und wieder einstecken. In den Weiten der brandenburgischen Provinz leuchtet dann die grüne LED für GSM-Empfang. Da das Surfen zwar etwas langsamer aber immer noch flüssig vonstatten geht, wage ich die These, dass O2 in der Fläche auf den Datenstandard Edge setzt, der auch im GSM-Netz für akzeptables Surfen sorgen soll. In Potsdam versucht der Stick, sich wieder ins HSDPA-Netz einzuwählen. Das heißt für mich: Stick ziehen - Stick einstecken. Ab Potsdam steht HSDPA durchgängig auch in Berlin zur Verfügung. Mich beeindruckt, wie nahtlos der so genannte Hand-Shake funktioniert, der Übergang von einer Funkzelle in eine andere. Nur manchmal bricht die Downloadrate etwas ein. Das blaue Licht leuchtet aber von Potsdam Hbf bis Berlin stabil. ### Hightech Update: Neu im Jahr 2009 Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) weist auf die wichtigsten Neuerungen in den Bereichen IT- und Telekommunikation hin. Ein Überblick: Pflichten zur Datenspeicherung erweitert: Ab 1. Januar 2009 werden zusätzliche Kommunikationsdaten von Bürgern und Unternehmen zu Sicherheitszwecken für 6 Monate gespeichert. Dazu zählen die E-Mail-Adressen von Absender und Empfänger beim Versand elektronischer Nachrichten sowie die Protokollierung von IP-Adressen bei der Internutzung. Zudem werden Rufnummern sowie Beginn und Ende von Gesprächen per Internettelefonie erfasst. Seit 2008 werden bereits die Verbindungsdaten von Telefongesprächen im Festnetz und im Mobilfunk aufgezeichnet. Gespeichert wird nicht der Inhalt von E-Mails oder Telefonaten, sondern wann und von wem gemailt oder telefoniert wurde. Die Speicherpflicht betrifft alle Telefongesellschaften und Internetprovider sowie Anbieter von E-Mail-Diensten. Die Daten sollen den Ermittlungsbehörden zur Prävention und Verfolgung von Straftaten dienen. Allerdings ist die so genannte Vorratsdatenspeicherung juristisch hoch umstritten. Eine Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird für 2009 erwartet. Rundfunkgebühren steigen: Ab Januar steigen die Rundfunkgebühren für die Nutzung von Fernsehern, Radios sowie internetfähigen Computern und Handys. Die Gebühr für Fernseher steigt um 95 Cent auf 17,98 Euro. Das entspricht einer Steigerung von rund 6 Prozent. Die Gebühr für Radios sowie internetfähige PCs und Handys steigt um 24 Cent auf 5,76 Euro (plus 4 Prozent). Der BITKOM lehnt Rundfunkgebühren auf PCs und Handys ab und fordert einen grundlegenden Systemwechsel. Die nutzungsabhängige Rundfunkgebühr sollte durch eine niedrige Pauschalabgabe für alle Haushalte und Firmen ersetzt werden. Damit ließe sich auch der Apparat der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) abschaffen. Alte Telefone entsorgen: Nutzer von bestimmten schnurlosen Telefonen müssen sich bald ein neues Gerät zulegen. Betroffen sind Funktelefone der alten Standards CT1+ und CT2. Deren Frequenzbereiche werden ab Januar anderweitig genutzt. Ab diesem Zeitpunkt dürfen diese Geräte nicht mehr betrieben werden. Verbraucher sollten zunächst in die Bedienungsanleitung ihres Telefons schauen, ob sie einen Hinweis auf CT1+, CT2 oder einen der Frequenzbereiche 885-887, 930-932 oder 864-868 Megahertz finden. Wer keine Betriebsanleitung mehr besitzt, sollte sich im Internet oder direkt beim Hersteller informieren. Werden die alten Telefone weiter genutzt, drohen hohen Kosten. Stellt die Bundesnetzagentur wiederholten Missbrauch fest, muss der Besitzer die Kosten für die Ermittlung der Störungsquelle tragen. Hinzu kann ein Bußgeld kommen. E-Government – Handelsregister online: Ab dem kommenden Jahr verschwinden die Bekanntmachungen von Eintragungen ins Handelsregister aus den Tageszeitungen. Hintergrund ist die Umstellung der Handels-, Genossenschafts- und Partnerschaftsregister auf den elektronischen Betrieb, die bereits vor zwei Jahren realisiert wurde. Seitdem werden Mitteilungen über Gründungen, Löschungen oder personelle Änderungen von bei Gesellschaften beim Amtsgericht fast ausschließlich elektronisch eingereicht. Für einen Übergangszeitraum mussten die Bekanntmachungen noch in einer Tageszeitung erfolgen. Ab Januar werden die Einträge nur noch online unter www.handelsregisterbekanntmachungen.de öffentlich gemacht. ### Zum neuen Jahr 2009 Frohes neues Jahr. Uns allen wünsche ich 2009 Gesundheit und Gelassenheit. Vor allem Letztere brauchen wir im Moment so dringend wie das 13. Monatsgehalt. Schließlich rezitieren derzeit alle Medien den Dreiklang des Untergangs: Finanzkrise, Abgeltungssteuer, Gesundheitsfonds. Wenn dereinst Historiker kommender Generationen unser 2009 aufarbeiten, werden sie zu dem Schluss kommen: Die Lust am Untergang ist die Droge unserer Zeit, unserer Medien. Selbst gute Nachrichten erreichen uns nur noch mit düster drohenden Einschränkungen. Beispiel: "Arbeitslosigkeit gesunken - noch!" Um in der Presse erwähnt zu werden, übertreffen die Wirtschaftsforschungsinstitute einander mit Horrorvisionen, Rundfunk und Fernsehen reagieren brav. Wie in einer Versteigerung lassen sie die Schrumpfungszahlen der deutschen Wirtschaft an uns vrüber defilieren wie einen Trauermarsch. Natürlich immer mit der Warnung, dass das schlimmste ja die Katastrophenstimmung selbst sei. Keine einzige Zeitung, kein kluger Leitartikler, kein Fernsehkommentator weist uns auf das Merkwürdigste hin: Dieselben Institute, die jetzt schon so genau wissen, dass wir der größten Krise seit Zusammenbruch des römischen Imperiums gegenüber stehen, haben die Finanzkrise nicht vorausgesehen. Jetzt nutzen sie die Katastrophenstimmung für eine PR-Schlacht. Eine PR-Schlacht tobt auch um den Gesundheitsfonds: Die Krankenkassen wollen ihn uns als Untergang des Gesundheitssystems verkaufen. Kein Wunder. Schließlich haben sie zum Jahreswechsel die Hoheit über ihre Tarife verloren. Seit Gestern gilt der Einheitstarif. Das bedeutet für die Branche, dass sie vermehrt über Service um Kunden werben muss. Kein leichter Gang für Unternehmen, deren größte Kreativleistung bisher im Anheben und Absenken der Beiträge bestand. Das Gros der Versicherten wird den Wechsel im Gesundheitssystem nicht merken. Fag ür die Milliionen AOK-Mitglieder wird sogar der Beitrag sinken. Dennoch veröffentlichen Tagesschau, Focus, Spiegel und Bild in seltener Einigkeit jede Pressemitteilung aus dem Umfeld der Krankenkassen - ohne sie für den Leser oder Zuschauer einzuordnen. Füße still halten! Dieser Rat gilt auch für die Abgeltungssteuer. Den meisten von uns wird der Einheitssteuersatz von 25 Prozent auf Kapitalgewinne sogar eine Steuererleichterung bringen. Wer einen niedrigeren persönlichen Steuersatz zahlt, wird kaum Geld übrig haben, um an der Börse zu spekulieren. Glauben wir auch 2009 nicht alles, was wir in der Zeitung lesen oder in den Nachrichten sehen. Denken wir bei aller Medienschelte aber auch daran, dass Nachrichten immer von Menschen gemacht werden. Menschen, die gestresst in den Redaktionsstuben sitzen, manchmal falsche Entscheidungen treffen und nicht immer die Zeit haben, Nachrichten für uns einzuordnen. Denn daran sind wir nicht unschuldig. Schließlich wäre die schlimmste Nachricht von allen doch ein steigender Abo-Preis, oder? ### Netbook - Abmahnung Den Eeepc oder Medion Akoya können wir behalten, nur Netbook dürfen wir das Gerät nicht mehr nennen. Wie unter anderem Golem berichtet, lässt das Unternehmen Psion Teklogix derzeit Website-Betreiber abmahnen, die das Wort Netbook verwenden. Hintergrund: Psion stellte 2000 ein Mini-Notebook unter dem Namen "netBook" vor, das zunächst mit dem hauseigenen, später mit einem Windows-Betriebssystem lief. Laut Wikipedia hat der Hersteller das Netbook im Oktober 2008 auch in Deutschland schützen lassen. Die Abmahnungen sollen zunächst kostenfrei sein. Dennoch denke ich darüber nach, den Begriff auf meiner Seite durch einen unverfänglicheren zu ersetzen. Aber durch welchen? ### Xubuntu 8.10 auf dem Eeepc Nach langer Suche besitzt mein Eeepc 701 4G jetzt ein aktuelles Betriebssystem: Xubuntu 8.10, Codename: "Intrepid Ibex". Bei Xubuntu handelt es sich um die Variante von Ubuntu-Linux mit dem Xfce-Desktop. Der leichtgewichtige Desktop hat mich schon bei Eeexubuntu fasziniert. Er eignet sich besser für leistungsschwache Computer als die "großen" Desktop-Umgebungen KDE und Gnome - und der Eeepc 701 ist nun einmal leistungsschwach. Auf ins Abenteuer. Installation und dann? Die Installation verläuft Ubuntu-üblich völlig unproblematisch. Eine speziell angepasste Ubuntu-Variante an den Eeepc (7"-Bildschirm, Atheros-WLAN-Chip) ist mit Ubuntu 8.10 offensichtlich nicht mehr erforderlich. Nach der Installation präsentiert sich Xubuntu 8.10 in der richtigen Bildschirmauflösung. Die Funktionstasten für Lautstärke und Display-Helligkeit funktionieren sofort. Alle weiteren Anpassungen erledigt ein LinuxKernel mit speziellen Treibermodulen. Es gibt ihn bei Array.org. Die Seite bietet spezielle Versionen für die Ubuntu-Versionen Hardy Heron (8.04) und Intrepid Ibex (8.10) inklusive der notwendigen Installationsanweisungen. Wer den Kernel nun erfolgreich installiert hat, sollte folgendes beachten: In Zukunft gilt es, alle von Xubuntu vorgeschlagenen Kernel-Aktualisierungen abzulehnen. Sonst wird ein normaler Ubuntu-Kernel installiert. Fonic Surf-Stick unter Xubuntu 8.10 Der große Vorteil von (X)Ubuntu 8.10 liegt darin, dass es mobiles Internet so einfach macht, wie es nie war. Nach dem Einstecken des Sticks bietet der Network-Manager, über den man normalerweise WLAN-Zugänge konfiguriert, die Einrichtung einer mobilen Internetverbindung an. Und so ging es mit dem Fonic Surf-Stick: Einfach ein neues Profil anlegen. Wie ich an anderer Stelle beschrieben habe, sind dafür drei Angaben erforderlich. APN: "pinternet.interkom.de", Benutzername: "fonic", Passwort: "fonic". Ich habe auch die PIN eingegeben und im Profil eingegeben, dass sich mein Eeepc mit dem mobilen Internet verbindet, sobald ich den Surf-Stick einstecke. Thunderbird auf Deutsch Ein kleines Problem bereitete mir der Mail-Client Mozilla Thunderbird. Das Programm öffnete sich mit komplett englischer Beschilderung. Ein Blick in den Paketmanager Synaptic - deutsches Sprachpaket ordnungsgemäß installiert. Anders der Blick in die installierten Erweiterungen. Thunderbird fehlt das deutsche Sprachpaket. Und jetzt kommt der Hammer: Ich musste stundenlang suchen, um im Internet ein deutsches Sprachpaket (nicht die Wörterbücher) zu finden. Mozilla bietet dieses Paket selbst nicht an. Diegehen vermutlich davon aus, dass man sich Thunderbird gleich in der richtigen Sprache herunterlädt. Das erforderliche Paket habe ich letztlich doch noch gefunden. Da ich die Seite nicht mehr wiederfinde, stelle ich das Paket de.xpi zum Download zur Verfügung. Ich hoffe, dass Ubuntu und Mozilla das Problem in einer der kommenden Versionen lösen. ### Ubuntu-Test: Einmal Intrepid und zurück Warziges Warzenschwein (Warty Warthog) hieß die erste Ausgabe von Ubuntu - erschienen im Oktober 2004. Daher die Versionsnummer 4.10. Seither habe ich jede Version des mittlerweile beliebtesten Linux zumindest getestet. Klar, dass ich auch an der seit Oktober aktuellen Version 8.10 nicht vorbei gekommen bin. Bisher betrieb ich auf meinem Think Pad R50e den Vorgänger, 8.04 "Hardy Heron" - Kühner Reiher. Aber vielleicht hat der Nachfolger "Intrepid Ibex" - unerschrockener Steinbock - ja mehr zu bieten? Er kam vorgestern auf meinen PC. Er überlebte nur die Bescherung. Aber der Reihe nach: Installation Die Installation habe ich von der Live-CD erledigt. Der Ubuntu-Distributor Canonical hat dabei das Partitionierungsprogramm aufgehübscht. Da symbolisieren jetzt bunte Balken die einzelnen Partitionen. Ansonsten läuft alles wie gewohnt. Erst beim Einrichten gab es Probleme: Da das Think Pad auch meiner geliebten Ehefrau dient, brauche ich einen zusätzlichen Benutzerzugang. Beim Anlegen des zweiten Benutzers über das Menü (System - Systemverwaltung - Benutzer und Gruppen) informierte mich Ubuntu, dass das Benutzerkonto schon besteht. Die Macke ist nicht neu. Ich habe mich im April beim Umstieg auf Hardy mit diesem Problem ans Ubuntuusers-Forum gewandt. Es bleibt das Einrichten des Users per Terminal: sudo adduser BESTEHENDES VERZEICHNIS Die Einrichtung ist auch auf diesem Weg kein großes Problem. Trotzdem: Eine Linux-Distribution, die sich erklärtermaßen besonders an Linux-Neulinge wendet, sollte sich solche Schwächen nicht leisten. Zumal das Anlegen meines zweiten Benutzers mit keinem der Vorgänger der aktuellen Ubuntu-Versionen irgendwelche Probleme bereitet hat. Linux wird nur dann dauerhaft Erfolg haben, wenn es sich zuverlässig und komfortabel über grafische Tools nicht nur benutzen, sondern auch verwalten lässt. Sehr gut gefiel mir, dass ich bei 8.10 nur einmal ein Profil mit Benutzername und Passwort anlegen musste. Danach funktionierte die Einwahl durch einfache Eingabe der PIN. Evolution oder nicht? Dennoch bin ich zu 8.04 zurückgekehrt. Der Grund dafür heißt Evolution. Die E-Mail-, Adress- und Terminverwaltung des Gnome-Desktops hat mir in früheren Ubuntu-Versionen viel Kopfzerbrechen bereitet. Seit 2006 läuft die Suite stabil, wenn auch nicht gerade ultraschnell. Für Intrepid setzen die Ubuntu-Entwickler auf eine neue Version, die beim ersten Start alle Ordner konvertiert. Im Ergebnis war jede Mail in meinem IMAP-Postfach doppelt vorhanden. Gleichzeitig brachte Evolution mehrmals beim simplen Abrufen von E-Mails meinen Rechner an den Rand des Absturzes. Das brachte mich dazu, zu Hardy zurückzukehren, das ich insgesamt für das stabilere und ausgewogenere System halte. Natürlich werde ich Ubuntu 8.04 nicht für dessen gesamte dreijährige Lebenszeit treu bleiben. Angesichts des atemberaubenden Tempos, in dem Linux sich entwickelt wirkte auch das letzte langlebige Ubuntu-Linux 6.06 gegen Ende seiner Unterstützungsfrist etwas antiquiert. ### Fonic Surf-Stick am Asus Eeepc 4G Der Vodafone Mobile Connect Card driver for Linux macht UMTS (Fonic Surf-Stick) auf dem Asus Eeepc 701 4G auch unter Linux (Eeexubuntu 7.10.3) zum Kinderspiel. Das Tool von Vodafone steht hier zum Download. Linux-Fans brauchen oft etwas mehr Geduld. Das gilt zum Beispiel für die Benutzung von UMTS-Sticks, die das schnelle mobile Surfen per HSDPA ermöglichen. Ab Ubuntu 8.10 bietet der Network-Manager von Gnome eine einfache Einrichtung des Sticks. Für ältere Distributionen gibt es zwei sehr bekannte Tools: Umtsmon und USB-Modeswitch. Beide verlangen jedoch weitere Kleinarbeit, damit der Surfausflug an der frischen Luft beginnen kann. Weniger bekannt ist der Vodafone Mobile Connect Card driver for Linux, den ich in der Version 1.99 herunter geladen und installiert habe. Das Programm bedient nicht nur Kunden von Vodafone, sondern funktionierte auf Anhieb auch mit meinem Fonic Surf-Stick. Nach der Installation meldete sich mein Fonic Surf-Stick auf dem Eeepc erstmals korrekt an. Das bedeutet: Er erschien als Datenmodem auf dem Desktop. Beim Start fragt das Vodafone-Programm zunächst die PIN ab. Warum das Programm den Huawei-Stick E-160 als E-270 erkennt, ist mir schleierhaft. Ich will es aber auch nicht wissen. Dass es funktioniert, reicht mir. Danach öffnet sich das SMS-Menü. Noch können wir aber nicht online gehen. Erst müssen wir ein Profil anlegen. Die Profile finden sich im Menü unter "Tools". Wir brauchen die Angaben für Benutzername und Passwort sowie den Zugangspunkt APN. Benutzername und Passwort lauten "fonic". Der APN heißt "pinternet.interkom.de". Das musste ich googlen. Problem: Vor jedem Surfausflug müssen wir das Profil aufrufen, Benutzernamen und Passwort eingeben und können erst dann auf "Connect" klicken. Leuchtet die Diode am Ende des Surf-Sticks dauerhaft blau, dann findet der Stick ein HSDPA-Netz. Fonic bietet mit dem Stick eine Tagesflatrate an. Pro Kalendertag surft man für 2,50 Euro. Wohlgemerkt: Nur an Tagen, an denen man den Surf-Stick nutzt. Die Tagesflat ist übrigens keine echte Flatrate, denn nach 1 GB Datendownload drosselt Fonic den Stick auf GPRS-Niveau (Maximal 63 Kb/s). Zum Vergleich: HSDPA ermöglicht echte DSL-Geschwindigkeit bei 3500 Kb/s. In der nächsten Ausbaustufe streben die Netzanbieter 7200 Kb/s an. ### Buchtipp: Andreas Eschbach - Ausgebrannt Andreas Eschbachs "Ausgebrannt" ist die Geschichte unserer Zivilisation und die von Markus Westermann. Der junge Deutsche kommt als Mitarbeiter eines Softwarekonzerns in die USA und fühlt sich dort am Ziel und gleichzeit am Beginn seiner Träume. Denn Markus will es ganz nach oben schaffen. Gerade als seine Träume schon im Anfang gescheitert scheinen, läuft ihm der Österreicher Karl Walter Block über den Weg. Der alte Mann besitzt eine geheimnisumwitterte Methode, Öl zu finden wo die herkömmlichen Methoden versagen. Er braucht nur jemanden, der Geldgeber heranschafft. Markus greift zu. Doch dann versiegt plötzlich das größte Ölfeld Saudi-Arabiens. Eine unvorbereitete Welt sieht sich plötzlich mit dem Ende des Erdölzeitalters konfrontiert. In "Ausgebrannt" hat Andreas Eschbach einmal mehr seinen untrüglichen Instinkt für brisante Themen bewiesen. Einmal mehr zeigt er sich als Autor, der sein Thema mit penibel recherchierten Details unterfüttern und den Leser bei der Stange halten kann. Er macht deutlich wie sehr unser Leben am Öl hängt. Er lässt uns den Schock erleben, wenn die Gewissheit des Lebenssaftes sich plötzlich auflöst. Er macht uns das beispielsweise am Schicksal der Familie von Dorothea, Markus' Schwester, klar. Deren Mann verdient gut in der Autoindustrie. Als die Katastrophe seinen Lauf nimmt, muss er erkennen, dass der kleine Gemischtwarenladen, den seine Frau im Dorf gekauft hat, den er so häufig belächelt hat, dass dieser Laden über Nacht zur großen Chance wird. Auch das zeichnet dieses Buch aus: Andreas Eschbach öffnet uns den Blick durch die Katastrophe hindurch, auf die Chance, die darunter liegt. Die Chance auf ein langsameres, mühseligeres aber auch menschenwürdigeres Leben. Dahinter steckt keine Hippie-Romantik, sondern reine Logik. "Ausgebrannt" von Andreas Eschbach gehört auf den Gabentisch jedes Thriller-Fans und auf den eines jeden Lesers, der sich gern mit Gedankenspielen über die Zukunft unserer Zivilisation befasst. ### Vom Netbook zum Notebook: Medion Akoya vs. Asus Eeepc Zwei Klassiker des Computerjahres 2008 Es gibt nur wenige wirklich Computer-Klassiker. Der Asus EeePC 700/701 ist zweifellos einer von ihnen. Im Alleingang schuf das Mini-Notebook eine ganz neue Gerätekategorie: das Netbook. Der Ansturm der Kunden war riesig, und so blieb es nur eine Frage der Zeit, bis andere Hersteller versuchen würden, auf dem großen Markt der kleinen Rechner mitzumischen. Dabei verbesserte sich die Ausstattung rasant. Einen weiteren wichtigen Markstein setzte das Medion Akoya Mini. Anfang Juli lieferte es der Hersteller an die Aldi-Märkte aus, und innerhalb von Stunden räumten die Kunden die gesamten Bestände. Wir haben die beiden wohl gefragtesten Computer des Jahres 2008 verglichen. Wir stellten fest: Aus dem Unterwegsprovisorium Netbook ist ein erwachsenes Notebook geworden. Vom Netbook zum Notebook Schon rein äußerlich wird klar, dass sich der Markt geteilt hat. Dem Asus haftet der Charme eines robusten Arbeitstieres an. Das Gehäuse ist stabil, besitzt aber nicht im Ansatz die elegante Form des Medion-Gerätes. Dafür sitzt der Deckel straffer. Die Gefahr, dass er irgendwann ausleiert und auf- oder zufällt, ist beim Medion Akoya größer als beim EeePC. Die Tastatur im Medion kommt eher dem Tippgefühl auf einer "großen" Computertastatur" nahe. Zehn-Finger-Tipper sind hier im Element. Außerdem ist der Tastenhub beim EeePC sehr gering. In Sachen Tastatur geht die volle Punktzahl an Medion. Schon das erste Laden des Akkus offenbart einen weiteren Unterschied. Der EeePC kommt mit einem Netzteil, wie es auch Handys beiliegt. Der Akoya gibt sich hier ganz als echtes Notebook. Das Ladegerät besitzt sogar einen Schalter, mit dem es sich aus- und einschalten lässt. Sowohl Asus als auch Medion besitzen eine Webcam im Deckel, um Videotelefonie betreiben zu können. Die Displays bei den beiden Geräten könnten unterschiedlicher aber nicht ausfallen. Beim EeePC quetscht sich ein winziges 7-Zoll-Display zwischen die ebenfalls im Deckel eingebauten Stereo-Lautsprecherchen. Der Akoya genügt mit seinem 10-Zoll-Display auch in dieser Disziplin eher dem, was man von einem "richtigen" Computer erwartet. Ein richtiger Computer ist der Akoya auch im Inneren. Er besitzt eine Festplatte (80 GB) und einen aktuellen Prozessor (Intel Atom, 1,6 Ghz). Damit das installierte Windows XP flüssig läuft, hat Medion seinem Netbook 1 GB Arbeitsspeicher spendiert. Der EeePC muss mit einem mobilen Celeron-Prozessor von Intel (900 Mhz) auskommen. Eine Festplatte hat er nicht, dafür aber einen Festspeicher mit einem Fassungsvermögen von 4 GB. Ab Werk sind 512 MB Arbeitsspeicher installiert. Trotzdem sammelt der Urahn aller Netbooks gerade in der Performance fleißig Punkte. Das installierte Linux fährt in einem Bruchteil der Zeit hoch, die das XP des Akoya braucht, und auch schneller herunter. Dank der genügsamen Hardware-Anforderungen von Linux geht das Arbeiten auf dem EeePC mindestens so flüssig wie unter Windows auf dem Akoya. An Software sind beide Netbooks gut ausgestattet. Medion setzt beim Akoya übrigens das zwischen Microsoft und Open Office fast völlig vergessene Word Perfect ein. Der EeePC kommt mit einem kompletten Open Office. Fazit: Das Bessere ist des Guten Feind Viel haben Asus EeePC und Medion Akoya gemeinsam: Sie sind leichte Begleiter ohne optisches Laufwerk, immer bereit, ihren Besitzer per WLAN ins Netz zu bringen. Der Akoya kostet 400 Euro, der EeePC hat einmal 300 Euro gekostet, ist aber mittlerweile um die 250 Euro zu haben. Damit hören die Gemeinsamkeiten auf. Es ist erstaunlich, was die Hersteller für eine Handvoll Hunderter zustande bringen. Inzwischen besteht kein Unterschied mehr zwischen den Netbooks und jenen Notebooks, die vor wenigen Jahren noch technisch den Stand der Dinge markierten. Der EeePC kann sich nur mit seinen kurzen Startzeiten halten. In allen anderen Bereichen ist das Bessere mittlerweile des Guten Feind. Und Medion hat mit dem Akoya ein eindrucksvolles Beispiel dafür geschaffen, was in dieser Geräteklasse möglich ist. Natürlich eignen sich beide Geräte nicht als Ersatz für einen stationären PC oder ein erwachsenes Notebook. Doch der Akoya kommt diesem Ideal schon sehr nah. Zum Schluss noch ein versöhnliches Wort für die Besitzer des EeePC: Der Kleine mag etwas rustikal wirken, doch er ist absolut robust. Da verwindet und knarrt nichts. Der Bildschirm sitzt auch nach vielen Monaten noch so straff wie am ersten Tag. Zumindest darin scheint der Eeepc seinem moderneren Enkel überlegen zu sein. Außerdem kann nur ein PC der Pionier sein. Den Eeepc 701 4G wird man dereinst in einem Atemzug mit dem Commodore Computer, mit dem iMac und anderen klassischen Computern genannt werden. Sein Erfolg hat eine ganze Industrie zum Umdenken gebracht. Schneller, höher, weiter war gestern. Heute ist bequem, klein, mobil und günstig. Ohne den Ansturm auf den EeePC hätte es keinen Medion Akoya gegeben. Und was soll das Klagen? Eignet sich der kleine PC nicht ganz hervorragend für alles, für das er konstruiert wurde? Mailen, Surfen, Bloggen, Chatten? ### Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 3/3 Fazit Eeebuntu Das Ubuntu für den Eeepc kommt mit der von Ubuntu designten Netbook-Oberfläche. Die ist sehr schick,mehr aber auch nicht. Es unterstützt die Fn-Tasten des Eeepc out of the Box und auch die Einwahl ins WPA-geschützte Funknetzwerk. Außerdem Allerdings bricht die WLAN-Verbindung zusammen, wenn man eine Anwendung startet, die aufs Internet zugreift. Egal ob den Paket-Manager Synaptic, den Firefox-Browser oder was auch immer: Das WLAN fällt aus. Ich gestehe, dass die Voraussetzungen nicht leicht sind: Das Internet von meinem Kabelanbieter RFT bricht manchmal zusammen, und der dahinter geschaltete WLAN-Router von Belkin bucht sich dann manchmal aus. Dennoch: Eeexubuntu 7.10.3 verhielt sich hier immer mustergültig, und hinter diesen Standard will ich nicht mehr zurück. Unverständlich finde ich auch die Zusammenstellung: Eeebuntu verwendet den Gnome-Desktop, mixt ihn aber mit dem Kontrollzentrum und dem Network-Manager von KDE. Auf jedem "großen" PC will ich nichts gegen solch einen Mix sagen. Auf dem Eeepc 701 4G ballert Eeebuntu jedoch den gesamten Festspeicher voll, weil es neben den GTK- auch noch die QT-Bibliotheken braucht. Noch eine Frage: Was soll der Speicherfresser Open Office auf der kleinen Kiste? Mit Rücksicht auf den umfangreichen Gnome-Desktop habe ich Eeebuntu gestattet, eine Swap-Partition anzulegen. Das macht den Speicherplatz auf dem Festspeicher noch knapper. Aber selbst mit Swap läuft Eeebuntu auf dem kleinen Eeepc nur sehr hakelig. Eeexubuntu lief ohne Swap stets flüssig und schnell. Also: Runter damit. Fluxflux Fluxflux läuft schon auf dem USB-Stick sehr geschmeidig. Statt Open Office bringt das System die kompakte Textverarbeitung Abiword mit. Sehr gut. Das System sieht die Einbindung eines Surf-Sticks vor und läuft auch in WPA-geschützten Funknetzwerken sehr stabil. Fluxflux passt sich am besten an den Eeepc an. Ein Traum. Leider hat die Installation auf die Festplatte nicht geklappt. Ich bin jedoch entschlossen, es auf meiner Speicherkarte weiter zu testen. Jeder Eeepc-Besitzer sollte Fluxflux auf jeden Fall eine Chance geben. Dieses System ist der Hammer - wenn die Installation gelingt. Mandriva 2009.0 Mandriva erhebt den Anspruch, das einzige Mainstream-Linux anzubieten, das ohne Basteleien perfekt auf dem Eeepc läuft. Sehr gut: Bei der Net-Installation lässt sich die Programmzusammenstellung an die Gegebenheiten auf dem Eeepc anpassen. Abiword statt Open Office, IceWM statt Gnome oder KDE. Ich habe mich für Gnome entschieden. Und siehe da: Mandriva läuft auch mit Gnome absolut flüssig. Keine Zicken, keine Hakeleien. Dabei verwendet auch Mandriva ein üppig ausgestattetes grafisches Kommandozentrum. Nehmt euch ein Beispiel dran, Ubuntu! Mandriva ist ein vollkommen unterschätztes Linux. Im Bedienungskomfort braucht es sich hinter Ubuntu nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Mandriva setzt so konsequent auf grafische Systemverwaltung wie sonst nur noch Suse, ist aber kompakter und wirkt übersichtlicher. Die Fn-Tastenkombinationen funktionieren perfekt. Leider scheiterte auch Mandriva daran, eine stabile Netzwerkverbindung mit meinem WLAN herzustellen. Beim Start des Firefox war es vorbei mit dem Internetanschluss. Pupeee Pupeee ist eine angepasste Version von Puppy Linux. Es läuft pfeilschnell vom USB-Stick, weil das gesamte System in den Arbeitsspeicher geladen wird. Schon das normale Puppy ist eine heimliche Liebe von mir. Es reduziert Linux auf das Notwendigste, bleibt aber dabei überraschend benutzerfreundlich - anders als das auf einen ähnlichen Zweck gerichtete Damn Small Linux. Während Puppy im Gesamtumfang unter 100 MB bleibt, misst Puppeee 139 MB. Es war aber immer noch die kleinste Distribution im Test. Der Funktionsumfang überrascht. Für Internet und E-Mail ist Seamonkey an Bord, eine Textverarbeitung ist dabei,Player für Musik und Multimedia und, und, und. Leider habe ich es auch mit viel Recherche in Foren und viel Probieren nicht geschafft, Pupeee mit meinem WPA-geschützten Funknetzwerk zu verbinden. WEP ist übrigens kein Problem. Puppeee ist ein System, das sich beispielsweise empfiehlt, wenn die Festplatte dereinst einmal hinüber ist (Festspeicher vertragen nur eine begrenzte Zahl von Schreibzugriffen). Wenn Puppeee in WPA-geschützten Funknetzwerken funktionieren würde, wäre es ein ideales System für den Eeepc 4G. Slack2go Slack2go beruht auf Slackware. Es kommt mit Open Office (Geht's nicht noch größer?) und einem Desktop, der sich am Easy Desktop von Xandros orientiert. Wie dieser lässt der Slack2go-Desktop nicht ohne weiteres Systemveränderungen zu. Das nervt schon deswegen, weil Slack2go offensichtlich an den etwas größeren Bildschirm des Eeepc 900 mit seinem 9-Zoll-Display angepasst ist. Auf dem 7-Zöller des 701 kann der Nutzer nur raten, was sich am rechten Bildschirmrand verbirgt. Außerdem erkannte Slack2go die WLAN-Karte nicht. Keine Chance. Slack2go flog von der Platte. Fazit Ich bin inzwischen bei Eeexubuntu 7.10.3 zurück. Ich weiß jetzt, was ich daran habe. Ich lebe mit den Fehlern und freue mich an einer soliden Arbeitsmaschine. Das "große" Ubuntu habe ich nicht nur in der Xubuntu-Version ausprobiert. Die Community bietet zwar einen Kernel an, der alle Funktionen des Eeepc unterstützen soll. Doch genau dieser Kernel liegt Eeebuntu zugrunde, und das war eine Enttäuschung. Ich werde jetzt versuchen Fluxflux auf meiner SD-Karte zum Laufen zu bringen. Wenn ich das geschafft habe und mein Eeepc mit einem stabilen System auf der Speicherkarte läuft, dann werde ich versuchen, entweder Xubuntu 8.10 auf die Platte zu bringen oder ich gebe Mandriva noch eine Chance. Von den speziell angepassten Distributionen hat mich Fluxflux begeistert. Interessant ist auch Puppeee: Keine Distribution lief im Test so flink. Slack2go sollten Besitzer eines Eeepc 900 einmal ausprobieren. Vielleicht ist das System dort das Maß der Dinge. Man liest öfter, dass der kleinste (und älteste) Eeepc auch derjenige ist, der die meisten Bastelarbeiten verlangt. Meine Versuche scheinen dies zu bestätigen. Die Netbook-Hersteller schießen sich allmählich auf eine Plattform rund um Intels Atom-Prozessor ein. Dementsprechend treiben auch die großen Linux-Distributoren ihre Systeme für diese Plattform voran. Schon deshalb verdienen Entwickler wie Thomas Schönhütl und Linux-Systeme wie sein Fluflux allen Respekt. Immerhin zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab: Laut einer Meldung von Heise gibt es endlich einen Open-Source-Treiber für die Atheros-WLAN-Karten. damit könnten die WLAN-Probleme auf den Eeepcs bald ein Ende haben - auch auf dem kleinsten. Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 1/3 Einleitung Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 2/3 Installation ### Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 2/3 Installation Installation Als Installationsmedium kam ein USB-Stick mit einem Fassungsvermögen von 2 Gigabyte zum Einsatz. Noch vor Jahresfrist stellte schon das kopieren der Daten auf einen USB-Stick den unerfahrenen Linux-Nutzer vor große Probleme. Das Programm Unetbootin macht diesen Vorgang heute zum Kinderspiel. Das Programm kann sogar ganze Distributionen aus dem Netz herunterladen und auf den Stick packen. Unetbootin habe ich für die ISO-Dateien von Eeebuntu, Foresight, Fluxflux, Slack2go und Pupeee benutzt. Die Foresight Mobile Edition steht auch als .img-Datei im Netz, die man mit einem einfachen Terminal-Befehl auf den Stick transferieren kann. Die Syntax: dd if=/home/// of=/dev/sdx1 Mit diesem Befehl habe ich auch die Boot-Medien für die beiden Mandriva-Distributionen auf den USB-Stick gebracht. Mandriva bietet eine Imagedatei namens "all.img" an, mit der man eine Installation per Internet anstoßen kann. Zum Booten vom USB-Stick muss man die Esc-Taste drücken, wenn der Eeepc den Begrüßungsbildschirm zeigt. Danach den USB-Stick auswählen. Eeebuntu Die Installation vom Ubuntu für den Eeepc verläuft wie man es vom "großen" Ubuntu gewohnt ist: simpel, schnell, idiotensicher. Wie Fluxflux lässt sich Eeebuntu erst im Live-Betrieb testen und dann installieren. Ich habe Eeebuntu ohne Test gleich installiert. Fluxflux Fluxflux ist eine Version von PCLinuxOS, die der Eeepc-Besitzer Thomas Schönhütl an den Eeepc angepasst hat. Es verfügt über ein grafisches Menü zum Anschließen eines UMTS-Sticks, WLAN und die Fn-Tasten funktionieren einwandfrei. Zur Installation hat Thomas Schönhütl zwei Varianten vorgesehen: die Installation auf den Festspeicher und die Installation auf eine SD-Speicherkarte. In einschlägigen Internetforen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man genau darauf achten soll, dass man nicht die SD-Installation für den eingebauten Festspeicher benutzt. Andernfalls meldet das System beim Start "Kernel Panic" und bootet nicht. Ich habe darauf geachtet, die Installation für Festplatte zu nutzen. Beim Start bootete das System nicht und meldete im abgesicherten Modus: Kernel Panic. Mit Sicherheit gibt es eine Möglichkeit, das zu beheben. Ich habe darauf verzichtet, ich bin ein verwöhnter Ubuntianer. Das System zeigt sich im Live-Betrieb aber so ausgewogen, praxistauglich und schick, dass ich es auf meiner 2-GB-Speicherkarte ausprobieren werde. Foresight Die Foresight Mobile Edition habe ich zuerst als Imagedatei verwendet. Foresight führt mit dem von Fedora bekannten Installer Anaconda durch die Installation. Das funktioniert sauber, schnell und einfach. Leider blieb die Installation mit einer Fehlermeldung hängen. Ein nochmaliges Herunterladen und ein zweiter Installationsversuch brachte dasselbe Ergebnis. Das Installationsimage hat einen fehler. Darauf hin habe ich das ISO herunter geladen. Dummerweise verlangt Foresight zu Beginn der Installation den Pfad zum Installationsmedium. Ich habe den Pfad eingegeben, verschiedene Variationen ausprobiert. Nichts zu machen. Alternativ kann man hier auch die Adresse eines Mirrors angeben, auf dem die Installationsdateien liegen. leider habe ich keinen Mirror gefunden. Foresight bleibt ungetestet. Mandriva Mandriva hat mich begeistert. Bisher habe ich diese Distribution nicht zur Kenntnis genommen. Die Installation aus dem Internet lief mit 2009.0 vollkommen problemlos. Bei der Wahl des Servers muss sich der User nicht wie bei Fedora oder Suse mit Adressen herumschlagen. Mandriv schlägt eine Aswahl von Mirrors vor. Bitte abgucken, liebe Mitbewerber. Anders die Version 2008.1: Sie blieb irgendwo in der Mitte aus unerfindlichem Grund hängen. Pupeee Die für den Eeepc angepasste Version von Puppy Linux läuft komplett aus dem Arbeitsspeicher. Um es zu installieren, muss man das Linux vom USB-Stick booten und dann im Menüpunkt "universal install" die Installation beginnen. Man kann aber auch auf dem USB-Stick Speicherplatz anlegen und das System dann vom Stick nutzen. Leider habe ich es nicht geschafft, Pupeee mit meinem WPA-geschützten unknetzwerk zu verbinden. Es gibt etliche Lösungsansätze für das Problem. Ich hatte mit keinem Erfolg. Daraufhin habe ich auf die Festplatteninstallation verzichtet. Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc -1/3 Einleitung Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc 3/3 Fazit ### Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 1/3 Einleitung Wer sich mit der Frage befasst: Welches Linux ist das richtige für mein Netbook? Wer dieser Frage nachgeht, der stellt fest, wie vielfältig die Welt des freien Betriebssystems ist. Mein Asus Eeepc 701 4G lief in den vergangenen Monaten zuverlässig mit Eeexubuntu 7.10.3. Besonders begeistert hat mich WLAN. Die zickige Atheros-Karte im Eeepc 701 läuft nicht einmal mit dem vorinstallierten Xandros so stabil wie mit Eeexubuntu. Einige Dinge störten mich allerdings: 1. Xubuntu 7.10.3 ist nicht aktuell. 2. Udates lässt das System nicht zu, weil sonst die Anpassungen an den kleinen Eeepc überschrieben werden. 3. Fn-Tasten zum Regeln der Lautstärke oder zum Ein-/Ausschalten des wLan funktionieren nicht. 4. Ich habe einen Surf-Stick vom Mobilfunkdiscounter Fonic, den ich gern ausprobieren würde. 7.10 bietet aber noch keine bedienerfreundliche Möglichkeit, per Mobilfunk online zu gehen. Meine Anforderungen an den Ersatz für Eeexubuntu 7.10.3: 1. Fn-Tasten sollten out of the Box (ootB) funktionieren. 2. Einfache Administration eines UMTS-Sticks. 3. Kompakte Größe (Schließlich habe ich nur 4 GB Festspeicher zu vergeben). 4. Keine Abstriche in Sachen WLAN. Folgende Linux-Distributionen habe ich testweise installiert (oder zu istallieren versucht): Eeebuntu (basiert auf Ubuntu 8.04.1) Fluxflux 2008-12 (basiert auf PCLinuxOS) Foresight Mobile Edition 1.0 Mandriva 2008.1 Mandriva 2009.0 Pupeee (basiert auf Puppy 3.01) Slack2go (basiert auf Slackware) Alle Distributionen erheben den Anspruch, den Eeepc out of the Box zu unterstützen. Im nächsten Beitrag wird es um die Installation gehen. Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 2/3 Installation Test: Linux-Distributionen für den Asus Eeepc - 3/3 Fazit ### Nach der Finanzkrise die Gastrokrise? Die Welt spricht von der Finanzkrise, doch WELT-Redakteur Daniel Eckert zerbricht sich den Kopf schon über die nächste Krise. Er erwartet eine Gastro-Blase nach der Kreditblase. Auch die Schuldigen hat er bereits ausgemacht: die Banker. Seine Beobachtung: Auffällig viele Banker träumen davon, eine Bar oder ein Restaurant zu eröffnen, wenn die Finanzkrise ihre Jobs zunichte gemacht hat. Gefunden in: DIE WELT ### Kino: Kein Quantum Trost Ein Quantum ist eine bestimmte, nicht festgelegte Menge vor irgendetwas. Die Mengen machen dem neuen Bondabenteuer "Ein Quantum Trost" zu schaffen. Mit 107 Minuten soll er der kürzeste Bond aller Zeiten sein. Dennoch zieht sich dieses Quantum gefühlt in die Länge. Das liegt an der zerstückelten Handlung. Bond (Daniel Craig) setzt an, wo er in Casino Royale aufgehört hat. Er verfolgt die Bösewichte, denen er den Tod seiner geliebten Vesper vorwirft. Logisch, dass Geheimdienstchefin M (Judi Dench) den Geheimagenten in eigener Mission nicht gern sieht. Natürlich erledigt 007 die Schufte. Außerdem verhindert er quasi im Vorbeigehen einen Militärputsch in Bolivien und legt dem Fiesling Dominic Greene (Mathieu Amalric) das Handwerk. Der macht zwielichtige Geschäfte unter dem Deckmantel des Umweltschutzes. Was hat das in der Rachestory zu suchen? Nur eine der Fragen, die das neue Bondabenteuer aufwirft - und nicht beantwortet. Ich weiß, man sollte nicht James Bond nie durch unrealistische Erwartungen an die innere Logik überfordern. Auch früher zeichnete sich James Bond nie durch raffinierte Wendungen in der Handlung aus. Aber immerhin war James Bond eben James Bond. Man wusste, worauf man sich einließ. Regisseur Marc Forster lässt seinen James Bond über weite Strecken wie Jason Bourne zwischen allen Stühlen sitzen. Diesmal legt er sich nicht nur mit der eigenen Chefin M an, die immer mehr wie eine Oberamtsrätin auf Altersteilzeit wirkt. Diesmal jagen ihn auch die Amerikaner. Aber wo die Bourne-Trilogie für konstant hohen Adrenalinspiegel sorgt, stürzt Bond-Regisseur Marc Forster in ein Wechselbad aus übertrieben hektischen Actionszenen und gefühligen Momenten, in denen der innerlich gebrochene Protagonist Seelenschau betreibt. Da kann ein Quantum Zweifel aufkommen: Ist das noch ein James Bond? Zumal Filmkomponist David Arnold von der eigenen Kreativität so eingenommen ist, dass er dem Zuschauer das typische James-Bond-Thema erst zum Abspann serviert. War es also doch ein James Bond, Haben wir uns doch nicht im Multiplex-Palast ins falsche Kino verirrt. Doch ein Trost ist das nicht. Nicht einmal ein Quantum. ### Amoklaufen für den Unterricht? Kein Wunder, dass Thüringens Schüler in PISA Spitze sind. Wenn es um ihren Unterrichtsanspruch geht, schrecken sie vor nichts zurück. In einer Schule in der Landeshauptstadt Erfurt müssen sie wohl sogar mit Amoklauf gedroht haben, um den Unterrichtsausfall zu beenden. Daraus lernen wir: Auch in Schlagzeilen sollte ein Journalist immer prüfen, welche Kausalzusammenhänge er andeutet. Gefunden in Google News, heute um 13.20 Uhr. ### Phaenomene des Alltags: Quantum Wissen Sie, was ein Quantum ist? Nein? Dann wird es Zeit zum Lernen. Denn wir Deutsche kennen Quanten allenfalls als große Füße mit Tendenz zu Geruchsentwicklung. Bescheiden wie wir nun einmal sind rechnen wir nur mit dem Quäntchen. Das ist kein kleines Füßchen, sondern eine geringe Menge von irgendetwas. Nichts anderes verbirgt sich hinter dem großen Quantum. Die Wikipedia beschreibt das Quantum so: Quantum (von lateinisch für „wie viel“, „wie groß“) ist ein umgangssprachlicher Begriff mit der Bedeutung eine bestimmte Menge oder eine bestimmte Anzahl. Dabei gibt es keine genaue Größenvorgabe für die Mengen, für die das Quantum stehen kann. In den USA vermarktete Volkswagen in den 1980er Jahren biedere Mittelklasse-Limousinen unter dem Namen Quantum. Auch das erfahren wir aus der Wikipedia. Im angelsächsischen Sprachschatz scheint das Quantum einen festen Platz erobert zu haben. Bei uns hat es seinen Eroberungszug erst mit dem "Quantum Trost", dem neuen Bond-Abenteuer, angetreten. Dies kann uns jedoch kein Quäntchen Trost sein, denn das Quantum wuchert in unserer Alltagskultur wie ein Krebsgeschwür. Wie spaltbares Material dringt es uns in alle Poren. Selbst ein Geschirrspülmittel heißt heute Quantum. Wer darin auch nur ein Quäntchen Logik sucht, findet ein gewaltiges Quantum Geschäftstüchtigkeit plus einen Haufen Spülmaschinentabs. 1965 hätte es derselben Logik folgend "Feuerball" gehießen. Zugegeben: Das Quantum eignet sich für derartige kombinierte Siegeszüge. Wie Bond selbst setzt das Quantum zum Sprung an, zu Lande, zu Wasser und in der Spülmachine. Dafür hätten sich  nicht alle bisherigen James-Bond-Titel ebenso gut geeignet. Man denke an einen probiotischen Joghurt namens "Hauch des Todes". Das Quantum hört sich irgendwie schneidig an: modern, trendy. Sicherlich hätte ein Opel Quantum den angeschlagenen Hersteller besser über die Finanzkrise gebracht als ein Opel Insignia. Das Quantum ist dermaßen hip, dass wir unter diesem Namen wahrscheinlich sogar spekulative Wertanlagen von Lehman Brothers kaufen würden. So begnügen wir uns mit dem Schlangestehen an der Kinokasse. Und dann entdecken wir doch ein Quantum Trost im neuen Bond: Mit 106 Minuten soll er der kürzeste James-Bond-Film aller Zeiten sein. Das bedeutet: Das Popcorn geht nicht mehr schon vor der Mitte des Fims aus. ### Ganz Hesse lacht - nicht nur zur Fassenacht Hessens SPD hat die Weichen in Richtung Neuwahl gestellt. Thorsten Schäfer-Gümbel soll Roland Koch und die CDU jetzt das Fürchten lehren. Drei Eigenschaften qualifizieren Thorsten Schäfer-Gümbel zum Spitzenkandidaten: 1. Andrea Ypsilanti braucht ihn nicht zu fürchten, 2. Ypsilantis Gegner in der Hessen-SPD brauchen ihn nicht zu fürchten, 3. Steinmeier braucht ihn nicht zu fürchten. Er hat aber auch einen Nachteil: Roland Koch braucht ihn nicht zu fürchten. Noch nie ist jemand mit einem Doppelnamen in der deutschen Politik etwas Ranghöheres geworden als Famlien-, Justiz- oder Gesundheitsministerin. Mit Thorsten Schäfer-Gümbel kehrt die Hessen-SPD endlich auf die Verliererstraße zurück, auf der sie sich ohnehin viel besser auskennt. In Berlin kursiert ein netter Witz: Treffen sich ein Bundestagsabgeordneter aus Hessen und einer aus Berlin. Der Berliner: "Hast du schon gehört? Bei uns nennt man die Hinterbänkler jetzt Hessenbänkler." Der Hesse antwortet: "Ach ja? Bei uns nennt man sie Spitzenkandidaten." ### Get A Mac: Sad Song Ein weiteres Juwel aus dem Fundus der Apple-Spots. Diesmal singt PC den Vista-Blues. ### Bayern am Abgrund: Obama, Bürgerkrieg und Scheißerei Alle schreiben über Obamas Wahlsieg. Aber keiner sieht die echten Schuldigen: Als die CSU die absolute Mehrheit in Bayern verlor, ging ein Beben durchs konservative Raum-Zeit-Kontinuum. Eine Erschütterung, die dem Bayern buchstäblich körperliche Beschwerden bereitet, wie wir noch sehen werden. Erschütterungen von solcher Gewalt, dass ein demokratischer Afroamerikaner US-Präsident werden konnte. Dass im Freistaate selbst etwas faul ist, seit die CSU Koalitionen (knirsch!) aushandeln muss, das ist klar. Schon finden es die Bayern zum Kotzen. Und zwar so zum Kotzen, dass es ihnen aus allen Körperöffnungen kommt, wie die Passauer Neue Presse zu berichten weiß. Denn in Bayern grassiert das Noro-Virus. Besonders auf Flusskreuzfahrten sitzt man mittlerweile öfter auf dem Scheißhaus als im Liegestuhl. Was ist nur aus Bayern geworden? Da muss der neue Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer zwischen Ober- und Niederbayern, Ober-, Mittel und Unterfranken vermitteln. Und Seehofer? Kann er der Obama der Bayern werden? Einer, der das Volk hinter sich vereint? Der auch die Verzagtesten vom stillen Örtchen reißt, den aufkeimenden Bürgerkrieg beilegt und das Virus ausmerzt? In Seehofers Alter sollte man Bundes- aber keinesfalls Ministerpräsident werden. ### Obama vs. McCain und die iReporter Deutsche Radiosender trauen ihren Hörern gerade noch zu, Staus und Radarkontrollen (Flitzer-Blitzer) durchzugeben - CNN lässt seine Konsumenten über die US-Präsidentschaftswahl berichten. Die so genannten iReporter beschreiben ein Land im Ausnahmezustand: Ronnie Senique, Mathe-Lehrer aus Landover, Maryland, traf gegen 4 Uhr in der Frühe (Ortszeit) vor seinem Wahllokal ein, drei Stunden vor Öffnung. Da reichte die Schlange schon um die Ecke, durch die Schule und bis hinaus auf die Straße. Ähnliches schildert iReporterin Lynn Linnemeier im Südwesten von Atlanta. Sie musste sich im Parkhaus in der Schlange anstellen und zwei Stunden warten, bis sie ihre Stimme abgeben durfte. Dabei hatte sie ihre 9- und 16-jährigen Enkeltöchter dabei. Die sollen den Wecker gestellt haben, um ihre Oma ins Wahllokal begleiten zu können. Noch Fragen, liebe deutsche Politiker? Ach so... Ich vergaß... Hier sind wir ja schuld. Wir sind einfach nur zu verdrossen. ### Obama vs. McCain: 41.000 Klagen über kaputte Wahlmaschinen Noch bevor Barack Obama oder John McCain Gelegenheit dazu gehabt haben, hat die amerikanische Demokratie bei der US-Präsidentschaftswahl eine Schlappe erlitten: Die "Election Protection Coalition", eine Bürgerrechtsbewegung, meldet bereits am frühen Nachmittag (Ortszeit) 41.000 Klagen über defekte Wahlmaschinen. Unter anderem in den US-Staaten Michigan und Florida. Das berichtet ABC. ### Der Fall Ypsilanti oder die Angst der SPD vor Siegerinnen Wenn die Hessen-SPD so mit Siegern umgeht, dann wundert es nicht, dass die Genossen bisweilen Probleme haben, Spitzenkandidaten zu finden. 24 Stunden vor der Wahl von Andrea Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin schlug vier sozialdemokratischen Landtagsmitgliedern das Gewissen. Sie verweigerten das Ja-Wort zu einer rot-grünen Koalition mit Billigung der Linkspartei. Auch wenn SPD-Chef Franz Müntefering im Fernsehen heute Solidaritätsbekundungen mit der gemeuchelten Hessenwahlsiegerin abgibt: Man wird das Gefühl nicht los, dass das hessische Kleeblatt sich mit seinem Verrat an der hessischen Sache an höherer Stelle empfohlen hat. Wie wäre es mit einem Staatssekretärsposten in einer Steinmeier-geführten Regierung nach der Bundestagswahl? Und dann irgendwann aufs Altenteil bei RWE? Da kann man sich schon mal ein paar Tage lang in der hessischen Provinz als Königsmörder verfemen lassen. ### Rät WISO von Riester-Rente ab? Das ZDF-Verbrauchermagazin WISO riet in seiner heutigen Sendung davon ab, Geldanlagen zu wählen, deren Funktion man nicht versteht. Dabei verschweigt die TV-Vereinfachungsmaschine die Riester-Rente. Kaum eine Geldanlage ist so schwer zu begreifen, wie die verästelte Rentenstütze, die einen Alt-Arbeitsminister unsterblich gemacht hat. ### Phaenomene des Alltags: Der Manager Die Welt der Phänomene unseres Alltags bevölkert der Manager noch nicht so lange: Mit dem Börsengang der Telekom trat er ins Licht der Öffentlichkeit - gemeinsam mit dem Papier, mit dem seine Existenz fluchhaft und unentrinnbar verknüpft ist: der Aktie. Beides hatte vorher den muffigen Beigeschmack von Nadelstreifen, Zigarren, steifen Gehröcken und Gamaschen über den Schuhen. Im Augenblick, da plötzlich selbst Studenten und alte Leute an der Börse zu spekulieren begannen, entschwand der "Kapitalist" als Person und (national-)sozialistischer Kampfbegriff aus der Gesschichte. Mit federndem Gang und gewinnenden Lächeln eroberte der Manager stattdessen die Bühnen der Nachrichtensender, deren Kulissen damals noch nach frischer Farbe rochen. "Capital" und "Manager Magazin", die man als Bravo und Popcorn der Shareholder-Gesellschaft bezeichnen könnte, erfreuten sich unerwarteter Beachtung bei Lehrern und Straßenbahnfahrern. Sie verklärten den Manager zum Entscheider. Die ARD-Talkerin Sabine Christiansen schließlich verlieh dem Manager den letzten noch fehlenden Adelsschlag: In Polit-Talksendungen, in denen bislang nur Vertreter der Bundestagsparteien diskutierten, saßen plötzlich Manager mit in der Runde. Lässig. Cool. Sie waren die Entscheider. Ihnen gegenüber das Kontrastprogramm: die Politiker. Zänkisch. Kleinlich. Ewig vom Wähller gehetzt. Der Manager war unser Heilsbringer. Oder unser Enfant Terrible. Denken wir an Josef Ackermann: Ist er nicht der Dieter Bohlen der Finanzwelt? Planieren statt sanieren? Das Bild vom Entscheider wirkte bis in die Politik hinein. In der Gesellschaft der Ackermanns und von Pirers wirkte Kanzler Helmut Kohl betulich und altbacken. Die Deutschen wählten einen Politik-Entscheider: Gerhard Schröder. Politik? Das schien nur eine Form von Management zu sein. Schließlich beurteilten in der Ära Schröder plötzlich Unternehmensberater den Zustand unseres Gemeinwesens. Die Deutschen wollten glauben: Wenn Deutschland wie ein DAX-Konzern funktioniert, geht es uns allen besser. Die Sehnsucht nach Teilhabe am Börsenwunder Deutschland trieb nun auch die letzten Skeptiker in die Büros der Finanz- und Anlageberater. Wenn der Manager im globalisierten Wirtschaftskampf ein General ist, dann sind die Anlageberater die Infanterie. Sie brachten den Bundesbürger von den kleinbürgerlichen Anlageformen Bausparvertrag und Sparbuch in die Glitzerwelt,ins Casino der Aktien, Derivate, Fonds und Optionen. So recht real wirkte das von Anfang an nicht. Alles war Reality-TV: Heimwerker-, Koch-, Erziehungs- und Auswander-Sendungen. Der Soap Marienhof folgte eben die Reality-Soap Börsenbericht. Nun sortiert die Finanzkrise unerbittlich Realität und Fiktion. Vergessen der Traum von Teilhabe am Börsen-Monopoly. Spät die Einsicht, dass der Normalbürger überhaupt kein Spielgeld besitzt. Und der Manager? Die Figur an der sich die Träume der vergangenen Dekade kristallisierten? Der Entscheider sieht sich plötzlich als Zocker verfemt. Kein Popstar, kein Sportidol ist je so tief gefallen. Der Bohlen der Finanzwelt ist zum Bin Laden der Kleinanleger mutiert. Zum Thema: Phaenomene des Alltags: Die Börse ### Get A Mac: Pizza PC Zweite Folge meiner "Best of Get a Mac": Diesmal will PC als kostenlose Mafiatorte Studenten auf dem Campus anlocken. ### Phaenomene des Alltags: Berlin Hotels mit riesigen Aquarien, die über mehrere Stockwerke gehen, Kaufhäuser mit Maßkonfektion, prächtige Opernhäuser, Ehrfurcht gebietende Dome, Kunstgalerien, in denen man mit Google Maps den Weg suchen muss: Was es in Berlin nicht gibt, das gibt es nicht - nirgendwo in Deutschland. Und alle tragen zu diesem Eindruck bei: die mächtigen Hauptstadtrepräsentanzen der Autohersteller, der Parfümerien, der Mode- und Industriedesigner. Wer in Berlin nicht Flagge zeigt, den gibt es nicht. Vor allem Berlins neue Mitte ist eine Kulisse. Eine Kulisse für einen Film, für den einzig die Finanzierung schon steht. Wer jedoch Regie führt, wer die Hauptrolle spielen soll, das ist völlig unklar. Denn auch das ist Berlin: 20 Euro reichen in Paris für drei Bier, in Frankfurt am Main höchstens für vier. In Berlin reichen 20 Euro für eine Sauftour mit Alkoholvergiftung. Teuer sind nur eine Handvoll Restaurants rund um den Gendarmenmarkt. Nur ein paar Meter weiter weg sinken die Preise. Selbst bei nobel eingerichteten Restaurants erhält der hungrige Tourist eine Mahlzeit für weniger als 10 Euro. Das kosten in entsprechender Lage in Hamburg oder München schon fast die Dönerbuden. Das hat etwas von Rufen im Walde: Wenn sich nur genug Läden mit rahmengenähten Budapester Schuhen an einem Ort niederlassen, dann wird sich doch wohl auch die Kundschaft einfinden, die die Schuhe trägt, oder? Schließlich ist das doch die Hauptstadt, oder nicht? Das stimmt, Berlin ist die Hauptstadt und gleichzeitig ein riesiges Freizeitparadies. In kaum einer anderen deutschen Großstadt springt die Armut so ins Auge dess geschockten Besuchers wie in Berlin. So wuseln vor der Kulisse, dem Prunk der Autohäuser und Maßschneider und Herrenausstatter nur die Scharen von Komparsen und Nebendarstellern umher, ein Heer von Hartz-IV-Empfängern und Lebenskünstlern. Dabei lässt sich beides nicht wirklich scharf voneinander trennen. Berlin zieht die Kreativen an, wie keine andere Stadt. das Mietniveau ist niedriger als in irgendeiner anderen deutschen Szene-Metropole. Hier braucht man nur jeden zweiten Tag in der Kneipe arbeiten zu gehen, um Miete und Grundnahrungsmittel (Bio-Möhren, Coffee-To-Go, Zigaretten) zu finanzieren. Der Rest der Lebenszeit gehört den Projekten. Fast jeder Berliner zwischen 20 und 45 scheint an irgendwelchen Projekten zu arbeiten: Malerei, Filme, Bücher, Musik, Underground-Magazine und Web-2.0-Portale, die Auswahl ist riesig, denn was es in Berlin nicht gibt, das... aber das hatten wir ja schon. Keiner fragt hier, ob diese Projekte kommerziell tragen, aber jeder träumt davon. In Berlin gilt die Devise: Mach dein Ding, dies ist der Platz dafür. Das Tun ist Selbstzweck. Berlin ist die Stadt der Träume. Für die, die dort leben und für die, die dort nicht leben erst recht. Und zum Träumen reicht in Berlin ein Notebook in einer Tsche von Crumpler. Das milde soziale Klima, die niedrigen Mieten und Preise, sorgen dafür, dass niemand aufwachen muss. Berlin hat die Bohème zur allgemeinen Lebensphilosophie verklärt. Der alte Geldadel der Stadt lebt in einer Parallelwelt in den Villen am Wannsee. Nur die Neureichen machen den Bohemians die Stadt streitig. Sie tragen keine Crumpler-Taschen, sondern Blackerry-Smartphones, auf denen sie mit faszinierender Ausdauer durch ihre E-Mails scrollen. Für sie entstehen elitäre Wohnanlagen in Mitte und am Prenzlauer Berg. Aber bisher ist Berlin groß genug: Auf über 800 Quadratkilometern findet sich irgendwo immer ein Plätzchen, an dem die Mieten niedrig sind und die Bars der Subkultur Kellerräume finden. Wenn dann die Yuppies nachziehen, wenn die Mieten steigen und die Bars schicker werden - dann zieht die Szene weiter, und eine neuer Stadtteil ist plötzlich "in". In Berlin ist Bewegung - in jeder Beziehung. Vom Prenzlauer Berg nach Friedrichshain und weiter nach Neukölln. Das Bewusstsein der eigenen Größe macht die Berliner unempfindlich für Anfeindungen aber auch für gut gemeinte Ratschläge aus dem Rest der Republik. Die Regeln der Provinz gelten nicht für die Metropole, meint der Berliner. Dabei umfasst der Begriff Provinz auch Dörfer wie München, Hamburg oder Frankfurt am Main. Mit dieser Halsstarrigkeit verweigert sich der Berliner, seinen Lebensrhythmus dem anzupassen, was anderswo als pulsierendes Lebensgefühl einer Metropole angesehen wird. Weder in Hamburg noch in Köln steigen die Menschen in solch gemächlichem Tempo in die U-Bahn. Geschäftsreisende im Termindruck kann es zur Verzweiflung treiben, wenn die Berliner mit betonter Lässigkeit in die U-Bahn zu schlappen beginnen, wenn die automatische Ansage schon mahnt: "Bitte einsteigen." Ähnliches gilt für Rolltreppen. Das Schlagwort "Rechts stehen, links gehen" gilt nur auf den Rolltreppen im Bahnhof Berlin-Friedrichstraße. Im Rest der Stadt bleibt man auf der Rolltreppe einfach stehen und mustert betont missfällig Blackberry-Träger, die trotzdem versuchen, sich vorbei zu drängeln. ### BND-Chef: Terrorgefahr wieder mal gestiegen BND-Chef Ernst Uhlau kehrt mit seinen Terrorwarnungen zurück, die keine Terrorwarnungen sind. Denn was sollte der Bürger schon gegen Terroristen tun? Aber Ernst Uhlau verfolgt eine Absicht und auch der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist nicht zufällig: Öffentliche Äußerungen zählen für Geheimdienstler eigentlich nicht zum Kerngeschäft. Eine Ausnahme bildet BND-Chef Ernst Uhlau. Öffentliche Warnungen vor gestiegener Terrorgefahr sind für den wackeren Bundes-Bond so selbstverständlich wie die Windstärkendurchsage für die Nachrichtensprecher des Norddeutschen Rundfunks. Schön, dass man ihn jetzt wieder hört. Während der Diskussionen um Datenpannen und -schnüffelei bei Deutschlands größtem Telekommunikationsunternehmen hatte sich Uhlau wie auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mit Terrormeldungen zurückgehalten. Die Deutschen waren in der Zeit nicht gut auf weitere Einbußen bei der Privatsphäre zu sprechen. Doch von weiteren Befugnissen für die Geheimdienste ist in Uhlaus aktuellen Einlssungen keine Rede. Es handelt sich dennoch nicht um eine sinnlose Warnung. Natürlich richtet sie sich nicht an die Bürger. Wie sollte der Bundesbürger sich auch schützen, wenn sich nicht einmal die Bundeswehr gegen Selbstmordattentate schützen kann? Was soll der gemeine Bürger bei gestiegener Terrorgefahr tun? Zuhause bleiben? Türen und Fenster verrammeln? Offenes Gelände aufsuchen? Uhlaus Äußerungen verfolgen jedoch ganz handfeste Ziele. Der Geheimdienstchef sieht, dass dem Deutschen der Banker derzeit verhasster ist als der Taiban. Die Bundesregierung hat ein gewaltiges Rettungspaket für die siechen Landesbanken aufgelegt. Irgendjemand wird das dafür aufgewendete Geld wieder einsparen müssen. Damit der Rotstift den BND überspringt, dessen Etat seit 2001 gewaltig in die Höhe geschnellt sein dürfte, deshalb darf die Terrorgefahr nicht sinken. Bild.de: BND-Chef: Höhere Terrorgefahr ### Get a Mac: Bean Counter Das Warten hat ein Ende: Apple hat neue Get a Mac-Spots im Angebot. Dabei stellt Apple nicht wie bisher die Vorteile seiner schicken überteuerten Spielzeuge vergleichend in den Vordergrund. Die neuen Spots geben sich ganz und gar der Schadenfreude über das Vista-Desaster von Microsoft hin. Ein Genuss auch für all jene, die dem Glas- und Alu-Obstladen sonst kritisch gegenüber stehen. Da ich immer wieder feststelle, dass die Getamac-Filmchen längst nicht den Bekanntheitsgrad besitzen, der ihnen gebührt, will ich ausgewählte Meisterwerke hier präsentieren. Watch and enjoy: ### Google Mail ohne BETA? Seit die Suchmaschine selbst dieses Stadium verließ, hat es das nicht gegeben: Eine Google-Anwendung verliert ihren BETA-Status. Das argwöhnt das GoogleWatchBlog. Hinweis: Auf dem Server liegt bereits ein Logo ohne den "BETA"-Hinweis (Foto). ### Rettungspaket: Viele gute Vorsätze Die Bundesregierung hat das 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Banken geschnürt. Es ist dieses Rettungspaket ein in der Finanzgeschichte einzigartiger Vorgang. Als Kniefall vor den Banken bezeichnen viele dies. Um die Volksseele zu kühlen hat die Bundesregierung die Vergabe der Mittel an Bedingungen geknüpft, die in Presse und Fernsehen immer wieder als "hart" bezeichnet werden. Die Banken müssen staatliche Einflussnahme hinnehmen, und die Banker müssen mit Jahresgehälter bis 500.000 Euro auskommen. Ist das so? Sehen wir uns die erste Bank an, die Interesse am finanziellen Rettungsring gezeigt hat: die BayernLB. Eine Bank, die schon lange vor der Finanzkrise durch schlechtes Management in die Schlagzeilen geraten ist. Diese Bank, die auch ohne Finanzkrise in den Konkurs geschlittert wäre, saniert sich nun auf Kosten der Steuerzahler. Staatliche Einflussnahme auf das Geschäft wird die Manager der BayernLB kaum um den Schlaf bringen, schließlich handelt es sich um eine Staatsbank. Es war der Staat, der diese Bank vor die Wand fuhr: Und jetzt soll ausgerechnet der Staat die Karre aus dem Dreck ziehen? Auch um ihre Gehälter brauchen die Manager nicht zu fürchten. Sie haben Arbeitsverträge in der Tasche, die man nicht einfach kündigen oder umschreiben kann. Die Arbeitsgerichte werden über Per Steinbrücks gesetzlichen Höchstlohn lachen. Sicher, das Rettungspaket offenbart viele gute Vorsätze. Es gewährt aber auch einen beunruhigenden Blick in die Abgründe der Hilflosigkeit seitens der Regierungskoalition. ### Microsoft vs. Linux: Der Krieg ist nicht vorbei Wer geglaubt hat, der Krieg von Microsoft gegen die Open-Source-Bewegung sei vorbei, den weckt vielleicht ein Interview mit Microsofts Patent-Anwalt Horacio Gutierrez auf. Darin kommt Gutierrez unter anderem auf ein umstrittenes Abkommen mit Novell zu sprechen. Der Open-Source-Community droht der Patentanwalt einmal mehr denjenigen mit Prozessen, die kein Abkommen mit dem Softwaregiganten abschließen: Microsoft has an open intellectual property licensing policy, but in situations such as this, in which a reasonable licensing agreement cannot be reached despite our best efforts, we have no choice but to pursue legal action to protect our innovations. Dazu sei noch einmal angemerkt, dass Microsoft immer noch kein einziges Beispiel für Patentrechtsvereltzungen durch Linux vorgelegt hat. Hinweis von: Groklaw ### Mädchen zu den Waffen! Carolyn White aus Dallas Texas hat mit neun Jahren zum ersten Mal getötet. Doch im Staat, der selbst 9-Jährige für Mord hinrichten würde, ist Carolyn keine Mörderin, sondern ein Vorbild. Sie hat einen Hirsch getötet und rettet einer bedrohten Spezies das Leben: den Jägern. Deren Zahl soll nach einem Bericht des Fernsehsenders ABC zwischen 10091 und 2006 um 11 Prozent gesunken sein, und die können nicht alle Dick Cheney zum Opfer gefallen sein. Nein, ausgerechnet in jenem Lande, das die Tötung von verurteilten Verbrechern zur Industrie gemacht hat, weigert sich die Jugend zunehmend, auf Bambi & Co anzulegen. Die Amerikaner fürchten nun um die Früherziehung im Töten. Deshalb lockt der U.S. Fish And Wildlife Service mit kostenlosen Jagdausflügen, und weil die Frau von Welt nicht gern in olivgrünem Drillichzeug killt, lockt die Industrie die Damen jeden Alters mit schicken Accessoires zu den Waffen: Signalwesten in Pink und rosafarbene Jagdgewehre beispielsweise. ### Dreamteam: EeePC und Opera Der Opera-Browser ist diese Woche in seine neue Version 9.60 gegangen. Auf meinem Windows-Rechner am Arbeitsplatz ist mir der norwegische Browser zu dem Arbeitstier schlechthin geworden. Er ist schneller im Seitenaufbau als Firefox 3.0. Da ich oft viele Internetseiten gleichzeitig in Tabs geöffnet habe, schätze ich die Thumbnail-Ansichten der Seiten beim Überfahren der Tabs mit dem Mauszeiger. Auf meinem kleinsten PC macht sich Opera geradezu unentbehrlich. Auf meinem EeePC 4G läuft seit einiger Zeit ein Eeexubuntu 7.10.3. Grundausstattung: Firefox-Browser, Thunderbird-Mailclient und ein Programm namens Orage für die Terminverwaltung. Opera empfiehlt sich schon deshalb für den kleinsten EeePC, weil ich ihm vorgeben kann, dass er die Breite von Internetseiten an die Breite des Fensters anpasst. Das nervige waagerechte Scrollen entfällt. Dass manche Seite etwas merkwürdig aussieht, nehme ich dafür gern in Kauf. Im nächsten Schritt musste Thunderbird dem Mailclient von Opera weichen. Nicht weil dieser besser ist, sondern weil er im ohnehin geöffneten Browser schon an Bord ist. Immerhin schlummert im Client noch Potenzial für bessere Anpassbarkeit. Apropos Anpassen: Opera lässt sich zwar nicht mit einer unüberschaubaren Anzahl von Erweiterungen individualisieren. Aber es gibt auch für Opera Erweiterungen, so genannte Widgets. Vor allem das Widget "Time and Date" möchte ich empfehlen. Eine schlanke Kalender- und Terminverwaltung mit einfacher Übersicht und wenig Speicherbedarf. Außerdem kann "Time and Date" Termine im ical-Format importieren und exportieren. Wer sich für Opera interessiert, kann Weiteres über die neueste Version auf Tariftip lesen: http://www.tariftip.de/News/23928/Opera-9.60-Neue-Version-des-Browsers.html ### OOXML: 13 Rücktritte aus Protest Norwegen schreibt ein neues Kapitel im Tauziehen um das Microsoft-Dateiformat OOXML: Wie das Windowsmagazin Winfuture.de berichtet, sollen 13 Experten des Normen-Instituts Standard Norge zurückgetreten. Dubioses soll sich im Nordrand Europas rund um die Standardisierung des Microsoft-Formats zugetragen haben. Von 23 Experten sollen sich nur zwei für OOXML ausgesprochen haben. Dennoch stimmte das norwegische Institut bei der internationalen Abstimmung in der ISO für den Standard. Unter den Zurückgetretenen befindet sich Steve Pepper, der Leiter der Expertenkommission. Die Protestler beklagen nun, das Institut habe 37 gleichlautenden Briefen von Microsoft-Partnern mehr Glauben geschenkt als den eigenen Experten. Auch der Computerkonzern IBM hatte das ISO-Abstimmungsverfahren kritisiert und angekündigt, mit Organisationen und Regierungen transparentere Standardisierungsprozesse zu erarbeiten. Mehr zum Thema OOXML: OOXML: Der Aufstand beginnt | OOXML hat verloren | OOXML ist Standard | OOXML: Ende der Kolonialherrenart | Schadensbegrenzung im Hause Microsoft | Verlängerung für OoXML-Debakel | Toilettenlichter an für Ooxml! | OOXML: Probleme nicht lösen, sondern auslagern ### Demokratie erschüttert Bayern Zeitcollector erinnert uns daran, dass sich heute auch der Todestag von Franz Josef Strauß jährt. Und zwar zum 20. Male. Was würde er sagen, wenn er Bayern, wenn er die CSU so sähe? Im Zustand der Verwirrung das Land, im Zustand der Selbstzerfleischung die Partei. Vielleicht würde Strauß seinem ungeliebten Schüler Edmund Stoiber eine Ohrfeige verabreichen. Denn fraglos trägt Stoiber eine schwere Schuld am Ende der Volkskammerwahlergebnisse für die CSU, am Hereinbruch der Demokratie über den Freistaat. Stoibers größter Fehler hat nichts mit den Inhalten seiner Politik zu tun. Denn Inhalte zählen in Bayern nicht. Hier lebt man, ja man erwartet die Widersprüche. Es fehlte an dynastischer Kontinuität. Alfons Goppel hat Franz-Josef Strauß einst aufgebaut. Als dessen Zeit kam, lag ihm die Partei zu Füßen. Auch Strauß sorgte vor: Nicht der Streber Stoiber war sein Kronprinz, sondern Max Streibl. Vor ziemlich genau 20 Jahren, am 19.Oktober 1988, folgte Streibl seinem Mentor im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten nach. Fünf Jahre später fegte ihn die Amigo-Affäre aus dem Amt, Stoibers und auch der CSU Glück: Gerold Tandler, ebenfalls ein Strauß-Protegé, war zuvor schon über eine andere Affäre gestolpert. So blieb der Machtkampf aus, von kurzem Schlagabtausch mit Bundesfinanzminister Theo Waigel abgesehen. Edmund Stoiber, den man außerhalb des Freistaates das blonde Fallbeil nannte, wurde Ministerpräsident. Stoiber hat nicht vorgesorgt. Seinem Abgang folgte ein Machtkampf zwischen Günther Beckstein, Erwin Huber und Horst Seehofer, der sich fast bis in den Landtagswahlkampf hineingezogen hat. Jetzt geht der Machtkampf weiter, und die Bayern müssen sich darauf verlassen, dass die Müllabfuhr mit stoischer Gelassenheit auch dann kommt, trotz Niedergang der Staatspartei. ### Obama vs. McCain: Fernsehduell nur außenpolitisch konkret Vieles blieb im Vagen beim ersten Fernsehduell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Brack Obama und John McCain. Nur in der Außenpolitik zeigten die beiden Kandidaten deutlich Flagge. Mit dem Republikaner McCain wird es in der Außenpolitik der USA so weiter gehen wie bisher. Obama möchte das Image der Amerikaner wieder aufpolieren. McCain will den Graben zwischen vemeintlich Gut und vermeintlich Böse noch deutlicher ziehen als das der gegenwärtige Präsident George W. Bush tut. Er plädierte sogar dafür, die Uno durch eine "Liga der Demokraten" zu ersetzen. In diese würden dann nur Staaten Aufnahme finden, die das Gedankengut der Amerikaner teilen. Gespräche mit dem wachsenden Heer der Schurkenstaaten dürfte es dann nur unter Vorbedingungen und auf inoffizieller Ebene geben. Mit Obama werden die Vereinigten Staaten von Amerika auf die weltpolitische Bühne zurückkehren, nicht nur als Agressor, sondern auch als pragmatischer Konfliktlöser und Vermittler. Obama wies darauf hin, dass sich Amerika in seiner Rolle als weltbeherrschende Imperialmacht aufreibt, dass es seine Bürger in sozialer Not lässt, um die Welt zu kontrollieren. Obama hat verstanden, dass die besondere Rolle Amerikaner in der Welt aus einer Verbindung von Respekt und Sehnsucht bestand, die man ihnen entgegenbrachte. Es ist das Verdienst von George W. Bush, dass man den USA heute eine Mischung aus Besorgnis und Hass entgegenbringt. Dabei ist der Einfluss der Amerikaner nicht gewachsen. Im Gegenteil. Beispiel Georgien: Als die Russen in der Kaukasus-Republik einmarschierten, begnügten sich die USA mit relitätsfernem Säübelrasseln. Die politische Bühne überließen sie den Europäern. Beispiel Nahost: Mit ihrer "Wir sprechen nur noch mit Freunden"-Politik hat sich die US-Regierung weitgehend aus dem Konflikt verabschiedet. Der Totalausfall der traditionellen Schlichtungsstelle für die Region brachte blutige Kriege. Die USA konnten den Aufstieg des Iran zur regionalen Großmacht ebenso wenig verhindern wie den Wahlsieg von Hamas. Beispiel Lateinamerika: Nach wie vor weigern sich die USA, mit den neuen linken Regierungschefs zu reden. Schon einmal haben sie ein Land damit ins Lager des Feindes getrieben. Kuba. In Fidel Castros Lager waren damals die Bedenken gegen eine Abhängigkeit von der Sowjetunion groß. Erst als die Amerikaner versuchten, das Regime zu isolieren, band sich Kuba an den Ostblock. So erleben wir jetzt, dass Venezuelas Staatschef zu den Freunden des Iran aufgerückt ist. Die trotzige Position des "Wir reden nur mit Freunden" ist nach wie vor populär in einem Land, das noch nicht einsehen will, dass es an der eigenen strategischen Überdehnung zu zerbrechen droht. Die finanzielle Supermacht stützte bisher die militärische Supermacht. Aber nun ist das Land bis über die Schwingen des Wappenadlers verschuldet. Der jahrelange Weltkrieg gegen den Terrorismus strapaziert das Land finanziell, aber auch psychisch. Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg waren so viele US-Soldaten im Ausland in Kampfeinsätzen gebunden. Die Menschenverluste in Afghanistan und dem Irak schicken sich an zum größten Aderlass seit dem Weltkrieg gegen Hitler und die Japaner zu werden. In diese Situation platzt die US-Bankenkrise. Sie zwingt den Staat zum innenpolitischen Handeln und schließt militärische Handlungsspielräume. ### Google Android: Frei ist nicht frei Google Android sei zwar frei, aber nicht frei genug. Das beklagt Mats Lindoff, Chief Technology Architect bei Sony Ericsson. Die Betriebssystemplattform ist frei, weil Open Source, aber dennoch für den japanisch-schwedischen Handyhersteller nicht frei genug. Das Windows-Magazin Winfuture.de zitiert ihn mit den Worten: "Wenn man jeden Dienst an Google auslagern möchte, ist Android die perfekte Lösung." Das muss nichts heißen. Laut Google soll es allen Entwicklern frei stehen, Software für das Handy-Betriebssystem anzubieten. Die Anwendungen sollen wie beim iPhone über ein zentrales Download-Portal heruntergeladen werden. Das entspricht dem System von Repositories, wie wir Linux-User es schon von unserem Lieblings-Betriebssystem kennen. Google verspricht, den Zugang zur Software-Zapfstelle nicht zu beschränken. Googles Android auf dem G1 zeigt, was Open Source Software kann. Die Art, in der die Anwendungen auf dem Telefon ineinander greifen, kann jedoch unheimlich erscheinen - nicht nur einem schwedischen Handy-Manager. Quelle: Winfuture.de Zum Thema: T-Mobile präsentiert das Google-Handy ### T-Mobile präsentiert das Google-Handy T-Mobile hat heute um 16.30 Uhr unserer Zeit in New York City das neue Google-Handy G1 vorgestellt. Wenn T-Mobile-Technologie-Chef Cole Brodman (rechts) einen schwarzen Rolli, Jeans und Turnschuhe getragen hätte, wäre die Illusion einer Produktpräsentation von Apple fast perfekt gewesen. Fast, weil T-Mobile eben "nur" ein Telecom Operator ist. So musste sich Brodman die Bühne mit (v. links) Peter Chou vom Hardware-Partner HTC, Andrew Rubin vom Software-Partner Google und Christopher Schlaffer vom deutschen Mutterhaus teilen. Das Handy selbst macht einen interessanten Eindruck: Da darf man Anwendungen wie auf dem iPhone mit dem Finger bald hier, bald dorthin schieben oder heranzoomen. Das Google-Erbe macht es irgendwie Web-2.0-ig. Da ist von überall her der Zugriff auf Google Maps, Google Streetview, Facebook und Flickr möglich. Musik ist natürlich auch an Bord. Da passt es gar nicht, dass ein Journalist fragt, wie es mit dem Bearbeiten von Microsoft-Dokumenten aussieht. Da druckst das Podium herum, bis Brodman die Flucht nach vorn antritt: Schließlich gehe es hier um die freie Plattform Android. Da werde sich schnell ein Heer von Entwicklern finden, das die Lücken in der googeligen Bimmelbüchse stopft. Ach ja: Dass man mit dem Teil telefonieren kann, demonstrierte T-Mobile bei der Veranstaltung nicht. Apropos Freiheit und Lücken: Natürlich ist alles vorinstalliert. Inklusive dem Internetbrowser, der die Basis des Datenjägers und -sammlers Chrome besitzt. Viel Wahlfreiheit hat man gegenwärtig wohl nicht. Die Amerikaner seien besonders Technik-begeistert, schwärmt Brodman. Deshalb habe man sich entschlossen, das G1 getaufte Gerät zuerst in den USA einzuführen und auch hier vorzustellen. Nebeneffekt: In Amerika scheint man über Googles Datenhunger weniger besorgt zu sein. In Deutschland hätte bei der Pressekonferenz die eine oder andere Frage nach dem Datenschutz den schönen Worten vom "Open Internet" ein paar hässliuche Schrammen verpasst. Kommen wir zu den Essentials: Das Google-Handy wird in den USA 179 US-Dollar kosten. Dazu kommen die Gebühren, denn natürlich gibt es das G1 nur mit Vertrag und SIM-Lock von T-Mobile. Im November wird es dann den Briten den Kopf verdrehen. An den Gestaden Festlandeuropas wird es wohl erst im ersten Quartal 2009 stranden. Quelle: T-Mobile ### Rechts wählen, wenn's knallt Wer schnell erschrickt, stimmt eher dem Waffenbesitz zu als weniger schreckhafte Menschen. Er ist für die Todesstrafe und wählt Rechts. Das haben Wissenschaftler der Universität von Lincoln herausgefunden. Das erklärt vieles. Beispielsweise die Tatsache, dass die Amerikaner ihre Todeskandidaten nicht erschießen, sondern sie elektrisch oder chemisch umbringen. Das Ballern ist einfach zu laut. Noch mehr fanden die Forscher heraus: Schreckhafte Menschen sind für den Irakkrieg, für Lauschangriffe und gegen die Homo-Ehe. Den Irakkrieg gucken sich ängstliche Mensch aber wohl eher im Fernsehen an - damit er nicht erschrickt. Quelle: Wissenschaft.de ### Finanzkrise: Bill Gates verliert Milliarden Die US-Finanzkrise hat ein erstes prominentes Opfer gefordert. Der Microsoft-Gründer Bill Gates verlor rund zwei Milliarden US-Dollar. Sorgen muss ersich nicht machen: Immerhin bleiben ihm gschätzte 57 Milliarden Dollar. Er hat also ungefähr 4 Prozent seines Privatvermögens eingebüßt. Quelle: Focus ### Facebook - The Movie Die Geschichte des größten Hypes im Web 2.0 wird nun endlich auch filmisch gewürdigt. The Register hat einen Blick ins Storyboard gepostet. Viel Spaß. ### Essen abgekupfert? Da schluckt der Ruhri zweimal. Die Metropole im Revier abgekupfert? So schnell kann es gehen, wenn man sich bei der Überschrift übertrieben um volkstümliche Sprache bemüht. Hätte der Kollege "Lebensmittel" geschrieben, wäre die Welt noch so in Ordnung wie vor dieser Focus-Meldung, die ich bei Google News gefunden habe. Und der Pott hätte ein paar Herztote weniger zu beklagen. ### Google Chrome: Sturm im Wasserglas Der Berg kreißt und gebiert eine Maus. Der Berg, das ist Google. Die Maus hört auf den Namen Chrome und ist ein Internetbrowser. Viel Getöse hat es um die Sturzgeburt gegeben. Immerhin hatte Google das Projekt geheim gehalten bis die Beta-Version fertig war. Dann kam über das offizielle Google-Blog die Ankündigung und ab 21 Uhr gestern Abend luden Tausende von Neugierigen das Programm herunter. Die Zeitungen sahen einen neuen Browserkrieg mit Microsoft herauf ziehen, als ob es keinen Firefox gäbe. Gleichzeitig begann das mystische Rätselraten um den Datenkrake Google, als ob irgendjemand so genau wüsste, welche Daten Microsoft aus den PCs seiner Kunden ausliest. Dabei bietet Chrome kaum Neues. Die Tab-Bedienung ist bei Opera abgeguckt, die Navigation bei Firefox und mit dem Inkognito-Fenster nimmt Google etwas vorweg, das Microsoft für den Internet Explorer 8 angekündigt hat. Ja, richtig: Inkognito. Bei einer Sitzung im Inkognito-Fenster soll der Browser keine Cookies und Informationen über besuchte Webseiten speichern - sagt Google. So bleibt als lustiges Gimmick nur die Möglichkeit, einen Tab per Drag &Drop in ein Browserfenster umzuwandeln oder umgekehrt. Hand aufs Herz: Hat uns das im Firefox oder Opera nicht immer schon gefehlt? Ach ja: Die Inhalte in den Browsertabs sind strikt getrennt. Damit soll nicht mehr der Browser abstürzen, wenn eine geöffnete Seite defekt ist. Ehrlich gesagt, nerven auch die etablierten Browser nicht mit massenweisen Abstürzen. Selbst der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Opera und Firefox hält sich in Grenzen. Nein, viel spektakulärer als der Browser selbst ist das Google-Marketing: Just zum Abschluss der IFA lanciert das Unternehmen sein neues Baby, und schafft es so bis in die Mainstream-Radiostationen, in die Hauptnachrichten im Fernsehen und in jede Tageszeitung zwischen Eisenhüttenstadt und Euskirchen. Google ist schließlich ein Mythos, die geheime Macht hinter den bunten kullerigen Buchstaben über einer Eingabezeile im Internet. Und der Krieg zwischen Microsoft und Google ist publizistisch so breit getreten wie die Unterwäsche von Paris Hilton. Davon hat jeder schon gehört. Wenn zwei Stiere die Hörner aneinander knallen, dann schauen wir alle gerne zu. Dabei hat außerhalb des Internet weniger Erfolg gehabt als Microsoft im Internet. Während Microsoft seine Live-Search wenigstens unter den vier bedeutendsten Suchmaschinen platziert hat, rangiert Googles Betriebssystem gOS nicht nur hinter Windows und Apples Mac OS, es dürfte auch hinter einer illustren Schar von Linux-Distributionen liegen. Vielleicht sollten die beiden Kampfähne sich auf das besinnen, was sie können: Microsoft außerhalb des Internets und Google innerhalb. Google Chrome: Download Auf tariftip.de: Erster Blick auf Google Chrome ### OOXML: Der Aufstand beginnt Der Widerstand der Schwellenländer gegen das Microsoft-Dateiformat OOXML formiert sich. Brasilien, Ecuador, Kuba, Südafrika und Venezuela werfen der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) vor, sie halte sich nicht an ihre eigenen Regeln. Sie stellen sogar in Frage, ob sie künftig Standards der ISO anerkennen. Das kann nicht überraschen. In Südafrika und Brasilien ist die Steuerkasse nicht das, was sie in solchen Fragen in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich ist:  Ein Selbstbedienungsladen, in dem sich stets genug Steuergroschen finden, um sich das Wohlgefallen eines US-Monopolisten zu sichern. OOXML wird wohl kein Standard werden - weder an der Copacabana noch am Kap der guten Hoffnung. Europa und die USA werden lernen müssen, dass sie internationale Organisationen nicht mehr unwidersprochen für ihre Zwecke benutzen können. Das neue Selbstbewusstsein der Schwellenländer zeigt, wie sehr sich diese Welt geändert hat, und was es bedeutet, dass die Kolonialzeit vorbei ist. Zum Thema: | OOXML ist Standard | OOXML hat verloren | OOXML: Ende der Kolonialherrenart | Schadensbegrenzung im Hause Microsoft | Toilettenlichter an für OOXML | OOXML: Probleme nicht lösen, sondern auslagern | ### Die Linux-IFA Intel wirbt einen Linux-Mobile-Entwickler an, der den Atom-Prozessor Linux tauglich machen soll. Eine von vielen Wertschätzungen, die das freie System derzeit erhält. Die Netbooks, allen voran der von mir heiß und innig geliebte EeePC, haben das Fricklersystem verschrieene Betriebssystem zum Tagesgespräch gemacht. Selbst wenn der Mobilfunkdiscounter Fonic einen Surf-Stick vorstellt, kommt ganz selbstverständlich aus den Reihen der anwesenden Journalisten die Frage, ob denn das Gerät mit Linux kompatibel sei. Und ganz gefasst antworten die Herren von Fonic: Ja, das habe man getestet, könne aber wegen der Vielfalt der Distributionen keinen Support anbieten. Auch bei T-Mobile hebt man Vorteile von Linux hervor. Schließlich vertreibt man dort die Asus-EeePCs mit Web'n'Walk-Verträgen. Und der  Firmensprecher lobt das Handling von Linux. Was macht man denn mit einem Windows-Netbook im Zug, wenn der Zielbahnhof angesagt wird? Linux ist schnell geschlossen und runtergefahren. Windows erschwert schon dadurch das spontane Arbeiten mit dem EeePC. Und das ist doch die eigentliche Stärke der Netbooks, oder? Der dauerhafte Ansturm auf die Mini-Computer verschafft ganz nebenbei Linux zum größten Auftritt, den das Betriebssystem jemals auf einer IFA gehabt hat. ### Entmanntes Amerika Keine Nation wird von deutschen Journalistinnen und Journalisten so konsequent und unverdient entmannt wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Aus den USA wird die USA. Genau genommen steht nicht fest, ob der majestätische Plural der einzigen noch verbliebenen Supermacht etwas originär Männliches umfasst. Aber wer kann es ausschließen? Gerade Kolleginnen neigen dazu, den Pluralis Majstaetis in etwas eunuchenhaft weibliches zu verwandeln. Dabei erstaunt die Tatsache, dass dieses Schicksal ausschließlich den Vereinigten Staaten von Amerika zu widerfahren scheint. Wer würde die islamischen Macho-Staaten Irak und Iran geschlechtsumwandeln? Wer würde die Türkei den Türkei nennen? Wenn nur die Amis nicht irgendwann einen Präsidenten wählen, der nicht nur lesen kann, sondern das auch noch in Deutsch... Gefunden am 25. August 2008 in der Netzeitung. ### Annäherungsversuche am Hindukusch? Zehn Franzosen gefallen Sarkozy in Afghanistan! So stand es bei Googel News. Fühlt sich Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy schon von seiner Carla Bruni gelangweilt? Eilt der Staatschef in Afghanistan zum anderen Ufer? Und das gleich mit zehn Partnern? Gangbang im Feldlager? Weit gefehlt: Google News hat heute früh die zweizeilige Überschrift einer Meldung von n-tv auf eine Zeile reduziert. Und man sieht: Nicht immer ist weniger mehr, sondern manchmal auch ganz etwas anderes. Denn natürlich berichtet n-tv ganz korrekt über den Tod von zehn Franzosen und dem Besuch von Nicolas Sarkozy am Hindukusch. Nein, die Franzosen sind nicht gefallen, weil ihr Oberbefehlshaber nahte! Mèrde! man muss sich aber auch vorsehen, dass man nicht falsch verstanden wird... ### OOXML ist Standard Das Microsoft-Dateiformat OOXML hat den Ritterschlag von der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) erhalten. Es darf sich "Standard" nennen. Netzwelt lässt die Debatte um OOXML noch einmal Revue passieren. Den Gegnern des Formats bleibt jetzt nur eine Hoffnung: Dass der Markt sich gegen das Dateimonster entscheidet, dessen Spezifikationen 6000 Seiten stark sein sollen. Vielleicht setzt sich das relativ weit gediehene ODF-Format noch durch. Denn das Misstrauen, das die ISO aufkommen ließ, indem sie das Format in einem Schnellverfahren durchgepeitscht hat, wird mit der jetzigen Entscheidung nicht enden. Diejenigen, die sich übergangen fühlen - die Schwellenländer -, werden OOXML wohl zu vermeiden versuchen. Standard hin oder her. ### Worte ohne Balken und Bildung "Zwei Hälften sind immer gleich groß, aber das wird die größere Hälfte von euch nie kapieren", weiß der Volkmund. Klar soweit? Wenn nicht eine Hälfte von etwas exakt genauso groß wäre wie die andere, dann fehlte die Grundlage, um überhaupt von einer Hälfte zu sprechen. Der zweite Teil dieser bei Mathematiklehrern außerordentlich beliebten Weisheit verleiht dem Wissen um die Endlichkeit didaktischer Möglichkeiten Ausdruck. Ein Gefühl, das den einen oder anderen Germanisten bei der Rezeption einer SPD-Kampagne im brandenburgischen Kommunalwahlkampf beschleichen wird. "Gute Bildung"! Da kann unser wackerer Germanist noch mitgehen. Wäre damit nicht schon ein Stoßgebet der Pädagogenfront Wahlkampf geworden? Ist damit nicht alles gesagt? Aber leider geht der Spruch weiter: "Gute Bildung für mehr Chancengleichheit" heißt das Statement. Chancengleichheit ist ein ehrenhaftes Ziel. Aber alles auf dem Weg dorthin ist keine Chancengleichheit. Der Wahl-Slogan suggeriert, dass wir ja auch im Moment Chancengleichheit haben, die man nur noch etwas steigern könnte. Aber zum einen haben wir keine Chancengleichheit. Das bemängeln PISA- und OECD-Studien so ausdauernd wie erfolglos. Zum anderen ist Gleichheit keine olympische Disziplin, deren Steigerung nur eine Frage des richtigen Einsatzes von pharmazeutischen Substanzen ist. Die Chancengleichheit ohne Einschränkung auf die Plakate zu schreiben, haben sich die Wahlkämpfer wohl nicht getraut. Oberste Maxime aller Wahlkämpfer: Worte haben keine Balken. Am Ende wird noch jemand drauf festgenagelt. So zeigt diese Kampagne vor allem eins: wie bitter gute Bildung auch im Wahlkampflager der brandenburgischen Sozialdemokratie Not tut. ### Phaenomene des Alltags: Die Flatrate Nur mit der Flatrate kann das Surfen wohl grenzenlos sein (zu singen nach der Melodie von "Über den Wolken"). Jeden Monat einen festen Betrag zahlen und dann konsumieren bis der Arzt kommt. Das verspricht nur die Flatrate. Egal ob Flatrate-Surfen oder Flatrate-Saufen: Die Flatrate ist das Maß der Maßlosen, die Packungsgröße der Süchtigen. Je flacher die Rate, so glauben wir - desto größer der eigene Gewinn. Dabei liegt der Flatrate - zumindest in der Telekommunikation - ein fast solidarischer Gedanke zugrunde. Die Netzanbieter müssen für jedes Gespräch zahlen, das sie in ein anderes Netz übertragen. Die Flatrate lohnt sich auf der Anbieterseite nur dann, wenn einige im Netz viel weniger telefonieren oder surfen als sie eigentlich müssten, damit sich die Flatrate lohnt. Oder: Nur wenn sich für einige die Flatrate nicht lohnt, kann sie sich für andere lohnen. Ganz wie bei der Krankenversicherung. Der Unterschied: Wenn die Flatrate sich für zu viele Kunden lohnt, dann steigen nicht die Beiträge, dann bekommt der einen oder andere Kunde die Kündigung, der die Verheißungen der Flatrate allzu wörtlich genommen hat. Anders beim Saufen. Da lohnt sich die Flatrate zwar kurzfristig für die Schnapsnasen, aber langfristig nur für die Spirituosenhersteller. Erst die Flatrate macht aus einer Schnapsbrennerei einen Abfüllbetrieb. So taumeln deutsche Jugendliche randvoll durch die Adoleszenz. Und wenn sie so alt werden, dann fragen später die Enkel: "Opa, was hast du damals gemacht?" Und sie werden antworten: "Weeß ick nich. Ick war von 12 bis 42 voll wie die Raubritter." Nein, Saufen macht nicht klug, und auch die Flatrate nicht. Ein großes Möbelhaus wirbt zurzeit mit der Polstermöbel-Flatrate. Wenn wir uns jetzt schon einen simplen Ratenkredit für eine Flatrate vormachen lassen, dann waren wir wohl bei der letzten Flatrate zu durstig. ### Adios, Xandros Am Wochenende musste das auf meinem EeePc 701 ab Werk installierte Xandros Linux weichen. Hauptgrund: Eine zuverlässige WPA-geschützte WLAN-Verbindung war unter Xandros nicht einzurichten. Es zu ersetzen hat mich das ganze Wochenende gekostet. Doch zu den Problemen kommen wir später. Zunächst zur Wahl des Nachfolgers. Dabei spielte das erstellen eines USB-Sticks zur Installation eine zentrale Rolle. Mit Installieren und Bootfähigmachen ist das eine echte Tortur. Zur Wahl standen am Ende vier Kandidaten: 1. EeeDora: Eine angepasste Version von Fedora 8. Für das System gibt es ein idiotensicheres Hilfsprogramm, das aber nur unter Windows läuft (?!). Das Live-Testsystem von EeeDora scheiterte jedoch am WPA-geschützten Funknetzwerk. Also: Aus. 2. Ubuntu Eee: Eine angepasste Version des aktuellen Ubuntu 8.04. Gelangt mit Hilfe des Hilfsprogramms Unetbootin auf den USB-Stick. Der wird auch von meinem Think Pad als bootfähiges Medium akzeptiert. Der EeePc ist da kleinlicher. Er findet beim Booten vom USB-Stick keinen Linux-Kernel. 3 Pupeee: Eine angepasste Version vom Puppy Linux des Australiers Barry Kauler. Es ist so klein, dass es komplett im 512 MB großen Arbeitsspeicher meines EeePc läuft. Man kann es so konfigurieren, dass es als komplettes Sstem auf dem USB-Stick läuft. Ein Computer für die Hosentache. Installation auf dem Stick ist simpel. Leider kann auch Pupeee kein WPA. Ansonsten ein interessantes Spielzeug. Ich werde es auf jeden Fall auf dem USB-Stick behalten. 4. EeeXubuntu: Eine weitere angepasste Ubuntu-Version. Diesmal allerdings auf der Basis von Ubuntu 7.10 und mit dem schlanken Xfce-Desktop. Das System meiner Wahl. Der Live-USB-Stick ist schnell angefertigt. Die Liveversion lief spontan mit meinem WPA-Netzwerk. Man brennt das ISO auf eine CD, bootet einen anderen Computer damit und gibt dann im Terminal ein: "sudo /cdrom/mkusbinstall.sh --autodetect". Alles andere verläuft geleitet und problemlos. Bei der Installation sollte man dem System genug Speicherplatz bereitstellen. Ich habe die gesamte Festplatte genommen und ausnahmsweise auf eine /home-Partition verzichtet. Als Dateisystem habe ich ext2 gewählt. Es kennt kein Journaling, das heißt, kein Mitprotokollieren von Vorgängen. Das macht es weiger stabil als die derzeit üblichen ext3 oder ReiserFS. Aber es schont die Lebensdauer des Festspeichers, der dem EeePc als Festplatte dient. Obwohl sich Festspeicher diesbezüglich verbessert haben, sollte man mit der Zahl der Schreibzugriffe auf Festspeichern immer noch vorsichtig sein. Deshalb habe ich das System one Auslagerungspeicher (Swap) installiert. Als pflichtbewusstes Linux mahnt EeeXubuntu zwar eine Swap-Partition an, läuft aber im Betrieb reibungslos ohne. Beim ersten Start beschwerte sich EeeXubuntu darüber, dass der Akku fast leer war. Ich habe die Meldung einfach weggeklickt. Danach zeigte das System den Akkuzustand allerdings korrekt an. Ein großes Problem sind die Updates. EeeXubuntu bot mir nach dem ersten Start 145 Updates an. Als pflichtbewusster Linuxer habe ich die Updates natürlich abgenickt. Nach der Installation fiel nicht nur WPA aus, sondern das gesamte WIFI. Vermutlich hat das System bei der Gelegenheit den Treiber für die WLAN-Karte überschrieben. Ich habe das System noch einmal installiert und die Udates nicht angerührt. Jetzt läuft alles. Es soll ein Script geben, das nach einem Update die EeePC-spezifischen Anpassungen wieder herstellt. ### Auch in China lebt der Geist der Spiele Sollten wir boykottieren? Oder doch besser daran teilnehmen und dabei die Augen zukneifen? Es geht natürlich um Olympia. War es richtig, die Spiele nach China zu vergeben? Ist das Reich der Mitte schon reif für das Sportfest? Immerhin steht am Vorabend des Auftaktes der Olympiade in Peking fast alles auf dem Prüfstand. Stellen wir noch mehr Fragen: Darf Olympia politisch sein? Wie unpolitisch dürfen die Spiele sein? Wer hat wieviel getan, Informations- und Meinungsfreiheit zu ermöglichen? Wer hat nichts getan? Die Spiele sind wie unsere Welt: Viele Fragen, keine Antworten aber viel Ringen um den richtigen Weg. Die Spiele konnten keinen besseren Austragungsort finden als die Volksrepublik China. Das Land ist im Werden, wie unsere neue Welt. Es schickt sich an, die Europäer an Wirtschaftskraft einzuholen, es schickt sich an, der Supermacht USA auf Augenhöhe zu begegnen, es schickt sich an... und weiß doch nicht, wohin die Reise geht. Selbst wenn Chinas Mächtige dem Westen Spiele und Athleten der Superlative präsentieren können, wenn sie die Kontrolle über Information und Meinung im Land behalten, dann werden sie Federn lassen. Ein Heer von Journalisten wird in der Volksrepublik einfallen. Aber gerade das, was die Pekinger Machtelite am meisten begehrt, schadet ihr am meisten: die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Doch auch der Westen kommt allenfalls mit Schrammen davon. IOC-Präsident Jacques Rogge höchstpersönlich muss sich des Vorwurfs erwehren, die Spiele an ein Unrechtsregime verkauft zu haben, ohne viele Fragen gestellt zu haben. Die Spiele - das steht fest - werden durchdrungen sein vom Geruch der Dopingmittel. Wer die Spiele gern in einem perfekten sauberen Paradies sehen will, muss sagen, wo dieses Land liegt und wie es heißt. Und er muss wissen, dass die Spiele selbst nicht sauber sind. Seit ewigen Zeiten gab es keine Olympiade ohne Doping-Skandal. Und auch politisch waren die Spiele immer, zumindest seit die Nazis 1936 den Fackellauf einführten und der medialen Aufbereitung sportlicher Großereignisse ihre auch heute noch gültige Dramaturgie gaben. Politisch und kontrovers waren die Spiele und das werden sie vorerst bleiben. Nach den Spielen in Peking wird nichts mehr sein, wie es war. China nicht und die Olympiade auch nicht. Nur der Traum wird bleiben. Der Traum von einer sauberen, fairen, unpolitischen Olympiade. Dabei passen diese Zuschreibungen auf jede Fußballweltmeisterschaft besser als auf Olympia. Doch der Traum ist wichtig. Er bewahrt den Geist der Spiele. Wenn ihn niemand mehr träumt, dann werden die Spiele vielleicht zu dem Hort von biederer Reinheit geworden sein, als den sie viele Peking-Kritiker gern sähen. Sie wären dann vielleicht sauber, aber auch überflüssig. Denn dann haben sie die Kraft verloren, in der Welt der Menschen etwas zu bewegen. ### Gerechtigkeit nach dem Geschmack des Präsidenten Ein amerikanisches Militärgericht hat heute den ehemaligen Fahrer von Terrorchef Osama bin Laden, Salim Hamdam, wegen Unterstützung des Terrorismus verurteilt. Sechs Jahre lang war Hamdam im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba inhaftiert. Sein Verteidiger hatte im Vorfeld erklärt, es sei unverständlich, einen Fahrer abzuurteilen, der nachweislich nie an Planung oder Durchführung von Terroranschlägen beteiligt gewesen sei. Schließlich sei auch der Fahrer von Adolf Hitler nie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden. Das Strafmaß steht zur Stunde noch nicht fest. Das braucht Salim Hamdam auch nicht zu interessieren. Er kommt ohnehin nicht frei. Das US-Verteidigungsministerium hat klargestellt, dass selbst freigesprochene Inhaftierte nicht unbedingt aus Guantánamo freikämen. Sie seien dennoch eine Gefahr für die Welt. Wenn ein Chauffeur schon der Top-Gefangene in Guantánamo ist, dann stellt sich die Frage, was da sonst noch für gefährliche Zeitgenossen den orangefarbenen Overall tragen: Der Friseur von Osama bin Laden? sein Koch? sein ehemaliges Kindermädchen? der Gärtner der Familie Bin Laden im heimischen Saudi-Arabien? Schlimm, sehr schlimm, wenn die wieder freikämen. Ein Gericht nach dem Geschmack eines George W. Bush. Eines, das verurteilen aber nicht freisprechen kann. Man gönnt dem jetzigen US-Präsidenten auch solch ein Tribunal, wenn - ja wenn nur - dereinst seine Verbrechen gegen das Völkerrecht verhandelt werden. Man wird doch noch von Gerechtigkeit träumen dürfen. Bis zum Ende der Amtszeit von George W. Bush werden Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit in Amerika ohnehin nur im Traum existieren. Noch 166 Tage zählt das "PresidentBush Countdown"-Plugin in meinem Firefox. Dann haben wir es - vielleicht - geschafft. ### Clement III: Das Gespenst der Schröder-Ära Eigentlich könnte die SPD dem Parteiausschluss des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement den Satz anfügen: Reisende soll man nicht aufhalten.  Denn immerhin hat der jetzige RWE-Aufsichtsrat selbst angedroht, die SPD zu verlassen, wenn die weiter nach links rückte. Warum will er nun gegen seinen Rausschmiss prozessieren? Vielleicht, weil die Chancen nicht gut stehen, dass die CDU ihn haben wollte? Schließlich hat Clement im Vorfeld der Hessenwahl von der Stimmabgabe für seine eigene Partei abgeraten, und das sieht man in anderen Parteien auch nicht gern. Warum also will Clement Sozialdemokrat bleiben? Und warum - noch merkwürdiger - will ihn die Parteiführung behalten? Hat der RWE-Konzern mit der Einstellung von Spendenzahlungen gedroht? Das trifft es wohl nicht genau, denn die Realität wird ein wenig komplexer sein. Parteien sind - auch -  Versorgungsinstitute. Menschen stellen sich mit ihrer Kraft und ihren Idealen in ihren Dienst. Dafür verlangen sie einen Ausgleich. Bisher hat die SPD ihre altgedienten Genossen eher selten in der freien Wirtschaft versorgen können. Das gelingt Union oder FDP besser. Wer sich in der Partei bewährt, darf sich bei Christ- und Freidemokraten auf einen Aufsichtsrats- oder Beraterposten in der Industrie freuen. Die SPD dürfte beim Zugang zum gut bezahlten Altenteil in der Industrie während der Schröderjahre zur bürgerlichen Konkurrenz aufgeschlossen haben. Wenn die Partei jetzt einen Kurswechsel vornimmt, dann gerät sie zwangsläufig in Widerspruch zu den Alt-Genossen, die in die Wirtschaft gewechselt sind (Clement). Außerdem muss sie fürchten, die hervorragenden Wirtschaftskontakte zu verlieren. Das mag so manchen jungen Genossen aus dem Seeheimer Kreis verdrießen, der sich ebenfalls Hoffnung auf einen Wechsel in die Wirtschaft gemacht hat. Sollte die SPD Wolfgang Clement nun feuern oder nicht? Ein Verhalten wie es Clement im Vorfeld der Hessenwahl gezeigt hat, verlangt nach einer Konsequenz, zumal der SPD-Veteran keinerlei Schuldbewusstsein zeigt. Dabei geht es nicht um Clements Recht auf freie Meinungsäußerung. Zur Energiepolitik kann er sich jederzeit äußern. In einen Wahlkampf seiner eigenen Partei in einem anderen Bundesland - Clement gehört dem nordrhein-westfälischen Landesverband an - einzugreifen, steht ihm nicht zu. Dass die Schröder-Mannen die SPD im Untergang sehen, wenn Clement rausfliegt, ist klar. Sie sind unfähig zur Parteidisziplin, wenn sie nicht von ihnen ausgeht. Die SPD steht erst am Anfang einer Auseinandersetzung mit dem schwierigen Erbe der Schröderjahre. Clement II: Ein Leuchtturm im Spiegel Wie viele Sozis sind ein Clement? ### Auf 75 Quadratmetern qualmt's wieder Die Gastwirte haben sich ein neues Raucherschutzgebiet erobert: Die Kneipe mit höchstens 75 Quadratmetern Grundfläche, ohne Speisekarte und ausschließlich volljährigen Gästen. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Der Jubel der Gastwirte und der Raucher kommt aber zu früh: Das Gericht hat sich ausdrücklich nicht gegen das Rauchverbot ausgesprochen. Es hat lediglich die Politiker zum Nachsitzen verurteilt. Es muss ein einheitliches Rauchverbot her. Das kann auch bedeuten, dass demnächst das Rauchen auch in Gaststätten mit mehreren Räumen verboten wird. Die Lösung liegt dabei eigentlich auf der Hand: Die Europäische Union formuliert in ihrem Auftrag an die Mitgliedstaaten das Rauchverbot als Mittel zum Zweck. Und der Zweck besteht im Nichtraucherschutz. Vor allem den Schutz des Personals nimmt die EU ins Visier. Kneipenbedienungen müssen Schadstoffbelastungen am Arbeitsplatz aushalten, bei denen in jedem anderen Gewerbe der Einsatz von Atemschutzmasken zur Pflicht würde. Warum sollte der Arbeitsschutz eine Ausnahme für die Arbeitgeber in Kneipen machen? Gasmasken für die Schoppenschlepper? Das hätte aus meiner Sicht eine zwingende Logik. Natürlich höre ich schon die Gastwirte: "Unsere Leute brauchen ja hier nicht zu arbeiten, wenn sie das Gequalme nicht vertragen!" Aber mit derselben Begründung könnte auch der Chemiegigant Höchst alle Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer abschaffen. Das wird den Zwist mit den Gastwirten nicht beenden. wäre der Gesetzgeber . Und den muss der Gesetzgeber fürchten. Die Märkische Allgemeine berichtet in ihrer heutigen Ausgabe von einem Berliner Gastwirt, dessen Gaststätte größer als 75 Quadratmeter ist. Er will klagen - gegen die Ausnahme von der Ausnahme. ### Endlich WPA Endlich lässt mein EeePC sich auch mit WPA-verschlüsselten Funknetzwerken verbinden. WLAN scheint beim kleinen Asus-PC öfter Probleme zu bereiten. Gerade mit WPA-Verschlüsselung. Die Howtos für diesen Bug häufen sich im Internet. Bei mir brachte die wohl einfachste Lösung den Erfolg: Ich habe ein Software-Update per "apt-get update" angestoßen. Anschließend funktionierte es. Zur Ehrenrettung des EeePC sei angefügt, dass das Exemplar, das ich für www-tariftip.de getestet habe, Hervorragend auch in WPA-geschützten Netzwerken funktionierte. ### Star Wars im Open Office Gestresste Büromenschen finden in der Tabellenkalkulation Ablenkung: Einfach eine neue Tabelle öffnen. Dann eingeben: =GAME("StarWars") Losdaddeln und den Orden vom inkompatiblen Update verdienen. Die Sache hat nur einen Haken. Sie funktioniert offenbar nur einmal. Quelle: Ubuntu-Tutorials ### Youtube-Streams mit Linux herunterladen Dr. Marcuse war so freundlich, mein Studiogespräch bei N24 für tariftip.de bei Youtube einzustellen. Das freut besonders mich, weil ich's ja nicht sehen konnte (musste arbeiten). Eine gute Gelegenheit für mich, das Kommandozeilentool "Clive" auszuprobieren. Die Syntax lautet folgendermaßen: clive http://www.youtube.com/watch?v=video-ID dir=gewünschter Ordner Die "video-ID" muss natürlich durch das gewünschte Youtube-Video ersetzt werden, und anstelle von "gewünschter Ordner" gibt man den Pfad zu einem Ordner im Nutzerverzeichnis ein. Die Filme landen als flv-Dateien auf der Festplatte und harren dort der weiteren Bearbeitung. Das Tool soll auch für andere Portale funktionieren. Und jetzt das Corpus Delicti: ### Buchtipp: Nick Hornby - Slam Sam ist 16 und Skater. Um schreckliche Missverständnisse zu vermeiden: Es geht dabei nicht um Eis, sondern um Skateoards. Das Leben meint es dieses Jahr gut mit Sam. Seine Mom schmeißt ihren Fraund raus, seine Lehrerin empfiehlt ihm, Design zu studieren - und er lernt Alicia kennen. Dann scheint alles aus den Fugen zu geraten: Alicia wird schwanger, und Sam, dessen Leben sich bisher nur ums Skaten drehte, fühlt sich am Ende seines Lebens. Rat sucht er bei Tony Hawk, genannt "TH", seinem Skater-Idol. Mit dessen Poster spricht Sam. TH versetzt ihn kurz in die Zukunft. Sam muss plötzlich mit seinem Sohn Rufus, genannt "Roof", zur Schutzimpfung, findet sich als Mitbewohner im Haus von Alicias Eltern wieder. Die Zukunft erscheint ihm noch schrecklicher. Doch dann beginnt die Zukunft, und Sam lernt: In die Zukunft kann man nicht reisen, man muss hineinwachsen. Zugegeben: "Slam" ist keine große Geschichte. Andererseits hat Nick Hornby, der Autor, schon in "High Fidelity" und "About a Boy" bewiesen, dass er zu den großen Erzählern unserer Zeit gehört. Nie hat er große Geschichten gebraucht. Im Epilog von "Slam" fragt er selbst: Ist das eine Geschichte? Sie hat keinen Anfang und keinen Schluss. Doch was hat im Leben schon einen Anfang und einen Schluss? Gerade das zeichnet "Slam" aus: Die Geschichte versucht nicht, mehr zu sein als sie nun einmal ist. Ein Stück Normalität nämlich. Nick Hornby ist der Chronist eines Geschehens, das sich täglich überall auf der Welt ereignet, und sein Buch "Slam" strotzt vor Humor, vor Melancholie und Hoffnung. Es strotzt vor Leben, das der Autor strikt aus Sams Perspektive schildert. Viele Menschen wären gern nochmal 16. "Slam" bietet ihnen die Möglichkeit. Ich habe Slam im englischen Original gelesen, und wahrscheinlich verliert das Buch in der Übersetzung viel von seiner sprachlichen Genialität. Eine Emfehlung ist es aber auch im Deutschen wert. ### Japanische Visionen Großer Wurf beim G8-Gipfel in Toyako (Japan): Auch US-Präsident George W. Bush will jetzt das Klima retten. Bis 2050 wollen die G8 die Treibhausgasemissionen halbieren. Noch nicht applaudieren, liebe Umweltschützer! Auf Zwischenschritte hat man sich nicht verpflichtend geeinigt. Von einer "gemeinsamen Vision" ist die Rede. Fragen wir die Wikipedia, reicht die Bedeutung des Begriffs Vision von etwas Religiösem (kann ja wohl nicht sein) bis zur Zukunft. Die passendste Definition in der Wikipedia: Die Vision (frz. Traum) bezeichnet eine Vorstellung, Phantasie, Traum oder Idealbild bezüglich eines Zustandes in unbestimmter Zukunft. Da hört sich "Vision" schon nicht mehr ganz so verbindlich an, oder? Also: Wenn es denn bis 2050 nichts geworden ist, mit den Klimaschutzzielen, wenn New York und Amsterdam abgesoffen, wenn die Lüneburger Heide in der Wikipedia unter "Wüste" erscheint, dann kann die Vision der acht Staatschefs nur in einem Sinn gemeint gewesen sein: Im Sinne einer Halluzination. Etwas anderes geht fast unter: Es sieht ganz danach aus, dass die G8 schon bald um einige Mitglieder wachsen wird. Das wird auch Zeit, dass sich der elitäre Zirkel der abgehalfterten Kolonialmächte um ein paar auch im weltwirtschaftlichen Maßstab große Nationen ergänzt, wie China oder Indien. ### Der Ossi und die Demokratie Gott hasst denkende Menschen. Wie könnte er sonst Anne Will erlauben. Die ARD-Sonntagabendtalkerin widmete sich gestern dem Phänomen Demokratieverdruss. Hintergrund: Eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung hat ergeben, dass die Demokratie in Deutschland an Rückhalt verliert. In der Bearbeitung des Phänomens folgt Frau Will dem bewährten Muster: Um den Arbeitsaufwand in der Vorbereitung gering zu halten, verengt sie das Problem auf einen Teilaspekt: Im Osten genießt unsere Demokratie noch weniger Zustimmung als im Westen. Da sitzt unter anderem Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) in der Runde, der strenge Zuchtmeister der Ossis, der den Menschen hier stets gern erklärt, warum sie noch nicht zu mündigen Bundesbürgern taugen. Der niedersächsische FDP-Landtagsabgeordnete Philipp Rösler betreibt den lieben langen Abend lang Wahlkampf. Und mit Wahlkampf kann Frau Will. So beharken einander die Parteien und kommen überein: Das Problem ist der Ossi. Der versteht einfach nicht, was die Wessis ihm Gutes getan haben, und betrachtet das Nörgeln als legitime Meinungsäußerung. Wenn er nicht zufrieden ist, soll er doch rüber... Scheiße, geht ja nicht mehr. Also, dann soll er aufhören die Linkspartei zu wählen. Die Versuchung der Menschen, die NPD zu wählen, schien dem Gesprächskreis deutlich geringere Probleme zu verursachen. Nur eine einzige Teilnehmerin mahnte ein Nachdenken über das politische System an, warnte, dass die Studie ja auch im Westen eine sinkende Zustimmung zum politischen System unseres Landes gezeigt habe: Dagmar Enkelmann, die Vertreterin der Linken. Doch Anne Will schätzt keine komplexen Problembeschreibungen oder Lösungsansätze. Insofern ist Anne Will eine gute Vertreterin des politischen Systems. Wenn sich der Mensch im System nicht mehr zuhause fühlt, dann muss sich der Mensch ändern, nicht das System. Ist doch ganz demokratisch, oder? Und so lange liegt die Schuld an allem bei der Linkspartei, basta! ### Kopflos im Führerbunker Gelegenheit macht Diebe und gute Schlagzeilen: "Endlich hat ein Hitler-Attentat geklappt", zitiert die Netzzeitung Henryk M. Broder. Der zweite Besucher in Madame Tussaud's Berliner Wachsfigurenkabinett hatte zuvor dem Diktator den Kopf abgerissen. Ob Adolf Hitler wieder seinen Platz im gemütlichen  Führerbunkermobiliar bei Madame Tussaud's einnehmen wird, wenn er einen neuen Kopf bekommen hat, ist noch nicht klar. ### Verteufelte Heimatpartei Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. Der Mutige ist SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer. Die Wahrheit verkündete er jüngst im Stern: Die SPD muss ihre Pauschalabgrenzung gegenüber der Linkspartei endlich aufgeben, fordert der Parteilinke. Das wird tatsächllich allerhöchste Eisenbahn. Warum sollen sich ausgerechnet die Sozialdemokraten in Hessen besonders deutlich von den linken abgrenzen, wo die Partei doch überhaupt keine SED-Vergangenheit besitzt. Die Verteufelung der Linkspartei nützt vor allem der Union. Sie wirft die Linkspartei gern mit der NPD in eine Schublade als die "extremistischen Parteien". Gerade im Osten ist das gefährlich. Hier erinnern sich viele noch an die SED-Diktatur. Eine schlimme Zeit, keine Frage. Aber wer das Dritte Reich mit der DDR vergleicht, begeht nicht nur Geschichtsklitterung, sondern er macht aus den Vernichtungslagern der Nazis Waldorfkindergärten. Wir alle sollten froh sein, dass die Linke als Protestpartei eine Alternative zu den NPD-Schlägern bietet. Und wir sollten froh sein, dass sie im Osten noch über eine Basis verfügt, die dem Vordringen der Nazis ins tägliche Leben etwas entgegensetzen kann. In den neuen Ländern besitzt die Verteufelung der Linken eine weitere gefährlichere Komponente als im Westen. Hier erinnern sich viele noch an die SED-Diktatur und haben ein zwiespältiges Verhältnis zur SED-Nachfolgepartei. Einerseits ist sie die Partei der Stasi-Veteranen, andererseits bewahrt sie in den Augen vieler das Erbe einer Gesellschaftsordnung, die den Menschen nicht auf seine ökonomische Verwertbarkeit reduziert hat. In ihr lebt ein Stück Kollektiverfahrung weiter, das man nicht gern unter Kollektiverdacht sieht. Dass die CDU selbst ohne Prüfung im Einzelfall die Mitglieder ihrer Ostschwester übernommen hat, daran erinnert man sich im Osten sehr genau - anders als im Westen. Unabhängig von der persönlichen Einstellung zur SED-Vergangenheit der Linken, empfindet man die Rote-Socken-Propaganda der Unionsparteien als heuchlerisch - weit über das ideologisch linke Lager hinaus. Wenn aber die "Westparteien" schon Lügen über die Linken verbreiten, warum sollten sie über die Rechten die Wahrheit sagen, wenn sie vor der NPD warnen? Darin liegt die große Gefahr der Grabenkämpfe gegen die Linkspartei. Ihr hat das nicht geschadet. Es hat sie stärker gemacht. Im Osten hat sich die Linke als eine Art Heimatpartei eingegraben. Im Westen hat sie eine völlig neue Stammwählerschaft erschlossen: die Modernisierungsverlierer, die Hartz-IV-Empfänger und alle, die sich davon bedroht fühlen. Hier muss ich Herrn Scheer entgegentreten. Die Sozis im Westen erinnern sich noch sehr gut an die Ära Gerhard Schröder, als sie mit der Faust in der Tasche der SPD die Treue hielten. Sie haben den größten Kahlschlag in der Geschichte des deutschen Sozialstaates mit knirschenden Zähnen mitgetragen. Jetzt, wo Schröder weg ist und die SPD zu ihren traditionellen Positionen zurückfindet, müssen sie mit denen zusammenarbeiten, die sich damals verdrückt haben und nun als lachende Dritte zurückkehren. Die SPD muss sicher zu einem nüchternen Verhältnis zur Linkspartei finden. Noch viel, viel dringender müsste das die CDU tun, denn ihre Kampagnen legen im Osten Feuer. ### Hungriger Magen wählt nicht gern In den Zeiten von Hartz IV, von steigender Inflation und sinkenden Reallöhnen sinkt auch die Zustimmung zur Demokratie. Erstaunlich, was die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung an Weisheiten zutage fördert. Hätten sie mich gefragt, ich habe das im Geschichtsunterricht in der Schule gelernt. Studienleiter Frank Karl soll es als "bedenklich" bezeichnet haben, "wenn der persönliche Wohlstand das Urteil über die Staatsform bestimmt". Ökonomische Krisenzeiten seien somit auch Krisenzeiten fürs demokratische System. Bitte schön, in welchem Wolkenkuckucksheim lebt dieser Mensch eigentlich? Zu jeder Zeit und an jedem Ort hing jedes politische System immer von gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen ab. "Blut, Schweiß und Tränen"-Zeiten übersteht die Demokratie nur kurz. Aber schauen wir uns doch die Republik an: In den vergangenen 20 Jahren haben wir Reform auf Reform erlebt, immer mit dem Versprechen, dass es irgendwann besser wird. Die Friedrich-Ebert-Stiftung kritisiert, dass das Wort Reform zum Synonym für den Griff in die Tasche des kleinen Mannes geworden ist. Erstaunlich. Das hat OskarLafontaine schon kritisiert als er 1998 sein Amt als Finanzminister in der ersten Regierung Gerhard Schröder antrat. In denselben 20 Jahren sind übrigens die Gehälter der DAX-Vorstände um 650 Prozent gewachsen. Und die Friedrich-Ebert-Stiftung wundert sich, dass nur 22 Prozent der Bundesbürger diese Gesellschaftsordnung für verteidigenswert halten. Mich wundert, dass sie so viele zusammen bekommen haben. In Brandenburg können sie nicht gefragt haben. Und damit sind wir beim Sonderspezialproblemsorgenfall: Natürlich wieder die Ossis. Eine Mehrheit von ihnen stehe der Demokratie kritisch gegenüber. Welch bahnbrechende Erkenntnis! Hier ist Wilder Osten, hier gibt es keine Betriebsräte, weder Mindest- noch Tariflohn. Hier arbeiten Menschen für 5 Euro die Stunde. Alles natürlich nur, damit neue Arbeitsplätze entstehen, vielleicht welche für 4 Euro. Wie wäre es, liebe Friedrich-Ebert-Stiftung: Kommt doch in zwei Jahren nochmal vorbei und fragt nochmal, wenn die Löhne flächendeckend bei 3,50 Euro die Stunde angekommen sind. Vielleicht hat sich die Einstellung zur Demokratie dann ja verbessert. ### Spargel auf dem Mars Alle haben Angst vor dem Klimawandel. Die Gourmets dürfen nun aufatmen. Spargel würde auch auf dem Mars gedeihen. Das geht aus Bodenproben hervor, die die Marssonde Phoenix vom roten Planeten mit gebracht hat: Magnesium, Kalium und Natrium - alles da. Wie in einem Schrebergarten. Und der Boden ist mit einem ph-Wert von 8 bis 9 auch recht sauer. Die Netzzeitung geht sogar noch weiter: Sogar Rüben und grüne Bohnen könnten auf unserem Nachbarplaneten wachsen. Beste Voraussetzungen für ein makrobiotisches Restaurant. Doch ein Problem müsste die Menschheit noch lösen: Wie kommen polnische Saisonarbeiter zum Spargelstechen hinauf? Netzzeitung, FAZ, Welt ### Phaenomene des Alltags: Störungen im Betriebsablauf Aus Westen kommend erreicht man Berlin mit der Bahn für gewöhnlich mehr oder weniger pünktlich. Merkwürdigerweise gelingt das nie umgekehrt. Wer nachmittags die Rückreise nach Brandenburg, Potsdam, Werder, Nauen oder Rathenow antritt, braucht sich eigentlich nicht nach den planmäßigen Abfahrtszeiten zu richten, Verspätungen zwischen 15 und 35 Minuten kommen regelmäßig vor. Die Begründungen, die der genervte Reisende dann im Zug zu hören bekommt, hören sich an wie ein Gruselkabinett. Man ahnt, was auf der langen Reise von Frankfurt (Oder) bis Berlin alles passieren kann. Einige Beispiele: Signalstörung bei Erkner, Vandalismus bei Fürstenwalde, Fahrzeugausfall, Streckensperrung und natürlich Störungen im Betriebsablauf. Wie zahm, wie weich hört sich die Erklärung an, wenn der Zug mal von Westen kommend Verspätung sammelt: "Meine Damen und Herren, unser Zug fährt mit drei Minuten Verspätung in Berlin-Hauptbahnhof ein. Der Grund: Kein freies Gleis in Berlin-Zoologischer Garten." Welch ein dekadentes Luxusproblem: Überfluss an Zügen, und dabei liegen Brandenburg, Werder und Potsdam nicht einmal in dem, was früher mal der Westen war. Hinter Berlin aber wird der Osten wild, so scheint es. Und es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass Wegelagerer die Gleise mit Baumstämmen blockiert haben (Streckensperrung), um den Zug zu überfallen. Das Schienennetz östlich von Berlin scheint äußerste Anforderungen an Mensch und Material zu stellen (Fahrzeugausfall). In den unendlichen Weiten der brandenburger Prärie kommt bestimmt nur einmal im Jahr ein Bahnarbeiter vorbei, um die Anlagen in Schuss zu halten (Signalstörung). Von Störungen im Betriebsablauf soll die Bahn angeblich immer dann sprechen, wenn ein Mensch auf dem Gleis den Freitod gesucht hat. Ich weiß nicht, ob es stimmt. Wenn ja, dann ist der Lebensüberdruss östlich von Berlin noch größer als die Arbeitslosigkeit vermuten lässt. ### KDE auf dem EeePC Ich erinnere mich, in meinem Test des EeePC für www.tariftip.de geschrieben zu haben, dass man ihn am bestan als festes System begreift. Das ist ohne weiteres möglich. Man kann mit der Arbeitsoberfläche - Easy Desktop getauft - leben. Aber Leben heißt nicht Wohlfühlen, oder? Jedenfalls nicht, wenn man Gnome oder KDE gewohnt ist, und weiß, dass es auch unter Linux erwachsener zugehen kann. Zwei Wege habe ich ausprobiert, um einen vollwertigen KDE auf meinen EeePC zu bekommen. Den misslungenen erspare ich euch. Gelungen ist es mir dann mit diesem kinderleichten Workaround aus PC-Welt. Dabei hat sich bei mir aber die Tastaturbelegung verstellt. Das lässt sich über das KDE-Kontrollzentrum leicht korrigieren. Der KDE des installierten Xandros-Linux besänftigt einstweilen den Wunsch, das ganze System auf Ubuntu umzustellen. ### OOXML hat verloren Das Rennen um den Standard hat das offene Dokumentenformat ODF gewonnen. Der das festgestellt hat, ist kein romantischer Träumer aus der Open-Source-Bewegung, sondern der US-Technikchef von Microsoft, Stuart McKee. In den kommenden Versionen von Microsoft Office soll der Standard implementiert werden. Das sagte McKee auf dem Red Hat Summit, dem größten jährlichen Treffen des größten Linux-Distributors. Die Linux-Gemeinde befürchtet nun, dass Microsoft plant, ODF mit einer liebevollen Umarmung zu erdrücken. Derweil gerät das MS-eigene Format OOXML (Office Open XML) immer mehr ins Kreuzfeuer. Die Beschwerden von Südafrika, Brasilien und Indien gewinnen immer mehr Unterstützer. Die Stiftung des Ubuntu-Initiators Mark Shuttleworth unterstützt die Beschwerde von Südafrika, die dänische Initiative Open Source Leverandørforeningen hat einen gesalzenen Brief an die ISO geschrieben, und die UK Unix and Open Systems User Group (UKUUG) will gerichtlich gegen die Entscheidung zugunsten von OOXML vorgehen. Dies alles legt vor allem einen Schluss nahe: Der weltgrößte Softwarekonzern hat in den Prozessen gegen die EU-Wettbewerbshüter erfahren müssen, dass auch er nicht über dem Gesetz steht. Wer aber im Vorfeld den Gutmenschen spielt, kann Punkte sammeln, wenn er mit dem Gericht um die Bußgelder feilscht. ### Organisieren ohne Organisation Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einer Party eingeladen. Wenn Sie ankommen, stehen Schnittchen bereit, der Gastgeber oder die Gastgeberin begrüßt Sie gut gelaunt mit einem gut gekühlten Glas Sekt, der Weg zur Toilette ist ausgeschildert und die Musik macht Laune. Sie schauen sich mit seeligem Lächeln um und sagen zu sich oder Ihrer Begleitung: "Super organisiert, die Fete!" Gute Organisation verlangen wir auch im gesellschaftlichen Zusammenhang: in Firmen, in Vereinen, Parteien, im Staat. Kurz: in Organisationen. Es könnte sein, dass wir bald umdenken müssen. Das meint der Internet-Theoretiker Clay Shirky von der New York University. „Here comes everybody: The power of organizing without organizations“, heißt sein aktuelles Buch, und in einem Interview mit dem Internetmagazin silicon.de fordert er: "Manager müssen den Linus in sich wecken." Gemeint ist natürlich Linus Torvalds. Der Erfinder von Linux, das sich laufend selbst neu erfindet. Hintergrund: Das Internet konfrontiert uns mit einer ganzen Anzahl von hervorragend organisierten Projekten, die nicht von Organisationen geschaffen wurden. Shirky führt das Fotoportal Flickr an, „wo das Teilen dem Entstehen einer Gemeinschaft vorangeht, anstatt die Folge davon zu sein“. Die Manager fordert Shirky auf, Innovationen aufzunehmen, die Mitarbeiter von außen einschleppen. Aber überlegen wir, was das für das Gesamtsystem bedeutet. Eine Party kann sich schließlich auch ganz anders ereignen: Einer bringt Sekt mit, der nächste schmiert Schnittchen, gemeinsam fragen sie einen Dritten, ob er Lust hat, Musik aufzulegen. Die Party wäre das Ergebnis, nicht der Grund. ### Eine Torte vom Erzfeind Die Browser Opera und Mozilla liegen in ihren jeweils neuen Versionen vor. Während Opera bei der Veröffentlichung der Version 9.5 gewohnt bescheiden geblieben sind, hat das Mozilla-Projekt ordentlich auf die sprichwörtliche Kacke gehauen. Einen Weltrekord sollten die Fans des Kleinen Panda (engl.: Firefox) bei den Downloads aufstellen. Nicht nur das Windowsmagazin Winfuture.de fragt sich da: Einen Weltrekord im Vergleich zu was? Für den angestrebten Weltrekord hätte rechnerisch ein einziger Download ausgereicht. Dass es dann doch 7,7 Millionen in den ersten 24 Stunden geworden sind, spricht dafür, dass die Firefox-Fans etwas mehr Einsatz zeigen als die deutsche Fußballnationalmannschaft beim Überstehen der Vorrunde der Euro 2008. So eifrig luden sie den Browser herunter, dass die Mozilla-Server schon nach wenigen Stunden zusammenbrachen. Das erlebt mn nicht alle Tage, dass eine legale Gratis-Software Mangelware im Netz wird. Für so geschicktes Marketing gab es eine ungewohnte Gratulation: das Entwicklerteam des Microsoft Internet Explorer soll seinen Glückwünschen an die Mozilla-Truppe eine richtige Torte beigelegt haben. Das weiß zumindest das Nachrichtenmagazin n-tv. In früherer Zeit hätte das Anlass für eine Sprengstoffwarnung im Feldlager der Mozillas gegeben. Zumindest hätten die Firefox-Entwickler die Süßigkeit vor dem ersten Bissen einem unbestechlichen Forschungsinstitut zur Analyse weitergeleitet. Aber vielleicht haben sie das ja auch getan. Ich habe beide Browser miteinander verglichen, und zwar unter Windows XP und Ubuntu-Linux 7.10. Auf meinem dienstlich genutzten Windowsrechner hat der norwegische Browser seinen freien Konkurrenten knapp besiegen können. Obwohl Firefox in Version 3 ordentlich Speed gewonnen hat, baut Opera 9.5 Internetseiten merklich schneller auf. Mir gefällt zudem die Schnellansicht, in der man mehrere Internetseiten auf einem Tab als Miniaturen betrachten kann. Außerdem zeigt Opera die Inhalte von Tabs als Thumbnails an, wenn man mit der Maus darüber fährt. Der Opera lässt darüber hinaus im Arbeitsspeicher genug Platz für meinen FeedReader. Dieser Newsreader definiert für mich den Stand der Dinge im Komfort, eignet sich aber im Betrieb große Mengen Arbeitsspeicher an. Auf dem Linux-PC konnte mich Opera überhaupt nicht überzeugen. Gerade beim Seitenaufbau musste sich Opera sogar dem distributionseigenen Firefox 2.0 geschlagen geben. Selbst auf die Google-Seite quälte sich Opera wie eine Schnecke mit Raucherlunge und zwei Häusern. Firefox 3 hat mich unter dem neuen Ubuntu (8.04) begeistert, ist aber für meine Version 7.10 (noch) nicht verfügbar. Die Installation eines für Ubuntu 7.10 gepackten Paketes brachte mich in den Besitz eines Browsers, der beim Streiken die Hartnäckigkeit eines Lokführers zeigte. ### Berlin-Mitte Nach der alten Heimat habe ich nun auch meinen Arbeitsplatz in einer Fotogalerie online. Berlin-Mitte zählt zu den kuriosesten architektonischen Sammelsurien, die man sich vorstellen kann. Das klassizistische Ensemble von Französischem Dom, Deutschem Dom und Konzerthaus am Gendarmenmarkt geht hier eine Verbindung mit sozialistischem Waschbeton-Barock und postmodernen Glaspalästen ein. ### Neue Fotogalerie: Kassel Vielleicht muss man eine Stadt erst verlassen haben, um ihre Schönheiten zu entdecken. Was Kassel einmalig macht, ist die Topografie. Nur wenige große Städte sind so sehr in die Berge gebaut, wie Kassel. Es gibt zahllose Ecken mit Blick über die Nordhessen-Metropole - oder Teile von ihr. Leider hat es die halbe Woche Bindfäden geregnet. Aber das gehört zum rauen Klima des hessischen Berglands. Hier geht's zur Fotogalerie ### Favoriten "Kein Team ist so stark wie wir", soll Marcello Lippi im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 über die italienische Fußballnationalmannschaft gesagt haben. Als Trainer ist er mit dem italienischen Team 2006 Weltmeister geworden. Mittlerweile sind die Italiener entzaubert: 3:0 gegen die Niederlande. Dass die Italiener als Favoriten zum Europaturnier in die Alpen gereist sind, versteht sich. Sie sind amtierender Weltmeister. Erfolg macht Favoriten, ist doch klar, oder? Ist es nicht. Wie in jedem Jahr zählen die Experten Spanien unter die Favoriten. Dieses Phänomen gehört zu internationalen Fußballturnieren wie grölende Fußballfans. Dabei datiert Spaniens einziger Europameistertitel auf das Jahr 1964. 20 Jahre später brachten die Spanier es mal auf einen zweiten Platz. Bei Weltmeisterschaften sieht es noch flauer aus. 1950 erreichte Spanien einen vierten Platz. Sonst war spätestens im Viertelfinale Schluss. In der FIFA-Weltrangliste steht Spanien dennoch auf dem vierten Platz, vor dem jeweils dreimaligen Welt- und Europameister Deutschland (Platz 5). Auch der eimalige Welt-und doppelte Europameister Frankreich (Platz 7) liegt abgeschlagen hinter den Spaniern. Wer das versteht, kann sicherlich auch erklären, warum der doppelte Weltmeister Argentinien die Weltrangliste anführt - vor dem fünfmaligen Weltmeister Brasilien (Platz 2). Titel helfen also nicht bei einer guten Platzierung. Die FIFA rechnet ihre Weltrangliste nach einem komplizierten Punktesystem aus. Wer darauf nichts gibt, vermeidet es, alle Jahre wieder Spanien zum Titelaspiranten zu erklären. ### Die Ronaldoisierung Der Eisenfüße Haben Sie Christiano Ronaldo (Portugal) im Spiel gegen die Schweiz gesehen? Ist schon toll, wie der den Ball eng am Fuß über den Bolzplatz sausen kann. Viel mehr hat man von ihm nicht gesehen. Schnell mit dem Ball übers Spielfeld laufen, das kann David Odonkor (Deutschland) auch. Aber während die Fußballexperten im Fernsehen jede simple Ballberührung des Portugiesen zum Gemiestreich erheben, ist der Deutsche im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft für dieselbe Leistung auch schon getadelt worden, er könne es auch nicht besser. Seitdem greift die Ronaldoisierung ganzer Mannschaftsteile um sich: Das kroatische Team, Deutschlands nächster Gegner, soll in der individuellen Klasse deutlich überlegen sein. Da könne man nur mit Teamgeist dagegen halten. Das  rustikale Auftreten der Kroaten gegen Österreich gab zu solchen Einschätzungen keinen Anlass, aber vielleicht ist ja auch mit der individuellen Klasse nicht die beim Fußballspielen gemeint. ### Buchtipp: Stieg Larssons Krimi-Epos Verblendung – Verdammnis – Vergebung. Der schwedische Krimiautor Stieg Larsson arrangiert seine Romantrilogie nach Art eines Krimi-Epos mit einer Einführung, einem Hauptteil und der Katharsis am Ende. Weitere Romane werden nicht folgen, denn der Autor erlag 2004 einem Herzinfarkt. Das ist umso trauriger als sein Ermittlergespann Mikael Blomquist und Lisbeth Salander zu den ungewöhnlichsten Charakteren der Krimiliteratur zählen dürften. In Verblendung lernen wir die beiden kennen. Blomquist ist in den Vierzigern, investigativer Journalist beim Polit-Magazin Millennium. Gerade ist er für einen Recherchefehler vor Gericht gelandet. Ansonsten pflegt er eine Affäre mit seiner verheirateten Jugendfreundin Erika Berger. In dieser Lage erreicht ihn ein Rechecheauftrag des Großindustriellen Henrik Vanger. Blomquist soll dessen Nichte Harriet finden, die vor Jahrzehnten spurlos verschwand. Auftritt: Lisbeth Salander. Mitte Zwanzig, entmündigt, angeblich psychisch krank. Sie unterstützt den Vierziger Blomquist bei seinen Recherchen. Dabei stellt sich heraus, dass Lisbeth nicht nur eine Weltklasse-Hackerin ist, sondern auch ein fotografisches Gedächtnis besitzt. Auch sie schleppt ein finsteres Geheimnis mit sich herum, das Mikael Blomquist im zweiten Roman, Verdammnis, ergründen muss, weil Lisbeth zweier Morde verdächtigt wird, die sie nicht begangen hat. Blomquist kommt einem ungeheuerlichen Komplott gegen das unscheinbare Mädchen auf die Spur, und gemeinsam bringen er und Salander im dritten Roman, Vergebung, die Schuldigen zur Strecke. Stieg Larsson hat die Romane von vornherein als Trilogie angelegt. Denn einige Geschehnisse im ersten Buch ergeben erst im zweiten einen Sinn. Larsson beginnt düster drohend wie ein heraufziehendes Unwetter und entwickelt dann einen temporeichen, brillant geschriebenen und erschreckend realen Polit-Thriller. Seine Romane sind leidenschaftliche Abrechnungen mit einer Kaste aus Wirtschaftskapitänen, Politikern und Spitzenpolitikern, die sich über jeder irdischen Gerichtsbarkeit wähnen. Dabei vemeidet Karsson aber die klassenkämpferische Pose. Das Böse, das ist nie die gesellschaftliche Schicht. Das ist der Einzelne. Stieg Larssons Trilogie gehört zum besten, was die internationale Thriller-Literatur zu bieten hat: Bis in jedes Detail brillant recherchiert, emotional dicht geschrieben, immer am Schicksal der eigenen Akteure, voll Verständnis für menschliche Schwächen und dennoch ein unnachgiebiges Plädoyer für die Menschen- wie die Bürgerrechte. Ich beneide Jeden, der Stieg Larssons Trilogie zum ersten Mal liest. ### Kein schönes neues Windows Begeisterte Anhänger, die sich für ein Stück Plastik mit einem Prozessor darin selbst verstümmeln. Was kann sich ein Computerunternehmen mehr wünschen. Richtig geraten. Solch kultische Verehrung wird nur Apple zuteil. Wahrscheinlich wäre der große Konkurrent Microsoft im Augenblick schon mit viel weniger schmerzhaften Gunstbezeigungen zufrieden. Der Marktführer in Betriebssystemen rangiert mittlerweile am anderen Ende der Beliebtheitsskala. Der Stein des Anstoßes heißt Windows Vista. Vista hängt dem Konzern mittlerweile wie ein Mühlstein um den Hals. Groß, fett, aufgeblasen, inkompatibel zu vorhandener Software. Seit dessen Erscheinen am 30. Januar 2007 hat Microsoft das am Markt vorbei programmierte System versucht schön zu reden. Dann die erlösende Nachricht. Windows XP könnte noch am Markt bleiben, bis das nächste Windows - Arbeitsname: "7" - erscheint. Jetzt warnt Joe Wilcox auf Microsoft-Watch vor überzogenen Erwartungen. Windows 7 werde sich nicht großartig von Vista unterscheiden. Der Betriebssystem-Kernel werde sich ebenfalls nicht fundamental ändern. Microsoft-Insiderin Mary-Jo Foley hatte in einem Artikel auf ZDNet Hoffnungen geweckt, dass dem Schwergewicht Vista eine flinke, kleine Nummer 7 folgen werde, die sich der User oder der PC-Anbieter zusammenbasteln könne, wie er es brauche. Das bedeutet: Wer einen Mini-PC wie den EeePC haben will, bleibt auf Linux angewiesen. Auch das neue Windows wird nicht auf älteren Systemen laufen. Man könnte nun sagen: Fabelhaft. Soll sich Microsoft auf das Kerngeschäft konzentrieren, auf Software für Unternehmen. Falsch gedacht: Ausgerechnet bei den Unternehmen stößt Vista auf Widerstand. Der Privatkunde hat sich längst resigniert in sein Schicksal gefügt. Microsoft hat in den sieben Jahren des Werdens von Vista am Markt vorbei programmiert. Und: Dem Konzern ist seine monopolartige Marktstellung zum Gefängnis geworden. So soll Windows 7 besser rückwärts kompatibel sein als Vista. Zu diesem Zweck will Microsoft sogar an der Sicherheit sparen. Das berichtet zumindest Wilcox. Wenn das stimmt, beseitigt Microsoft den einzigen Vorteil von Vista, das bessere Sicherheitskonzept. Was die Windows-User am meisten nervt, ist das, was die Entwickler richtig gemacht haben. Windows müsste einen Schritt tun, wie ihn Apple getan hat, als die treue Fangemeinde von MacOS 9 auf Mac OS X wechseln musste. Doch Microsoft versorgt keine Gemeinde, sondern eine Weltgemeinschaft. Wenn Apple die Betriebssystemarchitektur ändert, dann sind ein paar Grafik-Designer, Journalisten und Lebenskünstler in Schwierigkeiten. Wenn Microsoft so etwas täte, dann käme weltweit die Infrastruktur ins Trudeln. So spricht viel für die These von Joe Wilcox: Microsoft wird kein schönes, neues Windows präsentieren - und schon lange kein sichereres. ### OOXML: Ende der Kolonialherrenart Anfang April schien alles gelaufen: "Office Open XML ist ISO-Norm", notierte das Newsportal Golem trocken. Doch schon im selben Atemzug wurden Zweifel daran laut, dass bei der Verabschiedung des Standards alles mit rechten Dingen zugegangen ist. So meldete das Ubuntu-Newsmagazin Ikhaya am selben Tag, dass in Finnland bei der Abstimmung über Microsofts neuen Office-Standard aus einer Enthaltung auf unerklärliche Weise ein "Ja" geworden ist. Solche Unstimmigkeiten haben die einzige Macht auf den Plan gerufen, die sich bisher mit dem mächtigen Softwarekonzern angelegt und gewonnen hat: die Wettbewerbshüter der Europäischen Union. Doch nun melden sich drei weitere Staaten: Südafrika, Indien und Brasilien. Sie bemängeln, dass ihre Bedenken gar nicht angehört wurden. Stattdessen wurden die Kläger mit dem Hinweis auf Zeitmangel abgebürstet. Ein Absatz erscheint mir besonders bedeutungsschwer: "Es sei das erste Mal, dass in dem für Dokumentenformate zuständigen Gremium JTC 1 der ISO/IEC überhaupt ein Widerspruch laut geworden sei." Das zeigt, wie wichtig globale Regelungsinstitute in Zeiten des globalen Wandels werden. In einer Welt, in der Standards nur zwischen den USA und den europäischen Industrienationen ausgehandelt werden mussten, ging vieles informell. Dass zwischen den USA und dem Europa des Kalten Krieges ohnehin eine weitgehende Kongruenz der Blickwinkel vorherrschte, vereinfachte die Dinge zusätzlich. Spätestens der Irakkrieg von George Bush II. hat die Wege der Europäer von denen ihrer Supermacht getrennt. Nun stoßen etliche Schwellenländer hinzu, die sich nicht mehr nach Kolonialherrenart administrieren lassen wollen. In indien, China und Brasilien ist die Migration der öffentlichen Verwaltungen zu Linux sehr viel weiter fortgeschritten als selbst in Europa. Dieses wachsende Bedürfnis, eigene Interessen in das weltweite ökonomisch-politische System einzubringen, trifft gegenwärtig allerdings auf eine westliche Führungsmacht (USA), die weniger denn je bereit ist, irgendetwas außer sich selbst ernst zu nehmen. Wir dürfen gespannt sein, ob sich die Normierungsorganisationen ihrer gestiegenen Verantwortung gewachsen zeigen. ### Ein Hauch von Wechsel Früher schlug er sich mit Nazis herum und mit finsteren indischen Thugs, heute ringt Harrison Ford alias Indiana Jones mit bösen Sowjets um das Geheimnis der Kristallschädel. Seinen besonderen Reiz teilt der berühmteste Archäologe der Filmgeschichte mit alten James-Bond-Filmen. Einfache Gut-Böse-Schemata machen das Denken überflüssig. Die schärfste Waffe der Vereinigten Staaten von Amerika um die Vorherrschaft auf dem Planeten ist nicht die Atombombe, sondern Hollywood. Das starke amerikanische Kino weist Übeltäterrollen analog denen in der amerikanischen Gesellschaft zu. So begannen in den späten 1980er Jahren vor allem Lateinamerikaner die Russen als Filmfinsterlinge abzulösen. Es war die Zeit der Drogenkriege. Die Latinos behielten ihre Rolle als Bösewichter bis sie in den 1990er Jahren von den Muslimen abgelöst wurden. Die Feindbilder wechselten im Film wie in der Gesellschaft, die Amerikaner blieben, was sie immer waren: die Guten. Europäisches Kino mit seinen sehr viel weniger eindeutigen Schwarzweiß-Schemata hatte es schwer. Zu kompliziert für den Massengeschmack, nicht nur in den USA. Szenenwechsel: Irak. Im US-Knast Abu-Ghuraib in Bagdad entnimmt ein jüdischer Arzt Gefangenen Organe und verscherbelt sie nach New York, London und Tel Aviv. Ein Handlugsfaden im türkischen Film "Tal der Wölfe" von 2006. Antiamerikanisch, antisemitisch, antikurdisch, aber heroisierend für die Türken. Natürlich regte sich die ganze Welt über die platten Gut-Böse-Klischees auf. Man darf sich fragen, ob dieser Vorwurf stichhaltig ist, wenn er aus einem Land kommt, in dem viele Einwohner glauben, dass in Europa noch Krieg herrscht, weil sie die Welt jenseits der eigenen Landesgrenzen nur aus platten Kriegsfilmen kennen. Der Inhalt von "Tal der Wölfe" soll auch hier nicht zur Debatte stehen, und für die Diskussion im vorvergangenen Jahr spielte dies auch keine Rolle. Was die Gesellschaften in Europa und den USA damals bis in politische Kreise erschreckte, war die Machart des Films. "Tal der Wölfe" ist ein klassischer Actionfilm vor dem Hintergrund des Irakkriegs und mit einem Budget von 8 Millionen Euro die bisher teuerste türkische Filmproduktion. In der Türkei wurde er ein Hit, in Deutschland kam er laut Wikipedia unter die Top Ten der erfolgreichsten Filme des Jahres. Der damalige bayerische Ministerpräsident forderte die Kinos auf, den "antiwestlichen Hass-Film" abzusetzen. Der amerikanische Kulturkreis sah sich plötzlich in der Defensive. Dabei ist "Tal der Wölfe" lediglich ein Warnschuss. Was passiert, wenn sich Bollywood, die produktivste Filmindustrie der Welt, auf politische Themen einschießt? "Tal der Wölfe" hat gezeigt, dass Hollywoods Actionspektakel so simpel gestrickt sind, dass man sie auch am Bosporus drehen kann. Was passiert, wenn aufstrebende Schwellenländer wie Brasilien oder China dieses Strickmuster adaptieren? Was wird, wenn sie sich die Freiheit nehmen, eigene Feindbilder zu vermitteln? Dass dies passieren wird, ist keine Frage, sondern nur: Wann? Wer geglaubt hatte, die Welt habe nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einen langzeitstabilen Zustand erreicht, der muss nicht "Tal der Wölfe" nicht selbst ansehen, um zu wissen, dass der von den Scorpions besungene "Wind Of Change" nicht der letzte war, der die Geschichte umgeschrieben hat. Ein Hauch von Wechsel umweht auch Geschehnisse wie jene um "Tal der Wölfe". ### Stellenanzeige bei Microsoft Microsoft sucht einen Manager, der die Kommunikation mit der Open Source-Bewegung organisiert. Noch vor Jahresfrist hätte man für eine solche Stelle im Hause MS folgendes Persönlichkeitsprofil gesucht: Einen gewieften Patentanwalt. Erfahren im Umgang mit Diffamierung und übler Nachrede, treffsicher mit Faustfeuerwaffen bis Kaliber 9mm. Doch die Zeiten ändern sich auch beim größten Softwarekonzern der Welt. So soll jetzt ein smarter Verhandlungskünstler mit Hochschulabschluss den Entwicklern rund um Debian, Mozilla & Co eine Klinke ans Ohr quatschen. Nur eines hat sich nicht geändert: Erfahrung mit Linux und Open Source ist erwünscht, keinesfalls aber Voraussetzung. Logisch: Es reicht, wenn man den Erzfeind akustisch versteht. Wer nun meint, dass das auf ihn passt: Die Anzeige steht hier. ### Die letzte Schlacht auf dem Milchsee Die Welt war glücklich für die Bauern, in jenen alten Tagen. Da war die Europäische Gemeinschaft noch jung, die Steuersäckel voll, die Bürokratie freigiebig. Die EG gab Geld und fragte nicht, was dafür produziert wurde. Und auch die Bauern mussten danach nicht fragen. Die europäischen Steuerzahler bezahlten die Beseitigung der durch die Lande irrenden Schweinehälften. Sie zückten das Portemonaie, wenn der Butterberg rief und sie trotzten dem Milchsee. Die Bauern fragten auch dann nicht, als die Gemeinschaft sich längst dazu durchgerungen hatte, den Geldhahn abzudrehen. Noch 2006 drohte deutschen Bauern eine Millionenstrafe aus Brüssel - wegen Überproduktion von Milch. Es soll keiner sagen, dass es an Warnungen gefehlt hätte. Die einstmals quasi beamteten Landwirte stehen nicht plötzlich im rauen Wellenspiel von Angebot und Nachfrage. Vielleicht haben Verbandsfunktionäre allzu eifrig den nahenden Sturm als einen im Wasserglas verharmlost. Sie haben die eigenen Mitglieder verschaukelt. Die fühlen sich nun als Schiffbrüchige auf dem Milchsee. Dass ihr Milchboykott tatsächlich in kürzester Zeit irgendetwas bewirkt, davon dürften die Bauern selbst nicht so überzeugt sein, wie sie sich geben. Dabei gibt es unter den Landwirten etliche, die nicht klagen, die aber auch ihre Milch nicht für 30 Cent pro Liter verkaufen müssen: die Biobauern. Die Biolandwirtschaft hat sich von Anfang an dem Markt gestellt. Sie kann zu Preisen verkaufen, zu denen auch kleinbäuerliche Betriebe rentabel produzieren können. Diesen rettenden Ausweg für die kleinbäuerliche Landwirtschaft hat Horst Seehofer (CSU) zugeschlagen, gleich nachdem er 2005 Landwirtschaftsminister wurde. Der Minister schaffte die Übergangsförderung für Landwirte ab, die auf biologische Produktion umstellen wollten. Weil aber eine solche Umstellung Jahre braucht, in denen der Betrieb nichts abwirft, grenzt es für all jene, die jetzt aufwachen, an Selbstmord, die Umstellung anzugehen. Dennoch werden sie den falschen Beschwichtigungen und Solidaritätsbezeugungen einmal mehr Glauben schenken, die Bauern. Es wird ihnen warm ums Herz werden, wenn sie den von Sorge zerfurchten, väterlichen Blick ihres Ministers im Fernsehen sehen. Sie werden einmal mehr Jenen glauben, die ihnen erzählen, dass das klug und tapfer sei, was sie tun, dass die glücklichen Zeiten noch einmal zurückkehren. Doch die Zeiten werden nicht zurückkehren, das mussten vor den Bauern die Kohle- und Stahlarbeiter feststellen. Und es wird ebenso wenig das Ende der Landwirtschaft sein, wie es damals das Ende der Stahlindustrie in Deutschland war. Aber überleben wird nur der, der wirtschaftlich produzieren kann. Wer das ist, wird sich zeigen, wenn die Schlacht vorüber und der Wahlkampfqualm über dem Milchsee sich gelegt hat. ### Das Strecken nach der dünnen Decke Schwarz-Weiß-Diskussionen seien bereits in tausend anderen Talkshows geführt worden, setzte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil an und drohte damit Anne Wills Runde am Sonntagabend aus den Angeln zu heben. Denn genau darum ging es der Moderatorin: "Hungern muss hier keiner - Ein Land redet sich arm." So lautete das Motto. Und so polarisiert startete Anne Will in die erste Runde: Hier die ausgebeuteten Steuerzahler, dort die Sozialschmarotzer. Mehr hatte Anne Will nicht vorbereitet. Und genau das offenbarte die Personality-Show der Sonntagabend-Talkerin. Nicht einmal der Hurra-Modernisierer Guido Westerwelle (FDP) wollte Frau Will in Richtung Klassenkampf folgen. Die Frage, wie können wir soziale Dynamik fördern, biegt Anne Will erfolgreich ab. Ebenso die Frage, woran es wohl liegt, dass immer mehr Menschen in eine Parallelgesellschaft abdriften, die man selbst dann nicht zur Arbeit zwingen könnte, wenn man die Hartz IV-Sätze halbieren würde. Eine Mindestlohndebatte rettet die - wieder einmal - schlecht vorbereitete Moderatorin. Da kommt Grabenkampfstimmung auf: Heiner Geißler (CDU) bezeichnet Guido Westerwelle als Denunziant. Gemeinsam mit Armutsforscher Butterwegge reitet er eine Attacke für die Ehre der Arbeitslosen. Dabei hatte einzig und allein Journalistin Rita Knobel-Ulrich den Transferempfängern pauschal Hängemattenmentalität vorgeworden. Als auch dieses Scharmützel zu versiegen droht, zieht Anne Will den Joker. Warum will die SPD Gesine Schwan als eigenen Kandidatin für das Bundespräsidialamt aufstellen? Was hat das mit dem Thema zu tun? Landet Köhler im sozialen Netz, wenn er nicht wiedergewählt wird? Egal. Die Sendezeit ist um. Na, prima: Die dünne Decke einer schlampigen Recherche hat wieder einmal gehalten. ### Schadensbegrenzung im Hause Microsoft "Und sie bewegt sich doch", urteilt so mancher vorsichtig, wenn er liest: Microsoft Office unterstützt zusätzliche Dateiformate. Dabei handelt es sich meiner Ansicht nach nicht um einen Marketing-Feldzug. Microsoft muss ein freies Format in seine Bürosuite integrieren, um weitere Millionenstrafen zu vermeiden. Und an dieser Stelle zeigt sich, dass zumindest Großabnehmer den Konzern in Zugzwang bringen können: So sind Behörden und Verwaltungen in 14 Ländern schon jetzt verpflichtet, das Open Document Format (ODF) als Austauschformat zu verwenden. Warum setzt Microsoft dann nicht das hauseigene Office Open XML (OOXML) ein? Darüber gibt es nur Vermutungen. Es könnte beispielsweise daran liegen, dass die Spezifikationen für OOXML stolze 6000 Seiten umfassen. Vergessen wir weiterhin nicht, dass OOXML noch längst nicht das Stadium der Marktreife erlangt hat. So soll OOXML erst mit der nächsten Version von OOXML kommen - das heißt, frühestens 2010. Was es heißt, in grenzenloser Selbstüberschätzung ein halbfertiges Produkt auf den Markt zu werfen, dürfte Microsoft mit dem Vista-Betriebssystem gelernt haben. In Sachen Betriebssystemen übt sich der Konzern in Schadensbegrenzung. So lässt sich " Wird XP Windows Vista überleben? " schon nicht mehr als Frage formulieren. Vista ist ein Übergangsprodukt, von dem vermutlich Microsoft selbst nicht so genau wissen möchte, unter wie vielen Vistalizenzen XP betrieben wird. ### Wenn die Doofen Bücher schreiben Als wir Michelle erzählen, dass wir an einem Buch mit dem Titel Generation Doof schreiben, tritt ein Leuchten in ihre glasigen Augen. "Weissich", meint sie und stößt kurz auf. „Hat mir Aamin schon erzählt. Musstich gleich lachen." Das freut uns natürlich, aber wir wollen nun doch wissen, warum sie das so lustig findet, "Na, ich fanden Titel so komisch", erklärt sie. "Wie schreibtn ihr das? Doof wie blöd, oder so wie die Seife?" Wer gern über geistige Ausrutscher wie den von Michelle lacht, findet im fertigen Buch „Generation Doof“ viel Anlass zu Heiterkeit. Stefan Bonner und Anne Weiss berichten von Miss Märkisch-Oderland, die Polen in der Nordsee vermutet und von einem namentlich nicht genannten Jugendlichen, der nicht in der Lage ist, zu sagen, aus welchen Ländern die Staatschefs von England oder Amerika kommen, und nicht weiß, in welchem Land der Irak-Krieg stattgefunden hat. In einer ebenso kurzweiligen wie lang gezogenen Freak-Show lassen Bonner und Weiss die Symptomträger einer verlorenen Generation an uns vorbei defilieren. Nach Jahrhunderten des Anstiegs beim durchschnittlichen Intelligenzquotienten, befinde sich dieser seit Ende der 1990er Jahre im Sinkflug. belehren die Autoren den Leser. Unwissenheit gilt der Generation Doof als Zierde und Hartz IV als erstrebenswertes Lebensziel. Die Gründe liegen auf der Hand: Viel zu laxe Erziehung und mieses Schulsystem. Das klingt nach dem Kulturpessimismus, den man von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gewohnt ist, wenn es um die heutige Jugend geht. Doch damit tut man den Autoren unrecht. Erstens urteilen sie nicht altklug über ihre Generation, und zweitens kommen sie zu überraschenden Erkenntnissen. So nehmen sie sich einer Klage an, der sich wohl viele Lehrer lautstark anschließen könnten. Dass nämlich die Schüler reihenweise Automarken mit allen technischen Details aufsagen können, an einfachen Englich-Vokabeln hingegen scheitern. Bonner und Weiss stellen klar: "Über ein solches Wissen [gemeint sind die Automarken, nicht die Englisch-Vokabeln] muss man verfügen, um in einer Gruppe hoffnungsfroher Jungproleten als Alphatierchen anerkannt zu werden, daraufhin die schärfste Schnitte abzuräumen und so für den Fortbestand der Art zu sorgen." Diesen erfrischenden Ansatz denkt das Autoren-Duo aber nicht weiter. Schon wenige Sätze später verfallen sie in FAZ-Feuillton-Klagen über den Untergang des Abendlandes, weil die Jugend Shakespeare und Goethe nicht mehr liest. Angeblich sollen das frühere Generationen noch getan haben. Erschwerend kommt hinzu dass Bonner und Weiss zwar lustvoll aufs deutsche Bildungssystem eindreschen, aber keinerlei Lösungsansätze darstellen. Sicher: Das wäre viel zu trocken. Und für einen gelungenen Gag ist den Schreibenden aus der Mitte der Generation Doof fast jedes Mittel recht. Da schimpfen sie über die Eltern der Generation Doof, diese hätten ihre Kinder überbehütet und verhätschelt. An anderer Stelle werfen sie Mutti und Vati vor, sie hätten ihre Kinder aus purem Desinteresse vernachlässigt. Fazit: Generation Doof ist reich an kurzweiligen Geschichtchen. Es bietet dem einen oder anderen vielleicht den einen oder anderen Denkanstoß, aber dann ist auch schon Schluss. Es ist ein Buch von der Generation Doof für die Generation Doof – auch für dich und mich. Die Generation Doof, das sind wir alle. Denn Bonner und Weiss geht es nicht um soziologisch trennscharfe Abgrenzung von Geburtskohorten, sondern um lustvolle (Selbst-) Demontage. Stefan Bonner und Anne Weiss: Generation Doof, Bastei Lübbe, 335 Seiten, ISBN: 978-3-404-60596-5, 8,95 Euro. ### Nummer 9 ist draußen Über die Ubuntu-Euphorie könnte man ganz überlese, -sehen, -hören, dass auch andere Linux-Distributionen Entwicklungsschritte machen. Fedora 9 ist veröffentlicht. Schon diese Distribution erkennt handelsübliche UMTS-Notebook-Karten. Das ist für Ubuntu erst für Herbst angekündigt. Aber Fedora war immer eine so genannte "bleeding edge"-Distribution. Außerdem soll der Paketmanager ersetzt worden sein. ### Die orangerote Leinwand „Hate was just a legend And war was never known“ So besang Neil Young 1975 im Song „Cortez, the Killer“ das Aztekenreich. Dieses friedliche Land, das der böse Hernando Cortez zerstörte. Fast 500 Jahre ist das her. Schon zu Zeiten der Blumenkinder, in den 1960er und 1970er Jahren, konnte sich daran niemand erinnern, wie man unter Montezumas Mannen lebte. Mittlerweile haben uns die Archäologen eines besseren belehrt: Die friedlichen Azteken waren regelrechte Eichmanns des mittelamerikanischen Dschungels. Sie hielten andere Indianervölker als Sklaven und besänftigen blutrünstige Gottheiten durch einen nie versiegenden Strom von Menschenopfern. Es gilt als sicher, dass es bei den Opferzeremonien der Azteken regelmäßig zu Kannibalismus kam. Im Lichte neuerer Erkenntnisse sind wir nicht mehr sicher, ob Cortez der Welt nicht vielleicht sogar einen Gefallen getan hat, als er das Aztekenreich liquidierte. Das Aztekenreich war vor allem eine Projektionsfläche. Nun gibt es keinen Zweifel, dass die Tibeter nie einen Völkermord begangen haben. Sie haben (meines Wissens) auch nie Menschenopfer dargebracht. Und dennoch hat man zuweilen das Gefühl, dass mit dem Dalai Lama ein Stück orangerote Leinwand durch die Welt reist, kluge Sprüche klopft und davon lebt, dass jeder andächtig lauschende Sinnsucher im Wolkenkuckucksheim auf dem Dach der Welt das erblickt, wonach er sich sehnt. Eigentlich sehen wir ja Leute, die sich durch die Welt schnorren, nicht so gern. Aber der Dalai Lama trägt ein bescheidenes Kassengestell und schaut trotzdem ganz würdevoll aus dem Tuchgewand. Außerdem hat ja zur Zeit kein Heim, in das er mal Merkel oder Koch zum Diner einladen kann. Halten wir kurz fest: Als 1950 die Chinesen Tibet annektierten, fanden sie eine mittelalterliche Feudalgesellschaft vor, in der hungernde Bauern einen faulen Klerus durchfütterten, der betend in den Klöstern ausruhte. Dann kamen die Chinesen. Seither reist das ehemalige geistliche und weltliche Oberhaupt Tibets durch die Welt. Eigentlich sollte jedes unterdrückte Volk seinen Dalai Lama haben. Einen echten Helden, eine Projektionsfläche für archaische Gut-Böse-Vorstellungen, nach denene wir in unserer komplexen Welt so sehr dürsten. ### Surfen in der Postprivatsphäre Die Datenschnüffler sind überall. Die Lösung von Sean Hastings: "Benutzen Sie doch die Internetverbindung von jemand anderem! Dann war der schuld." Noch eine Kostprobe? Es geht darum, ein Netzwerk so abzusichern, dass gerade niemand darüber unerlaubt surft. Hastings rät: "Wenn Sie schon einen drahtlosen Anschluss zu Hause haben, dann lassen Sie ihn offen, ohne Verschlüsselung oder Zugangssperren! Nach dem Motto: Wie, jemand hat die Computer des Innenministers von meiner Internetadresse aus gehackt? Die haben sich bestimmt in mein drahtloses Netzwerk geschlichen. So was. Seit Wochen schon habe ich mir vorgenommen, da mal ein ordentliches Passwort einzubauen, aber man kommt ja zu nichts…" Sean Hastings ist renommierter IT-Sicherheitsexperte. Im Interview mit der ZEIT vertritt er den Standpunkt: Das Private ist sowieso nicht zu retten, man sollte sich genau überlegen, was man verheimlicht, weil gerade das die staatlichen Schnüffler anlocken könnte. ### Mozilla will Nutzerdaten sammeln Frei, sicher und durch unzählige Erweiterungen an alle Lebenslagen anpassbar. Der Firefox-Browser ist seit seinem Erscheinen 2000 der Liebling politisch korrekter Internet-Nutzer. Damit könnte es nun vorbei sein. Heise berichtet, dass jetzt auch Firefox-Anbieter Mozilla Nutzerdaten mitloggen will. Das Newsportal beruft sich auf einen Blogeintrag des Mozilla-CEO John Lilly. Darin schwärmt Lilly von den Möglichkeiten. Aus den Userdaten könnte das erste vollständige Bild über Internetnutzung werden. Bisher liegt der Firefox an Marktanteilen zwar immer noch abgeschlagen hinter dem Microsoft Internet Explorer. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und das was werden soll, ein komplexes Bild von menschlichem Verhalten im Internet, will Mozilla an jeden weitergeben, der danach fragt. Entlastend sei erwähnt, dass Lillys Pläne noch keine feste Form besitzen. ### Rettet die Schlapphüte Um den Bundesnachrichtendienst steht es offenbar schlimmer als uns allen klar war.  Bei der Grundsteinlegung des neuen Geheimdienstjauptquartiers in Berlin fielen die Mikrophone aus. Man hätte ja auch Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere ein Babyfon zustecken können. Doch was zum Belauschen taugt, hilft nicht unbedingt beim Verstärken. Zeit, zu handeln. Der BND braucht Hilfe. Ich hätte gern eine Top-Ten-Listezusammengestellt, aber da hat meine Fantasie nicht mitgespielt. Meine Ideen: 1. Privatisieren! Microsoft braucht keine Trojaner, um 90 Prozent der Computer auf diesem Planeten auszuspähen, das machen die sowieso. 2. Sollen die doch den BND bezahlen, die ihn brauchen! Allein es steht in Frage, ob die Gehälter von Brigitte Zypries, Wolfgang Schäuble, Frank-Walter Steinmeier dazu ausreichen. 3. Sollen sich doch die beteiligen, die den BND nutzen! Dann müssen die US-Steuerzahler in die Tasche greifen. ### BND-Agenten in Gefahr Vermutlich aus Kostengründen belauscht der Bundesnachrichtendienst (BND) verdächtige Personen wie Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Man fragt sich, warum die Schlapphüte Millionen teure Trojaner brauchen, wenn es ein Babyfon aus dem Media Markt auch tut. Aber schließlich ist Wiedeking ja auch kein islamistischer Terrorverdächtiger. Wenn die BND-Agenten jedoch die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Computerbild in die Finger bekommen, werden sie ihre Handschuhe sofort zur Dekontamination bringen. Drei von acht getesteten Babyfonen waren verseucht. Genau lesen, liebe Dunkelmänner, und vorsorglich einen Termin beim Hautarzt machen. Ach ja: Bis dahin solltet ihr nicht in der Nase bohren oder die Finger ablecken. ### In Berlin hat die Vernunft gewonnen Es wird ein harter Schlag für viele West-Berliner werden, wenn im Herbst der Flughafen Tempelhof geschlossen wird. Schließlich hat Berlins Innenstadt-Airport Geschichte geschrieben. Hier startete die erste Lufthansa-Maschine und hier landeten in den Zeiten der Berlin-Blockade die alliierten Rosinenbomber. Dennoch hat sich bei der Abstimmung über das Schicksal von Tempelhof die Vernunft durchgesetzt. Die Gegner einer Schließung des Flughafens haben in dem Bürgerentscheid eine Niederlage erlitten. Nun ist es Zeit, einzusehen, dass durch den Weiterbetrieb von Tempelhof die Hauptstadt nicht noch sexier geworden wäre, sondern nur ärmer. Es fehlte an Argumenten. Die Bundestagsabgeordneten fliegen von Tegel aus in ihre Wahlkreise, und auch die Bundesbeamten, die ins beschauliche Bonn fliegen, starten in Tegel. Verschiedentlich hörte man in der Diskussion die Meinung, dass Tempelhof doch von privaten Sponsoren betrieben werden könnte. Das spielte wiederum der Berliner rot-roten Koalition argumentativ in die Hände. Ein Shopping-Flughafen für arabische Ölscheichs und russische Gazprom-Milliardäre? Da lässt sich doch eine Plakatkampagne draus schustern. Mit ehrlichen Arbeitergesichtern, die unterm gelben Helm den Promi-Flughafen geißeln. Lieber Herr Wowereit, solche Menschen kommen in ihrer Stadt nur in homöopathischer Dosierung vor. Doch eins bleibt unbestreitbar: Selbst wenn private Sponsoren den Weiterbetrieb von Tempelhof übernähmen. Nach einiger Zeit würde es heißen: Das ist zu teuer für uns. Nun muss die Stadt einspringen, sonst gehen soundsoviele Arbeitsplätze verloren. Friedbert Pflüger (CDU) will weiter für Tempelhof streiten. Warum er das tut, bleibt sein Geheimnis. Weil etwas, das SPD und Linkspartei beschlossen haben, nie und nimmer richtig sein kann? ### Firefox 3.0 - Erste Eindrücke Die augenfälligste Neuerung am neuen Ubuntu 8.04 LTS ist der neue Firefox-Browser 3.0. Hardy Heron kommt mit einer Beta des freien Browsers. Man darf sich darüber streiten, ob die Verbesserung in der Bedienung so gelungen sind. So schlägt der Browser bei der Eingabe von Adressen URLs aus den Lesezeichen vor. Auf jeden Fall fügt sich Firefox 3.0 besser in das Thema des Ubuntu-Desktops (Gnome) ein. Die größte Verbesserung zeigt der Firefox aber in Sachen Geschwindigkeit. Ich habe es nicht gemessen, aber subjektiv baut der neue Kleine Panda Internetseiten deutlich schneller auf als sein Vorgänger. Das Mozilla-Projekt hat versprochen, dass der neue Browser auch eine ganz lästige Angewohnheit seiner Vorgänger beendet. Die haben nämlich einmal belegten Arbeitsspeicher nicht wieder frei gegeben. ### Ubuntu 8.04 Hardy Heron auf IBM Think Pad R51e Ich hatte mir geschworen, dem Gibbon (7.10) so lange wie möglich die Treue zu halten. Die Langeweile auf dem Krankenlager mag dazu beigetragen haben, dass ich nun doch den Sprung auf die neue Version 8.04 getan habe. Ein Update über das Netz kam für mich nicht in Frage. Damit bin ich schon bei früheren Versionen gescheitert. Also: CD downloaden und installieren. Der grafische Installer funktioniert mittlerweile tadellos. Eine kleine Irritation: Hardy gibt nur noch die Wahl, eine Partition zu formatieren oder nicht. Frühere Versionen haben noch darauf hingewiesen, dass alle Daten erhalten bleiben, wenn man sich gegen das Formatieren entschieden hatte. Ein Detail, das man gleich vergisst, wenn das System - in neuer Rekordzeit - hochfährt. Alle Benutzereinstellungen sind noch da. Ich brauche immer noch einen zusätzlichen Benutzer bzw. eine zusätzliche Benutzerin. Meine Frau liebt es nicht, wenn ich Linux-Experimente mache. Und so schlich sich bei mir eine gewisse Nervosität ein als sich der Benutzeraccount im grafischen Menü nicht einstellen ließ. Das System informierte mich völlig zurecht, dass da bereits ein Ordner im Home-Verzeichnis sei. Eine kurze Recherche und eine Frage in Ubuntuusers brachte mich auf den Kommandozeilenbefehl "adduser": $ sudo adduser NEUERNAME Danach noch das Passwort eingeben: $ sudo passwd NEUERNAME Danach muss geht es wieder in das Menü zur Benutzerverwaltung: Dort muss man der neuen Benutzerin Rechte zuweisen (wann dürfen wir Männer das schon unwiedersprochen?) und den ganzen namen eintragen. Fertig! Mehr kann ich derzeit über das neue Ubuntu nicht sagen. Vielleicht noch soviel: Der Wechsel fällt kaum auf. ### Knappe Mehrheit für Demokratie Nur 60 Prozent haben Vertrauen in die Demokratie. Die Meldung geisterte am Montag durch die Nachrichtenportale. Sie geht zurück auf eine Umfrage für die Leipziger Volkszeitung. Bei den Ossis genießt unsere Staatsform noch weniger Vertrauen. Allerdings schneidet die Soziale Marktwirtschaft noch schlechter ab. Nur 48 Prozent haben noch Vertrauen in die Wirtschaft. Kunststück: Wenn die Befragten repräsentativ ausgewählt wurden, muss unsere Wirtschaft über 48 Prozent noch glücklich sein. Das sind die, die für dieses Jahr noch keine Kündigung gekriegt haben, die nicht von Hartz IV leben und die nicht für einen Hungerlohn malochen. Dass die Deutschen nicht mehr an die soziale Marktwirtschaft glauben, ist die Korrektur eines Bildes vom weißhaarigen, väterlichen Unternehmer, der seine 30.000 Mitarbeiter alle mit Namen kennt und für jeden ein offenes Ohr hat. Dieses Bild war ein schöner Traum aus Zeiten, in denen man noch sanft auf der nächsten Gehaltserhöhung und der sicheren Rente ruhte. Da war Platz für solche Träume. Wer alle paar Tage dem eigenen Volk die Instrumente zeigt, darf sich nicht wundern, wenn die Leute allmählich das Gerede vom brutalen Dschungelgesetz des Kapitalismus glauben. Aber wie steht es um unsere Demokratie? Müssen wir schon allmählich lernen, zu Marschmusik zu tanzen? Sollen wir schonmal auf dem Speicher gucken, ob noch was von Opas alter Uniform dort liegt? Dabei gehen solche Umfragen mit schöner Regelmäßigkeit so aus. Wir können sie nur verstehen, wenn wir diejenigen Institutionen betrachten, denen die Bundebürger nach wie vor Vertrauen entgegen bringen. Die Flugsicherung steht da für gewöhnlich weit oben - diesmal mit 75 Prozent Vertrauensbonus. Am höchsten steht die Polizei im Kurs - 85 Prozent. Bei anderen Gelegenheiten stand in ähnlichen Umfragen auch schonmal der ADAC an der Spitze. Diesen Institutionen vertrauen wir, weil wir es müssen. Wenn wir ungebetenen Besuch kriegen, dann müssen wir uns darauf verlassen, dass unter 110 jemand an den Apparat geht. Wenn wir der Flugsicherung nicht trauen würden, wäre im Urlaub Rügen das höchste der Gefühle. Und wenn auf der Autobahn die Familienkutsche streikt, wollen wir gern glauben, dass die gelben Engel schon im Anflug sind. Nennen wir das ein instrumentelles Vertrauen, das wir aus eigenem Entschluss bestimmten Institutionen entgegenbringen. Wenn die Demokratie in Gefahr gerät und tatsächlich niemand mehr einen Finger für sie rührt, dann müssen wir uns Sorgen machen. Bisher gibt es immer noch mutige Bundesbürger, die unseren Staat in Karlsruhe verteidigen, wenn Wolfgang Schäuble und Brigitte Zypries uns alle in einen Big-Brother-Container sperren wollen. Sorgen machen müssen sich die Auftraggeber der Studie. Die Zeitungen sind im Vertrauen bei der Bevölkerung hinter das Fernsehen zurückgefallen. Das war früher einmal anders. ### Zum 119. Einen Glückwunsch, auf den wir hätten verzichten können, sprach Google am gestrigen Sonntag, 20. April, aus. Die Älteren werden sich der Bedeutung des Datums erinnern. Der geschmacklose Scherz soll nur ein paar Minuten online gewesen sein. ### Wie tief steckt Microsoft in der Krise? Bei einer Veranstaltung in Seattle ließ Microsoft-CEO Steve Ballmer die Bombe platzen: Das aktuelle Windows Vista ist nichts mehr als eine Beta-Version. Als "Work in progress" soll Ballmer das ungebiebte Betriebssystem bezeichnet haben, berichtet The Register. Und dann zitiert das Online-Magazin die ganze "Wir haben gelernt"-Litanei. Nein, man wird XP so lange unterstützen wie die Kunden es wünschen. Dazu hat ganz sicher die Save-XP-Kampagne von InfoWorld beigetragen. Mehr als 100.000 User haben sich dort schon eingetragen. Vom Beratungsinstitut Gartner gab es zusätzlich Zunder. Die Analysten der angesehen Firma sehen Microsoft vor dem Kollaps. Im Kerngeschäft Windows schleppt der Riese den Code aus Jahrzehnten mit sich herum, bemängeln die Analysten. Hinzu kommt, dass Windows auch Prügel für die politischen Sünden der Supermacht USA bezieht. Das hat Red Hat-CEO Jim Whitehurst bei einer Tagung des Onlinemagazins InfoWorld behauptet. Angesichts der Tatsache, dass sich ausgerechnet China, Russland, Venezuela und Brasilien gegen die Standardisierung von Microsofts Ooxml-Format stark gemacht haben, dürfen wir wenigstens dies als gesicherte Tatsache betrachten. Microsoft vor dem Kollaps? Das erscheint mir zu abwegig. Dass der Konzern in argen Schwierigkeiten steckt, beweist am eindrucksvollsten das Übernahmedebakel  um den Internet-Pionier Yahoo. Steve Ballmer hat wiederholt das Gelingen der Übernahme als eine Existenzfrage für Microsoft bezeichnet. Besonders hat es Microsoft auf das Entwickler-Biotop rund um Yahoo abgesehen. Dafür ist der Konzern bereit, mehr als 40 Milliarden US-Dollar zu zahlen. ### Buchtipp: Der Mann, der niemals lebte Ein Buch kann nichts für seinen Titel, schon gar nicht die deutsche Übersetzung. „Der Mann, der niemals lebte“ teilt dieses Schicksal. Ein grausamer deutscher Verlagsmensch verunstaltete den englischen Originaltitel „Body Of Lies“ zu etwas, das besser zu einem Groschenroman gepasst hätte. Dabei setzt David Ignatius in seinem Thriller die Ansprüche deutlich höher, sogar höher als die meisten Spionagethriller. Detailliert protokolliert er eine CIA-Aktion gegen ein Terrornetzwerk à la Al-Qaida. Im Zentrum steht ein Toter, der den Terroristenanführer Süleyman davon überzeugen soll, dass der US-Geheimdienst sein Netzwerk unterwandert hat – was diesem natürlich real einfach nicht gelingen will. Ignatius erzählt, wie sich die geheimen Landesverteidiger die Leiche eines namenlosen Touristen aneignen, und die penible Vorbereitung der Aktion. Im Zentrum steht der CIA-Statthalter in Jordanien, Roger Ferris. Ferris spricht hervorragend Arabisch und sieht wie ein Araber aus. Aber im Innern ist er überzeugt, dass die Vereinigten Staaten sich mit eiserner Faust und allen Mitteln gegen muslimische Terroristen verteidigen müssen. Erste Zweifel kommen dem Geheimagenten erst als er sich in die Entwicklungshelferin Alice verliebt, die in palästinensischen Flüchtlingslagern arbeitet. Sie tut das aus ganz ähnlichen Motiven aber mit anderen Mitteln: Sie will zeigen, dass nicht alle Amerikaner schlecht sind. Im gleichen Maß, in dem sie dem Gedenkengebäude von Ferris Schaden zufügt, bringt sie sich jedoch selbst in Gefahr. Davis Ignatius erzählt seine Geschichte wie man das von amerikanischer Thrillerliteratur gewohnt ist: geradlinig und schnörkellos. Sein Buch ist Lehrstück für jene, die noch an das Gute im Geheimdienst glauben, und Argumentationshilfe für jene, die der CIA schon immer alles zugetraut haben. Und es beschreibt die Motive der Geheimagenten. Soviel Wissen über das Wesen der Dunkelmänner vermittelt sonst nur John le Carré. Doch im Unterschied zu diesem gelingt es David Ignatius nicht, sein Wissen in die Handlung einzubetten. Immer wieder gewinnt man den Eindruck, er hätte am Ende eines jeden Kapitels am liebsten geschrieben: „Da staunst du, was?“ Wo le Carré seine Details gezielt in der Handlung platziert, stolpert Ignatius zumindest auf den ersten 300 Seiten oft über die Hintergrundinformationen dahin. Erst dann gewinnt der Roman allmählich an Fahrt. Auch in der Zeichnung seiner Charaktere hält Ignatius dem Vergleich mit dem Altmeister nicht stand. Das hat er allerdings mit dem Gros der amerikanischen Thrillerautoren gemeinsam. Wie er seine Figuren in Rückblenden mit einer Geschichte ausstattet, das hat etwas von „Wochenendseminar: Thriller schreiben“. Hier der Hurrapatriot, dort die naive Idealistin, die auf der Fahrt zu den Islamisten „Big Yellow Taxi“ von der Hippie-Ikone Joni Mitchell singt. Dennoch verdient sich David Ignatius einen Tipp. Sein „Mann, der niemals lebte“ setzt sich mit einem topaktuellen Thema auseinander. Es zeigt, wie weit die politischen Diskussionen um das Für und Wider von Foltermethoden hinter der Realtität zurück liegt. Es zeigt auch, wie rasend schnell die geheimdienstgeleitete amerikanische Außenpolitik in die Sackgasse saust. David Ignatius selbst zieht den Vergleich zum Niedergang des römischen Weltreichs. Das, so formuliert es die Entwicklungshelferin Alice, hat nur sechzig Jahre – von Hadrian bis Commodus – gebraucht, um von der Lichtgestalt zur Tyrannis zu verkommen. Das amerikanische Weltreich hat das in kürzerer Zeit geschafft. ### Phaenomene des Alltags: Chucks Foto: Pixelio.de Im U-Bahnhof Berlin-Friedrichstraße ist es wirklich nicht zu übersehen: 2008 ist das Converse Century. Sie wissen nicht, was Converse ist? Ein 1908 gegründeter Schuhhersteller aus Massachusetts (USA). Eigentlich angetreten, das traditionelle Leder durch Gummi zu ersetzen, gelang dem Unternehmen erst 1917 der Durchbruch. Mit dem Basketball-Schuh All Star. Zu Ehren der Basketball-Legende Chuck Taylor bekam das gute Stück einen Stern mit dem Namen des Ballkünstlers auf die Seite. Bis heute ist der Latschen laut Wikipedia 600 Millionen Mal verkauft worden. Was zeichnet ihn aus? Die Gummisohle ist so dünn; wenn man eine Zigarette austritt, spürt man, ob sie mit oder ohne Filter war. Außerdem muss man aufpassen, dass man sich nicht die Zehen verbrennt. Das eigentliche Schuhmaterial ist Baumwolle. Leider längst nicht so atmungsaktiv, wie sich das anhört. Der Schuh ist so dünn, dass man kalte Füße kriegt, wenn die Temperatur unter 20 Gard Celsius fällt, und so muffig, dass man Schweißquanten bekommt, wenn das Thermometer über 20 Grad steigt. Und wenn Sie jetzt glauben, dieser Schuh trüge sich deshalb bei 20 Grad angenehm, dann muss ich Sie enttäuschen. Dieser Schuh trägt sich im Grunde nur zu einer Gelegenheit angenehm: zur nächsten Mülltonne. Denn einerseits läuft es sich im Chuck nicht annähernd so gut wie in irgendeinem modernen Schuh. Andererseits sitzen die Nähte, die Seiten- und Vorderteil verbinden, genau am kleinen Zeh. Blasen sind vorprogrammiert. Seinen Erfolg verdankt der Chuck wohl eher dem, was er nicht ist, als dem, was er ist. Was er nicht ist? Befragen wir noch einmal die Wikipedia: "Das Wort Schuh (aus althochdeutsch scuoh, dies wohl zu idg. *skeu- ‚bedecken, umhüllen‘) bezeichnet eine Fußbekleidung mit einer meist festen Sohle, die primär dem Schutz der Füße dient." Der Chuck hat aber keine feste Sohle und er dient auch nicht dem Schutz des Fußes. Ergo ist der Chuck kein Schuh. Er ist das, was vier Generationen von Eltern nicht an den Füßen ihrer Kinder verstehen können und dulden wollen. Logo. Nach kurzem Tragen stinkt es aus den Schuhen als ob etwas darin verwest, und die Socken riechen nicht besser. Spätestens beim Waschen dieser Socken verhärtet auch das treueste Mutterherz und lässt seine Besitzerin zur Schimpfkanonade Luft holen. Die Chucks stehen für die Rebellen von James Dean bis Sid Vicious. Aber vielleicht sind sie ja auch der Grund, dass Jugendidole jung sterben. Denn wer wollte in Chucks schon alt werden? ### Ein Häufchen Amerika Nicht lange ist es her, dass Forscher den ersten Westeuropäer ausgegraben haben. Nun ist auch der erste Nordamerikaner gefunden. Runde tausend Jahre früher als bisher gedacht, soll er gelebt haben. Vor 13.400 Jahren. Ob er schon so ausgesehen hat wie Winnetou, ist nicht bekannt. Denn die Reste, die man findet, geraten zusehends kärglicher. Hatte man vom ersten Westeuropäer noch Kiefer und Zähne gefunden, fanden die Archäologen vom ersten Amerikaner nur Exkremente. Ein Häufchen Scheiße. Und das ist wohl auch alles, das der 43. US-Präsident hinterlassen wird: George W. Bush. ### Liebe Freunde meines Weblogs Fast wäre mein Internettagebuch Geschichte gewesen. Eine Datenpanne bei 1blu hat unter anderem auch mein Weblog dahingerafft. Alles weg! Die Arbeit von fast 5 Jahren! Der Webhoster fühlt sich für nichts verantwortlich. Allein der heldenhaften Arbeit meines Freundes Markus W. Lambrecht von Taula Communication verdanke ich die Wiedergeburt auf einem neuen Server. Er hat die Ruinen der Datenbank sichergestellt und in mühevoller Kleinarbeit restauriert. Vielen Dank an dieser Stelle für die viele Arbeit. Die Bilder sind natürlich futsch. Ich werde sehen, was ich aus meinem Archiv wieder herstellen kann. ### Verlängerung für OoXML-Debakel Am Montag sah es noch ganz so aus als sei Microsofts Ooxml praktisch schon als ISO-Standard anerkannt. Doch jetzt tritt eine Macht auf den Plan, die den weltgrößten Softwarekonzern schon emhrmals erfolgreich in die Schranken verwiesen hat. Die europäischen Wettbewerbshüter ermitteln im Abstimmungsverfahren. Nur eine Frage der Zeit, bis die Beamten fündig werden. Das wird Microsoft wieder einmal dreistellige Eurosummen kosten. Einen bissigen Kommentar hat Sam Varghese in ITWire geschrieben. Wenn Microsoft die Offenheit seines neuen Standards beteuert, dann beweist der Druck in Sachen Ooxml, dass die Redmonder sich nicht einen Millimeter bewegt haben. Ooxml bezeichnet Varghese als einen offenen Standard mit einer "Community of one". ### Jagdsaison für Apple Wie wird man Mainstream und bleibt trotzdem Kult? Diese Frage dürfte Steve Jobs derzeit beschäftigen: Das nagelneue MacBook Air in zwei Minuten gehackt und dann bekommt Apple Computers - um diese Firma geht es hier - auch noch eine Klage an den Hals. Die Farbangaben für die Displays der neuen iMacs sollen stark übertrieben sein. Statt Millionen von Farben sollen die schicken 20-Zöller nur 262.000 Farben schaffen. Sogar weniger als das Vorgängermodell, behauptet eine amerikanische Anwaltskanzlei. Ach, noch eine Kleinigkeit: Nicht nur in dem Hackerwettbewerb, in dem Apples kultiges Dünnbrett durchfiel, ging Windows Vista als das sicherere Betriebssystem durchs Ziel: Auch bei der Sicherheitskonferenz Black Hat gab es ein paar für Mac-User beunruhigende Neuigkeiten. Züricher Forscher haben beobachtet, wie schnell Apple und Microsoft Sicherheitslücken gestopft haben. Maßstab waren die Lücken, die das US-Heimatschutzministerium in seiner Datenbank listet. Ergebnis: Die Zahl der ungepatchten Sicherheitslücken soll bei Apples MacOS inzwischen sogar höher sein als bei Windows. Zugegeben; diese Meldung stammt von dem Windowsmagazin Winfuture. Kein Grund, deren Seriosität anzuzweifeln. Es scheint, dass die Sicherheitsabteilung von Apple der wachsenden Popularität der Marke nicht mehr gewachsen ist. Mich persönlich ärgert vor allem eins an Apple: Als ich das iPhone zum Testen hatte, musste ich auf meinem Dienst-PC iTunes installieren. Natürlich ging das nur mit Quicktime zusammen. Auf einem Apple mögen das wirklich gute Anwendungen sein, auf einem PC belasten sie das System sogar, wenn sie nichts zu tun haben. Nach einiger Zeit hatte ich alles beseitigt, was "Apple", "Mac" oder irgend etwas mit "i" heißt. Bis ich leichtsinnigerweise die Windowsversion des Safaribrowsers testen wollte. Der Browser selbst funktioniert ausgezeichnet, doch mit den Updates versuchte er auch gleich wieder iTunes und Quicktime auf den PC laden. Mittlerweile ist Safari den Weg alles Irdischen gegangen. Geblieben ist eine regelmäßige, nervige Updatemeldung, die mir Safari, Quicktime und iTunes zur Installation anbietet. Al snoch niemand Apple hatte, war das alles anders. Apple war der freundliche Gegenentwurf zu Microsoft. Und jeder Windows-User hat sicherlich einmal in seinem Leben angedroht, er werde sich vom nächsten Weihnachtsgeld einen Mac kaufen. Dann werde alles besser, leichter, sicherer. Heute gibt es keine Weihnachtsgeld mehr und Macs sind soweit verbreitet, dass sie ins Visier der Kritiker geraten. Die Jagdsaison gilt jetzt nicht mehr nur für Windows. ### Toilettenlichter an für Ooxml! Microsofts Dateiformat Ooxml steht offenbar kurz vor der Anerkennung als ISO-Standard. ZDNet berichtet heute, dass Dänemark wohl für die Anerkennung des Standards stimmen wird. Und auch Großbritannien scheint die Seiten wechseln zu wollen. Lustig. Denn Ooxml darf sich schon jetzt als die absurdeste Erfindung seit den Toiletten-Landelichtern betrachten. Einerseits plagen gravierende Mängel das Dateiformat. Andererseits hat die internationale Normungsorganisation ISO bereits ein anderes funktionierendes und noch dazu offenes Format anerkannt: OpenDocument. Microsoft hat ganze Lobbyarbeit geleistet, und wir dürfen wohl vermuten, dass der Konzern deshalb den Kaufpreis für Yahoo! nicht komplett in Bar entrichten kann, weil die Geschenke für die ISO-Mitglieder die Kassen der Redmonder zu stark geleert haben. Doch selbst wenn in nicht allzu ferner Zukunft die ISO dem Ooxml-Standard seinen Segen erteilt haben wird, dann ist es für Microsoft noch zu früh, um die Sektkorken knallen zu lassen, und die Open-Source-Gemeinde braucht vorläufig noch kein Trauerflor anzulegen. Denn, was wird dann geschehen sein? Es gibt ein Dokumentenformat, auf das die öffentlichen Verwaltungen angewiesen sind, um ihre IT-Kosten flach zu halten, und wir haben ein Dokumentenformat, das die Welt nicht braucht (okay: die Welt außer Microsoft). Wir haben einen Softwarekonzern, der Millionen aufgewendet hat, damit treue Gefolgsleute sich in die nationalen Normungsgesellschaften einkaufen konnten. Und wir haben ein angesehenes Institut (ISO), das sich zum Wohl eines Softwaredinosauriers dem Verdacht der Korrumpierbarkeit ausgesetzt hat. Bei der Abstimmung über Ooxml geht es nicht um Ooxml. Microsoft selbst weiß, wie wenig es im Grunde sagt, ob ein Dateiformat von irgendeinem Gremium anerkannt worden ist. Das hauseigene Doc-Format ist ein Quasi-Standard geworden, PDF ist ein Quasi-Standard geworden. Ooxml ist tot. Es bietet keinerlei Vorteil gegenüber dem Vorgänger Doc. Open Document hat wenigstens eines dem alten Quasi-Standard voraus: Es wird nicht von einem einzelnen Softwarekonzern dirigiert. Bei der Abstimmung geht es um nicht weniger als das Ansehen des ISO-Standards. ### Geben bringt Segen "Geld macht nicht glücklich!" Können Sie das auch nicht mehr hören? Kein Wunder. Stimmt nämlich nicht. Geld macht sehr wohl glücklich. Und wer andere Erfahrungen macht, wendet es falsch an. Nicht Horten sondern Geben bringt nämlich Segen. Das haben Wissenschaftler der Universität von British Columbia im kanadischen Vancouver herausgefunden. Wer genug Mammon besitzt, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, erlebt durch ein Mehr an Geld nicht automatisch ein Mehr an Zufriedenheit. Verständlich, dass solche Weisheiten gut gehütet werden. Wenn deutsche Manager das erfahren, bricht der Absatz von Mitteln gegen Magengeschwüre ein und die Liechtensteiner müssen anfangen zu arbeiten. Schon fünf Dollar am Tag für wohtätige Zwecke reichten aus, um das Glücksgefühl zu steigern heißt es in dem Focus-Artikel über die Studie. Beim gegenwärtigen Dollarkurs könnte dieser Betrag allerdings über den Tag schon um ein paar Cent gestiegen sein. ### Ältester Spanier gefunden In Spanien haben sie den Großvater aller Iberer ausgebuddelt. Also, nicht den ganzen. Aber immerhin einen Unterkiefer mit ein paar Zähnen sowie eine Anzahl von Steinwerkzeugen. Vor einer Million Jahren soll der erste Spanier gelebt haben. Er muss ein Leben voller Entbehrungen geführt haben, hat Knochen aufgebrochen, um an das Mark zu kommen. Kunststück: Sangria verkaufen konnte er schließlich noch nicht. Für Mitteleuropa ist für diese Zeit bisher keine menschliche Besiedlung nachgewiesen. Der erste Spanier musste also einige hunderttausen Jahre auf die ersten Touristen warten. ### Das Geheimnis von Madam President Helen Lardahl Bentley, die neu gewählte Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, ist verschwunden. Sie war zu einem Staatsbesuch in Norwegen. Sie wohnte in einem streng gesicherten Hotel. Niemand hat die Suite von Madam President betreten oder verlassen. Dennoch ist sie weg. Entführt! Am norwegischen Nationalfeiertag! Polizei, norwegische und amerikanische Geheimdienste, alle durchstöbern das beschauliche Land am Nordrand Europas nach der Entführten. Mitten zwischen den selbstherrlichen Amerikanern und den trotzigen Norwegern sitzt Yngvar Stubø. Norwegischer Polizist, Familienvater und nun Verbindungsmann zu Amerikas Starermittler Warren Scifford. Keine sehr komfortable Lage. Denn welches dunkle Geheimnis verbindet Scifford mit Stubøs Frau Inger Johanne? Und auch Präsidentin Bentley, die bestdurchleuchtete Frau der Welt, scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten. Eine alte Geschichte, die mit Bentleys Studienfreund Al Muffet zu tun hat, der damals noch Ali Muffasa hieß. Sie dachte, sie käme damit durch... Mit solch finsteren Andeutungen zieht Anne Holt den Leser in ihren Kriminalroman "Die Präsidentin". Und alte Geheimnisse ziehen immer. Wir alle erinnern uns schließlich an Momente in unserem Leben, die wir am liebsten vergessen würden. Bei Anne Holt verdichten sich diese Andeutungen. Solides Krimihandwerk. Dabei schürt sie die Spannung durch ihre Erzählweise. Anne Holt ist die Regisseurin, die ihre Protagonisten auf eine Bühne stellt, die ihnen die Worte in den Mund legt, und die sie in der Hitze des Gefechts oft nicht ausreden lässt. Penibel folgt sie jeder Gemütsregungen, kleinen Gesten und Atempausen. Dadurch stößt sie den Leser mitten in die Hektik des größten vorstellbaren Kriminalfalles. Und erst, wenn der Leser die letzte Seite umgeblättert hat, merkt er, dass sich objektiv in anderen Kriminalromanen auf 392 Seiten mehr ereignet. Aber was ist schon objektiv? Anne Holt nimmt stets die Sicht ihrer Figuren ein. Auch die des geheimnisvollen Abdallah al-Rahman, der vor dem Leser nicht verbergen kann, dass ihn die Autorin als Drahtzieher eines großen, schrecklichen Plans geschaffen hat. Mit großer Ruhe spinnt der geheimnisvolle Ölmilliardär ein Komplott, dass spannend bleibt, obwohl Holt es uns schon auf der Mitte des Buches offenbart. Wenn sie ihren Verschwörer beobachtet, ändert Holt die Erzählweise. Die Sätze werden länger. Keine hektischen Pausen unterbrechen den gleichmäßigen Fluss von al-Rahmans Gedanken. Die gebürtige Norwegerin Anne Holt wuchs in Norwegen und den USA auf. Sie schreibt gutes, zügiges, fast amerikanisches Thriller-Handwerk. Gleichzeitig weisen ihre Charaktere jene Vielschichtigkeit auf, die man an skandinavischen Krimiautoren schätzt und bei amerikanischen Autoren so selten findet. Ihre genaue Kenntnis der Interna von Geheimdienstarbeit rühren übrigens von einem Intermezzo als norwegische Justizministerin. Obgleich „Die Präsidentin auch Polit-Thriller ist, vermeidet Holt die größte Falle unserer Tage: Sie lässt sich nicht auf das Klischee vom muslimischen Terrorführer im fernen Arabien ein, das doch so nahe liegt, seit dem 11. September. Mehr sei nicht verraten. Selber lesen! Es lohnt sich. ### Apple macht kreativ Menschen nehmen die Eigenschaften an, die sie bestimmten Produkten zuordnen. So zitiert Cnet eine Studie, nach der das Apple-Logo Menschen kreativer macht. Studierenden der Duke University fielen zum Beispiel mehr Dinge ein, die sie mit einem Backstein anstellen können, wenn sie den angebissenen Apfel gesehen hatten, als wenn sie das IBM-Logo gesehen hatten. Diese Studie könnte man in Deutschland schon gar nicht machen: Wenn herauskäme, dass eine Universität ihre Studierenden im kreativen Umgang mit Backsteinen trainiert, dann käme sofort die GSG9. Für mich stellt sich da eine bange Frage: Wenn meine Firma doch einmal auf Vista umstellt, wächst mir dann ein Vorbau wie Serena Williams? ### Google gibt Nutzerdaten an US-Regierung Google gibt Nutzerdaten an die US-Regierung weiter. Das soll Google-Chef Eric Schmidt jetzt der australischen Ausgabe von ZDNet gebeichtet haben. Bei dem Marktanteil von Google bei Suchanfragen kommt das einer Totalüberwachung des Internet gleich. ### China zahlt sich nicht aus Wirtschaft ist ja so herrlich rational, so logisch: Es würde doch niemand auf die Idee kommen, Fahrzeugbauteile mit einem Fahrradkurier zu verschicken, weil es alle machen, richtig? Falsch! Das haben jetzt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC) und der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in einer gemeinsamen Studie herausgefunden, die Spiegel Online zitiert. Alle Unternehmen gehen jetzt nach China, aber für jedes dritte zahlt sich dieser Schritt nicht aus. Dumm, dass die Chinesen zwar Flachbildfernseher zusammenschrauben können, die sie sich aber nicht leisten können. Also muss der ganze Plunder, Klamotten, Schuhe, Computer, Flachbildfernseher, wieder nach Europa verschifft werden, damit hiesige Leistungsempfänger sich Richterin Barbara Salesch in HD anschauen können. Und jetzt kommt die sensationelle Entdeckung der Studie: Der Transport von Flachbildschirmen nach Europa kostet Geld! Was der Controler offenbar allzu oft nicht ahnt. Ein schwacher Trost für Pleite gegangene Bäckermeister: Deutsche Industrieunternehmen kalkulieren scheinbar kaum besser. ### Blitzkrieg in Australien "Die Formel 1 spricht Deutsch", sagt Heiko Wasser zum Saisonauftakt der Königsklasse des Motorsports im australischen Melbourne. Während auf dem Asphalt 22 Monegassen und Luxemburger um den Sieg fahren, zählt der RTL-Moderator deutsche Fahrer, Autos und Motoren. Wenn RTL so weitermacht, dann spielen sie spätestens ab dem Großen Preis von Deutschland abwechselnd Marschmusik und Schuhplattler in den Pausen. Ich sehe schon die Schlagzeilen in der englischen Presse: "Blitzkrieg in Australien." Währenddessen stelle ich mir die Frage, ob ich auswandern soll oder ob es reicht, einfach nur der Formel 1 den Rücken zu kehren bis die Zahl der deutschen Fahrer wieder gesunken ist. Der einzige Grund, mir das weiter anzutun, ist mein Fahrer, dem ich die Daumen drücken möchte. Und der heißt Kimi Raikkönen. ### Schöne neue Welt mit Microsoft Wenn Microsofts Plattformen die Welt verbessern sollen, wie es heute bei Winfuture.de zu lesen steht, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Wenn der Fiat-Konzern Leben und Gesundheit seiner Kunden in die Hände von Microsoft gibt, dann ist das eine Sache. Im günstigsten Fall versuchen wir, den Zündschlüssel zu drehen, die Windschutzscheibe wird dunkel und der Bordcomputer belehrt uns darüber, dass wir nicht die Berechtigung besitzen, das Fahrzeug zu starten. Im ungünstigsten Fall verliert das System auf regennasser Fahrbahn bei 200 Km/h den Treiber für die Traktionskontrolle. Es muss ein beunruhigendes Gefühl sein, in dieser Lage vom Auto zu hören: Neue Hardware gefunden: Vorderachse. Eine andere Sache ist es, wenn Microsoft beginnt, Verkehrsleitsysteme zu entwickeln - wie im Artikel angedroht. Das kann nur bedeuten, dass das Überqueren einer durch Lichtzeichen geregelten Kreuzung demnächst nur registrierten Verkehrsteilnehmern gestattet sein wird. Und glauben Sie nur ja nicht, dass Sie diese Registrierung umsonst bekämen. Der Artikel nennt noch weitere mögliche Wirkungsfelder für Microsoft: Da wäre zunächst einmal die Baubranche, oder die Transportbranche und überhaupt das ganze "Infrastrukturmanagement", was auch immer das bedeuten soll. Vielleicht haben wir vergessen, was Infrastruktur so alles umfasst, weil sie bei uns einfach so funktioniert. Genauso wie unser Transportsystem und unsere Baubranche, oder haben Sie sich schon darüber gewundert, dass Häuser hierzulande einfach stehen bleiben, wenn Kyril oder Wiebke zu Besuch kommen? Das wird sich ändern, wenn die Redmonder da mitmischen. ### Struck: Deutschland mit Links in die bessere Welt Die Linkspartei istauf Bundesebene auch über 2009 hinaus kein Koalitionspartner für die SPD. Das meint zumindest der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck. Struck über die Linke: „Sie würde uns außenpolitisch in die Isolation treiben, finanzpolitisch in den Staatsbankrott führen und sozialpolitisch ins letzte Jahrhundert zurück katapultieren.“ Eigentlich keine schlechten Aussichten: Außenpolitisch in der Isolation? Geht nicht. Da sitzen die Amis schon. Finanzpolitisch im Staatsbankrott? Die Linke muss erst noch zeigen, dass sie die Staatsfinanzen schneller zerrütten kann als es der Regierung Kohl gelungen ist. Und solzialpolitisch ins letzte Jahrhundert? Nun, Herr Struck, es war nicht das schlechteste Jahrhundert. Wenn Schröders Chefeinpeitscher die Linie des Altkanzlers verteidigen will, sollte er des Meisters Argument wählen: "Basta!" ### War ich eine Hupfdohle? Mittlerweile hat auch die Rentenversicherung gemerkt, dass ich ins "Beitrittsgebiet" übergesiedelt bin. Und noch weitere Rätsel drücken die Rentenversicherer: Was geschah in den geheimnisvollen Jahren 1994 bis 1998, für die der Versicherung keinerlei Nachweise vorliegen? Das zu klären, sandte man mir einen umfangreichen Fragebogen zu. Besonders eine Frage finde ich spannend: "Haben Sie im Beitrittsgebiet eine berufsbezogene Zuwendung an Ballettmitglieder in staatlichen Einrichtungen erhalten?" Die Rentenversicherung kennt mich noch nicht. Oder sie kennt mich besser als ich mich selbst. Sehen die Rentenversicherer Parallelen zwischen mir und Rudolf Nurejew, die mir bislang nicht aufgefallen sind? ### Top Ten: Die Forderungen der Lokführer Ab Montag streiken sie wieder, die Flugkapitäne des Schienenstrangs. Man hätte ja auch sonst glauben können, die Loks führen von selbst. GDL-Chef Manfred Schell strotzt nach der Kur vor Kraft, und die Kriegskasse ist auch nach dem verstreikten letzten Jahr noch nicht durchgebracht. Warum sollten die Lokführer also Urlaub nehmen, wie normale Arbeitnehmer? Vor allem, wenn dann auch noch die Berliner U-Bahnfahrer streiken! Am Ende verlieren die Lokführer ihren Ruf als Schrecken der Pendler - an Kollegen, die knapp oberhalb der Kanalisation herumtuckern. Im Ernst: Ich habe meine Zweifel, dass die Lokführer selbst noch wissen, wofür sie streiken. Da will ich gern zu helfen versuchen. Schließlich sollen die Parallelen zwischen Flugkapitänen und Lokführern nicht beim Gehaltsstreifen enden. Die Top Ten der Dinge, die die Lokführer fordern könnten: 1. Übernachtungen außer Haus nur in besseren Hotels. 2. Zugbegleiterinnen nicht über 25, die mit scheuem Lächeln den Kaffee im Cockpit servieren. 3. Einen Kopiloten für die Drecksarbeit, zum Beispiel das Steuern des Zuges. 4. Eine Checkliste, die man vor der Abfahrt mit einem Typen namens Roger durchgeht. 5. Spiegelbrillen. 6. Die Durchsage "Ausstieg in Fahrtrichtung links" in Englisch, Französisch und Kanton-Chinesisch - auch in der Regionalbahn nach Wünstorf-Waldstadt. 7. Gangways statt Bahnsteige und Gates statt Gleise. 8. Aufrufe zum Anschnallen beim Einfahren in einen Bahnhof. 9. Vor dem Anfahren eine kurze Durchsage vom Stationsvorsteher: "Ready for Take off on runway 6!" 10. Einen Autopiloten als Vertretung, damit man in Zukunft noch öfter mal streiken kann. ### EeePC im Test bei www.tariftip.de Tariftip.de hat meinen Test über den EeePC von Asus online. Fazit: Ein Schmuckstück für kleines Geld und kleine Taschen. Aber kein Ersatz für den großen Laptop. Doch beim Test stellte sich auch die eine oder andere Ungereimtheit heraus. So lässt sich die Sofwareauswahl des EeePC nicht an persönliche Bedürfnisse anpassen. Das lässt das Dateisystem nicht zu. Da wird es Zeit für ein "richtiges" Linux.... (weiterlesen) ### Zu fett fürs Internet Will die Bundesregierung sich nur um einen Bundeswehreinsatz im umkämpften Süden Afghanistans drücken? Oder stimmt es wirklich, was die Financial Times Deutschland (FTD) heute meldet? Deutschlands Soldaten sind übergewichtig. Was für ein Glück, denn was soll die Koalition der Willigen mit den Pummeln in Oliv im unwegsamen Bergland an der pakistanischen Grenze? Dort wo die Schluchten so eng sind, dass Damals-Kanzler Schröder wohlweislich nur die drahtigen KSK-Kämpfer dort hinein expediert hatte. Wo die Hänge so steil sind, dass sogar der Kanadier oder Amerikaner außer Puste kommt, wenn er hinauf kraxeln muss. Dabei bedürfen die Amerikaner so dringend wie nie zuvor unserer Hilfe. Während in Afghanistan und Irak noch die Kugeln fliegen, inspizieren amerikanische Geheimdienste schon den nächsten Kriegsschauplatz. Nein, nicht Iran. In World Of Warcraft forschen die Amis nach Terroristen. Operation Reynard soll terroristische Netzwerke im Cyberspace ausheben. Die Vorhut, die dort jetzt daddelt, soll Kriterien entwickeln anhand derer sich normale von abnormalen Abläufen unterscheiden lassen. Das mag für "Second Life" gelten, den wohl spießigsten Lebensraum im Internet mit Bausparverträgen, Autoraten und Handyverträgen. Ich bin gespannt, wie die Amis abnormale Vorgänge in World Of Warcraft isolieren wollen, wo grimmige Monster zum Alltag gehören. Wo auch immer die Schlachten der Zukunft geschlagen werden, eins steht fest. Unsere Soldaten werden auch dafür zu fett sein. ### Das Jahr der Kleinrechner Heute will ich einen Gedanken weiter verfolgen, den ich in meinem letzten Eintrag schon angerissen habe. Die Atomisierung des früher als unveränderlich scheinenden, monolithischen Computers. Kommen wir zu den Thesen von Don Norman zurück. Die Menschen suchen nach praktischen Antworten, die sich ins Leben einfügen. Kein Mensch weiß, was für ein Betriebssystem auf seinem Fernseher läuft. Keinen Menschen interessiert das überhaupt. Stattdessen bekommen die Menschen ein Gerät, das mit einem bestimmten Betriebssystem ausgestattet ist. Im Grunde gibt es übrigens nur ein Betriebssystem. Egal ob Windows, Linux oder Mac – ein System, eine Benutzeroberfläche muss allen Ansprüchen genügen. Der Software-Entwickler arbeitet auf der gleichen Oberfläche wie der Tageszeitungsredakteur, der Sachbearbeiter bei der Krankenkasse, der jugendliche Ego-Shooter und der Privatmann, der seine Urlaubsreise im Internet bucht und E-Mails verschickt. Warum eigentlich? Ich erinnere mich, dass ich vor etwas mehr als einem Jahr den Simplico-PC von Fujitsu Siemens getestet habe. Diesmal wirft die Frage der EeePC von Asus auf. Einfache Menüs, geordnet nach Internet, Arbeiten, Spielen usw. Natürlich gibt es einen Datai-Manager, mit dem man nach Herzenslust Ordner anlegen, umbenennen und löschen kann. Aber wozu brauchen wir eigentlich Ordner? Ich gebe zu, dass der Mini-PC seine Schwächen hat. Aber wer erwartet Perfektion für 299 Euro? Geräte wie der EeePC stehen am Anfang einer Entwicklung. Es muss nicht mehr ein Gerät alles können. Warum nicht zum mobilen Surfen einen EeePC? Und zum Lesen von eBooks einen speziellen eBook-Reader? Der Test des EeePC liegt (leider) in den letzten Zügen. Bis Mittwoch will Asus das Testobjekt wieder zurück haben. Nicht einmal das iPhone habe ich so schweren Herzens hergegeben. ### Microsoft: Wieviel Hüter braucht der Wettbewerb? 899 Millionen Euro Strafe soll Microsoft zahlen. Rekord! Damit haben Europas Wettbewerbshüter den Vogel abgeschossen! In Dollar hört sich das noch eindrucksvoller an: 1,35 Milliarden US-Dollar! Da sich ein Wiedererstarken der US-Währung derzeit nicht abzeichnet, sollte Steve Ballmer lieber schnell das Scheckbuch zücken. Der Dollar spielt gegen ihn. Es geht um zu hohe Lizenzgebühren, die Microsoft von Softwareentwicklern verlangt haben soll. Vernachlässigen wir die Einzelheiten, die können Sie hier nachlesen. Es geht um eine alte Rechnung aus dem Jahr 2004. Aus einer Zeit, in der sich der Softwarekonzern auf dem Zenith seiner Macht befand. Ohne Windows ging damals nichts. Oder zumindest nahm man Alternativen wie Linux oder Apple damals noch nicht zur Kenntnis. Damals glaubte Microsoft, sich über alle Wettbewerbsrichtlinien hinweg setzen zu können. Nicht nur Microsoft fragt angesichts der horrenden Summe: Ist das gerecht? Ist das nötig?Kein Zweifel: Verdient hat der Konzern die Bußgelder durch seine Allmachtsphantasien in der Vergangenheit allemal. Matt Asay stellt auf C-Net eine andere Frage: Ist das zielführend? Die EU-Kommission hat ein berechtigtes Interesse an gesundem Wettbewerb. Aber was haben die Millionenklagen bewirkt, die die Wettbewerbshüter im vergangenen Jahr gegen Microsoft gewannen? Sie haben zum Wettbewerb nichts beigetragen. Google braucht keine Wettbewerbshüter, um Microsoft im Internet zu deklassieren. Der Gedanke geht in die Richtung, die ich selbt an dieser Stelle schon einige Male vertreten habe: Keine Angst vor Microsoft! Die Anzeichen für ein Wanken des Riesen mehren sich. Ich schreibe dieses Posting auf einem Asus Eee-PC. Das kleine Wunderwerk verfügt gar nicht über die Ressourcen, ein Windows XP zu stemmen. Dafür ist es konkurrenzlos günstig (299 Euro), und Asus hat nach eigenen Angaben in den ersten vier Wochen 30.000 Stück verkauft. Die Leute fragen gar nicht nach Windows. Der Eee-PC ist da, er funktioniert, besitzt eine vorbildlich simple Benutzeroberfläche und kann das, was 99 Prozent der User von einem PC erwarten. Er besitzt ein Office-Paket (Open Office, was sonst), man kann im Internet surfen, wann immer WLAN zur Verfügung steht, man kann E-Mails empfangen und versenden, Fotos anschauen, MP3s hören, Videos glotzen. Wann in den letzten Wochen haben Sie mit einem PC mehr gemacht? Der Markt hat sogar eine neue Kategorie für solche Geräte erfunden: Mobile Internet Devices (MIDs) nennt man die kleinen Surfbretter, die auch in der Damenhandtasche nicht zu sehr auftragen. Es gib sie auch mit Windows. Aber dann sind sie so teuer wie große Laptops. Der Computer-Forscher Don Norman sagt im Spiegel-Internview: "Viele Leute brauchen gar keine Computer." Ich gehe noch etwas weiter: Die wenigsten Leute brauchen Computer. Aber Microsoft ist wegen der Gefräßigkeit seines Vista auf Computer angewiesen. Obwohl Handys heute fast genauso viel können. Auf Handys kämpft Microsoft – aber auch Linux – gegen Nokias übermächtiges Symbian an. Mit Sony Ericsson hat sich nun zum ersten Mal ein Top-Hersteller zum Einsatz von Windows Mobile 6 durchgerungen. Nokia tendiert im Augenblick zu offenen Standards, zu Google und Linux. Die Entwicklung bei den MIDs hätte Microsoft vorhersehen können. Der Notebookmarkt boomt nämlich erst, seit er technisch stagniert. Noch immer findet man in günstigen Laptops Prozessoren unter 2 Ghz, Festplatten von 80 GB und RAM von unter 1 GB. Diese Computer können mit Windows XP genau das, was die User erwarten: Schreiben, Mailen, Surfen, Chatten, MP3, Video. Das Problem: Als der Konzern vor fast einem Jahrzehnt mit der Entwicklung von Vista begann, sah es so aus, als sei der Hunger der User nach immer schnelleren PCs ein Naturgesetz, so unumstößlich wie die Schwerkraft. Heute sind selbst ausgemachte Action-Spieler keine sicheren Kunden mehr für das Mehr, Schneller, Teurer der Computerindustrie – und von Windows. Noch ein Versäumnis des Dinosauriers Microsoft: Entwickler. In all den Jahren seit deem endgültigen Durchbruch mit Win95 ruhte die Popularität von Microsoft nicht nur auf den Schultern der hauseigenen Entwickler. Kleine und große Entwickler bastelten die Anwendungen für Windows. Innovative, wie nutzbringende. Windows hat sich nicht nur durch rüdes Marketing gegen MacOS durchgesetzt. Es war auch die Freiheit, die Vielfalt der Programme – in der Anfangszeit, wohlgemerkt. Wer etwas ausprobieren wollte, der musste es für Windows ausprobieren. Doch der Spaß war teuer, denn ohne Lizenz ging gar nichts. Jetzt muss Windows mit Open Source Projekten konkurrieren, bei denen jeder einfach mitmachen kann. Der Firefox verdankt seine Popularität nicht der besseren Codebasis, sondern den unzähligen Erweiterungen, mit denen er sich erweitern lässt. Wieviele Add-ons gibt es eigentlich für den Internet Explorer 7? Apropos Browser: erinnern wir uns an den Browserkrieg Mitte der 1990er Jahre, in dem Microsoft den Sieg über Netscape davon trug. Microsoft hat gesiegt, weil der Internet Explorer in Windows 95 bereits fix und fertig installiert war. So steht es in den Geschichtsbüchern. Ich gehöre zu den Älteren, die das Internet zu Zeiten des Browserkriegs erlebt haben. Ich erinnere mich sehr wohl, dass der Internet Explorer auch ein klein wenig flotter im Seitenaufbau war als der Netscape. Microsoft besaß die Mittel – auch die peronellen -, um mit Netscape gleichzuziehen. Das Blatt wendete sich erst als fast auf den Tag vor zehn Jahren Netscape den halbfertigen Communicator 5.0 der Open Source-Bewegung überantwortete. Ähnliches gelang Sun später mit Star Office. Erst die freie Version Open Office konnte Microsofts Office-Paket das Fürchten lehren. Heute droht Microsoft gegen den Firefox auf verlorenen Posten zu geraten. Noch eindrucksvoller dokumentieren sich Microsofts Grenzen im Internet. Gegen Google kämpft Microsoft einen aussichtslosen Kampf in der Nische. Microsoft fällt gegen Google nichts Besseres ein als in der größten Firmenübernahme der Internetgeschichte den Internet-Pionier Yahoo zu übernehmen. Warum? Was sollen die beiden Firmen gegen Google ausrichten, was ihnen getrennt voneinander noch nicht gelungen ist? Es geht vor allem um die Entwickler, sagt Microsoft. Dabei kann Yahoo deshalb auf eine so gute personelle Infrastruktur zurückgreifen, weil das Unternehmen sich von Anfang an an offenen Standards orientiert hat. Das bedeutet für Microsoft: Da Yahoos Konzept der offenen Programmierstandards kaum ins Betriebsklima von Redmond passt, wird schon bald nach der Übernahme ein Exodus der Kreativen einsetzen. Microsoft stünde mit leeren Händen da. Sollte sich Microsoft aber öffnen können, warum tun sie es dann nicht, machen sich attraktiv für freie Entwickler und nehmen aus eigener Kraft den Kampf mit Google auf? In beiden Fällen wären die 40 Milliarden Dollar für Yahoo verschwendet. Das Dilemma lässt ahnen, wie groß die Verzweiflung im Hause Microsoft ist. Für all dies hat es keine Regulierung des Wettbewerbs gebraucht. Es hat nur einen Konzern gebraucht, der den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit den Mitteln der 90er begegnet. Tim O'Reilley, der als der Schöpfer des Begriffes "Web 2.0" gilt, sagt in einem Interview mit dem Stern: "Genau wie der PC das Großrechner-Monopol zerstört hat, das IBM einst genoss, wird Gratissoftware aus dem Internet das Monopol von Microsoft zerstören. Aber Geld verschwindet nicht, es geht nur woanders hin. Firmen werden Wege finden, Geld zu verdienen, indem sie Datenbanken kontrollieren und Informationsdienste anbieten." Zum Thema: Ein bisschen Linux gehört in jedes Ding Götterdämmerung für Bush und Gates ### Victor Klemperer 7: Als Jude in Deutschland Der Niedergang von Recht und Ordnung betraf zunächst alle Bürger, Christen wie Juden. Gesetze wie das zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums weisen jedoch die Juden aus dem spärlichen Unterstand der verbliebenen Rechte schrittweise aus. Das "Gesetz für das deutsche Blut und die deutsche Ehre", das Victor Klemperer am 17. September 1935 erwähnt, richtet sich nun als erstes allein gegen die jüdischen Mitbürger: Entziehung der Bürgerrechte, Verbot christlich-deutscher Dienstmädchen unter 45 Jahren. Klemperer schreibt, der Ekel mache ihn krank. Das zweite Judengesetz, das er erwähnt, sichert allen entlassenen jüdischen Frontkämpfern die vollen Bezüge auf Lebenszeit zu. Da hat Victor Klemperer schon Erfahrung mit Theorie und Praxis nationalsozialistischen Rechts. Am 2. Dezember rätselt er, ob er in den Genuss dieser Regelung kommen wird. Er spielt immer wieder durch, was ihm die Behörden wohl auftischen werden, um ihm sein Gehalt nciht weiter zahlen zu müssen. Resigniert schließt er: "Man braucht überhaupt nichts zu sagen, denn man ist ja niemandem Rechenschaft schuldig." Am 31. Dezember folgt schließlich die Gewissheit: Es handelte sich um einen "Schaufenster-Paragraphen für das Ausland" (Klemperer, 31. Dezember, Dienstag Nachmittag, Silvester.) Daraus erfahren wir vor allem eines: Der Jude Victor Klemperer war sich seiner vollkommen rechtlosen Lage im nationalsozialistischen Deutschland absolut bewusst. Das Recht reiht sich hier in die Serie der Schikanen und Gefahren nahtlos ein. Auch erfahren wir aus dieser Notiz, wie wichtig Hitler-Deutschland die Weltöffentlichkeit nahm. Das Nazi-Regime fürchtete nichts so sehr wie politische oder wirtschaftliche Sanktionen, wenn man zum offenen Angriff auf die Juden überging. ### Ubuntu wird mobil Für einen digitalen Vagabunden wie mich ist das wie Weihnachten: Das übernächste Ubuntu 8.10 (Intrepid Ibex) wird den mobilen Zugang zum Internet "über unterschiedliche Zugangsarten" ermöglichen. Silicon.de überbringt uns die frohe Botschaft von Ubuntu-Mastermind Mark Shuttleworth. Das hört sich endlich nach GPRS oder UMTS ohne Verrenkungen an. Für Linux wäre das ein Durchbruch. ### Vergiftetes Open Windows Microsoft will beträchtliche Teile seiner Software Produkte offenlegen. Von einer Strategiewende spricht der Konzern selbst. Man wolle in Zukunft offene Standards akzeptieren und stärker auf die Bedürfnisse der Anwender Rücksicht nehmen. Die Ankündigung hat das Zeug zur Sensation, wenn es nicht bei der Ankündigung bleibt, meint unter anderem die Europäische Kommission. In Brüssel erinnert man sich an vier ähnlich lautende Ankündigungen der Redmonder, ohne dass den Worten taten gefolgt waren. Nüchtern nimmt es auch die Konkurrenz auf. Donatus Schmidt von Sun Microsystems Deutschland sagte der ORF-Futurezone, bisher sei nicht mehr offen gelegt als die EU-Kommission gefordert hätte. Noch kritischer sollte die Open-Source-Bewegung die neue Offenheit im Hause Microsoft betrachten. Noch zum Jahreswechsel hatte Microsoft-Boss Steve Balmer gegen Linux gewettert. Das freie Betriebssystem verletze Hunderte von Microsoft-Patenten. Linux-Anwender mussten fürchten, in Handschellen abgeführt zu werden, wenn Balmers Büttel herausbekommen, dass der Pinguin auf dem heimischen PC Quartier bezogen hat. Bisher war Microsoft nicht in der Lage, auch nur ein einziges Windows-Patent zu nennen, das von Linux verletzt wird. Das könnte sich nun ändern. Interoperabilität ist eine feine Sache. Wer aber vergisst, dass durch die 32.000 oder gar 60.000 Seiten Domumentation, die Microsoft ins Netz stellen will, aus Windows noch kein Open Windows wird. Wenn die Linux-Community nicht mächtig aufpasst, dann könnte sich die Charme-Offensive von Microsoft als vergiftet herausstellen. Dann wird im nächsten Jahr Balmer seinen Hasstiraden ein paar konkrete Patentverletzungen hinzufügen können. "Erfahrungen muss man sammeln wie Pilze. Stück für Stück und mit dem Gefühl, dass sie nicht ganz geheuer sind." (John F. Kennedy) ### Klemperer 6: Eintritt in die Rechtlosigkeit Dass das neue Regime nichts Gutes für ihn bereit hält, spürt der Jude Victor Klemperer von Beginn an. "Im nächsten Semester wird die Leere des Hörsaals noch gähnender werden. Man würgt immer mehr ab." (Klemperer, 21. Februar 1933, nachmittags) So schreibt Klemperer am 21. Februar 1933 in sein Tagebuch. Ab dem 10. März beginnt er, um seine Stelle zu fürchten. Nicht zu unrecht, denn am 20. März erwähnt er Berufsverbote für jüdische Anwälte in Breslau. Wohlgemerkt: Dies alles vollzieht sich bevor sich im Reichstag die Hände zur Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz heben werden. Am 10. April kommentiert Klemperer das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums: "Diese entsetzliche Stimmung des 'Hurra, ich lebe'. Das neue Beamten-'Gesetz' lässt mich als Frontkämpfer im Amt - wahrscheinlich wenigstens und vorläufig... Aber ringsum Hetze, Elend, zitternde Angst." (Klemperer, 10. April 1933) Auch hier fällt auf, dass die eigentliche Ungeheuerlichkeit des Gesetzes, der pauschale Ausschluss aller "Nichtarier" von der Beamtenlaufbahn, keine Erwähnung findet. Die Opfer, so könnte man schließen, haben sich in den neuen Staat ebenso schnell gefügt wie die Täter oder die Mitläufer. Schilderungen von Ungerechtigkeiten (Pogrome, Boykotte) lassen allerdings ahnen, welche Angst im Reich geherrscht haben muss. So beobachtet Klemperer bereits im Juli 1933 etwas, das er als "Emigranten-Mentalitä" bezeichnet. Die Judengesetze zeichnen sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ab. Drei Wochen später schreibt das Regime in deutschen Amtsstuben den Hitler-Gruß vor. Klemperer erwähnt ihn zum ersten Mal am 20. Juli 1933, beschreibt aber schon am 28. Juli, dass sich der neue Gruß zumindest in den Amtsstuben schon weitgehend durchgesetzt hat. Wer die Hand nicht zum Hitler-Gruß hebt, gerät in Verdacht, die neuen Herren abzulehnen. Die Angst ist groß, als Regimekritiker zu gelten. Am 10. August 1933 erwähnt auch Klemperer Geschichten über Leute, die in Konzentrationslagern misshandelt wurden. Natürlich müssen die Freigelassenen Stillschweigen versprechen. Andererseits lebt das System von der Indikretion: Die Angst vor ihren Druckmitteln liegt schließlich im Wesen jeder Diktatur. Deshalb lässt das Regime auch ganz offensichtlich die Muskeln spielen. Am 28. Juli berichtet Klemperer von einer "Fahndung auf staatsfeindliche Kuriere und Druckschriften in ganz Deutschland", die für 40 Minuten den gesamten Reiseverkehr lahmlegt. Auch die Steuern und Abgaben avancieren von demokratische legitimierten Abgaben zur Instandhaltung der Institutionen und Dienstleistungen zu willkürlichen Schicksalsschlägen: "Mein zusammengeschrumpftes Gehalt erleidet neuerdings 'freiwillige' Abzüge. 'Winterhilfe', 'Nationale Arbeit' 1 Prozent vom Gesamteinkommen, 10 Prozent von der Einkommensteuer - das wird so festgesetzt. (...) Wer wagt Widerspruch?" (Klemperer, Montag, 23. Oktober 1933) ### Zwerge mit Bank Raubritter nennt der stämmige Klassenkämpfer aus der Pfalz die Liechtensteiner. Doch ob Steueroase oder Raubritterburg. Die Zeit hat die kleinen Paradiese der Vermögenden zu einen heiteren Spaziergang zusammengetragen. Wussten Sie eigentlich, dass die 35.000 Liechtensteiner die unglaubliche Zahl von 80.000 bis 100.000 Briefkastenfirmen beherbergen? ### Victor Klemperer 5: Niedergang des Rechtsstaats "Gestern 'im Auftrag der NS-Partei' - nicht einmal dem Namen nach im Regierungsauftrag - der Dramatiker Karl Wolff entlassen, heute das ganze sächsische Ministerium usw. usw." (Klemperer, Bd. 1, S. 9) Am 10. März 1933, einem Freitag, notiert Victor Klemperer erstmals einen konkreten politischen Vorfall. Ein Dramatiker wird im Namen einer Partei entlassen, nicht im Namen einer dazu befugten legalen Institution. Dieser Vorfall ereignete sich nicht nach einem langen Siechtum eines sich wehrenden Rechtsstaats, sondern nur 39 Tage nach der so genannten Machterfreifung. Der Rechtsstaat nahm es passiv hin, und Klemperer protokolliert den Vollzug der Machtergreifung im Alltag: "Eine Stimmung der Angst, wie sie in Frankreich unter den Jakobinern geherrscht haben muss. Noch zittert man nicht um sein Leben - aber um Lohn und Freiheit." (Klemperer, Bd. 1, S. 25) Das schreibt Klemperer am 22. März 1933. Noch bevor das Ermächtigungsgesetz den Reichstag passiert hatte, signalisiert Klemperer mit diesen Worteneine subjektiv empfundene Rechtlosigkeit. Schon vorher, am 17. März, hat er bemerkt, es sei "furchtbar leichtsinnig", dieses Tagebuch zu führen. Er rechnet also mit willkürlichen Hausdurchsuchungen. Bürgerrechte und Meinungsfreiheit - all dies zählt schon wenige Wochen nach der Machtergreifung nicht mehr. Dieses Gefühl totaler Rechtlosigkeit verunsichert keineswegs nur den Juden Klemperer. Am 10. August 1933 vertraut er seinem tagebuch an, er habe bei einem Händler ein Stoßgebet gehört: "Lieber Gott, mach mich stumm, dass ich nicht nach Hohnstein kumm." In der Burg Hohnstein befand sich eines der ersten Konzentrationslager. "Man wagt keinen Brief zu schreiben, man wagt nicht zu telefonieren, man besucht sich und erwägt die Chancen. Der Referent im Ministerium hat das gesagt, jener dies. Das könnte günstig sein. Aber man weiß nicht, ob der mit der günstigen Meinung am Ruder bleibt, wie weit er überhaupt 'am Ruder' ist usw. usw." (Klemperer, Bd.1, S. 47) Immer noch befinden wir uns in der Anfangsphase der Diktatur, in der zahlreiche Verbände und Organe noch handlungsfähig sind. Doch von dieser Seite erwartet niemand Hilfe. Man hofft auf Erlösung von Außen: "Ich höre es nun schon von dem ganz christlichen, ganz nationalen jungen Köhler: Die Franzosen werden uns befreien." (Klemperer am 25. April 1933) Sicher, im April ist das Ermächtigungsgesetz schon beschlossen, doch das Misstrauen in den Weimarer Rechtsstaat hat sich schon früher angedeutet. Und er scheint den menschen nicht zu fehlen. Sein Versagen scheint den Menschen folgerichtig. Dem Misstrauen in das Recht folgt der Eintritt in die Rechtlosigkeit. ### Victor Klemperer 4: Rassengesetze Wie wir schon erfahren haben, bildete die Rassenidee den Kern nationalsozialistischer Überzeugungen. Schon früh gingen die neuen Machthaber daran, ihr Menschenbild in Recht und Gesetz zu fassen. So ermöglichte das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933" die Sterilisation von Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, ja selbst von Alkoholikern. Ein halbes Jahr nach den Fackelzügen der Machtergreifung griff das Regime damit ins Privateste der Menschen ein. Das mag einen Eindruck davon vermitteln, wie schnell die Hitler-Partei ihre Ideologie staatlich verankern konnte. 1935 verbot ein Gesetz die Eheschließung, wenn die Gefahr von erbkrankem Nachwuchs bestand. Wohlgemerkt: Um als psychisch krank zu gelten, brauchte sich das Individuum lediglich mit manischen Depressionen in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Eine Krankheit, die seinerzeit nicht seltener gewesen sein mag als heute. Ebenfalls 1935, am 15. September, entzog das "Reichsbürgergesetz" Mitbürgern jüdischen Glaubens die deutsche Staatsbürgerschaft. Damit begann eine wahre Flut von Gesetzen und Verordnungen, die den Juden zunächst die Reisepässe entzog, und die am 15. September 1935 in den Nürnberger Rassegesetzen ihren Höhepunkt erreichte: Berufsverbote, Namensgesetze, Judenstern. ### Ärger beim Herrn der Briefkästen Die Steueraffäre treibt schon komische Blüten. Da warnt Bayerns wackerer Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnt vor Internetkriminalität. Naja, vielleicht haben deutsche Leistungsträger ja ihre Stiftungen im Fürstentum Liechtenstein per Internet eröffnet. Jedenfalls hörte man heute, dass die Staatsanwaltschaften jetzt unter einer Welle von Selbstanzeigen deutscher Millionäre zusammenbrechen. Die Financial Times Deutschland warnt die betagteren Steuerflüchtlinge. Wer mit seinem baldigen Wechsel in eine bessere Welt rechnet, der ist noch lange nicht aus dem Schneider: Die FTD warnt: "Im Todesfall erfährt das Finanzamt alles! Ganz betroffen zeigt sich das Fürstentum. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein beschuldigt die Bundesrepublik Deutschland der Hehlerei. Das Staatsoberhaupt des Landes mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt der Welt fürchtet um das liechtensteinische Bankgeheimnis. Und um den Bestseller der Liechtensteiner: die Stiftung. Anders als in anderen Staaten, darf eine Stiftung im Fürstentum jederzeit wieder aufgelöst werden. Eine einmalige Gelegenheit, überschüssige Euros steuergünstig zu parken. Darüber hinaus genießen so genannte Sitzunternehmen besondere Steuerprivilegien. Sitzunternehmen bestehen aus einem Briefkasten und einem Türschild. davon dürfte es mehr geben als Liechtensteiner. Nun rücken dem Erbprinzen die Bunderegierung, die EU und die OECD gemeinsam auf die Bude. Dabei kann Prinz Alois froh sein, dass er so friedliche Nachbarn wie die Schweiz und Österreich neben sich weiß. Die Bundesregierung wäre mit soviel Rückenwind aus dem Volk glatt in der Lage die Bundeswehr in Marsch zu setzen. Dann würde die Freiheit eben am Oberrhein verteidigt. ### Internet Explorer 4 Linux Zugegeben: Eine Schönheit ist er nicht, der Internet Explorer 6.0 für Linux. Dennoch muss es manchmal der Marktführer aus Redmond sein. Mancher braucht ihn halt. Das trifft eigentlich auf Jeden zu, der im Internet arbeiten und wissen wollen, wie ihr Werk im Auge des IE wirkt. Außerdem sind viele CMS auf den Internet Explorer abgestimmt. Der 7er IE steht für den Pinguin noch nicht zur Verfügung. Den Rest findet Ihr auf ies4linux. Die Installation ist ein Kinderspiel. ### Victor Klemperer 3: Bemtenrecht und Machtpolitik Die Grundlage aller Rechtsprechung im Dritten Reich bildete das so genannte Ermächtigungsgesetz. Es ermächtigt die Reichsregierung, Gesetze ohne Zustimmung des Parlaments zu beschließen. Artikel 2 schützt zwar die Institutionen Reichstag und Reichsrat, beraubt sie aber de facto jeder Funktion. Die Rechte des Reichspräsidenten lässt der Artikel übrigens unangetastet. Nach Verabschiedung des Gesetzes brauchte Reichskanzler Adolf Hitler die Notverordnungen des greisen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg nicht mehr. Eine zentrale Stützedes Rechtsstaates ist die Vorhersehbarkeit von Strafe. Jeder Mensch muss anhand geschriebener Gesetze zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können. Er muss wissen, was ihn erwartet, wenn er das Recht bricht. An diese Wurzel des Rechts geht das "Gesetz über Verhängung und Vollzug der Toddesstrafe vom 29. März 1933". Es stellt die angebliche Tat des Marinuns van der Lubbe - den Recihstagsbrand - nachträglich unter Todesstrafe. Der Täter wird nach einem Gesetz gehenkt, das es noch gar nicht gab als er die Tat begang. Diese Rückwirkung der Gesetze eignet sich gut zur nachträglichen Legitimation von Staatsakten. Auch seiner Schlägertruppe SA entledigte sich Hitler mit einem solchen Gesetz. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden die gesamten Führungskader der einstigen NSDAP-Massenorganisation verhaftet und exekutiert, um einem vorgeblichen Staatsstreich des SA-Chefs und einzigen Hitler-Duzfreunds Ernst Röhm zuvor zu kommen. Diesen Massenmord legitimierte nachträglich das "Gesetz über Maßnahmen zur Staatsnotwehr vom 3. Juli 1934". Bleibt das Ermächtigungsgesetz in seiner Formulierung zwar totalitär, aber ideologisch noch relativ neutral, so finden sich im "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933" bereits klare völkische - d.h. dezidiert nationalsozialistische - Inhalte: Paragraph 3 versetze alle Beamten nichtarischer Abstammung kurzerhand in den Ruhestand. Ausnahme: Weltkriegsteilnehmer. Eine Klausel, der auch Victor Klemperer seine Gnadenfrist bis 1935 verdankt, wie wir noch sehen werden. Paragraph 4 fordert von Beamten die Treue zum nationalsozialistischen Staat. Erst das "Deutsche Beamtengesetz vomm 26. Januar 1937" verpflichtet die Beamten zur bedingungslosen Treue gegenüber dem Führer, und zwar unter Nennung Hitlers: "Dem Führer, der ihm seinen besonderen Schutz zusichert, hat er Treue bis zum Tod zu halten." Die traditionelle Vorstellung vom Beamten als loyalem Diener des Staates, eingeschworen auf de Wertekanon der Nation stellt ein solcher Akt auf den Kopf. An die Stelle der Verfassung tritt eine Person: Adolf Hitler. Nicht einmal in seiner Funktion als Führer und Reichskanzler, sondern als Mensch. Dass der sächsische Sprachprofessor Victor Klemperer auf ihn keinen Amtseid ablegen konnte, versteht sich von selbst. Interessanterweise saß Hitler bereits 1934 so fest im Sattel, dass er die Ländervertretung aufheben konnte. Nur drei Paragraphen enthielt das "Gesetz zur Aufhebung des Reichsrats vom 14 Februar 1934", mit dem die Länderkammer des alten Reichs sein Leben aushauchte. Angesichts der Machtfülle durch das Ermächtigungsgesetz stellt dieser Rechtsakt aber wohl nur das offensichtliche fest. ### Top Ten: 10 Dinge, die Manager dabei haben sollten Heute weiß man als deutscher "Leistungsträger" nicht, was einen nach Feierabend daheim erwartet: das Küchenpersonal mit gegrillten Wachtelzungen oder der Staatsanwalt mit Handschellen. Deshalb sollte neben dem Frühstücksbrot im echtledernen Aktenkoffer noch Platz für folgende Kleinigkeiten sein: 1. Der Blackberry aus Papier, den man schnell aufessen kann, wenn der Fahnder danach greift. 2. Schweizer Messer mit Feile und Eisensäge. 3. Financial Times Deutschland (1 Jahrgang sollte reichen, um die Zeit bis zur Kautionsstellung zu überbrücken). 4. Zahnbürste und Unterwäsche zum Wechseln. 5. Seife zum Umhängen, nach der man sich in der U-Haft nicht bücken muss. 6. Falsche Ausweispapiere (nicht die auf den Namen Erika Mustemann). 7. Visa-Karte ("Die Freiheit nehm' ich mir"). 8. Verschieden Haarfarben, falsche Bärte und dicke Hornbrillen. 9. Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne. 10. Karte: Du kommst aus dem Gefängnis frei. ### Manager im Fadenkreuz Manager leben gefährlich in diesen Tagen. In Deutschland wollen die Staatsanwaltschaften "Dutzende von Leistungsträgern" filzen. Einen Leistungsträger definiert Home42 als einen Menschen, der die Leistung anderer gebündelt nach Liechtenstein trägt. Wie das gehen soll, wo doch die Inenminister die Polizeikräfte so tapfer ausgedünnt haben...? Das wäre doch eine großartige Gelegenheit für Wolfgang Schäuble, wieder einmal den Einsatz der Bundeswehr im Inland zu fordern. Aber bei diesen Hausdurchsuchungen geht es schließlich nicht um militante Linke oder islamistische Terroristen, sondern um Freunde, denen man in den letzten Jahrzehnten bei Bundepressebällen gesoffen und denen man die Karriere zu verdanken hat. Dabei geht es unseren Eliten noch Gold: In Frankreich haben die Arbeiter eines Michelin-Werkes ihre Chefs für ein paar Tage eingebuchtet. ### Leistungsträger unter Verdacht Nach der Verhaftung von Postchef Zumwinkel tut sich Erstaunliches:900 Durchsuchungsbefehle gegen 700 Wirtschaftskapitäne soll das Amtsgericht Bochum ausgestellt haben. Es könnte sein, dass sich die Nieten in Nadelstreifen nun an eine breiter gestreifte Kleidung gewöhnen müssen. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagt, dass gegen sehr viele "Leistungsträger" ermittelt wird. ### Victor Klemperer: 2. Gesetzgebung im Nazireich "Eine Staatsordnung ist nur von Dauer, wenn sie die Rechtssehnsucht des Volkes befriedigt. Mit Brutalität, Willkür, Gewalt und Tyrannei wurden schon viele Staaten geschaffen; gehalten hat keiner." Hans Frank: Rede vor der internationalen Rechtskammer vom 5. April 1941. Diesen Worten des nationalsozialistischen Juristen Hans Frank möchte man mit Blick auf das Ende des Dritten Reiches vorbehaltlos zustimmen. Natürlich hatte der Gefolgsmann Adolf Hitlers anderes im Sinn. Hans Frank weiter: "Mit der bisherigen Methode, das Recht als Selbstzweck zu betrachten, muss radikal gebrochen werden. Im nationalsozialistischen Staat kann das Recht immer nur ein Mittel sein zur Erhaltung, Sicherstellung und Förderung der rassisch-völkischen Gemeinschaft. Die Einzelpersönlichkeit kann vom Recht nur noch unter dem Maß seines Wertes für die völkische Gemeinschaft gewertet werden." Mit diesen Worten stellt der Rechtsgelehrte im Juni 1941 unmissverständlich klar, wohin die Reise gehen soll. Das Recht spielt für die Nationalsozialisten durchaus eine Rolle. Aber eben nicht das bürgerlich aufgeklärte, sondern ein diffuses rassisch-völkisches, gestützt auf das gesunde Volksempfinden. So bilden die beiden Zitate keinen Widerspruch, sondern ziehen an einem Strang. Die Gesetzgebung der Nationalsozialisten lässt sich drei thematischen Schwerpunkten zuordnen: Machtaufbau, Wiederaufrüstung und Krieg. Darin ist natürlich auch das Berufsbeamtentum geregelt. Morgen: 2.1. Beamtentum und Machtpolitik ### Analog Basics: Rega Was braucht ein Plattenspieler? Ich meine, wenn man ihn auf seine bloße Funktionalität reduziert? Einen Plattenteller, einen Tonarm und einen Motor, der den Teller antreibt. Ach ja. Und dann braucht man noch etwas, um diese Komponenten in eine Beziehung zueinander zu setzen. Beim Rega-Plattenspieler dient zur Montage eine einfache mitteldichte Faserplatte (MDF). Der Rega ist eine Holplatte auf drei Gummifüßen. Aber was für eine! Der Rega gilt heute unter Analog-Freunden als der ästhetische Meilenstein der Achzigerjahre. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es die Rega-Plattenspieler in einer vielen Farben gibt. Da die Gummifüße um das Zentrum der Platte angeordnet sind, wirkt es als schwebe der Plattenspieler schwerelos. Ein Design-Ufo, das einem altmodischen Zweck dient: dem Abspielen von Schallplatten. Im Zentrum der Platte steckt ein hochpräzises Tellerlager. Viel enger toleriert als das des Thorens, übrigens. Wer den Subteller aus dem Lager entfernen will, muss ihn mit viel Geduld in Laufrichtung drehend Millimeter für Millimeter herausziehen. Ganz wichtig: In Laufrichtung drehen! Weiterhin wichtig: Keine Gewalt! Man darf den Subteller nur mit minimalem Kraftaufwand herausziehen. Wer sich an diese Ratschläge nicht hält, riskiert, dass der Schmierfilm zwischen Lager und Tellerachse reißt, dabei kann das Lager irreparabel beschädigt werden. Als Motor wählte der Rega-Gründer Roy Gandy seinerzeit einen einfachen Airpax-Synchronmotor von Philips. Dieser treibt den Subteller über einen Gummiriemen an, der so simpel wirkte, dass bald gemunkelt wurde, Rega verwende Rohrdichtungsringe als Treibriemen. Um den Motor von der Platte zu entkoppeln hängte ihn Gandy an zwei Gummibänder, wie sie Karl Lagerfeld zum Bändigen seiner Haarpracht verwendet. Der Arm ist schlicht der Hammer. Die Rega-Arme stellen die letzte große Innovation in der entwicklung des Plattenspielers dar. Das Rohr zieht Rega aus einem Stück einer Aluminiumlegierung - inklusive Headshell. Dieses großartige Stück britischer Ingenieurskunst hat eine Vorgeschichte. Die Rega-Tonarme gehen zurück auf die teuren Alphason-Tonarme, namentlich auf den HR-100. Auch die waren schon aus einem Stück gefertigt. Im Gegensatz zu seinen Erben zeigte der Alphason noch die damals übliche geschwungene S-Form. Auch der erste Rega-Tonarm besaß diese S-Form. Doch Gandy und seine Entwickler entdeckten bald, dass diese Form ein ausgesprochen ungünstiges Resonanzverhalten zeigt. Er hat am Kopfende die gleiche Masse wie am Lager. Durch die S-Form besitzt er außerdem viel mehr Masse als er eigentlich bräuchte. Zunächst einmal kürzte Rega nun die Strecke zwischen Headshell und Lager ab: Der Tonarm erhielt seine gerade Form. Weiterhin stellte man fest, dass eine leicht konische, kegelförmige Form, die sich zur Headshell verjüngt, das beste Resonanzverhalten zeigte, weil sie die vorne am Arm sich entwickelnden Resonanzen am besten zum Lager hin ableitet. Die konische Form gab den Rega-Ingenieuren jedoch eine schwierige Nuss zu knacken. Sie funktioniert nämlich nur, wenn der Arm an allen Stellen exakt die gleiche Wandstärke aufweist. Ein Herstellungsverfahren, bei dem ein Metallteil bei gleichbleibender Wandstärke konisch geformt wird, gab es damals nicht für ein solches Präzisionsinstrument wie einen Tonarm. Mit finanzieller Unterstützung der britischen Regierung entwickelte Rega also ein eigenes Gussverfahren. Der Arm war fertig. Dennoch brach Gandy an einigen Stellen mit der reinen Lehre: Sein Tonarm müsste noch konische geformt sein, um dem Ideal zu genügen. Außerdem ist der Rega-Tonarm ein 10-Zoll-Tonarm. In den Achzigerjahren, als der Rega entstand, schwor die audiophile Gemeinde auf 12-Zoll-Tonarme. Hintergrund: Der Drehtonarm beschreibt einen Kreis. Er zieht also nicht in gerader Linie vom Rand zu Mitte über die Plattenseite, sondern beschreibt eine leicht elliptische Bahn. Die Stellen der Bahn, an denen der Tonarm von der idealen Stellung parallel zur Rille abweicht, nennt man Spurfehlwinkel. Allerdings führt die erhöhte Masse zu mehr Resonanzen. Heute lässt sich messtechnisch belegen, dass der Neun-Zoll-Tonarm das günstigste Verhältnis von Spurfehlwinkel zu Masse besitzt. Ich nehme an, Rega hat das Zehn-Zoll-Maß gewählt, um den Ansprüchen der audiophilen Kundschaft zu genügen. Der Rega-Tonarm revolutionierte den Plattenspielerbau, zumal er auch noch vergleichsweise billig war. Schnell galt er als der audiophile Tonarm. S-förmige Tonarme wie die von SME waren plötzlich nicht mehr gefragt. SME reagierte auf die Herausforderung mit dem SME V, der dieselben Konstruktionsprinzipien aufweist wie der Rega. In Neun-Zoll-Ausführung weist der SME V übrigens eine stärkere Kegelform auf, die dem Ideal wesentlich näher kommt. ### Victor Klemperer: 1. Zur Person "Das Schicksal der Hitler-Bewegung liegt in der Judensache. Ich begreife nicht, warum sie diesen Programmpunkt so zentral gestellt haben. An ihm gehen sie zugrunde. Aber wir wahrscheinlich mit ihnen." V. Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen..., S. 25 Diese Worte notierte Victor Klemperer am Dienstag, 25. April 1933, in seinem Tagebuch. Victor Klemperer, geboren am 9. Oktober 1881 in Landsberg/Warthe und gestorben am 11. Februar 1960 in Dresden, lehrte von 1920 bis 1935 an der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule französische Literatur. Am 30. April 1935 erhält Klemperer die Mitteilung über seine Entlassung aufgrund von §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Ab Ende 1935 steht er damit auf der Straße, finanziert durch eine schmale Pension von 400 Mark im Monat (sein Gehalt betrug 800 Mark). Am Abend des 15. Mai 1933, ein Montag, beschließt Victor Klemperer erstmals, die Chronik des Reiches aus seiner ganz persönlichen Sicht zu schreiben. Im Rahmen dieses Tagebuches beginnt er auch, Notizen über die Eigenheiten des nationalsozialistischen Sprachgebrauchs anzufertigen. Aus ihnen wird 1947 die "Lingua Tertii Imperii" entstehen In Klemperers Tagebüchern begegnet uns ein gebildeter, grüblerischer Mann, der an einem Buch über die französische Literatur des 18. Jahrhunderts schreibt. Das Werk steuert auf eine ungewisse Zukunft zu. Welcher deutsche Verlag würde schon eine von einem Juden geschriebene Abhandlung über die Literaturgeschichte des Erbfeindes veröffentlichen? Über Klemperers Ehefrau Eva erfahren wir, dass sie an einer oder mehreren Krankheiten leidet. Wir lernen sie als depressive Person kennen. Und auch Victor Klemperer selbst leidet - an Herzbeschwerden. Eva besteht auf einem eigenen Haus, das die Ersparnisse des Paares auffrisst. Der Umzug ins Eigenheim in Dölzschen bei Dresden erfolgt am 1. Oktober 1934. Klemperer hat sich gegen die Emigration entschieden. Am 1. Juli 1933 hat er notiert: "Wir hören jetzt viel von Palästina, es sagt uns nicht zu. Wer dort hingeht, vertauscht Nationalismus und Enge mit Nationalismus und Enge." Klemperer, S. 38.Wie durch ein Wunder überlebt das Ehepaar Klemperer die Zeit der ständigen Furcht. Eine Furcht, die wächst, während der Rechtsstaat sich zurückzieht. ### Neue alte Geschichte(n) Gute Dinge kommen wieder. So geschehen mit einigen meiner alten Studienarbeiten aus dem Fach Geschichte. Sie sind vielleicht selbst schon ein Stück Geschichte - wenn auch nur meine eigene. Die Texte basieren vielleicht auf Quellen, die nicht mehr ganz taufrisch sprudeln. Dennoch möchte ich sie auf diesem Weg mit der Allgemeinheit teilen. Ganz taufrisch ist allerdings die Rubrik Geschichte in meinem Blog. Ich habe sie eigens für die alten Arbeiten eingerichtet. Den Anfang macht eine Arbeit aus dem Sommersemester 1995. Entstanden im Seminar "Grundprobleme politischer Systeme: der Rechtsstaat". Thema: Victor Klemperer und der Niedergang des Rechtsstaats nach der Machtergreifung Im Mittelpunkt des Referats und der Arbeit stand Victor Klemperers Werk "Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten - Tagebücher 1933-45". In seinen Tagebüchern hielt der Dresdner Professor den Niedergang von Recht und Gesetz fest und protokollierte Deutschlands Abstieg in die Barbarei des Nationalsozialismus. Wie erlebte und überlebte ein Jude in Deutschland diese Epoche? Wer Victor Klemperer war, erfahren wir im nächsten Beitrag. ### Saufen für Windows Fragt man die Manager, sind es immer die Löhne, die die Fertigungskosten unserer Produkte in die Höhe treiben. In der Autoindustrie zum Beispiel, oder in der Handyfertigung. Nur nicht bei Windows. Sicher, auch ein Produkt wie Windows kostet in der Herstellung. Deshalb hat Microsoft-CEO Steve Ballmer einem Open Source Windows eine klare Absage erteilt. Aber bei Microsoft sind es weniger die Mitarbeiter selbst, die den Preis des Produktes treiben, sonder die Tatsache, dass alle auf Firmenkosten saufen. Das glauben Die nicht? Haargenau so muss Ballmer es den Besuchern einer Microsoft-Veranstaltung erklärt haben. Nein, kein Alkohol, obwohl bestimmte Funktionsweisen von Windows einen solchen Schluss nahe legen könnten. Immerhin klingen die Zahlen beeindruckend: Wie Todd Bishop auf Basis offizieller Zahlen vorrechnet, trinkt jeder von Microsofts über 35.000 Mitarbeitern in der Region Seattle jährlich 217 Dosen kohlensäurehaltiger Getränke. Über 7,7 Millionen Dosen würden jährlich ausgegeben. Hinzu kommen ihmzufolge über 4 Millionen Dosen Saft und 4,1 Millionen Milchkartons. Das berichtet Winfuture weiter. ### Analog Basics: Thorens II Heute kommen wir zum Tuning des Thorens-Laufwerks. Fangen wir mit den einfachsten Maßnahmen an. Die Gummimatte auf dem Plattenteller gehört in den Müll. Vielleicht findet sich ja Verwendung als Untersetzer für Töpfe oder Kannen. Zwei Materialien bieten sich an: Filz oder Leder. Beide Materialien führen zu besserer Detaildarstellung, zu tieferer räumlicher Staffelung, besserer Sprachverständlichkeit. Leder klingt schlanker. So zackig und impulsiv haben Sie Ihren Thorens noch nie gehört. Doch dafür verliert der Plattenspieler viel Klangfarbe. Mein Rat: Wenn Sie die weiteren Tuning-Maßnahmen ebenfalls ins Auge fassen, dann nehmen Sie Filz. Dabei funktionieren auch die Slipmats aus dem DJ-Bedarf. Allerdings sollte immer die filzigere Seite nach oben zeigen. Die zweite Maßnahme verlangt schon mehr Arbeit. Entfernen Sie die Hartfaserplatte. Leimen Sie hinten in die Mitte des Rahmen einen Holzklotz und platzieren Sie das Laufwerk auf drei Punkten. Sie können drei der Gummifüßchen verwenden, besser sind aber Spikes. Hintergrund: Die Hartfaserplatte resoniert zu stark. Im Ergebnis gewinnt die tonale Ausgewogenheit des Plattenspielers. Er verliert seinen zum Dröhnen neigenden Oberbass. Noch besser, aber auch aufwändiger wird das Ersetzen der Bodenplatte durch eine ausgesägte Platte aus Birke-Multiplex. Wichtig dabei: Aussägen! Von der Platte darf nur eine Art Rahmen übrig bleiben. Jetzt enden die Heimwerker-Tricks. Ersetzen Sie die Federn an denen das Subchassis hängt. Einen hervorragend selektierten Federsatz für die Thorens-Laufwerke findet man bei Phonosophie. Ist nicht ganz billig, katapultiert den Thorens aber endgültig in die nächste Liga. Neben stabiler Räumlichkeit, sauberem, tiefem Bass und klingenden Höhen fällt vor allem ein Unterschied auf: Ein in selektierten Federn hängendes, sauber justiertes Subchassis eliminiert viele Störgeräusche. Das Knistern und Knacksen auf so mancher alten Scheibe verschwindet. Wenn Sie ein Thorens-Laufwerk besitzen, das ab Werk einen Plastik-Innenteller besitzt, sollten Sie diesen gleich mit ersetzen, wenn Sie die Federn ordern. Das neue Federbett ist zu straff für das leichte Kunststoffteil. Zum Nulltarif gibt es auch die folgende Tuning-Maßnahme nicht. Auf dem Motor steckt ein grausam eierndes Plastik-Pulley. Ersetzen Sie diese Welle durch das Präzisionsteil von Phonosophie. Das Laufwerk dankt es Ihnen mit nochmals gesteigerter Präzision, mit stabilerer Räumlichkeit und besserer Detailauflösung. Auch für den Tonarm bietet Phonosophie eine Tuning-Möglichkeit: Ein besseres Gegengewicht. Das nmassive Teil bringt das Gegengewicht näher zum Lager. Ohne das weiter ausführen zu wollen, sei gesagt: Je näher das Gewicht am Lager sitzt, desto weniger Resonanz im Arm und deto besser folgt der Arm der Rille. Die Gegengewichte haben leider ebenfalls ihren Preis. Deshalb mein Tipp: Bevor Sie ein heiden geld für das Gegengewicht ausgeben, bringen Sie Ihren Thorens zu einem Spezialisten, der den Arm gegen einen Tonarm von Rega austauscht. Zum Rega-Tonarm komme ich ein andermal. Phonosophie bietet auch ein besseres Tellerlager für den Thorens. Aus meiner Erfahrung mit Umrüstsätzen von Phonosophie würde ich erwarten, dass auch dieses Lager seinen Preis wert ist. Da ich aber nie Gelegenheit hatte, das gute Stück zu testen, kann ich keine eindeutige Empfehlung dafür aussprechen. Das war's für dieses Mal. In der nächsten Folge wende ich mich den wundervollen Tonarmen von Rega zu. ### Und nun die Terrorvorhersage Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Ich schreibe ja auch nicht darüber, dass morgens die Sonne aufgeht, oder dass mein Pendelzug heute wieder nicht entgleist ist. Ach was, ich tu's trotzdem. Das Bundesinnenministerium warnt, dass die Terrorgefahr gestiegen ist, jetzt aber echt, im Ernst, wirklich, ohne Scheiß. Und jetzt kommt es: "Wir tun das nicht, um Angst und Panik zu verbreiten", soll der Ministeriumssprecher Stefan Paris laut heise.de gesagt haben. Auf schärfere Anti-Terror-Gesetze zielten die Warnungen nicht ab, heißt es weiter. Was bedeutet das? Gibt das Ministerium der Angst nun endlich zu, dass alle bisherigen Warnungen darauf abzielten, Panik zu verbreiten und die Grundrechte auszuhöhlen, nur diese nicht? Wenn das Ministerium aber keine Panik verbreiten will, was sollen wir dann mit der Meldung anfangen? Welche U-Bahnen darf ich in Zukunft nicht mehr benutzen? An welcher Haltestelle darf ich aussteigen? Eine sinnvolle Terrorwarnung wäre: "Und nun die Terrorvorhersage: Mit vereinzelten Anschlägen wird heute auf dem Bahnhof Berlin-Friedrichsstraße und am Mehringdamm gerechnet. Bitte meiden Sie diese Bereiche." Solange uns das Innenministerium nicht mit solchen Vorhersagen dienen kann, nehmen wir solche Meldungen als das, was sie sind: Panikmache. ### Yahoo-Deal: Nervosität im Hause Microsoft Kaum hat Bill Gates, das nette Gesicht von Microsoft, seinen Abschied angekündigt, raucht es unter dem Dach des Giganten. Grund ist das Übernahmeangebot an Yahoo. 44,6 Milliarden Dollar hat Steve Ballmer den Yahoo-Aktionären geboten. Einen solchen Betrag gibt nicht einmal die Kriegskasse von Microsoft in Bar her. Silicon Alley Insider beschreibt das Verfahren. Microsoft will jeden Yahoo-Aktionär zur Hälfte in Bar, zur Hälfte in Microsoft-Aktien auszahlen. Das Problem: Die Microsoft-Aktie, die vor dem Yahoo-Angebot noch 33 Dollar wert war, ist auf heute 28,7 Dollar gesunken. Sie hat mithin 13 Prozent ihres Wertes verloren. Um das Angebot attraktiv zu halten, muss Microsoft noch mehr Bargeld locker machen. Daraus ergibt sich, dass ein immer größerer Teil des Aktienvolumens in die Taschen von Microsoft wandert. Microsoft dünnt also den Anteil der im Umlauf befindlichen Aktien aus. Überdies gehen schon jetzt Gerüchte, dass sich Microsoft das erste mal in der Unternehmensgeschichte verschulden muss. Das wird den Microsoft-Aktionären nicht gefallen, denn es verringert den Einfluss Derjenigen, die über große Aktienpakete verfügen. Wenn sie ihre Pakete zu Geld machen, stürzt die MS-Aktie weiter ab. Bei der Rechnung hat Microsoft noch Glück. Der Aktienkurs von Yahoo ist zwar am Freitag um mehr als 50 Prozent gestiegen, doch seither sinkt auch der Kurs des Internetportals. Yahoo spielt währenddessen auf Zeit. Wiederum der Silicon Valley Insider veröffentlichte eine E-Mail von Yahoos CEO Jerry Yang. Darin gibt sich Yang zugeknöpft und äußert sich karg über das Prüfen von Alternativen. Warum eigentlich? Müsste Yahoo nicht froh sein, einen starken Verbündeten zu bekommen? Schließlich haben beide den selben Gegner: Google. Der Nachrichtensender n-tv rückt einen interessanten Zusammenhang ins Blickfeld. Unter dem Dach von Yahoo haben viele kreative Köpfe Zuflucht vor dem Zugriff von Microsoft gefunden. Leute wie Marco Börries, der einst mit seinem Star Office dem übermächtigen Microsoft Officepaket die Stirn bot. Wir dürfen annehmen, dass Yahoo ein gewisses Misstrauen gegen den Software-Multi kultiviert hat. Wenden wir uns jetzt der Anfangsfrage zu: Was ist bei Microsoft los? Nicht nur, dass CEO Steve Ballmer mit dem Übernahmeangebot an die Öffentlichkeit geht, ohne dass der Deal auch nur eingefädelt ist. Ein Kardinalfehler, den der Konzern mit Siechtum an der Börse büßt. Gleichzeitig lässt Ballmer öffentlich die Hosen herunter. Öffentlich bezeichnet er die Übernahme von Yahoo als Existenzfrage mindestens für das Internetgeschäft des Konzerns. Ein Appell, der sich an die eigenen Shareholder richten dürfte. Microsoft braucht das Entwicklerpotenzial von Yahoo predigt der hünenhafte MS-Chef. Microsoft fehlen aber nicht deswegen gute Leute, weil Google die kreativsten Köpfe abgreifen, sondern die kreativen Entwickler, die Ballmer einkaufen zu können hofft, gehen zu Google, weil sie auf den dort vorhandenen freien Software-Plattformen kreativere Entfaltungsmöglichkeiten finden. Sicherlich hätte ein so mächtiger Konzern die Möglichkeiten, sich neu aufzustellen. Microsoft müsste stärker als bisher auf offene Standards setzen. Googles Stärke beruht vor allem darin, dass der Suchmaschinenprimus das Web als vernetztes Commons betrachtet, das Gewinn durch Teilhabe einbringt, nicht als abgesteckten Claim, den es zu beherrschen gilt. Stattdessen erschöpft sich Microsofts Kreativität darin, die eigene Internetsuche Live Search in Rome umzubenennen. ### Terroristen im Weltall Der Iran bricht ins Weltall auf. Natürlich vermutet US-Präsident George W. Bush dahinter militärische Gründe: Der Iran wolle sein Atomraketenprogramm verschleiern. Nun, diesem Verdacht setzen sich zu Silvester auch Millionen Deutsche aus. Irans Präsident Ahmadinedschad strebt jedoch eine "aktive und einflussreiche Präsenz im Weltall" an. Was wäre, wenn Iran das Weltraum erobert? Was, wenn Ahmadinedschad die Achse des Bösen bis auf den Mond verlängert? Zehn Dinge, die passieren könnten, wenn Teheran zum Mond fliegt 1. Der Mond erscheint nur noch als Sichel am Himmel. 2. Der Mann im Mond bekommt einen neuen Namen. 3. Der Muezzin ruft zu Ebbe und Flut. 4. Astronomen entdecken Gebetsteppiche im Meer des Friedens. 5. Das Meer der Fruchtbarkeit wird verschleiert. 6. Iranische Reisebüros nehmen eine neue Pilgerroute nach Mekka in ihre Kataloge auf. 7. Die Muppets Show bekommt eine Serie "Terroristen im Weltall" mit Miss Piggy im Tschador. 8. Die US-Flage, die Armstrong und Aldrin auf dem Mond gelassen haben, bekommt ein Sauerstoffzelt, damit sie brennt. 9. Schon zwei Stunden nach der ersten iranischen Mondlandung legen die US-Geheimdienste gesicherte Erkenntnisse darüber vor, dass Iran dort Chemie und Atomwaffen produziert. 10. Wenn amerikansche Kinder sagen, "Mama, wenn ich groß bin will ich als Astronaut zum Mond fliegen", landen sie in Guantánamo. Wer hat da grad gesungen: "Guter Mond, du gehst so stille?!" ### Die Anatomie von Apple Waren Sie einmal bei einem Deutschen Evangelischen Kirchentag? Herrliche Atmosphäre! Und sei die Welt auch noch so grau, hier drinnen ist es kuschelig und bunt. Jetzt fragen Sie, was der Deutsche Evangelische Kirchentag in meiner IT-Kategorie zu suchen hat? Ganz einfach: Für mich ist Apple das Silikon gewordene Gegenstück des Kirchentages. Und nennen nicht die Apple-User selbst ihren Steve Jobs iGod? Bisher glaubte ich die Apple-User glücklich und zufrieden auf ihrer Insel der Glückseligen, ohne jeden Zweifel an der Unfehlbarkeit von "His Steveness". Denn merke: Einen Apfel kann man nicht mit gefalteten Händen schälen. Aber woher kommen denn die kleinen Appler? Wenn nicht etwa zwei Prozent der Menschheit mit dem Apfel der Erkenntnis im Unterbewusstsein diese Welt betreten, dann muss man zu Apple gelangen können. Aber wie? Beim Herrn der Ringe dürfen nur einige auserwählte Sterbliche in Begleitung der Elben zu den Grauen Anfurten aufbrechen und das mittelirdische Jammertal verlassen. So stellte ich mir die Sache bisher vor. Apple selbst belehrte mich eines Besseren. Auf der konzerneigenen Website will Apple uns grauer Masse die Augen öffnen. Apple-User leben nicht auf einer Insel. Sie sind von missionarischem Eifer erfüllt. Sie werden nicht geboren, sie werden zu dem, was sie sind, am Ende eines Initiationsritus. Dieser Initiationsritus, so suggeriert uns diese Seite, wartet auf uns nur einen Mausklick entfernt. Doch wenn wir die Videopräsentation zu starten versuchen, dann weht ein kalter Windhauch die Räucherkerzen aus. "Wo ist dein Quicktime?", fragt uns der Vorposten zu Apples Allerheiligstem. Nun mag Quicktime die Wahl der Stunde auf einem Apple-Rechner sein. Auf einem Windows-PC ärgert dieses Programm den User mehr als alle systemeigenen Bugs. Es ballert den Arbeitsspeicher voll und gräbt sich so tief ins System ein, dass man es schwerer los wird als die Grippe. Und dann glaube ich doch, dass Apple eine Insel in der Südsee ist. So schön muss es dort sein, dass man dort keinem Neuankömmling gern entgegen kommt. Aber warum dann die teure Fernsehwerbung? Doch keine Insel? ### Analog Basics: Thorens, Teil I Es war einmal, vor langer Zeit, da waren Plattenspieler nichts besonderes. Fast jeder hatte einen. Der Plattenspieler war Klangquelle Nr. 1. Um das Gerät machte man damals sowenig Kult wie um die, die es schufen. Sie waren keine genialen Visionäre wie Ivor Tiefenbrun. Sie waren biedere Ingenieure. Besonders der Schwarzwald entwickelte sich zum Mekka der Plattendreher. Dual produzierte dort, und Thorens. Der 1883 in der Schweiz gegründete Hersteller zog in den 1960er Jahren wegen der Zusammenarbeit mit EMT nach Lahr im Schwarzwald um. Dort begann die große Zeit von Thorens. Fast alle Geräte, die hier entstanden, wurden bis heute gesuchte Klassiker. Der TD-124 beispielsweise. Den Teller trieb damals ein Reibrad. Das machte man damals bei den frühen Studiolaufwerken so. Bis heute streiten die Geister, ob der TD-124 oder die Reibrad-Laufwerke von Garrard die besten Laufwerke aller Zeiten sind. Doch der Durchbruch blieb dem Riemenlaufwerk vorbehalten. TD-125 (Foto oben) und 126 galten schon zu Lebzeiten als audiophile Juwelen. Ende der 1960er kam der TD-150 auf den Markt. In seinen Ablegern, bis zum TD-166 und TD-147 (Foto links: TD-165) wurde er bis 1999 gebaut. Das Laufwerk galt als unverwüstlich, aber keineswegs anspruchsvoll. Doch kein Laufwerk zuvor und keines danach bot eine so gute Substanz für Verbesserungen. Im Wesentlichen besteht das TD-150/160-Chassis aus einem Holzrahmen und einer Deckplatte aus Metall. An dieser Platte hängt das Subchassis, auf dem Tellerlager und Tonarmplatte montiert waren. Wieviel Potenzial in dieser Konstruktion steckt, zwigt nicht zuletzt, der Linn Sondek, ein Abkömmling des Thorens, den ich schon gewürdigt habe. Thorens versuchte später elegantere Versionen des Subchassis-Laufwerkes zu konstruieren. Bei den TD-316, -318 und -320 hing das Subchassis nicht im Rahmen, sondern nahm eine Hälfte des gesamten Laufwerkes ein. Eine Fehlkonstruktion. Ein Subchassis ergibt keinen Sinn, wenn es Resonanzen in der Masse speichert. Das Problem hatten wir schon erörtert. Das Subchassis muss leicht sein, um Resonanzen auspendeln zu können. Die 100er Laufwerke mit hängendem Subchassis boten ein gewaltiges Spielfeld für Tuning-Maßnahmen aller Art. Aber nicht alle Tuning-Tipps stammen von Leuten, die den Thorens kennen oder lieben. Doch davon mehr in der nächsten Folge. ### Heuschreckenplage Am Wochenende füllten Sich die Kommentarspalten wieder mit bösen Wörtern über böse Bosse: Subventionsheuschrecke, Turbokapitalismus. Es geht natürlich um Nokia. Ein böser Konzern hier, Tausende von armen, ausgeplünderten Proletariern dort: So einfache Geschichten lieben die Polpulisten aller Parteien und Kommentatoren aller Medien. Und natürlich die Sozialdemokraten. Seit Ferdinand Lassalle roch die Arbeiterwelt nicht mehr so sehr nach Klassenampf. Aber wer ist Nokia? Ein Getriebener der eigenen Aktionäre. Eine AG muss maximale Gewinne erzielen, sonst ziehen die Shareholder-Value-Heuschrecken weiter zu Samsung oder Motorola. Und - so unbequem diese Tatsache sien mag - diese Heuschrecken-Gattung besteht aus Menschen wie dir und mir, vielleicht sogar aus Nokia-Mitarbeitern aus Bochum. Diese Heuschreckengattung besteht aus dem namenlosen Heer all jener, die ihre Spargroschen in Fonds anlegen. Ebendiese Fonds unterwerfen die Kapitalgesellschaften dem Diktat der Dividende. Unterdessen fällt der Vorwurf des Subventionsmissbrauchs den Politikern auf die Füße. Mehr als 80 Millionen Euro hat Nokia an Subventionen erhalten, dafür aber 200 oder 400 Stellen weniger geschaffen als vereinbart. Zu Deutsch: Die Politik wirft internationalen KonzernenSteuergelder in Millionenhöhe nach und zählt anschließend nicht einmal nach, ob dabei genug Stellen entstanden sind. ### Kitlers Das süße Kätzchen ist der Star einer Wahlkampagne von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen und auf dem schrägsten Blog, das ich in der letzten Zeit gefunden habe: CatsThatLookLikeHitler. Wenn Sie der Ansicht sind, dass ihre Katze eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Kriegsverbrecher und Masenmörder österreichischer Abstammung besitzt, dann gibt es dort natürlich auch eine Bewerbungsseite. ### Wie schenkt man einen Coffee-to-go nach? Starbucks will McCafé jetzt auch über den Preis schlagen. So berichtet Spiegel Online, dass die Erfinder des Coffee-to-go jetzt einen Becher Bohnenkaffee für einen Dollar ausschenken wollen. Bei den teureren Kaffeespezialitäten will Starbucks öfter mal nachschenken. Aber wie schenk man einen Coffee-to-go nach? Bis die Aktion deutsche Kaffeehäuser erreicht hat, ist die Frage bestimmt geklärt. ### Linux für Leistungsempfänger Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Ende 2007 die Umstellung ihrer rund 13.000 Internet-Informationsplätze in den Arbeitsagenturen von Windows-NT auf freie Software mit dem Betriebssystem Linux abgeschlossen. Die Erneuerung war erforderlich, da die vorherige Kombination aus Windows-NT und Internet Explorer bei der Darstellung aktueller Medieninhalte und der Unterstützung moderner Hardware mit der technologischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten konnte. Die BA setzt bei der Umrüstung ihrer Internet-Center (IC) in den Agenturen für Arbeit auf die Vorteile des Betriebssystems Linux: stabiles Betriebsverhalten, hohe Sicherheit und weitreichende Anpassungs- und Konfigurationsmöglichkeiten. Zusammen mit den bereits seit Jahren unter Linux betriebenen Servern der IC ergeben sich standardisierte Automatisierungs- und Wartungsverfahren und damit eine Senkung der Betriebskosten. Durch den Einsatz quelloffener Programme (so genannter Open Source-Software) entfallen außerdem die Lizenzkosten – ein weiterer Pluspunkt. Einen Selbstinformationsplatz mit Internetanschluss kann jeder Kunde im IC der 178 Arbeitsagenturen nutzen. Aufgrund des öffentlichen Zugangs besteht allerdings ein hoher Anspruch an die Sicherheit. Die Linux-Plattform bietet den Vorteil, dass darauf nur wenige Schadprogramme (Viren, Würmer oder Trojaner) einsatzfähig sind. Zudem wurden nicht benötigte Softwarebestandteile, die zum Eindringen in das System missbraucht werden könnten, entfernt. Erhöht wurde die Sicherheit durch eigene, individuelle Sicherungslösungen. Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit ### Clement II: Ein Leuchtturm im Spiegel In der heißen Phase des Wahlkampfes treten die Wirtschaftsflüchtlinge ins Rampenlicht. Ex-Kanzler und Gazprom-Lobbyist Gerhard Schröder maßregelt "diesen Menschen aus Hessen" und RWE-Aufsichtsrat Wolfgang Clement warnt davor, seine Parteifreundin Andrea Ypsilanti zu wählen. Und als gäbe es Clements Verstrickung mit den Energiekonzernen nicht, singt der Spiegel heute das Hohelied des wirtschaftlichen Sachverstands. In eine Reihe mit dem geschassten Oswald Metzger (Grüne) und dem innerlich emigrierten Friedrich Merz (CDU) stellt Spiegel-Online den wackeren Sozialdemokraten, der stets damit beschäftigt war, Leuchttürme (der Bildung, der Kultur, der Wirtschaft, der...) zu bauen. Der Spiegel baut den Leuchtturmwärter zum alleinigen Leuchtturm des wirtschaftlichen Sachverstandes in der Sozialdemokratie auf, obwohl bei kritischer Betrachtung Clement den Beweis seines wirtschaftlichen Sachverstandes während seiner Amtsjahre schuldig geblieben ist - anders übrigens als Metzger und Merz. So lässt der Spiegel vor allen Dingen auf eines blicken: Auf die Männerwelt eines Magazins, in der echte Männner vor allem eines sein müssen: Rücksichtslos, machtbesessen, einsam im Entschluss und brutal in der Durchsetzung. Relikte einer Vordemokratie von Bismarck bis Clement. Wie viele Sozis sind ein Clement? Bewohnt von einem strammen Stamm von Meistern, der alles was nicht hart macht, schrill verhöhnt. Heinz Rudolf Kunze ### Phaenomene des Alltags: Die Verpackung Die erste Verpackung, mit der wir zu tun haben, ist die Windel. Die letzte ist der Sarg. So unterschiedlich sie erscheinen mögen, eines verbindet sie: Wir können sie beide aus eigener Kraft nicht öffnen. Ein schlechtes Omen für ein Menschenleben, denn Verpackungen begleiten uns durch unser ganzes Dasein. Manche Zeitgenossen machen sogar Kunst daraus. Immer wieder begegnet uns die Verpackung in unterschiedlicher Gestalt und Farbe. Aber immer wieder werden wir das frustrierende Gefühl erleben, eine Verpackung nicht öffnen zu können. Ein Beispiel: wenn ich abends den Tisch abgeräumt habe und das Geschirr im Geschirrspüler verstaut habe, dann verzweifle ich mit schöner Regelmäßigkeit an den Reiniger-Tabs. Natürlich ist jeder einzelne der Waschpulver-Quader in ein Tütchen geschweißt, das normalerweise schon bei geringer Gewaltanwendung aufreißt und seinen Inhalt frei gibt. Nicht jedoch, wenn mir vorher schon die Reste von Tee oder Sauce über die Finger gelaufen sind. Dann muss ich regelmäßig zu schwerem Gerät (Küchenschere) greifen, um mein Werk zu vollenden. Im Zweifel für die Ewigkeit - so scheint das Motto der Verpackungsindustrie zu lauten. Auch wenn das in den meisten Fällen überhaupt keinen Sinn ergibt. Warum sträubt sich die Tüte Milch so gegen jeden Versuch, sie zu öffen? Schließlich ist sie doch ohnehin nur wenige Wochen haltbar, Frischmilch sogar noch kürzer. Noch unheimlicher werden die Bemühungen der Verpackungsindustrie um Dauerhaftigkeit, wenn wir uns die erste und letzte Verpackung anschauen. Windel wie Sarg lassen sich im Grunde problemlos öffnen, dass wir das in den jeweiligen - nun ja - Lebenslagen nicht selbst können, hat mit unserem körperlichen Unvermögen zu tun, nicht mit der Verpackung. Ein Erwachsener im Vollbesitz seiner Körperkräfte bewältigt Windel und Sarg spielend. Das kann man aber von der Verpackung einer Milchschnitte nicht behaupten. Die Milchschnitte ist das größte Verpackungsrätsel, vor dem ein Junge steht, bevor er zum ersten Mal mit BH-Verschlüssen zu tun bekommt. Nirgendwo lässt sich die Verpackung so widerstandslos öffnen, dass die Milchschnitte nicht in Gefahr gerät. Vielmehr muss man beim Aufzuppeln der Tüte darauf achten dass der Inhalt nicht zerdrückt wird. Es empfiehlt sich, die Milchschnitte längs, entlang der Naht, zu öffnen. Dann lässt sich am Ende des Risses, von der Naht weg, die Verpackung quer einreißen. Dieser Arbeitsschritt ist wichtig, weil die Milchschnitte sonst beim Herausnehmen zerbricht oder zerdrückt. Die Folge wäre bei mir ein Wutanfall. Sie sehen schon: Mit etwas Lebenserfahrung geht alles. Aber, liebe Leute bei Ferrero, das ist ein "Kinder"-Produkt! Immerhin markiert Ferrero inzwischen eine gedachte Stelle, an der sich die Milchschnitte öffnen lassen soll. Glauben Sie das nur ja nicht! Folgen Sie exakt der genannten Anleitung, vor allem wenn Sie zum Jähzorn neigen. Schon die Ägypter liebten solche Finten. In ihren Pyramiden gab es stets Wege, die zu reicher Beute zu führen schienen, und dann doch in einer leeren Grabkammer endeten. Insofern blickt die Verpackungsindustrie auf eine lange Tradition zurück. Manchmal legt sie aber auch unabsichtlich solche Finten. Nehmen wir die Papiertaschentücher, die der Volksmund ohne schleichwerberische Absicht "Tempos" nennt. Eine perforierte Klappe mit einem Klebestreifen legt uns nahe, die Verpackung dort zu öffnen und nach dem entnehmen des Tuches die Packung wieder zu verschließen. Das funktioniert oft reibungslos, geht aber auch oft schief. Da löst sich der Klebestreifen gern vollständig von der Verpackung. Wenn nicht, dann bleibt er am obersten Taschentuch kleben. Das Wiederverschließen können Sie dann vergessen. Manchmal geht die Packung aber auch gleich am unteren Ende auf. Dann rutschen gleich alle Taschentücher auf einmal heraus. All dies wäre nur halb so ärgerlich, wenn wir nicht immer wieder in den Werbespots schöne junge Menschen sähen, die eine Chipstüte öffnen, ohne den Inhalt auf dem Tisch zu verteilen, die einen Milchschnitte auspacken und dabei einfach den oberen Teil der Verpackung sauber abreißen oder die einen Reiniger-Tab einfach so bewältigen, obwohl sie gerade die Maschine beladen haben. Die Verpackungsindustrie macht uns nicht nur das Leben schwer, sie gibt uns auch ein Gefühl der Unzulänglichkeit, des Unvermögens. Sie quält und verhöhnt uns. Ach, wäre doch nur alles so einfach wie Windel oder Sarg. ### OLPC: Wenn man die Professoren machen lässt Als Tiger gestartet, befindet sich der OLPC allmählich im Sinkflug als Bettvorleger. Mit dem OLPC-Projekt (One Laptop Per Child - Einen Laptop für jedes Kind) wollte der Wissenschaftler Nicholas Negroponte 2005 ein Instrument schaffen, das die Kinder in den Hütten Afrikas an die Informationsgesellschaft anbindet. 100 Dollar sollte das Teil kosten. Ein günstiger AMD-Prozessor sollte darin werkeln und eine Spezialversion von Fedora-Linux als Betriebssystem instaliert sein. Erreicht hat Negroponte, dass der Markt die Völker in den Entwicklungsländern plötzlich als Kunden erkannt hat. Der OLPC wird mehr und mehr zum Opfer dieses Marktes. Plötzlich kündigte Intel das Konkurrenzmodell Classmate-PC an, und Microsoft plante eine Version von XP für den XO. Die Redmonder graust es bei dem Gedanken, dassMillionen Kindern Linux vertrauter werden könnte als Windows. Plötzlich schien es gar kein Problem mehr zu sein, einen Laptop für kleines Geld herzustellen. Asus hat bereits 350.000 Exemplare vom Eee-PC verkauft. Es müssen ja nicht immer die leistungsstärksten Bauelemente sein. Währenddessen verzögerte sich der OLPC. In Negropontes heiler Bildungswelt sollte es keine Rangeleien um den schnöden Mammon geben. Erst suchte er den Schulterschluss mit Intel, um den Classmate zu verhindern: Der OLPC oder XO-Laptop sollte Intel-tauglich werden. Dann verhandelte er mit Microsoft. All dies kostete Zeit. Und Geld: Die angestrebten 100 Dollar pro Gerät konnte der Hersteller nicht mehr halten. Jetzt ist der Classmate PC fertig, und Intel hat dem OLPC wieder den Rücken gekehrt. Die Strategie, den XO nur so lange zu blockieren, bis das eigene Produkt fertig ist, hätte Ngroponte von vornherein ahnen können. Jetzt hat er praktisch nichts. Es blieb aber auch die ganz große Nachfrage nach den Geräten aus. Bis jetzt ist Peru mit 270.000 bestellten Geräten der größte Interessent. Man hätte den OLPC möglichst schnell auch bei Ebay anbieten sollen. Die Nachfrage wäre da gewesen. Die Umsätze in den Industrieländern hätten die Produktion schnell derart angekurbelt, dass Negroponte seinen Preis von 100 Dollar doch noch erreicht hätte. Stattdessen bietet er den XO für 399 Dollar in den USA an. Prinzip: Kauf zwei, nimm einen. Reiche Amerikaner sollten den XO kaufen und einen zweiten für das Entwicklungshilfeprojekt spenden. Ehrenwerte Idee. Aber was ist, wenn die Amerikaner den Eee-PC für 299 Dollar kaufen und 20 Dollar in die Sammelbüchsen der Hilfswerke schmeißen? PC gekauft, Gewissen beruhigt und außerdem noch einmal schick essen gegangen. Alles für den Preis eines XO-Laptops. Erst jetzt - viel zu spät - kommt das Projekt auf die Idee, Lizenzen für die im XO verwendeten neuen Technologien zu vergeben, um Geld in die Kasse zu bekommen. Doch man braucht noch einen Wirtschaftswissenschaftler, der die Sache berechnet. Das kommt davon, wenn man das die Professoren machen lässt - so könnte man spotten. Aber stimmt das? In Wirklichkeit hat Negroponte die Computerindustrie revolutioniert. Sein XO hat gezeigt, dass das Schneller-Höher-Weiter im Computergeschäft kein Naturgesetz ist. Und die Reaktionen auf den XO haben gezeigt, dass auch in den reichen Ländern immer mehr Menschen ohne die schnellsten Prozessoren und ohne die größte Festplatte auskommen. Mit dem XO des OLPC-Projektes ist Vernunft in das Computergeschäft eingekehrt. Auf der ganzen Welt. ### Obermann will Regulierungsbehörde schließen Solche Nachrichten amüsieren: Telekom-Chef René Obermann hält den Telekommunikationsmarkt für ausreichend reguliert. Es sei nun Zeit für den Ausstieg aus der Regulierung. Ich bin fast sicher, dass Josef Ackermann ähnliches über die Finanzbehörden sagen würde. Und natürlich würde Wolfgang Schäuble die Notwendigkeit eines Bundesverfassungsgerichtes leugnen. ### Lehmann kommt vielleicht "Kann sein, dass ich komme." Mit diesen Worten zitiert die FAZ heute Nationaltorwart Jens Lehmann. Die Lektüre erweist dann, dass damit eine zielgerichtete Bewegung in Richtung Dortmund gemeint ist, und nicht die Folge von etwas, das Lehmann zwischen zwei Paraden im Kasten treibt. ### Vorlagen für alle Lebenslagen Wenn man mal eine Vorlage für ein Protokoll braucht, dann ist meistens keine da. Dokumentvorlagen für alle Lebenslagen gibt es hier. ### Phaenomene des Alltags: Der Stammtisch Die Sozialdemokraten fürchten den Stammtisch. Warum? Gab es nicht auch den einen oder anderen Arbeiter, der nach der Schicht in den Gasthof ging? Nähern wir uns dem Phänomen über die Wikipedia: "Vor allem in ländlichen Regionen und kleinen Gemeinden war die Zugehörigkeit zum Stammtisch an einen höheren Sozialstatus gebunden. So setzte sich ein Dorfstammtisch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem aus örtlichen Honoratioren wie dem Bürgermeister, Arzt, Apotheker, Lehrer, Förster oder wohlhabenden Bauern zusammen." Da haben wir es: Das ist das klassische Unionsklientel, das nie U-Bahn fährt und deshalb gern glaubt, dass in den finsteren Schächten nur Mord und Totschlag herrschen. Deutschland werde in der Münchener U-Bahn verteidigt, wettert Bayerns Ministpräsident Günther Beckstein (CSU). Das letzte Mal als es hieß, Deutschland werde in einem fremden Land verteidigt, erging ein Marschbefehl an die Bundeswehr. Soll das jetzt auch passieren? Werden bald grimmige, behelmte Gestalten im olivfarbenen Drillichzeug in München die Fahrscheine kontrollieren? Man hätte sich solch markige Worte nach Mügeln gewünscht. Heute lösen sich die Stammtische auf. Wenn aber der letzte die Zeche gezahlt, sich erhoben und den Weg ins Pflegeheim angetreten hat, dann ist doch alles in Ordnung, oder? Eben nicht. Der Stammtisch hat sich ins Diffuse zurückgezogen. Der Stammtisch ist heute nur noch ein gedachtes Tafelmöbel zwischen Bildzeitung, Brisant und Richterin Barbara Salesch. Seine Teilnehmer finden sich unter den Ärzten wie beim Prekariat. Dennoch funktionieren die alten Reflexe. Der Stammtisch gehört der Union, all jene Parteien, denen die Zivilisation ein bisschen mehr bedeutet, schrecken zurück. Vielleicht ist es das, was die Stammtischpolitiker so furchterregend wirken lässt: dass sie allemal lieber Deutschland verteidigen als die Zivilisation. Lesen wir noch einmal in der Wikipedia: "Die Einladung an einen Ortsfremden, am Stammtisch Platz zu nehmen, galt als nicht selbstverständlicher Wertschätzungsbeweis." Einen solchen Wertschätzungsbeweis an unsere Mitbürger ohne deutschen Pass ist die Union bisher schuldig geblieben. Auch an jene, die nie gewalttätig geworden sind. Aber der Stammtisch ist eben kein Ort für feine Differenzierungen. ### Japan zensiert das Internet China zensiert schon lange das Internet. Das Reich der Mitte umgibt eine Firewall so lang und hoch wie die sprichwörtliche Chinesische Mauer. Diktatur, da erwartet man nichts besseres. Aber jetzt will eine Demokratie den Rotstift im Internet ansetzen: Japan. Das berichtet unter anderem die Internetseite Gyaku.jp. Die Ministerien für Inneres und Kommunikation (Somusho) sowie für Erziehung, Kultur, Sport und Technologie (Monbukagakusho) haben sich in einem Bericht vom 6. Dezember 2007 dafür ausgesprochen, das Internet zu zensieren, den Zugang per Handy zu reglementieren und vor allem, die bösen Tauschbörsen zu sperren. Dazu soll es schon detaillierte Anweisungen an die Mobilfunkanbieter geben. Ausgerechnet Japan, das Land der Mangas und Hentais, die zur Erweiterung des menschlichen Vorstellungsvermögens beigetragen haben, wie sonst nur italienische Splatterfilme. Wie soll eine solche Zensur aussehen? Die Chinesen behaupten, sie kontrollieren jede einzelne Datei, jede Internetseite, jedes Manga oder Hentai. Das kann dauern, und Personal kostet es auch. Schließlich ist Japan nicht China, wo man eben mal 2 Millionen Menschen für ein Schüsselchen Reis Schund sichten lassen kann, ohne dass man dafür ein Ministerium anbauen muss. Ich bin sicher, dass die Stärke der Zensurbehörde längst die Friedensstärke des chinesischen Heeres überstiegen hat. Keine Frage: Zensieren ist teuer und man macht sich damit nicht beliebt. Vermutlich ist es viel billiger, jeder Schule, jedem Kindergarten einen, zwei oder drei Medienpädagogen zur Seite zu stellen, oder Fachleute in die Elternhäuser zu schicken. Aber das ginge am Hauptzweck vorbei: Am Zurückdrängen einer deregulierten veröffentlichten Meinungsvielfalt. Eine solche erleben wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte. für viele Politiker einmal zuviel. ### OOXML: Probleme nicht lösen, sondern auslagern In der Tabellenkalkulation erscheint 1900 fälschlicherweise als Schaltjahr, Daten vor 1900 lassen sich gar nicht erst eingeben, Samstag und Sonntag lassen sich nicht als Werktage markieren, was sie aber beispielsweise in Iran oder Dubai sind und die Rückwärtskompatibilität mit älteren Office-Programmen steht in den Sternen. Heise.de lässt heute noch einmal einige besonders eindrucksvolle Probleme bei Microsofts OOXML-Spezifikation Revue passieren - aus gegebenem Anlass. Die European Computer Manufacturers Association (ECMA) hat offiziell vorgeschlagen, die größten Problemgebiete aus der Spezifikation Office Open XML (OOXML) herauszutrennen und in einen gesonderten, unverbindlichen Anhang einzubauen. Sehr schön. Im Haus regnet es zwar vom Dach bis zum Keller durch, aber dennoch kann man ja die Hütte abnehmen. Schließlich will man dem verkorksten Standard, den außer Microsoft keiner braucht, bei der Anerkennung als ISO-Standard die Steigbügel halten. Wer sich nicht damit abfinden will, dass Millionen für einen Office-Standard verpulvert werden, bei dem die Daten nicht stimmen und der für Historiker oder Menschen außerhalb des christlichen Kulturkreises nichts taugt, der kann eine Petition auf NO OOXML unterschreiben. ### Aus für Netscape Der AOL-Konzern wird den Netscape-Browser ab dem 1. Februar nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgen. Das bedeutet, dass der einstige Marktführer im Browser-Geschäft und Microsoft-Gegner im ersten Browserkrieg um die Mitte der 90er Jahre Geschichte ist. Die FAZ hat der Keimzelle des Firefox-Browsers ein Porträt gewidmet. ### Geiz ist nicht mehr geil Fünf Jahre "Geiz ist geil" waren genug. Das entschied die Elektronikkette Saturn im Oktober 2007 und beendete damit eine der erfolgreichsten und umstrittensten Kampagnen der neueren Werbegeschichte. Konsumforscher warfen Saturn vor, mit "Geiz ist geil" das Konsumverhalten der Deutschen insgesamt auf reinen Preisvergleich zu reduzieren. Die "Geiz-ist-geil-Mentalität" malten alle gemeinsam als Schreckgespenst an die Wand: Moralisten, Ewig-Gestrige, Mitbewerber, Konkurrenten. Sogar die Kirchen meldeten sich zu Wort. Sie warfen dem Elektrohändler vor, die Todsünde Geiz zur Tugend zu verklären. Im Herbst 2007 plötzlich die Umkehr: Das Konsumverhalten der Deutschen verlagere sich mehr und mehr hin zu hochwertigen Produkten. Saturn kündigte das Ende der Kampagne an. Danach vergingen nur wenige Wochen, dann erklang die Saturn-typische Trommelhymne am Ende der Werbespots plötzlich ohne das vertraute "Geiz ist geil". Das gebrüllte "Saturn!" wedelte mit dem Hinterteil wie ein Hund, dem der Schweif fehlte. Wie übereilt Saturn diesen Schritt vollzogen hat, zeigt sich nun beim Jahresbeginn. Ein lahmes "Wir hassen teuer" ersetzt nun das eingängige "Geiz ist geil". Darüber wird sich kein Konkurrent, kein Feuilltonist und kein Kirchenmann erregen. Ob auch der Konsument gleichgültig bleibt, muss das Geschäftsjahr erweisen. Ebenso wird sich erst zeigen müssen, ob das von der Politik wie ein Mantra vorgetragene "Der Aufschwung ist unten angekommen" tatsächlich bewirkt, dass die Deutschen wie der Sekt statt Selters trinken. ### Dagobert Duck ist endlich der Reichste Die in diesem Jahr stark gestiegenen Goldpreise haben Dagobert Duck (engl.: Scrooge McDuck) den Spitzenplatz in der "Fictional 15"-Liste des US-Magazins Forbes beschert. Das Magazin, dessen Vermögensliste uns alljährlich darüber informiert, wie ungerecht die Welt sein kann, führt natürlich auch eine Liste über fiktionale Personen. Als sicherer Abonnent für den Spitzenplatz galt bisher stets der Weihnachtsmann Santa Claus, dessen Barschaft gegen Unendlich geht. In diesem Jahr flog er von der Liste, weil erzürnte Kinder oder Kindsköpfe dagegen protestiert hatten, den Weihnachtsmann als fiktive Figur zu betrachten. Der Atomkraftwerksboss und Musterkapitalist C. Montgomery Burns aus Springfield, der Heimatstadt der Simpsons. Ereignisse aus dem Simpsons-Spielfilm hatten den Geizkragen mit der Hakennase viel Geld gekostet. Zur Forbes Fiction 15 ### Nach dem Abendmahl auf den Thron Am Heiligabend verzeichnen die Kirchen Besucherrekorde. Oft krönt dann das gemeinsam eingenommene Abendmahl die feierliche Atmosphäre. So ein Schlückchen Wein und eine Oblate (Hostie) kann doch nicht schaden, oder? Falsch! Die Techniker Krankenkasse warnt vor den Risiken der Oblate. Die besteht nämlich zum größten Teil aus einem so genannten Klebereiweiß namens Gluten. Etwa 800.000 Bundesbürger sollen laut Mitteilung der Krankenkasse allergisch auf diesen Stoff reagieren. Übelkeit und Durchfall können bei Allergikern nach dem Abendmahl auftreten. Für einen von hundert Gottesdienstbesuchern endet der Abend also auf dem Thron. Natürlich gibt es bereits glutenfreie Oblaten. Mit Gottes Hilfe können wir uns vielleicht auch bald zwischen Gluten und Glutenfrei entscheiden, wie wir das heute schon beim Abendmahlswein oder Traubensaft tun. ### Sicher mit Linux: Sudo bei Ubuntu kontrollieren Eine der merkwürdigsten Hypotheken in Sachen Sicherheit schleppt Ubuntu-Linux mit sich herum: Standardmäßig ist der Root-Account abgeschaltet. Stattdessen kann sich der erste eingerichtete Benutzer Administratorrechte verschaffen, indem er sein Benutzerpasswort noch einmal eingibt. Ein Ubuntu-Linux gewährt die Asministratorrechte allerdings nicht für eine bestimmte Aktion. Vielmehr bleibt das Passwort für ganze 15 Minuten im System. Dafür gibt es keine logische Erklärung, aber immerhin eine einfache Lösung. Im Terminal mit dem Befehl "sudo visudo" den Editor Visudo öffnen. Dieser Editor dient allein dazu, die Administratorrechte zu editieren. Jetzt fügen wir an einer Stelle unterhalb der Defaults folgende Zeilen ein: # Timeout auf Null setzen. Standardwert ist 15 Minuten. Defaults timestamp_timeout = 0 Jetzt verlangt der Computer für jede Systemverwaltungsaufgabe das Passwort. Die Anleitung habe ich im Wiki von Ubuntuusers gefunden. Mit diesem Beitrag liefere ich endlich die Antwort auf einen entsprechenden Post von home42. ### Wie viele Sozis sind ein Clement? Wolfgang Clement ist sauer. Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident, Bundeswirtschaftsminister und oberste Leuchtturmwärter sieht die Agenda 2010 in Gefahr. Wenn die Partei weiter nach links rücke, dann... Die SPD sei ja schon seine politische Heimat, aber das kann sich ja ändern. Da ist es wieder, das Basta der Schröderjahre. Dieses sozialdemokratische Edikt Perpetuum Silentium. Das Wort, mit dem Gerhard Schröder seine Partei in die Spaltung getrieben hat. Denn was ist der Westflügel der Linkspartei anderes als ein Spaltungsprodukt? Die große Koalition hat die Basta-Generation hinweggefegt, doch weit entfernen sich sozialdemokratische Veteranen nie von der Macht. Schon Willy Brandt gefiel sich noch Jahrzehnte nach seinem Abschied von der politischen Macht darin, SPD-Kanzlerkandidaten auf den Schild zu heben und sie anschließend auch eigenhändig zu meucheln. Als er noch als Arbeitsminister und Vizekanzler zu Angela Merkels Seite regierte, hat Franz Müntefering die Partei auf Agenda-Kurs zu halten gesucht. Doch der ist weg. Den Altkanzler in seinem gut bezahlten sibirischen Exil stört das "Gedöns" daheim wohl herzlich wenig. Da muss eben jetzt ein Rentner mit Rücktritt drohen. Rücktritt wovon? Vom einzigen, das er noch hat, vom SPD-Parteibuch. Ein Verlust wäre Clement in jedem Fall für die Partei. Doch letztlich widerfährt ihm jetzt nur das, was er und Schröder dem Heer der namenlosen Sozialdemokraten zugemutet haben. Ganze Ortsverbände haben die Traditionspartei während der Schröderjahre verlassen. Und war es nicht gerade dieser Vertrauens- und Mitgliederverlust an der Basis, den Kurt Beck mit seinem Klassenkampf 2.0 zu bremsen versuchte? Die Partei hat sich nach dem Ende der Ära Schröder vielleicht nicht schnell genug von den gepanzerten Schlachtrossen der Basta-Ära getrennt. Irgendwann muss sie sich entscheiden. Aber wieviel gehaltene Sozis wiegen einen getürmten Clement auf? ### Phaenomene des Alltags: Die Börse Der Dax sei orientierungslos, schrieb die Wirtschaftswoche am gestrigen Mittwoch. Das wäre an sich keine Nachricht, wenn der Dax ein Tier wäre. Ein Tier wie der Frosch im Glas, der das Wetter voraus sagen soll. Der klettert entweder rauf oder runter. Kaum zu erwarten, dass er dabei die Orientierung verlöre, aber auch nicht ausgeschlossen. Genau genommen kann auch der Dax nur rauf oder runter. Dass er bei dieser schlichten Auswahl schon die Orientierung verliert, kennzeichnet ihn als niedere Lebensform, die fürs Überleben selbst in ihrem natürlichen Lebensraum nur mangelhaft ausgestattet ist. Anders als der Frosch, macht der Dax ja nur in seinem angestammten Habitat Sinn: an der Börse. Dieses Ökosystem zeichnet sich seinerseits ebenfalls durch erschreckende Anzeichen von geradezu menschlicher Dysfunktionalität aus. Die Börse sei verschnupft, heißt es manchmal in den Nachrichten, oder sie reagiere zurückhaltend. Manchmal fehlen ihr auch "die Vorgaben aus New York und Tokio". Die Börse ist also äußerst anfällig für Infektionskrankheiten, von eher schüchternem Temperament (Hat sie dadurch Probleme bei der Fortpflanzung?) und sie ist so faul, dass sie am liebsten hinter ihren Artgenossen in New York und Tokio hertrottet. Ambitionen, selbst einmal die Leitkuh in der globalen Börsenherde zu werden, besitzt sie augenscheinlich nicht. Nun neigen wir Menschen oft dazu, die Welt um uns zu vermenschlichen. Ein Beispiel: Nach den Worten von Al Gore, staubtrockener US-Wanderprediger im Dienste des Weltklimas, hat die Erde im Augenblick beispielsweise Fieber. Die Viren wären wir. Den Dax und die Börse bevölkern - nun ja - besondere menschliche Viren: die Analysten. Weil mikrobiologische Erkenntnisse über diese Geschöpfe fehlen, sind wir auf Beobachtungen aus der Verhaltensforschung angewiesen. Dabei neigen wir dazu, selbst unsinnigste Verhaltensweisen mit scheinbar vernünftigen Deutungen zu verknüpfen. Ein Beispiel: Es muss im zweiten oder dritten Jahr des iPod gewesen sein, da meldete Apple das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Der Aktienkurs brach dennoch ein. Die Analysten, hieß es, hätten mehr erwartet. Vieles an dieser Misere hat damit zu tun, dass die Erforschung des Analysten und die Deutung seines manchmal rätselhaften Verhaltens ausschließlich in den Händen von Journalisten liegt - und in den Händen von Wirtschaftsprofessoren, die aus mystischen Formeln schicke Diagramme entwickeln, um uns weiszumachen, Wirtschaft sei eine exakte Wissenschaft. Dabei gehört die Forschung rund um die Börse in die Hände der Psychologen und Parapsychologen, der Astrologen und Kartenleser, kurz: in die Hände all jener Berufsgruppen, die über eine gewisse Erfahrung im Umgang mit paranormalen Phänomenen besitzen. Denn die Börse ist ein Phänomen, wenn auch eines des Alltags. ### Affen nach Pisa tragen Die Rhesusaffen-Weibchen Feinstein und Boxer können laut Netzzeitung einfache Rechenaufgaben genauso schnell lösen wie britische Studenten. Welchen Schulabschluss die Affen hatten, darüber schweigt sich der Artikel in der Netzzeitung aus. Ebenso wenig erfahren wir, ob es sich bei der Kontrollgruppe um Politologie- oder Mathematikstudenten handelte. Im ersteren Fall hätten die Affenweibchen sehr viel leichteres Spiel. Zwei Dinge finde ich beängstigend: 1. Feinstein und Boxer haben britische Studenten geschlagen. Das bedeutet, dass wir Deutschen froh sein können, dass Rhesusaffen derzeit noch keine Berücksichtigung in der Pisastudie finden. 2. Es handelte sich um Weibchen. Bei uns als nahen Verwandten der Affen gelten die als minderbegabt im mathematischen Bereich. Obwohl männliche Politologen dabei sicher noch ein Wort mitreden können. Wenn die Weibchen schon Studenten bei leichten Rechenaufgaben Paroli bieten können, was können dann die Männchen? Algebra in der Uni lehren? ### iRevolution Mein Test des Apple iPhone für www.tariftip.de ist online. Das Apple iPhone weist sicherlich jede Menge Ausstattungslücken auf. Aber die Bedienung setzt neue Maßstäbe. Das iPhone macht Leuten Lust aufs Surfen per Handy, die sonst eher zu Einfachhandys greifen, weil sie sagen: "Den ganzen neumodischen Quatsch verstehe ich sowieso nicht." Foto: tariftip.de ### Denkpause Nach 5 Jahren legt mein Weblog im Moment eine kleine Pause ein. ### Umweltzerstörung: Heute die Welt, morgen das Universum Überall haben wir jetzt Energiesparbirnen in die Fassungen gedreht, Das Auto bleibt für den Weg zur Dönerbude stehen und die Menschheit sitzt frierend daheim. Aber das ganze Leiden fürs Klima könnte umsonst sein. Plötzlich steht nicht mehr die Welt, sondern das ganze Universum auf dem Spiel. Es ist instabiler als bisher gedacht und könnte sich innerhalb einer Sekunde in buchstäblich Nichts auflösen. Also können wir jetzt die Heizung wieder hochdrehen und das Auto schon mal warmlaufen lassen - eine Runde Döner für die ganze Familie? Falsch. Denn erstens sind sich die Astronomen noch nicht ganz sicher, dass das Universum schon vor Weihnachten untergeht. Zweitens sind sie selber schuld, die Astronomen. Regelmäßige Zuschauer von Joachim Bublath wissen, dass erst vor kurzem die so genannte Dunkle Energie entdeckt worden ist. Dummerweise haben die Physiker durch die Messung dieser Dunklen Energie einen quantenmechanischen Effekt ausgelöst, der das Weltall in Stücke reißen könnte. Das Universum hatte sich nämlich gerade eben in einen Zustand niedrigster Energie begeben, da kommen die Astronomen, messen die Dunkle Energie, und Bums! Der sogenannte Quanten-Zeno-Effekt stellt die Uhr im ganzen Weltall wieder auf Hochenergie. Ich sehe sie schon auf ihren fernen Planeten sitzen, die Astronomen anderer Intelligenzen. Ungläubig starren sie auf das Fieberthermometer des Patienten Weltall, das plötzlich zu steigen beginnt. "Sag mal, Paul, hast du die Dunkle Energie gemessen?" "Ich? was glaubst du bin ich? Lebensmüde? Das waren bestimmt wieder diese Erdlinge! Bekackte Amateure, denen hätte man nie auch nur ein Fernrohr in die Hand geben dürfen!" ### Analog Basics: Linn Linn ist nicht der älteste Plattenspielerhersteller der Welt und war auch nie der größte. Dennoch muss unser kleiner Überblick über namhafte Plattenspielerhersteller mit Linn beginnen, weil kein HiFi-Hersteller die Szene so verändert hat wie die Firma des Schotten Ivor Tiefenbrun. Es ist keineswegs übertrieben zu sagen: Ivor Tiefenbrun war der Steve Jobs der HiFi-Szene. Und das, obwohl seine meistbetrachteten Körperteile die Füße waren. Mit einem Paar lässig übereinander geschlagener nackter Füße warb Linn ab Ende der 1980er Jahre auf ganzseitigen Anzeigen in britischen HiFi-Magazinen. Überschrift: "Two of the most reliable HiFi-chritics in the world!" Die Legende berichtet jedenfalls, dass die abgebildeten zuverlässigsten HiFi-Kritiker dem Linn-Boss persönlich gehörten. Man muss sich das vorstellen: Alle Welt maß Wattzahlen, elektronische Widerstände, Gleichlaufschwankungen und Frequenzgänge. His royal Ivorness aber predigte: "Alles Quatsch! Bei HiFi geht es doch um Musik, das muss Spaß machen." Die Kampagne schlug ein. Schon bald las man selbst in nüchternen deutschen HiFi-Tests nur noch wippenden Füßen und Knien. Innert eines Jahres verwandelten sich die trockenen Messtechniker, die jeden Verstärker abkanzelten, wenn in der achzehnten Stelle nach dem Komma von der Norm abwich, pläötzlich wandelten sich alle diese trockenen Musikwidergabewissenschaftler in musikbegeisterte Gaudiburschen. Linns und Tiefenbruns Ruhm ruhte auf dem Plattenspieler LP-12 Sondek. Dieser beruhte seinerseits auf dem Thorens TD150, den der badische Traditionsbetrieb insgesamt um die 40 Jahre fast unverändert produziert hat. Der Thorens galt als unverwüstlich, wertig, wohlklingend, darüber hinaus aber auch nicht weiter ambitioniert. Tiefenbrun nahm das simple Laufwerk mit dem leichten Pressblech-Subchassis, das an drei Federn hing. Tiefenbrun verpasste dem Laufwerk selektierte Federn. Die bewirkten, dass das Subschassis exakt kolbenförmig schwang. Es waren die Taumelbewegungen, die den guten Klang behinderten. Ständig veränderte sich dadurch der Abstand zwischen Motor und Teller, das machte den Klang der Musikmaschine unpräzise. Der Austausch der Federn durch exakt aufeinander abgestimmte Exemplare machte deutlich, wie viel Potelzial im Thorens steckte. Nachteil: Die Abstimmung musste regelmäßig überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. Das trug dem Sondek den Ruf des Divenhaften ein. Dabei lag das nur an den Unterlegscheiben unter den Federn. Zu Beginn der 1990er Jahre wechselte Linn die Hartplastikscheiben durch weichere Exemplare und der LP-12 blieb fortan über Jahre stimmstabil. Danach wechselte Tiefenbrun auch Motorwelle, Innen- und Außenteller durch handselektierte Präzisionsteile. Als Motor entschied er sich für den Airpax-Synchronmotor den Philips in Belgien fertigte. Als das Laufwerk 1972 fertig war, begann ein neues Kapitel der HiFi-Geschichte. Linn-Händler in aller Welt führten den Linn gegen die massigen Plattenspielerburgen von Zarathustra, Transrotor und anderen. Der Linn ließ die Kontrabässe im letzten Satz von Prokofiews Symphonie Classique tanzen, wo Transrotor & Co. wie ein Brontosaurus im Morast klangen. Damit nicht genug, behauptete Tiefenbrun, dass die Klangquelle, damals der Plattenspieler über die Qualität der Anlage entschied, nicht die Boxen, die sich damals meterhoch in den Zimmern der HiFi-Freaks auftürmten. Tiefenbrun prägte den Begriff "Gigo", "Garbage in garbage out" - Müllrein, Müll raus. Im Kielwasser des Laufwerksrebellen bildete sich ein kleiner Geleitzug, der in allen Gerätesparten den Begriff von High Fidelity veränderte. So griffen die ersten Linnianer mit Vorliebe auf den einpunktgelagerten Naim Aro als Tonarm zurück. Höllisch fuddelig einzustellen, aber klanglich eine Ehe, die der Himmel geschlossen zu haben schien. Erst die Linn-eigenen Tonarme Akito und Ekos verdrängten den Aro in den 90er Jahren vom Sondek. Doch Naim stellte auch den Verstärkerpartner für den Linn her, den Naim Nait. Ein kleines Schächtelchen mit nur einer Handvoll Watt pro Kanal? Auch hier noch einmal der Hinweis: Bis dato maß man die Qualität eines Verstärkers in Leistung pro D-Mark. Als hochwertig galten kiloschwere Verstärkermonster von Luxman, Marantz, Accuphase oder Restek, bepflastert mit Klangreglern und Equalizern. Doch kein Verstärker gab seine Leistung so flink an die Lautsprecher ab, keiner klang so quicklebendig wie der Leistungszwerg Nait. Und Naim brauchte keine Klangregler: Garbage in garbage out. Um die Mitte der 1990er Jahre begann Linn, selbst Lautsprecher und Verstärker herzustellen. Das Flaggschiff blieb aber die Legende, der Sondek. Und die Probleme begannen: Es gelang Linn nicht, seinen Kultstatus im digitalen Zeitalter zu bewahren. Hinzu kam der Trend zu Surround und Mehrkanalwiedergabe. Linn versuchte, ganz vorne mit dabei zu sein. PLötzlich kamen schick gestylte Heimkino-Geräte auf den Markt. Das ging jedoch nicht mit den traditionellen Linnhändlern. Der klassische Linnhändler war ein Missionar, einer, der jedem vorführen wollte, dass Schallplatte ja klanglich viel besser war als CD. Ob der Betreffende das nun wissen wollte oder nicht. Der klassische Linnhändler demonstrierte jedem, der es nicht wissen wollte, dass schon ein gedankenlos liegengelassenes Funktelefon den Klang im Raum zustören vermochte. Diese Händler sollten nun Heimkinokomponenten verkaufen? Ivor Tiefenbrun wusste, dass das nicht funktionieren würde, und plötzlich standen Linn-Geräte in jedem Elektronikmarkt. Die altgedienten Linnianer flohen von der Fahne, das Image der Marke war ruiniert, Linn sank in die Bedeutungslosigkeit, wurde zu einem von vielen HiFi-Anbietern im gehobenen Preissegment. ### Buchtipp: Declan Hughes - Blut von meinem Blut Vor zwanzig Jahren verließ Ed Loy Dublin und das Elendsviertel Fagan's Villas. Überstürzt, denn er hatte entdeckt, dass seine Mutter eine Affäre hatte. Nun ist sie tot, und Ed Loy kehrt zurück. In ein Dublin, dass seine Geschichte als Armenhaus abgeschüttelt hat wie Dreck an den Schuhen. Aber so ist das mit Dreck an den Schuhen: Man kann ihn noch so gründlich abklopfen, etwas davon schleppt man doch immer hinein und auf den neuen Teppich. So ist das auch bei Declan Hughes und seinem Thrillerdebut "Blut von meinem Blut". Da ist es Blut in den schicken neuen Räumen der Boomtown Dublin. Irisches Blut. Das der Dawsons und Parlands, die im Irland-Boom ihr Glück gemacht haben. Das der Halligans, die in Dublins Untergrund mafiose Netze spinnen, die Männer fürs Grobe für jene, die sich nicht gern die Finger schmutzig machen. Und schließlich ist es das Blut der Loys der Courtneys und all der anderen, die der Aufschwung in Fagan's Villas vergaß. Dann ist da noch Linda, die mit Peter Dawson, einem Spross der Gewinnerseite verheiratet ist. Aber Peter ist verschwunden, und Ed soll ihn suchen. Dass "Blut von meinem Blut" keine harmlose Vermisstengeschichte ist, versteht sich von selbst. Tatsächlich fließt das Blut in Strömen, und am Ende bleibt kaum jemand übrig, der die Wahrheit kennt, der weiß, wie alles begann, damals in Fagan's Villas, und kaum jemand, der Ed Loy sagen kann, was mit seinem Vater geschah, der vor 20 Jahren verschwand. "Blut von meinem Blut" atmet viel irische Luft, und ich bin skeptisch gegenüber Thrillern, die sich nicht entscheiden können, ob sie Fremdenführer oder Krimi sein wollen. Aber Declan Hughes formt Dublin zu einer Stadt der Geschichten, der Lebensgeschichten, der irischen Geschichten. Seine Charaktere sind fein gezeichnet, voll menschlicher Schwächen, Eitelkeiten und Geheimnisse. Ed Loy, sein Held schleppt selbst eine Tragödie, trinkt und glaubt immer einmal zuviel an das Gute im Menschen. Er ist ein Antiheld, auferstanden aus Krimis der schwarzen Serie und nach Irland geeilt, wo er viel einstecken muss. Nur eines gelingt dem Autor nicht: die Liebesgeschichte zwischen Ed und Linda bleibt farblos. Man mag den Beteuerungen des Heimkehrers nicht folgen, wenn er von seiner Jugendliebe schwärmt, und davon, wie sehr er sie auch heute noch begehrt. Noch eine Warnung zum Schluss: Depressive Menschen sollten die Finger von diesem dunklen Buch lassen. Allen anderen bereitet Declan Hughes ein Thrillermenü, wie es sein soll. Mit einer Geschichte, die den Leser, wie ein Staubsauger durch die Seiten zieht, und ihr Geheimnis bis zum Schluss bewahrt. Aber wie sagen die Iren: "Sag', was du willst, aber sag nichts!" ### Googles neuer Streich Nun ist es auch an den Küsten des alten Europa gestrandet: das GoogleOS, kurz gOS. Ein knuffig aufgemotztes Ubuntu 7.10 mit allerhand Google-Anwendungen. Der Test in Netzwelt zeigt, wie klug Googles Schritt war, auf das Wort Linux im Namen zu verzichten. Zitat: "Klare Strukturen, große Icons und nette Effekte unterstreichen hier noch einmal die Zielgruppe des Gelegenheits-Computerasten, der sich nicht in eine Linux-Konsole vertiefen möchte." Als ob nicht jede Silbe auch auf Ubuntu zuträfe, oder auf Suse, oder... GoogleOS zeigt, wie sehr Linux unter dem schlechten Ruf der Anfangsjahre leidet, und wie erfolgreich es ohne den Namen Linux sein kann. Ansonsten liest sich der Artikel als reines Lob auf ein Betriebssystem, das nicht viel Ressourcen braucht, einen übersichtlichen Desktop mitbringt, und dessen Programmausstattung nichts kostet. Wal Mart verscherbelt PCs mit gOS schon ab 199 Dollar. Als ob das nicht auch mit Ubuntu ginge, oder mit Suse, oder mit Fedora, oder ... Ach lassen wir das, und freuen uns daran, dass Linux wenigstens unter falschem Namen die Anerkennung bekommt, die ihm schon lange gebührt ### Phaenomene des Alltags: Welcher Avatar ist Montag? Was Second Life angeht, so habe ich mich lange gefragt: Ist das eigentlich ein Phaenomen des Alltags? Verwässere ich nicht die philosophische Ernsthaftigkeit meiner Überlegungen in dieser Serie? Dann wurde mir klar: In einem Alltag der Phaenomene ist Second Life ein hundertprozentiges Phaenomen des Alltags. Immerhin gibt es dort alles, was es im realen Leben auch gibt: die Bildzeitung, Nissan-Autohäuser, sogar den US-Präsidentschaftswahlkampf gibt es in Second Life. Die beiden Welten befinden sich auf Kuschelkurs. Jüngste Auswüchse: Eine österreichische Kunstgalerie veranstaltet eine Ausstellung, die man sich entweder real oder in Second Life anschauen kann. Das stellt kein großes Problem dar, wenn nicht der Besucher unterwegs versucht, mit Linden-Dollars zu tanken. Ein großes Mobilfunkunternehmen verschränkt die Welten bereits. In Second Life können die Identitäten der Nutzer, die so genannten Avatare, Prepaid-Handys kaufen. Mit denen können sie dann mit den realen Personen Kontakt aufnehmen, die hinter dem anderen Avatar steckt. Das Angebot bleibt selbstverständlich auf die Mobilfunkkunden in Second Life begrenzt. Solange man den anderen - real - nicht beim Telefonieren sieht, wird schon keiner Schaden an Leib und Seele nehmen. Aber wie reagieren die Avatare, wenn das Zoom-Zoom-Feeling sie bis ins virtuelle Leben verfolgt? Wenn sie das neue Prepaid-Handy unentwegt auffordert, "the most of now" zu machen? Wenn die Bildzeitung auch nicht besser ist als in der realen Welt, das Titelmädchen aber dafür völlig pixelig? Wenn das Rauchverbot - pardon: der Nichtraucherschutz - in Second Life Einzug hält? Wenn auch in Second Life alles verboten ist, was man im realen Leben auch nicht darf? Wenn sich plötzlich reale Gerichte mit virtuellen Vergehen befassen? Was machen die Avatare dann? Sie fliehen aus Second Life. Immer wieder liest man über den User-Rückgang. Wenn die DDR so schnell so viele Avatare - pardon: Bürger - verloren hätte, dann wäre sie schon viel früher zusammengebrochen. Natürlich gibt es in Second Life Kirchen, es gibt sogar sonntags Gottesdienst. Aber es gibt keine Montagsdemonstrationen. Und überhaupt: Welchen Avatar hat der Montag in Second Life? Werden die Konzerne in Second Life auf den Kundenrückgang so besonnen reagieren wie seinerzeit die Mannen von Egon Krenz? Oder werden sie den Schießbefehl geben? Auf die Bürger - äh, pardon: die Avatare - äh, ja wie denn nun? Wissen Sie manchmal nicht mehr, ob sie eingeloggt oder ausgeloggt sind? Schlagen Sie doch einfach mal ganz kräftig den Kopf auf die Tischplatte. Alles was sie danach außer Sternen sehen, das ist real. So leid es mir tut. ### Analog Basics: MM oder MC auf die Spitze getrieben Ein guter und günstiger Tonabnehmer für meinen Plattenspieler? Das AT95 von Audio Technica, antwortet der HiEnd-Freak, und rümpft die Nase. Danach geht es mit MC-Systemen weiter. Das AT95 ist tatsächlich der Billigheimer unter den Abtastern. Es kostet knapp 60 Euro, spielt tonal unverfärbt und für den Preis unglaublich detailfreudig. Noch etwas muss man zu Audio Technica sagen: Die Produktkonstanz ist vorbildlich! In all den Jahren in denen ich wohl weit über hundert AT95 verkauft, eingebaut, ausgebaut, nachjustiert habe, war nicht ein einziger Ausreißer darunter. Negativbeispiele sind Ortofon und Grado. Dort kommt auf ein sehr gutes System, ein mittelmäßiges und eines, das der verantwortungsvolle HiFi-Händler eigentlich sofort an den Großhändler zurückschicken sollte, und das selbst bei sehr, sehr teuren Modellen. Das AT95 spielt aber auch das beste OMB10 (eigentlich schon eine Preisstufe höher) von Ortofon glatt an die Wand. Doch geht es dann tatsächlich nur mit MCs weiter? Sind das die besten Abtaster? Zunächst funktioniert das Moving Magnet (MM) einfach anders als das Moving Coil (MC). Bei ersterem hängt an der Nadel ein Magnet, der gegen die Spulen im Körper bewegt wir, und dabei entsteht ein Signalstrom. Im MC bewegt sich eine Spule, die jedoch viel leichter ist als der Magnet beim MM gegen fest eingebaute Magneten. Dabei entstehen wesentlich geringere Signalströme als beim einfacheren MM. Durch die geringere Nadelmasse kann das MC theoretisch viel genauer der Rille folgen. Wegen der geringeren Signalströme muss der MC-Käufer über eine gute (externe) Phono-Vorstufe verfügen. Denn die kleinen Ströme brauchen mehr Nachbrenner. Doch dieses Verstärken muss exakt passieren, denn schon kleine Unregelmäßigkeiten potenzieren sich und verfälschen die Wiedergabe. Prinzipiell klingen MC-Abtaster im Hochtonbereich feiner, freier und offener, können aber bei ungenauem Einbau und schlechter Peripherie (billiger, eingebauter Phonovorverstärker) schnell unangenehm kratzig klingen. Die MCs von Audio Technica sind ein Beispiel. Die klirren so frostig in den Höhen, dass sich Zahnfüllungen dabei lockern. Hinzu kommt: MCs brauchen oft ein höheres Auflagegewicht. Die Auflagekraft wird in Millinewton (mN) gemessen. 25 mN sind round about 2,5 Gramm (1 Newton ist die Gewichtskraft von 102 Gramm auf Meereshöhe). Schallplatten sind aber keine Wegwerfartikel. Von MCs, die eine Auflagekraft von 40 mN brauchen (Ortofon SPU), sollten Sie die Finger lassen. Ein letzter prinzipbedingter Nachteil: Bei MCs ist die Nadel fest mit dem Systemkörper verbunden, sie lässt sich nicht austauschen. Die Hersteller lösen das Problem, indem sie das gesamte System zum Nadelpreis tauschen. Bei MMs ist die Nadel inklusive dem Magneten abziehbar. MMs laufen schon bei wesentlich niedrigeren Gewichten. Grados kommen mit 1,7 Gramm aus. Grado-Systeme sind die Meister der Stimmwiedergabe. Ein Grado verleiht jeder Stimme einen Schmelz, der vielen akribischeren Systemen abgeht. Dafür lässt die Detailwiedergabe zu wünschen übrig. Diese Detailwiedergabe hängt wesentlich mit dem Nadelschliff zusammen. Günstige Systeme verwenden einen elliptischen Nadelschliff. Die Nadel tastet dadurch die Rille nicht so gründlich ab, nimmt aber auch minimale Ungenauigkeiten nicht so übel. An der Spitze steht der Van den Hul-Schliff, ähnlich aufwendig sind die Gyger-Schliffe. Bei ungenauem Einbau fräsen diese extrem scharfen Nadeln aber auch die Rille kaputt. Der beste Kompromiss ist der MicroLinear-Schliff (ML), ein verfeinerter elliptischer Schliff. Die etwas teureren Abtaster von Ortofon verwenden ihn. Und auch mein derzeitiges Lieblingssystem verwendet ihn: das Audio Technica AT440ML. Dieser MM-Abtaster bietet einen für MM-Systeme unvorstellbaren Detailreichtum, verschont den Hörer aber auch mit all den scharfen Ecken und Kanten, die bei MC-Abtastern hier und da drohen. Überdies läuft es schon mit einem Auflagegewicht von 1,5 Gramm problemlos. Interessante Alternativen findet man bei Benz Micro. Das preislich entsprechende MC-20E (High Output für den MM-Eingang) verwendet einen elliptischen Schliff, nimmt aber durch schiere Dynamik und Spielfreude für sich ein. Benz hat trotzdem eine Empfehlung verdient: Die Systeme (samt und sonders MCs) bieten preisentsprechend erstklassige Qualität. Sie neigen nicht zu Verfärbungen, klingen aber auch nie dünn oder farblos. Benz Micro repräsentiert Schweizer Wertarbeit. Die günstigen Systeme lässt Benz auswärts fertigen, kontrolliert aber vorbildlich die Qualität. Auch Benz kann eine gute Produktkonstanz vorweisen. ### Telekom-Tagebuch 8: 8. November 2007 Unser Telefon geht, und gestern taten sich unheimliche Dinge: Etwa alle halbe Stunde riefen abwechselnd zwei Mitarbeitende der Telekom bei uns an. Eine Frau versicherte uns, dass wir längst Internet hätten und es nur nicht gemerkt hätten. Ein Mann teilte uns mit, dass wir nur DSL 6000 bekommen könnten und an das Home-Entertain-Paket nicht zu denken sei. Das ging den ganzen Tag so. Abends stellten wir fest, dass wir kein Internet und kein Fernsehen hatten. So werden wir wohl jetzt endlich unseren Abschied vom Rosa Riesen nehmen müssen. ### Plötzlich ist der Knoten geplatzt Ein Betriebssystem, anpassbar für alle Hersteller und alle Anwendungen, Verlässlichkeit für den User (Kennst du eines, kennst du alle), keine teuren Insellösungen, sondern alle Beteiligten partizipieren an gemeinsamen Entwicklungen. Nicht von meinem geliebten Linux ist hier die Rede, sondern von Android. Android ist das OpenSocial fürs Handy. Mit Android will sich Google auch auf den funzeligen Displays eingraben, will seine Dominanz im "großen" Web auch auf das "kleine" Web übertragen, um auch da den Werbemarkt unter Kontrolle zu bekommen. Keine Frage, dass Android ein Erfolg werden wird, dass Googles Waldorfkindergarten-Optik bald von den Handydisplays blinzeln wird. Immerhin sind Global Player wie T-Mobile und Motorola mit im Boot. Im Augenblick ist Symbian mit nahezu 70 Prozent der Marktführer bei mobilen Betriebssystemen. Aber durch seinen Geniestreich, keine Produkte anzubieten, sondern lediglich die Werkzeuge für Produkte, geht der Suchmaschinenkonzern kaum Risiko ein. Man kann ja mal probieren, Symbian ein paar Marktanteile abzunehmen. Vor allem aber kann man ja mal versuchen, den Konkurrenten Microsoft zu ärgern, dessen Windows Mobile weit abgeschlagen hinter Symbian und sogar hinter Linux liegt. Zurück zu Android und damit doch wieder zu Linux. Unter dem cybertechnischen Charme von Googles OS werkelt ein waschechtes Linux. Immerhin hat Motorola erfolgreich demonstriert, dass man mit Linux ein konkurrenzfähiges Betriebssystem aufs Handy bekommt, ohne dass man Millionen für Eigenentwicklungen ausgeben muss. Ein halboffenes Modell war ja eigentlich schon Symbian. Neben Nokia als Mehrheitsanteilseigner sitzt da beispielsweise der Konkurrent SonyEricsson mit im Boot. Es hat jedoch den Einsatz des Giganten Google gebraucht, um Linux den Durchbruch zu verschaffen. Die Hypothek des freien Betriebssystems ist der Name, der für endloses Gefrickel, für kryptische Befehle auf der Kommandozeile steht. Aber wenn Google kommt und ein Betriebssystem namens Android erfindet, dann nimmt der Markt auch ein Linux begeistert auf. Plötzlich ist der Knoten geplatzt. Warum gelingt gerade im Mobilgeschäft einem offenen Betriebssystem der Durchbruch? Müssen die Hersteller von Mobilgeräten nicht fürchten, dass einzelne Anwendungen plötzlich auch auf den Displays der Konkurrenz auftauchen? Der Grund ist der enorme und zudem sehr gleichmäßige Wettbewerbsdruck: Die Netzbetreiber - zugleich die größten mobilen Diensteanbieter - unterbieten einander in einem gnadenlosen Preiskampf, der die Zahl der Mobiltelefonierer in immer schwindelndere Höhen treibt, während gleichzeitig die Profite abschmelzen. Den Geräteherstellern geht es nicht besser: Kaum ein anderes Elektrogerät hat eine so kurze Halbwertzeit wie ein Handy. Der Markt verlangt nach immer neuen Modellen. Gleichzeitig haben sich die Hersteller durch ihre Praxis, den Netzanbietern subventionierte Modelle zu überlassen, in eine Sackgasse manövriert. Keim jemand ist bereit, reale Marktpreise für ein Mobiltelefon zu bezahlen. Dabei stehen beide - Netzanbieter wie Gerätehersteller - unter einem Innovationsdruck, den sonst keine andere Branche aufweist. Da ergibt es durchaus einen Sinn, wenn die Hersteller Entwicklungskosten für ein eigenes Betriebssystem einsparen, wenn Netz- und Diensteanbieter ihre Leistungen auf einer einheitlichen Basis anbieten. Die Art der mobilen Anwendungen unterscheidet sich ohnehin nicht sehr stark. Warum also sollten die Hersteller nicht mit einer einheitlichen Plattform und einheitlicher Benutzerführung beim Kunden punkten? Entwicklungen wie das iPhone werden zu einer neuen runde der Revolutionen im Handymarkt führen. Sowohl Apple als auch Google als auch Microsoft wollen, dass im Internet die Grenzen zwischen stationär und mobil verwischen. Apple kann dabei auf sein Mac OS zurückgreifen, das offenbar anstandslos mit den begrenzten Ressourcen eines Mobiltelefons auskommt. Die anderen Hersteller werden eine ähnlich anpassungsfähige Oberfläche brauchen. Die nächste Handyrevolution kann nur auf einer Plattform gelingen: Linux. ### Auf dem Weg zum GoogleNet Der November schien so gut zu beginnen für Microsoft. Endlich hatte der Softwaregigant einmal einen Sieg über den Erzrivalen Google errungen. Um eine Beteiligung am Community-Portal Facebook hatte Microsoft den Konkurrenten in letzter Minute ausgeboten. 240 Millionen Dollar hat Microsoft für lumpige 1,6 Prozent des Studentenportals hingeblättert und damit mal gerade eben den Marktwert von Facebook auf 15 Milliarden US-Dollar getrieben. Damit schien der Windowsschöpfer alle Trümpfe in der Hand zu haben: Eine Integration der eigenen schwächelnden Internetsuche MSN Search in das am schnellesten wachsende Social-Networking-Projekt könnte den beiden Platzhirschen Google und Yahoo richtig weh tun. Schließlich geht es dabei um Werbeeinnahmen, und da könnte Microsoft nun endlich einen Fuß in die Tür bekommen. Microsoft könnte zudem Facebook eng mit der nächsten Version von Windows verzahnen und dadurch einen wichtigen Synergieeffekt erzielen können. Apple hat das schließlich vorgemacht. Dort generiert ein Musicplayer (iPod) stolze Absätze bei den Computern. Die Freude dauerte nicht einmal eine Woche. Dann kam der Gegenschlag von Google: OpenSocial. Dahinter verbirgt sich die Idee einer Softwareplattform, auf der Programmierer Anwendungen austüfteln können, die für alle beteiligten Community-Portale verfügbar sind. So können Adressbücher zwischen Xing, MySpace oder StudiVZ abgeglichen werden. Vielleicht kann sogar einmal ein Adressbuch für alle Portale dienen. Google hat die Niederlage in einen grandiosen Sieg umgewandelt. Das Unternehmen braucht nie wieder um Anteile an einem Community-Portal mitzubieten. Wenn OpenSocial Gestalt annimmt, dann ist Google mit einem Schlag ein unentflechtbarer Bestandteil des gesamten Web 2.0. Dass das Projekt Gestalt annimmt, dafür spricht, dass auch Facebook schon Interesse geäußert hat. Als letztes großes Portal, denn sowohl MySpace als auch Xing sind schon an Bord. Microsoft darf jetzt als Randbeobachter an Googles Erfolg teilhaben. Das Geld für die Facebook-Anteile ist aber weg. Die Kreativität von Google verdient Bewunderung, auch wenn der wachsende Einfluss der einstigen Suchmaschine Anlass zur Sorge bietet: Das Web 2.0 droht ein GoogleNet zu werden. ### Telekom-Tagebuch 7: Dienstag, 6. November 2007 Es muss wie bei der ersten Mondlandung ausgesehen haben, beim ersten Weihnachtsfest oder bei den Boxkämpfen von Muhammad Ali. Die ganze Familie saß beisammen und starrte wie hypnotisiert eine Kiste an. Nur: Unsere Kiste war kein Fernseher, sondern der Router. Das Lämpchen, das die DSL-Verbindung anzeigt. Würde es blinken? Gegen 18 Uhr begrub meine Familie alle Hoffnung. Kein DSL, kein Fernsehen. Von der Telekom liegt immer noch keine Information vor, ob sie uns noch ins Netz bringen können oder nicht. Nach unserem Eindruck sind sie froh, ein paar lästige Kunden losgeworden zu sein. Wenn ich morgen früh die fristlose Kündigung eingeworfen haben werde, dann werde nicht nur ich aufatmen, sondern auch die Telekom. Vielleicht ist in dem Laden nicht nur der Chef liebestrunken, vielleicht haben Arcor oder HanseNet Saboteure eingeschleust, die den Rosa Riesen zu Fall bringen wollen? Telekom-Tagebuch 6: 4 November 2007 Telekom-Tagebuch 5: 31. Oktober 2007 Telekom-Tagebuch 4: 27. Oktober 2007 Telekom-Tagebuch3: 26. Oktober 2007 Telekom-Tagebuch2: 24. Oktober 2007 Telekom-Tagebuch 1: 23.Oktober 2007 ### Paul Kennedy im Interview mit der taz Zum Niedergang der USA habe ich soeben ein interessantes Interview gefunden, das der Historiker Paul Kennedy der taz gegeben hat: http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/10/20/a0188 Mehr dazu: Götterdämmerung für Bush und Gates Geht Amerika intelligent zu Boden home 42 hat Fakten zusammengetragen, die jeden Amerikaner ins Grübeln bringen sollten: Koloss auf tönernen Füßen ### It's just a jump to the left Demokratischer Sozialismus, vorsorgender Sozialstaat, länger ALG I für ältere Arbeitslose: Die SPD hat auf ihrem Parteitag Selbstbewusstsein getankt, hat zur roten Seele zurückgefunden, die sie um ein Haar Lafontaines Mannen überlassen hätte. Mit ihrem neuen Grundsatzprogramm habe die SPD einen Linksruck vollzogen, kommentieren die Medien, und dabei werde es nicht bleiben. Die ganze Republik schreie plötzlich nach dem Staat, nach Verteilung der Konjunkturgewinne. Dem könne sich die Union nicht lange verschließen. Also springt das ganze Land nach links? Mit Mann und Maus und Kanzlerin? Keineswegs: Die Sozialdemokraten haben vor allem eines erreicht: Sie haben einen kuscheligen Parteitag genossen, unbelastet von der rauen Wirklichkeit, sie haben die alten Lieder gesungen, kurz: Kurt Beck und die Seinen haben den Laden zusammengehalten, wo zuletzt schon Spaltung drohte. Und wen interessieren schon Grundsatzprogramme in den Zeiten der parlamentarischen Demoskopie? ### Telekom-Tagebuch 6: 4. November 2007 Was keiner von uns mehr zu glauben gewagt hätte. Es gibt sie: Telekom-Techniker. Gestern war er bei uns, und schloss das Telefon an. Auch dieser Telekommensch hatte eine eigene Theorie zu unserem DSL-Anschluss. Alles Quatsch mit den vierzehn Tagen. Wenn DSL verfügbar ist, dann ist das morgen geschaltet. Fernsehen wird wohl bei uns nicht gehen. Wir sollten einfach mal morgen Abend den Fernseher einschalten. Wenn's klappt... Sonst kann man eben nichts machen. Auch eine Reaktion auf unser Schreiben erhielten wir: Warum wir uns nicht früher gemeldet hätten, soll ein anderer Telekommensch gefragt haben, wäre doch schließlich keine große Sache. Das hätte er uns mal persönlich sagen sollen. Ich glaube, dann müsste die Telekom seine Stelle neu ausschreiben und ich müsste dieses Tagebuch aus der Untersuchungshaft weiterführen. Wir werden sehen, ob es morgen klappt. ### Telekom-Tagebuch 5: Mittwoch, 31. Oktober 2007 Gestern ging das Einschreiben raus. Jetzt hat die Telekom genau 14 Tage zeit, uns wieder ans Netz zu hängen. Der Zähler tickt ab morgen. Den Reformationstag wollen wir der Telekom lassen, obwohl sie ihn keineswegs verdient hat. Gestern las ich, dass die Telekom mit Millionenbeträgen das Internetfernsehen ausbauen will. Liebe Mitbürger: Wenn ihr nicht zu Leidensgenossen werden wollt, dann bedenkt, dass schon ein Umzug mit dieser Technik weit mehr Ärger macht als einfach den fernseher in die Umzugskiste zu packen! Liebe Telekom: Wenn Ihr das Internetfernsehen beliebter machen wollt, dann geht das nicht mit schicken Pressemitteilungen, sondern nur mit anständigem Service! ### Buchtipp: Eliot Pattison - Der fremde Tibeter Tibet: Die Zwangsarbeiter der 404. Sträflingskolonne sollen eigentlich eine Straße im Himalaya bauen. Doch dann bringt etwas die Bauarbeiten zum Stillstand. Arbeiter finden eine Leiche ohne Kopf. Einer aus ihren Reihen bekommt nun seine zweite Chance. Shan war Ermittler in Peking, bevor er in Ungnade fiel. Nun muss er einen Mord an einem hochrangigen Beamten aufklären: Wie kam Ankläger Jao so kopflos in die Einöde? Dabei verwickelt er sich in einen Wettlauf mit dem Stellvertretenden Ankläger Li: Was hat der zu verbergen? Eliot Pattison versetzt in seinem Roman "Der fremde Tibeter" seinen Leser in eine ebenso ungewohnte wie unwirtliche Gegend: aufs Dach der Welt, nach Tibet. Shan muss sich mit dem Dämonenglauben der Tibeter herumschlagen und mit einer ebenso bürokratischen wie korrupten Staatsmacht. Pattison bringt seinem Publikum den Buddhismus näher, ohne sich allzu sehr der Dalai-Lama-Romantik hinzugeben. Er lässt die Konflikte in einem tiefreligiösen Land unter sozialistisch-atheistischer Fremdherrschft offen zu Tage treten. Er entwickelt seine Charaktere glaubhaft, widersprüchlich, eben greifbar menschlich. Er lässt Feinde zu Freunden werden, und zeigt im Kleinen, dass Chinesisches und Tibetisches nicht grundsätzlich unvereinbar sind. So weit, so lesenswert. Nur eines schafft er nicht: eine gute, spannende Geschichte zu erzählen. Kapitelweise lässt er seinen Helden Shan durch den Aberglauben der Tibeter irren, lässt Politik und Religion, Sanftmut und Rücksichtslosigkeit aufeinanderprallen. Dann, auf den letzten Seiten, fällt ihm ein, dass er fast vergessen hätte, den Fall aufzulösen. Zwischen tausend Details über buddhistische Glaubenspraxis und kommunistische Gesellschaftsordnung versteigt sich Pattison irgendwo in den Felshängen des Himalaya - und in der Handlung seines Romans. Eliot Pattison: Der fremde Tibeter, Aufbau Taschenbuchverlag, 2003. ### Telekom-Tagebuch 4: 27. Oktober 2007 Die Uhr schlug 10 und wir ließen zum zweiten Mal alle Hoffnung fahren, dass ein Techniker der Telekom vorbei schaut. Unser Versuch, einen Telefon- und DSL-Anschluss umschalten zu lassen, führte uns nun erneut in den T-Punkt. Dort bemühte sich ein überaus fleißiger Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde, um irgendeine Information zu bekommen, wann wir mit Telefon und Internet rechnen können. Ergebnis: Am 3. November wird ein Mitarbeiter vorbeischauen, um an unserem Telefonanschluss beschäftigt auszusehen. Das bekam der freundliche T-Punkt-Mann heraus, nachdem er sich als konstruktivste Lösungsvorschläge Dinge anhören musste, wie: "Sollen die doch von der alten Wohnung telefonieren." Er war loyal genug, uns diesen sicherlich gut gemeinten Rat zu verschweigen. Wir haben es trotzdem gehört, liebe Telekom. Das haltet Ihr also von uns Kunden. Nach dem 3. November wird es noch etwa 14 Tage dauern, bis wir wieder Internet bekommen. Das Umschalten des Internetfernsehens ist ja sooooooooooooooooooooooo kompliziert! Merkwürdig. Bei der Anmeldung ging's viel schneller. Da waren sie in der gleichen Woche noch da. Wir werden der Telekom außerordentlich kündigen. Liebe Telekom, so nicht! Schneidet euch mal zwei Scheiben bei eurem Personal in den Shops ab. Da könnt ihr noch was lernen. ### 95,5 Prozent käufliche Liebe Ein Traumergebnis für Kurt Beck. Die ganze SPD liebt ihn. 95,5 Prozent soll er bei seiner Wiederwahl geholt haben. Da sind die Gegenstimmen garantiert namentlich bekannt: Ein gewisser Herr Steinbrück und ein gewisser Herr Müntefering... Beck hatte auch genug für das Traumergebnis bezahlt. Jetzt sollen Arbeitslose im besten Mannesalter noch ein Jahr länger Arbeitslosengeld I erhalten. Na, die werden sich freuen: Hartz IV erst ein Jahr später. Dabei besteht der eigentliche Skandal doch darin, dass Arbeitslose ab 40 als unvermittelbar gelten. Hätte man die Milliarden, mit denen König Kurt die Stimmen der Parteilinken gewonnen hat, nicht für etwas sinnvolles ausgeben? Qualifizierungsmaßnahmen? Vielleicht sogar für alle Arbeitslosen? So finanziert die Staatskasse Becks Wiederwahl. Bei den Pfälzern ist es wie bei den Äpfeln, da fällt einer nicht weit vom anderen. ### Telekom-Tagebuch3: 26. Oktober 2007 In der Zwischenzeit erreichte uns die düstere Andeutung, dass unser Home-Entertainment-Paket gesondert umgeschaltet werden müsse. Das geschieht unter einer 01805-Telefonnummer. Mehrwert- oder Premiumrufnummern heißen die übrigens im Sprachgebrauch des rosa Riesen. Mir ist schleierhaft, wo für mich der Mehrwert liegen soll, und nach Premium sind vielleicht die Preise, nicht jedoch der Service der T-Com. Nach der üblichen Bandabfragen-Odyssee meldete sich eine Stimme (männlich diesmal), die mir mitteilte, dass es keinerlei Anzeichen dafür gäbe, dass tatsächlich am morgigen Samstag ein Techniker bei uns erschiene. Schon gar nicht, um unser Internetfernsehen umzuschalten. Mit leicht schrillem Unterton teilte ich mit, dass uns aber bereits ein Besuch zugesichert worden sei. Da müsse er nochmal nachfragen. Der Rest war eine Pausenmusik. 11 Minuten harrte ich der Rückkehr des Telekommannes - zu 01805-Preisen. Dann gab ich auf. Dieser Umzug macht mich so arm wie die Stadt Berlin. Leider aber nicht so sexy. ### Phaenomene des Alltags: Der Coffee to go Ich bin im Fleisch ein Kind der Sechziger, im Geiste eines der Siebziger. Und in beiden Jahrzehnten hieß es, wenn man seinen Kaffee außerhalb geschlossener Räume genießen wollte: "Draußen nur Kännchen!" Nicht nur im beschaulichen Bad Sooden-Allendorf, das mich unter seine Söhne zählen darf. Wehe dem, der sich, die Anweisungen des Thekenpersonals missachtend, mit der Tasse ins Sonnenlicht stehlen wollte. Die Kellnerinnen, damals pausbäckige zu allem entschlossene Gestalten, stellten sich ihm in den Weg wie Sumo-Ringerinnen. Heute würde die Bestellung eines Kännchens Kaffee in den meisten Gebieten der zivilisierten Welt zu ratlosen Blicken bei den Kellnern führen, die heute lange Schürzen anhaben und nicht mehr im Parkcafé arbeiten, sondern bei Starbucks. Draußen nur Becher, würde man heute rufen. Ach was, draußen... In dem Café am Bahnhof Alexanderplatz, in dem ich für gewöhnlich vor dem Abstieg in die Untergrundbahn noch einen Kaffee zu trinken pflege, schenkt den Türkentrank grundsätzlich im Becher aus. Einmal wandte ich ein, ich würde den Kaffee nicht mitnehmen, sondern hier drinnen trinken. Da bekam ich den Pappbecher ohne den charakteristischen Plastikdeckel, der an die Schnabeltassen erinnert, in denen in Seniorenheimen zuweilen das Abendessen gereicht wird. Der Coffee to go ist überall. In den U-Bahnen, auf den Bahnsteigen. Er ist selbst dort, wo er noch nicht ist: am Hauptbahnhof in Brandenburg an der Havel. Dort hasten Menschen zu den Regionalzügen, die knisternde dünne Plastikbecherchen weit von sich strecken, damit der herausschwappende Kaffee nicht die Kleidung beschmutzt - wenigstens nicht die eigene. Als Treibstoff unserer 24-Stunden-Gesellschaft ist der Kaffee schon öfter bezeichnet worden. Aber der Bedarf nach diesem Treibstoff scheint stetig zu steigen. In Berlin liegen im Schnitt gefühlte 50 Meter von einer Zapfstelle zur nächsten. Kaum zu glauben, dass sich in dieser Stadt auch noch Kaffeemaschinen in Privatbesitz befinden sollen. Aber, was beschwere ich mich. Zähle ich doch auch zu jenen, die sich jeden Morgen so dämmerig wie die Welt ringsum in die Metropole chauffieren zu lassen. Da geht nichts ohne Kaffee. Hallo!? Kann ich noch einen Coffee to go haben? Genau zum hier Trinken! ### Chinas Schatten Kennen Sie Baidu? Nein? Dann sind Sie in bester Gesellschaft. Bis zur Veröffentlichung der Suchmaschinenstatistiken des US-Martforschungsinstitutes ScoreCom für August 2007 werden wohl die wenigsten von uns den Namen der drittgrößten Internet-Suchmaschine vernommen haben. Baidu sucht chinesische Seiten, und Baidu sucht in chinesischer Sprache. Und: Baidu wirft einen langen Schatten. Einen Schatten der Veränderungen, auf die wir uns einstellen müssen. Ein anderes Beispiel: Zwei chinesische Unternehmen bauen einen Mobilfunkmast in rund 6000 Metern Höhe am Mount Everest. Wenn 2008, zu den olympischen Sommerspielen das olympische Feuer nach Peking getragen wird, dann wird der Läufer auch den Mount Everest erklimmen. Nur zum Spaß. Nur um zu zeigen, dass die Volksrepublik es kann. Und eines der Unternehmen, China Mobile, ist nicht nur der größte Mobilfunkanbieter in China, sondern der größte der Welt. 300 Millionen Kunden hat allein dieses Unternehmen. Zum Vergleich: Die Europäische Union verfügt über rund 450 Millionen Einwohner. Da positioniert sich ein Land allmählich in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen für die Rolle, die ihm US-Präsident Richard Nixon schon vor über 30 Jahren militärisch zugestanden hat: die Rolle einer Supermacht. China wird Deutschland in allernächster Zukunft als Exportweltmeister überholen. Definitiv ist Angela Merkel die letzte Kanzlerin gewesen, die einen G8 Gipfel geleitet hat, in dem noch nicht die meisten Mitglieder wirtschaftliche Zwerge sind. Auf Kanada oder Italien dürfte das schon heute zutreffen. Mit dem Aufstieg Chinas wird sich auf diesem Planeten auch politisch einiges ändern. Mit China dämmert am Horizont der Europäer das erste Mal eine Supermacht herauf, die in ihrer politischen Kultur kaum von der Aufklärung geprägt ist. Auch wenn westliche Außenpolitik nie von den europäischen Werten geprägt war, auch wenn wir seit Menschengedenken lieber zuverlässige Despoten unterstützen als demokratische Strukturen, so wird nicht spurlos an uns vorüber gehen, dass uns Europäern erstmals seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein gesellschaftlicher Gegenentwurf gegenübertritt. Ein erfolgreicher Gegenentwurf: China verzeichnet Jahr für Jahr ein zweistelliges Wirtschaftswachstum, es ermöglicht einem immer größeren neuen Mittelstand einen bescheidenen Wohlstand. Die Landbevölkerung bleibt dabei auf der Strecke, doch gerade in diesem Jahr hat die KP-Führung gezeigt, dass sie das soziale Pulverfass erkannt hat, auf dem sie sitzt. Den Konflikt zwischen Kapitalismus und Kommunismus scheint China jedoch mustergültig auszuhalten. So verzeichnet die Kommunistische Partei Chinas noch keineswegs Nachwuchssorgen. Im Gegenteil: Immer noch kann es sich die Partei leisten, nur ausgewählte Bewerber aufzunehmen. Diese zählen gleich im mehrfachen Sinn zur Elite: gesellschaftlich und wirtschaftlich. Im Augenblick bereitet sich die Partei ohne großes Aufsehen auf einen Generationswechsel vor. Die fünfte Führungsgeneration tritt an - ohne dass das Parteigebäude auch nur im Geringsten ächzt. China, so könnte man meinen, verwirklicht Michail Gorbatschows Vision von einem Sozialismus, der den Allmachtsanspruch einer sozialistischen Staatspartei in kapitalistische Wirtschaftsformen und einen kapitalistischen Lebensstil hinüber rettet. ### Telekom-Tagebuch2: 24. Oktober 2007 Nachdem die beste Ehefrau von allen sich nochmals beim T-Punkt in Brandenburg/Havel eingefunden hatte - ergebnislos - unternahm ich gestern nochmals eine fernmündliche Odyssee durch die Warteschleifen der Telekom. Allein gestern habe ich viermal versucht, mein Anliegen vorzutragen. Wir erinnern uns: Es geht für die Telekom um den Kraftakt, einen Telefon- und DSL-Anschluss über eine Strecke von 200 Metern Luftlinie umzumelden. Da stellt man sich gern mal taub. Zweimal kam ich durch. Beim ersten erfolgreichen Anruf versicherte mir eine überaus freundliche Mitarbeiterin, sie werde mal schauen, wie es mit meinem Auftrag stehe. Ich solle nur einen Moment in der Leitung bleiben. nach 17 Minuten konnte ich die Warteschleifenmusik nicht mehr hören und beendete das Gespräch. Beim zweiten erfolgreichen Anruf flötete mir ein anderes Wesen ins Ohr, es sei alles in bester Ordnung. Am Samstag zwischen 8 und 10 werde der Techniker kommen. Ich bat um schriftliche Bestätigung. Solange ich die nicht habe, glaube ich, dass der Techniker bei uns am Samstagmorgen zwischen 8 und 10 mit der gleichen Wahrscheinlichkeit erscheinen wird wie der Messias. Aber wie heißt es doch? Die Hoffnung stirbt zuletzt. ### Ein bisschen Linux gehört in jedes Ding Warum gibt es Linux? Keiner, der es herstellt, darf damit auch nur einen müden Euro verdienen. Das Betriebssystem dümpelt in der Beliebtheit bei normalen Computerusern seit Jahren bei Marktanteilen herum, die in der Medizin als homöopathisch gelten. Warum Linux? Weil ein paar bleiche Nerds mit Brillengläsern von der Stärke von Colaflaschenböden gern vor dem Bildschirm sitzen und kryptische Befehle auf der Kommandozeile tippen? Das trifft vielleicht auf die erste Generation von Linux-Usern zu. Einen großen Teil der Reize des freien Betriebssystems erklärt home42 in seiner umfangreichen und lesenswerten Hommage an sein Linux. Sie hat diesen Artikel inspiriert. Doch sein Linux ist nicht mein Linux, ist höchstwahrscheinlich wieder nur das Linux einer Fraktion einer bunten Gemeinde. Mein Linux ist das Linux, für das es keinen Grund gibt. Natürlich: Es gibt Firmen, die viel Geld mit Linux verdienen. Red Hat, Novell, IBM, HP, Nokia setzt es auf seinen mobilen Internet Tablets ein, Motorola verwendet es auf Handys, und, und, und... Sie alle schätzen Linux, weil es über all die Vorteile verfügt, die home42 darlegt. Aber sie verwenden Linux, weil es da ist. Nicht umgekehrt. Linux ist nicht entstanden, weil irgend jemand damit Geld verdienen konnte. Darin steckt viel mehr als eine wunderbare Ansammlung von Nullen und Einsen, sondern ein Gegenentwurf zu den kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten, wonach Dinge nur entstehen, wenn sie Profit bringen. Erweitern wir das Thema auf das gesamte Feld der freien Software, dann fällt unser Blick auf einen Browser, der mittlerweile als Technologieführer auf seinem Gebiet gilt: auf den Firefox, vom mittlerweile auf den Säulen einer Stiftung ruhenden Mozilla-Projekt. Schnelle Sicherheitsupdates, vielfältige Erweiterbarkeit, RSS-Fähigkeit, Tabbed Browsing. In all diesen Dingen führte der Firefox stets das Feld an. Sprechen wir von GIMP. Das Gnu Image Manipulation Program ist mittlerweile der einzige ernstzunehmende Konkurrent für Adobes Photoshop auf dem Gebiet der Bildbearbeitung. Nicht die Produkte von beispielsweise Corel. Nach Lesart der kommerziellen Software-Hersteller kann es gar nicht sein, dass ein so komplexes Programm in Teamwork und ganz ohne kommerzielle Interessen entsteht. Aber GIMP gibt es. Genauso wie das DTP-Programm Scribus oder die Büro-Suite Open Office. Damit einher geht ein vollkommen anderes Marketing, stellenweise fast ein Anti-Marketing. Einige Linux-distributoren (Ubuntu, Suse) sehen ihre Mission tatsächlich darin, Linux auf den Desktops der Privatanwender zu verbreiten. Aber Debian? Slackware? Gentoo? Die Linux Newsmags im Internet quellen über vor guten Ratschlägen, wie Linux zu sein hätte, um den Massenmarkt zu erobern. man könnte glauben, Micosoft-Boss Steve Ballmer sei der einzige Mensch, der einen Dammbruch zugunsten von Linux für möglich hält. Die Linux-Fans - so scheint es - können sich das nicht vorstellen. Ist das die Angst des Fußballers vor dem Elfmeter? So weit gekommen zu sein, und nun doch zu scheitern? Dabei gibt es keinen Zweifel am langsamen Eintritt von Linux in den Massenmarkt: Dell liefert Notebooks mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux, Asus liefert seinen neuen Billig-Klein-PC Ieee ab November auch mit Linux. Dadurch kommt Windows sogar ganz mächtig in Zugzwang: Microsoft hat heute erst eine abgespeckte Vista-Version angekündigt, weil das richtige Vista schon die ganze Festplatte zum Überlaufen brächte. Hier passiert genau das, was der Firefox im Browserkrieg geschafft hat, Linux hat den Giganten technologisch in Rückstand gebracht. Eines ist sicher: Windows wird diesen Rückstand nicht mehr aufholen können. Es sei denn, sie entschieden sich für ein vernünftiges Dateisystem, eine strikte Nutzerverwaltung und stellten das Ergebnis unter der freier Lizenz ins Netz, um eine größere Entwicklergemeinde daran zu beteiligen. Kurz: Windows hat nur eine Chance, seinen Marktanteil zu halten: Es muss schnellstens weitgehend wie Linux werden. ### Telekom-Tagebuch 1: 23.Oktober 2007 Dieses Tagebuch soll mir als Frustventil, anderen zur Warnung vor der Deutschen Telekom. Wir sind innerhalb Brandenburgs umgezogen. Um auch in den neuen vier Wenden Telefon, Internet und Fernsehen (IPTV) zu haben, stellten wir Anfang vergangener Woche einen Antrag, unseren Anschluss umzuziehen. Zusicherung durch den T-Punkt in Brandenburg (Steinstraße): Am Dienstag (Heute) sollte ein Mitarbeiter in die neuen Behausung kommen, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. heute erfuhren wir, es habe einen Computerabsturz gegeben, der sämtliche Aufträge vernichtet habe. Morgen wollen wir versuchen, einen neuen Termin zu bekommen. ### Nobelpreisträger Bildung ist keine menschliche Stärke, das leuchtet ein. Schließlich hat auch US-Präsident George W. Bush einen Hochschulabschluss. Doch, wie wenig ein Nobelpreis über die Intelligenz eines Menschen aussagt, das lernte eine erstaunte Weltöffentlichkeit in den vergangenen Tagen. 1962 hatte James Watson (79) den Nobelpreis für Medizin erhalten, weil er die DNA entdeckt hatte. Jetzt verlor er seinen Job beim renommierten Cold Spring Harbor Laboratoriums in New York. Grund: Watson hatte die Ansicht geäußert, das Schwarze grundsätzlich dümmer seien als Weiße, das sähe er schon, wenn er sich seine Mitarbeiter ansähe. Die Eva Hermans sind überall, auch in Forschungslaboratorien. Quelle: Handelsblatt ### Die kleinen schmutzigen Hinterlassenschaften Nachdem ihr Konvoi auf einen Sprengsatz gefahren war, erschossen die US-Marineinfanteristen fünf Menschen. Damit nicht genug, gingen sie danach von Haus zu Haus und töteten 19 Bewohner, darunter Frauen und Kinder. Passiert ist das Ganze in Haditha, nordwestlich von Bagdad, im Irak. Der Name der Stadt wurde Synonym für das schlimmste Massaker, das US-Truppen im Irak angerichtet haben.Nun sollen sich ein Oberstleutnant und ein Gefreiter dafür vor einem Militärgericht verantworten. Wie die Tagesschau berichtet, ließ das Gericht dabei gleich die Mordanklage fallen und will nur wegen fahrlässiger Tötung ermitteln. Es ist ja auch wirklich fahrlässig, einfach so in Häuser hineinzuschießen. Und eine Tötungsabsicht? Nein! Nie im Leben. Das sind schließlich die Marines, die kommen gleich hinter den Johannitern.Viel schlimmer ist, dass die eigentlichen Verantwortlichen auf der Anklagebank fehlen werden. Diejenigen, die die jungen Soldaten in einen frustrierenden Krieg gehetzt haben, in einen Krieg, in dem man Freund und Feind nicht unterscheiden kann, in einen Krieg den die Soldaten nicht gewinnen können. Und das wissen sie, die Soldaten, aber ihr Oberbefehlshaber will es nicht zugeben. Der zieht lieber, wie er sagt, in den "Dritten Weltkrieg". Der möchte mit wagnerianischer Geste abtreten. Als Diener des Schicksals, der sich für seine kleinen schmutzigens Hinterlassenschaften asu der Verantwortung stiehlt. ### Analog Basics: Kein S im Arm Die Entwicklung des Tonarms lässt sich auf zwei Namen reduzieren: Alastair Robertson-Aikman und Roy Gandy. Robertson-Aikman gründete 1946 das Traditionsunternehmen SME. 1959 entwickelte er den ersten SME-Tonarm. Als SME 3009 wurde er bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts nur wenig verändert gebaut. Die geschwungene S-Form wurde stilprägend. Bis in die 70er Jahre hinein sah ein Tonarm genau so aus. In den 70ern kam eine 12 Zoll lange Version, der 3012, hinzu. Der Gedanke: Ein 12-Zoll-Arm verändert den Winkel des Tonabnehmers zur Rille so günstig, dass dieser fast gerade in der Rille steht. Dadurch wollte man den gefürchteten Spurfehlwinkel vermeiden, der am Anfang und am Ende der Platte lauerte. Das sind die Stellen, an denen die Nadel schräg in der Rille steht. Als das Ideal betrachtete man den Tangentialtonarm, der von außen quer über die Platte gelegt wurde und stets senkrecht zur Rille stand. Der Tangentialtonarm führte im audiophilen Lager nie mehr als eine Nischenexistenz. Zu aufwändig zu produzieren. Außerdem folgt er nicht so leicht den Bewegungen des Tonabnehmers in der Rille, und er besitzt zuviele bewegliche Teile. Gerade mit diesem letzteren Makel hatte man nicht gerechnet. Doch um die Mitte der 70er Jahre tauchte der andere Protagonist auf: Roy Gandy. Gandy gründete mit einem Partner die Firma Rega. Rega produzierte einen genialen, simplen Plattenspieler. Der erste Tonarm von Rega besaß zwar noch die S-Form, aber sein Tonarmrohr war samt der Headshell, in die der Tonabnehmer montiert wird, aus einem Stück einer Titan-Aluminium-Legierung gezogen, denn wo es keine Nähte und Übergänge gibt, da staut sich keine mechanische Energie. Doch die Entwicklung war damit nicht abgeschlossen. In der nächsten Stufe dachten Gandy und sein Team darüber nach, wie der Tonarm den Abtaster noch besser führen könnte. Die Lösung: Die Masse muss geringer werden. Ergo wurde das Tonarm gerade. Außerdem veränderte sich in einem Tonarm das Resonanzverhalten: Ein kegelförmiges Tonarmrohr erwies sich als das günstigste. Der Rega-Tonarm war fertig. Foto: Rega Die Rega-Tonarme klangen so sauber, so ausgewogen und waren dabei doch so billig. Kein Wunder, dass noch im selben Jahrzehnt, den 80er Jahren, SME das neue Top-Modell, den SME V, weitgehend an die Form des Rega-Tonarms anpasste. Dennoch behielt er eine gewisse Erdenschwere, die allerdings von vielen Fans geschätzt wird. Es blieb Franz Kuzma überlassen, das Konzept von Roy Gandy zuende zu denken. Der Kuzma Stogi Reference werwirklichte in seiner extremen Kegelform das rechnerisch günstigste Verhältnis zwischen Durchmesser und Länge. Und Kuzma wählte die Neun-Zoll-Länge, die sich messtechnisch als bester Kompromiss zwischen Spurfehlwinkel und Resonanzverhalten erwiesen hat. Nicht erörtern will ich an dieser Stelle die Einpunktgelagerten Tonarme Naim Aro oder Hadcock, mit denen mir die Erfahrung fehlt. Wer die mechanische Instabilität dieser Konstruktionen nicht scheut, der sollte sich den hervorragenden und preislich interessanten Kuzma Stogi S anhören. ### Noch ein Klimainstitut Die Bundesregierung will ein neues Klimainstitut gründen. Das berichtet die Netzzeitung. Die bestehenden Klimainstitute führen zu oft das böse Wort von der Selbstbeschränkung im Munde und sind der Ansicht, dass sich der VW Touareg nicht mit dem Klimaschutz vereinbaren lässt. Auch will die große Koalition Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Nun, das überrascht nicht. Da die Zahl der Deutschen, die besser lesen und schreiben als "Ausländer raus" brüllen können beständig abnimmt. Was die Klimaforscher nach Deutschland ziehen sollte, sagt die Bundesregierung nicht. Aber was sollte sie dort halten, wo sie sind? Schließlich hat jedes Land seinen Touareg, auf den es nicht versichten kann. Auf jeden Fall wollen wir wieder Spitze werden. Bei Umweltschutztechnologie. Ist doch toll, wenn ausgerechnet wir der Welt beibringen in Tüten zu pupsen, damit sich diejenigen, die es sich leisten können, weiterhin ihren Touareg fahren können, und die Klimabilanz trotzdem gut aussieht. ### Mein James Bond wird 80 Was hatte dieser Mann, das ihn zu demGeheimagenten prädestiniert, zu 007? Zu einem James Bond? Der Spiegel schrieb ihm einmal den Charme eines Marktleiters bei Edeka zu, und auch Roger Moore selbst hat seine Rolle mit ironischer Distanz gesehen. "Wie kann er Spion sein, wenn der Barkeeper jeder beliebigen Bar ihn mit den Worten 'Ah, Mister Bond, geschüttelt und nicht gerührt?' empfängt?" So zitiert ihn heute die Netzzeitung. Sir Roger George Moore ist heute 80 Jahre alt geworden. Er hat viele Rollen gespielt. Bekannt war er nur als Simon Templar, als Lord Brett Sinclair in der Serie "Die Zwei" und eben als James Bond. Dabei war er weniger ein Geheimagent als Sean Connery, als Timothy Dalton oder als der neue Bond, Daniel Craig. Roger Moore verwandelte James Bond in dessen eigene Parodie. Moores Bond war ein versnobter Playboy mit lockerem Mundwerk, der sich mit Comicfiguren wie dem Beißer (gespielt von dem 2,13-Meter-Hünen Richard Kiel) herumschlug. Es war jedoch nicht Moores Schuld, dass ausgerechnet während seiner Amtszeit die Romanvorlagen von Bond-Erfinder Ian Fleming ausgingen. Schon Octopussy (1983) basierte sehr, sehr lose auf einer Kurzgeschichte von Fleming. Moores letzter Einsatz "Im Angesicht des Todes" (A View to a Kill, 1985) fand im sozusagen vorlagenfreien Fall statt. Es war der siebte Bond seit seinem ersten, "Leben und Sterben lassen" (Live And Let Die, 1974). Schon damals war Roger Moore 47 Jahre alt gewesen. Nun trug seine Haut Altersflecken, das Haar war dünn und sein Herzensbrecher Bond drohte endgültig zur Witzfigur zu verkommen. Man kann sagen: Roger Moore und James Bond trennten sich gerade rechtzeitig, um bleibenden Schaden für beide zu vermeiden. Und obwohl Roger Moore keine großen Filmrollen mehr gespielt hat, hat ihn die Welt nicht vergessen. Wie sollte sie auch. Jede Generation hatte und hat ihren James Bond. Roger Moore war der James Bond der heute 30- bis 45-Jährigen. Er war mein James Bond. Und auch wenn ich einsehe, dass alle anderen Darsteller mehr von einem richtigen Geheimagenten hatten, so kamen die exotischen Drehorte nie so zum Tragen, wie in der Ära Moore. Roger Moore wedelte in den Alpen über die Piste, drückte sich in teuren Hotels in der Karibik herum und schlug sich mit Bösewichten in Venedig. Orte, die damals keiner von uns zu sehen bekam. Er schäkerte mit Frauen, die für uns eine Nummer zu groß waren. Bond bekam sie ins Bett mit Sprüchen, für die wir Ohrfeigen kassiert hätten. Da gab man sich schon mit einem Minimum an Handlung zufrieden.Wir waren geadelt genug, dass wir diesen Jet Set Helden um die Welt begleiten durften. Diese Rolle hängt Sir Roger Moore so sehr an, dass dahinter sein Engagement als Botschafter für Unicef fast verschwindet. Auch wenn dem Polizistensohn erst das den Adelsschlag der Queen eingebracht hat. Foto: Wikimedia ### In den Krieg gegen Linux Linux - vertreten durch die Distribuoren RedHat und Novell (Suse) - steht vor Gericht. Die kleine Firma IP Innovation LLC klagt gegen die Verwendung mehrerer Arbeitsflächen auf einem Desktop, wie sie bei Linux üblich ist. IP Innovation behauptet, das System 1991 zum Patent angemeldet zu haben. Merkwürdig: Gerade erst einige Tage vor der Klage hatte Microsoft-CEO Steve Ballmer zum wiederholten Male die Linux User gewarnt, dass irgendwann Patentklagen ins Haus flattern könnten. Zufall oder Hellseherei? Zurück zum Fall: Dass die Ereignisse keinem Zufall folgen, und dass Steve Ballmer keineswegs mit hellseherischen Fähigkeiten gesegnet ist, hat Gloklaw herausgefunden. Der Weg führt zu Acacia, dem Mutterschiff von IP Innovation LLC. Dorthin waren gerade erst zwei ehemalige Microsoft-Manager gewechselt. Diese Liste zeigt, welcher Beschäftigung Acacia besonders engagiert nachgeht. Groklaw erwartet eine Neuauflage des SCO-Prozesses, in den einige Beabachter ebenfalls Microsoft verwickelt sahen. Was bedeutet das nun für Linux? Michael Dell, der seine Linux-Laptops mittlerweile auch in Europa verkauft, gibt Entwarnung: Ballmers Dauerfeuer mit nebulösen Vorwürfen habe dem Absatz von Hardware mit Linux nicht geschadet, sagt er. Das ist aber nicht der Punkt. Es geht nicht um Linux auf dem Desktop. Es geht in erster Linie um die Server. Red Hat und Novell verdienen Geld an Firmennetzwerken. Dort will Microsoft den Kampf gegen Linux aufnehmen. Deshalb geht es um Novell und Red Hat. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie wertlos der Deal ist, den Novell mit Microsoft abgeschlossen hat. Wir erinnern uns: Novell hatte einen größeren Geldbetrag an Microsoft gezahlt, um vor Patentklagen sicher zu sein. Nun spielt der Redmonder Gigant über Bande. Müssen wir uns Sorgen machen? Ich glaube nicht. Sicher: Microsofts Kampagne zur Verunsicherung der Kunden kann Red Hat oder Novell hart zusetzen. Aber was hat das mit Linux zu tun? Red Hat ist zwar die Nummer 1, wenn es um Linux auf dem Server geht, aber auf Platz zwei kommt keineswegs der zweite große kommerzielle Anbieter (Novell), sondern Debian, dahinter erst Fedora. Beide sind Community-Projekte. Da steckt kein Marketing dahinter. Wie ich schon in Götterdämmerung für Bush und Gates ausgeführt habe, steckt hinter dem Erfolg von Linux ein Bedürfnis der Anwender. Microsoft kann gegen einzelne große Linux-Distributoren in die Schlammschlacht ziehen, nicht aber gegen das Bedürfnis nach Linux. Menschen lassen viel mit sich machen, aber die Teilhabe an der Informationsgesellschaft zählt mittlerweile zu den menshclichen Grundbedürfnissen. Die günstigste Lösung dafür ist eben Linux, nicht Windows. Nachdem Europa schon bewiesen hat, dass auch Microsoft nicht unbesiegbar ist, beginnen nun auch amerikanische Politiker zu argwöhnen, dass Windows und große Politik zu dicht beieinander liegen. ### Keine Fenster mehr in Amsterdam München und Wien haben es vorgemacht. Nun folgt Amsterdam: Die Stadtverwaltung schließt die Fenster. Wie die Linux-Community unter Berufung auf die niederländische Tageszeitung Trouw berichtet, wird Amsterdam Windows-freie Zone. Alle 16.000 Computer der Stadtverwaltung sollen bis 2012 auf Linux umgestellt werden. Die Umstellung könne kostenneutral und innerhalb von fünf Jahren erfolgen, schreibt Trouw. Die Kosten würden aufgewogen durch die Lizenzgebühren, die Amsterdam gegenwärtig für Windows MS-Office und Software von Oracle zahlen muss. ### Hauptstadtbilder Der Alexanderplatz im Zwielicht des Morgens. Gestern habe ich meine Fotogalerie mit Bildern aus Berlin begonnen: Hauptstadtbilder ### Unendlichkeit ist für Google nicht genug Wo sind die Server? Der Standort der märchenhaften Speicherkapazitäten von Google gehört zu den best gehüteten Geheimnissen dieser Welt. Dabei ist die Antwort eigentlich klar: Hier ist der Webspace für all die Googlemail-Konten. Dennoch geht dem Riesen die Luft aus. Rob Siemborski, Gmail-Ingenieur bei Google, schreibt in seinem Blog, eigentlich habe man immer gedacht, unendlich reiche für alle Kunden des E-Maildienstes von Google. Fehlanzeige. Unendlich reicht nicht mehr. Daher hat Google schon im April 2005 begonnen, seine Speicherkapazitäten laufend anzupassen. Infinity+1 heißt das Programm. Ein Zähler dokumentiert seither den Ausbau der Serverparks. Diese Uhr läuft ab jetzt schneller, damit die Gmail-Kunden die Unendlichkeit nicht schneller erreichen als Google. ### Analog Basics: Masse ist nicht automatisch Klasse Eigentlich gibt es kein einfacheres HiFi-Gerät als den Plattenspieler. Wir brauchen einen Plattenteller, einen Motor, der ihn dreht, einen Abtaster, der durch die Rille gleitet und einen Tonarm, der ihn hält. Dazu brauchen wir etwas, das alle diese Komponenten in der richtigen Anordnung zueinander hält. Das kann beispielsweise eine Holzplatte sein. Der Rega-Plattenspieler verwirklicht dieses Prinzip am konsequentesten. Nur wenige audiophile Hersteller setzten auf Direktantrieb Wie treibt nun der Motor den Teller an? Direkt oder über einen Transmissionsriemen? Der Direktantrieb hat einige prinzipbedingte Schwächen: Er sitzt direkt unter dem Tellerlager und daher dichter am Abtaster als es beim Riemenläufer möglich ist. Seine elektromagnetischen Felder können die feinen Ströme stören, die anschließend zu Musik hochverstärkt werden. Seine Vibrationen übertragen sich zudem direkt auf den Plattenteller. Nur wenige Laufwerkshersteller mit audiophilem Anspruch geben dem Direktantrieb den Vorzug. Micro Seiki sei hier als der Namhafteste genannt. Riemenantrieb und Eisenbahn verhalfen Subchassis zum Durchbruch Die Idee der Abkoppelung der Teller-Tonarm-Einheit vom Motor führte zum Siegeszug des Subchassis. Dabei hängt oder steht eine Einheit mit Teller und Tonarm vom Rest des Laufwerks entkoppelt. Entstanden ist es übrigens aus ganz profanen Erwägungen. Um Schallplatten, damals Schellacks, auch in Eisenbahnzügen abspielen zu können, musste man den Plattenspieler gefedert aufstellen. Bei Thorens oder Linn hängt das Subchassis an Federn vom eigentlichen Chassis herunter. VPI und Roksan entschieden sich dafür, das Subchassis auf hochdämpfende Kunststoffelemente zu stellen. Allen gemeinsam ist, dass sich bei jeder Bewegung des Subchassis auch der Abstand zwischen Motor und Teller, mithin auch die Riemenspannung verändert. Gleichlaufschwankungen sind dank der massiven Zinkdruckgussteller dieses Plattenspielertyps kein Problem. Aber es kommt zu hörbaren Unsauberkeiten im Klang. Ein Problem, mit dem ich mich in den Artikeln über die Thorens-Laufwerke und den Linn Sondek auseinandersetzen werde. Das jedenfalls schien der große Vorteil der Direkttriebler zu sein. Masselaufwerke: Kiloschwere Plattenspielerburgen So lange bis die Masselaufwerke aufkamen. Solche Plattenspielerburgen, die in den 80er Jahren die Herzen der Hi-End-Freaks höher schlagen ließen, wogen und wiegen nicht selten 20 oder 30 Kilogramm. Jedoch ist auch hier Gewicht nicht alles. So brachten zwar die Plexiglasskulpturen von Transrotor oder Zarathustra stattliche Pfunde auf die Wage, doch haftete ihnen auch eine gewisse Erdenschwere an. Ein bleierner Klang, der auf den ersten Eindruck durch majestätische Ruhe beeindruckte, doch nach wenigen Minuten durch seine Trägheit verdross. Die Ruhe kommt durch den festen Abstand zwischen Teller und Motor. Die Schwere brachte das falsche Material. Thomas Scheu: Möglichst viel Masse auf kleinem Raum Der inzwischen verstorbene Plattenspieler-Papst Thomas Scheu hat für Masselaufwerke die Regel aufgestellt: Möglichst viel Masse auf möglichst kleinem Raum. Dafür war Plexiglas das falsche Material. Messing, das Material, das der Slowene Franz Kuzma für seinen genialen Kuzma Stabi S verwendete, ging in die richtige Richtung. Das Optimum ist jedoch Blei. Es besitzt das höchste spezifische Gewicht, ist aber zu weich. Die Firma Acoustic Signature rührte dem Blei gerade soviel Aluminium bei, dass die Bauteile ihre Form behalten. Firmen wie Acoustic Signature oder die verwandten Solid Acoustic-Laufwerke emanzipierten das Massesystem auch in Puncto Spielfreude und Lebendigkeit. Foto: Acoustic Signature Final Tool Mk II: Stand der Dinge in Sachen Masselaufwerk.  © Acoustic Signature. Foto: Kuzma Stabi S.  © Kuzma ### Schäuble sucht Web-Suche, Dieser Computer, Computer vom Nachbarn, Alle Computer. Die Schäuble-Suchmaschine findet, woran selbst Google scheitert. Der Juso-Kreisverband Herford hat die Suche ausgeheckt. Für den Tipp danke ich home42. ### Neue Kategorie: Rund um den Plattenspieler "So wird Ihr Thorens wieder fit" Das verspricht die HiFi-Zeitschrift Stereo in ihrer neuesten Ausgabe. Dann jedoch tun sie dem wunderbaren Subchassis des Thorens-Plattenspielers mit Bitumen-Dämpfung Gewalt an. Jahre lang habe ich im Kasseler HiFi-Studio Speaker Selection Plattenspieler aller Preisklassen getunt oder repariert. Und besonders am Herzen liegen mir die klassischen Thorens-Laufwerke der 100er-Serie. Aber auch über andere klassische Plattenspieler möchte ich in dieser Kategorie eingehen. Also: Keine Folge verpassen. ### Radiohead: Zehn Tage bis zum Regenbogen Radiohead veröffentlichen am 10. Oktober ihr siebtes Album, Titel: "In Rainbows". Von der Fertigstellung bis zur Veröffentlichung sollen dann nur 10 Tage vergangen sein. Damit unterläuft die Band das übliche Prozedere der Muskindustrie von Vorankündigungen, Vorabveröffentlichungen und gezielt gestreuten Gerüchten. Doch Radiohead spielen der Musikindustrie noch viel übler mit: Der Kunde zahlt nur, was ihm die Platte wert ist. Das berichtet ZDnet. ### Beckstein hört mit Während Dr. Schäubles Trojaner noch in rauer See steckt, hat das bayerische Landeskriminalamt bereits angefangen munter Trojaner zu verschicken. Die sollen dort Online-Telefonate an der Quelle abzuhören. Das streitet das Amt noch ab, aber - und das ist das eigentliche Fiasko - wer glaubt in diesen Zeiten schon einem Amt? Einem Organ zum Schutz der Verfassung? Wer würde einem Landeskriminalamt ernsthaft glauben, es hielte sich an die Verfassung? ### Walter Kempowski: Bewahrer von Geschichte und Geschichten Zwischen den Seiten seines Bestsellers Tadellöser & Wolff oder während des gleichnamigen TV-Mehrteilers fanden viele Ältere ihre Erinnerungen an die Vorkriegs- und Kriegszeit: Walter Kempowski. Der am 29. April 1929 in Rostock geborene Schriftsteller möblierte mit seinen autobiografisch geprägten Zeitschilderungen Räume für eigene Erinnerungen und vermittelte den Jüngeren Innenansichten einer Zeit, über die in den Siebzigerjahren keiner gern sprach, der dabei war, und andere nur in vorwurfsvoller Absicht Fragen stellten. Kempowski galt unter den 68ern als zu unpolitisch, doch gleichzeitig war Kempowski ein Bewahrer von Geschichte und Geschichten. Zum Todestag habe ich auf der "Lesen"-Seite ein Interview veröffentlicht, dass ich 2003 für die HNA mit Walter Kempowski führte. Darin ging es um Kempowskis Haftzeit in Bautzen 1948 bis 1956. Walter Kempowski erlag heute, am 5. Oktober 2007, in seinem Haus in Rotenburg an der Wümme einem Krebsleiden. Das Foto zeigt Walter Kempowski bei der Autogrammstunde in Rostock. Foto: Thorbjoern/Wikipedia. ### CD - Tipps: Friedrich Gulda und Joni Mitchell Das Musikportal Jazz Echo weist auf zwei wichtige Jazz-Neuerscheinungen hin: Friedrich Gulda - At Birdland dokumentiert den Seitensprung des Jahrhundertpianisten in den Jazz. Die Aufnahme von 1958 ist endlich wieder verfügbar. Brandneu ist Joni Mitchells Shine. Vor zehn Jahren hat Joni Mitchell zum letzten Mal ein Album mit eigenen Kompositionen vorgelegt. Es gingen Gerüchte,eine der größten Songschreiberinnen der Musikgeschichte habe endgültig die Nase voll vom Musikgeschäft. Shine zeigt, dass sie wieder auf den Geschmack gekommen ist und muss darum schon als wichtiges Pop-/Jazz-Album gelten. ### Keine Angst vor Freien Radikalen Freie Radikale sind besser als ihr Ruf. Nein, damit sind nicht die RAF-Terroristen gemeint, die nach und nach wieder auf freien Fuß gesetzt werden, und nicht muslimische Extremisten, die den Linksterroristen als Bürgerschrecks nachgefolgt sind. Radikale sind Atome oder Moleküle mit mindestens einem freien Elektron, die daher besonders reaktionsfreudig sind. Freie Radikale sind Sauerstoffverbindungen dieser Art, die bei überlasteten Verbrennungsprozessen in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, entstehen. Bei solchen Verbrennungsprozessen spielen äußerliche Einflüsse eine Rolle: Rauchen, Saufen, ungesundes Essen und alles was sonst noch Spaß macht. Die Freien Radikale versursachen oxidativen Stress, und der wiederum steht im Verdacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und eigentlich alles hervorzurufen, für das man BSE und H5N1 nicht haftbar machen konnte. Die Freien Radikale sind die Islamisten des menschlichen Körpers. Um auf den Anfang zurück zu kommen: Der Jenaer Ernährungswissenschaftler Michael Ristow hat nun herausgefunden, dass Freie Radikale ganz im Gegenteil das Leben verlängern. Sie regen die Zellen dazu an, sich gegen oxidativen Stress zu wehren. Quelle: Netzzeitung ### Lokführer: Nur Fliegen ist schöner Wer morgen mit dem Zug ins Büro muss, sollte früher aufstehen und an der Landstraße den Daumen raushalten, wenn er kein eigenes Fahrzeug besitzt. Zwischen 8 und 11 Uhr streiken die Lokführer. Die Herren, Herren, die früher mit rußigem Gesicht im Führerstand Kohlen geschippt haben, wollen nach wie vor 30 Prozent mehr Lohn. Immerhin trügen sie die gleiche Verantwortung wie die Flugkapitäne. Nun, da übersehen sie, dass ein Zug auch bei einem Fahrfehler des Chauffeurs nicht vom Himmel fällt. Das wird die Lokführer wenig beeindrucken. Denn mit dem Flugkapitän geht's auch einkommensmäßig aufwärts. Das kann man von einem Busfahrer nicht behaupten kann, auch wenn der genauso viel Verantwortung trägt. ### Demografischer Wandel in den Lehrerzimmern Deutschlands Lehrer werden immer älter. Wie die Tagesschau berichtet, sind deutsche Pädagogen. wieder einmal um fast ein Jahr älter geworden und zählen nun 48,1 Jahre. Schade, dass sich deutsche Schüler dem demografischen Wandel bisher widersetzen und stets gleich alt bleiben. ### Vorsicht Polizei! Der Berliner Tagesspiegel warnt arglose Surfer vor einem Besuch der Internetseite des Bundeskriminalamtes. Das Amt speichert die IP-Adresse aller Besucher einer Internetseite über die vom BKA als linksradikal eingestuften "Militanten Gruppe". Zudem, so bereichtet der Tagesspiegel weiter, versuche das Amt die Besucher anhand der gespeicherten Zahlenkolonnen zu identifizieren. ### Neues aus dem Gruselkabinett Und schon wieder beschäftigt er uns, der Bundesinnenminister. Über die Medien hält er die Zivilgesellschaft unter Dauerfeuer, zeigt Instrument um Instrument aus seinem. Die neue Idee des Dr. Wolfgang Schäuble: Filterung gefährlicher Websites, beispielsweise solcher mit "Hasstiraden gegen Israel". So wurde Schäuble gestern im Deutschlandfunk zitiert. Um die Idee zu verstehen müssen wir ein Jahr in die Vergangenheit reisen. 12. Juli 2006: Die schiitische Hisbollah-Miliz beschießt den Norden Israels vom Süd-Libanon aus wahllos mit Katjuscha-Raketen. Tags darauf greifen israelische Truppen den Süden Libanons an. Sie wollen den Raketenbeschuss stoppen und einen entführten israelischen Soldaten befreien. Dann geschieht etwas Eigenartiges: Obwohl die Israelis eigentlich klar in Notwehr handeln, hagelt es Kritik. Der Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah ist in der gesamten muslimischen Welt bereits ein Held des Widerstandes gegen die israelische Besetzung bevor ein israelischer Soldat seinen Schnürstiefel in den Sand des Zedernstaates gesetzt hatte. Besonders weh tat den Israelis, dass sie selbst für europäische Medien die Buhmänner waren. Beleg dafür, dass Kriege auch an der PR-Front verloren gehen können. Die israelische Regierung gibt beträchtliche Summen für die Vermittlung ihrer politischen Ziele aus - wie übrigens alle reichen Länder auf diesem Planeten. Dieser Aufwand hat Israel nichts genützt im Kampf gegen die Blogger. Araber hatten durch Worte, eingetippt in Internetcafés zwischen Casablanca und Djakarta, den Hisbollah-Führer zum Märtyrer gemacht. Ein Albtraum für einen Law & Order-Mann wie Wolfgang Schäuble: Da bilden sich Menschen im Internet eine eigene Meinung. Öffentlich!! In die Isoliertasche einer Medienwelt, in der die da oben denen da unten die Welt erklären, schneiden die Weblogs ein Loch und lassen die Luft heraus. Wenn Wolfgang Schäuble zu bestimmen hätte, was eine antiisraelische Hasstirade ist und was nicht, dann wird es nicht mehr zu einem Publicity-Gau wie dem Libanonkrieg 2006 kommen. Aber dann werden in Deutschland auch unabhängige Berichte aus den Palästinensergebieten schwer zu bekommen sein. ### Sicher mit Linux: Wenn Schäuble anklopft Nein, gar keine Angst will er den Leuten machen, sagte Wolfgang Schäuble jüngst, einem Bericht von Heise zufolge. Wenn das Gerede von Online-Durchsuchungen und Atomterrorismus keine Angst machen sollen, dann möchte ich mal wissen, was unser Bundesinnenminister früher für Schlaflieder gehört hat. Sein Lieblingsschoßtier, der nach ihm benannte Trojaner soll in frisierten amtlichen Mails kommen. Das bedeutet: Wem die Sicherheit seines PC etwas wert ist, sollte allmählich das Finanzamt auf die Spam-Liste setzen. Spaß beiseite. In der vergangenen Woche haben wir unseren Firefox in ein schwarzes Loch für virtuelle Übeltäter verwandelt, heute gehen wir den PC als Ganzes an. Schadprogramme können den Rechner als Mailanhänge erreichen, über frisierte Webseiten abgerufen werden oder direkt versandt werden. Dazu führen Angreifer so genannte Massen-Pings im Subnetz des Routers durch. Ein Ping ist ein kleines Programm, das feststellen soll, ob ein bestimmter Rechner gerade online ist. Die allermeisten sind harmlos. Aber wenn ein Angreifer mittels eines Pings herausgefunden hat, dass wir online sind, dann kann er im nächsten Augenblick seinen Angriff starten. Auch können Pings dazu dienen IP-Adressen zurückzuverfolgen. Das geht jedoch nur, wenn der Rechner auf Pings antwortet. Grund genug, ihm das zu verbieten. Wir öffnen eine Kommandozeile (Terminal, Konsole) und verschaffen uns Root-Rechte: su Dann geben wir das Root-Passwort ein. Nun geben wir ein: echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/icmp_echo_ignore_all Ubuntu-User müssen den Befehl mit dem Wort "sudo" vorangestellt eingeben, um ihn mit Root-Rechten auszuführen. Jetzt ist der Computer von Außen unsichtbar. Das verhindert übrigens nicht, dass wir andere Computer anpingen können, nur wir sind nicht mehr erreichbar. Um das wieder rückgängig zu machen geben wir den Befehl noch einmal ein, tippen aber am Anfang statt "echo 1" einfach "echo 0" ein. Die englischsprachige Quelle für all die schönen Tricks findet ihr hier. Verwandte Themen: Sicher mit Linux: Firefox II Sicher mit Linux: Firefox ### Miss Moneypenny ist tot Sie flirtete in 14 James-Bond-Filmen mit drei Hauptdarstellern. Nun starb Lois Maxwell alias Miss Moneypenny im Alter von 80 Jahren. Das berichtet BBC. Nur Desmond Llewelyn, der den Q in 17 Bond-Filmen gegeben hat, blieb länger in der Serie als die Vorzimmerdame von Geheimdienstchef M. Llewelyn starb 1999. ### Mitmachen beim Linuxinfotag Der 4. Brandenburger Linuxinfotag (BLIT) am Samstag, 20. Oktober, steht unter dem Motto: Ein Meer an Freiheit. Bei der Veranstaltung im Informatikzentrum der Fachhochschule Brandenburg soll das Mitmachen der Besucher im Mittelpunkt stehen. Das teilte der Veranstalter, die Brandenburger Linuxusergroup (Bralug) in ihrer Mailingliste mit.Der Brandenburger Linuxinfotag soll aufzeigen, welche Möglichkeiten und Vorteile freie Software bietet, unter anderem im Bereich der Spiele und Multimediaanwendungen. Einer der Höhepunkte wird ein so genanntes Musk-Cluster sein, bei dem die Computer der Teilnehmer zu einem Computer-Orchester zusammengeschaltet werden. Der Brandenburger Linuxinfotag beginnt um 9.30 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Weitere Informationen bietet die Bralug auf der Internetseite http://www.linuxinfotag-brb.de/ ### getriebenes treiberloses Vista Eine Webcam von Microsoft auf einem Microsoft-Betriebssystem zum Laufen zu bekommen, das solte eigentlich kein Problem sein, sagte sich Angus Kidman. Doch als er die Treiber-CD einlegte (natürlich auch von Microsoft), da zeigte sich Windows Vista unfähig einen passenden Treiber zu finden, riet aber immerhin: "Wenn Sie den Hersteller des Gerätes kennen, dann können Sie seine Website besuchen und nach Treiber-Software suchen." Kidman besuchte die Microsoft-Seite, lud dort den Treiber herunter (gleiche Version wie die auf der CD) und startete einen neuen Versuch. Nun teilte ihm Vista mit, dass die Software bereits installiert und vor der Installation zu entfernen sei. Kidman versuchte die Deinstallation. Da meldete sich die UAC (User Account Controll) von Vista zu Wort: Die Software sei von einem unbekannten Hersteller. Schließlich wandte sich Kidman an den Online Support. Nach der Eingabe der Seriennummer und der Fehlerbeschreibung verabschiedete sich der Online-Support mit der Bemerkung: "Ein unbekannter Anwendungsfehler ist aufgetreten." In seinem Artikel in ITWire, den ich hiermit ins Deutsche übertragen habe, fragt Angus Kidman sinngemäß: "Wenn Microsoft keine Treiber für Vista schreiben kann, wer dann?" ### Sicher mit Linux: Firefox II Heute hat sich herausgestellt: Auch bei der Cookie-Verwaltung von Epiphany funktioniert der Schreibbefehl ins Nichts. Also: cookies.txt löschen, im Terminal ins Epiphany-Verzeichnis wechseln und dann: ln -s /dev/null cookies.txt Die Windows-Version des Firefox soll übrigens die Cookies ebenfalls in einer Datei cookies.txt verwalten. Hier soll es sinnvoll sein, die Textdatei zu löschen und durch einen Odner cookies.txt zu ersetzen. Ein schwarzes Loch besitzt Windows jedoch nicht. Das bedeutet, dass der Cache weiterhin ein trübes Gewässer für Schädlinge bleiben wird. Dabei ist die Zahl der entsprechend präparierten Websites, die den Firefox zum Abstürzen bringen keines wegs klein. Ich bin vor etwa einem Jahr zu Epiphany gewechselt, weil mir das ewige Gerödel der Festplatte bei mehreren geöffneten Tabs im Firefox mit anschließendem Stillstand gewaltig auf die Nerven ging. ### Totgesagte leben länger Es lebt genau 5 Monate länger: Windows XP. Wie Golem berichtet, erlaubt Microsoft den Händlern, noch bis Juni 2008 Computer mit dem Vorgänger aktuellen Windows Vista anzubieten. Bisher hieß es, XP solle nur noch bis zum Januar 2008 auf dem Markt bleiben. Vielleicht erleben wir tatsächlich noch, dass der Softwareriese sein Vista still und heimlich sterben lässt. Vielleicht lernt Microsoft, dass man einen großen Wurf wie Win95 nur einmal landen kann, und auch nur, wenn es kein Linux als Alternative gibt. Verwandte Links: Götterdämmerung für Bush und Gates ### Sicher mit Linux: Firefox Eigentlich sind wir Linuxer doch auf der sicheren Seite, oder? Für den Pinguin gibt es kaum Schadprogramme, und selbst wenn man sich mal was holt: SELinux (bei Red Hat oder Fedora) beziehungsweise AppArmor (bei Suse und ab Oktober auch bei Ubuntu) sorgen dafür, dass kein Programm etwas tut, das es nicht tun soll. Aber es gibt noch ein paar Dinge, die sich verbessern lassen. Fangen wir mit dem beliebtesten Browser unter Linux an: mit dem Firefox. Die Schwachstelle vom Fuchs liegt im Cache. Der Firefox sammelt im Cache Inhalte von besuchten Websites und alle Cookies. Der Cache ist die Leber des Firefox. Hier sammelt sich der Müll. Beim Firefox gilt: WYCIWYG (What You cache is what You get). Besonders die Cookies sind verdächtig. Mit Tracking-Cookies spionieren Anbieter unser Surfverhalten aus. Außerdem lässt sich über präparierte Webseiten ein Speicherüberlauf herbeiführen. Der Firefox stürzt ab, und der Eindringling kann auf dem PC des Nutzers beliebige Aktionen mit Nutzerrechten ausführen. Natürlich kann man dem Firefox verbieten, Cookies anzunehmen. Aber viele Seiten setzen schlicht voraus, dass der Browser Cookies annehmen kann. Also richten wir den Firefox so ein, dass er alle Cookies beim Schließen löscht. Aber was passiert bis dahin? Also sagen wir Firefox, dass er Cookies direkt ins Nirvana schreibt, ins Nichts. Das Nichts hat bei Linux einen Namen: /dev/null, also: Device Null. Zunächst löschen wir im Mozilla-Verzeichnis (.mozilla) den Cache-Ordner des Firefox-Profils. Dann öffnen wir ein Terminal und geben ein: cd /home/Nutzername/.mozilla/firefox/Nutzerprofil Damit befinden wir uns im Verzeichnis, in dem der Cache vorher gelegen hat. Jetzt richten wir einen so genannten symbolischen Link oder Softlink ein: ln -s /dev/null cache Jetzt schreibt Firefox alle Dateien und Cookies direktemang ins Jenseits. Dev Null ist ein Datenstrom aus Nullen, ein gedankliches Schwarzes Loch. Alles was dorthin geschrieben wird, das ist verschwunden. Und zwar so gründlich, dass es sich nicht mehr rekonstruieren lässt. Ergo: Ein friedlicher und überaus passender Ort für den Schäuble-Trojaner. Bei Epiphany, dem Browser des Gnome-Desktops lagen die Dinge bis vor kurzem ähnlich. Mit der Version 2.18.3 soll der Speicherüberlauf kein Thema mehr sein. Cookies speichert aber auch Epiphany, und zwar in der Datei "cookies.txt". Ich habe versucht, diese Datei ebenfalls durch einen symbolischen Link zu ersetzen. Das hat aber nicht funktioniert. Ich bleibe aber dran. ### Birma und Bush Zu den Unruhen in Myanmar, dem ehemaligen Birma hat sich nun auch US-Präsident George W. Bush geäußert. Wie der Borowitzreport berichtet, habe der Präsident angekündigt, er werde diejenige Seite unterstützen, die einfacher auszusprechen sei. ### Wer hat an der Uhr gedreht El Presidente hatte es in einem acht Stunden währenden Redemarathon im venezolanischen TV angekündigt: Er werde die Uhr um eine Stunde vorstellen, damit Venezuelas Kinder bei Tageslicht in die Schule gehen könnten, verspracht Präsident Hugo Chavez. Darauf wandte ein Zuschauer ein, dazu müsse er die Uhr eher zurückstellen. Solch ebenso einfacher wie zwingender Logik wollte sich der Präsident aber nicht beugen. So vertagte er sich, und ließ die Landsleute mit der Frage allein: "Ja wie spät ist es denn nun?" Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Mich wundert vor allem eins: Damit sich das Anliegen des Präsidenten verbreitet, muss sich jemand dessen Rede angehört haben. Wer tut sich acht Stunden Monolog an? ### Zum Qualmen in die Kirche? Der Stichtag für das hessische Nichtraucherschutzgesetz naht. Ab Montag gehen auch in hessischen Restaurationsbetrieben die Kippen aus. Wohin also zum Rauchen? In die Kirche, gute Idee! Die Kirchen sind mehrheitlich (noch) keine Restaurationsbetriebe. An der Kirchen- respektive der Gemeindehaustür endet der unerbittliche Arm des Gesetzes. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat die Gefahr erkannt und empfiehlt ihren Gemeinden, sich dem Nichtraucherschutzgesetz anzuschließen. Sonst qualmt's ab Montag in den Gemeindehäusern. ### Weg mit der Windows-Steuer Windows? Das ist doch schon drauf. Und genau hier endet der Wettbewerb auf dem Computermarkt, bevor er begonnen hat. Warum soll das also so bleiben? Das fragt das Globalization Institute, eine Denkfabrik der Europäischen Union. In Frankreich schafft man hingegen Fakten. Dort verurteilte ein Gericht, den Notebokkhersteller Acer dazu, 310 Euro an einen Kunden zurückzuerstatten - für von diesem nicht genutzte Software. Darunter das Betriebssystem Windows XP und die Microsoft Office Suite. Dennoch: Was dem Wettbewerb nützt, könnte sich gegen den unerfahrenen PS-Nutzer wenden. Sollen wir alle in Zukunft das Betriebssystem selbst installieren? ### documenta12: Hu Xiaoyuan - Mine Drei chinesische Bibeln in Blindenschrift hat Hu Xiaoyuan auf einem Flohmarkt erstanden. Auf dem abgegriffenen Papier hat sie Dinge aus ihrem Leben in Aquarell verewigt. Hu Xiaoyuans Werke zählen für mich zu den faszinierendsten Erlebnissen der documenta 12. Sie wirken durch Ruhe und durch Feinheit der Strukturen. ### Götterdämmerung für Bush und Gates Während Vista zunehmend als Marktrisiko gilt, breitet sich Linux stillschweigend aus. Doch als Erklärung dafür reicht der missglückte Start des neuen Windows nicht aus. Schlechtes Image und vermurkste Politik des Bush-Amerika belasten Microsofts Bilanzen. Drei Tage, drei Meldungen: Am Mittwoch erfuhren wir, dass Angola beim Aufbau von Informationstechnologie auf Open Souce setzt und sich der Unterstützung des französisch-brasilianischen Linux-Distributors Mandriva versichert hat. Am Donnerstag meldeten Russland und Mazedonien, dass in den Schulen Linux die gewohnten Windows-Oberflächen ablösen soll. Gestern meldete Pro-Linux, dass die Behörden der Niederlande auf offene Standards wechseln sollen. Meldungen wie diese rauschen mittlerweile fast täglich durch die Feed-Reader. Kein Zweifel: Die Welt wendet sich Linux zu. Dazu trägt ganz sicher die allerorten bejammerte Unsicherheit des XP-Nachfolgers Vista bei. Dazu kurz noch ein Detail, das die Computerzeitschrift c't in ihrer aktuellen Ausgabe (Nr. 20 vom 17.9.2007) in den "Mobil-Notizen" meldet: "Sony entdeckt Windows XP wieder. ... Notebooks mit vorinstalliertem Windows XP wird Sony ab Ende Oktober anbieten." Das zeigt, dass große Computerherstellern Windows Vista mittlerweile als Absatzrisiko einstufen. Sicher: Die Computer mit vorinstalliertem Linux führen bisher ein Schattendasein. Dell gebührt die Ehre, als erster Computermulti, Linux-Computer für den Massenmarkt angeboten zu haben. Ganz sicher kann man immer noch diskutieren, ob der Linux-PC tatsächlich schon so weit ist, dass ein Anfänger ihn problemlos bedienen und warten kann. Aber ist der Windows-Desktop jemals soweit gewesen? Niemanden hat das je interessiert, schon gar nicht Microsoft. Windows hat sich nicht gegen das Apple-Betriebssystem durchgesetzt, weil es besser war, sondern weil es da war, weil es auf jedem Computer lief und man sich damit befassen musste. Das wird von Linux-Skeptikern gern vergessen. Jetzt sind es Linux-Computer, mit denen man sich befassen muss. Das gilt zumindest für die Bediensteten der Städte Wien und München und - wenn ein Test in Amsterdam gut ausgeht - auch bald für die Büromenschen in der Grachtenstadt. Das wird die Hemmschwelle senken, auch privat mal den Pinguin auf die Platte zu laden. Noch viel gravierender für den Linux-Durchbruch wird sich der Einsatz in Schulen auswirken. Schulen fürchten die rechtlichen Grauzonen kommerzieller Software. Schließlich wollte Microsoft in diesem Jahr einmal einen russischen Lehrer einbuchten lassen, weil er nicht lizenzierte Windows-Systeme auf den Schulcomputern betrieb. Dabei hatte der Lehrer die fraglichen Computer genauso gekauft. Freie Software ist der beste Schutz gegen die Kriminalisierungstendenzen der Software-Multis. Außerdem können gerade Schulen und öffentliche Einrichtungen die Mittel für den Einsatz von Windows gar nicht aufbringen. Sicher, liebe Linux-Skeptiker, im Augenblick besitzt das freie System einen Marktanteil von maximal 2 - 3 Prozent . Doch schauen wir uns an, wie die zustande gekommen sind: Niemand wirbt für Linux und dennoch konkurriert es eifrig mit Mac OSX, das ein großes Unternehmen mit riesigen Werbekampagnen in den Markt drückt. Wenn wir das Thema auf Open Source Software ausweiten, dann liegt der freie Browser Firefox bei stolzen Marktanteilen je nach Statistik zwischen 20 und 30 Prozent, und auch Open Office verbreitet sich rasant. Auch hier geschieht das fast ohne Werbung. Nur zwei Gründe sprechen für Open Source, und von diesen beiden ist die Qualität der bei weitem wichtigste. Doch Microsoft kämpft auf den Desktops der Welt nicht nur gegen eigene Schwächen und die Stärken der Konkurrenz. Gerade beim Linux-Einsatz in Russland und China fällt immer wieder das Argument der Abhängigkeit von einem US-Konzern. Die neuen (alten) Großmächte bringen sich wirtschaftlich gegen Amerika in Stellung, das sich schwer mit der Erkenntnis tut, dass die Zeit der uneingeschränkten Alleinherrschaft über die Welt dem Ende entgegen geht. Linux bietet sich als die einzige wirkliche Alternative an. Microsoft als die fünfte Kolonne der amerikanischen Weltpolitik? So sehen es die neuen Machthaber in Moskau und Bejing. Es kommt - für Microsoft - aber noch dicker. Schon 2005 hatte Microsoft das geplante neue Betriebssystem vom sehr amerikanisch klingenden Longhorn in Windows Vist umbenannt. Schon damals befürchtete Microsoft, dass Kunden in Asien und Europa ein zu amerikanisches Windows mit der Amok laufenden Supermacht assoziieren könnten. Genau das ist passiert: Windows erscheint als das digitale Gegenstück zum Allmachtsanspruch der amerikanischen Politik. Analog dazu verabschiedet sich Microsoft genauso schmerzhaft von der alten Größe wie sein Heimatland, die USA. Was kommt nun auf uns zu? Politisch lässt sich das nicht sagen. Auf dem PC läuft alles auf eine Wiedereinsetzen marktwirtschaftlicher Strukturen. Dazu passt eine junge Melung von Heise. Erstmals müssen sich amerikanische Gerichte mit einer Klage wegen Verstoßes gegen die GPL beschäftigen. Das ist die Lizenz, die die Quelloffenheit von Open Source-Programmen schützen soll. Linux ist auch in juristischer Hinsicht endlich erwachsen geworden. Im selben Maß, in dem Linux Marktanteile hinzugewinnt, wird die Bedeutung plattformübergreifender Lösungen zunehmen. So wie heute schon viele von uns ihre E-Mails im Internet bearbeiten, werden wir wohl auch bald andere Büro- und Freizeitarbeiten im internet verrichten, ganz egal, was auf dem PC läuft. ### Deutschland im Visier der Terroristen Attentate mit Atombomben, mit Flugzeugen und nun mit Schiffen. Das fügte Bayerns Außenminister Beckstein heute der langen Liste der Horrorszenarien hinzu. Ausgerechnet er, eine Landratte. Aber vielleicht fürchtet er ja, dass eine schwimmende Bombe den rhein-Main-Donau-Kanal hinaufkommt. Da kann man als zukünftiger Regierungschef eines Alpenstaates schon mal Flagge zeigen. Das soll uns alle überhaupt nicht beunruhigen, hat Wolfgang Schäuble uns gestern versichert. Man will ja nur sagen, was alles passieren kann. Passieren kann natürlich auch, dass dem Bundesinnenminister irgendein Undercover-Terrorist über Nacht die Radmuttern lockert. Es spricht für den Heldenmut des Wolfgang Schäuble, dass er solche stets drohenden Gefahren für das eigene Leben ignoriert und nur an uns denkt. Beschämt sollten wir jetzt selbst in uns gehen und den Minister unterstützen. Was kann alles passieren? 1. Terroristen könnten mit rollenden Sprengsätzen auf deutsche Autobahnen fahren. Hier wäre ein interessanter Ansatz die von der CDU geforderte Konvertitenkartei. Deutschen Staatsbürgern, die zum islam konvertiert sind, wird sofort der Führerschein entzogen. Sie werden strikt beobachtet, und wenn sie dennoch auf die Autobahn fahren, dann werden sie von der Bundeswehr ohne Richterspruch zur Strecke gebracht. 2. Terroristen könnten zu Fuß in belebten Fußgängerzonen mit Sprengstoff unter dem Mantel ein Blutbad anrichten. Hier müssten schnellstens Fußstreifen mit Sprengstoffhunden her. Bei Verdacht gilt der Grundsatz unseres Verteidigungsministers: Erst schießen, dann fragen. 3. Präparierte Einkaufswagen: Mit lautem Schrei "Allah ist groß" lässt ein Muslim ein solches Vehikel dann genau an der Fleischtheke explodieren. Wer will da noch Leichenteile und Tatar auseinander halten. Für mehr reicht meine Phantasie im Augenblick nicht. Aber ich bin eben auch kein Innen- oder Verteidigungsminister. ### documenta12: Skizzen der Meilensteine Sie begegnen uns immer wieder: die farbigen Quader des John McCracken. Sie stehen überall auf der documenta12. Sie drängen sich nicht auf, sondern warten darauf, wahrgenommen zu werden. Irgendwann nehmen wir sie wahr, und irgendwann vermissen wir sie sogar. Sie sind die Meilensteine, die der Ausstellung Maß und Grenze geben. Die Laufwege über die documenta12 wird man im Nachhinein in McCrackens messen. Auch im Schloss Wilhelmshöhe gibt es den obligatorischen McCracken. Und diesmal sogar die Skizzen für die bunten Quader. ### Ältester HP-Unix-Server Am selben Tag, an dem Forscher den ältesten Europäer ausgegraben haben, meldet Silicon.de, dass der älteste HP-Unix-Server gefunden worden ist. 1,8 Millionen Jahre ist er noch nicht alt. Er verrichtet seit über zehn Jahren seinen Dienst in Oxford beim Universitätsverlag. Aber sind zehn Jahre Menschenjahre für einen Computer nicht das gleiche wie 1,8 Millionen Jahre für uns? ### Der erste Europäer Da schäufeln Archäologen munter im Kaukasus und was fördern sie zu Tage? Den ersten Europäer. Nein, nicht Helmut Kohl. Der erste Europäer war viel zierlicher als unser Altkanzler: Er maß zwischen 147 und 166 Zentimeter, ging bereits aufrecht, besaß aber nur ein Hirn von der Größe einer Pampelmuse. Inwiefern sich das von Hirnvolumina unserer politischen Klasse unterscheidet, bliebe im Rahmen einer Reihenobduktion noch festzustellen. Vor 1,8 Millionen Jahren hat er sich von Afrika aufgemacht ins raue Georgien. Das erstaunt die Forscher, denn bisher hat man nicht geglaubt, dass man mit so wenig Hirn eine solche Wanderung unternehmen kann. Aber ist das nicht ein wenig vermessen? Brauchen wir wirklich ein so gewaltiges Gehirn wie das unsere, um heil vom Supermarkt nach Hause zu finden? Vergessen wir nicht: Wie ein Beispiel aus Frankreich zeigt, ist ein winziges Gehirn noch kein Ausschlusskriterium für die Beamtenlaufbahn. ### Lehrer berufsuntauglich Jeder vierte Lehrer in Deutschland ist berufsuntauglich. Diese Meinung des Bildungsforschers Klaus Hurrelmann zitiert die Netzzeitung unter Berufung auf ein Interview, das Hurrelmann der Rheinischen Post gegeben hatte. Und weil unsere Pädagogen sowieso schon überfordert sind, fordert er gleich noch mehr Fortbildungen. Vor allem ältere Pauker hat der Experte im Visier: Wenn die sich weiter überfordert fühlen, können die ja im Sekretariat aushelfen. ### Platzeck geht in die Provinz "Wann wir schreiten Seit an Seit", beginnt die Hymne der SPD, und mutig schreitet die SPD-Spitze dieser Tage in die Provinz. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist im Sommer durch seinen neuen Wahlkreis geradelt (die Brandenburger Stadtteile Plaue und Kirchmöser). Nun meldet die Märkische Allgemeine, dass Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck als Bundestagskandidat in der dünn besiedelten Uckermark antreten will. Die SPD fährt also schweres Geschütz gegen die direkt gewählte Linkspatei-Abgeordnete Irene Wolff-Molorciuc auf. Doch der Landesvater soll auch Flagge zeigen gegen die Rechten, denen in der Uckermark gute Chancen eingeräumt werden. Dass der Ministerpräsident einen Tross von Investoren im Schlepp hat, der die gebeutelte Uckermark wie der flott machen wird, gehört hingegen ins Reich der Legenden. ### Folterhandbuch kehrt nach Deutschland zurück Die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Ulla Jelpke, hat das legendäre CIA-Folterhandbuch KUBARK in einer deutschen Übersetzung als PDF-Datei ins Internet gestellt. Das berichtet der Internetdienst Oraclesyndicate. Damit könnte man sagen, das Handbuch sei nach Deutschland zurückgekehrt. Schließlich wird der Schöpfer des Buches, der spätere Harvard-Professor Henry Knowles Beecher schon seit langem beschuldigt, gemeinsam mit dem deutschen Militärarzt Walter Paul Emil Schreiber das Handbuch zusammengestellt zu haben. Schreiber war den Alliierten durch detaillierte Berichte über Menschenversuche im KZ Dachau aufgefallen, hatte aber stets bestritten, selbst daran teilgenommen zu haben. Dabei hatten die deutschen Ärzte genauestens überprüft, wie lange ein Mensch unter Wasser, in extremer Kälte oder Hitze überleben, in Isolation oder unter Schlaflosigkeit überleben kann. Diese Forschungsergebnisse ebneten Schreiber den Weg von der Anklagebank in Nürnberg in die Dienste des US-Geheimdienstes. Für das Folterhandbuch sollen Schreiber und Beecher ebenfalls Menschenversuche an Kriegsgefangenen durchgeführt haben. Dazu sei bemerkt, dass das vorliegende Handbuch eine Übersetzung jener Version ist, die stark entschärft veröffentlicht worden ist, nachdem die Zeitungen auf das handbuch aufmerksam geworden waren. Wer unsere amerikanischen Freunde einmal von einer anderen Seite als in Euro-Disney kennenlernen will oder Vorgänge wie in Guantanamo oder Abu Ghraib verstehen möchte, sollte das Buch unbedingt lesen. ### documenta12: Schloss Wilhelmshöhe Jetzt betreten wir die letzte Etappe des kleinen Rundgangs über die documenta12: Schloss Wilhelmshöhe. Hier hat Roger M. Burgel documenta-Kunstwerke zwischen den alten Meistern versteckt. Was hier nicht schreit oder sich bewegt, geht manchmal zwischen den holländischen Malern unter. Einigen wir uns darauf: Die Begegnung zwischen Tradition und Moderne, die der documenta-Chef im Sinn gehabt hat, lässt sich im Schloss Wilhelmshöhe am besten nachvollziehen. ### Krieg im rechtsfreien Raum Sie sind schwer bewaffnet, haben immer den Finger am Abzug und stellen die drittstärkste Streitmacht im Irak - nach den USA und Großbritannien: die Söldner der internationalen Sicherheitsfirmen. Beispiel: Blackwater USA. Die von drei ehemaligen Navy Seals 1997 gegründeten Sicherheitsfirma schützen US-Einrichtungen und US-Beamte im Irak. Einer Gruppe der Blackwater-Söldner wirft die irakische Regierung jetzt vor, ein Blutbad unter Zivilisten in Bagdad angerichtet zu haben. Sie will die ganze Truppe ausweisen. natürlich bis auf jene, die auf die Zivilisten geschossen haben. Das berichtet BBC. Bei ihrem Krieg im privaten Auftrag und im rechtlosen Raum sind die Söldner keineswegs zimperlich mit Menschenleben. Das zeigt zum Beispiel ein Video bei Youtube: [youtube]5z0NMKcVHHM[/youtube] Die Killertruppe, die hier zu Rock'n'Roll-Klängen Menschen wie Tontauben abschießt, gehört zur Firma Aegis des zwielichtigen Engländers Tim Spicer, dessen Vertrag mit den Besatzungstruppen gerade erst verlängert worden sein soll. Zu den Vorwürfen sagt die US-Botschaft im Irak, sie nehme sie ernst. Was soll sie sonst sagen. Die Amerikaner werden nicht glücklich über das Verhalten der käuflichen Rambos sein. Aber sie brauchen sie: Wenn die US-Regierung sie durch reguläre Soldaten ersetzen würde, kämen noch mehr GIs im Staub der Straßen von Bagdad ums Leben. Dann wäre der Irak-Einsatz vollständig unhaltbar. Zahlen zum Riesengeschäft der so genannten "private contractors" im Irak hat die AG Friedensforschung der Uni Kassel zusammengetragen. Korrektur: World Content News berichtet unter Berufung auf die Los Angeles Times, dass die Zahl der modernen Landsknechte im Irak auf 180.000 angewachsen ist. Damit wären sie die stärkste Militärmacht im Irak. ### Sauberer Kaugummi Vielleicht schon im nächsten Dokumentajahr 2014 Alina Szapocznikows Kaugummifotos als Dokumente eines vergangenen Ärgernisses betrachtet: Britische Forscher haben einen Clean Gum, einen sauberen Kaugummi, entwickelt, der nicht mehr so hartnäckig an Straßenpflaster, Schuhsohle oder Hosenboden haften soll. ### RAF-Knäste in Google Earth Der deutsche Herbst liegt 30 Jahre liegt dieser Tage 30 Jahre zurück. Da überschlagen sich die Fernsehsender in nachgestellten Dokusoaps und die CDU-Politiker in Rübe-ab-Rhetorik. Eine originelle Form des Gedenkens findet sich beim Technik-Portal Xonio.com: Die ehemaligen Gefängnisse der RAF-Mitglieder in Google Earth. Hier geht's zur Bildergalerie. ### Neues GIMP Das freie Grafikprogramm GIMP soll eine neue Benutzeroberfläche bekommen, meldet Pro-Linux. Die Entwicklergemeinschaft ruft die Anwender auf, Vorschläge zu machen. Ein paar Beispiele gibt es hier. ### Döner Blau Die Bundesregierung plant, Fleischabfälle blau zu färben. Das berichtet die Tagesschau. Prompt kam Contra: Hunde würden kein blaues Chappi fressen. Da ist was dran. Entgegen landläufiger Meinung können Hunde Farben sehen. Auch und gerade Blau. Aber ein anderer Einwand liegt viel näher: Wie lange wird es dauern bis wir uns an blauen Döner gewöhnt haben? ### Offline bloggen mit BloGTK Wie lange ich nach einem geeigneten Werkzeug gesucht habe, um offline zu bloggen, lässt sich leicht anhand meiner Postings aus den letzten Tagen verfolgen. Drivel war mein erster Testkandidat. Einige Tage habe ich das Programm verwendet und habe die Vorteile schätzen gelernt, die ein solches Programm bietet. Selbst dann, wenn ich eigentlich Zugang zum Netz habe, geht das Bloggen mit einem geeigneten Programm schneller. In der Zeit, die ich brauche, um den Webbrowser zu starten und mein Blog anzusteuern, habe ich offline schon einen kleinen Beitrag geschrieben und abgesendet. Das Problem waren die Umlaute, die nicht korrekt im Netz erschienen sind. Also habe ich die Umlaute aufgelöst, was aus Worte wie dem Namen unseres Bundesinnenministers einen Sumpf von Vokalen macht (Schaeuble). Den idealen Partner habe ich in BloGTK gefunden. Wie zuvor schon Drivel, liest BloGTK die Kategorien ein, wenn man ihn mit der Homepage verbindet. Um die Verbindung herzustellen, wählen wir den "Movable Type" und setzen die URL des Weblogs ein. An die URL muss noch "/xmlrpc.php" angehängt werden. Fertig! BloGTK kann Posts auch auf Halde schreiben. "Post Entry" speichert den Eintrag lediglich unter Entwürfen ab. Erst wenn man zuvor bei "Publish Entry" einen Haken setzt, wird der Beitrag sofort veröffentlicht. So bleibt nur ein einziger Wermutstropfen: Kein Offline-Blogger kann auf meine Bildverzeichnisse im internet zugreifen, sonst könnte man sogar Bilder beilegen und hochladen. Rein schriftliche Beiträge lassen sich mit BloGTK jedoch schnell und komfortabel erledigen. ### Offline Blogging Mk. II Zweiter Versuch. Diesmal mit dem Tool Blogtk. Was wäre ich fröhlich, die üblichen Umlaute benützen zu können. ### Boliden in Grün Voll Öko, was Porsche & Co auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt präsentieren, die heuer die Tore für die weniger erlauchte Laufkundschaft geöffnet hat. Ein Cayenne mit Hybridmotor! Der Elektrohilfsmotor soll den Verbrauch dieses Blech gewordenen Albtraums um 25 Prozent senken. Damit säuft der Cayenne ja nur noch doppelt soviel wie ein Auto. Okay, ganz fertig ist er nicht. Aber schließlich haben die deutschen Autobauer ja auch bis zwei Tage vor der IAA noch eine verbissene Abwehrschlacht gegen den Umweltschutz geführt. Für eine Über-Nacht-Kehrtwende sehen die Prototypen schon ganz gut aus, wie man so liest. Und während der Fachbesuchertage ist die grüne Farbe an den Ständen sicherlich auch getrocknet. Noch fixer als mit dem Grünstreichen der hauseigenen Spritvernichter sind die deutschen Autohersteller jedoch mit Schuldzuweisungen an die Politik. So berichtete der Deutschlandfunk heute von Beschwerden über schlechtes Verkehrsmanagement und zuviel Staus. Dürfen wir daraus schließen, dass jetzt doch flächendeckend Tempo 100 kommt, um die Verkehrsströme zu entzerren? Denn was die Autoindustrie bei der Politik bestellt, kommt doch meistens noch schneller als die Ersatzteile für meinen Golf. ### Wer fliegt schon mit Linux? Der Standard schreibt Windows Vista schon fast ab. Dell, Lenovo und HP kommen mit Linux-PCs auf den Markt. Kim Brebach warnt auf Desktoplinux.com: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. 13 Gruende listet er auf, warum Linux immer noch nicht bereit ist fuer den Massenmarkt. All diese Argumente fasst er in einem Witz zusammen. Stellen wir uns vor, ein Betriebssystem sei eine Fluggesellschaft: Die Windows-Airline: Der Schalter ist huebsch bunt, die Stewards, Piloten und Gepäckträger sind nett. Die Gepaeckabfertigung und das Einchecken fallen leicht. Der Start verlaeuft butterweich. Doch nach etwa 10 Minuten in der Luft, explodiert das Flugzeug aus unerfindlichem Grund. Die Mac-Airline: Alle Stewards, Stewardessen, Piloten und Angestellten sehen gleich aus, verhalten sich gleich und sagen das gleiche. Immer wenn man aufsteht und sich nach Einzelheiten erkundigt, dann bekommt man zu hoeren, dass man das nicht zu wissen braucht, dass man das nicht wissen will und man moege doch bitte zum Sitz zurueckkehren. Die Linux-Airline: Enttaeuschte Angestellte aller anderen Airlines gruenden hier ihre eigene Airline. Sie bauen die Flugzeuge und die Schalter selbst und besitzen jeder eine eigene Rollbahn. Sie nehmen nur soviel Geld wie sie zum Drucken der Karten brauchen. Man kann sie sich aber auch selbst ausdrucken. Wenn Sie das Flugzeug besteigen, druecken sie Ihnen einen Sitz, vier Schrauben und einen Schraubenschluessel sowie eine Kopie der "Sitz-Howto.html". Einmal eingereichtet, sitzt man in dem Sitz sehr bequem. Das Flugzeug erreicht problemlos und pünktlich seinen Bestimmungsort. Das Essen an Bord ist wunderbar. Sie schwaermen den Kunden der anderen Airlines davon vor, wie toll der Flug war. Aber alles, was Sie zu hoeren bekommen, ist: "Du musstest was mit dem Stuhl machen? Ein interessanter Vergleich. ### Alte Sprachen im Kommen Latein ist wieder im Kommen. Jeder dritte Schueler waehlt inzwischen wieder diese Sprache. Das meldete der Deutschlandfunk heute früh unter Berufung auf den Altphilologenverband. Rueckzug ins Private in einer globalisierten Welt? Rueckzug in klassische Bildungsinhalte mitten im Paradigmenwechsel der Bildungspolitik? Oder das durch Guido Knopp geweckte Interesse an Altertuemern? ### Eva Herman darf nicht mehr gegen Nazis werben Früher war sie Everybody's Darling. Doch wer die Familienpolitik der Nazis lobt, ist unten durch. Nun verlangt auch die Initiative >Laut gegen Nazis< , dass die Ex-Nachrichtensprecherin den Link von ihrer Homepage entfernt. Ab und zu mal nachsehen, ob die Dame der Aufforderung schon nachgekommen ist: http://www.eva-herman.de/ ### RPMs bald aus einer Hand? Die Betreiber von Dribble, Freshrpms und Livna wollen sich zusammentun und eine zentrale Anlaufstelle einrichten für Fedora-User auf der Suche nach Programmpaketen. Das meldet Golem.de. Die neue Paketquelle soll RPM Fusion heissen. Wie von Livna schon jetzt gewohnt, wird das neue Verzeichnis keine Pakete der Stammdistribution austauschen. Bei der Verwendung von Paketen anderen Zulieferer - wie beispielsweise Freshrpms - kommt es gegenwaertig manchmal zu Beeinträchtigungen des Systems, weil diese Verzeichnisse Pakete aus der Stammdistribution durch eigene ersetzen. ### documenta12: Nedko Solakov - Top Secret Ein Karteikasten mit 179 Beweisen für die Vergangenheit eines Menschen. Eine unangenehme Vergangenheit. Eine Vergangenheit mit Kontakten zur bulgarischen Gheimpolizei in der Zeit des Sozialismus. Doch nicht um die Stasi-Vergangenheit irgendeines imaginären Bulgaren geht es in "Top Secret", sondern um die Vergangenheit des Schöpfers. Nedko Solakov hat sich in diesem Arrangement zu seiner Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst als junger Künstler bekannt. Ein brisanter Akt der Selbstentblößung während der Zeiten- und Systemwende 1989/90. Brisant auch deshalb, weil auch 18 Jahre nach dem Ende des Sozialismus die Geheimdienstakten immer noch unter Verschluss sind. Eine Aufarbeitung steht noch aus - und die Spitzelgeständnisse vieler Bulgaren. ### Acht Millionen Selbstmordattentaeter Acht Millionen Automobile schleppen sich mit schweren Maengeln ueber Strassen. Das meldet die Tagesschau heute. In Zahlen 8.000.000 Gefaehrder im Schaeubleschen Sinne gurken herum, riskieren ihr eigenes und unser aller Leben. Selbstmorattentaeter durch Schlampigkeit bei der Autowartung. Doch dann lesen wir weiter: Zu diesem Schluss kommt die Gesellschaft fuer technische Ueberwachung. Diese Gesellschaft ist alles andere als gemeinnuetzig. Und kassieren will sie kuenftig bei aelteren Autos jaehrlich. Dabei beweist der Vergleich der Unfallstatistiken mit Laendern, in denen die Pruefintervalle noch laenger sind als hier, dass der groesste Mangel bei Autos jeden Alters immer noch hinter dem Steuer sitzt. Auch einem ernsthaften Leitmedium geraet eben mal ein PR-Text ohne ausreichende Pruefung ins Programm. ### documenta12: Eleanor Antin An Eleanor Antin werden sich die älteren unter uns noch erinnern. Wir haben sie schon am 27. Juni kennengelernt als wir ihre exotische Blutbank besuchten. Heute treffen wir sie im Keller der Neuen Galerie wieder. Das hat den Vorteil, dass man hier gerahmte Bilder in Ruhe betrachten kann, während man im Rest des Hauses an den Spiegelungen der Fenster vorbei schielen muss. Die vergilbten Fotografien lässt Eleanor Antin in mehreren Räumen auf Pappkameraden treffen. So ganz ohne Blut geht es aber auch hier nicht: In der ersten Installation - "Field Operation" - stehen die Pappfiguren in einem Meer aus abgetrennten Gliedmaßen. ### Offline gebloggt: Nachtrag Nachteil der Drivel-Methode: Es fehlt das Woerterbuch fuer Deutsch. Daher die dekonstruierten Umlaute. ### Offline gebloggt Dieser Eintrag ist der erste, den ich offline blogge. Ich benutze dazu Drivel, obwohl das Programm merkwürdige Rückmeldungen vom Server empfängt. Gegenüber der einfacheren Alternative Gnome-Blog kann Drivel die Beiträge auch bestehenden Kategorien zuordnen. Den Beitrag einfach in die vorgesehene Maske eingeben und Absenden drücken. Fertig. Nachtrag: Seine regelmäßigen Benutzer belohnt Drivel mit der Möglichkeit, vorhandene Beiträge zu editieren. Dazu muss der Beitrag aber bereits mit Drivel geschrieben sein. ### Tag der Sprache der Verlierer Zum Tag der deutschen Sprache legte Horst Seidenfaden, Chefredakteur der norhessischen Tageszeitung HNA, die Latte hoch. Eine Ausgabe ohne Anglizismen versprach der Zeitungsmacher den HNA-Lesern in der Wochenendausgabe. Nicht ohne anzumerken, dass man erstaunt sein werde, wie sehr englischsprachige Ausdrücke in die deutsche Sprache eingewachsen sind. Darauf braucht der Leser nicht lange zu warten. Gleich auf der nächsten Seite lesen wir das Wort Online-Durchsuchung. Wie wäre es mit "Auflinie-Durchsuchung"? Natürlich ist das Blödsinn. Aber ebenso ungerecht ist die Angewohnheit vieler Zeitungsleser, ihre Zeitung einzig nach Einhaltung einer reindeutschen Sprachkultur zu überprüfen. Die Kollegen selbst achten darauf, möglichst wenige Leser von der Lektüre auszuschließen. Ich selbst erinnere mich an eine Begebenheit aus meiner Zeit als Jazzkritiker. Am Rande eines Jazzkonzerts fragte mich ein Besucher: "Wann bekomme ich denn endlich einmal eine Zeitung in Deutsch?" Ich antwortete: "Ich kann Begriffe wie Belcanto oder Presto auch nicht mehr lesen. Warum schreibt man nicht Schöngesang oder Schnell?" Der Jazz und das Internet kommen eben aus den USA und besitzen englische Fachausdrücke. Und doch kann sich offensichtlich sogar ein Jazzhörer über Anglizismen in jazzkritiken ereifern. Schließlich erhält die HNA keine Leserschelte, weil etwas weiter hinten im Politikteil in einer Überschrift das polnische Parlament einfach als Sejm bezeichnet wird. Obwohl dieser Begriff unbekannter sein dürfte als die meisten Anglizismen. Nicht nur im Jazz. Englisch ist die Sprache der Sieger, die Spracher derjenigen, die uns einst überrolten - verdient oder nicht. Und die Sprache der Sieger siegt weiter. "Make the most of now", rät uns das Mobilfunkunternehmen Vodafone. Das ist schade, denn wenn Vodafone gute Ratschläge in Deutsch erteilen würde, wüsste vielleicht die Mehrheit der Deutschen, dass sie aus dem Augenblick das Meiste machen soll. Es sind solche Werbesprüche multinationaler Konzerne, die den Unmut gegen die englische Sprache schüren. Diesen Unmut müssen die Zeitungsjournalisten ausbaden, denn wer würde bei Vodafone anrufen, um sich zu beschweren? ### documenta12: Jürgen Stollhans - Vorwärts auf der deutschen Märchenstraße Siegesgewiss lächelt Altkanzler Gerhard Schröder von einem orangefarbenen Panzer, der aufwärts, direkt zum Himmel zu streben scheint. Ein Spruchband belehrt uns: "Von den Sozialdemokraten lernen heißt siegen lernen." Jürgen Stollhans befasst sich in "Vorwärts auf der deutschen Märchenstraße" mit der Bildsprache der deutschen Sozialdemokratie. Der Titel der kleinen Installation spielt natürlich auf das Parteiorgan "Vorwärts" an. Für den Medienkanzler ein Vehikel für eigene Graßmannsträume wie die gesamte Sozialdemokratie. Doch das ist nicht alles: Geht man um das Kunstwerk herum, sind alle Dinge nur Potemkische Dörfer. Da steht ein Dixi-Klo dahinter. ### CD-Tipp: Stoibers Vermächtnis Da will der Edmund Stoiber die Massen bewegen. Er ruft den Parteifreunden entgegen von der "Glodernden Lut", bemerkt seinen Fehler und rettet sich rhetorisch ans Ufer der "Lodernden Flut" - über einige Stationen, die allesamt auch keinen Sinn ergeben. Am 30. September ist nun Schluss mit solchen Bonmots des großen Vorsitzenden. Die Autoren Jürgen Roth, Hans Well und Gert Heidenreich setzen ihm gemeinsam mit den Biermösl Blosn auf der CD Stoibers Vermächtnis ein würdiges Denkmal. Und ein billiges, wenn man bedenkt, dass Stoibers Zitate zu den meistverlinkten im Internet gehören. Aber wer wollte im Kapitalismus über guten Geschäftssinn klagen? ### Bye bye, Aurox Die polnische Linux-Gemeinde betrauert Aurox. Wie Pro-Linux berichtet, hat die Firma COBA Solutions beschlossen, das bekannteste polnische Linux einzustellen. Die Firma hatte das Projekt erst im Dezember 2006 übernommen. Wer des Polnischen mächtig ist und dem auf Fedora-Linux basierenden Aurox kondolieren will kann sich in ein Lichtermeer einreihen. Einige Entwickler wollen unter dem Namen Jazz-Linux weitermachen. ### documenta12: Churchill Madikida: Gipsmasken Das Sterben an Aids steht im Mittelpunkt des Schaffens von Churchill Madikida. Der Südafrikaner stellt in der Neuen Galerie Särge und Kerzen auf. Er läuft damit aber auch Gefahr, sein eigenes Anliegen zu untergraben. Es gibt einen Unterschied zwischen einem gut gemachten Gruselfilm und einer Geisterbahn. Sehr viel subtiler wirken seine Gipsmasken. Wir kennen Gipsmasken vorwiegend als Totenmasken. Da sie die Gesichtszüge der Menschen genau abbilden, bekommt der Tod hier ein Gesicht. Sehr würdevoll und dramatisch zugleich. ### Das hohe C ist verklungen [youtube]VATmgtmR5o4[/youtube] Für die Welt ist die Sache klar: Mit Luciano Pavarottis Weltruhm begann auch sein Abstieg. So heißt es heute im Nachruf auf den italienischen Star-Tenor. Im Moment, in dem er sich alles leisten konnte, brach der unmäßige Lebenshunger des am 12. Oktober 1935 geborenen Bäckersohns durch. Und der Pasta-Hunger. Pavarotti ging aus den Nähten. Als er in den 1990er Jahren als Othello in der Metropolitan Opera auftrat, höhnte ein Kritiker, Othellos Racheschrei höre sich bei Pavarotti an wie ein Schrei nach mehr Pudding. Doch im Moment des Abstiegs im Auge der Kritiker begann Pavarottis Aufstieg im Ohr des Publikums. Nicht im Ohr des geschulten Opernpublikums. Im Ohr des gemeinen Volkes, das nicht einsah, warum es für Pavarottis berühmtes Nessun Dorma den ganzen Turandot von Puccini kaufen sollte. Gemeinsam mit José Carreras und Plácido Domingo schmolz Pavarotti die Herzen der Menschen. Pavarotti jedoch war stets mehr als seine Partner bei den drei Tenören. Trotz seiner Leibesfülle war er der kantigste, der menschlich greifbarste der Drei. So wurden selbst seine Schwächen zu Stärken. Unvergessen seine Diätversuche, die durch die Boulevardpresse gingen. Pavarotti hatte vom Fußballclub Olympique Marseille eine berühmte Diätberaterin abgeworben. Er aß brav, was sie ihm vorsetzte, verschwand aber immer wieder zu Reisen, auf die er sie nie mitnahm. Und jeden Morgen soll er zum Wiegen allein ins Badezimmer gegangen sein und die Tür hinter sich abgeschlossen haben. Wenn er dann herauskam soll er stets zufrieden gesagt haben: "Schon wieder ein Pfund weniger." Oder seine Eitelkeit. Als der Star-Sänger seine Stimmgewalt schwinden fühlte, soll er ins Studio gegangen sein, um sein weltberühmtes hohes C noch einmal aufzunehmen, damit man es bei späteren Aufnahmen hineinschneiden konnte. Das war der Mensch Pavarotti, den Opernkritiker vielleicht nicht richtig verstehen können, und der mir mehr fehlen wird als der Operntenor. Luciano Pavarotti verstarb heute in den Morgenstunden nach langer schwerer Krankheit. ### Bin Laden fliegt mit Google Earth Und Bumm! Fliegt man ins World Trade Center. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 feixte die ganze Welt über den Flugsimulator von Windows, und der Konzern bemühte sich nach Kräften, die Twin Towers aus den eingespeicherten Szenarien zu entfernen. Taugte der Flugsimulator von Windows als Trainingsgerät für Terroristen? Wenn nicht, dann schließt Google jetzt diese Lücke. Das IT-Portal Golem hat in Google Earth einen versteckten Flugsimulator gefunden. Mit der Tastenkombination Str.+Alt+A lassen sich künftig Selbstmordanschläge in bewährter Google-Earth-Qualität planen. Endlich braucht der Islamist sein virtuelles Gefährt nicht mehr in Hochhäuser von fragwürdiger grafischer Aufbereitung steuern. In Google Earth können sogar Objekt von der Größe eines Dreirads gezielt ausgeschaltet werden. ### Unseriöse Klimaskeptiker Und noch ein langer Artikel für lange, graue Sommerabende: Alles nur Klimahysterie? Das fragt der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf. In aller Ausführlichkeit deckt er die wissenschaftlichen Schwächen der so genannten "Klimaskeptiker" auf, die einen Zusammenahng zwischen CO2-Emissionen und Klimaerwärmung leugnen. Und er deckt noch etwas auf: Den Medien ist ein Querdenker allemal lieber als ein seriöser Wissenschaftler. Selbst wenn seine Behauptungen jeder wissenschfatlichen Grundlage entbehren. Dadurch liest und hört der kleinen Mann sehr häufiger, dass es keinen Grund gibt, weniger Auto zu fahren, als für die geschätzt 150.000 Menschen gut ist, die jetzt schon an den Folgen des Klimawandels sterben. ### Geht Amerika intelligent zu Boden? Ein Weltreiche, die ihren Zenit überschritten haben, sind die Forschungsobjekte des englischen Historikers Paul Kennedy. Mit seinem Buch vomAufstieg und Fall der großen Mächte hat er einen Sachbuchklassiker geschaffen, der mittlerweile in 5. Auflage vorliegt. In einem Artikel für die Blätter für deutsche und internationale Politik sagt er nun mit zwingender Logik den Vereinigten Staaten ihren Niedergang voraus. Der Aufstieg der asiatischen Großmächte China und Indien lasse gar keinen anderen Schluss zu. Er stellt jedoch die Frage, ob die Amerikaner in der Lage sein werden, den Abschied von ihrem Weltreich so intelligent zu managen wie es einst die Briten getan haben, oder - noch früher - die Habsburger. Schon jetzt weist Kennedy auf Alarmsignale hin: So klaffen Staatseinnahmen und Staatsausgaben so weit auseinander, "wie es seit den Zeiten Philipps des Zweiten von Spanien oder der letzten Bourbonenkönige Frankreichs nicht mehr zu beobachten war". Dieses riesige Haushaltsloch stopfen die Amerikaner mit massenweiser Ausschüttung von Staatsanleihen, schreibt Kennedy und sieht die amerikanische Politik unter dem Einfluss asiatischer Magnaten. Manchmal tut es gut, weltwirtschaftliche Themen im historischen Zusammenhang erörtert zu lesen. Den ganzen Artikel gibt es hier. ### Buch-Tipp: Window Seat Wer viel reist um Workshops für Adobe Photoshop zu geben, ist besonders in den USA oft auf das Flugzeug angewiesen. Warum sich also nicht die Zeit vertreiben? Mit Fotografieren zum Beispiel? Julieanne Kost hat es getan. Sie hat die Welt unter sich geknipst und mit "Window Seat" einen der ungewöhnlichsten Bildbände. Bizarre Formen nimmt die Welt an im Auge dessen, der sie aus der Entfernung sieht. Julieanne Kost hat Wolken fotografiert, wie man sie vom Boden aus nicht sieht. Vom Flugzeug übrigens auch nicht. Am Ende des Buches verrät sie, wie sie den Grauschleier der Flugzeugfenster beseitigt hat, wie sie den Ausschnitt wählt und dem Bild jene Farben abringt, die beim Durchblättern des Buches so sehr fesseln. Alles natürlich in Photoshop. Julieanne Kosts Window Seat bietet viel Wissenswertes über Digitalfotografie und über die Bildbearbeitung. Anders verhält es sich mit ihren Tipps zum "Kreativen Denken". Das ist für Europäer zu amerikanisch, da feiern wohlfeile Ratschläge aus der Brigitte für Hausfrauen nach der Familienphase fröhliche Urständ. Den insgesamt positiven Eindruck des Buches kann das nicht schmälern. ### Dem Computer unter die Haube geschaut Selbst eingefleischte Windows-Fans müssen beim Handhaben einer aktuellen Linuxdistribution zugeben: Das freie Betriebssystem ist einen weiten Weg gegangen seit es vor 15 Jahren als spleeniges Hobby für Frickler und Pfriemler gestartet ist. Kein Linux-Benutzer muss heute Programmpakete kompilieren. Im Gegenteil: Die Installation über Paketquellen aus dem Internet über Synaptic, Yumex oder ähnliche grafische Programme ist erheblich komfortabler als unter Windows. USB-Geräte mounten sich von selbst, und wer einmal einen HP-Drucker auf einem Linux-System angemeldet hat, der empfindet den Kampf mit lausigen Treibern unter Windows als Krampf. Zugegeben: Die Kommandozeile bleibt ein unerlässliches Werkzeug und für den erfahrenen Linux-Fan auch das Mittel der Wahl. So erhielt der Benutzer bisher lediglich über die Kommandozeile Auskunft über geladene Kernel-Module oder über die Komponenten des PC, um nur zwei Beispiele zu nennen. Hier setzt Hardinfo an. Ich kann leider nicht beurteilen, ob das Programm irgend etwas mit einem gleichnamigen kommerziellen Programm gemeinsam hat, das für Windows im Umlauf ist. Hardinfo gibt über alle Eigenschaften des Systems Auskunft, fühlt dem Prozessor die Temperatur und den Puls. Es enthält sogar Benchmarktests, mit denen sich die Leistung des Systems messen lässt. Man kann sich sogar mit der Hardinfo-Database synchronisieren, um die Ergebnisse mit denen anderer User zu vergleichen. Ein Manko bleibt: Ich habe noch keinen Weg gefunden, die von mir nicht benötigten Kernel-Module in dem Programm abzuschalten oder rauszuschmeißen. ### Zweideutiges Über "Ekelfleisch aus Bayern" berichtet die Märkische Allgemeine in ihrer Online-Ausgabe. Ein Schelm, wer bei der Überschrift an Stoiber oder Glos denkt. ### Unter zehn Verfassungsbrüche unbedenklich Beruhigendes in Sachen Online-Durchsuchung: Der Chef des Bundekriminalamtes, Jörg Zielke, beschwichtigt die Gegner des von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble geforferten Bundestrojaners: Es werde maximal zehn Online-Durchsuchung von Privatcomputern geben, sagt der Chef der Schäuble-Büttel. Mehr sei technisch gar nicht möglich. Wie das nach der nächsten Cebit aussieht erzählt uns der wackere - nun ja, nennen wir ihn einmal so - Staatsschützer nicht. Vielleicht erfahren wir ja auch bald noch, wieviel vorsorgliche Tötungen von Terrorismusverdächtigen möglich sind - auch das war ja schließlich ein Vorschlag unseres Innenministers. Auch über den Weg, auf dem der Bundestrojaner an den Mann gebracht werden soll, gibt es jetzt Informationen. Das Spionageprogramm soll in infizierten Behörden-Emails verteilt werden. Ich bin sicher, dass solche Nachrichten geeignet sind, das angeschlagene Vertrauen der Deutschen zu Institutionen wie dem Finanzamt zu stärken. Lassen wir die Ironie: Der renommierte Technik-Journalist Peter Welchering hat sich heute in der Sendung "Forschung aktuell" vom Deutschlandfunk zur Online-Durchsuchung geäußert. Nur leichtsinnige Computernutzer öffneten arglos Behördenmails. Welchering bezweifelt überdies, dass ein Trojaner auf einem optimal geschützten PC überhaupt eine Chance hätte. So würde ein nicht vom Benutzer genehmigtes Auslesen der Festplatte von so genannten "voyeuristischen Sicherheitsprogrammen" bemerkt und unterbunden werden. Zu solchen voyeuristischen Sicherheitsprogrammen zählen die in Suse-Linux bzw. Red Hat-Linux enthaltenen Programme AppArmor bzw. SElinux. Welchering weist darauf hin, welch ausgeklügelte Sicherheitssysteme man auf den Computern von Al-Qaida gefunden hat. Fazit des Technik- und Wissenschaftsjournalisten: Der Schäuble-Trojaner eignet sich zum massenhaften Auslesen von Festplatten bei arglosen Bundesbürger, und nicht zur gezielten Suche nach mutmaßlichen Terroristen. Beitrag zum Nachhören als mp3-Datei ### Höchststrafe Windows Dass er ungesetzlich gehandelt hat als er Star Wars Episode III im Internet zum Download angeboten hat, das muss Scott McCausland in den USA klar gewesen sein. "Schuldig", bekannte er sich denn auch vor Gericht. Das Urteil: Fünf Monate Knast Danach fünf Monate Hausarrest. Doch das Schlimmste kommt noch: Während seiner Bewährungsfrist muss er nun auf seinem Rechner statt Linux Windows betreiben. Das gehe nicht anders, hatte ihm der Bewährungshelfer erklärt. Denn auf den Rechnern von Computerbösewichten muss ein Programm installiert werden, das aufpasst, dass der Übeltäter auf dem Weg der Besserung bleibt. Und dieses Programm läuft - man ahnt es - leider nur unter Windows. Nicht die Online-Überwachung stört den Ex-Knacki, sondern die Tatsache, dass er sich nun von Ubuntu 7.04 auf Vista umstellen muss. Wer nun glaubt, ein arbeitsloser Strafentlassener bekäme sein Home Premium-Paket auf Staatskosten, irrt. McCausland soll sein Windows bezahlen. So ist das: Endlich aus dem Knast, denkst du: Jetzt kann es nur noch besser werden. Aber dies Beispiel zeigt: Schlimmer geht's immer. Gefunden bei ZDNet UK ### Zuwachs für die Bildergalerien Manche Leute fotografieren gern Vögel, ich habe eine Schwäche für Insekten und Spinnen. In meiner neuen Galerie mikrokosmos können Arachnophobe das Gruseln lernen. Außerdem haben meine Stadtansichten aus Brandenburg/Havel Zuwachs erhalten. ### Der Mann im Mond spricht Deutsch Schon 2012 wollen deutsche Astronauten den Mond erkunden. Das berichtet die Netzzeitung. Dabei geht es nicht um nationales Prestige wie weiland 1969 bei Neil Armstrongs großem Sprung für die Menschheit. Es geht um die wirtschaftliche Ausbeutung des Erdtrabanten. So wollen etwa die Russen auf dem Mond vorhandenes Helium-3 abbauen. Wenn also der Mond schon abgetragen wird, dann wollen wir ein Stück abbekommen. ### Heute vor 15 Jahren: Pogrom in Rostock-Lichtenhagen Im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen kam es im August 1992 zu den massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte, nachdem dort Asylbewerber tagelang ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen und Nahrungsmitteln vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) zu kampieren gezwungen waren. Die rechtsextremen Angriffe zwischen dem 22. August und 26. August 1992 führten zu 370 vorläufigen Festnahmen, 408 eingeleiteten Ermittlungsverfahren sowie 204 verletzten Polizeibeamten. Unter den Festgenommenen befanden sich 110 Personen aus den alten Bundesländern, 217 aus Mecklenburg-Vorpommern (davon 147 aus Rostock) und weitere 37 aus anderen neuen Ländern. Quelle: Wikipedia ### Mügeln und das Klinsideutschland Jagdszenen in Mügeln: Ein aufgebrachter Mob hetzt eine Handvoll Inder durch die sächsische Kleinstadt, rechtsextreme Parolen skandierend. Bürgermeister Gotthard Deuse verteidigt seine Stadt, weil er Angst hat, Investoren oder Touristen zu verschrecken, auf die er schon seit 17 Jahren wartet. Die Bundespolitik ergeht sich hingegen in Katastrophenstimmung, und prügelt den Gemeindechef, der das Beste will und doch das Falsche tut. Denn richtig ist natürlich, dass man über Rechtsextremismus reden muss. Aber wie? So als wüte die rechte Pest nur jenseits von Werra und Elbe, wie es Politiker im Westen so gern tun? Die Neonazi-Vorwürfe reihen sich ein in eine ganze Kette von Zuschreibungen: Die neuen Bundesländer versauen das Wirtschaftswachstum, belasten die Arbeitslosenstatistik und beschmutzen mit "ihrem" Rechtsextremismus das schicke neue Image Deutschlands. Gerade, wo dieses neue Spaßdeutschland auf der Klinsiwelle um "Fachkräfte" aus dem Ausland buhlen will. Wenn jedoch die "antisemitische, demokratiefeindliche Grundstimmung" in Bayern stärker ist als in Sachsen - wie es die Netzzeitung unter Berufung auf die Friedrich-Ebert-Stiftung berichtet - wenn das also zutrifft: Warum brechen solche Albträume wie jüngst in Mügeln nicht in bayerischen Kleinstädten aus? Lassen Sie uns mögliche Gründe erörtern. 1. Die Verödung. Gerade im ländlichen Bereich und entlang der polnischen Grenze findet eine regelrechte Flucht nach Westen statt. Es bleiben diejenigen zurück, die nicht abwandern können, weil ihre Ausbildung und ihre Barschaft nicht reichen. Damit einher geht eine kulturelle Verödung, die im Westen kaum vorstellbar ist. In den Wüstungen bieten rechte Kameradschaften und die NPD gerade jungen Menschen oft die einzige Alternative zum Herumhängen. 2. Mangelnde Erfahrungen im Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen. Eine simples Argument. In Frankfurt am Main mit rund einem Viertel ausländischer Bevölkerung lebt man entspannter zusammen als in Frankfurt an der Oder mit gerade einmal 5 Prozent. 3. Der augenfälligste Unterschied zwischen Bayern und Sachsen liegt in der geringen Bindung zu Parteien und gesellschaftlichen Institutionen. Der Zusammenbruch der DDR-Institutionen hat ein Vakuum hinterlassen. Es fehlen vor allem solche Institutionen, die Werte vermitteln. Oft bleibt nur der Sportverein. Wie wenig der taugt, demokratische und humanitäre Werte hochzuhalten, lässt sich eindrucksvoll in deutschen Fußballstadien miterleben (nicht nur im Osten). Die Kirchen haben keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung. Auch CDU, SPD, Grüne und FDP sind dem Bürger immer fern geblieben. Einzig die Linkspartei ist in den neuen Bundesländern verankert - obwohl oder gerade weil in ihr ein Stück alte DDR überlebt hat. Was all dies nicht erklären kann, ist das unheimliche Fehlen von Mut bei den Mügelner. Kein Bürgermeister verfügt über genug Phantasie, uns zu erklären, wie 50 zugereiste Glatzen ein Festzelt betreten und dort die Inder angegriffen haben sollen. Da müssen schon zwei oder drei Mitbürger von Gottfried Deuse mitgemacht haben. Aber gehen Sie in sich: Wie würden Sie reagieren? Mügeln ist ein Aufruf an uns alle, das Maß unserer eigenen Courage zu hinterfragen. Vielleicht hat nicht nur Mügeln Glück gehabt, dass die Inder sich in eine Pizzeria retten konnten und ein Blutbad ausblieb. Vielleicht haben wir alle bisher Glück gehabt, dass in bayerischen, hessischen oder westfälischen Festzelten diese explosive Mischung aus Alkohol und dumpfem Fremdenhass noch nicht eingetreten ist. ### Neuer Steuerzahler in Brandenburg an der Havel Die Stadt Brandenburg an der Havel hat einen neuen Einwohner. Bei dem Mann handelt es sich um Wolff v. R. Der 42-jährige Journalist verlegte zum 18. August seinen Hauptwohnsitz vom nordhessischen Kassel in die Havelstadt. Der Zugezogene sagte dazu: "Besser hätte es die Stadt gar nicht treffen können. Ich zahle brav meine Steuern und verursache nur an Wochenenden und während des Urlaubs Abnutzungen an der Infrastruktur." Arbeiten wird v.R. vorläufig weiter in Kassel. ### Happy Birthday, CD Heute vor 25 Jahren begann in Langenhagen bei Hannover, in den Produktionsstätten der damaligen Polygram, die weltweit erste industrielle Produktion einer CD - des letzten ABBA-Albums The Visitors. Die BBC feiert heute dieses Jubiläum. Hintergrund war, dass die beiden größten Elektronikkonzerne der Welt, Sony und Philips, an einem digitalen Tonträger bastelten. Sony an Verfahren zur Digitalisierung von Klängen, Philips an der optischen Speicherung von digitalen Signalen. Für die Schaffung der CD warfen beide Elektronikgiganten ihr wissen in einen Topf. Die Plattenindustrie verlangte gegen Ende der 70er Jahre den neuen Tonträger: Die Plattenabsätze sanken nämlich. Der neue Tonträger sollte die Leute dazu bringen, dass sie alle ihre Platten einfach nochmal kaufen. Das hat funktioniert. So gut, dass Sony schon gegen Ende der 80er forderte, nun brauche man alle fünf Jahre einen neuen Tonträger. Die ersten CDs kamen übrigens auf den Markt, noch bevor der erste Player am 1. Oktober 1982 in Serie ging, wie die Wikipedia notiert. Und sie erzählt auch die nette Geschichte, wie die Größe von 12 Zentimetern zustande kam: Auf 12 Zentimeter Polycarbonat passten 74 Minuten Musik, die Dauer der Aufnahme von Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie, 1951 dirigiert von Wilhelm Furtwängler. Der Klassikfan und Sony-Vizepräsident Norio Ohga liebte diese Sinfonie. und auch wenn seine Lieblingsaufnahme mit Herbert von Karajan nur 66 Minuten dauerte, so plädierte er dafür, die CD so auszulegen, dass auch die längste Aufnahme der Neunte darauf Platz hat. Das war eben die von Furtwängler. Philips bestätigt die Geschichte offiziell. ### Deutschland sucht den Bundespräsidenten 2009 tritt Horst Köhler als Bundespräsident ab, wenn er nicht mehr kann oder nicht mehr darf. Die Netzzeitung hat sich Gedanken gemacht und präsentiert ihre Kandidatenvorschläge in einer Fotogalerie. ### Happy Birthday, Gnome Eine freie und komplette Desktopumgebung kündigte Manuel de Icaza in einer E-Mail am 15. August 1997 an. Das war die Initialzündung des Projektes GNU Network Object Model Environment (GNOME). Daraus entstand eine Desktopumgebung für Linux auf der Basis des Gimp Toolkit (GTK). Dabei orientierten sich die Entwickler weniger an bestehenden Vorbildern (Windows, MAC). Nicht nur der Desktop selber, sondern auch alle Programme, die zu ihm gehören, müssen sich nach festgelegten Human Interface Guidelines (Richtlinien für die Schnittstelle zum Menschen) richten. Das zum Füßchen ausgeschmückte G steht heute für einen Desktop, der zwar oft als farblos geschmäht wird, der sich aber auch durch eine große innere Geschlossenheit auszeichnet. Auch dazu tragen die Richtlinien bei. P.S.: Den schönen Kuchen hat Barisione gebacken. ### Der Sommer reißt seine Löcher Fast alles haben wir im Sommerloch schon erlebt: Hinterbänkler fordern Kennzeichenpflicht für Radler, CDU-Politiker fordern freien Waffenbesitz für gut beleumundete Bürger etc. Doch dieses Sommerloch scheint anders zu sein als alle vorher. Diesmal scheinen die Hinterbänkler gemeinsam mit ihren Tribunen in die Ferien gefahren zu sein. Dass das politische Berlin schweigt, ist für die Presse noch lange kein Grund, auf Schlagezeilen zu verzichten. Wenn aber der Neuigkeitsgehalt nicht mehr als Null sein kann - siehe oben -, dann liefert man halt Hintergrundberichte - zur Not auch ohne Hintergrund. Beispiel... Warum Wolfgang Schäuble Angst macht. Es handelt sich hier um die Kolumne von Graf Nayhauss in der Netzzeitung. Da lesen wir, wie Nayhauss einst Wolfgang Schäuble in dessen Wintersportrefugium besucht hat, als dieser noch Kanzleramtsminister im Kabinett von Helmut Kohl war. Das war 1988, zwei Jahre bevor ein feiges Attentat den sportlichen Schwaben in den Rollstuhl brachte. Das erwähnt Nayhauss. Jetzt wird es spannend: Wie ist wohl die Seele des Wolfgang Sch. gebrochen, nachdem ihn die Kugeln trafen? Nun? Fehlanzeige: Wir lernen den liebevollen Familienvater Schäuble kennen, der seiner Jüngsten gern den Schnuller reicht. Ist es das, was Schäuble so gefährlich macht? Ganz am Schluss vertagt sich Nayhauss auf - sie werden es erraten - nach dem Urlaub. Dann will er wiedermal bei Schäubles zu Besuch sein. Kein Wort darüber "warum Wolfgang Schäuble gefährlich ist". Nur ein beredtes Zeugneis davon, dass er ein gewiefter Medienprofi ist, der Journalisten um den Finger wickeln kann. Mehr lernen wir über Graf Nayhauss: Auch einem verdienten Kolumnisten geht kurz vor dem Sommerurlaub manchmal der Stoff aus. Da schreibt man eben mal darüber, wie man mit Spitzenpolitikern die Pisten hinabwedelt oder bei teuren Italienern speist und verkauft das unter einem reißerischen Titel. ### Wolfgang und die Rentnerband Embedded video from CNN VideoJetzt steht es fest: Die Reunion-Tour von Van Halen startet am 27. September in Charlotte (North Carolina). 25 Konzerte sind vorerst geplant. Wenn die Kasse stimmt, wird die einstige US-Heavyrockband Nr. 1 noch einige Auftritte dranhängen. Dabei spielt sicherlich die körperliche Verfessung der gestandenen Fünfziger eine Rolle. Immerhin hopst Gitarristenidol Edward "Eddie" van Halen schon auf künstlicher Hüfte. Mit dabei ist wieder Sänger David "Dave" Lee Roth, der Van Halen 1985 den Rücken gekehrt hat, um mit eigenen Starallüren zu scheitern. Wir erinnern uns: Van Halen ersetzte Dave durch Sammy Hagar, weswegen viele Fans die Band in dieser Zeit in Van Hagar umtauften. CNN hat ein hübsches Video von der Pressekonferenz der Van Halens ins Netz gestellt: Unbedingt anschauen!!! Sehen Dave und Eddie nicht aus wie Siegfried und Roy. Der extrem kräftige junge Mann am rechten Bildrand heißt Wolfgang Van Halen - Eddies 16-jähriger Sohn. Nun ja, gerde jetzt hat ja CNN darauf hingewiesen, dass die sinken Lebenserwartung junger US-Amerikaner nicht zuletzt durch deren Gewicht erklärt werden kann. Wolfgang wird den Van Halen-Bassisten Michael Anthony ersetzen. Vielleicht der Einzige, der genug Achtung vor der eigenen Legende hatte, um zu Hause zu bleiben. ### Ordnung schaffen mit gLabels Wer krank darniederliegt, sucht meist nach Beschäftigung sobald die ersten Schüttelfröste verflogen sind. Warum nicht mal alle Videokassetten umspulen, durchsehen und neu beschriften? Achtung: Die Etiketten von der Firma Zweckform sind bereits vielerorts noch vor den letzten Videocassetten aus den Sortimenten verschwunden. Zum Beschriften gibt es mit gLabels das ideale Werkzeug zum Ausfüllen unter Linux. In dem freien Programm sind bereits unzählige handelsübliche Etikettenformate angelegt. ### Alt Grrrrr und String Haben Sie sich schon gefragt, wofür "Alt Gr" auf Ihrer Computertastatur steht? Eben: Deswegen nennen wir die Taste wohl alle nur "Alt Gr". Mit der korrekt ausgeschriebenen Bedeutung des Kürzels könnte wohl auch niemand etwas anfangen: "Alternate Craphic". Das Typowiki erklärt die korrekte Bedeutung der Computertastaturen und auch die gebräuchlichsten Schöpfungen ratloser Computernutzer. ### Blitzschnell Elektroschrott In einem Lidschlag vom ganzen Stolz zum Elektroschrott. Dass der Blitz einschlägt, kann bei den Unmengen an Gewittern, die dieses Jahr über unsere Köpfe hinweg ziehen, schnell passieren. Die ersten Opfer sind elektrische Geräte - auch Computer. Das c't magazin.tv widmet sich morgen ab 12.30 Uhr im hr-Fernsehen dem wetterbedingten Burnout der Rechenknechte. ### Speisefisch gegen Malariamücken Grätenfrei, fettarm und von süßem, leicht nussigem Geschmack - so schätzt man den Tilapia in der Küche. Kenianische Forscher wollen jetzt einen anderen Vorzug des afrikanischen Süßwasserfisches nutzen. Sie züchten den Nil Tilapia, weil er sich bevorzugt von den Larven der Malaria übertragenden Moskitos ernährt. Das meldet BBC Science heute. Natürlich brütet das lästige Insekt auch an Orten, in denen seiner Brut keine Gefahr vom Raubfisch droht: Pfützen zum Beispiel. Doch im Afrika südlich der Sahara, in dem alle drei Sekunden ein Kind an Malaria stirbt, sieht man im Tilapia eine Waffe in einem ganzen Arsenal, das die Seuche eindämmen soll. ### Crash der Galaxien Im Sternbild des großen Bären haben Forscher mit dem Weltraumteleskop Spitzer den Zusammenstoß von fünf Galaxien beobachtet. Die Schuldfrage ist ebenso offen wie die Zahl der Opfer. Das Ergebnis ist eine Fusion der Galaxien. Handelt es sich um eine freundliche oder eine feindliche Übernahme? An welcher Börse wird die neue Supergalaxie gehandelt? Wie hoch ist ihre Bilanzsumme? Die Astronomie bleibt ein Forschungsfeld voller spannender Fragen. ### So sicher ist sonst kein Tresor Bei Ebay steht der wohl sicherste Tresor überhaupt zur Versteigerung. Nicht einmal der Anbieter hat einen Schlüssel dafür, und was sich darin befindet, weiß den Angaben des Verkäufers zufolge auch keiner. Ein kostbarer Schatz? Mumifizierte Leichenteile? Oder verschollene Stasi-Akten deutscher Spitzenpolitiker? Kein Wunder, dass der Verkäufer den 300-Kilogramm-Trumm nicht im eigenen Haus geöffnet haben möchte. Wie auch immer: Die Antwort auf alle Fragen kostet mindestens 150 Euro und die Telefonnummer einer kostengünstigen Spedition. ### Hydrogen-RPM für Fedora7 Hydrogen ist ein intuitiv bedienbarer Drumsequencer für Linux. Im Handumdrehen hat man da einen Drumcomputer auf dem PC. Bei Fedora7 steht jedoch zurzeit noch kein Paket in den Quellen. Also musste ich mir mit viel Unterstützung aus dem fedoraforum selbst ein RPM zu basteln. Die Frucht meiner Bemühungen möchte ich an dieser Stelle teilen. Rechtsklick auf den Link und dann: "Link speichern unter": hydrogen-0.9.3-4.fc7.rpm Als Frischling im Erstellen von Programmpaketen kann ich natürlich keinerlei Gewähr auf das Hydrogen-RPM geben. Würde mich aber auf jeden Fall freuen zu hören, wie es sich bei anderen Fedora-Usern bewährt. ### Neue Fotos aus Brandenburg Und wieder ist meine Bildergalerie aus Brandenburg an der Havel angewachsen: Check it out! ### Landrat gesucht Und noch einmal Talentsuche. Der Landkreis Dahme-Spreewald südöstlich von Berlin sucht einen Landrat oder eine Landrätin. Das berichtet die Märkische Allgemeine. Bei Youtube wird diese Stelle wohl nicht zu besetzen sein. Die Stelle ist aber ausgeschrieben. Bewerbungsschluss: 24. August. Ich bin sicher, dass bald auch politische Ämter in Casting-Shows vergeben werden. Das ist die Fortsetzung der Direktwahl mit anderen Mitteln. ### Talentsuche bei Youtube Manche Fußballer werden über Monate von den Talentscouts der großen Vereine beobachtet. Im Fall ven Rhain Davis brauchten die Verantwortlichen von Manchester United nur vier Minuten - die dauer eines Clips bei Youtube. Der zeigt den Neunjährigen (!) in einem Turnier für Unterzehnjährige Ballkünstler. Rhains Großvater hatte das Filmchen per DVD an Manu geschickt. Gefunden bei FoxNews ### Buchtipp: Linux light „Kurz und gut“, das hört sich nach Anfängerleitfaden an. Und tatsächlich beginnt „Linux – kurz und gut“ von Daniel J. Barrett bei den Grundlagen des freien Betriebssystems: „Was ist Linux?“, „Was ist ein Befehl?“ Das Buch stellt die großen Desktops KDE und Gnome vor, ebnet dem Leser dann aber zügig den Weg zu dem Arbeitsinstrument, das die große Stärke von Linux ausmacht: die Shell, die bei Neulingen oft gefürchtete Kommandozeile. Dabei spielt es kaum eine Rolle, dass sich „Linux – kurz und gut“ auf die veraltete 9.0-Version von Suse-Linux bezieht. Das war eben aktuell, als Torsten Wilhelm 2004 das Buch ins Deutsche übersetzte. Natürlich haben KDE und Gnome seitdem an Fähigkeiten zugelegt. Dennoch bleibt die Shell ein manchmal unverzichtbares, oft schnelleres und in jedem Fall mächtigeres Werkzeug, und sie sieht heute nicht anders aus als 2004. Das Taschenbuch hätte seinen Klassikerstatus wohl nie allein mit Einsteigertipps verdient. Es führt in die Administration eines Mehrbenutzersystems ein, erklärt Hostnamen und kommt manchmal zu schnell zu Themen, die dem Einsteiger eher Angst machen (Was, zur Hölle, sind Dateivaraiblen?). Wenn Sie einen erfahrenen Linuxer mit belastbarem Nervenkostüm zu ihrem Freundeskreis zählen, können Sie die Anschaffung eines Buches, wie „Linux - kurz und gut“ so lange hinauszögern, bis die Freundschaft zerbricht. Jedem, der mit Linux beginnt, sei das Buch ausdrücklich empfohlen. Arbeiten Sie damit, bis alle Fragen beantwortet sind. Legen Sie es dann erst einmal zur Seite – aber immer in Griffweite. Oder arbeiten Sie sich bei Interesse vor bis zum Linux-Administrator. Die knapp 10 Euro sind in beiden Fällen gut angelegt. Wolff von Rechenberg „Linux – kurz und gut“ von Daniel J. Barrett, übersetzt von Torsten Wilhelm, O'Reilleys Taschenbibliothek, Köln 2004, 210 Seiten, 9,90 Euro. ### Und keiner sah die Krise kommen Im Krieg war Konjunktur. Das alte Europa brauchte dringend Nahrungsmittel, weil die Landwirtschaft dort darniederlag. Die Männer wurden in den Stahlgewittern verheizt. Für die Landwirte in den USA begannen goldene Zeiten. Die Arbeitslosigkeit tendierte gegen Null, die Farmer kauften auf Pump immer mehr Land und die damals noch neuen Landmaschinen. Neu, weil wir hier nicht vom Golfkrieg sprechen, sondern vom Ersten Weltkrieg. Die Industrie - ganz und gar auf den Binnenmarkt eingestellt - steigerte die Produktion. Ein Ende schien nicht in Sicht. Als der Krieg 1918 endete und die europäischen Bauern wieder auf ihre Äcker zurückkehrten, da nahm man das noch nicht zur Kenntnis. Im Gegenteil: Weil die amerikanische Wirtschaft so ungeheuer profitiert hatte, weil sie einen Innovations- und Wachstumsschub erlebt hatte, entdeckten nun europäische Investoren das Land für sich. Zusätzliches Geld floss in die Maschine, die dadurch zunächst an Tempo zulegte. Die "Roaring Twenties" waren angebrochen. Niemand sah, dass die Weltmarktpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sanken, dass die US-Landwirtschaft ganz allmählich in die Krise steuerte. Weil aber die US-Wirtschaft eine reine Binnenwirtschaft war, bekamen nach und nach auch die Hersteller von Landmaschinen und von Dünger Probleme. Außerdem konnten die Bauern ihre Hypotheken nicht mehr zahlen. Sie verloren ihr Land. Das wollte niemand mehr haben, und deshlab verloren die Banken ihr Geld. Plötzlich schrieb man das Jahr 1929 und das System brach zusammen. Die Weltwirtschaftskrise hatte begonnen. Jahrzehntelang überboten sich die Ökonomen in Beteuerungen, dass es nie wieder zu einer solchen Entwicklung kommen könne. Denn schließlich wisse man es ja jetzt besser. Spätestens beim Wort "Hypotheken" sollte klar sein, auf wie dünnem Eis die Ökonomen theoretisieren, und wie windig unsere Spargroschen in den Fonds angelegt sind. Jeder hat in US-Immobilien investiert. Jetzt ist der Immobilienmarkt in der Krise, und noch nie war die EU so wertvoll wie heute. Dass den Banken in Europa nur vereinzelt die Krise droht, zeigt, um wieviel weniger eng die Bindungen der europäischen Ökonomien an die US-Wirtschaft sind. ### Heino ruft zur Revolte Wie hat sich doch die Welt verändert: Die Rapper werden weiß, die Golfer schwarz, die besten Segler kommen aus der Schweiz und Heino ruft zu bürgerlichem Ungehorsam auf: Die Fernsehgebühren sollen wir boykottieren, weil das ZDF die lustigen Musikanten einstellen will. Das berichtet das Musikportal laut.de. Da müssen sich Musikfreunde meiner Generation fragen, ob wir wirklich alles versucht haben, um die Rockpalastnächte zu verteidigen. Ich sehe schon die ersten Dirndl-Demos mit strammen Madln mittleren Alters und Gaudiburschen in Krachledernen. ### Phänomene des Alltags: der Zusteiger "Zugestiegene Fahrgäste, bitte die Fahrkarten!" So heißt es seit Jahr und Tag in den Sardinenbüchsen der Deutschen Bahn. Nicht so am vergangenen Freitag im Intercity von Norddeich-Mole nach Cottbus. "Zusteiger, bitte die Fahrkarten", rief da der Schaffner... oder nennt man den heute nur noch Zugchef. Ach nein, der Chef trägt ja am Ärmel die Kapitänsbinde. Also, der Zugbegleiter. Obwohl er ja den Zug nicht begleitet. Denn der Zugbegleiter läuft ja nicht an der Leine bei Fuß neben dem Zug her und bittet, dass man ihm die Fahrkarten aus dem Fenster reiche. Er begleitet also die Reisenden, nicht den Zug. Und wenn er die Reisenden nur begleitet, was gehen ihn dann die Fahrkarten an? Sie sehen schon, der Zugbegleiter hätte alles Recht, selbst als Phänomen des Alltags behandelt zu werden. Doch diesmal geht es um den "Zusteiger". Was ist das, ein Zusteiger? Ist das einer, der immer zusteigt? Nie als erster Im Zug? Nie Trendsetter, sondern immer nur Mitläufer? Wenn der Zusteiger einsteigt, dann sitzen da schon tausend andere und sagen: "Ätsch! Ich bin schon da!" Doch entweder reicht ihm das, dem Zusteiger, oder er ist nicht fähig Führungsaufgaben zu übernehmen. Er ist die graue Masse. Aber wodurch wird der Zusteiger zum Zusteiger? Der Weg zum Zusteiger führt - wie alle Karrierewege in Deutschland - jedenfalls über Qualität oder Qualifikation. Siehe: das deutsche Schulsystem. Auch hier werden Karrierechancen nach Herkunft verteilt. So wird der Mensch auch zum Zusteiger nicht durch eigenes Vermögen, sondern durch Herkunft. Ein Kasseler kann zum Beispiel in Zügen des Fernverkehrs nur Zusteiger sein. In Kassel beginnt nur einmal am Tag ein ICE. Alle anderen ICE, IC, EC oder sonstwasC fahren nur durch. Eine grausame Geografie hat die documenta-Stadt nun einmal in der Mitte der Republik wachsen lassen. Zweitklassig, Zusteiger eben. Aber auch die Existenz eines Zusteigers erfüllt einen göttlichen Plan. So steigt beispielsweise in Kassel immer die mobile Eisverkäuferin zu oder im Winter die mobile Brezelverkäuferin. ### Neue Fotos aus Brandenburg Meine Fotogalerie aus Brandenburg ist um zwei Fotos gewachsen. ### Blau ins All 1969 hatte man die unbeholfenen Bewegungen von Neil Armstrong auf dem Mond noch für Folgen der Schwerelosigkeit gehalten. Jetzt steht zu befürchten: Der Mann im Mond könnte blitzeblau gewesen sein. Es soll verschiedentlich vorgekommen sein, dass Astronauten die Reise ins All alkoholisiert angetreten haben. Da wird es wohl Zeit für Dopingproben in Cape Canaveral, sonst werden ARD und ZDF den nächsten bemannten Mondflug nicht mehr übertragen. ### Buch-Tipp: William Boyd - Ruhelos 1976. Es ist ein langer, heißer Sommer. Ruth Gilmartin fährt aufs Land zu Besuch zu ihrer Mutter. Deren Verhalten bereitet der Tochter große Sorge. Sie öffnet die Tür nur nach vereinbarten Klingelzeichen. Ständig behält die alte Dame den nahen Waldrand im Auge, und obwohl sie vollkommen gesund ist, verlässt sie das Haus nur im Rollstuhl. Schließlich eröffnet Sally Gilmartin ihrer Tochter, dass sie in Wirklichkeit Eva Delektorskaja heißt, dass sie als russische Exilantin vor dem Krieg in Paris gelebt hat und dort für den britischen Geheimdienst angeworben worden ist. William Boyds Roman „Ruhelos“ bricht mit allen Gewohnheiten des Agententhrillers und bleibt dennoch spannend bis zur letzten Seite. Stück für Stück erfährt der Leser die Lebensgeschichte der Eva Delektorskaja: Der Mann, der sie angeworben hat, Lucas Romer, erweist sich als ebenso charmant wie undurchsichtig und langsam wird klar, dass ein gefährliches Geheimnis aus vergangenen Zeiten seine Schatten bis in die Gegenwart wirft. Bis in Ruths Leben. Auch dort scheinen plötzlich nicht mehr alle Menschen dass zu sein, was sie vorgeben. Die junge Mutter taucht ein in den gefährlichen Sog von Misstrauen und Wachsamkeit. William Boyd greift in „Ruhelos“ ein wenig beachtetes, unbequemes Thema auf: In den frühen Tagen des Zweiten Weltkriegs betreibt der britische Geheimdienst gezielt Desinformation in den USA. Falsche Nachrichten sollen die US-Bürger glauben machen, dass Hitler-Deutschland auch nach einer Besetzung Amerikas trachtet. Boyd stellt seine Protagonistin mitten hinein in diese höchst geheimen Machenschaften und bleibt ihnen dennoch so nahe, dass ihm gleichzeitig gelungen sind: eine spannende Spionagegeschichte ohne alle James-Bond-Klischees, und die sehr menschliche Schilderung einer ohnehin belasteten Mutter-Tochter-Beziehung, die vor ihrer schwersten Bewährungsprobe steht. Boyds Figuren rasen nicht in teuren Sportwagen zu teuren Bars. Boyd beschreibt Menschen, die ihren Weg zu finden versuchen – in einer Welt, in der alles Menschliche zur Schwäche werden kann. William Boyd: Ruhelos 400 Seiten Berlin Verlag 22 Euro ISBN: 3-8270-0692-9 ### Gimp 2.4 endlich mit Farbmanagement Mit der neuen Version 2.4 erhält das freie Bildbearbeitungsprogramm Gimp (Gnu Image Manipulation Program) endlich ein professionelles Farbmanagement. Es erkennt eingelagerte Profile und kann das Bild unter Beibehaltung des Profils weiter verarbeiten. Farbprofile bieten Druckereien ihren Kunden an, damit diese ihre Bilder schon vorab an die Farbdarstellung des Druckwerks anpassen können. Gimp soll auch bereits angehängte Farbprofile erkennen und wahlweise ein Bild mit angehängtem Farbprofil öffnen und bearbeiten können. Das berichtet Pro-Linux. Auch für die Digitalfotografen bietet Gimp 2.4 eine interessante Neuerung. Es soll die Verzeichnungen von Kameraobjektiven ausgleichen können. Gimp 2.4 soll laut Pro-Linux kurz vor der Fertigstellung stehen. Bitte, bitte, lieber Gott, lass es rechtzeitig zu Fedora 8 fertig werden. ### Wiesn 2.0 Wenn am 22. September das 174. Oktoberfest beginnt, dann heißt es auch im Internet: O'klickt is'! Die Wiesn lockt schon seit längerem auch im Web (Oktoberfest.de). Neu ist, dass man dem Oktoberfestflirt nun auch bei Lokalisten nachgehen kann und sich mit lustigen Sauffilmchen bei MyVideo auf das größte deutschsprachige Saufgelage einstimmen kann. Und ganz bestimmt kommt irgendwann der Tag, da fließt auch noch das Bier aus dem PC. Quizfrage: Was ist Glück für einen Bayern? (Am Wochenende gibt's die Auflösung) ### Volkslaptop Die US-Computerfirma Medison bringt den Laptop für Jedermann: Knapp 114 Euro kostet der Medison Celebrity. Dafür muss der Kunde mit computertechnischer Magerkost Vorlieb nehmen: 1,4 Ghz Celeron, 256 MB Ram, 40 GB Festplatte. Das Display ist auch nur 14 Zoll groß. Wenigstens sind die drei USB-Ports schon aus 2.0-Standard. Und man muss sich mit Linux anfreunden. Fedora, wie dieser Blogger weiß. Immerhin: Für Büroarbeiten, E-Mails, Websurfen und einfache Multimediaanwendungen reicht das vollkommen. Mit Windows Vista würde ein solches Notebook gar nicht funktionieren, und der Preis ließe sich wohl auch nicht erzielen. Mit Versand und Zoll sollte die schicke Flunder für 150 Euro an Europas Küsten stranden. Foto: Medison ### Praktische Helfer im Stau Wenn die Ferien beginnen wird es eng auf den Autobahnen. Zu eng! Da staut sich das Blech in Nord-, Süd-, Ost- und Westrichtung. 10 Kilometer und mehr, keine Abfahrt in Sicht! Wohl dem, der bei Ebay rechtzeitig ein Beißholz ersteigert hat. Da leidet das Lenkrad nicht mehr an den Bißspuren. Vielleicht nützt es ja auch, wenn die nächste Toilette noch ungefähr 5 km in Staurichtung entfernt liegt. Noch besser hat es da nur der Aurofahrer, der für sich und die Familie den Pipimax mitführt. Der Erstehilfekasten bei Notdurft enthält eine Flasche für "Ihn" und einen Trichter für "Sie". Der Hersteller warnt allerdings vor dem Pinkeln bei 200 Stundenkilometern. ### Lufteinsatz bald auch gegen Falschparker? Es zählt die Luftüberlegenheit. Um die Binsenweisheit erfolgreicher Kriegführung weiß man vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. Gut zu wissen, dass im Land an der Ostseeküste sogar das Kleinstadtrevier die eigene Luftwaffe ins Gefecht gegen Einbrecher, Ladendiebe oder - wie in diesem Fall - gegen Demonstranten werfen kann. Die Bild-Zeitung, die sonst den Luftraum über den Stammtischen beherrscht, hat in ihrer Sonntagsausgabe ausgeplaudert, dass die Rostocker Polizei den Einsatz der Tornado-Kampfjets zur Überwachung von G8-Gegnern völlig eigenmächtig angeordnet hat. Weder Innen- noch Verteidigungsminister hätten davon gewusst, berichtet die Netzzeitung unter Berufung auf Bild am Sonntag. Schlechte Zeiten für Falschparker in Meck-Pomm. Die Tornados sehen alles. Und jetzt alle: "Wenn der Schutzmann um's Eck kommt..." Weiterlesen: Luftherrschaft über Heiligendamm ### Schnee in Texas Kann es in Texas schneien? Sonne, Staub, Tequila, das gehört zu Texas. Wenn ein Texaner sagt, es schneie in seinem Herzen, dann muss es schlimm um ihn stehen. Salim Nourallah, Singer-Songwriter aus Texas, hat seine neue CD so genannt, „Snowing in my Heart“. Und die Titelauswahl gibt das Programm vor. Ein verzweifelter Nourallah schreit flehend „Hang On“. Und obgleich er den Hörer gleich im zweiten Song besänftigt, es bestehe kein Grund, „So Down“ zu sein: Auf „Snowing In My Heart“ - seiner insgesamt dritten Solo-CD - kostet Salim Nourallah eher die melancholische Seite seines Talents aus. Das engt die Aussage etwas ein, gegenüber dem famosen Vorgänger „Beautiful Noise“, der durchaus seine lebensfrohen Momente besaß. Beim ersten Hören wirkt die neue CD fast ein wenig unscheinbar. Salim Nourallah spielt weniger mit verschiedenen Sounds, er weiß diesmal schon vorher, was sagen will und dosiert die Mittel sparsam. Nach wie vor liegen seine Wurzeln im Werk der Beatles, aber nun hat der eigenwillige Texaner eine neue Ebene im Schreiben von Popmusik erreicht. Salim Nourallah sucht den Vergleich mit Songschreiber-Giganten wie Elvis Costello, Andy Partridge (XTC) oder Jarvis Cocker (Pulp). Seine Melodien sind vielleicht ein wenig sperriger geworden, aber einen solchen Reichtum an subtilen harmonischen Schattierungen bieten wenige Pop-Platten. Die Ballade „I Miss You“ mag als Beispiel dienen. Da enttäuscht Salim Nourallah alle vorausgeahnten Akkordfolgen. Dafür findet er neue, die noch nicht abgegriffen sind. „Snowing In My Heart“, der Titelsong ist sogar fast zu episch für ein Pop-Album. Das ist eine Mini-Oper. Machen wir's kurz: Als musikalischer Begleiter im Auto mag das 2005er Album „Beautiful Noise“ geeigneter sein, ansonsten hat sich ein ohnehin herausragender Popkünstler auf „Snowing In My Heart“ selbst übertroffen. Es braucht allerdings ein wenig Zeit, das zu entdecken. Geben Sie Salim Nourallah diese Zeit, und er entführt Sie auf einen Trip durch eine melancholische Pop-Wunderwelt, in der einfach alles passieren kann. Wolff von Rechenberg Salim Nourallah: Snowing In My Heart, tapete records TR105 Weiterlesen: Nie wieder Denton, Texas ### Beamter mit Hohlräumen im Hirn Es passt fast zu gut in die gängigen Klischees über Beamte: In Frankreich geht ein Beamter mit einem winzigen Gehirn seinem Beruf nach. Wie die Netzzeitung berichtet, ist der 44-jährige Familienvater wegen einer linksseitigen Beinschwäche ins Krankenhaus eingeliefert worden. Als sie das Gehirn des Patienten durchleuchteten, staunten die Ärzte nicht schlecht: Riesige wassergefüllte Hohlräume fanden sie im Hirn des Mannes, der nur über weniger als die Hälfte eines normalen Hirnvolumens verfügt. Siehe auch: http://senfdazu.blogspot.com/2007/07/forrest-gump-lebt-in-frankreich.html ### documenta-Pause Mit dem Foto vom Aue-Pavillon geht mein documenta-Tagebuch in eine Pause. Die weiteren Ausstellungsorte, Neue Galerie und Schloss Wilhelmshöhe, muss ich erst noch aufsuchen. Vielen Dank an alle, die mir so fleißig durch die heiligen Hallen gefolgt sind. ### documenta 12: Aue Pavillon Der Aue-Pavillon im normalen Flutungszustand. Ein Ordner wimmelt die ersten japanischen Touristen ab, die Einlass begehren. Ein Pariser Architekturbüro hatte den Pavillon geplant. Aber eigentlich sollte er nur aus einem Plexiglasdach und offenen Wänden bestehen. Klar, dass man keine unersetzlichen Kunstwerke in einem so offenen Gebäude zu präsentieren. Warum Roger M. Buergel überhaupt auf die Idee verfallen war, ein solches Gebilde errichten zu lassen, zählt zu den Geheimnissen dieser documenta. Dann kam eins zum anderen: Nachdem man Wände errichtet hatte, stellte man fest, dass es da drin heiß wie in einem Backofen sein würde. Also kamen Vorhänge hinzu. Die Architekten distanzierten sich von ihrem Pavillon. Und der steht nun da, mal unter Wasser, mal in der sengenden Sonne, gegen die die Klimaanlage kaum ankommt. ### Der Lotse fällt von Bord Nun verlässt er genau jenen Posten, der in diesem Land einem Feudalherrscher-Thron noch am nächsten kommt. Den des bayerischen Ministerpräsidenten. Wie wird er wohl seinen Schwanengesang anstimmen, der Stoiber Edmund? "Herrschaften, ich sing' mir ja keinen Schwan!" Kondolenz kommt schon jetzt aus den Reihen seiner treuesten Feindbilder. Petra Pau von der Linkspartei würdigt den werdenden Pensionär mit den Worten: "Kein zweiter deutscher Politiker konnte nüchtern soviel unverständliches Kauderwelsch reden, wie er." Der Linkspartei geht überdies ein zuverlässiger Wahlkampfhelfer im Osten verloren. Wir alle erinnern uns noch an die Idee, den Ossis den Geldhahn abzudrehen, wenn sie PDS wählen. Oder - eine Bundestagswahl später - Stoibers Ausbruch gegen die "Frustrierten", die in Deutschland die Wahl entscheiden. ### Käse beim Schimmeln zusehen Und am Ende eines Tages noch etwas für die Wissenschaftsfruende: Haben Sie schon einmal Käse beim Schimmeln zugeschaut? Sicher, können Sie mit einem Blick in den Kühlschrank auch daheim haben. Aber liegt Ihr Cheddar auch schon 208 Tage und 21 Stunden? Na eben. Dann sollten sie einige kontemplative Minuten, Stunden oder gar (schluck!) Tage mit www.cheddarvision.tv verbringen. Don't try this at home! ### Falsch verbunden Handys haben die unangenehme Eigenart meistens dann zu klingeln, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Wenn man gerade die braune Packpaiertüte aus dem Supermarkt schleppt, in den Armbeugen noch die Kaltgetränke und mit der freien Han nach dem Autoschlüssel fingert, dann bimmelt diese vermaledeite Zwiebel los. Das kennen Sie wahrscheinlich. Und wenn Ihnen das häufiger passiert, dann kommt Selbstmitleid auf. Dabei können Sie froh sein, dass Ihnen nicht dasselbe passiert ist wie der Collegestudentin Shira Barlow in den USA. Die hat nämlich die abgelegte Handynummer der Jet-Set-Queen Paris Hilton bekommen. Das berichtet die englische Ausgabe der Prawda in ihren Fun Reports. Es soll alles damit begonnen haben, dass sich Leute zwischen 2 und 4 Uhr nachts nach den coolsten Clubs in LA erkundigen wollten, berichtet Prawda unter Berufung auf einen Artikel in der Los Angeles Times. Dann - im Mai - wurde Miss Hilton eingebuchtet, und es kamen Beileids-SMS. ### Die Jugendsünden der Topstars Entlastung für Al Bundy: Auch wer damenschuhe verkauft, kann noch zu Ruhm und Ehre kommen. Kein Geringerer als Frauenschwarm George Clooney hat vor seinem Durchbruch als Schauspieler Damenschuhe verkauft. Die Netzzeitung listet heute Jugendsünden der großen Stars auf. ### Rezession in Avatarien Schrumpfende Bevölkerung, Abwanderung von Unternehmen... Das kommt Ihnen bekannt vor? Nein, nicht von unserer Bundesrepublik ist die Rede, sondern von Second Life. Es ist noch nicht lange her - auch nach Internetmaßstäben -, dass Firmen sich gegenseitig über den Haufen rannten, um Filialen im virtuellen Leben zu eröffnen. Nissan, Dell, IBM, Mercedes. Nun leeren sich die Auslagen, stehen die virtuellen Showrooms leer. Das berichtet der österreichische Standard. Mercedes ist noch zufrieden, solange die Avatare genannten Spieler weiterhin virtuelle Testrunden in der C-Klasse drehen. Und Adidas ist zufireden: 2700 Paar Schuhe will der deutsche Leibesertüchtigungsausstatter in Second Life verkauft haben. Und noch einer dürfte froh sein: der Springer-Verlag. Mit so viel Katastrophenmeldungen sollte die Second-Life-Ausgabe der Bild-Zeitung bald genauso erfolgreich sein wie die Papierausgabe. ### Einbahnstraße Gestern um 17.40 Uhr in Brandenburg Hbf angekommen. Gleich darauf erfahren, dass die Bahn sich wieder nicht mit ihren Kutschern geeinigt hat. Banges Warten: Wird es morgen eine Rückfahrt geben? Oder machen streikende Lokführer die Strecke Kassel-Brandenburg zur Einbahnstraße und die Havel zum Fluss ohne Wiederkehr? ### documenta 12: Seidenstraße Und wieder sind wir bei einem Chinesen, und wieder sind wir bei Seidenmalerei. Wie Hu Xioayuan stellt Lu Hao in "recording 2006 chang'an street" moderne Inhalte in dieser alten Gestaltungstechnik um. Die Chang'an Straße in Chinas Hauptstadt Beijing ist eine der Hauptverkehrsadern der Metropole. Sie führt vom Platz des himmlischen Friedens (Tian'anmen-Platz) zur Verbotenen Stadt. Das alte China an den Rändern dieser Straße ist mittlerweile fast vollständig modernen Bürohäusern und Einkaufszentren gewichen. Lu Hao stellt in seinem Werk die Straße in ihrer ganzen Länge in schier endlosen Glasvitrinen dar. Er zeichnet sie wie sie ist, mit einer Technik, wie es sie bald vielleicht nicht mehr gibt. Sein Werk setzt dem alten China ein Denkmal, ohne es nostalgisierend darzustellen. "recording 2006 chang'an street" ist eines von vielen sehr politischen Kunstwerken im Aue-Pavillon. ### documenta 12: Siegesgärten Die Gärten der Sieger stellt Ines Doujak im Aue-Pavillon aus: Ein 16 Meter langer Blumenkasten auf Holzstelzen. Darin hat die Künstlerin Gras und Kräuter gepflanzt. Dazwischen stecken auf Holzstäben lustige Samentütchen, wie in jedem Gemüsegarten. Aber dieser Gemüsegarten hat es in sich. Er steckt voller Hinweise auf Patente, mit denen multinationale Konzerne die Schöpfung neu ordnen: in Dein und Mein. ### Sehr geehrter Wolfgang Schäuble Sie können die Aufregung gar nicht verstehen, oder? Schließlich wollen Sie doch nur das Beste für uns! Sie, ein Verfassungsfeind? Nie! Immerhin muss es ja erlaubt sein, einmal darüber nachzudenken, ob man dem Strafrecht nicht einen nebulösen Tatbestand der Verschwörung hinzufügt. Dann räume man den Sicherheitsbehörden noch das Recht ein, so genannte "Gefährder" vorsorglich wegzusperren (auf Helgoland?) und im Ernstfall erst den Todesschuss zu vollziehen und dann Fragen zu stellen. Aber wer sich das Recht heraus nimmt, über solche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung nachzudenken, der wird ja "reflexartig", wie Sie sagen, des Verfassungsbruchs geziehen. Wie schön wäre es gewesen, wenn wir 1933 schon so gute Reflexe gehabt hätten! Was wäre uns da alles erspart geblieben. Und die Polen müssten ihr Stimmengewicht in der EU jetzt nicht künstlich hoch rechnen. Lassen Sie uns doch einmal die Blicke in eine ferne Zukunft schweifen: Zwar wartet auch Ihr Nachnachnachfolger noch sehnsüchtig auf einen islamistischen Anschlag, wie ein Fellache auf den Regen. Aber dennoch sind die Sicherheitsgesetze so verabschiedet, wie Sie, Herr Schäuble, sie sich gewünscht haben. Schließlich hat das Orakel von Langley (CIA-Hauptquartier) immer wieder die deutschen Geheimdienste mit Informationen gespickt, dass es bald, sehr bald so weit sein wird, dass das Attentat jetzt aber wirklich unmittelbar bevorsteht. Dieser Bundesinnenminister - nennen wir ihn Scheible - hat ein Problem. Schon wieder rücken die Staatschefs der ganzen Welt unserem heimeligen Gemeinwesen auf die Bude. Natürlich sind Demonstrationen angekündigt. Was tun? Ist nicht eine möglicherweise gewalttätige Demonstration eine Verschwörung gegen die Sicherheit des Staates? Natürlich! Im Handumdrehen sind die Rädelsführer verhaftet. Was man an Beweisen nicht finden kann, das platzieren versierte Beamte auf den Computern der "Gefährder". Aber das ist noch nicht alles: Da die Gruppen international vernetzt sind, treten jetzt die Killerkommandos des BND auf den Plan. Alle "Gefährder", auch jene, die rechtzeitig ins Ausland geflohen sind, sterben wie die Fliegen. Aber die Kuh ist noch nicht vom Eis. Nach dem Willen unserer Kanzlerin soll es keinen Unterschied zwischen innerer und äußerer Bedrohung geben. Das bedeutet, dass nun die Bundeswehr auf den Plan treten kann. Die Experten im Innenministerium errechnen, dass die Hundertschaften der Polizei zu teuer sind. Sie empfehlen den Einsatz von Napalm... Und Sie, Herr Schäuble, fragen allen Ernstes, warum man Sie als Verfassungsfeind betrachtet? Wo fängt denn Ihre böse Verschwörung an? Macht sich die Linkspartei einer Verschwörung zur Erringung der staatlichen Macht schuldig, wenn sie zur nächsten Bundestagswahl antritt? Müssen Gysi und Lafontaine nun untertauchen? ### documenta 12: Die Kanisterwelt des Romuald Hazoumé Der Aue-Pavillon bietet Platz für Kunst, die anderswo auf der documenta einfach den Raum sprengt. Romuald Hazoumé ist so einer: Sein Traumboot "Dream" (oben) steht so unübersehbar wie unmissverständlich im Raum. Natürlich ist der Traum vieler Afrikaner gemeint, die in kleinen Nussschalen die Meere zu überwinden versuchen, um ins gelobte Land Europa zu gelangen. Viele lassen ihr Leben. Aber selbst diejenigen, die mit knapper Not einer Katastrophe entronnen sind, würden es wieder probieren. Das Boot besteht aus 421 Kanistern. Romuald Hazoumé kommt aus Benin in Westafrika. Dort ist der Kanister Gebrauchsgegenstand, aber auch Statussymbol. Er kennzeichnet den Menschen, verrät seine Schichten- oder Religionszugehörigkeit. Deshalb dreht sich Hazoumés Kunst stets um den Plastikbehälter, den er sogar zu überraschend ausdrucksstarken Gesichtern verarbeitet. ### HP PSC-1510 unter Linux So einfach war die Einrichtung eines Scanners oder Druckers unter Linux nicht immer, und so einfach ist sie auch heute nicht immer. HP zeigt, wie es gemacht wird. Gestern erreichte mich mein nagelneuer hp psc1510, Ein Scanner-Drucker-Copy-Multi-Poly-Sorglosgerät. Am USB-Eingang anschließen, fertig! Der Dialog zur Druckereinrichtung zeigt das Gerät sofort an, und hat sich schon aus der Treiberdatenbank angemessen bedient. Das Menü "Neuer Drucker" dürfen wir getrost vergessen. Einzig bei der Einrichtung des Scanners gab es eine winzige Hürde. Dafür muss das "HPLIP"-Paket installiert sein. Bei Ubuntu ist das schon vorinstalliert. Wer Fedora 7 von der Live-CD installiert hat, muss das Paket mit yum install hplip nachinstallieren. Gleich auch noch an das Paket "xsane-gimp" denken, dann klappt's auch mit dem Scannen unter Gimp. Bei mir war anschließend ein Neustart erforderlich. ### documenta 12 - bye, Documenta-Halle Heute verlassen wir die Documenta-Halle. Entlang der Glaswand spazieren wir hinab zur Karlsaue. Dort wartet der Aue-Pavillion, der größte Ausstellungsort der documenta 12. ### Renditewunder iPhone Mein Blog sollte eigentlich der einzige ohne Meldung über das iPhone sein. Dann kam die Süddeutsche Zeitung. Die zitiert heute nämlich eine Studie aus den USA, in der Marktforscher das neue Kulthandy von Apple aufgeschraubt haben. Ergebnis: Die in den USA 600 Dollar teure Bimmelbüchse kostet in der Herstellung nur 265 Dollar. Nach Bekanntwerden der Studie legte der Aktienkurs von Apple gleich noch ein bisschen zu. Jetzt ist mir klar, warum sich in Deutschland die Telekom so sehr um die Marktrechte fürs iPhone prügelt. ### documenta 12 - Inigo Manglano-Ovalle: The Radio Das Tageslicht fällt durch eine große, rot getönte Fensterscheiben in den Raum. Darin steht nur die Attrappe eines Kofferradios. Im Hintergrund Rauschen wie es zwischen den Stationen auf der Sendeskala herrscht. Wer den Raum betritt, den Inigo Manglano-Ovalle für sein Werk "The Radio" verwendet hat, kämpft mit der Übelkeit. So sehr widerspricht der rote Raum den gewohnten Wahrnehmungsgewohnheiten. ### McDonalds packt Frittenöl in den Tank Und wenn die Fritten fertig sind, kommt das Öl in den Tank: McDonalds, die größte Imbissbude der Welt, will den Fuhrpark auf Biodiesel umstellen. Das berichtet BBC. Die Brummies mit Amerikas gelben Hügeln sollen mit einem Gemisch aus Rapsöl und dem hauseigenen Bratfett fahren. ### documenta 12: Abdoulayé Konaté Moderne Kunst versteckt sich heute gern in Rätseln. Die documenta 12 zeigt, dass es auch anders geht. Sie ist eine oft plakative, politische documenta. Plakativ wie "Gris-gris pour Israeli et la palestine" von Abdoulayé Konaté aus Mali. Eine israelische Flagge und ein Palästinensertuch stehen einander gegenüber. Die Israeli sehen sich im oberen Tuch einer Überzahl von Palästinensertüchern gegenüber. Die Palästinenser sehen sich bedroht durch Davidsterne. Die aufgenähten Stoffwürste heißen "gris-gris" und gelten in Mali als Glücksbringer. ### Karzai macht Ernst Afghanistans Präsident Hamid Karzai hat Untersuchungen über die zivilen Opfer der US-geführten Militäraktionen im Süden des Landes angekündigt. Das meldet Al Jazeera. Ein Sprecher von Karzai wiederholte das Klagelied der Amerikaner: Talibankämpfer benutzten Zivilisten als Schutzschilde. Etwas anders sieht das Ali Shah, ein Mitglied der Königsfamilie, die 1979 von den Sowjets entmachtet worden ist. Es sei ein Wunder, dass die Bevölkerung noch nicht geschlossen in den Dschihad gegen die Westmächte gezogen sei, soll er laut Al Jazeera gesagt haben: "Sie zerren Leute mitten in der Nacht aus ihren Häusern, sie bombardieren Dörfer und töten Unschuldige. Und dann sagen sie: Ups, das war ein Fehler." Der Vorgang zeigt, wie groß der Unmut gegen Amerikas Krieg gegen den Terrorismus tatsächlich ist, und wie sehr der Premier mittlerweile unter Druck steht. Er riskiert, er gerät immer mehr in die Lage, Diejenigen aus dem Land zu werfen, die seine Herrschaft sichern. ### 15 Jahre Mobilfunk in Deutschland Fast wäre das Jubiläum spurlos an uns vorüber gegangen: Seit 15 Jahren gibt es Mobilfunk in Deutschland. Am 30. Juni 1992 wurde in Deutschland das erste GSM-Netz frei geschaltet. Daran erinnert das Technikportal Xonio. Anfangs eine elitäre Sache, brachte die Konkurrenz schnell günstigere Preise fürs Handy. D2-Mannesmann - heute Vodafone - und dann Eplus rangen mit dem Platzhirsch D1 - heute T-Mobile - um die Vormacht im Markt. Heute hat sich Vodafone als Volksempfänger an die Spitze gesetzt. T-Mobile ist die Wahl der Funkloch-Paranoiker, und Eplus ist was es immer war: Ein Netz mit überschaubarer Tarifstruktur. Es ist bezeichnend, dass die Eplus-Netz-Angebote Simyo und Base die Tür für Discountangebote öffneten. Das Technik-Portal Xonio widmet dem Jubiläum eini ge interessante Seiten. Dort finden Sie die besten Handies aus 15 Jahren, die Handy-Werbungen der Hersteller und allerhand weiteres Wissenswertes über die Bimmelbüchse, die bis heute einen Rest von gesellschaftlichem Sprengstoff in sich trägt. Ich erinnere nur an die Diskussion über Sendemasten. ### documenta 12 - Peter Friedl: The Zoo Story Peter Friedl: The Zoo Story. Das ist Brownie, die letzte Giraffe im einzigen Zoo im Westjordanland. Als die Israelis die Stadt stürmten, rannte Brownie mit dem Kopf gegen eine Eisenstange, fiel um und verendete. Ein Tierarzt hat die toten Tiere eingesammelt und amateurhaft ausgestopft. Peter Friedl hat Brownie als ungewöhnlichen Zeugen des Tötens im Nahen Osten auf die documenta 12 gebracht. ### Keine Unschuld im Irak Zwei im Irak eingesetzte amerikanische Soldaten sind wegen Mordes angeklagt. Die US-Regierung betont jedoch, dass die beiden als unschuldig gelten, bis ihre Schuld bewiesen ist. Ein solches rechtsstaatliches Privileg billigten die Streitkräft gerade erst 26 Irakis nicht zu. Sie wurden als "Extremisten" über den Haufen geschossen. Keine leichte Situation für die GIs: Wenn ein gekillter Araber eine Bombe unter dem Burnus trug, gibt's einen Orden, wenn es Bananen waren, gibt's Handschellen. Nur: Um vorher zu fragen, fehlt den Soldaten im Alltag die Zeit. ### Schäuble gegen den Rest der Welt Wenn es um die Online-Durchsuchung geht, dann rollen Wolfgang Schäubles Räder auch gegen alle Widerstände. Er will's - notfalls allein. Da stört es den wackeren Innenminister nicht, dass der Bundesgerichtshof das heimliche Filzen von Computern gerade erst verboten hat. Um die Verfassung zu schützen, geht Wolfgang Schäuble zur Not über Leichen, und sei es die der Verfassung. Nun könnte man ja einwenden: Wenn der Minister schon die Urteile des BGH über den Haufen wirft, befinde er sich eigentlich schon mit einem Rad auf der anderen Seite der Verfassung, der Seite, auf der der Minister seine Islamisten vermutet. Logo, wo sonst sollte er sie jagen? Wenn die Islamisten die Verfassung brechen, dann müssen das in der Logik von Wolfgang Schäuble auch die Sicherheitskräfte tun. Schließlich hatte Schäuble immer schon gesagt: Die Sicherheitskräfte müssen dürfen, was auch die Terroristen tun. Wenn die also beispielsweise an einem Bundesligaspieltag in der Always-Ultra-Arena ein Blutbad anrichten, dann... Lassen wir das. Schäuble selbst mag es gar nicht, wenn man ihn bezichtigt, erbreche die Verfassung. Zitat: "Ich werde unfreundlich, wenn mir Verfassungsbruch vorgeworfen wird." Lieber Herr Minister, wenn Sie's nicht tun, werfen Wir's Ihnen nicht vor. ### documenta 12: Abstieg zur Kunst Ich weiß wirklich nicht, ob sich nur mir der Vergleich mit einem trocken gelegten Hallenbad aufdrängt, wenn ich die Treppe hinab in den Ausstellungsraum steige. ### Entering Documenta-Halle Jetzt betreten wir die Documenta-Halle. Hier sitzen junge Menschen aus aller Herren Länder mit Kopfhörern auf dem Kopf vor Bildschirmen. Im Eingangsbereich übrigens soviel Apple, dass man meint, Steve Jobs hätte die documenta gesponsert. Außerdem befassen sich hier kluge Menschen in klugen Vorträgen um die Mittagszeit mit klugen Fragen. Zum Beispiel mit der "Zwillingsikonografie von Terrorismus und Klonen". Oder man spürt den drei Fragen nach, unter denen documenta-Chef Roger M. Buergel seine Ausstellung begutachtet sehen möchte. Die erste lautet: "Ist die Moderne unsere Antike?" Die anderen habe ich vergessen. Hatte ich schon erwähnt, dass man Buergel selbst über den Buergel-(i)Pod lauschen kann? Die Kasseler Sparkasse verteilt die Dinger. Vorsicht: Die Diktion des documenta-Machers vermeidet Emotion und kommt extrem sanft daher. Wer daheim Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat, braucht keinen Sparkassen-Buergel-Pod im Katalog aus der Ausstellung zu schmuggeln auf www.documenta.de lassen sich die akustischen Meditationen herunterladen. ### documemta12: Adieu Fridericianum Mit diesem Eintrag verabschiedet sich meine kleine documenta12-Galerie vom Museum Fridericianum. Morgen betreten wir die Documenta-Halle. Wer mir dabei in den Arm fallen will, weil er/sie noch ein besonders gelungenes Werk im Museum Fridericianum kennt: Das Kommentarfeld ist immer geöffnet. ### Wertschöpfungsabgabe statt Arbeitgeberanteil Der Beitrag von Arbeitgebern sollte sich nach der Bruttowertschöpfung bemessen und nicht an der Zahl der Arbeitsplätze. Das fordert der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das würde den Rationalisierungsdruck von Unternehmen abwenden, die personalintensiv produzieren und diejenigen Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen, die wenig Personalkosten haben. Das ganz Interview auf: www.sueddeutsche.de ### documenta12: Eleanor Antin: Blood of the Poet Eleanor Antins Poetenblut enthält genau das: Das Blut von 100 Dichterinnen und Dichtern. Das Werk stammt aus den Sechzigerjahren. Heute wäre es wahrscheinlich nicht mehr möglich, Dichterblut auszustellen, weil es längst patentrechtlich geschützt und seine öffentliche Zurschaustellung deswegen viel zu teuer wäre. ### documenta12 - John Mc Cracken: Fire Wie schon im verspiegelten Foyer, spielt John McCracken auch in einem anderen Kunstwerk im Fridericianum mit der Wahrnehmung des Betrachters. "Fire" besteht aus sechs exakt parallel ausgerichteten Quadern an einer Wand des Raumes. Wer das Werk genau von vorn betrachtet, sieht genau das. Nur ein wenig schräg von der Seite betrachtet, scheinen die Quader fächerförmig auseinander zu streben. Das erreicht McCracken mit einem Schattenspiel durch clever eingesetztes Licht. ### Microsoft empfiehlt Ubuntu Microsoft hat über die firmeneigene Downloadseite Ubuntu-Linux vertrieben. Das meldet Groklaw. Kleinstweich empfiehlt Ubuntu als perfektes Betriebssystem für alle Fälle. Interessant ist, dass sich in der Beschreibung auf der Seite nirgends das Wort "Linux" findet. Ubuntu eignet sich für ein solches Marketing, weil ja auch Ubuntu-Schöpfer Mark Shuttleworth das Bastel-Image von Linux vermeidet. Problematischer erscheint dagegen schon, dass Microsoft jedwede Belehrung über die freie Lizenz GPL vermissen lässt, beispielsweise über die Weitergabe des Systems. Genau das schreibt die GPL allerdings vor. Die Seite ist mittlerweile gelöscht. ### Terrorgefahr - Gähn! - schon wieder gestiegen Genauso regelmäßig wie die Börsenkurse bekommen wir Wasserstandsmeldungen über die Terrorgefahr. Was unterscheidet beide Durchsagen? Die Kurse fallen manchmal, Heute ging der Dax beispielsweise leicht in die Knie, weil auch der Geschäftsklimaindex etwas eingebrochen ist.. Die Terrorgefahr ficht das nicht an. Sie steigt und steigt und steigt... Ja, wohin steigt sie denn noch, Herr Minister Schäuble? Konkrete Hinweise gibt es wohl diesmal: Es sind deutsche Muslime in afghanischen Terrorcamps beim Training beobachtet worden. Ich bin sicher, die Jungs haben alle den Ausweis in die Höhe gehalten als die deutschen Tornados über dem Lager geknipst haben. Die Terrorwarnung bietet wenig Lebenshilfe, nur den Rat, so weiter zu machen wie bisher. Aber sie wirft umso mehr Fragen auf: 1. Was soll das eigentlich? Ist das Wirtschaftswachstum so groß, dass die Bundesregierung meint, mit sinnfreien Terrorwarnungen Unwohlsein säen zu müssen? 2. Was sollen wir jetzt machen? Jeden anzeigen, der den Verzehr von Schweinshaxen verweigert? Jeden, der sich unglücklich nach Mekka verneigt, festhalten bis die Polizei eintrifft? Und dann hat der arme Mann nur seine Kontaktlinsen gesucht... 3. Wir hören immer, dass Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigt wird. Warum leben wir dann ständig unsicherer? 4. Wenn schon unsere Jungs dort sind, gemeinsam mit US-Amerikanern, Briten, Kanadiern, Holländern und was weiß ich wem: Warum können die Taliban dann immer noch in Afghanistan Terroristen ausbilden? Und was haben die Amerikaner eigentlich damals in Afghanistan bombardiert, wenn die Lager intakt geblieben sind? 5. Wenn wir schon Trainingscamps der Taliban fotografieren, wieso kommen wir dann nicht mit Napalm wieder? Wäre eine hübsche Gelegenheit für unsere waffenstarrenden Verbündeten, mal etwas zu bombardieren, ohne dass reihenweise Zivilisten dabei drauf gehen. 6. Wenn der BND schon jeden Deutschen an die Amis verpfiffen hat, der einen Vollbar trägt, wie konnten ihnen da die "Gefährder" in den Trainingscamps entgehen? 7. Bin ich auch ein "Gefährder", wenn ich mich fünf Tage lang zu rasieren vergesse? ### documenta 12 - Geschmolzene Kerzen? Und noch einmal Zheng Guogu. Und vielleicht das einzige Kunstwerk mit religiösem Bezug. Ein mich begleitender Kirchenmann sagte als sein Blick auf den Quader fiel: "Sieht aus wie 10.000 geschmolzene Altarkerzen." Die beigelegte Beschreibung klärt lediglich darüber auf, dass unter dem Wachs "verschiedene Materialien" verborgen sind. Immerhin zeigt das Werk, dass Chinesen auch etwas schaffen können, was nicht gleich zusammenbricht, wenn es mal ein bisschen bläst. ### Was wäre, wenn es Hitler nicht gegeben hätte? Die Kaczinskis, Europas Krawallbrüber, haben es auf den Punkt gebracht: Wenn es die Jahre 1939 bis 1945 nicht gegeben hätte, dann hätte Polen heute 66 Millionen Einwohner und nicht knapp 40 Millionen. Das KuK-Gespann spricht da eine große Wahrheit gelassen aus. Überlegen wir einmal. Wenn es die Nazis nicht gegeben hätte, dann... 1. ...gäbe es gar keine EU, in der die Zwei herumstänkern könnten. 2. ...läge Polen heute teilweise in der Ukraine. 3. ...entgingen polnischen Straßenhändlern Einkünfte, weil sie ja den deutschen Neonazis keine Hitlerbüsten mehr verkaufen könnte. 4. ...gäbe es keine Neonazis. 5. ...wäre Frankreich noch der Erbfeind, und die Neonazis wären Neomonarchisten, die das Elsaß von Frankreich zurückholen wollten. 6. ...gäbe es weder einen Staat Israel noch die Palästinenser. 7. ...wären Albert Einstein und Peter Lorre in Deutschland geblieben - um nur einige zu nennen. 8. ... Was wäre, wenn es Hitler nicht gegeben hätte? Fällt euch noch etwas ein? Dann freue ich mich auf Kommentare. ### Frittierte Panzer Wenn ich im Museum Fridericianum einen Favoriten küren müsste, dann wären es Zheng Guogus Panzer aus frittiertem Teig mit Zuckerguss. Das ist Labsal für die Seele jedes Pazifisten. Aber was heißt das eigentlich: Add Oil? Auftanken? Oder: Man nehme drei Teile Mehr und ein Teil Milch und gebe Öl in die Friteuse? ### Could this be love Kerry James Marshall: "Could this be love" Er bewundert die Hand im Schritt ihre Erscheinung, sie besingt ihre beiden Liebhaber. Kann das Liebe sein? ### Hu Xiaoyuan Hu Xiaoyuan zählt zu einer ganzen Reihe von chinesischen Künstlerinnen und Künstlern, die auf der documenta12 vertreten sind. Sie verbindet chinesische Tradition und Moderne. ### documenta12-Tagebuch John Mc Cracken hat das Foyer des Museum Fridericianum in einen Spiegelsaal verwandelt. Dieses Foto ist auch der Auftakt zu einer neuen Fotogalerie von der Weltkunstschau. ### Viel Vorschusslorbeeren für Die Linke von der Union Die Linke "eine Gefahr für die politische Stabilität in Deutschland" (CSU-Generalsekretär Markus Söder) und Oskar Lafontaine ein "außerordentlich gefährlicher Demagoge" (Edmund Stoiber): Mehr Lob kann eine neu gegründete Partei nicht erwarten. Einhellig fordert die Union die Überwachung der neuen Linkspartei durch den Verfassungsschutz, sagt aber nicht, was dabei zu Tage kommen soll, wenn der Verfassungsschutz in den vergangenen 17 Jahren schon nicht der PDS am Zeug flicken konnte. Ganz nebenbei lernen wir, wie sehr der deutsche Inlandsgeheimdienst noch im Blockdenken der Nachkriegszeit stecken geblieben ist. So wurde zwar die PDS beobachtet, die WASG aber nie. Müssen jetzt die Landesämter für Verfassungsschutz in den alten Bundesländern anfangen, Die Linke auszuspionieren oder sollen die Kollegen in den neuen Bundesländern damit aufhören? Immer dumm, wenn gewohnte Feindbilder plötzliche Metamorphosen vollziehen, denen der träge Amtsapparat nicht folgen kann. ### Die Linke schlägt FDP nach Meldungen Gründungsparteitag der neuen Linkspartei Die Linke und alle Medien berichten darüber, saugen die Worte von Lippen der Lafontaines, Gysis und Biskys. Fast könnte man vergessen, dass auch die Pünktchenpartei F.D.P. ihren Bundesparteitag abhält. Aber was hat man von dort auch zu berichten! Guido Westerwelle sinkt wieder das Hohelied der Deregulierung, wirft der CDU eine "Sozialdemokratisierung" vor. Dabei übersieht er, dass in Sachen Demontage des Sozialstaats neben der CDU nur noch die Wand ist und selbst die SPD immer weiter nachrückt. Allein das macht den Linksparteitag schon so interessant. Die Partei schreibt sich Forderungen auf die Fahnen, die sich heute sonst keiner mehr auszusprechen traut. Gut, wenn man deren Umsetzung nicht in realer Regierungsverantwortung beweisen muss, sagen selbst die öffentlich-rechtlichen Magazine in bedenklicher Verletzung der Überparteilichkeit. Immerhin ist die Partei mit ihren Forderungen nach einem Zurück in die alten Sozialsysteme ein Exot und sie wird wissen, diesen Exotenbonus zu nutzen. ### Meine Schwiegereltern und die ISS Meine Schwiegereltern haben ein Problem: Nach der Installation eines neuen Programms geht plötzlich der Computer nicht mehr. Ein sarkastischer Mensch - und nur der - könnte sagen, meine Schwiegereltern seien wie die internationale Raumstation ISS. Dort haben amerikanische Astronauten ein Sonnensegel installiert. Daraufhin stürzte der russische Computer aus deutscher Fertigung ab. Nun befinden sich die Astronauten auf der ISS natürlich in ungleich drängenderer Not als meine Schwiegereltern. Erstere taumeln orientierungs- und schwerelos durchs All, letztere gießen im Garten die Blumen, während sie darauf warten, bis die Enkelkinder den Schaden beheben. Wacker unterstützt werden sie dabei von der Besatzung der Raumfähre Atlantis - die Astronauten auf der ISS meine ich natürlich. Nicht meine Schwiegereltern. In Brandenburg-Plaue hat noch nie eine Raumfähre angelegt. Sicher sind die russischen Astronauten froh, dass die Amis ihnen noch ein wenig die Hand halten. Die haben ihnen ja auch T-Shirts als Gastgeschenke mitgebracht (s. Foto). Außerdem sind die Steuerdüsen der Atlantis das einzige Werkzeug, mit dem sich die nunmehr elektronenhirnlose Raumstation vor einer Reise in die Tiefen der Galaxis schützen kann. Atlantis selbst kann wahrscheinlich auch nicht mehr weg. Sie hat Schäden am Hitzeschild. Inzwischen glauben die US-Experten, dass die Geräuschempfindlichkeit des Computers das Problem war. Naja, wie man die amerikanischen Klima-Taliban kennt, betreiben sie auch die Sonnensegel mit Dieselmotoren - selbstredend ohne Rußpartikelfilter. Wenn auf dem Computer der ISS Windows XP läuft (was Gott verhüten möge), dann müssen die Astronauten nun nur noch die aktualisierten Treiber für die Sonnensegel aus dem Internet herunterladen, müssen sie installieren, die Registrierung ausfüllen und den Computer neu starten. Wenn sie Windows Vista betreiben (was eigentlich nur passieren kann, wenn sie übers Internet upgedatet haben), dann sitzen die wackeren Weltraumkutscher noch fest, bis der Hersteller der Sonnensegel einen Vista-Treiber mit Digital Rights Management nachliefern kann. Das sind - kurz gefasst - die Gründe dafür, dass die US-Astronautin Sunita Williams noch ein wenig länger bleiben muss. Die 41-Jährige kreist nun schon rund neun Monate durchs All. Wenn sich die Reparaturen hinziehen, dann wird sie vielleicht noch im All verrentet. Das ist an sich kein Problem, denn in Flaschen und Windeln exkrementieren, das haben die Astronauten gelernt. Es könnte nur schwierig werden, einen Pflegedienst zu finden, der ab und zu nach der rüstigen Weltraumoma sieht. Heute ab 22.40 zieht die ISS als sichtbarer Lichtpunkt über den deutschen Abendhimmel. Immer schön winken und den Kindern erzählen: Schaut mal, da ist der Mann im Mond! Und er hat genau die gleichen Computerprobleme, wie Oma und Opa. ### Der Wal und die Bombe Ein denkwürdiges Relikt der Gründerzeit fand sich jetzt im Magen eines Grönlandwals, den Inuit erlegten. Ein Teil einer Bombe. Das berichtet BBC. Die Waffe wurde 1879 erfunden. Die Wissenschaft vermutet schon länger, dass Wale bis zu 200 Jahre alt werden können. Das hat der Kollege vor Grönland nun nicht mehr geschafft. Aber an der Bombe ist er auch nicht gestorben: Kein Wunder, dass die Produktion schon 1885 wieder eingestellt wurde. ### Aqua ist Geschichte Das Aqua-Thema des Apple-Betriebssystems OSX ist Geschichte. In der neuen Version - Codename Leopard - gibt es keine gläsern schimmernden Scrollbalken mehr. Dabei zeigen die Heerscharen von Themen für Gnome, wie begehrt der Apple-Look auch bei Linux-Usern ist. Nüchtern und sachlich präsentiert sich Mac OSX nun in seiner neuesten Inkarnation. Die Apple-Homepage bietet einen Vorgeschmack. Gefunden bei: Fontblog ### Luftherrschaft über Heiligendamm Was haben die Taliban mit dem schwarzen Block gemeinsam? Beide sind von Tornados der Bundesluftwaffe fotografiert worden. Wie der Hessische Rundfunk heute berichtete, haben die Aufklärungsflugzeuge Campingplätze der G8- Demonstranten überflogen. In Heiligendamm wie am Hindukusch macht die Bundeswehr dabei nicht viel Unterschiede: Aufs Bild kommt, wer gerade da ist. Ob Taliban oder Paschtune, Autonomer oder Müslifreak. Bisher beschränken sich die politischen Proteste auf datenschutzrechltliche Belange. Indes wiegt die Symbolik dieses Aktes viel schwerer. Die Bundeswehr ist damit im Inneren eingesetzt worden. Eine Linie, die nicht zu überschreiten, Politiker aller Parteien eigentlich erst kürzlich geschworen haben. Beklemmungen verursachen die Parallelen zwischen Afghanistan und Heiligendamm. Unterschied: Die Afghanen wurden über den Tornado-Einsatz vorher informiert. Ein solcher Einsatz macht erschreckend klar, dass die unionsgeführte Bundesregierung eine Grenze zieht zwischen sich und denen, die man nur für Rabauken und Störenfriede hält. Aber auch wer nicht mit Schäuble, Steinmeier und Merkel einer Meinung ist, wer für Gerechtigkeit und für Menschenrechte eintritt, ist ein Deutscher. Selbst die Steinewerfer sind Deutsche. Ein Staat, der sich auf der rechten Gesichtshälfte so taub und blind stellt wied er unserige, sollte das nie vergessen. (Foto: Flickr) ### Neue Fotogalerie: Potsdam im Juni Die Ausbeute eines Tagesausflugs nach Potsdam ist Online: Walking in Potsdam! ### China-Sharan Was wir schon immer wissen wollten: In China heißt Volkswagen "Ludachris" und Sharan ... naja, was immer diese Zeichen bedeuten. Entweder haben wir hier den Fall von besonders guter Anpassung der Wolfsburger an lokale Märkte oder ein besonders freches Stück Produktpiraterie. Auf jeden Fall beweist das Foto einen besonders schweren Hochverrat am deutschen Arbeitsplatz. Gesehen in Potsdam am 9. Juni 2007. ### G(uantánamo)8 Käfig- und Bodenhaltung der inhaftierten G8-Kritiker wirft der Republikanische Anwälteverein (RAV) der Rostocker Justiz vor. Die verhafteten Demonstranten sind in rundum einsehbaren Käfigen eingesperrt worden, in denen es nicht das kleinste bisschen Privatsphäre gibt. Das Licht wurde nicht ausgeschaltet, weil die Inhaftierten - auch die Frauen - ja rund um die Uhr gefilmt worden sind. Betten gab es nicht, dafür Isomatten, aber keine Decken. Der Rostocker Polizeiführer Knut Abramowski findet die Unterbringung im norddeutschen Guantánamo ganz heimelich und die Isomatten unheimlich großzügig. Und solchen Leuten sollen wir die Herrschaft über unsere privatesten Daten anvertrauen? ### CSI Zürich CSI Zürich hat Ötzis Tod geklärt. Züricher Wissenschaftler haben bei einer Computertomographie herausgefunden, dass Ötzi durch innere Blutungen ums Leben gekommen ist. Ausgelöst durch eine Pfeilspitze, die man im Brustraum des Eiszeit-Promi gefunden hat. Das berichtet die Netzzeitung. ### Jalta-Romantik in Heiligendamm Die Teilnehmer des G8-Gipfels in Heiligendamm haben sich auf eine gemeinsame Erklärung zum Klimawandel geeinigt. Darin schließen die acht Politiker nicht aus, sich in der nächsten zeit mal Gedanken zu machen, ob man nicht die Abgasemissionen etwas drosseln könnte. Mit dieser Vereinbarung war dann auch der Vertreter der weltgrößten Umweltverschmutzer einverstanden: US-Präsident Bush. Dennoch lobte Kanzlerin Angela Merkel diese Erklärung als Durchbruch. Weil - Obacht! es gelungen sei ein Auseinanderbrechen der Weltgemeinschaft in dieser Frage zu verhindern. So hieß es heute Abend in den Nachrichten auf HR1. Ich frage mich, wie lange wohl der Kollege am Mikrofon den Satz üben musste, um nicht iñ Gelächter auszubrechen, wenn er ihn verliest. Das hört sich an als ob die tapfere Kanzlerin gerade noch einschreiten konnte, bevor sich die Herrschaften am Strand mit den Schäufelchen auf den Kopf schlugen - wegen dem bisschen Klima. Währenddessen berichtet die Netzzeitung vom anderen Gipfel, dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln. Dabei lernen wir, dass allein der Zaun um das Tagungshotel der Staatschefs so teuer war wie der ganze Kirchentag. Der G8-Gipfel ist ein Abgesang auf eine Ära in der Politik. Auf eine Zeit, in der Politik in Washington und Europa gemacht wurde. In der G8 lebt der letzte Hauch von Jalta-Romantik weiter, als vier Staatschefs mit dem Kugelschreiber die Welt neu teilten. ### G-Day in Heiligendamm Der G8-Gipfel hat begonnen. Die Delegationen sind eingetroffen. US-Präsident George W. Bush hat einen Tross von über tausend Menschen im Schlepp, berichtet die Netzzeitung. Und auch die Journalisten sind eingetroffen. Unterwegs hätten die Polizisten zahlreich wie Mohnblumen am Weg gestanden, schreibt Graf Nayhauß in der Netzzeitung. 1400 Journalisten sitzen in Kühlungsborn und warten, dass ihre Herrlichkeiten zur Audienz bitten. Worüber sollen sie berichten? Darüber, dass in Klimafragen eine Einigung nicht in Sicht ist, wie der Standard meint? Denn während Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterhin wacker die Klimaziele der EU herbetet, hält sich Bush im vagen "Schaun mer mal". Die Tagesschau bringt es mit einem Zitat des Journalisten Henry de Quetteville vom "Daily Telegraph" auf den Punkt: "Der Gipfel ist gescheitert, bevor er begonnen hat." Ein bizarres Bild: Den Bourbonen-Sonnenkönigen gleich, ziehen sich die Staatschefs auf ihre Festung zurück, sperren das Volk aus, sondern gefilterte Statements an die zur Hofberichterstattung degradierte Weltpresse ab. Deren Neugier eröffnet sich nur ein einziges Objekt: Der Kampf einer abgehobenen Regierung, die nichts auf dieser Welt mehr fürchtet als das eigene Volk. ### Komponistin mit Teamgeist Zu den sanften Besenstrichen des Schlagzeugs pumpt ein Kontrabass, elegische Pianoakkorde, eine samtweiche Frauenstimme intoniert „Quiet A Night“. Die Stimme gehört Maja Christina, und „Quiet A Night“ ist der Titelsong ihrer neuen CD, der zweiten, mit der die Schweizer Sängerin um die Gunst des Jazzpublikums in aller Welt wirbt. Das tut sie mit einem Mix aus Blues (A Bitter Night), aus Soul (Darling I Thank You) und aus Funk (Right To Be In Love). Dabei startet Maja Christina zum Rendevouz zwischen Jazz und Pop eher vom Jazzufer. Ihren Musikern lässt sie viel Raum für Soli. Die danken es mit überaus einfühlsamen Improvisationen und einer rhythmisch packenden Begleitung. Kontrabassist Emanuel Schnyder darf sich gar als heimlicher zweiter Star der Platte fühlen. Auch in den Melodien verlässt Maja Christina gern die Pfade dessen, was jeder Hörer gleich mitsingen kann. Bringen wir es auf den Punkt: Maja Christina hat Teamgeist und sie wendet sich an den Musikfreund, der die Erfahrung bereits gemacht hat, dass sich Jazz nicht immer wie bei Norah Jones anhören muss. Für viele Popfans bleibt Maja Christina zu sperrig. Aber schließlich hat sie alle Songs selbst geschrieben und sich damit auch für diesen Weg entschieden. Dafür hat sie eine Sammlung gefälliger, lebendiger Jazzsongs vorgelegt. Allerdings zeigt die Platte auch eine Sängerin, die noch auf der Suche nach einem eigenen Stil ist. Nach etwas, das sie ausmacht, das sie von allen anderen Mitbewerberinnen unterscheidet. ### Fedora 7 ist da Fedora 7 ist steht seit heute zum Download bereit. Wer die 2,8 GB umfassende DVD-Edition herunterladen möchte, sollte indes noch etwas Geduld bewahren: Die Server laufen im Augenblick heiß! Mit Version 7 hat sich der Mutterkonzern Red Hat zwar nicht grundsätzlich aus dem freien Linux-Projekt zurückgezogen, überlässt aber die Regie der Entwicklergemeinschaft. Red Hat möchte so Fedora in der Linux-Community noch interessanter machen, freien Entwicklern noch mehr Anreiz bieten, sich an Fedora zu beteiligen. Ohne Angst, nur von Red Hat gemolken zu werden. Deshalb hob Red Hat die Grenze zwischen den von angestellten Entwicklern verwalteten Core-Paketquellen und den von der Linux-Gemeinde verwalteten Extras-Quellen auf. Das könnte sogar der Qualität der Distribution nützen. Wie Max Spevack, der von Red Hat bestellte Fedora-Projektleiter dem IT-Nachrichtendienst Golem sagte, sei die Qualität der Pakete in den Extra-Repositories teilweise besser als die der Core-Pakete. ### Gesalzene Preise für die Streisand Barbra Streisand (65) zieht den Zorn der Eidgenossen auf sich. So steht es im Musikportal Laut.de. 2250 Franken (1360) Euro kostet ein Ticket für das Konzert der US-Sängerin in Zürich. Das ist die Streisand wert, sagt das Management, schließlich kommt sie sehr selten nach Europa. Zuviel für eine Sängerin, die ihre besten Zeiten hinter sich hat, sagen die Schweizer. Auch Italiener und Franzosen protestieren gegen die gesalzenen Ticketpreise. In Deutschland kommt man da um einiges billiger weg. Laut dem Online-Ticketshop getgo.de müssen Interessenten für die billigsten Tickets 114,50 Euro hinblättern. Die teuerste Eintrittskarte ist für 557 Euro zu haben. Man merkt schon: Deutschland hat noch keinen Mindestlohn. Außerdem findet das Streisand-Konzert hierzulande auf der Waldbühne in Berlin statt, wo man bekanntlich sexy aber arm ist. Foto: Barbra Streisand live. Scott Fisher/Flickr ### Antisemitismus in Israel Der Antisemitismus wächst - selbst in Israel. Das berichtet Nachrichten.ch. Demzufolge haben vor allem jüdischstämmige russische Einwanderer judenfeindliche Ressentiments ausgerechnet in den Judenstaat mitgebracht. Der Staat kann darauf nicht einmal reagieren, weil seine Väter es seinerzeit nicht für nötig gehalten haben, Antisemitismus unter Strafe zu stellen. So wurde ein junger Soldat, der eine Synagoge in einem Vorort von Tel Aviv verwüstet hatte, zu 200 Stunden Sozialdienst verurteilt. Gefunden bei: Links im Süden ### Obama will Gesundheitssystem einführen Foto: Grizzly Lightning/Flickr Sollte Senator Barack Obama aus Illinois tatsächlich nächster US-Präsident werden, dann steht den Amerikanern Historisches ins Haus. Obama plant ein allgemeines Gesundheitssystem, in dem jeder Amerikaner in den Genuss einer Krankenversicherung kommt. Das berichtet CNN. Geschätzte 50 bis 65 Milliarden Dollar wird der Spaß kosten. Das Geld will der Bewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur einnehmen, indem er Steuererleichterungen der Bush-Regierung für die reichen Amerikaner wieder zurücknimmt. Schon einmal - Anfang der 90er Jahre - hatte ein demokratischer Präsident einen solchen großen Wurf geplant und war damit am Kongress gescheitert: Bill Clinton. Nach Angaben von CNN sind derzeit 47 Millionen US-Bürger ohne Krankenversicherung. ### G8: Neben Nazis am Sperrzaun Wenn die NPD durch die Globalisierung das gefährdet sieht, was sie für die "deutsche Identität" hält, dann müsste man ja eigentlich gar nicht mehr zur G8-Demo nach Heiligendamm fahren. Doch die Kritik aus den Reihen der Globalisierungskritiker ist notwendig, egal wer noch alles mit am Sperrzaun steht. Den Kritikern schließen sich jetzt auch die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) an. Die Entwicklungspolitik der Industrienationen habe nicht die Zahl der Armen in Afrika verringert, sondern die Zahl der Millionäre erhöht. ### Wenn der Datenspeicher schwitzt Der Klimawandel wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Der Standard warnt: An heißen Tagen fallen 50 Prozent mehr Festplatten aus als sonst. In diesem Jahr haben die Datenrettungsunternehmen schon im Mai Hochkonjunktur. ### Nackte Gefahr für G8 Doppelte Gefahr für die Teilnehmer des G8-Gipfels in Heiligendamm: Erst mutet ein Gericht den Statschefs den Anblick von Sprechchöre skandierenden Globalisierungskritikern zu, und jetzt das: In Sichtweite des Tagungshotels befindet sich ein FKK-Strand. Wie die Tagesschau berichtet, haben die Nackten die Anzugträger schon eingeladen, in Sitzungspausen den dunklen Zwirn abzustreifen. Da werden Schäubles Schergen kreative Klimmzüge vollbringen müssen, um ein Gericht von einer wie auch immer gearteten Gefahr zu überzeugen, die von den FKK-Anhängern ausgeht. So bleibt Kanzlerin Merkel nur die Hoffnung auf unwetterartige Gewitterstürme mit arktischen Temperaturen für die Tage des Gipfels. ### 100 Jahre John Wayne Das Bildnis von John Wayne ziert die Wand eines Motels in Utah, jenem US-Bundesstaat, in dem sich der Star radioaktiv verseuchte. Foto: AntyDiluvian/Flickr Wenn die Rede auf Schauspieler kommt, die sich eigentlich immer nur selbst spielen, fällt sein Name meist als erster: Marion Michael Morrison, der 1930 vom Regisseur Raoul Walsh den Künstlernamen John Wayne erhielt. Heute vor 100 Jahren kam er zur Welt. Wayne wollte nie etwas anderes sein als die Typen, die er spielte: Der Fels in der Brandung, der seinen eigenen Weg geht. John Waynes Charaktere sind sich selbst höchste moralische Instanz, darin entspricht der 1,93 Meter große Recke seinem Heimatland, den USA. Weniger bekannt sind seine drei unglücklichen Ehen, aber waren nicht auch Waynes Charaktere unfähig zu liebevoller Hingabe? Waren sie nicht alle gezeichnet durch schlechte Erfahrungen in Liebesdingen? Ob der "Duke", wie man ihn nach seinem heißgeliebten Airedale-Terrier aus Kindertagen nannte, im richtigen Leben so gut bei Frauen ankam wie im Film, sei einmal dahingestellt. Ich kann nicht glauben, dass Frauen ihn sexy gefunden haben. Aber das wollte er wohl auch nicht sein, und vielleicht funktionierte er nur darüber in seiner Rolle als Frauenschwarm: Er war nicht einfach zu haben. Die Prärie des John Wayne lag außerhalb des Privaten. Er war der, der große Dinge tat, wenn nötig in einsamer, immer aber in eigener Mission. Auch das entspricht dem realen Duke: In seinem erzkonservativen Weltbild teilten sich die Dinge in die einfachen Gut-Böse-Schemata, denen sich die Wirklichkeit immer weniger beugen mochte. Das brachte John Wayne in den Sechzigerjahren immer mehr in Konflikt mit der Welt, wie sie von der Mehrheit seiner Zeitgenossen gesehen wurde. John Wayne warb für erzkonservative militaristische Politiker wie den umstrittenen Senator Barry Goldwater. Als der Vietnamkrieg die Nation spaltete, witterte John Wayne eine moralische Fahnenflucht. Mit Filmen wie "Alamo" (1960) und "Green Berets" (1968) versuchte er politsche Statements. Durchhalteparolen für die Heimatfront, die an der Kinokasse floppten und den eigensinnigen Star bis ans Ende seiner Tage verschuldeten. Unfähig zu einer Wandlung - im Leben wie in seinen Rollen - wandelte sich John Wayne vom Idol zum Anachronismus und von dort zu seiner eigenen Karikatur. Als abgehalfterten Revolverhelden J.B. Books in "Der Scharfschütze" (The Shootist, 1976) mochten ihn sogar wir Liberalen. Vielleicht empfanden wir es als späten Sieg? Der Mann des Faustrechts vom Krebs gezeichnet, den er sich ausgerechnet durch die Spätfolgen der Atombombenversuche in Utah geholt hatte. Wayne selbst hat diesen Zusammenhang immer bestritten. Das passt zu ihm, denn selbst als sterbender Scharfschütze trat John Wayne in der ihm eigenen selbstverständlichen Würde ein letztes Mal vor die Kamera. Gegen alle Widerstände ist Wayne sich selbst treu geblieben. Ihn haben nie komplizierte Selbstzweifel geplagt. Wer von uns könnte das behaupten? Auch wenn die Wirklichkeit unserer Welt eher noch unüberschaubarer geworden ist als es die Welt der Sechziger- und Siebzigerjahre gewesen ist, so sehnen wir uns doch nach einfachen Lösungen. Und dann, wenn durch einen einsamen Entschluss alle Probleme gelöst, alles Böse besiegt ist: Würden wir dann nicht gern auch wie John Wayne in der Schlusseinstellung von "Chisum" (1970) im Sonnenuntergang zufrieden auf ein Land blicken, das durch unser Handeln frei von Problemen ist? Natürlich ist genau diese Einstellung des Films kitschig bis jenseits der Schmerzgrenze. Aber wären wir nicht tief in uns gern ein bisschen wie John Wayne? Der Duke starb am 11. Juni 1979. ### G8-Gipfel abgesagt Der G8-Gipfel ist abgesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte den acht Regierungschefs per SMS ab. Sie reagierte damit darauf, dass die US-Delegation die Abschlusserklärung abgelehnt hat. Die Regierung von Präsident George W. Bush ist nicht bereit, feste Zusagen zum Klimaschutz zu machen. Das Geld für die Flugtickets bekommen die Regierung in den nächsten Tagen erstattet. Die bereits angereisten G8-Gegner werden eingesetzt, um die Sperrzäune abzubauen, die der Verfassungsschutz anschließend als Geruchsproben eintüten will. ### Bei der Telekom dopen auch die Amateure Erschreckende Schicksale: Torsten Grigat (42), Blogger aus Kassel, gesteht: Ich habe gedopt. Seit 27 Jahren nutze er Produkte der Telekom und ihrer Tochterunternehmen. Dabei habe er regelmäßig Alkohol und Zigaretten in großen Mengen zu sich genommen, gesteht Grigat. Noch hat er seine Vergehen nicht seiner Tochter gebeichtet. Was er verschweigt: Kann man die Dienstleistungen - nun ja, nennen wir sie mal so - der Telekom überhaupt ohne Drogenkonsum nutzen? ### Fedora geht in die 7. Runde Fedora 7, die nächste Version des freien Red Hat-Ablegers, kommt am 31. Mai. Schon jetzt steht es als Live-CD zum Download. Und diese Live-CD macht Appetit: Vor allem die Wlan-Unterstützung ist erheblich besser geworden. Fedora Core 6 musste auf meinem Notebook seinerzeit deswegen dem neuen Ubuntu weichen, weil ich nicht in der Lage war, eine nutzbare Wlan-Verbindung herzustellen, eine Sache, die mit der Vorgänger-Version Core 5 überhaup kein Problem war. Gerade hier kann das neue Fedora, zumindest von der Live-CD punkten. ### Stütze trotz Vollzeitjob In Kassel bekommen 4603 Menschen Sozialgeld, obwohl sie arbeiten, weil ihr Einkommen nicht ausreicht. Von den insgesmt 21.500 erwerbesfähigen Menschen, die von der Arbeitsförderung Kassel-Stadt betreut werden, arbeiten 1406 Menschen in Vollzeit für Stundenlöhne um die sechs Euro. HNA ### Neuer Job für Wolfowitz Lange wird er nicht arbeitslos sein, der ehemalige Vize-Verteidigungsminister und nun auch ehemalige Weltbankpräsident Paul Wolfowitz. Wie der heutige Borowitzreport berichtet, hat US-Präsident George W. Bush Wolfowitz als Al-Kaida-Oberhaupt vorgeschlagen. Wolfowitz sei der Planer des Irak-Kriegs gewesen und die Weltbank in einen Skandal gestürzt, resümierte Bush und ist sicher: "Wenn es einer schafft, bei Al-Kaida Verwirrung zu stiften, dann Wolfowitz." Einige Details im Plan des Präsidenten müssen noch ausgearbeitet werden: Wie soll Wolfowitz in das Terrornetzwerk eingeschleust werden, und wie soll er schnell die Spitzenposition erobern? "Al-Kaida überprüft die Top-Leute sehr genau", sagt Hassan El-Medfaii, Personalchef des Terrornetzwerkes, "das ist hier nicht wie beim Verteidigungsministerium oder bei der Weltbank". Dass sich Wolfowitz bei Al-Kaida wohlfühlen wird, bezweifelt Professor Davis Logsdon, Vorsitzender des Instituts für Paul-Wolfowitz-Studien an der Universität von Minnesota: "Es ist sehr schwer, dort Frauen kennenzulernen." Die ganze Story (in Englisch) beim Borowitzreport ### Exorzist in 30 Sekunden Nase voll von Filmklassikern in Überlänge? Hier gibt es den Exorzisten in 30 Sekunden. Gespielt von lustigen Häschen. Noch mehr Filmklassiker in Bunnyversion gibt es bei Angry Alien. Gefunden bei Schimana. ### Cole Porter wird (endlich) ein Star Foto: Wikipedia Cole Porter bekommt seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Endlich - denn immer hin starb der Komponist und Songschreiber schon am 15. Oktober 1964. Unvergängliche Musicalklassiker wie "Kiss Me Kate" oder "Ein Amerikaner in Paris" begründeten Porters Ruhm. Songs wie "Night And Day" zählen überdies zum Kanon der internationalen Jazzszene. Zu Cole Porters Zeiten war Jazz Pop und der Songschreiber musste keine Kunst schaffen. Dazu passt die unvergleichliche Leichtigkeit von Porters Songs. Aber jeder, der gern in den Tiefen der Musik schürft, die er hört, der weiß, wieviel Kunst, Talent und harte Arbeit gerade das verschlingt, was am Ende so einfach durchs Mittelohr säuselt. Dabei liebte Cole Porter Ironie und schwarzen Humor. Denken wir nur an "Well, did you evah?": Have you heard? Professor Munch Ate his wife and divorced his lunch. Gefunden bei JazzEcho. ### Lahmer Kriegszar in der Götterdämmerung Ilse, bilse, keiner willse, kam der Koch, nahm se doch! Die Ilse ist im Washington von George Bushs Götterdämmerung der Job des so genannten "Kriegszaren", einer Schnittstelle zwischen dem Präsidenten sowie den Diplomaten und Militärs, die mit den Kriegen in Irak und Afghanistan befasst sind. Der Koch, der den Job dann nahm, heißt Douglas Lute, der sich als ehemaliger Generalstabschef nach den Angaben des Weißen Hauses sowohl in den Konfliktherden als auch auf dem Washingtoner Parkett auskennt. Amtlich heißt das neue Amt: "Stellvertretender nationaler Sicherheitsberater für Irak und Afghanistan. Noch häufiger als diese offizielle Bezeichnung, nennen die Medien aber die Tatsache, dass vorher etliche andere pensionierte Vier-Sterne-Generäle dankend abgewunken haben. Die Gründe dafür fasst Al Jazeera zusammen: Der Krieg im Irak ist unpopulär, und das neue Amt ist mit sehr schwammigen Kompetenzen ausgestattet. So soll El Lute die Anfragen der Oberbefehlshaber und Diplomaten in beiden Krisenherden entgegennehmen und umgehend erfüllen, aber was ist, wenn einer der beiden Oberbefehlshaber, General Petraeus oder Admiral Fallon, nach einem zusätzlichen Flugzeugträger ruft, oder nach 200.000 zusätzlichen Soldaten? Was, wenn der Kongress das Geld fürs Kriegspielen weiter einschränkt? "Das fundamentale Problem ist, dass sie (die Entscheidungsträger) nicht wissen, wo zur Hölle sie hinwollen!" Mit diesen Worten zitiert Al Jazeera den Ex-General John Sheehan, der den Job schon abgelehnt hat. Kritiker argwöhnen überdies, dass die Befehlskette durch ein paar blank polierte Kragenspiegel mehr auch nicht effizienter werde, berichtet Al Jazeera. Eine andere Meldung bestätigt, wie tragisch Lutes Auftrag bemessen ist: In Afghanistan wird der Unmut über die unzähligen zivilen Opfer im Krieg gegen die Taliban immer größer. Der Nato steht dort ein echter Krieg gegen das ganze Land bevor. Ob da ein General mehr das richtige Signal ist? ### Junggesellenabschied unter dem Hammer Haben Sie von Samstag, 23. Juni, auf Sonntag, 24. Juni, schon was vor? Wie wär's dann mit einem Junggesellenabschied? Nein, Sie brauchen nicht deswegen zu heiraten! Ein Junggesellenabschied steht derzeit bei Ebay zur Versteigerung. Dass der Preis noch bei einem Euro steht, muss ja nicht heißen, dass der Bräutigam ein Langweiler sein muss. ### U-Boote im Verfassungsschutzbericht Der Verfassungsschutzbericht ist da, und er dürfte - fast - nach dem Geschmack unseres Innenministers sein. Nach seinem Geschmack, weil die Anzahl der politisch motivierten Gewalttaten angestiegen ist, was Öl auf Wolfgang Schäubles Radnaben ist. Fast, weil für das Gros der Straftaten auf das Konto der Rechten geht. Dennoch sieht der Minister die größte Gefahr in der islamistischen Gewalt. Das kann niemanden wundern: Die Rechten taugen nicht als Kinderschrecks. Viel zu sehr haben wir uns an sie gewöhnt. Außerdem vergreifen sie sich so gut wie nie an potenziellen CDU-Wählern. Die Islamisten haben meines Wissens hierzulande überhaupt noch niemanden umgebracht. Schon deshalb eignen sie sich für Angstkampagnen. Ihnen trauen wir alles zu, wofür Neonazis nach landläufiger Meinung zu dumm und Globalisierungskritiker zu chaotisch sind. Das fasst Schäuble als Anlass für sein Mantra von der Online-Durchsuchung auf. Die Islamisten sind die U-Boote des Verfassungsschutzberichtes: Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, aber jeder zittert vor ihnen. ### Vista auf Youtube Auf seinem eigenen Computer hat der Tester in diesem Video das neuen Windows Vista nicht zum Laufen gebracht. Da versuchte er mit mehr Erfolg ein anderes Gerät. Viel Spaß: http://www.youtube.com/watch?v=FVbf9tOGwno Gefunden bei Schimana.net Nach erfolgter Installation kann es dann allerdings mit dem ersten Start ins Betriebssystem etwas dauern, wie dieser Tester zu berichten weiß: http://www.youtube.com/watch?v=y-dT5k_8HAo&NR=1 Den Youtube-Usern hat es vor allem die Spracherkennung von Vista angetan. Immerhin zeigt diese kleine Demonstration, dass sich Vista hervorragend für George W. Bush eignet. Die Spracherkennung verweigert den Zugriff auf Massenvernichtungswaffen: http://www.youtube.com/watch?v=GXbMWYnN0R4 ### PDF per Druckbefehl Eigentlich sollte es kein Problem sein, aus jeder Anwendung, die druckt, auch PDF-Dokumente zu exportieren. Schließlich laufen alle Druckbefehle über das PostScipt-Format, und das ist auch die Vorstufe eines PDF. Linux hat diesen Anspruch auch umgesetzt. Aber schließlich geht diese Umsetzung ja immer noch etwas einfacher. Linux.com liefert eine Anleitung zum Einrichten eines PDF-Druckers. Ich habe das ausprobiert, und hier kommt die übersetzte Anleitung. Zuerst öffnen wir im Gnome-Menü "System" die Druckerverwaltung ("Drucker"). Dort fügen wir einen neuen Drucker hinzu, und zwar einen lokalen Drucker, keinen Netzwerkdrucker. Wir markieren "Einen anderen Drucker auswählen" und wählen als Drucker-Port "Virtual Printer (PDF Printer)". Mit "vor" bestätigen. Das nun folgende Menü bietet uns an, einen Hersteller des Druckers zu wählen. Unsere Wahl fällt auf "Generic". Wenn das ausgewählt ist, dann öffnet sich eine weitere Auswahlliste. Darin klicken wir auf "PostScript". Mit "vor" bestätigen. Dem neuen Drucker habe ich den Namen PDF zugeteilt. Automatisch richtet der neue Drucker in meinem Home-Verzeichnis einen Ordner "PDF" ein, in den er alle Druckbefehle leitet, die ich an den virtuellen PDF-Drucker schicke. Die Einrichtung müsste bei Verwendung des Gnome-Desktops in allen Linux-Distributionen gleich sein. Lediglich die Menübezeichnungen können variieren. ### Der kleine Nic in der großen Welt Foto: Guillaume Paumier/Wiki Commons Da stand er nun, der kleine Nicolas Sarkozy und hatte alles erreicht. Am Wahlabend war das. Vergessen seine Hasstiraden auf randalierende Jugendliche in den Vorständen, die er mit dem Dampfdruckreiniger von der Straße pusten wollte. Anfangs hatte man sich noch nichts dabei gedacht, als er nach wenigen Worten an seine Anhänger in ein Pariser Nobelrestaurant entschwand. Auch als er danach abtauchte, dachte man sich noch nichts. Schließlich hatte er angekündigt, er wolle sich in die Würde des Amtes einarbeiten. Doch jetzt haben ihn Journalisten ausgerechnet auf einer Luxusyacht entdeckt. Jetzt fragt Frankreich: Darf sich Sarkozy seine Ferien von Industriemagnaten spendieren lassen, weil er noch nicht ganz Staatspräsident ist? Wundern dürfen sich die Franzosen nicht. Der Sohn eines ungarischen Einwanderers und einer französischen Juristin hat nie ein Hehl daraus gemacht, wo er hin wollte. Seine ganze politische Karriere lief auf das höchste französische Staatsamt zu: das des Staatspräsidenten. Den Sprung in den Elysée-Palast hat Sarkozy mit einem Ehrgeiz verfolgt, der an den jungen Jacques Chirac erinnert. Auch Chirac hatte stets den Eindruck erweckt, er werde jederzeit den Freitod wählen, sollte er den politischen Endsieg verfehlen. Mindestens so verbissen wirkte Sarkozy: Elysée oder Tod, keine Gnade für den zweiten Sieger! Der kleine Sarkozy (1,65 Meter) wollte in die große Welt, und die hat er ausgekostet sofort nachdem ihn die Türsteher in die Clubs der Schönen und Reichen einließen. In seiner mangelnden Weitsicht, seinem fehlenden Respekt gegenüber dem Amt ähnelt der Staatspräsident Nicolas Sarkozy einem prominenten Kollegen in dessen frühen Jahren: George W. Bush. ### Sechs Wochen bis zur Documenta XII Die Documenta XII steht vor der Tür, und das Foto mag einen Eindruck vom zu erwartenden Presseansturm vermitteln. Es zeigt Documenta-Leiter Roger M. Buergel (von hinten) beim Rundgung durch die Ausstellungsorte der nächsten Documenta. Mit rund 300 Presseleuten pilgerte der Ausstellungszampano durch die bis auf ein paar Farbeimer leeren Räume (hier das Museum Fridericianum). Kann man's auch bei Grün wagen? Documenta XII-Leiter Roger M. Buergel (li.) und Documenta-Architekt Tim Hupe (re.). ### Die Wahrheit über Debian Linux Debian, so ist es überliefert, wurde gegründet von Ian Murdoch, der den Projektnamen aus seinem Vornamen und dem seiner Frau Debra zusammenzimmerte. Doch die Wahrheit ist bedrohlich: So sind 110 Prozent aller Terroristen Linux-Entwickler. Debian entstand im Terroristennest Sudan, und der Name bedeutet in einer alten afrikanischen Sprache "Dieb". Denn Debian will den amerikanischen Betriebssystemen Nutzer stehen. So schreibt Stevie Ray Vaughn Nickles in seinem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag für Linux.com. ### Fragen Sie Miss Dewey Microsoft Irgendwie ist Miss Dewey ein wenig wie Windows: Sie ist schick gestylt und nett anzuschauen, nervt aber schon nach wenigen Minuten mit der gleichen Geschwätzigkeit, die auch Windows an den Tag legt. Sie fragt zwar höflich, was ich suche, macht aber gleich Stress, wenn mir nicht sofort etwas einfällt. Und, wehe, ich bleibe mal eine Minute untätig. Dann klopft sie an den Monitor und fragt, ob ich eingeschlafen bin. Kunststück! Sie ist ja auch denselben Hirnen entsprungen. Nein, neine und nochmals nein. Da lob' ich mir Ken. Der sieht zwar so ausgelutscht aus wie Ewan Mc Gregor in Trainspotting, aber dafür quatscht er mich nicht voll, lässt das Display meiner Denkmatte heil und geht schweigend auf die Suche. Worum es bei diesem Unsinn geht? Um zwei Beispiele aus der List mit elf Arten, ohne Googel zu suchen. Bei Fox News gefunden. ### 20 Lichtjahre bis Erde 2 Der Klimawandel kann kommen. Und wenn dann die gute alte Erde vergiftet, überhitzt und ausgebeutet den Löffel reicht, steigen wir alle in den Shuttle, und auf geht's zu einem Planeten im System des Roten Zwergs Gliese 581. Der Standard berichtet heute, dass die Astronomen erstmals einen nerdähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem gefunden haben. Der neue Planet ist nur 20 Lichtjahre entfernt. Und er hat noch einen Vorteil. Es wird dort eine erheblich größere Zahl von Jahren dauern, bis wir ihn auch in die Knie gezwungen haben. Zum einen ist der Planet fünfmal so groß wie die Erde, zum anderen dauert ein jahr dort nur 13 Tage. Mit dem Kofferpacken sollten wir noch warten. Bisher handelt es sich nur um Vermutungen, dass es auf dem neu entdeckten Planeten Wasser in flüssiger oder gefrorener Form gibt. Letzteres ist kein Problem: Ist wenigstens der Fortbestand der Vier-Schanzen-Tournee gesichert. Wenn uns dann nach ein paar hundert Jahren das Bier ausgeht und wir anfangen müssen, Wasser zu trinken, dann lassen wir einfach mal bei einigen tausend Geländewagen die Motoren laufen. Die heizen dann den Planeten ein wenig vor. Sollen sich die Skispringer doch den nächsten Planeten suchen! ### Blaues Auge für die Demokratie Bei den Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt ist die Demokratie mit einem blauen Auge davon gekommen. 36,5 Prozent Wahlbeteiligung sind geeignet, wohl selbst der CDU die Freude über einen Wahlsieg zu verhageln. Noch nie gingen so wenige Wahlberechtigte zur Urne. Der Rest ist Ritual: Ministerpräsident Wolfgang Böhmer meint, man müsse den Menschen politische Prozesse künftig besser erklären. Was er erklären will, das sagt er nicht, auch nicht, ob die Politik den Bundesbürgern überhaupt noch etwas zu sagen hat. Glück im Unglück: Die rechtsradikale NPD blieb mit 2,6 Prozent der Stimmen hinter allen Befürchtungen zurück. Wahlergebnisse der Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt ### Dell liefert PCs mit XP und Linux aus Die aktuelle ct widmet den Schwächen von Windows Vista etliche Seiten: Unsinnige Benutzerführung, Treiberprobleme, Inkompatibilität mit bisherigen Programmen. Da geht Michael Dell in die Offensive. Zum einen bietet Dell vier Inspirion-Notebooks und zwei Dimension-PCs wahlweise mit Windows XP an. Foto: Dell Mit einem anderen Modell beschreitet Dell echtes Neuland: Das Notebook Precision M90 liefert Dell mit dem frisch erschienenen Ubuntu Feisty Fawn aus. Damit liefert erstmals ein großer Computeranbieter einen PC mit vorinstallierten Linux aus. Gefunden bei Golem und Heise. ### Tux fährt mit Beim Indy 500 Rennen in Indianapolis soll ein Bolide mit dem Linux-Maskottchen Tux die Piste entlang röhren. Das - so berichtet Desktoplinux.com - ist die Vision von Ken Starks, Autor des Blog of helios und Begründer der Lobby4Linux. Mit dem Rennstallbesitzer Tom Chastain hat Starks vereinbart, dass die Linux-Community innerhalb eines Monats (vom 16, April) 350.000 Dollar aufbringt. Das Tux 500-Projekt will das Marketing von Linux zur Community-Aufgabe machen, wie die Entwicklung. Wenn nur ein Prozent der Community je einen Dollar spendete, dann werde der Plan Wahrheit, heißt es auf der Seite. Das Spendenbarometer steht derzeit bei 5449,33 Dollar. Tux 500 soll Linux außerhalb der IT-Szene bekannter machen. ### Wer verabredet sich mit Wolfowitz? Foto: Orpailleur/Flickr.com Paul Wolfowitz steht im Mittelpunkt des heutigen Borowitzreport. Wir erinnern uns: Der ehemalige Vize-Verteidigungsminister in der Bush-Regierung und jetzige Weltbank-Präsident steht in der Kritik, weil er einer Freundin in der Weltbank ein fürstliches Gehalt bewilligt haben soll. Millionen von Menschen reagierten auf diese Nachrhicht schockiert, heißt es im Borowitzreport. Sie können sich nicht vorstellen, dass Wolfowitz eine Freundin hat. Millionen Amerikaner fragen: "Wer würde mit Paul Wolfowitz ausgehen?" Die Antwort kennt David Logsdon von der Universität von Minnesota, der die Verabredungsgewohnheiten von Weltbank-Präsidenten studiert. Er meint: "Jemanden davon zu überzeugen, mit ihm auszugehen, ist keine große Sache für einen Mann wie Paul Wolfowitz. Erinnern Sie sich, dass er der Mann war, der Präsident Bush dazu überredet hat, in den Irak einzumarschieren." ### Oettinger widerruft Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger widerruft seine Behauptung, Hans Filbinger sei ein Nazi-Gegner gewesen. Zwischen den zusammengebissenen Zähnen knirscht er in die Heute-Kameras, dass seine Behauptung so "nicht mehr aufrecht erhalten werden" könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihm die Instrumente gezeigt, hat ihm gedroht, er sei sonst als Ministerpräsident nicht zu halten. Dass die Kanzlerin den Bruch mit einem der stärksten CDU-Landesverbände riskiert, spricht für sie. Aber es zeigt einmal mehr, dass die CDU ein nur schwach kaschiertes Problem mit der Nazi-Vergangenheit hat. Aus dem baden-württembergischen CDU-Landesverband gab es kein Wort der Kritik an Oettingers Rede, und man darf annehmen, dass auch der Rest der Partei kaum aufgemerkt hätte, wenn nicht die jüdische Gemeinde zuerst protestiert hätte. Im Gegenteil: Wir dürfen annehmen, dass Oettinger den Nazi-Todesrichter nur deshalb zum Widerstandskämpfer verklärt hat, weil er in gewissen Kreisen der Union damit punkten kann. Kreise, die der Einfachheit halber jeden gern als Widerstandskämpfer sehen würden, der den Nazi-Terror überlebt hat - auch wenn er höchst aktiv daran mitgewirkt hat. ### Sprungschanze ohne Schnee Foto: www.deutschland-tourismus.de Die Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen wird abgerissen. Aber schon zum Neujahrsskispringen 2008 soll eine neue Schanze stehen. Viel schöner und viel größer als die alte. Bleibt nur zu hoffen, dass man auch mit Rollschuhen da runter springen kann. Schließlich prophezeien die Meteorologen, dass in den Alpen die letzte Schneeflocke bald geschmolzen ist. ### The Machine corrected Die Geschichte von Web 2.0, erzählt in viereinhalb Minuten: The Machine is Us/ing Us Eintrag mit nun korrektem Link. Gefunden im Forum von Ubuntuusers.de ### Web 2.0 in a nutshell Die Geschichte von Web 2.0, erzählt in viereinhalb Minuten: The Machine is Us/ing Us Gefunden im Forum von Ubuntuusers.de ### Terroristensuche mit Google Seit heute lebe ich in Angst und Schrecken. Warum? Weil ich eitel war. Eitel genug, um meinen Namen zu googeln. So sah das Ergebnis aus: Einer von den Jungs, die das frische Blau meiner Tapete entworfen haben, heißt Khaled Abou Alfa! Können Sie das lesen? Na, macht nichts, Schäuble kann es lesen. Der weiß zwar nicht, was das ist, ein "Theme". Aber dass jemand, der Khaled Abou Alfa heißt, ein Terrorist sein muss, das weiß unser Innenminister. Und im Zweifelsfall weiß er es früher als Khaled Abou Alfa selbst. Bin ich damit schon der Kontakte zum internationalen Terrorismus überführt? liegen in Guantánamo schon die orangefarbenen Strampelhosen für mich bereit? Und die Magensonde, falls auch ich in Hungerstreik gehe? Augenblick, ich glaube, es klingelt gerade an der Tür ... ### ...und keine Polizei! Der Griff zu Schere und Pritt-Stift machte bisher eine Entführung zu einer Domäne geschickter Bastler. Überdies verhinderte das Geklebsel aufwändige Erpresserbriefe mit ausgefeilten Anweisungen zur Geldübergabe. Das ist jetzt vorbei: Der Ransom Note Generator ist die Erfindung für den überarbeiteten Erpresser. Gefunden bei Fontblog ### Einmal waschen und rasieren bitte Nun müssen sich afghanische Arbeitslose waschen und rasieren, um von Kurt Beck mit einem Arbeitsplatz bedacht zu werden. Gestern hatte der SPD-Chef noch Hohn und Prügel für seinen Vorschlag geerntet, Verhandlungen mit gemäßigten Taliban zu beginnen. Heute konterte er, die meisten Taliban seien enttäuschte junge Männer, die keine wirtschaftliche Perspektive hätten. Wenn der Pfälzer noch ein paar Tage bei der Truppe in Afghanistan verbringt, wird er wohl damit beginnen, jedem Taliban einen Arbeitsplatz zu versprechen, wenn er sich wäscht und rasiert. ### Hitler kein Ehrenbürger mehr Was SED und Stasi nicht schafften, der bevorstehende G8-Gipfel in Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) hat es vollbracht: Die Stadt Bad Doberan, zu der Heiligendamm gehört, hat dem Führer die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Damit nicht genug: Das muss man heute ausgerechnet bei der BBC lesen. Bad Doberan befindet sich in guter Gesellschaft. Laut BBC haben während des Dritten Reiches mehr als 4000 deutsche Städte Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde verliehen. ### Die Wartenden Aufgenommen habe ich diesen idyllischen Blick in einen Profanbau der Deutschen Bahn am 30. März 2007 in Kassel-Wilhelmshöhe auf dem Bahnsteig 3 gegen 14.30 Uhr. ### Spießgesellen vor dem Ausschuss Frank Walter Steinmeier hat heute vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Fall Murat Kurnaz ausgesagt. So wie er die Dinge sieht, war damals alles in Butter: Es gab nie ein Angebot der Amerikaner, Kurnaz freizulassen, aber weil es das Angebot nicht gab, haben er und Innenminister Otto Schily 2002 schnell mal entschieden, dass Kurnaz auch nicht mehr einreisen darf. Schließlich war er ja kein deutscher Staatsbürger. Toll eigentlich, dass wir noch dieses altmodische Abstammungsrecht haben. Die Franzosen hätten Kurnaz zurücknehmen müssen, wenn er dort geboren worden wäre. Und natürlich, wenn es denn ein Angebot der Amerikaner gegeben hätte, Kurnaz freizulassen. Aber das gab es ja nicht. Außerdem - ich meine, abgesehen davon, dass die Amerikaner Kurnaz gar nicht freilassen wollten - hat der Steinmeier von seinen klugen Geheimdiensten erfahren, dass der Kurnaz gefährlich ist. Dass die als zuverlässigste Quelle für ihre Einschätzung Else Kling aus der Lindenstraße vorweisen konnten, braucht doch den damaligen Kanzleramtsminister in seinen Maßanzügen und seinen blank gewienerten Schuhen nicht zu stören. Aber, Gott sei Dank wollten die Amis den Kurnaz ja gar nicht loswerden. Und überhaupt: Wer wird denn so kleinlich sein? Nehmt euch ein Beispiel am Schily! Der hat die ganze Schuld auf sich genommen. Rentner müssen ja nicht wiedergewählt werden. Der Schily hat nämlich auch gemeint, dass der Kurnaz gefährlich ist. Deswegen hat er sich auch dafür entschieden, Kurnaz nicht zurückzunehmen, obwohl: Die Amerikaner wollten den ja auch gar nicht freilassen. Und gefährlich war er, der Kurnaz. Der trug sogar einen Rauschebart. Gut ... den trägt Wolfgang Thierse auch. Aber der fährt wenigstens nicht nach Pakistan. Obwohl er sich das leisten könnte: Weil er Deutscher ist, müssten wir ihn auch zurücknehmen, wenn die Amis ihn in Guantánamo eingekerkert hätten und nun freilassen wollten. Aber - dem Himmel sei Dank - hat es ja ein solches Angebot der Amerikaner nie gegeben - Kurnaz betreffend, nicht Thierse. Wollen wir nicht so kleinlich sein, liebe Maßanzugträger: Die Ereignisse fielen euch ja damals wirklich tonnenschwer auf die Füße. Ich lese und höre in allen Meldungen über eure Aussagen vor dem Ausschuss immer von möglichen Gefahren, die von Murat Kurnaz ausgegangen sein könnten. Könnten? Von Guantánamo hingegen hört und liest man nichts. Guantánamo ist der konsequente Bruch aller geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze der Zivilisation. Was ich nicht verzeihen kann ist, dass man nirgends von einem Wort der Anteilnahme leist, von einem Beweis, dass unter Sakko unter Parteibuch ein menschliches Herz schlägt, das einsieht, dass jeder Mensch - so gefährlich er auch möglicherweise sein mag - ein faires Verfahren verdient hat. Dass ihr dazu offenbar gar nichts zu sagen hattet, lässt mich grundsätzlich am Zustand unserer politischen Klasse zweifeln. Dass es dann noch von der Anklagebank tönte, ihr würdet heute wieder so handeln wie damals, das dsiqualifiziert euch als Politiker, die einen Eid auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung geschworen haben. ### Zügellosigkeit beim Gipfeltreffen Was waren das noch für sittenstrenge Zeiten, als die Staatschefs der führenden Industrienationen noch unter sich waren und keine Chefinnen in ihrem elitären Zirkel wussten. Vielleicht haben Sittenverfall und sexuelle Zügellosigkeit schon zu Maggie Thatchers Zeiten begonnen. Vielleicht auch erst mit Angela Merkel. Aber von einer Lustseuche beim G-8-Gipfel mussten wir bisher noch nie lesen. ### Einstein würde Metal hören Armer Albert Einstein: Als er über seiner allgemeinen Relativitätstheorie brütete, gab es nur die Geige, deren fades Schluchzen das Genie zwischen zwei Geistesblitzen erhellte. Heute würde er zur E-Gitarre greifen. Die staatliche englische Universität von Warwick, die zu den besten Englands zählen soll, obwohl sie als ein Kind der Bildungsreform erst 1965 entstanden ist, hat herausgefunden: Hochbegabte Kinder hören lieber Heavy Metal als Klassik. Das ist an sich kein Wunder, denn auch bei den Minderbegabten wird das Votum für Klassik eher dünn ausgefallen sein. Aber hochbegabte Kinder geben Heavy Metal fast genauso häufig als Ohrenschmaus an wie Rock/Pop. Die typischen Streber-Musikrichtungen Klassik und Jazz fielen bei den Jugendlichen komplett durch. Das ist kein Wunder, wer will in der Pubertät schon dabei erwischt werden, wie er Klassik hört? ### Brzezinski: Bush betreibt Gehirnwäsche Zbigniew Brzezinski, Sicherheitsberater unter Jimmy Carter, hat in einem Artikel für die Washington Post harte Kritik an der Anti-Terror-Politik der Regierung von George W. Bush geübt. Das berichtete der Deutschlandfunk gestern gegen Abend in seinen Hörfunknachrichten. Brzezinski soll der US-Regierung vorgeworfen haben, das Land in einem dauernden Klima der Angst zu halten, das es anfällig für demagogische Politiker macht. Brzezinski soll die Zeit seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 in seinem Artikel als eine "fünfjährige Phase der Gehirnwäsche" bezeichnet haben. Die Sache erlangt deswegen ein gewisses Gewicht, weil der Scharfmacher in der Regierung Carter als einer der gedanklichen Wegbereiter der Neokonservativen, kurz Noecons, gilt, jener Denkschule, die den Scherbenhaufen amerikanischer Weltpolitik zu verantworten hat. ### Wo der Putz von den Wänden fällt Schimmel an den Wänden, einsturzgefährdete Decken! So hausen nicht etwa unsere Soldaten in Afghanistan, sondern die Daheimgebliebenen. Das hat der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe, jetzt in seinem Bericht bemängelt. Wer nicht den Wehretat der Amerikaner hat, muss wohl Prioritäten setzen. Und da hält man lieber die Stuben am Hindukusch in Ordnung, wo alle Nase lang mal ein Minister vorbeischaut, als die daheim, wo allenfalls mal der Wehrbeauftragte seine Nase hinein steckt. Einen positiven Nebeneffekt hat die Sache: Der Spieß muss sanfte Töne anschlagen, sonst fällt der Putz von den Wänden. ### Zeit für Bekenntnisse In Guantánamo ist offenbar die Zeit für Bekenntnisse gekommen. Alles was Chalid Scheich Mohammed in der vergangenen Woche noch nicht gestanden hat, das bekannte nun Walid Mohammad bin Attash in Guantánamo. Das Attentat auf den US-Zerstörer Cole im Golf von Aden 2000 sowie auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998. Unglaublich, dass die Terrorverdächtigen nun, Jahre nach ihrer Ergreifung, ausgerechnet jetzt auspacken. Wo sie sich doch gerade an Lagerkluft und -küche gewöhnt haben sollten. Nicht auszudenken, was Murat Kurnaz jetzt noch gestanden hätte, oder was jeder von uns unter der Folter gestanden hätte. Das gruseligste ist aber Folgendes: Unsere Geheimdienste beugen das Recht bis es bricht, um in Lauerstellung am Darmausgang amerikanischer Geheimdienste jede noch so geringe Information aufschnappen zu können. Und was bekommen wir? Lückenhafte Befragungsprotokolle, mit langen Listen von Beweisen, die außerhalb der Terroristenvoliere in Guantánamo noch nie ein Mensch zu sehen gekriegt hat. ### Beckstein sucht Spitzel im Hörsaal Morgens schon wieder verschlafen. Haare föhnen? Rasieren? Keine Zeit, die Mensa schließt ja gleich. Also mit dem Handtuch um den Kopf und unrasiert zur Suppe. Wer sich dann auch noch gegen den Leberkäse entscheidet, auf den warten vielleicht schon am Ausgang der Mensa Becksteins Büttel. So hat er sich das gedacht, der bayerische Innenminister. Günther Beckstein hat heute Studierende wie Professoren dazu aufgerufen, mögliche Islamisten anzuzeigen. Das hat der Deutschlandfunk heute gemaldet. Anzeigen? Wegen was? Wegen Ausübung einer Religion? Zu dumm, dass der Terrorist ja zumeist erst Terrorist ist, wenn sich die Rauschschwaden verzogen haben. Gilt das Ausrollen des Gebetsteppichs auf dem Campus schon als Indiz für einen Anhänger von Hasspredigern? Die Ludwig-Maximilian-Universität hat sofort geschaltet, die Hacken zusammengeschlagen und Vollzug gemeldet - und hat ihr Einverständnis sofort wieder zurückgezogen. Sich wohl daran erinnernd, dass in der weltweiten Wissenschaftler-Community Inquisition Reloaded kein Kassenschlager wird. Dabei ist die Idee nicht einmal schlecht. Aber für Islamisten? Im vergangenen Jahr ereigneten sich täglich zwei rechtsextreme Gewalttaten, im gleichen Zeitraum kam es zwar zu einem verhinderten islamistisch motivierten Anschlag auf zwei Bummelzüge, aber kein Mensch kam durch islamistische Gewalt in Deutschland ums Leben. Rechtsextreme Terroristen brachten hingegen seit der Wiedervereinigung 136 Menschen um. Wo bleibt der staatsbürgerliche Spitzeldienst gegen diese Form des Terrors? Oder ist Ihnen rechte Gewalt schon zu alltäglich, Herr Beckstein? ### Gründerzeit-Desktop Ach ja, was waren das für Zeiten... Im schnellen Wandel der Hard- und Software vergessen wir manchmal, dass der Rechenknecht, damals noch belächelt, erst vor 20 Jahren den Sturm auf unsere Wohn- und Arbeitszimmer angetreten hat. Da wirkt so ein Atari-Desktop wie oben schon wie ein kostbares Gründerzeitmöbel. GUIdebook hat Screenshots längst vergessener Computerbetriebssysteme versammelt. Und sogar die Installationsanleitung von vergessenen Kostbarkeiten wie OS/2 - damals an Microsofts Jahre zu früh beworbenen Windows 95 gescheitert - findet sich auf dieser Seite. Viel Spaß beim Stöbern. ### Ratten wissen, wann sie aufgeben müssen Noch eine weitere Eigenschaft muss der Mensch nach Meinung der Verhaltensforscher mit dem Tier teilen, in diesem Fall mit der Ratte: Ratten wissen, wann eine Aufgabe für sie zu schwer wird, behaupten Allison Foote und Jonathon Crystal von der US-amerikanischen University of Georgia in Athens, Georgia. Die beiden Wissenschaftler haben Ratten mit ständig schwieriger werdenden Tonfolgen konfrontiert. Entschieden sie richtig, ob eine Tonfolge länger oder kürzer war als die vorhergehende, bekamen sie eine Belohnung. Eine kleine Belohnung erhielten sie aber auch, wenn sie das Experiment verweigerten. Jo schwieriger der Test wurde, desto häufiger lehnten Ratten die Teilnahme ab und nahmen lieber den sprichwörtlichen Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Angesichts solch komplexer Kosten-Nutzen-Überlegungen seitens der Nagetiere, wird die Zeit erweisen, wann sich Ratten für Vorstandsposten bei DAX-Unternehmen empfehlen. Siehe auch: Kluge Vögel sorgen vor Wenn Schimpansen auf Safari gehen ### Schlampige Geheimdienste und amoklaufende Innenpolitiker Sein Amt hat Akten verschludert und den in Bremen wohnhaften Türken Murat Kurnaz aufgrund von Hörensagen in der Gewalt amerikanischer Schergen belassen: Walter Wilhelm, Chef des Bremer Verfassungsschutzes, hat im Fall Kurnaz ein Beispiel für Schlendrian bei deutschen Geheimdiensten, aber auch von gezielter Desinformation parlamentarischer Stellen geliefert. Jetzt ist zudem herausgekommen, dass Bremens Innensenator Thomas Röwekamp noch kurz vor Kurnaz' Freilassung aus Guantánamo bei Bundeskanzlerin Angela Merkel insitiert hatte, der Türke sei ein Sicherheitsrisiko. Im Deutschlandfunk war heute zu hören, Röwekamp und Wilhelm hätten ihr Handeln damit erklärt, dass Kurnaz ins Raster islamistischer Gewalttäter gepasst hat. Wenn das Raster so gut auf Kurnaz gepasst hat, was taugt es dann? Warum will Innenminister Wolfgang Schäuble die Möglichkeiten der Rasterfahndung durch Maßnahmen wie PC-Spionage erweitern, wenn die bisherigen Raster schon nichts taugen? Betreiben wir jetzt Sicherheitspolitik nach dem Motto: "Wo gehobelt wird, da fallen Späne"? Wenn die bisherigen Möglichkeiten der Dienste schon ausgereicht haben, einen Unschuldigen vier Jahre in Guantánamo zu lassen, was können die Schlapphüte mit uns machen, wenn sie noch mehr dürfen? Noch einmal die Frage: Wer schützt uns vor Innenpolitikern, die Amok laufen? ### Angriff der Klon-Schnitzel Gerade schlagen sich die Europäer mit den Folgen des Klimawandels herum, da droht der EU neue Gefahr: Nach dem Gen-Schnitzel kommt nun das Klon-Schnitzel. Das berichtet BBC. Die Europäische Kommission erwartet, dass um das Jahr 2010 geklonte Lebensmittel in die Nahrungskette eintreten. Und nun raten Sie mal, wer mit gezücktem Besteck an deren Ende sitzt. Die amerikanischen Behörden halten den Verzehr von geklonten Lebensmitteln für sicher, heißt es bei BBC. Aber was heißt das schon? War nicht auch der Irakkrieg eine sichere Sache? ### Koalition der Tatenlosen Im Kampf um die Kinderbetreuung erklimmt die CDU neue intellektuelle Höhen: Zunächst müsse man feststellen, ob es überhaupt Bedarf an neuen Betreuungsplätzen für Kleinkinder gebe, sagt der Bundestagsfraktionschef der Union, Volker Kauder. Klartext: Zählen wir mal Kleinkinder und Kinderkrippen. Wenn wir einmal durch sind, dann sind die Kinder schon im Vorschulalter, dann können wir wieder von vorn anfangen. Und irgendwann wird das Problem einer biologischen Lösung zugeführt sein. Die könnte darin bestehen, dass - (a) die Altkonservativen aus der Adenauerzeit gestorben sind. - (b) der Geburtenrückgang soweit fortschreitet, dass die Krippenplätze plötzlich ausreichen. Nichts ist symptomatischer für die Große Koalition der Nichtstuer. Unsere Kanzlerin und die Ihren beten täglich: Lieber Gott, lass es die EU entscheiden: Rauchverbote, Klimaschutz, Mindestlöhne. ### Linux in der Schule Der Schulbezirk Bexley (Ohio, USA) hat alle Desktop-Computer auf Linux umgestellt. Das berichtet Desktoplinux.com. Der Schulbezirk war dazu gezwungen, weil er neue Computer gekauft hat, auf denen das gewohnte Windows ME nicht mehr problemlos lief. Eigentlich ignoriere ich solche Wasserstandsmeldungen, in denen die Tux-Fans das Anwachsen ihrer Nische bejubeln. Aber hier liegen Zahlen auf dem Tisch: 412.000 Dollar soll der Schulbezirk dadurch gespart haben, berichtet Desktoplinux unter Berufung auf die örtliche Tageszeitung. Der gesamte EDV-Etat habe im vergangenen Jahr hingegen nur 159.000 Dollar betragen. Die von ME gewohnten Anwendungen lässt die Behörde übrigens im CrossoverOffice unter Linux laufen. Sie sollen nach und nach durch Open Source Software ersetzt werden. ### CD-Tipp: Freundliche Reisende Foto: Carmen Brucic Duos haben im Jazz einen festen Platz. Aber Gitarre und Schlagzeug? Wolfgang Muthspiel (Gitarre) und Brian Blade (Drums) haben sich dieser Herausforderung gestellt, und mit „Friendly Travelers“ ein Album geschaffen, das den normalerweise Bodenhaftung verleihenden Bass nicht vermissen lässt. Brian Blade entlockt den Trommeln und Becken selten gehörte Fülle und Harmonie. Brian Blade begreift als einer der ganz wenigen Drummer sein Schlagzeug als mehrstimmiges Musikinstrument. Auch im Zusammenspiel mit Wolfgang Muthspiel zeigt er diese seltene Fähigkeit, für die einzelnen Klangkörper des Schlagzeugs eigene Stimmen zu führen. Da wird eben die Bass Drum zum Bass. Blade hat mit so unterschiedlichen Musikern wie Herbie Hancock, Joshua Redman und Seal gespielt. Musikalisch geht der Trip der "freundlichen Reisenden" durch lyrische Balladen („Balladino“) und afrikanische Rhythmen („Youssou“) bis hin zu fast hymnischem Jazzrock („Vallekilde“). „Friendly Travelers“ hat das Zeug, auch Fans von Pat Metheny mit Wolfgang Muthspiel zu versöhnen, und Rockgitarristen sollten unbedingt den John Coltrane gewidmeten „Heavy Song“ hören. Dabei erweist sich Blade als vorbildlich sensibler Sideman, der nie ins Rampenlicht drängt. Das lässt zwar der Gitarre viel Raum, macht aus "Friendly Travelers" aber auch ein zu konventionelles Jazzrock-Album. Bei aller musikalischen und spieltechnischen Klasse gerät die Platte so ins Fahrwasser etwa der Pat Metheny Group in deren ECM-Jahren. Fans von Wolfgang Muthspiel werden die Platte mit dessen „Solo“ von 2004 vergleichen und feststellen, dass dem neuen Werk viel vom Spielwitz fehlt, der „Solo“ so unwiderstehlich machte. Dafür fasziniert „Friendly Travelers“ mit einer selten gehörten kraftstrotzenden Vitalität. Und die hat auch ihren Reiz. www.materialrecords.com ### Kluge Vögel sorgen vor Gestern haben wir gelernt, dass Schimpansen Speere anfertigen können und damit auf die Jagd gehen. Aber jetzt hackt's: Rabenvögel legen sich Futter zum Frühstück zurück. Die Vögel deponierten Futter in einem Raum, in dem es sonst keins gegeben hätte. Und noch mehr: Befinden sich in zwei Räumen unterschiedliche Nahrungsmittel, dann verteilen die Krähen Futter von einem Raum in den anderen. Bisher hatte man eine solches palnendes Verhalten nur dem menschen zugeschrieben. Mal ehrlich: Wen hat das mit den Schimpansen ernsthaft gewundert? Ist der Schimpanse nicht unser nächster Anverwandter? Wundern könnte uns eigentlich nur, wenn die Schimpansen ihre Opfer mit nicht nur mit dem Spieß erlegten, sondern sie auch gleich dran brieten. Aber Krähen? Demnächst begegnen sie uns unrasiert in Jogginghose sonntagmorgens beim Bäcker an der Brötchentheke. ### Wenn Schimpansen auf Safari gehen Früher galten Schimpansen einfach als süß. Dann mussten wir hinnehmen, dass die Forscher Cheetahs Verwandte bei der Jagd auf andere Primaten erwischt haben. Dabei hätten wir längst ahnen müssen, dass der Schimpanse seine kräftigen Eckzähne nicht zum Dosenöffnen besitzt. Jetzt berichtet BBC, dass die Schimpansen sogar mit selbstgebastelten Speeren auf die Jagd gehen, angespitzt mit Hilfe eben jener Eckzähne. ### Wolfgang Thierse in Kassel "Ich habe den Eindruck, dass das ständige Reden über Werte keinerlei Mehrwert hat": Zu einer Diskussion über Werte in der Gesellschaft war Wolfgang Thierse nach Kassel gekommen. Während eines Interviews mit dem Kollegen von der HNA entstanden die Porträtstudien in meiner neuen Fotogalerie. ### Sex mit virtuellen Kindern Ist Sex mit virtuellen Kindern strafbar? Diese Frage muss nach einem Bericht der Netzzeitung jetzt die niederländische Justiz klären. Sie verfolgt einen Kinderpornoring im Online-Spiel Second Life. Spieler hätten sich beschwert, dass in dem Spiel Plätze angeboten würden, an denen man Sex mit Kindern haben könne, heißt es in der Meldung weiter. Aber, was ist, wenn das Spielkind im echten Leben ein alter Sack ist? Ist er dann nicht so etwas wie ein virtueller Zuhälter? Wird die niederländische Polizei jetzt verdeckte Ermittler vor die Bildschirme setzen, die als Siebenjährige mit blonden Zöpfen getarnt, Kinderschändern eine Falle stellen? Soll eine echte Jury über eine virtuelle Existenz, einen so genannten Avatar zu Gericht sitzen? Oder soll der reale Bösewicht nicht doch lieber von einem virtuellen Gericht abgeurteilt werden? Kommt der Verurteilte dann in den echten oder den virtuellen Knast, oder kommen die Büttel nur vorbei und kassieren seinen Laptop für 12 Jahre? Wird die Netzzeitung uns jetzt bald mit weiteren Nachrichten aus Mittelerde versorgen? Steht zu befürchten, dass der Springer-Verlag, der schon jetzt mit eigenen Zeitschriften in Second Life präsent ist, bald Nachrichten aus dem Dies- und Jenseits des Bildschirms durcheinanderschmeißt? Und die wichtigste Frage: Würden wir das merken? ### Folter nach Hörensagen Vielleicht sollten sie es lassen, die Schlapphüte der Bundes- und Landesämter, die zum Schutz unserer Verfassung gern mal jemand in Guantánamo verschimmeln zu lassen. Vielleicht sollten sie nicht mehr versuchen, irgendetwas ztu rechtfertigen. Jedes Argument, das da von der Zeugenbank an die Öffentlichkeit dringt, macht die Dinge im Fall Kurnaz nur noch schlimmer. Wenn wir das Amtsdeutsch von den Äußerungen heute vor dem Geheimdienstuntersuchungsausschuss abklopfen, dann ergibt sich folgendes Zitat: "Wir haben Murat Kurnaz für gefährlich gehalten, weil das Bremer Landesamt für Verfassungsschutz in der Nachbarschaft aufgeschnappt hat, dass der Kurnaz ein Islamist ist." Dass ein mutmaßlicher islamistischer Terrorist, wie jeder mutmaßliche Terrorist, wie überhaupt jeder mutmaßliche Gesetzesbrecher, einen Anspruch auf ein faires Verfahren hat, diese Ansicht scheinen 2002 weder die Büroklammerbonds in den Amtsstuben, noch der damalige Kanzleramtsminister Frank-Walter Steinmeier geteilt zu haben. Schämen Sie sich, wenn Sie diese Geheimdienstmafia damals gewählt haben, ich tu's auch. ### Amerikaner wünschen sich Bush erfunden Die Mehrheit der Ameriakner wünscht sich, der US-Präsidenten George W. Bush sei nur eine erfundene Figur. Das berichtet der heutige Borowitzreport. Auf die Frage, "Wenn Sie sich aussuchen könnten, ob George Bush eine erfundene Figur oder eine wirkliche Person ist", entschieden sich 51 Prozent der Befragten für den fiktionalen Charakter und 42 Prozent für die reale Person. Die übrigen sieben Prozent hielten Bush für erfunden. In einer Beliebtheitsskala erfundener Figuren musste sich der US-Präsident überdies nicht nur dem Superhelden Aquaman geschlagen geben, sondern auch der kleinen Meerjungfrau, dem Osterhasen und Sponge Bob (Schwammkopf). ### Aktenschwund bei deutschen Geheimdiensten Neues vom Fall Murat Kurnaz: Der Deutschlandfunk berichtet, dass CIA-Vernehmungsprotokelle aus dem Jahr 2002 abhanden gekommen sind. Die Protokolle hätten Aufschluss darüber geben können, für wie gefährlich die Amerikaner den Türken mit Wohnsitz in Deutschland seinerzeit tatsächlich einschätzten. ### Gelbe Gefahr am Amur Die Stadt Blagoveschensk in Sibirien, am Fluss Amur, dem Grenzfluss zu China, hat ein Problem. Mehr als 100 Millionen Menschen leben auf der chinesischen Seite, und ständig fliehen welche aus China nach Russland. Schon jetzt leben sieben Millionen Chinesen auf russischer Seite im russisch-chinesischen Grenzgebiet. Der tapfere Bürgermeister von Blagoveschensk sagte dem Sender Al Jazeera: Die Chinesen sind uns als Touristen willkommen, aber eine Integration findet nicht statt." Das sieht der Geschäftsmann Long Chen etwas anders. Er ist seit 10 Jahren mit einer Russin verheiratet und mag das Land. Ein Russe ist er dennoch nicht geworden, verriet seine Frau Sveta dem arabischen Nachrichtensender: "Er ist für mich unersetzlich", sagt sie, "er trinkt nicht, er raucht nicht, er hilft im Haushalt und verdient Geld". Nachzulesen bei Al Jazeera. ### Vorstellungsgespräch im Cyberspace Noch einmal Second Life: Der Internet-Dienstleister Hyro hat eine Insel in Second Life gekauft und dort eine Art Assessment Center eingerichtet, wo Bewerber um Posten im richtigen Leben getestet werden sollen. Das berichtet ITWire. ### Kein zweites Leben unter Vista Wer mit dem neuen Windows Vista Zugang zur virtuellen Spielwiese Second Life begehrt, muss - vorerst - draußen bleiben. Das berichtet ZDnet. Die Software des Second Life-Herstellers Linden Lab funktioniert nicht unter Vista. Linden Lab arbeitet mit Hochdruck daran, auch die Vista-User unter den Daddel-Junkies wieder in ihre viruellen Bungalows zu bringen. Microsoft lehnt bisher jeden Kommentar dazu ab. ### The Secrets Of Vienna Das neue Windows Vista hat gerade das Licht der Welt erblickt, hat seinen Klapps auf den Po bekommen (oder auch die erste Tracht Prügel), da beginnt Microsoft schon, den Nachfolger zu promoten. In zweieinhalb Jahren soll es fertig sein, schreibt ITWire. Was das neue System können wird, das Vista noch nicht kann, weiß nicht einmal Microsoft. Es habe etwas mit Virtualisierung zu tun, wird bei Microsoft genuschelt. Das klingt gut, denn Virtualisierung ist "Mega-In". Aber wird das auch in einem Jahr noch der Fall sein? Na, dann wird das neue System eben irgend etwas anderes besonders gut können. Was es dann tatsächlich kann, interessiert ohnehin niemanden, oder ist Vista etwa das supersichere System als das es angekündigt war? ### Anna Nicole Smith bringt Wikipedia ins Wanken Foto: Flickr Die Beachtung, die Anna Nicole Smith als Schauspielerin im Leben verwehrt blieb, erhält das ehemalige Playboy-Model nun im Tod. Als die Nachricht von ihrem Tod in einem Hotel in Hollywood durch die Welt ging, drohte das Online-Lexikon Wikipedia zusammenzubrechen. Wie ITWire berichtet, wurde der Eintrag des Starlets innerhalb von zwei Stunden mehr als 300 mal abgeändert. Die Administratoren hätten alle Hände voll zu tun gehabt, die schlimmsten Erüsse wieder zu entfernen. Wie ITWire weiter berichtet, gibt es einen regelrechten Wettlauf zwischen Internetnutzern, in dem es darum geht, der erste zu sein, der den Tod eines Prominenten in der Wikipedia einträgt. ### Unglaublich: Demokratische Wahl bei CSU! Kampfabstimmung um CSU-Vorsitz im September, das lesen wir heute beim Bayerischen Rundfunk. Kaum zu glauben! Es wird zwei Kandidaten für den Parteivorsitz geben! Die Parteitagsdelegierten dürfen im September zwischen Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber und dem Bundesagrarminister Horst Seehofer wählen! Werden die Delegierten - sonst eher an das Prozedere von DDR-Staatsratswahlen gewöhnt - dieser Herausforderung gewachsen sind, müssen sie noch beweisen. Zuletzt war es in der CSU 1955 zu so viel gelebter Demokratie gekommen. Dass es eine Schlagzeile wert ist, wenn deutsche Parteitagsdelegierte tatsächlich einmal eine Wahl haben, sollte uns beunruhigen. ### Europa belohnt undemokratisches Verhalten Jetzt ist die Welt froh! Die Palästinenser haben sich breitschlagen lassen, eine "Regierung der nationalen Einheit" zu bilden. Hört sich ja auch gut an: Nationale Einheit. Aber, was ist nationale Einheit? Alle Parteien haben sich geeinigt, liegen einander in den Armen und herzen und küssen einander. Kurz gesagt: Die nationale Einheit ist die Abwesenheit von demokratischer Opposition. Erinnern wir uns: Hamas ist von den Palästinensern gewählt worden. Nicht zuletzt, weil die Fatah-Organisation des verstorbenen Jassir Arafat in den Jahren zuvor eifrig versucht hat, möglichst viel von den europäischen Entwicklungshilfegeldern in die eigenen Taschen zu schaufeln. Die ersten, die das demokratische Votum des palästinensischen Volkes nicht akzeptiert haben, waren Amerikaner und Europäer. Sie stellten ihr Hilfe weitgehend ein. Fatah weigerte sich darüber hinaus, die Hamas-Regierung zu akzeptieren. Jetzt belohnt der Westen die Fatah für ein völlig undemokratisches Verhalten. Hintergrund ist die große Schwäche der Europäer: Wir trauen unseren eigenen Werten nicht. Demokratie, so denken wir, ist etwas für uns, die Palästinenser sind dafür noch nicht weit genug. Nur durch das einseitige Fetshalten an Jassir Arafat - nicht an den Werten der Demokratie - hat die korrupte Fatah-Regierung so lange an der Macht gehalten. Mit dem Durchboxen einer "Regierung der nationalen Einheit" belohnt der Westen undemokratisches Verhalten. ### Mit dem Tornado gegen Selbstmordattentäter Nochmal schnell zum Friseur, liebe Taliban, denn schon bald schießen deutsche Tornados schöne Bilder von euch. Wie man auf Luftbildern einen Taliban von einem Paschtunen unterscheidet, das verschweigt uns die Bundesregierung. Biometrische Daten? Wohl kaum. Aber irgendwie muss das wohl gehen. Immerhin erzählte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung heute in der Tagesschau, dass die Taliban für dasFrühjahr eine Offensive mit 2000 Selbstmordattentätern angekündigt haben. Selbstmordattentäter mit Tornados zu jagen, ist bisher nicht einmal den Israelis eingefallen. Wohlgemerkt: Ich zitiere hier nicht aus dem Borowitzreport. Auf viel drängendere Fragen gibt Jung keine Antwort. Zum Beispiel die: Wie will die EU mit 30.000 verwöhnten Wohlstandssoldaten schaffen, woran die mächtige Sowjetarmee gescheitert ist. ### iShit "Hello, I'm a Mac." "And I'm a PC." So stehen sie vor uns, cool der eine, ein kleiner Trottel in schlecht sitzender Kleidung der andere. Ganz nebenbei erfahren wir, dass man beim Mac nicht übers Kabel stolpert, weil es nur magnetisch fixiert ist. Dann lernen wir, dass es für Mac auch keine Spyware gibt und keine Viren. Außerdem kann Mac "out of the box" alles und PC nichts. Ob das im Einzelnen nun stimmt, sei einmal dahingestellt. Das Ziel ist ebenso klar, wie verfehlt: Windows-/PC-User sollen auf die schicken Macs umsteigen. Thom Holwerda stellt auf OSNews sogar dieses Ziel in Frage. Das Apple-Management könne doch gar nicht so schlecht sein, dass es die PC-User, die man gewinnen will, derart lächerlich macht. Vorsicht! Beim Weltall und der menschlichen Dummheit sollte man das Adjektiv "unendlich" immer parat halten. Ich finde die Spots lustig bis anrührend. Gern sehe ich dem lustigen PC-Kauz zu, wie er sich Stück für Stück in seiner Welt vortastet. MacCool hat überhaupt keinen Dunst von dem, was in ihm vorgeht. Die eigene Existenz erschließt er sich über das Nachplappern von Apple-Slogans. Mit der "Get a Mac" begeht Apple einen viel schwereren Marketingfehler als potenzielle Kunden zu vergraulen. Die Spots stellen den Mac-User als unkritischen Kommerzidioten dar, arrogant, besserwisserisch und nicht für drei Cent am geistigen Wachstum interessiert. ### Schäuble will in die zweite Runde Unser Bundesinnenminister wäre nicht der Fighter, der er ist, wenn er sich durch den Spruch eines Bundesgerichts entmutigen ließe. Wenn sein Trojaner nicht dem geltenden Recht entspricht, dann muss eben die Rechtslage angepasst werden. Dabei assistieren dem Minister die Gewerkschaft der Polizei und das Bundeskriminalamt. Natürlich mit dem Hinweis auf Terrorismus und Kinderpornografie. Die Nennung dieser Beispiele soll der Gesetzesinitiative Zustimmung im Volk sichern. Logisch. Wer würde Schäubles Hacker schon bei Ladendiebstahl begrüßen? Oder Steuerhinterziehung? Ein erschreckendes Panoptikum der "Stasi-Methoden" entwickelt der Spiegel unter Berufung auf den Chaos Computer Club. Der CCC warnt davor, dass wo immer Beweise gesucht werden, die Ermittlungsbehörden auch welche platzieren können. Und bei der Online-Durchsuchung bräuchten die fraglichen Beamten mit fingierten Beweisen auch nicht mehr so vorsichtig zu sein, wie bei einer Hausdurchsuchung. ### Brandgefährlich, diese Vogelgrippe Die Angst vor der Vogelgrippe grassiert. Immerhin sind seit dem ersten Auftreten des H5N1-Virus im Jahr 2003 bereits 88 Menschen gestorben. Zum Vergleich: 150 Menschen werden jedes Jahr von herabfallenden Kokosnüssen und 141 Menschen von einem Blitz erschlagen, meldet die Neue Zürcher Zeitung. ### Ehrenmal für Bundeswehrsoldaten? Verteidigungsminister Franz Josef Jung plant ein Ehrenmal für gefallene Bundeswehrsoldaten. 2600 Mitarbeiter hat unser Heimatschutz in der Zeit seines Bestehens schon auf unnatürlichem Weg verloren. In Zeiten, in denen man noch mit stolzgeschwellter Brust am Ehrenmal stand, haben wir solche Verluste in einem einzigen Scharmützel an der Ostfront geschafft. ### Doch kein Schäuble-Trojaner Foto: Flickr Der Bundesgerichtshof hat den Schäuble-Trojaner gestoppt. Wir erinnern uns: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte Waffengleichheit mit den internationalen Terroristen gefordert. Zu diesem Zweck sollten die Ermittlungsbehörden mit Trojanern in die PC argloser Bürger eindringen dürfen. Soweit kommt es nun doch nicht. Es ist dies schon die zweite Front, an der Schäuble dicke Bretter bohren muss. Das Abschießen von Flugzeugen haben die Kollegen im Kabinett dem Innenminister nicht erlauben wollen, und auch als Schäuble sich für die Folter aussprach, setzte es Prügel. Wir warten ab, ob es bald auch Selbstmordpolizisten mit Sprengstoffgürteln gibt. So wie das Sondereinsatzkommando (SEK) gibt es dann bald ein MSK, ein mobiles Selbstmordkommando, wie es schon im Film "Das Leben des Brian" vorkommt. Bis zum Herbst 2009 hat der Bundesinnenminister noch Zeit, zu tun, was schon den RAF-Terroristen misslungen ist: die bürgerlichen Freiheitsrechte zu kippen. Mir ist nicht bange: Wenn dieser Staat diesen Minister übersteht, kann ihm kein Terrorist mehr etwas anhaben. ### Der barmherzige Unternehmer Nach annähernd zwei Jahrzehnten sinkender Reallöhne wollen die Gewerkschaften jetzt tief in die Konjunkturtüte greifen. Wenn ihr keine Lohnerhöhungen fordert, dann schaffen wir weitere Arbeitsplätze. So in etwa lautet die Position der Arbeitgeberverbände zu den anstehenden Tarifverhandlungen. Der gute, gute Unternehmer: Er schafft einfach mal Arbeitsplätze, weil er ein so guter Mensch ist. So als wäre Betriebswirtschaft wie Murmelspielen. Aber selbst beim Murmeln gibt es Regeln, wie auch in der Wirtschaft. Kein Arbeitgeber ist ein guter Mensch. Wer von Arbeitgebern Gutmenschentum fordert, darf weiter amerikanische Kinoschnulzen gucken, in denen der Unternehmer noch der väterliche Patriarch mit weißem Haar ist, und nicht ein gesichtsloser Hedgefonds. Das heißt nicht, dass der Unternehmer ein schlechter Mensch ist. Er ist nur ebendies: ein Unternehmer. Er hat eine Geschäftsidee. Wenn's brummt, dann stellt er Mitarbeiter ein, weil er welche braucht, um eine steigende Nachfrage zu bedienen. Und diese Arbeitnehmer entlässt er wieder, wenn die Nachfrage zurückgeht. Wenn ein Unternehmer neue Leute braucht, dann spielt natürlich auch deren zu erwartender Preis eine Rolle, aber brauchen tut er sie ohnehin. Der Unternehmer ist nicht barmherzig. Der Samariter ist barmherzig, aber der finanziert sich aus Spenden. ### Wer holte doch gleich den Titel? Deutschland ist Handballweltmeister. Einzelne versprengte Autofahrer zockeln hupend durch die Stadt. Die Begeisterung in den Straßen hätte kaum größer sein können, wenn wir die Weltmeisterschaft im Malefiz errungen hätten. Das ist schade für die deutschen Handballer, die nach 29 Jahren den Titel zurückgeholt haben, und das im eigenen Land. Andererseits beweist die stoische Ruhe, mit der das öffentliche Leben in unserem Land das Ergebnis zur Kenntnis nimmt, dass es nicht gelingt, auf Hauruck die nächste Sau mit Bandenwerbung durchs schwarz-rot-güldene Dorf zu treiben. ### Kohle für die Kumpel 90.000 Euro pro Kohlekumpel und Jahr betragen die Subventionen für den Steinkohlebergbau. Das berichtete der Deutschlandfunk vor einer Viertelstunde. Da wären die Kollegen natürlich froh. 90.000! Was man sich davon leisten kann! Soviel kriegt nicht einmal ein Studienrat. Das sind ja fast zwei SUVs pro Jahr. Noch bis 2018 soll der Geldregen weiter fallen. Dann ist Schluss. Und dann steht vor dem aus, wer noch nicht rentenpflichtig ist. Warum machen wir nicht Nägel mit Köpfen? 90.000 pro Jahr, bedeutet, dass der Staat jedem Kumpel noch fast eine Million Euro zahlt. Wenn man das Geld jetzt aber nicht auf dem kostenintensiven Umweg über den Flöz auszahlen würde? Von einer Million kann man anständig - und über das Renteneintrittsalter hinaus - sein Dasein fristen. Vorausgesetzt, der Kumpel kann mit dem Geld umgehen. Also bauen wir eine Vorsichtsmaßnahme ein: Richten wir einen Pensionsfonds ein, der sofort zur Auszahlung kommt, denn ab Morgen müssten die Arbeiter ja nicht mehr in die Grube. Die Leute blieben gesund und hätten bis zum Lebensende ausgesorgt. Ist doch alles in Butter, oder? ### Keine Reue bei den Helfern der Folter Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat es heute schon gesagt: Er würde im Fall des von den USA entführten und in Guantanamo gefolterten Deutsch-Türken Kurnaz jederzeit wieder so handeln wie damals. Genauso heißt: Auch beim nächsten Mal würde Steinmeiers Ministerium krampfhaft nach Möglichkeiten suchen, den Unschuldigen im Folterkeller der Bush-Regierung versauern zu lassen. Etwas diplomatischer, aber kaum weniger eindeutig hat sich jetzt die gesamte Bundesregierung dazu bekannt, dass der Bütteldienst für amerikanische Geheimdienste jederzeit vor dem Wohl der eigenen Staatsbürger geht. Das geht eus einem Bericht der Netzzeitung hervor. Hintergrund: Im Fall des ebenfalls von den Amerikanern entführten und gefolterten Deutschen libanesischer Abstammung Khaled el Masri hat die Münchener Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen 13 CIA-Agenten erlassen. Vermutlich erst, nachdem die Mailänder Staatsanwalt einen ähnlichen Schritt unternommen hat, der ebenfalls ohne Konsequenzen geblieben ist. Nun belehrt die Bundesregierung die Staatsanwälte gleich im Voraus, dass die Amerikaner nicht verpflichtet sind, einen der ihren ans Messer zu liefern. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm (CSU) betonte zudem, dass die Bundesregierung weiterhin "vertrauenswürdig in der Zusammenarbeit" mit US-Geheimdiensten bleibe. Steinmeiers Wein in schwarzen Schläuchen. ### US-Klimaforscher unter Druck Sprechen Sie häufig von "Klimawandel" oder "Erderwärmung"? Das kann bald schon das Ticket nach Guantanamo sein. Wie der Spiegel berichtet, klagen US-Klimaforscher, sie seien von der Regierung bedrängt worden, aus ihren Klimaberichten diese Worte zu streichen. Fast die Hälfte von 300 befragten Experten habe das bestätigt, heißt es in dem Artikel. Jetzt endlich wissen auch US-Wissenschaftler, wie es den sowjetischen Strahlungsexperten ging, die über Tschernobyl berichten mussten. ### Bathildisheimer Journalistenpreis KASSEL/BAD AROLSEN. Das Rehazentrum Bathildisheim richtet zusammen mit der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) den Wettbewerb „Selbstbestimmt leben trotz Behinderung – Rehabilitation heute“ aus. Gesucht werden Nachwuchsjournalisten und Volontäre, die beispielhaft darstellen, wie Menschen mit Handicap in der heutigen Zeit ihren Alltag bestreiten – als „Arbeitgeber“ für persönliches Unterstützungspersonal, als Nutzer ambulanter Dienstleistungen oder als Bewohner bzw. Beschäftigter in stationären Einrichtungen. Im Mittelpunkt des Beitrags steht eine bestimmte Person mit Behinderung oder ein emanzipatorisches Förderkonzept. Wichtig ist, dass von der porträtierten Person oder dem dargestellten Förderkonzept ein Bezug zum jeweiligen gemeinnützigen Dienstleister hergestellt wird. Dieser muss seinen Sitz in Hessen oder Süd-Niedersachsen haben. Ausgezeichnet werden Reportagen und Features in der Kategorie Print. Dem Sieger winkt ein Preisgeld von 1000 Euro. Außerdem wird der beste Beitrag in der Gesamtausgabe der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (Auflage: ca. 247.000) veröffentlicht. Die Beiträge werden von einer fünfköpfigen Jury beurteilt und prämiert. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Öffentlichkeit für das Leben von Menschen mit Handicaps zu sensibilisieren und ein Stück weit Einblicke in ihren persönlichen Alltag zu gewähren. Es soll deutlich werden, dass bedarfsgerechte Hilfs- und Fördermaßnahmen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit durchgeführt werden. Dabei geht es nicht nur darum, die eigenen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Vielmehr sind sie Grundlage von engagierten und selbständigen Lernprozessen, aus denen sich partnerschaftliche Beziehungen, Kreativität und Freude am Leben entwickeln. Anmeldeschluss ist der 31. März 2007. Bewerbungsbogen und Wettbewerbsbedingungen gibt es im Internet unter www.bathildisheim.de oder Tel. 05691 804-202. Stifter Das Rehazentrum Bathildisheim ist ein diakonisches Sozialunternehmen. An seinen Standorten in Bad Arolsen, Neu Berich, Korbach, Rosenthal (bei Frankenberg) und Kassel bietet es Menschen mit Behinderung Beschulung, Ausbildung, Pflege, Beschäftigung und somit eine ganzheitliche, umfassende Förderung und Begleitung. Inzwischen ist der Bathildisheim e.V. Träger von Einrichtungen mit zirka 1000 Klienten und rund 700 Mitarbeitern. Hintergrund Moderne Rehabilitationsarbeit bedeutet, Menschen mit Behinderungen Hilfestellung zu geben, um ihnen eine weitestgehende Entfaltung der individuellen Potentiale mit dem Ziel einer möglichst selbständigen Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Die Dienstleister in der Behindertenhilfe selbst befinden sich aufgrund des Paradigmenwechsels „weg von der stationären fürsorglichen Versorgung – hin zur Unterstützung selbstbestimmten Lebens in der Gemeinde“ in einem intensiven Wandlungsprozess. In gemeinnützigen Sozialunternehmen werden Betroffene auf diesem Weg unterstützt und begleitet. Viele von ihnen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand, behaupten sich - nutzen ihr Recht auf Mitbestimmung. ### Interview: Das Wichtigste ist immer die Emotion Foto: Wolff von Rechenberg Lange war es ruhig um den Komponisten Edgar Knecht. Seine erste Solo-CD „@Pianowaonderland“ erschien schon 1998. Danach war er nur als Pianist auf den Jazzbühnen zu sehen. Grund war die Geburt seiner Tochter Fenja 1995. Jetzt meldet er sich mit „Valsanova“ zurück. Diesmal ganz ohne elektronisches Beiwerk. Dafür aber wieder mit vielen Zitaten aus Jazz, Romantik, afrikanischer und lateinamerikanischer Musik. Auf „Valsanova“ bestätigt Edgar Knecht seinen Ruf als exzellenter musikalischer Geschichtenerzähler, als Romantiker, als temperamentvoller Pianist, und er hat eine neue Quelle der Inspiration entdeckt: deutsche Volks- und Kinderlieder. Edgar Knecht geht in die Babypause und kehrt zurück mit einer CD, auf der er unter anderem Kinderlieder interpretiert. Wieviel Vaterfreude steckt in Valsanova? Edgar Knecht: Wieviel Freude darin steckt hört man ja. Beispielsweise bei „Froh zu sein, bedarf es wenig“, das in meiner Bearbeitung ja mit tanzbaren afrikanischen Rhythmen zusammengeht. Das ist ein Freudentanz. Aber es gibt ja auch andere Phasen, wo man unruhige Nächte hat, und Phasen, in denen man nach Räumen suchen muss, zum Arbeiten und Musikmachen. Insofern spiegelt sich auch eine Ambivalenz darin. Aber das Grundgefühl ist das Glück Die ganze Platte tanzt sozusagen im Dreivierteltakt, den man vom Walzer kennt. Hat sich das einfach aus der positiven Grundstimmung ergeben oder haben Sie das geplant? Knecht: Ich habe auf der Platte nicht meine Vaterschaft bearbeitet. Das Singen der Kinderlieder mit meiner Tochter hat so etwas wie Dejavu-Erlebnisse in mir ausgelöst. Das hat mich auf meine eigenen Wurzeln zurückgeführt, auf die Lieder, die ich als Kind gehört habe. Und die habe ich dann bearbeitet. Da gibt es sehr fröhliche Lieder, wie eben „Froh zu sein, bedarf es wenig“ oder auch „Lauf, Jäger, lauf“. Da gibt es aber auch sehr melancholische Lieder, wie zum Beispiel „Maria durch ein Dornwald ging“. Der Walzer kommt daher, dass die meisten Lieder, die ich bearbeitet habe, im Dreivierteltakt sind. Daher kommt der Titel „Valsanova“. „Valsa“, weil viele Stücke im Dreivierteltakt sind, und „nova“, weil ich alle Lieder völlig neu interpretiere und in die Gegenwart hole. Man wird kaum an Wiener Walzer denken, wenn man die Stücke hört. Es sind eher weltmusikalische sprudelnde Walzer, oder melancholische Walzer, die in der Tradition der Romantik stehen, in der Tradition von Brahms oder Chopin. Warum Volks- und Kinderlieder? Knecht: Ich habe Klassik studiert, ich habe viel Jazz gemacht und ich habe Salsa gespielt. Und gerade beim Spielen von Salsa, von kubanischer Musik habe ich gemerkt, dass das auf Lebenserfahrung basiert. Das ist ein Ausdruck, den ich nur zum Teil erfassen kann. Die Lebensfreude kenne ich auch, oder die melancholischen Stimmungen, das ist das Universelle, das Musik hat, und weshalb sie überall auf der Welt verständlich ist. Aber die Wurzeln sind immer ein spezifisches Lebensgefühl, das ich nicht erlebt habe. Da habe ich mich gefragt: Was sind eigentlich meine Wurzeln? Selbst in europäischen Nachbarländern ist schöpfen die Musiker viel selbstverständlicher aus ihren Wurzeln. In Frankreich, auf dem Balkan oder in Skandinavien beispielsweise. Bei uns gibt es das im Jazz – bis auf wenige Ausnahmen – nicht. Ich habe aber gemerkt, dass die Lieder, mit denen ich aufgewachsen bin, der erste Teil meiner musikalischen Sozialisation sind. Diese erste Schicht sitzt ganz tief. Einmal habe ich als Erwachsener meine Schwester bei einem Familientreffen getroffen. Plötzlich haben wir gesungen „Es waren zwei Königskinder“ und sind fast in Tränen ausgebrochen. Diese emotionale Ebene muss man erstmal erreichen. Ich kann das nur, indem ich mich darauf beziehe, und nicht mit dem American Songbook, und nicht mit Salsa. Die Erfahrungen aus Jazz, Salsa und Klassik, die fließen allerdings mit ein. Wird Sie das Thema auch weiterhin beschäftigen? Wie tief sitzt die Erfahrung mit „Valsanova“? Knecht: Ich habe das Gefühl, ich bin immer noch mittendrin. Es gibt noch eine Reihe von Liedern, die ich gern bearbeiten würde. Aber ich will auch die Stücke von „Valsanova“ mit einem Quintett umsetzen. Das wird voraussichtlich noch in diesem Jahr Premiere haben. Auf Ihrer ersten Solo-Platte „@Pianowonderland“ von 1998 haben Sie viel Computertechnik verwendet. Auf „Valsanova“ sind Sie mit Ihrem Flügel vollkommen allein. Wie kam das? Knecht: Ursprünglich hatte ich vor, dieses elektronische Moment deutlich zu steigern. Dann habe ich gemerkt, dass mich das ablenkt von der Intensität dieser Lieder, die ja an meine Wurzeln gehen. Daraufhin habe ich kurz vor der Premiere die Elektronik abgeschaltet. Zuerst ging es mir damit etwas komisch, aber dann war es eine Befreiung. Sie erzählen musikalische Geschichten in einer Bildhaftigkeit, die man im Jazz eher selten findet . Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an einem Stück arbeiten? Knecht: Das Wichtigste ist immer die emotionale Ebene. Aus der entwickelt sich dann die Geschichte. Nehmen wir „Thule“: Das habe ich auf Sylt komponiert. Es war minus 15 Grad kalt und die Nordsee war zugefroren. Sylt ist der nödlichste Punkt Deutschlands und noch weiter nörlich liegt die sagenumwobene Stadt Thule. Diese Atmosphäre verband sich mit dem Lied „Es war ein König in Thule“ von Goethe. Auf diese emotionale Ebene lasse ich mich ein, und dann entsteht daraus im Laufe des Komponierens und Spielens die Geschichte. Ihr Pianospiel wird manchmal mit dem von Keith Jarrett verglichen. Welche Rolle spielen Vorbilder für Sie? Knecht: Keith Jarrett hat mir immer gefallen, weil er sehr schöne Phrasierungsbögen spielt. Die erinnern manchmal an Bach. Sie haben eine Erzählstruktur. Das beeindruckt mich sehr, und da gibt es natürlich Parallelen. Aber ich glaube, ich erzähle in meiner eigenen Sprache. Was singen Sie Ihrer Tochter Fenja zum Einschlafen vor? Knecht: Ich singe ihr sehr gern vor: „Die Blümelein, sie schlafen“ oder „Der Mond ist aufgegangen“. ### Blood Diamond Foto: Imdb Es ist eine der großen Rollen Hollywoods: Der zynische Einzelgänger, der sichselbst der Nächste ist und doch am Schluss zum Helden wird. Clark Gable hat sie gespielt, Humphrey Bogart hat sie geradezu verkörpert, in "Blood Diamond" spielt sie Leonardo Di Caprio. Er spielt den Ex-Söldner Danny Archer, der im Chaos des Bürgerkriegs in Sierra Leone 1999 Waffen an die Rebellen liefert und dafür Diamanten kassiert, Blutdiamanten. Auch Solomon Vandy (Djimon Hounsou) kommt unter die Räder des Bürgerkriegs. Die Rebellen verschleppen ihn in zum Diamantenschürfen und seinen Sohn als Kindersorldaten. Er entdeckt einen Superdiamanten und versteckt ihn. Als er Archer über den Weg läuft, will dieser die Chance ergreifen, ein Vermögen zu machen und dem schwarzen Kontinent den Rücken zu kehren. Er verspricht Vandy, ihm bei der Suche nach seiner Familie zu helfen, wenn der ihn zum Diamanten führt. Gemeinsam mit der Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) machen sie sich auf den Weg. Doch auch der südafrikanische Colonel Coetzee (Arnold Vosloo) und der Rebell Captain Poison (David Harewood), sind auf der Suche nach dem Stein. "Blood Diamond" hat im Vorfeld viel Prügel bezogen, weiler dem Feuillton zu brutal ist. Nun, die zeiten haben sich seit Clark Gable sehr verändert. Das Grauen, das Edward Zwick ("The Last Samurai") nach einer Story von Charles Leavitt in Szene setzen wollte, lässt sich nicht in Bügelfalten darstellen. "Blood Diamond" ist brutal, aber eher in einer schnörkellosen Weise, die Gewalt nicht zum Selbstzweck erklärt. "Blood Diamond" ist der Film, der in Afrika zurückgeblieben ist, nachdem Nicolas Cage in "Lord Of War" wieder abgeflogen ist. Der Film versetzt den Zuschauer in eine Welt, die aus Menschen Monster macht, damit reiche Europäerinnen und Amerikanerinnen gut geschmückt zum Wohltätigkeitsball gehen können. Captain Poison bezeichnet sich selbst als Teufel, weil er in der Hölle überleben muss. Das ist Programm im Film. Er ist exzellent besetzt, spannend, hart und leidet nur an seinem etwas melodramatischen und unrealistischen Ende. ### Messias mal 5? Foto: Wikipedia Fünf kleine Komodowarane haben im Zoo von Chester (GB) das Licht der Welt erblickt. Eigentlich keine Sensation und ansonsten sicher keine Nachricht für die Netzzeitung. Aber: Das achtjährige Muttertier Flora hat nachweislich nie einem Männchen beigewohnt. Es gibt sie also doch, die Jungfrauengeburt. Und was bei der Jungfrau Maria ins Reich der Legende verbannt wird, beschreiben die Zoologen im Fall der fünf kleinen Warane als ein als "Parthenogenese" bekanntes Phänomen, das man auch schon bei anderen Reptilien beobachtet habe. Warum nicht bei hochentwickelten Säugern? Weil die so intelligent sind, dass sie wissen, dass es sowas wie "Parthenogenese" nicht gibt? Aber vielleicht lohnt der Streit nicht. Das Wort "Parthenogenese" gehört doch wohl eher ins Tierversuchslabor als in die Bibel. Über einen hellen Stern über Chester ist auch nichts bekannt. Da bleiben wir doch lieber bei der Jungfrauengeburt im Stall zu Bethlehem und der Vaterschaft des Heiligen Geistes. ### Neue Galerie Neues von Edgar Knecht. Der Kasseler Pianist und Komponist meldet sich nach längerer Pause mit der CD "Valsanova" zurück. Das Interview erscheint am Samstag in der HNA, die Fotogalerie mit Porträtstudien am Arbeitsplatz des Meisters steht schon jetzt bei mir online. ### Bush nun auch in Englisch Zum ersten Mal in der Regierungszeit von George W. Bush soll nun eine Rede des US-Präsidenten simultan ins Englische übersetzt werden. Das berichtet der heutige Borowitzreport. Angesichts der heftigen Kritik an Buchs Plänen, weitere Truppen nach Irak zu entsenden, wird dieser Schritt des Präsidenten als ein Versuch gesehen, breitere Bevölkerungsschichten zu überzeugen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, sagte: "Die meisten Menschen in diesem Land sprechen Englisch. Wir können uns nicht leisten, sie noch länger zu ignorieren." Nun arbeiten Sprachwissenschaftler an der Übersetzung der Rede aus der Sprache von Präsident Bush ins Englische. David Logsdon, Linguistikprofessor an der Universität von Minnesota, ist einer von mehreren Forschern, die ihre Mitarbeit an dem Projekt bereits aufgekündigt haben. Logsdon sagte: "Das Problem ist, dass die Sprache, die der Präsident spricht, nach den meisten Maßstäben gar keine Sprache ist." Übersetzt aus dem Borowitzreport ### Doppeldecker der Kreidezeit Wie die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten erhoben sich die ersten Dinosaurier nach dem Doppeldeckerprinzip in die Lüfte. Das wollen Forscher anhand eines Skelettes von Microraptor, einem kleinen gefiederten Flugsaurier, festgestellt haben. Das berichtet BBC. Dabei soll Microraptor seine ebenfalls gefiederten Hinterbeine gespreizt haben und in mehr oder weniger aufrechter Haltung die Auftriebskraft der zu Schwingen gewordenen Vorderbeine unterstützt haben. ### Alles, nur nicht demokratisch! Wer wird neuer CSU-Chef? Bundesagrarminister Horst Seehofer, oder der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber? Wenn man die Basis fragen würde, dann wäre die entscheidung klar: Seehofer. Und genau deswegen befragt die Parteiführung auch nicht die Basis. Seehofer droht als Parteichef zu mächtig zu werden. Deshalb soll e es ein letztes mal der Stoiber Edmund richten. Wie ein Wittelsbacher-König, in deren Nachfolge sich Stoiber so gern sah, darf er nun seinen Thronfolger erwählen. Wenn Stoiber versagt, dann bliebe der Partei nur ein Weg, den in der CSU niemand zu gehen wagt: Der demokratische Weg, bei dem die Parteitagsdelegierten zwischen den beiden Bewerbern wählen. Aber das wäre zuviel für Bayern. Wenn die CSU demokratisch geleitet wird, dann bestimmt auch bald der Vatikan. ### Sonny, Please Sonny Rollins ist wieder da. Seine Platte "Saxophone Colossus" von 1956 zählt zu den wichtigsten Alben der Jazzgeschichte und das darauf enthaltene "St. Thomas" zur Standardliteratur für angehende Saxofonisten. Der heute 76-Jährige, der immer noch am fettesten möglichen Saxofonsound arbeitet, meldet sich zurück mit dem Album "Sonny, Please". Der österreichische Standard widmet der Saxofonlegende einen langen Artikel. ### Dem Spamfilter auf den Zahn fühlen Der wohl meistverwendete Spamfilter für Linux heißt Spamassassin. Aber wirkt er auch? Das RedHat-Magazine präsentiert einen einfachen Test: Einfach eine eMail mit der unten stehenden Zeichenfolge an die eigene Mailadresse schicken. Bei mir hat der Test funktioniert (Fedora Core 6, Evolution 2.8.2.1). XJS*C4JDBQADN1.NSBN3*2IDNEN*GTUBE-STANDARD-ANTI-UBE-TEST-EMAIL*C.34X ### Ende eines politischen Amokläufers Bayerische Bauernregel der Woche: Weht's im Jänner gar zu hoat, blosts den Stoiber über Boad. Foto: Flickr Nun geht er also, der Problempolitiker Stoiber. Erinnern wir uns: Wir Außerbayrische lernten Edmund Stoiber kennen als Straußens Generalsekretär, als das "blonde Fallbeil". Später, als Ministerpräsident, nervte er uns mit Streberei und Besserwisserei. Ganz egal, worin: Bayern musste Deutscher Meister sein. Der Lack bekam Risse als Stoiber zur Bundestagswahl 2002 gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder in den Ring stieg. Plötzlich sah die Republik einem rethorischen David bei seinem Kampf gegen den Medien-Goliath Schröder zu. Seine überaus knappe Niederlage bestätigte jedoch wie weit der Ruf des bayerischen Ministerpräsidenten als "Macher", als fleißiger Arbeiter im Auftrag des Gemeinwohls über die Grenzen Bayerns hinaus trug. Seine Stammeleien in der Talkshow von Sabine Christiansen begründeten Edmund Stoibers Karriere als Witzfigur. Im selben Augenblick als unter der korrekten Schale des Politroboters Stoiber der Mensch Edmund zum Vorschein kam, wurde offenbar, dass Stoibers linkische Bewegungen und seine Unfähigkeit zu korrekter Artikulation vielleicht reichten, wo Ihn Franz-Josef Strauß und Max Streibl einst in den Sattel gehievt hatten. Für die Bundespolitik reichte ein solches Auftreten nicht. Dann kam das Jahr 2004: Kanzler Schröder ruft Neuwahlen aus. Den Rest der Legislaturperiode, die er Stoiber so hart abgekämpft hatte, schmeißt er weg. Unfasslich muss das für Stoiber gewesen sein. Und dann steht auch noch Angela Merkel in den Startlöchern eine Ossi, eine Frustrierte, eine von jenen Menschen, die nicht berechenbar in Treue zu einer Partei stehen, sondern mit ihrem wechselhaften Wahlverhalten alle Bundestagswahlen seit 1990 entschieden haben. Stoiber hat die Menschen in den neuen Bundesländern nie verstanden. Seine großspurigen Lobeshymnen auf das Musterland Bayern, drängten die Länder der ehemaligen DDR mit ihren viel schlechteren Startbedingungen an die Wand. In vollkommener Verkennung der Realitäten zwischen Oder und Werra forderte Stoiber sogar, jene Länder vom Finanzausgleich auszuschließen, in denen die PDS mitgregierte. Eine von diesen Menschen trat also nun gegen Schröder an. Da begann Stoibers Amoklauf. Den Platz als Finanzminster im Schattenkabinett, den ihm Angela Merkel anbot, schlug er anfangs aus und machte sich so mitschuldig an dem Desaster, das der politikferne Paul Kirchhof anrichtete. Schließlich ließ Stoiber sich doch noch auf den Posten eines Superministers für Wirtschaft und Finanzen bitten. Und dann besiegelte er sein politisches Schicksal: Er kuschte vor der Verantwortung, wollte vielleicht auch lieber in der Landespolitik überwintern und Angela Merkel jagen, in der Hoffnung, dass die große Koalition schon nicht so lange halten werde. Kein Plan aus Berlin, der vorher noch so gut abgestimmt war, zu dem aus München kein schrilles "Nein" erscholl. Als die Fürther Landrätin Gabriele Pauli die Axt an Edmund Stoibers Stuhl legt, vollzieht sie schließlich nur eine unterschwellige Stimmung in der CSU: Stoiber muss weg! Heute hat Stoiber fertig, hingeschmissen, abgedankt. ### Wen interessieren schon die Punkte Die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung hat es jetzt bis in den seriösen Deutschlandfunk geschafft. Dadurch wird sie nicht richtiger. Was wäre eine dreiptozentige Mehrwersteuererhöhung? Genau: Das wäre ein Anstieg der Mehrwertstuerer von 16 Prozent auf 16,48 Prozent. Um von 16 auf 19 Prozent zu steigen, muss die Mehrwertsteuer entweder um 18, 75 Prozent steigen oder um 3 Prozentpunkte. Ist doch logisch, oder? Die Schlipsträger in den Funkhäusern werden die Axeln zucken. Bei WDR hieß es immer beruhigend: Keine Sorge, das versendet sich. Aber der, der die deutsche Sprache liebt, windet sich noch lange in Qualen. ### Einig gegen Amerika Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad will die neue Regierung Nicaraguas mit Investitionen und Wirtschaftshilfe unterstützen. Das berichtet der Deutschlandfunk. Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega täte allerdings gut daran, Ahmadinedschads Unterstützung schnell wieder zurückgehen zu lassen. Jemanden, der sich mit Antisemiten einlässt, werden Liedermacher in aller Welt künftig wohl etwas weniger besingen. Ortega zeigt dabei, dass viel von den verhassten USA auch in ihm steckt: Der Grundsatz, dass die Gegener meines Gegeners meine Freunde sind. Ganz egal, was für Verbrecher das sind. ### Serbien goes Linux Die Republik Serbien erwägt eine Zusammenarbeit mit dem Linux-Anbieter Red Hat. Das berichtet der Rundfunk- und Fernsehsender B92 auf seiner Internetseite. Serbiens Wissenschaftsminister Aleksandar Popoviæ will heute ein entsprechendes Abkommen mit dem Anbieter von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) unterzeichnen. In der Stadt Vr¹ac soll ein regionales Supportzentrum eröffnet werden, das Anwendern aus 10 Ländern in der Region den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnik auf Basis von freier Software erleichtern soll. ### Merkel, die Atomlobby und der Klimawandel Die traditionellen Wintersportorte sitzen im Grünen, die Rosen blühen im Januar: Der Klimawandel ist da. Die Stromkonzerne wollen die ersten Nutznießer sein. Ihre Thesen: Atomstrom ist sauber und Uran kommt nicht von Putin. Noch steht Bundeskanzlerin Angela Merkel noch zum Atomausstieg, den die vorhergehende Regierung ausgehandelt hat. Aber wie lange noch? Viele Argumente der Verfechter des Ausstiegs sind in den vergangenen Tagen gefallen. Das Wichtigste kommt aber zu kurz. Schon im Jahrhundertsommer 2003 standen viele Kernkraftwerke kurz vor der Abschaltung. Die Flüsse führten zu wenig Wasser, und das wenige Nass, das durch die Landschaft schwappte, war zu warm. 28 Grad hatten die Umweltschützer seinerzeit im Rhein gemessen. Da ist nicht mehr viel Toleranz für die Einleitung von Kühlwasser der Kraftwerke. Noch ein paar Grade mehr und wir pochieren unsere Karpfen. ### Bill Gutmensch bringt Husten und Saft Sie sind die wohl potentesten Wohltäter der Menschheitsgeschichte: Bill (Microsoft) Gates und Ehefrau Melinda tun über ihre Stiftung mehr Gutes als der barmherzige Samariter und Mutter Teresa. So glaubte die Welt, bis bekannt wurde, mit welch schmutzigen Geschäften die Stiftung des Software-Tycoons ihr Tun finanziert. So finanziert die Gates-Stiftung in Nigeria ein Impfprogramm gegen Masern und Kinderlähmung. Das Geld bezieht sie unter anderem aus Investitionen bei Ölfirmen, die dort ihr überschüssiges Öl abfackeln. Dabei entsteht ein Dauerregen aus 250 Substanzen, die Mensch und Tier vergiften. Die Kinder leiden häufig an Atemwegserkrankungen. Aber die Stiftung will erste Konsequenzen ziehen: Der caritative und der investive Bereich sollen getrennt werden. Dann weiß die eine Hand wenigstens nichts mehr von den Untaten der anderen. ### Gericht ohne Beklagte Erstmals stehen CIA-Schergen vor Gericht: in Italien. Aus Italien haben die Amerikaner den Imam Abu Omar entführt und in dessen Heimatland Ägypten in einem geheimen Folterknast vernommen. Die wackeren italienischen Staatsanwälte haben fleißig Material gesammelt: Es existieren belastende Aussagen italienischer Geheimdienstler, belastende Fotos und Filmaufnahmen. Dennoch blieben in der Vorverhandlung die Anklagesessel leer. Sie werden sich auch nicht füllen, weil sich die italienische Regierung weigert, die Auslieferungsanträge gegen die 26 CIA-Agenten nach Washington weiterzuleiten. Aber selbst wenn Italien eine Regierung fände, die genug Mut hätte, solche Ansinnen zu verschicken, dann würden sich die Anklagebänke nicht füllen. Mit genauso guten Erfolgsaussichten könnte die italienische Regierung die Auslieferung des Weihnachtsmannes verlangen. Wir kokettieren mit unserer staatlichen Souveränität auf dünnem Eis. ### Start mit Linux Linux für die (Vor-)Schule? Da rät der erfahrene aber kinderlose Linux-Fan fast reflexartig zum Ubuntu-Ableger Edubuntu. Da ist doch eigentlich alles drin und dran. Ich habe den Versuch gemacht, weil ein Kindergarten in meinem Umfeld die Anschaffung von Computern plant. Edubuntu-Live-CD runtergeladen und mit einer erfahrenen Erzieherin angeschaut. Ergebnis: Die Software-Auswahl umfasst zahlreiche Programme, die sich eher an Schulkinder wenden. Bruchrechnung und komplexe Knobelaufgaben dürften selbst Wunderkindern mit vier Jahren noch schwer fallen. Zweiter Kritikpunkt: Die Programme sind nur zur Hälfte in Deutsch übersetzt. Es schien uns verfehlt, Kinder mit Englisch zu konfrontieren, die nur bruchstückhaft Deutsch sprechen. Also habe ich mich daran gemacht, ein kindgerechtes Linux aus den Quellen für mein derzeitiges Linux, Fedora Core 6 (Zod) zu basteln. Die Software-Auswahl ist leicht: Zum Malen bietet sich Tuxpaint (Foto) an. Die Bildungssammlung GCompris schult laut Wikipedia über 60 Aktivitäten am PC. Das Paket enthält Memory-Varianten, Geschicklichkeitsspiele, Buchstaben- und Zahlenspiele. Das Fedora-Paket ist nahezu vollständig ins Deutsche übersetzt. Ganz so vollständig ist das Fedora-Paket von Childsplay leider nicht eingedeutscht. Allerdings finden sich dort eher bildhafte Spiele, die sich eigentlich auch ohne jedes Lesen erschließen. Richtet sich GCompris eher an Grundschulkinder, kommen mit den lustigen Childsplay-Spielen auch die Allerkleinsten zurecht und lernen spielericsch den Umgang mit Tastatur und Maus. Beim Artwork wählten wir Gorilla-Icons aus, die wie aus einem Comicheft aussehen, und ein Wallpaper mit einem drolligen Tux. So lernen die Kinder das Linux-Maskottchen, das ohnehin als Held vieler GCompris-Spiele fungiert, schon auf den ersten Blick kennen. Fazit: Mit Fedora lässt sich innerhalb kürzester Zeit ein klienkindtaugliches System zum Nulltarif zusammenstellen, das plattformübergreifende Übungen für den Umgang mit Tastatur und Maus bereithält. Hier noch ein paar Screenshots: ### Stoiber und die Frauen CSU-Frauen fühlen sich unter Stoiber wohl meldet die Netzzeitung heute. Weiter heißt es, christsoziale Frauen hätten sich vor Edmund Stoiber gestellt, nachdem ihn seine Gegnerin Gabriele Pauly als Frauenfeind bezeichnet hatte. Sich "vor jemanden stellen" ist natürlich etwas anderes als "sich unter ihm wohlfühlen". Ungewöhnlich, dass sich das ansonsten seriöse Internetmagazin mit den Paarungsvorlieben bayerischer Frauen befasst. Ungewöhnlich auch, dass man uns den weißblauen Stotterer als Sexprotz verkauft. Der Vollständigkeit halber hätte man anfügen können, dass sich die CSU-Frauen vermutlich unter Brad Pitt noch wohler fühlen würden. ### Notizen zu 2006 Ein verrücktes Jahr geht zu Ende. Ein Jahr, das die Frontverläufe in vielen Konflikten verändert hat. Das offensichtlichste Beispiel ist die deutsche Politik. Die große Koalition könne einfach so durchregieren, hatten die Politologen orakelt. Und das stimmt, was die parlamentarische Opposition angeht. Die kleinen Drei reagieren auf alle Aktionen der großen Zwei schematisch: Die FDP fordert gebetsmühlenartig Steuersenkungen und die Abschaffung des Kündigungsschutzes. Die neue alte Linke hält mit abgedroschenen Arbeiterliedern dagegen. Besonders ärgerlich finde ich die Grünen: Da lassen ein paar deutsche Soldaten Dampf ab, posieren mit Totenschädeln und die Partei, die nach Fischers Abgang nur noch die von Ströbele ist, fordert reflexartig den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Da wird ein brutaler Diktator hingerichtet, und die Grünen reagieren angewidert, weil sie finden: "Du, die Todesstrafe ist per se Scheiße!" Die stärkste Oppositionspartei sind die Unionsministerpräsidenten. Sie haben sich bei der Föderalismusreform die Taschen mit neuen Rechten gefüllt. Nun gibt es kein Vorhaben der Bundesregierung mehr, das die schwarzen Länderfürsten einfach passieren lassen. Bei Bayerns Edmund Stoiber steht dahinter der Groll, dass die Geschichte ihn nicht selbst auf den Chefsessel geschwemmt hat. Hessens Roland Koch, Niedersachsens Christian Wulff und Saarlands Peter Müller machen sich selbst Hoffnung auf Angela Merkels Stuhl. Sie blockieren einfach alles, bis die Kanzlerin aufgibt, um dann wie Zorro aus der Provinz aufzutauchen und die festgefahrene Republik wieder flott zu machen. Trotzdem brummt zum Jahresende die Wirtschaft und ein Ende soll nach den Wirtschaftsweisen auch nicht in Sicht sein. Die Deutschen ziehen mit, kämen aber wahrscheinlich im Leben nicht auf die Idee, die Schuld am neuen Boom der Bundesregierung zu geben. Das ist richtig: Im Zuge der Föderalismusreform hat sich die - nennen wir sie noch einmal in diesem Jahr so - Bundesregierung fast aller innenpolitischer Gestaltungsmöglichkeiten beraubt. Einzig die Währungshoheit ist Berlin geblieben - und: die innere Sicherheit. So rollt Wolfgang Schäuble heute wie vor ihm Otto Schily als Terroristenschreck durch die Lande. Vordergründig liefert ein missglückter Bombenanschlag auf zwei Regionalzüge gute Argumente für die Terrorwarnungen. Das Problem: Die beiden Attentäter sind völlig unscheinbare Kreaturen, wie sie zu 80 Millionen in diesem Land krauchen. Das hält den wackeren Schäuble nicht davon ab, sämtliche Rechte auf Privatsphäre zu kippen. Wenden wir uns erfreulichen Themen zu: der neuen Volksrepublik im Internet. Ein Hobbyfilmer hat in diesem Jahr einige abfällige Äußerungen bei Youtube eingestellt. Bis zu 10.000 Zugriffe soll das Filmchen pro Tag gebracht haben. Ein Beispiel für das so genannte Web 2.0, das Mitmachinternet. Keine Zeitung, die nicht auf ihrer Internetseite dem Dialog mit Surfern und Lesern breiuten Raum einräumt. Die Bildzeitung geht sogar noch weiter. 500 Euro bekommt man dort für ein besonders spektakuläres Foto. Seither müssen die Rettungsdienste sich durch Trauben von Handyknipsern zum Unfallort vorkämpfen. All diese Entwicklungen haben schon 2005 begonnen. 2006 haben sie sich wie erwartet fortgesetzt. Eine kleine Revolution hat sich für freie Software und Linux ereignet. Computerzeitschriften wie C'T veröffentlichten öfter Workshops für digitale Bildbearbeitung, die das freie Programm Gimp als Grundlage nahmen, nicht mehr den teuren Industriestandard Photoshop. Jedesmal, wenn eine neue Version von Ubuntu- oder Suse-Linux veröffentlicht wird, gibt es Sondereditionen fast aller großen Computerzeitschriften mit Tipps für Ein- und Umsteiger. Und mittlerweile gibt es auch für Linux die sonst nur für XP gewohnten fragwürdigen Tipps, um das Betriebssystem schneller oder sicherer zu machen. "120 Tipps für Ubuntu" warb in diesem Jahr eine dieser schreierischen Postillen. Anerkennung für Linux gab es auch von anderer Seite: Der Linux-Erzfeind Microsoft schloss zum Jahresende ein strategisches Abkommen mit dem Suse-Distributor Novell, einem großen Fisch in der Linux-Szene. Über die Auswirkungen diskutiert die Communitiy noch. Fakt ist: Microsofts Kunden erwarten nun auch von Windows, dass es sich in gemischten Umgebungen mit Linux betreiben lässt. ### Zurück zur D-Mark Zählen Sie auch zu jenen Leuten, die immer noch über den "Teuro" schimpfen? Dann sei Ihnen zum Umzug nach Bosnien geraten. Dort zahlen die Leute für ein Bier immer noch zwei Mark Fuffzich, weiß die Tagesschau. Wetten, dass die dort im Deutschunterricht auch noch die alte Rechtschreibung lehren? ### Living in a Pod Das Emirat Dubai ist eine Sandkiste am Meer. Eine Sandkiste für verwöhnte, reiche Leute. Da baut man dann gerade mal eben ein Wohnhaus in Form von Apples kultigem MP3-Player iPod. Wie Heise.de berichtet, soll das Haus um sechs Grad geneigt gebaut werden, wie ein iPod in der Dockingstation. Die Einwohner Dubais können froh sein, dass Apple keine Vibratoren herstellt. ### Dichter ins All Man müsste einen Dichter ins All schießen, der die richtigen Worte für die Schönheit der Welt von oben findet. Das meint Deutschlands erster Astronaut Ulf Merbold. Wer könnte das sein? Günter Grass sicher nicht. Der wäre wohl schon zu alt, obwohl einem Mann in dem Alter der Gedanke nicht so fremd sein sollte, in eine Windel zu urinieren. Wenn es einen unter Deutschlands Dichterfürsten trifft, dann wird es kein Grass oder Handke sein, dann wird es der Nibelunge der deutschen Musikkultur sein: Xavier Naidoo. Er wird das All in so schweren verstörend-schönen Tönen besingen, dass selbst Gott der Herr angstvoll nachschauen wird, ob es morgen noch da ist. ### Phänomene des Alltags: Die Crema Für unsere Großeltern war er das höchste der Gefühle: der Bohnenkaffee. Dann gab es solchen und solchen Kaffee. Wollte die Hausfrau von der Familie nicht verstoßen werden, dann hatte sie das Verwöhnaroma zu kredenzen. Jeder andere Kaffee führte zum sofortigen Entzug jeder Zuneigung und zu Verbannung von Haus und Hof sowie zum Austausch gegen eine bessere Mutti, die den richtigen Kaffee kauft. Frau Sommer aus der Jacobs-Werbung war keineswegs der gute Engel, sondern ebenso das Damoklesschwert über dem Haupt der Hausfrau. Im neuen Jahrtausend treten wir ein in eine neue Art des Kaffeekonsums. Der virulenten Verbreitung der Single-Haushalte entspricht die Senseo-Kaffeemaschine. Wie kläglich sähen die zwei kleinen Tässchen, die so eine Maschine kocht, wohl unter Muttis voluminöser Kaffeemütze aus? Dafür muss der Kaffee jetzt aber echt etwas Besonderes sein. Wenn wir schon Singles sind, tendenziell depressiv, abhängig von Fernseher und Fitness-Studio, dann muss es sich doch wenigstens lohnen. Wenn wir schon kürzer leben als Verheiratete, dann wollen wir in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung steht, um der Konsumgüterindustrie zu dienen, dann wollen wir in dieser Zeit wenigstens guten Kaffee trinken. Aber was ist guter Kaffee? Geschmack? Nein, das ist ausgereizt. Man muss es sehen können. Nur deshalb setzen jetzt in Werbespots junge Männer die Tasse - Entschuldigung - das Tässchen ab, den Blick seelig-verklärt wie nach einem guten Joint und mit fingerdickem Schaum auf der Oberlippe. Die Crema muss es sein. Als Qualitätsmerkmal sticht sie jedes Aroma aus. Für das Aroma muss man den Kaffee probieren, die Crema bedeckt das Gesicht so deutlich und schaumstarrend wie ein guter Rasierschaum. Vorbild ist ein Nahrungsmittel, aus dem mittlerweileder Schaum fast völlig verschwunden ist: das Pils. Da wischten sich früher in den Reklamefilmen markige Männer mit dem Handrücken den Schaum vom Mund. Manche Brauereien rühten sogar Formaldehyd ins Bier, damit die Blume richtig steht. Das hat sich seit Corona, Desperados und Binding Lager geändert. Seitdem stört es nicht weiter, wenn Bier im Glas aussieht, wie Eigenurintherapie. Mit all ihrem Know How in der Lebensmittelkosmetik sollten vielleicht die Brauereien ins Kaffeegeschäft einsteigen. ### Fisch Adieu! "Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt." So kommentiert der deutsche Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann laut Tagesschau die neuen Fangquoten, die die Europäische Union heute für Kabeljau festgelegt hat. Die positive Stimmung trübt nur der Kabeljau selbst, der quasi unsichtbar mit am Tisch saß. Der Fisch hatte angekündigt, auf jeden Fall auszusterben, wenn er nicht ein paar Jahre ganz in Ruhe gelassen wird. Von dieser "Alles oder nichts"-Position hat sich die EU nicht unter Druck setzen lassen. Ein EU-Vertreter: "Na und? Dann fangen wir eben was anderes." ### Trojaner gegen Terroristen Die Bundesregierung will mit Trojanern auf Terroristenjagd gehen. Und dank der Initiative "Deutschland sicher im Netz" in Zusammenarbeit mit Microsoft werden Schäubles Virenschleudern aus erster Hand erfahren, wo auf 98 Prozent der deutschen Computer die Schwachstellen sitzen. Nordrhein-Westfalens Trojaner werden im neuen Jahr schon von der Leine gelassen. Stolz erklärt NRW-Innenminister Ingo Wolf, damit befinde man sich "auf technischer Augenhöhe mit den Verfassungsfeinden". Wer das von sich sagt, wird sich wohl auch recht bald moralisch auf gleicher Augenhöhe befinden. Wie heißt es im Amtseid unserer Schergen im Anzug? War da nicht was vom Schaden, der vom deutschen Volke abgewendet werden soll? Wer wendet denn die Innenminister vom deutschen Volk ab? ### Irak Hauptfront gegen Homoehe Nach einem Bericht des Borowitzreport betrachtet US-Präsident George W. Bush den Irak als die Hauptfront im Krieg gegen die Heirat von gleichgeschlechtlichen Liebespaaren. Er hoffe, damit Unterstützung für den zunehmend unpopulären Krieg im Irak zu gewinnen, schreibt Andy Borowitz. Amerikas Feinde Iran und Syrien unterstützten heiratswillige schwule Irakis, indem sie Hochzeitsplaner über die Grenzen einschmuggelten, heißt es im Borowitzreport weiter. Ein Abzug der US-Truppen, wie ihn der Kongress fordert, sende ein fatales Signal an homosexuelle Liebespaare auf der ganzen Welt. Hassan El-Medfaii, ein schwuler Hochzeitsplaner aus Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit widersprach dem Präsidenten. Seit Beginn der Unruhen im Irak habe es keinen Anstieg von Homoehen gegeben. El-Medfaii: "In diesem Land ist es im Augenblick schwer, zwei Leute zu finden, die einander ertragen können, vom Heiraten ganz zu schweigen." ### Rudolph ist ein Eunuch "Rudolph, the red nose reindeer" ist der Star, der gehörnten Truppe, die den Schlitten vom pausbäckigen Santa Claus alle Jahre wieder zuverlässig über die Schornsteine im angelsächsischen Sprachraum zieht. Bei der Tagesschau erfahren wir jetzt: Rudolph und seine Gefährten sind entmannte Rentiere! Rentierbullen behalten ihr Geweih im Winter nur, wenn man sie zuvor ihrer Manneskraft beraubt. Rudolph wird also keine kleinen rotnasigen Rudis zeugen. Und röhren wird er vermutlich ein paar Oktaven höher als seine zeugungsfähigen Geschlechtsgenossen. Nun könnte man sagen: Und? Wenn nicht Rudolph, dann nimmt die Rentierkuh halt irgendeinen anderen Galan. Aber genau da liegt das Problem: Der Rentierbulle weigert sich zunehmend, seinen ehelichen und biologischen Pflichten nachzukommen. Grund dafür ist die starke Bejagung männlicher Rentiere. Nebenbei bemerkt: Ausgerechnet für ostasiatische Potenzmittel. Dadurch nehmen die Kühe überhand und beginnen, die Herden zu dominieren. Die vielen Emanzen in der Gruppe nagen am Selbstbewusstsein des Bullen. Er hat null Bock. ### Wer ist der Spieß und wer der Pappkamerad? Einem alten - und selbstredend dummen - Vorurteil zufolge, kann auch die Kontinentaldrift mit bloßem Auge verfolgen, wer einen deutschen Beamten sich bewegen sieht. Und natürlich ist auch ein Bundeswehrunteroffizier zunächst nichts anderes als ein Beamter. Da kann ein solches Malheur schonmal passieren. Bei einer nächtlichen Schießübung hat ein Soldat seinen Hauptfeldwebel mit dem Pappkameraden verwechselt. ### Osama ist tot Zwölf Menschen hat Osama in den letzten Wochen zu Tode getrampelt - nicht Bin Laden, sondern ein durchgeknallter Elefant. Wochenlang hielt er den Nordosten Indiens in Angst und Schrecken und verdiente sich dort seinen Namen, für den ein prominenter Terrorist Pate stand. Nun bereitete ein angeheuerter Jäger dem Elefanten ein gewaltsames Ende. Für einen unberechenbaren Dickhäuter mit aufbrausendem Naturell wäre an sich auch Schröder passend gewesen, aber die Mortalitätsrate des Elefanten lässt diesen Vergleich natürlich nicht zu. ### Das Jugendamt sollte endlich die Tür eintreten dürfen Und wieder ein totes Kind. Vernachlässsigt von der Mutter verdurstet. Diesmal in Sömmerda (Thüringen). Darüber berichteten heute die Tagesthemen. Das Kuriose: Diesmal scheinen alle Alarmsignale funktioniert zu haben. Die Nachbarinnen informierten rechtzeitig das Jugendamt. Das sofort anrückte und zweimal vor verschlossener Tür stand. Gibt es jetzt endlich erweiterte Befugnisse für das Jugendamt? Dürfen die Beamten demnächst die Tür eintreten bevor das Kind tot ist? Fehlanzeige: Familienministerin Ursula von der Leyen strickt weiter an der Mär vom grausamen Jugendamt, das den Leuten die Kinder raubt. Sie setzt will stattdessen bei der Schnittstelle zwischen Medizin und Jugendamt die Frühwarnsysteme verbessern. Warum Leute, die ihre Kinder verhungern oder verdursten lassen, die Routineuntersuchungen für Kleinkinder einhalten sollten, das ergibt wohl nur unter dem Goldhelm der Ministerin einen Sinn. ### Straffrei für kleines Geld Eben noch im Fadenkreuz von Justiz und lästigen Journalisten, heute schon für kleines Geld auf freiem Fuß und nicht mal vorbestraft? Das will ich auch, sagt sich der angeschossene Siemens-Aufsichtsratschef und Innovationsberater der Bundesregierung und engagierte die gleichen Rechtsanwälte, die schon Josef Ackermann wegen mangelnden öffentlichen Interesses aus dem Kreuzfeuer zogen. Denkfehler, Herr von Pierer: Sie müssen auch noch versuchen, die gleichen Richter zu kriegen. ### Polonium geht um die Welt Jetzt ist Polonium in Hamburg aufgetaucht. Der Russe, so scheint es, zieht eine tödliche Spur durch Europa. Mein Opa hat das immer geweissagt, aber er ahnte nicht, dass das mit Polonium geschehen würde. Kunststück! Selbst die Londoner Ärzte des verstorbenen Ex-Agenten Litwinenko sollen anfangs nichts geahnt haben. Bis sie mal den Geigerzähler auf Visite mitnahmen. Man fragt sich: Wie lange killt der russische Geheimdienst schon unliebsame Leute mit Polonium. Die Polen sollten jedenfalls eiligst ihren Papst (Johannes Paul II.) ausbuddeln. Mit dem Geigerzähler ist der bestimmt noch nicht untersucht worden. Auffällig ist, dass bisher alle außer Litwinenko den Anschlag überlebt haben. Ist ja auch schwierig zu dosieren. In der Wikipedia erfahren wir, dass schon 12 millionstel Gramm ausreichen, um einen Menschen niederzustrecken. Da kann man sich schon mal in der Dosierung verhauen. Wer kann schon 12 millionstel Gramm in sich reinschaufeln? Da sitzen also russische Atomwissenschaftler in geheimen Labors und teilen 12 Millionstelgrammportionen Polonium nochmal in kleinere Darreichungsformen und ermahnen den Geheimdienstschergen: "Gib ihm sechs Portionen, Boris, sonst hält man's für Schnupfen!" Kann der russische Geheimdienst, kann irgendein Geheimdienst so blöd sein, dass er es nicht schafft 12 millionstel Gramm gezielt zu verabreichen? Wie haben die eigentlich den Kalten Krieg überlebt, wenn die noch dümmer sind als James Bond erlaubt? Aber vielleicht liegt es ja an den Opfern. Haben Fish & Chips Litwinenkos Abwehrkräfte geschwächt? Man weiß es nicht. Genauso wird man nie erfahren, ob der russische Geheimdienst FSB Litwinenko auf dem Gewissen hat, oder doch die Dissidenten, die Putin was anhängen wollen. So behauptet beispielsweise Herr Pflugbeil auf Tagesschau.de. ### Singen in der Stadt Foto: Wikimedia Das Stadtleben ist nun mal hektisch und laut, da muss nicht nur der Mensch gegen anbrüllen, wenn er nach dem Weg fragt oder Konversation machen will, auch die Kohlmeise (Parus major) muss die Kakophonie des Straßenlärms übertönen. Deshalb singt sie lauter, höher und in kürzeren Abständen als ihre Artgenossen auf dem Land. Das berichtet die Netzzeitung. Wer's nicht glaubt, findet die Kohlmeisen Top Ten hier. ### Tux lernt Kurdisch Die Linux-Distribution Ubuntu gibt es jetzt auch auf Kurdisch. Das berichtet Linux.com unter Berufung auf die türkische Zeitung Milliyet. Die türkische Regierung reagiert verstimmt. Genau aus diesem Grund gab es bisher kein Betriebssystem in kurdischer Sprache. Gibt es einen besseren Beweis für den Nutzen von freier Software? Einen Konzern kann die Türkei unter Druck setzen, aber keine weltweite Gemeinschaft, die an kommerziellem Erfolg nicht interessiert ist. Ein kurdisches Linux war eine Frage der Zeit. ### Emsdetten und die Ballerspiele Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen Ballerspielen und Amoklauf. Das sagt die Electronic Sports League, ein Verband der Computerspieler. Die Verantwortung liege bei den Familien, "Die Gewaltausbrüche muss man in größerem Zusammenhang sehen", sagt ein Computer-Gamer in einer Reportage auf Heise Online. Alles ganz richtig, aber die Argumente sind wörtlich die gleichen der amerikanischen Waffenlobby, wenn es dort einen Amoklauf gibt. ### Terrorkampf am Brenner Im Kampf gegen einen Terrorismus, der in Deutschland bisher noch nicht ein Todesopfer gefordert hat, wirft die Bundesregierung nun auch die letzten bürgerlichen Freiheitsrechte über Bord. Die Anti-Terror-Datei ist da. Aufs Stichwort meldet der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, zu Wort. Die Terrorgefahr sei schon wieder gestiegen, erfahren wir. Noch mehr gestiegen? Wieviel Steigerungen für das Innenministermantra von der Terrorismusbedrohung gibt es denn eigentlich? Die Anti-Terror-Einsätze in Afghanistan sind daran schuld, sagt der Verfassungsschutzpräsident. Wirklich? Warum kämpfen wir denn dann dort gegen den Terror, wenn dadurch die Terrorgefahr hier steigt? Na, dann ist unser Risiko also gestiegen. Wahrscheinlicher ist für uns nach wie vor der Tod durch Zigarettenrauch. Wo bleibt die Anti-Raucher-Datei? Noch mehr Menschen sterben im Straßenverkehr. Wo sind die KSK-Helden, wenn die Testosteron- und Benzin-Rambos mit Lichthupe über die Autobahn fegen, in ihrem VW Kamikaze (5-Liter-Motor, Breitreifen, Dolby-5.1-Surround-Anlage)? Wer schützt uns vor denen? Wie wäre es mit Alkohol- oder Nikotinentzug in Guantánamo? Verfassungsschutzpräsident Fromm fährt keinen VW-Kamikaze, sondern allenfalls einen Phaeton. Aber, damit er den nebst Chauffeur behält, muss er immer neue Terror-Warnmeldungen absetzen, selbst wenn sich dabei herausstellt, dass die vermeintlichen Terroristen von ihrer Tat viel weniger wissen als der Verfassungsschutz. Ist ja kürzlich gerade erst passiert. Der Einsatz des wackeren Verfassungsschutzpräsidenten könnte ein Beispiel für andere Behörden geben. Wenn das Bundesverteidigungsministerium dem bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber endlich bei seinem Kreuzzug gegen die Türkei sekundieren würde, bin ich ganz sicher, dass wir bald wieder über eigene Atomwaffen diskutieren, weil uns Gefahr droht vom Natoverbündeten Türkei, oder von Liechtenstein oder von Malaysia. Warum Liechtenstein oder Malaysia? Weiß ich doch nicht. Bin ich Verteidigungsminister? Seid kreativ, Leute. Positiver Nebeneffekt: Die Terrorgefahr würde im Inland weiter steigen, weil die Bundeswehr im Terrorkampf am Brenner steht. Liechtensteiner Selbstmordterroristen mit präparierten Geldkoffern? Wer weiß. ### FAZ schreibt richtig Die letzten Ortographie-Dissidenten geben das Falschschreiben auf. Wie der Deutschlandfunk gestern berichtete, will die Frankfurter Allgemeine Zeitung jetzt auch zur geltenden Rechtschreibung übergehen. Angeblich seien die gröbsten Fehler mittlerweile beseitigt. Vielleicht hat aber auch die zusätzliche Arbeitsbelastung der Redakteure durch das Umschreiben von zugelieferten Texten (Agenturen beispielsweise) etwas damit zu tun. ### Endkampf im Linux-Lager? Die strategische Allianz zwischen Microsoft und Novell hat eine Selbstfindungsprozess im Lager der Open-Source-Vertreter ausgelöst. Die Frage, die alle bewegt: Heiligt der Durchbruch von Linux alle Mittel? Wie reagiert die Community von Open Suse, auf deren Schultern der Erfolg von Novells Suse Enterprise Linux ruht? Das werben um die vermeintlich Enttäuschten hat begonnen. Den Anfang machte - noch schwer gescholten - der Gründer von Ubuntu-Linux, Mark Shuttleworth. Heute wirbt Warren Togami, der Gründer des Fedora-Projekts, um Beteiligung an der Fedora-Community. Das bringt einen neuen Stil in die Open-Source-Community, die bisher auf Toleranz und gegenseitigen Respekt setzte. Jetzt, so scheint es, hat ein Kampf um die Entwickler eingesetzt. Sowohl Ubuntu als auch das Fedora-Mutterschiff Red Hat haben sich auf die Fahnen geschrieben, Microsofts Windows vom Thron der Betriebssysteme zu stoßen. Davon können nur professionell gemanagte Linux-Distributionen träumen können, Suse, Red Hat/Fedora, Ubuntu. Hier stehen handfeste wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Das vollständig freie Debian kommt dafür nicht in Frage. Also wird sich die Welt der freien Software in zwei Lager teilen: Das eine ist vom Ehrgeiz getrieben, die Desktops der Welt zu erobern (Suse, Red Hat, Ubuntu, aber auch die Mozilla-Foundation). Das andere Lager wird weiterhin versuchen, gute, innovative Software herzustellen, ohne jeden Anspruch auf Weltherrschaft und Marktanteile (Debian, BSD und ungezählte andere). Wie gut das Argument der vollkommenen Freiheit trägt, zeigen aber gerade Ereignisse in Europa. So wählten Wien und München Debian-Linux als Grundlage für ihre Migration zu Linux. Das könnte sich als klug erweisen, wenn die kommerziellen Linux-Distributoren einander im Endkampf an der Gurgel hängen und dabei die Prinzipien einer freien Software, die jedem offensteht, über Bord werfen. ### Der Bär, der aus der Kälte kam Sie sähen irgendwie schlapp und müde aus, aber schlafen könnten sie nicht, heißt es aus dem schwedischen Zoo Kolmarden. Gemeint sind nicht die Wärter, sondern die Braunbären. Wegen der ungewöhnlich hohen Temperaturen droht die Winterruhe für Europas Braunbären auszufallen. Wenn das so weitergeht, wollen die schwedischen Zoos ihre Bären künstlich kühlen. ### Hasta la Vista Vista geht seit heute an Firmenkunden. Das berichten unter anderem Heise, die Tagesschau und der Standard. Die Begeisterung bei den Letztgenannten hält sich in Grenzen: Zu spät fürs Weihnachtsgeschäft, zu wenig wirklich Neues im System. Microsoft hat sich mit dem Gewürge um Vista offenbar selbst für Mainstream-Medien angreifbar gemacht. Einzig Heise ist der Start der neuen MS-Produkte nur eine Kurzmeldung wert. ### Mit der Ware allein Gegen 19 Uhr legt sich der Einkäuferstrom auch im letzten Lidl-, Aldi- oder Nettomarkt der alten Residenzstadt Brandenburg an der Havel. Bis 20 Uhr sind die Kassiererinnen in der Überzahl. Ab dem 1. Dezember sind die Mitarbeitenden noch ein paar Stunden länger mit ihrer Ware allein: Das Land Brandenburg gibt die Ladenöffnungszeiten frei. Freude wird da maximal in den großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese aufkommen, die ihre Kundschaft aus dem weiteren Umkreis rekrutieren. ### James Bond - Episode I Um die Welt jetten, in teuren Anzügen in teuren Casinos sitzen, trockene Martinis und schöne Frauen vernaschen. So kennt man James Bond. Daniel Craig, der fünfte offizielle Bond-Darsteller im 21. offiziellen Bond-Abenteuer "Casino Royale" gibt uns nun einen Bond in der Ausbildung, einen Geheimagenten, der sich unter strenger Kontrolle von M (Judi Dench) im Kampf gegen den Halunken Le Chiffre (Mads Mikkelson) seine Doppel-Null verdienen muss. Craig zeigt Bond als Straßenköter, der sich hocharbeitet und dabei manchmal noch darüber aufgeklärt werden muss, dass es solche und solche Dinerjackets gibt. Craigs Bond ist (noch) kein cooler Zyniker, aber einer, der die wichtigste Qualifikation für einen Doppelnull-Agenten mitbringt: Er kann töten, ohne mit der Wimper zu zucken. Dabei wirkt er oft brutal. Kein Wunder: Craigs Bond ist keine Karikatur auf einen englischen Snob, wie der von Roger Moore, und kein Dandy, wie der von Pierce Brosnan. Seit Sean Connery hat kein Bond mehr jene Aura von Gefährlichkeit verbreitet, die zu einem Killer im Regierungsauftrag passt. Craig holt Bond aus dem Glamour und verleiht ihm etwas überraschend Reales. Graigs Bond ist ein Bond, wie ihn eher John le Carré als Ian Fleming erdacht haben könnte. Dazu passt seine Ausstattung. Die abgefahrenen Spielzeuge eines Q stehen dem neuen Bond kaum zur Verfügung. Einzig der Defibrilator im Handschuhfach erinnert an alte Zeiten. Dafür konsultiert er ab und zu das Hauptquartier und sei es nur, um in der Datenbank zu recherchieren. Craigs Bond zeigt als erster die Fähigkeit zur Entwicklung. Überrascht stellen wir fest, dass der junge Bond am Ende seiner Episode I ein anderer ist als der, den wir in der ersten halben Stunde kennengelernt haben. Mit Casino Royale haben sich die Bond-Produzenten eine ganz große Chance eröffnet: Bond ist nicht als Playboy vom Himmel gefallen, er hat eine Geschichte. Daniel Craig könnte der erste wirklich neue Bond werden, wenn die Produzenten es nicht vermasseln, indem sie ihm weiter so fade Drehbücher geben. Denn das größte Problem von "Casino Royale" ist nicht der neue Bond, sondern das schlechte Timing mit seinen langen und langatmigen Sequenzen und seinem zerfaserten Spannungsbogen. ### Quickie zweier Exzentriker 1968 ging das israelische Pop-Duo Esther und Abi Ofarim als Traumpaar um die Welt. Der Rest ist Geschichte: Traum und Paar zerbrachen schon ein Jahr später. Aus dem Nachlass der wechselvollen Lebensgeschichte der Esther Ofarim liegt nun ein fast vergessenes Juwel vor. „Esther Ofarim in New York with Bobby Scott and his Orchestra“ nahm die damals in Amerika noch unbekannte Sängerin 1965 mit einem der damals angesagtesten Jazz-Orchester auf, mit dem des Multiinstrumentalisten Bobby Scott. Scott hielt sich ganz bescheiden für einen der größten lebenden Arrangeure, heißt es im Booklet der CD. Logisch, dass so jemand manchmal vergisst, dass er nicht allein im Studio steht. Sonst hätte er beim Abhören der Aufnahmen ganz sicher gemerkt, dass seine Arrangements der Sängerin manchmal zuviel abverlangen. In „By Myself“ klingt Esther Ofarims Stimme in den hohen Lagen etwas gepresst, und das ist leider nicht der einzige Song, auf den das zutrifft. Bobby Scott soll Esther in Tönen gelobt haben, die er sonst nur sich selbst vorbehielt. Da ist trotz der erwähnten Einschränkungen eine Menge dran. Esther Ofarim gibt sich in jeden Song voll hinein, singt als sei es der letzte auf der CD. Dazu groovt das Orchester, dass es eine Wonne ist. Es musste damals alles sehr schnell gehen, erinnert sich Esther Ofarim in einem Interview im Booklet. Da waren die Musiker, da war das Studio und dann ging es los. Ein Quickie zweier musikalischer Exzentriker. Man spürt die Spannung im Orchester wie in der Stimme der Sängerin, das macht die Platte so wertvoll. Ein Geheimtipp für alle Freunde von großen Stimmen und großen Besetzungen. Für Fans der israelischen Sängerin ist die Platte schon wegen des umfangreichen und informativen Begleitmaterials ein Muss! ### Super-Playstation rettet die Welt Zu uns Europäern kommt Sonys Playstation 3 erst im März 2007. In den Schlagzeilen ist sie aber schon jetzt: Erst erfahren wir, dass Linux drauf läuft und aus der Daddelkiste einen vollwertigen PC macht. Heute berichtet die Netzzeitung, dass die PS3 gegen Krebs, Alzheimer und Parkinson helfen soll. Die Playstation-Gamer rund um die Welt sollen ein kleines Programm installieren, das unbenötigte Rechenleistung für wissenschaftliche Arbeiten bereitstellt. In Anlehnung an Seti@Home könnte man das Projekt vielleicht Seti@Jugendzimmer taufen. Jede Wette: Der Sony-Konzern wird sich noch ein paar nette Kleinigkeiten einfallen lassen, um das alte Europa auf die neue Playstation vorzubereiten. Demnächst werden wir erfahren, dass das Ding Mutti beim Kartoffelschälen hilft, und Opa abends die Zeitung vorliest. Nur, was ist dann mit dem Coolness-Faktor? ### Kein Argument für Ballerspiele Noch bevor der letzte Schuss in den Fluren der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Emsdetten verklungen war, begann der ritualisierte Diskurs über gewaltverherrlichende Computerspiele. Politiker mit Hang zur Vereinfachung fordern ein Verbot der fraglichen Spiele. Wissenschaftler und Experten mit einem Hang zur Intellektualisierung sagen: Es liegt nicht an den Spielen, die kommen nur zu den sonstigen Umständen hinzu. Man kennt die Debatte aus dem Amoklauf in einer Erfurter Schule, 2002. Ich bin für ein Verbot dieser so genannten Ego-Shooter. Warum? Schließlich haben beide Amokläufer schwarze Mäntel getragen. Soll man die auch verbieten? Seit 2003 haben die Spielehersteller eine Art Freiwilliger Selbstkontrolle. Und? Hat das die Tat von Emsdetten verhindert? Und überhaupt: Dass die Jugendlichen so erschreckend leicht an Waffen kamen, ist doch der eigentliche Skandal. Außerdem muss man doch die gesamte Lebenssituation der Jugendlichen sehen, die beide isoliert lebten. Die Antwort: Dass Computerspiele möglicherweise zur Verrohung unserer Jugend beitragen, streitet niemand ab, schwarze Mäntel tun das nicht. Wenn Spiele wie das fragliche Counterstrike noch im Handel sind, dann beweist das letztlich nur, dass die Selbstkontrolle der Industrie versagt. Und jetzt kommt das unsinnigste Argument: Wir haben nämlich die strengen Waffengesetze, weil Waffen gefährlich sein können. Es befinden sich etliche Feuerwaffen in Privatbesitz - auch in Deutschland. Die meisten finden nicht bei Amokläufen Verwendung. Das Waffenverbot gibt es nur, weil die Möglichkeit besteht, damit Menschen zu töten. Das ist mein Argument für ein Verbot von gewaltverherrlichenden Spielen: Es besteht die Möglichkeit, dass sie den Jugendlichen schaden. Die Forderung nach einem Beweis für die Gefahr, die von Gewalt- und Ballerspielen ausgeht, stellt eine Umkehr der Beweislast zugunsten der Industrie dar. Vielleicht lässt sich dieser Beweis auch aus Emsdetten nicht antreten, aber es spricht nicht die kleinste Kleinigkeit gegen ein Verbot von Ego-Shootern. Wenn all die liberalen Gutmenschen, die sich jetzt zu Wort melden, für Lebensumstände gesorgt haben, in denen alle Jugendlichen seelisch und sozial gefestigt solchen Frontalangriffen auf den guten Geschmack gegenübertreten können, dann kann man die Spiele wieder erlauben. ### Schwanger unterm Weihnachtsbaum Das ist der Horror für werdende Mütter: Kurz vor der Jahreswende 2006/2007 kommen die Wehen, und noch bevor der erste Böller kracht, ist der neue Erdenbürger geboren. Im neuen Jahr unterstützt unsere Bundesregierung neue Bundesbürger mit einigen Hundert Euro monatlich. Aber: Das Kind muss auf jeden Fall nach Silvester geboren sein. Medikamentös die Niederkunft zu verzögern, das widerspricht dem Berufsethos unserer Ärzte. Aber ein paar gute Tipps haben die Mediziner auf Lager: Zwischen den Jahren sollten werdende Mütter nicht mehr heiß baden und nicht mehr schwer heben. Sex unterm Weihnachtsbaum ist Tabu, und Finger weg vom Oberbauch! Dann wird's was mit dem Neujahrsbaby und der Kohle vom Staat. ### Zum Geburtstag eine böse Überraschung Die Australier werden Fremdsprachen lernen müssen, oder bei Geburtstagen künftig die Klappe halten. Grund ist das derzeit wohl rigideste und unsinnigste Urheberrecht auf diesem Planeten. Einmal "Happy Birthday" singen kostet demnächst umgerechnet 800 Euro. Das berichtet Golem. Das englische Geburtstagslied steht noch bis 2030 unter Urheberrechtsschutz. Wer das Lied außer unter einer gut schallgedämmten Dusche singt, führt es öffentlich auf. Apropos Fremdsprachen: Das Singen von "Zum Geburtstag viel Glück" dürfte die Sache nicht wesentlich entschärfen. Die Melodie bleibt ja die selbe. ### Schießen und Sterben lernen Während Amerikaner, Kanadier, Niederländer und Briten im Kugelhagel der Taliban sterben, setzt den Bundeswehrsoldaten in Afghanistan eher die Langeweile zu. Das wird sich wohl bald ändern: Wie der Deutschlandfunk heute berichtete, wird der Druck auf die Bundesregierung größer, die Bundeswehr auch im umkämpften Süden von Afghanistan einzusetzen. Damit nähert sich die Stunde der Wahrheit für eine verlogene deutsche Großmachtpolitik. Wie gut erinnern wir uns noch, wie ernst, staatstragend und gewichtig unsere Außenminister von Kinkel bis Steinmeier oder unsere Kanzler von Kohl bis Merkel ausgesehen haben, wenn sie uns mal wieder einen Auslandseinsatz der Bundeswehr angekündigt haben. "In der Stunde der Not, können wir uns nicht verweigern, wenn man uns fragt"; hieß es in wechselnden Formulierungen aus den Reihen unserer politischen Klasse. Dabei versäumten sie nie, die Bedingungen so festzuzurren, dass deutsche Soldaten lediglich Verbandmull spazierenfahren oder in Kabul den Verkehr regeln. Letztlich war man sich immer sicher, dass deutsche Soldaten eine Infektion mit Geschlechtskrankheiten mehr zu fürchten hätten als eine feindliche Kugel. Jetzt fordern unsere Partner echte Solidarität, auch beim Schießen und Sterben. Beides werden deutsche Soldaten von jetzt an lernen müssen. ### Reden ist Silber, Schweigen ist Gold Reden ist Silber, Schweigen ist Gold! Der Volksmund behält auch in der Kindererziehung Recht. Das berichtet die Netzzeitung auf ihrer Wissenschaftsseite. Forscher aus North Carolina (USA) haben demzufolge herausgefunden, dass Kinder die Muttersprache vor allem vom Vater lernen. Grund: Frauen überfordern ihre Kinder mit zuviel "Gequatsche". Es könnte allerdings auch sein, dass Kinder schon im zarten Alter von unter drei Jahren gelernt haben, sich realistische Lernziele zu setzen. So sagt das Männlichkeitsidol Clint Eastwood im Western "Zwei glorreiche Halunken" ("The Good, the Bad and the Ugly") in einem seiner längsten Sätze: "Nimm einen Zug, dann kannst du gut kacken!" Das hat der Nachwuchs im handumdrehen gelernt. Erst wenn sie älter als drei Jahre sind, wagen sich Kinder an den ausgefeilten Sprachgebrauch der Mutter. ### PPC ist aus! So schnell stirbt es sich nur in der IT-Branche. Noch kein Jahr ist es her, dass Apple von der PPC-Architektur zu Intels X86-Prozessoren gewechselt ist. Schon stellen kommerzielle Software-Hersteller an, dass es keine neuen Programmversionen für PPC geben wird. Aber auch die Linux-Distributionen Ubuntu und Fedora stellen nach und nach die Unterstützung für Power PC ein. Ein Ergebnis des Drucks, den Ubuntu mit seinen schnellen Versionswechseln in die Branche gebracht hat. Alle halbe Jahr ein neues Linux. Fedora hat sich dem mittlerweile angepasst. Ebenso wie OpenSuse. Einzige Debian bleibt bei seiner breiten Aufstellung: 11 Rechnerarchitekturen unterstützt das freie Projekt. Da kann es schon dauern, bis die neue Version stabil ist. Der Releasetermin für die nächste stabile Version 4.0 (Etch) ist gerade erst vom 4. Dezember auf den Januar 2007 verschoben worden. ### Noch keine Täter, aber schon ein Mittäter Wie muss man sich die Szenerie vorstellen, im Gerichtssaal? Bundesgerichtshof: Angeklagter! Bekennen Sie sich schuldig, am Mord in 3000 Fällen mitgewirkt zu haben? Mounir al Motassadeq: Moment! Woher sollten wir denn wissen, wie viele Leute da schon waren, in den Twin Towers? Es war doch nicht mal Neun! In der arabischen Welt hat man da noch nicht einmal die Zahnbürste im Mund. BGH: Mit wie vielen Todesopfern hatten Sie denn gerechnet? Motassadeq (überlegt): Naja, wenn Sie mich so fragen: 200? BGH: Wie bitte!? 300! Motassadeq: 240! BGH: 250! Motassadeq: 246! BGH (etwas genervt): Also gut: Beihilfe zum Mord in 246 Fällen. Zum Ersten, zum Zweiten und ... zum Dritten! Ganz nebenbei hat der Bundesgerichtshof ein Stück Rechtsgeschichte geschrieben, als er den Marokkaner Mounir al Motassadeq wegen Beihilfe im Fall der Anschläge vom 11. September 2001 in New York verurteilte. Noch nie ist jemand in Deutschland wegen Beihilfe zu einem Verbrechen verurteilt worden, für das noch kein Täter verurteilt worden ist. Gemäß dem Motto: Wir wissen zwar noch nicht, wer's war, aber wer ihm geholfen hat, das wissen wir genau! Seit die einzige Supermacht paranoid geworden ist, ist ein bisschen Guantánamo überall. ### Kiwi Noch etwas zum Thema Neuseeland und ein Beweis, dass es in Youtube nicht nur Schund, sondern richtige kleine Kunstwerke gibt: Dieser Kiwi bringt seine Zuschauer in drei Minuten vom Lachen zum Weinen. ### Der Maori und der Big Mac Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands sterben möglicherweise noch in diesem Jahrhundert aus. Verfolgung? Einschränkung alter Lebensräume? Weit gefehlt! Der Big Mac macht den Menschen den Gar aus. Jeder Fünfte der heute noch 500.000 lebenden Maori stirbt inzwischen an der Typ-2-Diabetes, die durch Fettleibigkeit ausgelöst wird. Bei den weißen Neuseeländern sind das nur vier Prozent. Wunschdenken, meint Oh, Crikey! Immer wieder hätten Europäer das Aussterben der Maoris beschworen. Aber Lungenkrebs und Alkoholismus habe das Volk bislang auch überlebt. Solange Maoris Babies kriegen, ist alles in Ordnung. Die Europäer mit ihren siechenden Nachwuchszahlen sollten sich an die eigene Nase fassen. ### Die besten Blogs Die Die Deutsche Welle hat die Best of Blogs gekürt und ganz nebenbei bewiesen, dass man in den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten immer noch ein gesundes Gefühl für Qualität besitzt. Gewinner ist Sunlight Foundation. Viel eindrucksvoller finde ich den besten deutschsprachigen Blog: Letters from Rungholt. Ein einzigartiges Reservoir für Innenansichten aus Israel, sehr nachdenklich, sehr persönlich und absolut lesenswert. Vielen Dank für den Tipp, Deutsche Welle. ### Bio-Mensch Abwechslungsreiche Ernährung ist ja so gesund: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass schon der so genannte Nebenmensch oder Paranthropus vor etwa ein bis zwei Millionen Jahren über unsere Erde spazierte, alles verzehrte, was ihm vor die Zähne kam. Warum der Paranthropus ausgestorben ist, wenn abwechslungsreiche Nahrung doch so gesund ist, darüber schweigt die Wissenschaft. ### Auch die Nazis essen Döner Eröffnung der Münchener Hauptsynagoge an einem historischen Datum, dem 9. November. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber bezeichnete die "Mitbürger jüdischen Glaubens" als eine "große Bereicherung". Das stimmt schon: Willkommen sind uns vor allem Menschen die uns bereichern, die Computer programmieren oder mit Messer und Gabel essen können, die keine Kinder fressen und nicht auf der Straße in der Nase popeln, ganz gleich ob Christen, Juden, Muslime, Hindus oder Agnostiker. Aber in diesem "Ihr seid eine Bereicherung" schwingt etwas Ungutes mit. Etwa: Was, liebe Italiener, sollen wir mit euch, wenn ihr keine Pizza backen könnt! Ab nach Hause! Und Ihr, liebe Juden, wenn ihr kein Geld habt, das ihr verleihen könnt, wie könnt ihr da eine Bereicherung sein? Ab nach... Ja, wohin denn eigentlich? In diesem "Ihr seid eine Bereicherung" schwingt etwas Kulinarisches mit. Da hängen Vorurteile in dicken Trauben in der Luft. Es ist ein abgegriffenes, altes, müdes Argument einer schlappen bürgerlichen Gesellschaft, die den Neonazis Döner Kebap schmackhaft machen will. Aber auch die Nazis essen manchmal Döner. Nicht der Döner ist für sie das Problem, sondern der Türke, der ihn verkauft. Wer gern Döner isst, muss nicht zwingend tolerant sein. Und für exotische Gerichte gibt es keine Bürgerrechte. Aber ganz genau da liegt das Problem: Menschen- und Bürgerrechte gelten auch für Menschen, die keine Bereicherung sind, die mit den Fingern essen - wie die Amerikaner -, die beim Essen rülpsen und in vollbesetzten Straßenbahnen pupsen. Neonazis schlagen keine Menschen zusammen, die die Welt eines Edmund Stoiber bereichern. Sie wagen sich nur an Diejenigen, die ihre Existenzberechtigung nicht in harter Währung ausrechnen können, genau wie wir mehr oder minder christlichen mitteleuropäischen Ureinwohner dieses Landes. ### Kinderlandverschickung für Wessi-Studis Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat die Westbundesländer aufgefordert, für ostdeutsche Unis zu werben. Das berichtet die Märkische Allgemeine aus Brandenburg. Grund sind die hohen Studentenzahlen an Westunis. Voreilig, wie ich meine. Wenn die aten Bundesländer erst geschlossen Studiengebühren eingeführt haben, wird die Ministerin bald für Heidelberg werben müssen, statt für Greifswald. ### Lohndumping im Kanzleramt Unsere Kanzlerin will keinen Mindestlohn. Das meldet die Netzzeitung. Erstaunlich leicht ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Arbeitgebertag in Berlin zum Mindestlohnverzicht überreden. Nachdem BDA-Präsident Dieter Hundt der Regierungschefin die Meinungs gegeigt hatte, erklärte Merkel, dass es einen Mindestlohn mit ihr nicht geben werde. ### Fuchs heiratet Huhn Der Nachhall der strategischen Allianz zwischen Novell und Microsoft in der Linux-Community ist unüberhörbar. Vor allem geht es um die Patente. Microsoft will "nicht kommerzielle" Suse-Entwickler nicht patentrechtlich belangen. Was ist mit den anderen? Das fragt GrokLaw und weist auf die Präambel der General Public License hin, unter der auch Suse-Linux steht. Jedes Produkt, das auf Basis freier Software entsteht, muss auch wieder der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Ein Verstoß wäre es, wenn Microsoft tatsächlich Novell allein mit einem PlugIn versorgt, das das kommende XML-Dateiformat von Microsoft unterstützt. Dieses Hilfsprogramm müsste in OpenOffice eingefügt werden, das wiederum unter freier Lizenz steht. Alle Übereinkünfte haben Novell und Microsoft getroffen, ohne die Community anzuhören. Dana Gardner von ZDNet hat ein schönes Bild für den Vorgang gefunden: Fuchs heiratet Huhn, beide ziehen in Hühnerhaus. Microsoft hat mit dem Schritt die Open-Source-Bewegung eines wichtigen Mitgliedes beraubt und sich gleichzeitig Zugang zu den Wurzeln freier Software verschafft. ### Und als nächste Version: Windows Suse Microsoft will Kunden, die ein Linux neben Windows installieren wollen, Suse Linux empfehlen. Darauf haben sich Microsoft und der Suse-Besitzer Novell geeinigt. ### Gar nicht edgy, dieser Eft Ubuntu-Linux wird immer besser, seine Versionsnamen nicht. Dapper Drake (Eitler Erpel) brachte der geplagte Ubuntu-User schon nur noch zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor. Aber Edgy Eft? Das soll "Nervöser Molch" heißen. Lieber Mr. Shuttleworth, wie gut dass das Urheberrecht uns vor Ubuntu 7.04 - Porky Pig schützt. Genug gemault: Ich habe einmal mehr einen Upgrade über das Internet probiert. Zunächst zeigte Synaptic vertretbare zwei Stunden an geschätzter Downloadzeit an, die schnell zu drei Stunden und in die frühen Morgenstunden wuchsen. Abbrechen! InstallationsCD ins Fach! Ich hatte mir zuvor die Alternate-CD heruntergeladen. Auf die Erfahrung, wie glatt das grafische Installationsprogramm arbeitet, war ich nicht neugierig. Die Installation selbst verläuft bei Edgy wie gewohnt. Root-Partition formatiert, Home-Verzeichnis erhalten, Benutznamen und Passwort eingegeben, der Rest ist eine Frage von einer knappen halben Stunde. Zunächst einmal: Die Experimantalversion, die Edgy nach dem soliden Dapper zu werden gedroht hatte, ist es nicht geworden. Bis jetzt ist nur Firefox (Edgy setzt schon auf 2.0) durch einige Abbrüche aufgefallen. Dabei spielt der neue Gnome eine seiner größten Stärken aus: Bei Programmabbrüchen schickt er auf Wunsch weitgehend selbstständig Fehlerberichte an die Entwicklergemeinschaft. Da wir bei Gnome sind: Endlich kann auch der Gnome-Dateimanager Nautilus Dateirechte rekursiv, d.h. für alle in einem Ordner enthaltenen Dateien, vergeben. Außerdem haben sich die Startzeiten für Programme teilweise stark verkürzt und Edgy bootet subjektiv noch schneller als Dapper. Eine Bereicherung ist auch Tomboy. Habe ich den Sinn der gelben Zettel bei Gnome nie recht eingesehen, Tomboy ist das Werkzeug für kurze kreative Ergüsse. Es verwaltet alle Notizen und kommt mit einer Suchfunktion. Das sind die großen Neuigkeiten. Ansonsten hat Ubuntu hier und da am Artwork gefeilt. Auch Wanda, den wahrsagenden Fisch , haben die Gnome-Entwickler optisch aufgemöbelt. Leider erzählt er immer noch keine neuen Witze. ### Schnüffelei im Bienenstaat Ach wären wir Menschen doch wie die Bienen, hört man immer wieder: Selbstlos nur dem Wohl des Kollektivs und ihrer Majestät der Königin untertan. Der Individualismus ist der Anfang allen Übels, sagen die Kulturpessimisten. Insektenforscher haben die Legende vom emsigen, anspruchslosen Insekt nun zerstört: Arbeiterinnen bei staatenbildenden Insekten beugen sich vor allem der sozialen Kontrolle. Tom Wenseleers und Francis Ratnieks wollten herausfinden, warum Arbeiterinnen keine eigenen Nachkommen hervorbringen, obwohl sie Eier legen können. Die Forscher vom Wissenschaftskolleg zu Berlin haben neun Wespenarten und die Honigbiene Apis mellifera untersucht. In den Staaten dieser Insekten gibt es jeweils nur eine Königin, die Eier legt. Die Forscher fanden heraus: Arbeiterinnen oder die Königin zerstören Eier, die von Arbeiterinnen gelegt werden. Der Bienenstaat mit seinen sich gegenseitig auf Normeinhaltung kontrollierenden Bewohnerinnen ähnelt einer deutschen Kleinstadt wesentlich mehr als wir gedacht haben. ### Wahlkampf in Zeiten der neuen Medien US-Senator George Allen muss um seine Wiederwahl fürchten, weil er sich über einen Videofilmer lustig gemacht hat. Das Video landete beim Portal Youtube. Nun gerät der Politiker unter Druck. Wahlkampf in den Zeiten der Usermedien: Wblogs, Podcasts etc. ### Zitat "Wenn ihr das Beste aus eurem Studium macht, eure Hausaufgaben erledigt und euch anstrengt, kann etwas aus euch werden. Wenn nicht, landet ihr im Irak." (Der demokratische US-Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry zu amerikanischen Studenten) ### Wehrmacht am Hindukusch Nach den pietätlosen Schädelspielen wollten unsere Jungs am Hindukusch ganz offenbar Punkte bei der Bevölkerung sammeln: Sie bemalten Bundeswehr-Fahrzeuge mit Wehrmacht-Symbolen. Auch dafür gab's heute wieder Druck von der deutschen Öffentlichkeit. Dabei kann man das als vertrauensbildende Maßnahme betrachten. Noch besser wären allerdings Hakenkreuze gewesen. Der Führer steht im Nahen Osten mindestens so hoch im Kurs wie in deutschen Fußballstadien. ### Zitat "Krieg ist kein Waldorf-Kindergarten!" (Der Kabarettist Robert Griess heute im Deutschlandfunk) ### Schädelspalter Da haben einige Beamte vom Heimatschutz am Hindukusch einen der Totenschädel ausgebuddelt, die da bestimmt zahlreich herumliegen. Fluggs mal in die Kamera gehalten - reingefallen. War nicht für's Familienalbum, sondern für die Bild-Zeitung. Ausgerechnet heute fordert die Union einmal mehr den Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren. Im Anti-Terror-Kampf beispielsweise. Paradiesische Zustände: Um mit Schädeln zu spielen, braucht keiner mehr nach Afghanistan. Und wenn das nächste Mal ein deutscher Soldat einen Schädel in eine Kameralinse hält, dann fragt RTL: "Könnte das nicht Onkel Herbert sein, der Im Easy-Jet das Schweinefleisch abbestellt hat?" ### Mit dem Kouskous-Teller nach Gantánamo 34 Daten müssen europäische Fluggesellschaften über jeden Passagier, der in die Vereinigten Staaten reist, nach Washington melden. Darunter besondere Verpflegungswünsche. “Nein, Danke. Bitte kein Schweinefleisch für mich!” Äußerungen wie diese können jeden unbescholtenen Bürger, der zur Gichtprophylaxe auf Schweinefleisch verzichtet, nach Guantánamo bringen. Einmal das falsche Menü - vier Jahre Kubaurlaub im orangefarbenen Strampler. Ein anderer Fall: Unbekannte sind ins VW-Vertriebszentrum in Brandenburg eingebrochen und haben ein paar Laptops mitgenommen. Darauf unter anderem: die Daten der gepanzerten Limousinen unserer politischen Klasse. Besteht nun akkute Terrorgefahr? Nein! Das sagen zumindest unsere Staatsschützer: Nur kleine Fische, die die Computer auf dem Polenmarkt in Slubice verscheuern wollen. Das sagen unsere Berufsparanoiker, die am liebsten Jeden mit dem Elektronenrastermikroskop filzen würden, der sich beim Freitagsgebet zu tief verneigt. Aber das ist wahrscheinlich der Unterschied zwischen unserem Pauschaltouristen und den Einbrechern: Entscheidend ist nicht die Tat, sondern die Zugehörigkeit zu einer anderen Kultur oder einem anderen Glauben. Hätten die Einbrecher halbleere Kouskous-Teller und ein Palästinensertuch am Tatort vergessen, dann wäre längst der Notstand ausgerufen, Merkel und Beck säßen streng bewacht in irgendeinem Bunker in der Eifel und die politische Macht hätte unser olivgrüner Heimatschutz übernommen. Sie wissen schon: Gefahr im Verzug, oder so! ### Was tun mit der Unterschicht? Verwahrlosung stinkt, und sie stinkt in unserem Fall sogar so stark, dass selbst unsere blau-gelben Hurra-Deregulierer (FDP) vom Börsenteil in der FTD aufschauen. Kuttel Beck (SPD) hat’s als Erster gerochen. Auf der Heimfahrt von Berlin ins verträumte Rheinland-Pfalz muss es ihm irgendwann in die Nase gestiegen sein. Da hat sich der SPD-Chef gedacht: “Mensch, wenn man die Unterschicht schon in einer gepanzerten Limousine riecht, dann müssen wir Scheiße gebaut haben!” “Recht hat er”, pflichtet CDU-Fraktionschef Volker Kauder bei. “Da müssen politische Konzepte her!” Weiter ins Detail geht er nicht. Oder doch: Das Wort “Unterschicht” stigmatisiere die Betroffenen. “Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen” sollen wir all jene nennen, die zur Unterschicht gehören. Aber “soziale Probleme” klingt ja viel besser. Da wird die totale Perspektivlosigkeit zum kleinen Wehwehchen, wo die Tante Ulla Schmidt nur noch ein Pflästerchen draufkleben und “Heile, heile, Gänschen” singen muss. Ansonsten ist man sich einig: Scheiße hat der Schröder gebaut, nicht wir! Das klingt als hätte für Hartz IV keiner die Hand gehoben. Die FDP warnt gleich vor dem Umverteilen: Umverteilen ist ja schließlich keine Lösung. Armut ist doch beabsichtigt, sonst arbeitet doch keiner mehr für einen Hungerlohn. Außerdem müssen doch erst Arbeitsplätze entstehen, denn wo nichts ist, da ist nichts umzuverteilen. Dabei haben sich doch erst die Manager von Allianz, Siemens und Telekom nacheinander die Gehälter angehoben. Wenn die Hypothek fürs Häuschen abgebucht ist, bleiben da bestimmt noch ein paar Cent zum Umverteilen. ### NPD rüstet zum Blitzkrieg in Brandenburg Nach ihren Erfolgen in Südsachsen und Mecklenburg-Vorpommern rüstet sich die NPD jetzt für den Sturm auf Brandenburg. Das berichtet die Märkische Allgemeine. Bisher habe sich die NPD aus der Mark herausgehalten, weil sie einen Nichtangriffspakt mit der DVU hat, die seit 1999 im Potsdamer Landtag sitzt, heißt es bei der Märkischen weiter. Daran fühlt sich die NPD nun nicht mehr gebunden. Sie schult jetzt auch in Brandenburg ihre Kader im Stören von Veranstaltungen der demokratischen Parteien. Dafür füllen die Braunen jetzt ihre Kader. In Guben und Cottbus habe sich die Partei jetzt zwei rechte Kameradschaften einverleibt. Streit mit der DVU muss die NPD nicht fürchten: Die DVU-Landtagsabgeordneten stehen schon bereit zum Überlaufen. So viel zum Thema Treue und Loyalität. ### Guantanamo-Gesetz macht Bock zum Gärtner US-Präsident George W. Bush und die Schergen im Namen der Freiheit haben Absolution erhalten. Ein neues Gesetz, das so genannte Guantanamo-Gesetz, schützt US-Soldaten und -Agenten vor Strafverfolgung bei Foltervorwürfen. die Tagesschau-Seite zitiert dabei drei Sätze des Präsidenten, die mehr über Amerikas Kreuzkrieg verraten als alle direkten Einlassungen aus dem Weißen Haus. 1. "Ein Präsident kann nur selten ein Gesetz unterzeichnen, das mit Sicherheit das Leben von Amerikanern retten wird." Stimmt genau, bisher hat Bushs Amtszeit einige tausend G.I.s das Leben gekostet. Die Dollars, die der Irakkrieg kostet, zählt ein Counter bei nationalpriorities.org. Lustig, wie die Millionen da durchtickern. Wie an einer Zapfsäule. Außerdem lernen wir: Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Amerikanern und Menschen. 2. "Informationen aus diesem Programm haben bei der Verhaftung praktisch jedes Al-Kaida-Mitglieds in unserem Gewahrsam eine Rolle gespielt. Es ist also unverzichtbar für den Krieg gegen den Terror." Auch die Inquisition hat die meisten Ketzer und Hexer durch unter Folter erzwungene Geständnisse dingfest gemacht. Hätte seinerzeit schon rechtsstaatliche Prinzipien gegolten, hätte man auf mitteleuropäischen Dorfplätzen nur halb so viel Spaß gehabt. 3. "Es (das Gesetz) schützt unsere Soldaten und Agenten vor Klagen von Terroristen, nur weil sie ihren Job erledigen." Wir lernen: Seelische und körperliche Grausamkeiten gehören zum Job von US-Staatsdienern. Das Weiße Haus hat die Rede des Präsidenten schon gepostet. Ich will nicht unterschlagen, dass Bush auch behauptet, das Gesetz schütze Häftlinge vor Folter. Das tut es, indem es die Häftlinge unter den Schutz der Genfer Konvention stellt. Aber erstens billigt es keinem geringeren als dem US-Präsidenten selbst die Auslegungshoheit über die Konvention zu, und zweitens bestreitet die US-Regierung bislang vehement, dass es sich bei den Guantanamo Inhaftierten ünerhaupt um Kriegsgefangene im Sinne des Völkerrechts handelt. ### Fedora will's wissen Die Zahl der Linux-User steigt. Aber wie viele von uns gibt es? Die Frage beschäftigt auch das Fedora-Projekt. In der Mailingliste wird deshalb die Einführung einer Tracking-Funktion in Fedora Core 7 nachgedacht, das im Frühjahr 2007 das Licht der Welt erblicken wird. Wie können wir für uns werben, wenn wir nicht wissen, wie man unser System benutzt? Die Frage dürfte nicht nur Fedora, sondern auch andere Projekte beschäftigen. Linux ist auch in dieser Hinsicht erwachsen geworden. Zu erwachsen? ### Nachlässigkeiten bei Ubuntu Linux ist nicht gleich Linux. Wie Heise berichtet hat Ubuntu diesmal ein Sicherheitsupdate verbaselt. Das beliebteste Desktop-Linux der Welt war gerade erst dadurch ins Gerede gekommen, dass sich für den Firefox ein Update eingeschlichen hatte, welches die grafischen Oberflächen (X-Server) reihenweise hatte abstürzen lassen. ### O'zapft is bis in die Tagesschau Früher war massenhafter Alkoholmissbrauch höchstens ein Thema für das Blaue Kreuz, heute für die Tagesschau. Gebetsmühlenartig haben deutsche Nachrichtensendungen die magischen Worte wiederholt: O'zapft is! Der größte kollektive Selbstversuch zur Alkoholfestigkeit des menschlichen Körpers hat begonnen: das Oktoberfest. Die Hektoliter Urin mit denen Münchens Wiesn in den nächsten Tagen gedüngt werden, zeigt man uns nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen werden immens sein. Aber Sorgen müssen wir uns nicht machen: Kommt es zum Attentat auf die Wiesn, dann wird keiner der Anwesenden etwas spüren. ### Job-Motor Vista Windows Vista wird 50.000 neue Jobs schaffen. Das hat eine vom Hersteller Microsoft in Auftrag gegebene Studie ergeben. Die meisten der neuen PC-Fachleute werden wohl mit dem Stopfen von Sicherheitslücken beschäftigt sein. Dann bewältigt Microsoft vielleicht mal mehr als drei Löcher pro Patchday und vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht, auch ein paar ernste Sicherheitsprobleme. ### Bin Laden wird gegoogelt Präsident George W. Bush will den Top-Terroristen Osama Bin Laden jetzt durch Google ausfindig machen. Das berichtet der heutige Borowitzreport. Zuvor sei eine Suche nach Bin Laden über Ebay gescheitert. Wie Borowitz berichtet, hat die US-Regierung ein Foto von Whitney Houston bei dem Online-Auktionshaus angeboten, nachdem öffentlich geworden war, dass Bin Laden ein Fan der Pop-Sängerin ist. Das Foto hatte dann aber nicht Bin Laden, sondern der koreanische Diktator Kim Jong Il ersteigert. ### Plädoyer für den 11. September Einstürzende Neubauten, Flugzeuge im Bauch: Musilkalische Verweise auf den 11. September. Dabei hat der 11. September eine eigene Geschichte, eine glorreichere als bloß Büttel zu sein für den schmutzigen Krieg einer an der eigenen Omnipotenz berauschten Weltmacht. Senf dazu belehrt uns, dass an diesem Tag die Beatles "Love Me Do" aufnahmen, ihren ersten Hit. Am 11. September 1954 wurde das Bundessozialgericht in Kassel feierlich eingeweiht, und am 11. September 1989 öffnete Ungarn seine Grenzen für republikflüchtige Ostdeutsche. Das weiß Wikipedia.de. ### Folter auf der Zulassungsstelle Zu den CIA-geheimgefängnissen hat sich nun auch Andy Borowitz zu Wort gemeldet. Nach seiner Darstellung sollen die bislang in besagten Geheimgefängnissen internierten Terrorverdächtigen von dort in die KFZ-Zulassungsstelle von New York gebracht werden. Sie sollen dort Führerscheine beantragen sowie Fahrzeuge an- und abmelden bis sie singen wie die Kanarienvögel. Wen das nicht weich kocht, den schafft auch keine andere Foltermethode, sind die Geheimdienste überzeugt. Amnesty International hat jedoch schon Protest eingelegt. Mehr als eine Stunde auf der Zulassungsstelle verstoße gegen die Genfer Konvention. ### Vista kommt noch später Der Streit zwischen der EU-Kommission und Microsoft geht in die nächste Runde. Die Auflagen der Kommission könnten den Start des neuen Windows-Betriebssystems Vista in Europa verzögern, heißt es aus den Reihen des Software-Giganten. Die Kommission kontert: Wenn ihr nicht endlich euer Windows für Software anderer Anbieter öffnet, dann werden wir Vista in Europa gar nicht zulassen. Wie war das doch gleich mit der Rechtsunsicherheit bei Linux? Nachdem das Weihnachtsgeschäft schon verpasst ist, wird es wohl auch nichts mit Vista zu Silvester. ### Große Klappe, leider nichts dahinter George W. Bush gesteht die Existenz der CIA-Geheimgefängnisse zu, und Europa sucht nach den Komplizen. Das Problem: So markig die Worte aus dem Europaparlament klingen - sie bleiben folgenlos. Vergessen wir nicht: Das Europäische Parlament ist ein Parlament ohne Land, nur mit einem Staatengebilde, das ungefähr 99,9 Prozent seiner Einwohner zum Teufel wünschen. Daran kann ein aufrechter Europäer mit Recht verzweifeln. Dass die eigenen Landsleute sich lieber von ihren eigenen Regierungen als rechtloses Gammelfleisch nach Guantanamo verkaufen lassen als endlich einzusehen, dass die Ära der Nationalstaaten vorbei ist. So wird das Europaparlament die von Washington ausgehende Juntaisierung der westlichen Welt kaum stoppen können. Natürlich haben die Europäer Recht: Geheime Auslieferungen und Folterung sind auf europäischem Boden nicht erlaubt. Allein die Geschichte zeigt, dass Vorschreiben und Tun in Europa zwei Paar Schuhe sind. Wie drakonisch ist denn Deutschland für die fortwährenden Verstöße gegen den Stabilitätspakt bestraft worden? ### Eierwärmer machen impotent Die Tage werden grauer und kälter. Wir kuscheln uns in die Decke oder an die Partnerin. Doch beim Kuscheln könnte es dann auch bleiben - bei der Partnerin, nicht bei der Decke. Und zwar für all jene, denen beim Autokauf die Grundausstattung zu spartanisch war. Die Wissenschaft warnt: Sitzheizungen beeinträchtigen die Zeugungsfähigkeit. Die normale Temperatur im menschlichen Hodensack betrage 35 Grad Celsius. Der Eierwärmer treibt diesen Wert leicht auf 38 Grad hoch. Also in Zukunft: Immer mir Eisbeutel zum nächsten Zigarettenautomaten, sonst könnte bei der Rückkehr die Familienplanung schon abgeschlossen sein. ### Nordsee 2050 Hitze, Sonne, Haifische. Südsee? Weit gefehlt: In diese Richtung könnte sich unsere dröge, kalte Nordsee bald entwicklen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Nordsee erwärmt. Schon jetzt lägen die Lufttemperaturen an der Küste um drei Grad über den für die Jahreszeit üblichen 17 Grad Celsius. Die Anwohner freut's. Um einen herbstlichen Badeurlaub zu biuchen, ist es 2007 aber wohl noch zu früh. Außerdem haben sich die Wissenschaftler nicht zum Wetter geäußert. Denn Cuxhavens Fluch der Karibik sind nicht Piraten, das ist der Regen. ### Linux lernt Beten Es gibt Linux-Distributionen, die sich an Desktop-Anwender richten, solche für den Server und einige spezielle zum Steuern von Flugzeugen zum Beispiel. Doch kein Sonderweg in der großen bunten Welt des freien Betriebssystems hat wohl in kurzer Zeit so viel Wirbel aus gelöst wie Ubuntu Christian Edition. Ein Linux für Christen. In der neuen Distribution soll nach Angaben des Distributors Canonical die beste christliche Software mitgeliefert werden, das Bibelstudienprogramm GnomeSword beispielsweise. Der Haken daran: Das Programm scheint derzeit nur in Englisch vorzuliegen. Grundlage ist also die King James Bible und nicht unsere Lutherbibel. Ach ja! Office-Software und dergleichen ist selbstredend auch vorinstalliert. Nur Beten müssen wir noch selbst. So sehr der Gedanke an ein konfessionelles Betriebssystem zunächst irritiert, eigentlich war es doch nur eine Frage der Zeit, bis Linux- und Kirchengemeinde zueinander finden. Gibt es etwas Selbstloseres als freie Software? Im Falle von Ubuntu kommt noch der anfangs oft belächelte ideologische Überbau hinzu. Immerhin steht das Bantu-Wort Ubuntu südlich der Sahara für Mitmenschlichkeit. ### Armer Pluto Für viele Mitmenschen ist die Sache klar: Früher war alles viel besser. Die Rotfüchse trauern der DDR hinterher, manch einer vom anderen Ende des ideologischen Spektrums schwärmt heute noch von dem österreichischen Psychotiker weiland in Berlin und die Älteren blicken bis zum Kaiser zurück. Plutos Blick wird wehmütig zum Römischen Reich zurück wandern, und gemeint ist hier nicht der Disney-Hund. Gemeint ist der Planet, der keiner mehr ist... Aber der Reihe nach: Seinen Namen bekam der Himmelskörper von den Römern. Pluto hieß der römische Gott des Totenreiches. Als Kepler und Kopernikus unser Weltbild so zurecht zimmerten, wie es heute noch ist, wurde Pluto ein Planet. Als solcher überdauerte er die Zeiten, sah Kaiser, Diktatoren und Despoten kommen und gehen. Dann kam die Demokratie, und ganz demokratisch durch einfache Mehrheit entschieden Wissenschaftler bei einer Versammlung der International Astronomical Union in Prag, dass Pluto kein Planet mehr sei. Scheißdemokratie, wird er gedacht haben. Fakt ist: Die Wissenschaftler halten ihn für zu klein. Zu klein! Was ist mit allen Beteuerungen, dass es auf Größe nicht ankomme, dass ein Mann ein Mann sei, ganz egal wie klein sein Pluto sei? Und hat er denn je eine echte Chance gehabt, zu wachsen? So an den Rand gedrängt, wie er ist. Der ewige Kleine, der einsam auf der Außenbahn seine Runden dreht. Jetzt ist er nicht einmal ein Planet, sondern ein "Zwergplanet". Was ist das anders als ein besserer Gesteinsbrocken? Armer Pluto, wir fühlen mit dir. ### Der Nibelungensommer Kennen Sie Richard Wagner? Ist es nicht schön, im Herbst, beim Fallen der Blätter, in der destruktiven Grandesse des musikalischen Zerstörers zu schwelgen? In einer Welt, in der jede Liebe zum tragischen Tod mindestens eines Liebenden führt. Im Idealfall stürzt sich bald darauf der andere in sein Schwert, oder ins Meer, oder in den Rhein. Es sitzt uns Deutschen im Blut, das Wagnerianische, das unvermeidliche schicksalhafte. Bis heute. Es gibt beispielsweise keine fröhlichen Lieder vom zeitgenössischen Lieblingspoeten der Deutschen, von Xavier Naidoo. Der singt lieber darüber, dass der Weg hart sein wird. Und kurz darauf zieht Deutschlands Nationalelf in die Fußballschlacht gegen den Erzrivalen Italien, wie weiland die Nibelungen zu Kriemhilds Gastmahl an König Etzels Hof. Und genauso schicksalhaft folgt auf den heldenhaften Kampf der sichere Untergang - im Falle der Nationalelf das Spiel um Platz 3. Fußball ist das eine, der Sommer das andere. Im Sommer sollte doch Bacardi-Feeling herrschen, da sollten schöne junge Menschen leicht bekleidet auf Segelyachten herumlümmeln, und wir Normalverdiener mit dem Sixpack (nicht auf dem Bauch, sondern in der Hand) am Buga-Strand. Vorsicht! Deutsche Pop-Barden lassen nun auch über dem Langnese-Sommer des Jahrhunderts düstere Wolken heraufziehen. Sebastian Hämer heißt der Unmensch, der uns zu unheilschwangeren Klängen den "Sommer unseres Lebens" verspricht. Dabei ruft der Text einfach nur dazu auf, den Sommer zu genießen. "Ja, und?", fragen wir verunsichert, "tun wir das nicht schon ein paar Monate lang?" Dann fühlen wir die Musik, und wir wissen: Dieser Sommer wird deswegen der unseres Lebens, weil er der letzte sein wird, den wir erleben. Ganz genau. Wir bekommen Krebs! Oh, mein Gott, vielleicht ist noch Zeit! Schnell zur Vorsorge! Ach nee, geht ja nicht: Der Hausarzt sonnt sich ja auf Formentera. Und weil er dort nicht täglich Sebastian Hämer im Radio hört, weiß er vielleicht gar nichts von der Epidemie in der Heimat! Oder ein Meteorit schlägt ein. Genau in Mitteleuropa! Schnell stürmen wir die Volkssternwarte und schauen aus nach dem Unheilsbringer aus dem All. Wir müssen aber einsehen, dass wir ohne astrophysikalisches Grundstudium leider gar nichts am Himmel erkennen können. Na, vielleicht gehen wir ja noch einmal hin, wenn die Sonne untergegangen ist. Oder lassen Sie uns fliehen! In der Hoffnung, dass das Unheil nur im Sendebereich deutschsprachiger Rundfunksender eintritt. Aber vielleicht weist uns Sebastian Hämer ja nur den Weg! Er ist der Prophet, der den Untergang der Dinge voraussieht. Es gibt kein Entkommen! Wir alle müssen uns ins Unvermeidliche fügen, in Treue verbunden, in Nibelungentreue! Richard, wir kommen! Bis dahin lasst uns etwas Fröhliches singen. Vielleicht aus dem Evangelischen Gesangbuch? ### Jeden Augenblick droht Friede "In Wirklichkeit ist der Krieg sehr zerbrechlich, und jeden Augenblick kann Frieden ausbrechen." So kommentierte laut dem aktuellen Borowitzreport der Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah den Kriegsverlauf im Südlibanon. "Wenn es dazu kommt, sind wir aus dem Geschäft", warnt der Terrorchef weiter. Deshalb kündigte er die Entsendung von Kriegstruppen als Antwort auf die Friedenstruppe der Vereinten Nationen an. Er rief andere Nationen wie Syrien und Iran zu einer gemeinsamen Anstrengung für einen dauerhaften Krieg in Nahost auf. Die Roadmap zum Chaos sei immer noch intakt, sagte Nasrallah. ### Neue Fotogalerie: Eupen (Belgien) Das Städtchen Eupen am Rande der belgischen Eifel ist der Gegenstand meiner aktuellen Fotogalerie. Als Sehenswürdigkeiten heben die Stadtväter ihre Kirche St. Josef heraus und das Rathaus. Nicht raten möchte ich den Besuch in Belgien einem Diabetiker. Nirgends in Europa gibt es ein solches Angebot an Süßspeisen. Mahlzeit. ### Greetings from the Eifel Für einige ist Bad Münstereifel die sympathische Weltstadt in der Voreifel, nur 400 Kilometer von Paris und 3000 Kilometer vom Kaukasus gelegen. Andere wähnen sich schon dort, wo niemand hin will. Bilden Sie sich ein Urteil anhand meiner Foto-Galerie. ### Nichts für Nichtschwimmer Nasses Ende einer Besichtigungstour in Köln. ### Exotin aus Brandenburg "Habe ich irgend etwas Schlimmes getan?", fragte die verängstigte Autofahrerin den netten Polizeibeamten an der deutsch-belgischen Grenze. Bei der Rückkehr aus dem Nachbarland war sie an der Grenze von einem Team deutscher Ordnungshüter angehalten worden. "Nein. Das ist nur eine Stichprobenkontrolle", entgegnete der Beamte in Aachener Dialekt, "Sie haben so ein auswärtiges Kennzeichen". Fünf Motorradfahrer aus den Niederlanden oder drei junge Männer in einem Auto von den britischen Inseln waren nicht geeignet, die Aufmerksamkeit des wackeren Büttels zu erregen. Aber ein Autokennzeichen aus Brandenburg an der Havel, das war ihm dann doch zu auswärtig. Tatsächlich passiert am heutigen Nachmittag zwischen Eupen und Simmerath. Die deutsche Einheit dürfen wir als vollzogen betrachten, wenn sie auch in der Eifel angekommen ist ### On Vacation Dieses Tagebuch befindet sich bis zum kommenden Wochenende mit seinem Besitzer im Urlaub. In diesem Fall drohte die Kontaktaufnahme schon an der franzoesischen Tastatur zu scheitern, die man in Belgien allerorten antrifft. ### Designed for Suse IBM und HP hatten schon früher auf Wunsch ihren Computern Suse- beziehungsweise Ubuntu-Linux beigelegt. Computer mit vorinstalliertem freiem Betriebssystem gab es bisher nur hier und da testweise, ansonsten nur bei kleinen spezialisierten Versendern. Jetzt liefert Lenovo Think Pads mit vorinstalliertem Suse aus. Immerhin der drittgrößte Computeranbieter der Welt. Daraus einen Durchbruch für Linux abzuleiten, griffe zu weit. Doch ein Schritt in einer heimlichen Revolution ist das durchaus. Diese heimliche Revolution auf den Bildschirmen wird vor allem durch die Computer in öffentlichen Verwaltungen, in Schulen und Universitäten weltweit vorangetrieben. Hier verbreitet sich Linux am schnellsten, und hier schließen die meisten Menschen letztlich Freundschaft mit dem PC - und "ihrem" Betriebssystem. Dabei müssen wir im Hinterkopf behalten, dass abgesehen von ein paar großen kommerziellen Software-Unternehmen (Red Hat und Novell/Suse) keiner Werbung für Linux macht. Nirgendwo laufen Werbespots, nur in ein paar speziellen Printmagazinen erscheinen großformatige Anzeigen. Dennoch versuchen immer mehr PC-Magazine mit Linux-Sonderausgaben Kompetenz auf diesem Feld zu beweisen. Der Erfolg von Linux - so gering er sein mag - ist kein Erfolg der Industrie, die uns etwas herunterwürgen will, das erstmal keiner nachfragt. Er kommt von Unten. Die User interessieren sich für Linux, die Industrie macht - noch - lediglich zögerliche Angebote. Unabhängig von allen Vorbehalten gegen Windows, derentwegen ich Linux verwende, erscheint mir das als das sympatischste am - noch - heimlichen Aufstieg von Linux. ### Mao im VW-Werk Erinnern Sie sich noch an Mao Tse Tung? Jeder Student - Pardon! Studierende im kommunistischen China - musste für eine gewisse Zeit aufs Feld oder in die Montage. Und auch im weiteren Berufsleben musste der feingliedrige Aparatschik aus dem Büro immer mal wieder die bleichen Gebeine bei Feldarbeit bräunen oder am Hochofen schwärzen lassen. Recht so! Das hat sich jetzt der Werkleiter des Volkswagenwerks in Baunatal bei Kassel, Dr. Hans-Helmut Becker, gedacht. Im September sollen alle 1400 Angestellten des Werkes für je eine Woche ans Band, heißt es in einer heute verbreiteten Pressemitteilung aus dem Werk. So seien allein im Getriebebau 200 Arbeitsplätze für die Schreibtischtäter und -täterinnen reserviert. Neue Ideen sollen sie mitbringen, wenn sie am Ende verschwitzt aus der Halle wanken, und seelig in ihre Bürostühle sinken. Und jetzt kommt's: Führungskräfte und Werkmanagement werden sich nicht drücken. Na dann, die Ärmel hoch gekrempelt, Dr. Becker. Hintergrund ist natürlich die anhaltende Kritik an mangelnder Abstimmung, die die Fertigungszeiten beim größten Autobauer der Welt unnötig verzögert. ### Copa Cabana der Verschwörungstheoretiker Der Sumpf, den die 9/11-Kommission des Kongesses in den USA durchpflügen muss, ist die Copa Cabana für Verschwörungstheoretiker. Da beklagten die Aufklärer der Nation, dass beispielsweise ein Luftwaffengeneral den Abschussbefehl für jene Maschine ausgegeben haben will, die später in Pennsylvania abstürzte - ### Gibson zu Gibstein Mel Gibson ist zum jüdischen Glauben übergetreten und heißt nun Mel Gibstein. Das berichtet der Borowitzreport heute. Der Star versuche auf diese Weise, den Vorwurf zu entkräften, er sei Antisemit, heißt es weiter. Doch auch für diesen Schritt erntete Gibson Argwohn. Immerhin gingen einer Konversion zum Judentum Monate oder Jahre des Studiums voraus, so die Kritik, und Mel Gibson habe diesen Schritt in der Rekordzeit von 45 Minuten getan. Darauf entgegnete ein Sprecher des Filmstars: "Das ist Hollywood! man kann vieles mit Special Effects machen!" ### Gibson sollte sich unter Kontrolle haben Hollywoodstar Mel Gibson ist nach einer Trunkenheitsfahrt gestoppt worden und hat die Polizisten, die ihn angehalten haben mit antisemitischen Parolen beschimpft. Während sich insbesondere jene, die "Passion of Christ" gesehen haben, noch fragen, ob Gibson in welchem Stadium Gibson wohl am ehesten zu antisemitischen Äußerungen neigt - trunken oder nüchtern -, hat Osama bin Laden dem Schauspieler Unterricht in Zornkontrolle angeboten. Wie der Borowitzreport berichtet, habe der meistgesuchte Terrorist der Welt über den arabischen Fernsehsender Al Jazeera gesagt: "Ich bin immer dafür, den Juden die Schuld für alles zu geben. Aber dieser Kerl ging zu weit." Bin Laden riet Gibson, in ähnlichen Situationen künftig die Luft anzuhalten und bis Zehn zu zählen. Antisemitische Äußerungen richte man auf arabisch aus der sicheren Höhle über Al Jazeera an die Welt, nicht wenn man von Cops gestoppt werde. ### Das Ende des Krieges in Uniform In einer kämpferischen Rede hat Britanniens Premier Tony Blair die Nation wachzurütteln versucht: Iran und Syrien müssen ihre Unterstützung für den Terrorismus einstellen, oder es setzt was. Was? Das teilte Blair im einzelnen nicht mit. Die Welt sei konfrontiert mit einer neuen Art des Krieges. Davor haben Fachleute schon gewarnt als 1982 die Hibollah im Libanon auftauchte. Diese Terroristen trachteten nur nach Blutvergießen und Unruhe. Zum Beispiel im Irak. Man möchte ergänzen: Überall dort, wo ein übermächtiger Gegner eine staatliche Ordnungsmacht zerschlagen hat oder erst keine entstehen lässt. Das ist der Fall im Irak, in den Palästinensergebieten und im Libanon. Syriens größter Beitrag zu einer starken Hisbollah besteht darin, dass es keine schlagkräftige libanesische Armee zugelassen hat. In den Irak haben nicht die Ayatollahs das Chaos einkehren lassen, sondern die Koalition der Willigen. Womit wollen wir Syrien oder Iran drohen? Krieg? Wir erleben gerade erst wieder, wie sich eine haushoch überlegene israelische Armee gegen eine Guerillatruppe blamiert, die mit russischen Raketen aus dem Zweiten Weltkrieg einen Krieg begonnen hat, die sich weigert anständige Uniformen zu tragen, ihre militärischen Einrichtungen als solche zu kennzeichnen und sich nach den Regeln des Kriegsrechts massakrieren zu lassen. Wenn die Israelis - vielleicht in zwanzig Jahren - wieder aus dem Libanon abziehen, dann ist die Hisbollah noch da. Das ist heute sicherer als vor den Bombenangriffen der Israelis. Es fällt leicht, gute Ideen zu haben, wenn man nicht dauernd Katjuscha-Raketen auf den Kopf bekommt. Aber die richtige Lösung wäre gewesen, gemeinsam mit der libanesischen Regierung ein Konzept zur Entwaffnung der Hisbollah zu entwickeln. Das hat Israel nicht getan, und deren Chef Nasrallah wird mindestens fünf Dankgebete dorthin schicken, wo ein solcher Verbrecher gehört zu werden meint. Blair und Bush können aus dem Irak und aus dem Libanon folgende Lehren mitnehmen: 1. Eine Ordnung ist eine Ordnung, auch wenn sie nicht nach den Prinzipien der amerikanischen Methodisten funktioniert. Selbst ein Unrechtsregime ist der Bevölkerung manchmal lieber als die Gefahr, wahllos auf der Straße abgeschlachtet zu werden. 2. Gegen einen Soldaten in Zivil funktionieren keine Nachtsichtgeräte, keine Satellitenaufklärung und keine intelligenten Waffen. Gegen einen Soldaten in Zivil ist der in der Uniform immer die dümmste Waffe. ### Gemeinnütziges WLAN in Boston Nicht ein Großkonzern soll flächendeckendes WLAN in der US-Metropole Boston finanzieren, sondern Spenden oder Kredite. So will es laut heise.de eine Expertenkommission. Wird das Modell umgesetzt und bewährt es sich gegenüber den kommerziellen WLan-Monopolen, die andernorts entstehen, dann markiert das eine kleine Revolution in unserem wirtschaftlichen Denken. In einem gemeinnützigen WLAN übt die Stadt Kritik am Gedanken, dass der Markt - repräsentiert durch die Telekommunikationskonzerne - gute Dienstleistungen zu günstigen Preisen garantiert. Allein für diesen Gedanken werden in Afrika, Asien und Südamerika ganze Staaten drakonisch abgestraft. Wenn ein gemeinnütziges WLAN in Boston Erfolg hat, dann wird man bald auch in London ungestraft behaupten können, dass das Wasser nicht schlechter und teurer sein könnte, wenn statt Thames Waters der Staat am Hahn säße. ### Fidel Castro übergibt Amtsgeschäfte Kubas Diktator Fidel Castro übergibt seine Amtsgeschäfte seinem Bruder Raul, vorübergehend, wie der greise Staatschef betont. Der 80-Jährige muss sich am Darm operieren lassen. Falls er nicht wie Ariel Scharon ins Koma fällt, muss man mit seiner Rückkehr rechnen. Seit seiner Machtübernahme 1959 war der greise Fidel Castro noch nicht einen Tag krank geschrieben, was für eine im Grunde eiserne Gesundheit spricht. Der Vergleich mit dem Krankenstand in deutschen Unternehmen zeigt: Das Klima in Kuba ist noch gesünder als das deutscher Kurorte. ### Plauer Fischer Jacobi Der Fischer Jacobi in Plaue bei Brandenburg an der Havel ist das Wasserfest der Region. Den optischen Höhepunkt setzt eine mächtige Lasershow zu Techno- und Rockklängen. Einen Eindruck vermittelt vielleicht meine neue Bildergalerie. Zu den Größenverhätnissen: Ganz rechts steht das Plauer Schloss und die kleinen Zacken vor der großen grünen Laserkerze sind kein Gras, sondern Zuschauer. ### Vista kommt, wenn es fertig ist Weihnachtsgeschäft verpasst, Börsenkurse im Keller. Microsoft hat den Erscheinungstermin seines neuen Windows Vista auf unbestimmte Zeit verschoben. Das meldete heute früh der Deutschlandfunk. Das Unternehmen hat den Erscheinungstermin des neuen Betriebssystems nicht bestätigt und die Börsianer mit den Worten beschieden: "Es kommt, wenn es fertig ist." Wer bis dahin nicht warten kann, dem empfehle ich Kubuntu-Linux. Auf KDE-look gibt es alles nötige, um KDE wie den Vista-Desktop aussehen zu lassen. Den angekündigten 3-D-Desktop, der Microsoft offenbar Probleme bereitet, gibt es bei Kubuntu allerdings nicht ab Werk. Dazu sollte der User zu Open Suse greifen. Da sind die entsprechenden Programmpakete enthalten. ### BEELINE-MUSIC.de Relaunched! Stundenlang mussten wir in klirrender Kälte Modell stehen, mussten für ein gutes Foto verbotene Dinge tun, Hochhäuser erklimmen und Cool gucken. Doch die Arbeit hat sich gelohnt: Die neue BEELINE-Homepage, das Aushängeschild unseres sympathischen gemischten vierköpfigen Tanzorchesters ist endlich, endlich online. ### Die auch noch ... Der Nahost-Gipfel in Rom fordert Israel und Hisbollah zum Waffenstillstand auf! Das ist wichtig, denn das hat ja bisher noch keiner getan. Ansonsten verpflichten sich die Teilnehmer zu allem, was die Uno schon das letzte Mal versprochen hat, als sie den abrückenden Israelis in den Süd-Libanon gefolgt ist. Die libanesische Regierung soll in die Lage versetzt werden, Hisbollah aus eigener Kraft zu kontrollieren. Davon war auch schon einmal die Rede. Funktioniert hat es nicht, weil Syrien gegen einen starken Libanon sein Veto eingelegt. Mit Syrien darf aber keiner verhandeln (Vollmitglied in George W. Bushs "Achse des Bösen"). ### Bundeswehr im Ausverkauf Nun ist es heraus: Auch im Libanon soll auf unbestimmte Zeit eine Friedenstruppe den behelmten Kopf hinhalten, und Bundesverteidigungsminister Jung (erinnern Sie sich? Roland Kochs Bauernopfer in der Schwarzgeldaffäre) hat schon den Finger gehoben: Wir sind dabei. Helfen wir dem Minister mal beim Zählen seiner versprengten Truppenteile: 7700 Soldaten dienen zurzeit außerhalb der Grenzen unserer gemütlichen Republik. Der größte Teil in Afghanistan, im Kosovo oder in Bosnien. Die penible Bundeswehr-Statistik führt auch jenen Einzelkämpfer an, der im Rahmen einer ominösen "AMIS" genannten Mission im Sudan hockt. Wehrpflichtige kann die Bundeswehr wohl kaum auf einen solchen Einsatz schicken. Bleiben - abgesehen von einigen Reservisten - nur die 187.713 Zeit- und Berufssoldaten. Nicht jeder von ihnen kann einfach so eingesetzt werden. Die Marinesoldaten würden in ihren blauen Leibchen ganz sich Heiterkeit erregen, wenn sie bei der KFOR landen würden. Etwa 70.000 Soldaten fallen also für Auslandseinsätze aus (Marine, Luftwaffe, Schreibstubenhengste auf der Hardthöhe). Ja, ich weiß, nicht jeder ist ein Zeitsoldat. Aber solch aufwändige Statistiken werden garantiert nicht von Wehrpflichtigen erstellt. Also gehen wir davon aus, dass unter den Entschuldigten die Berufssoldaten etwas stärker vertreten sind. Wieviele bleiben dann für Auslandsmissionen? 120.000? Jeder von ihnen bleibt ein halbes Jahr, dann ist das neue Auto oder das Eigenheim verdient und der Knacks weg und es geht heim zu Frau und Kindern, die einen dann oft nicht mehr wiedererkennen. Dann befände sich also jeweils ein Fünfzehntel der deutschen Streitmacht schon jetzt im Ausland. Ein so großes Kontingent ist in der Geschichte der Bundesrepublik noch in keinem Sommer in Urlaub gefahren. Wenn also Innenminister Wolfgang Schäuble nicht seinen Traum vom Inlandseinsatz der Bundeswehr angesichts leer gefegter Kasernen begraben möchte, dann sollte er seinem Kabinettskollegen Einhalt gebieten. ### ODF-Debakel in Word Wer geglaubt hat, Microsoft hätte den Kampf gegen das offene Dateiformat ODF aufgegeben und integriere ihn nun in sein Office-Paket, sieht sich getäuscht. Rob Weir hat das ODF-Plugin für das neue Word getestet. Hier sehen wir ein PDF von einem Dokument, wie es in Open Office als ODF geschrieben wurde. Und dies ist das PDF des Dokumentes, nachdem es in Word geöffnet wurde. Die Botschaft von Microsoft ist klar: Noch haben wir Macht auf dem Markt, und wir werden euch das neue Dokumentenformat so lange zu verleiden versuchen, bis es begraben oder wir begraben sind! ### Bush will Ferien US-Präsident George W. Bush hat die Konfliktparteien Israel und Hisbollah in scharfen Worten aufgefordert, die Kampfhandlungen einzustellen. Andernfalls gerieten seine Ferien auf seiner Ranch in Crawford, Texas, in Gefahr. Das berichtet der heutige Borowitzreport. Der Präsident sei zwar besorgt über die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten, doch größere Sorgen bereite ihm das Gestrüpp auf seiner Ranch, das den Sommer über unkontrolliert gewachsen sei. ### Im Kongo die Hosen voll Im Ernstfall sollen die deutschen Soldaten im Kongo Wahlbeobachter schützen. Aber wie können sie das, wenn sie die Hosen voll haben. Skandalöse hygienische Zustände sollen im deutschen Heerlager herrschen, berichtet die Netzzeitung. Aus den Toiletten quillt der Kot, da droht die Diarrhoe. Zwölf Duschplätze für die ganze Abteilung. Wenn solche Zustände anderswo nach einem Seebeben herrschen würde, stünden überall Spendenaufrufe in den Zeitungen. Und das kann sich immer noch als notwendig erweisen. Nämlich dann, wenn die Bundesregierung weiterhin unseren olivgrünen Heimatschutz schneller verleiht, als sie vor Ort die Leerung der Scheißeeimer sicherstellen kann. ### Erster Bürgerhaushalt der Stadt Kassel Mit einem Bürgerhausalt will die Stadt Kassel in ihrer Finanz- und Investitionspolitik einen neuen Weg beschreiten. Bei der Frage, wofür wie viel Geld im Rahmen des städtischen Haushalts ausgegeben werden soll, werden Bürgerinnen und Bürger in Zukunft mit in die Planungen eingebunden und erhalten damit auch mehr Verantwortung. Das ist die Zielsetzung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen, die jetzt umgesetz wird. Kassel bringe dafür gute Voraussetzungen mit, nachdem schon der Haushalt 2006 nach dem so genannten Doppik-Verfahren aufgestellt worden war, der die alte kameralistische Haushaltsführung abgelöst hatte, erklärte auch Stadtkämmer Dr. Jurgen Barthel. Um das Projekt insgesamt vorzustellen und die Grundlagen für die Erstellung eines Bürgerhaushaltes zu schaffen, wird nach der Verabschiedung eines Haushaltplanentwurfs durch den Magistrat in vier dezentralen, themenbezogenen Informationsabenden zum Haushalt der Einstieg in den Bürgerhaushalt eröffnet. Es werden dabei die Investitionsvorhaben, Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen debattiert. Der erste Termin zu den Schwerpunkten Jugend, Schule, Familie und Gesundheit ist am Dienstag, 12. September, 20 Uhr, in der Mensa der Offenen Schule Waldau. Eine weiter Infoveranstaltung findet am Freitag, 15. September, im Phillip-Scheidemann-Haus. Schwerpunkte dieser Diskussion sind Sicherheit und Ordnung sowie Bürgerservice. Es folgt eine Veranstaltung in der Georg-August-Zinn Schule am Montag, 25. September, 20 Uhr, zu den Schwerpunkten Verkehr, Umwelt, Stadtentwicklung und Bauen sowie die Ab-schlussveranstaltung im Bürgersaal des Rathauses am Mittwoch, 11. Oktober, 20 Uhr. Geplant ist, zu den Informationsveranstaltungen etwa rund 1000 Einwohner einzuladen, die mit Stimmkarten ausgestattet sind. Da nicht alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen können, soll jedem einzelnen erwachsenen Einwohner per Vorschlagsscheck die Möglichkeit gegeben werden, direkt Änderungsvorschläge für den Haushalt zu machen. Dazu werden in den Ämtern und Einrichtungen der Stadt Kassel mit Publikumsverkehr Rückgabeschecks ausgelegt. Die Stadtverordneten wie auch die Ortsbeiräte, die in Kassel Vorschläge zum Haushalt machen, können den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Arbeit nutzen. Der Stadtverordnetenversammlung wird am Ende des Verfahrens die abschließende Entscheidung zustehen, welche Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sie sich zu eigen machen und umsetzen will. Das sieht die Hessische Gemeindeordnung so vor. Pressemitteilung der Stadt Kassel ### Gnome macht Riesenschritt Der nächste Gnome-Desktop 2.16 wird endlich, endlich, endlich Dateirechte rekursiv vergeben können - das heißt für alle in einem Verzeichnis oder in einem Ordner befindlichen Dateien. Der andere große Linux-Desktop, KDE, kann das schon länger. Außerdem übernimmt Gnome ein bisheriges Alleinstellungsmerkmal von Red Hat: Ecurity Enhanced Liniux, kurz SELinux. Die vom US-Geheimdienst NSA erfundene Erweiterung des Linux-Kernels schränkt Benutzerrechte auf einem Linux-System stark ein. Es lässt Zugriffe von Programmen auf Dateien, die diese gar nicht benötigen, nicht zu. Was es hilft, müssen die Cracks beurteilen. Ich finde, es hebt das subjektive Sicherheitsgefühl. All diese neuen Features finden sich in der neuen Experimental-Version von Gnome, 2.15.4. ### Klinsi bleibt nachtragend So hartnäckig ihn Bild und Beckenbauer vor dem rauschhaften Fußballfest mit Häme überzogen haben, so entschlossen wehrt sich Jürgen Klinsmann gegen jeden Versuch, ihn für Deutschland zu vereinnahmen. Jüngstes Kapitel: Der Trainer lässt sich das Bundesverdienstkreuz mit der Post schicken. ### Wo ist die Roadmap zum Frieden Präsident George W. Bush wandte sich gegen Kritiker, die behauptet haben, seine so genannte Roadmap zum Frieden liege in Trümmern. Das berichtet der Borowitzreport in seiner heutigen Ausgabe. Nach Angaben des Präsidenten befinde sich die Roadmap zum Frieden im Handschuhfach des Friedens, heißt es weiter. "Ich weiß, wo sich die Roadmap zum Frieden befindet. Sie ist genau dort, wo ich sie gelassen habe", sagte Bush am Rande des G-8-Gipfels. Im Handschuhfach des Friedens werde die Roadmap zum Frieden aus Sicherheitsgründen auch bleiben. Auf die Fragen von Journalisten, wo sich das Handschuhfach des Friedens befinde, entgegenete Bush: "Das Handschuhfach des Friedens befindet sich in meinem Ford Explorer des Friedens." Von dort dürfe die Roadmap zum Frieden nur mit allergrößter Vorsicht entnommen werden, mahnte der Präsident. Einmal entfaltet, sei die Roadmap zum Frieden nur unter Schwierigkeiten wieder zusammenzufalten. Selbst Condoleezza Rice, die darin ziemlich gut sei, habe gelegentlich Probleme damit. ### Sterben mit Volker von Tronje Zur deutschen Sprache und Kultur sollten sich einbürgerungswillige Ausländer bekennen. Das forderten Unionspolitiker bisher schon. Neu ist die Geschichte. Auch dazu sollen sich einbürgerungswillige Ausländer bekennen. Dieser Vorschlag aus den Reihen der Unionsparteien überrascht: Bisher hatten vor allem Unionspolitiker sich nicht nur geweigert, sich zu unserer Geschichte zu bekennen, sie haben sich oft genug sogar geweigert, sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Zu was könnte sich ein Ausländer, der in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland lebt, bekennen? Suleiman Ö.: Ich bekenne - mein Vater hat NSDAP gewählt? Kaum vorstellbar. Aber wer sagt, dass er sich zur Täterrolle bekennen muss? Suleiman Ö.: Ich bekenne - mein Opa wurde ermordet? Das kann schnell passieren, wenn der neue Ausländerwahlkampf der Union von anderen politischen Kräften aufgegriffen wird. Der eifrigste christdemokratische Brandstifter Volker Kauder führt den Diskurs gar auf eine Gesellschaftskritik zurück: Weg mit dem ganzen individualistischen demokratischen Brimborium: Der Ausländer soll sich zur "deutschen Schicksalsgemeinschaft" bekennen. Musst du dich mit Nibelungenversen bei den Wagnerianern einschleimen, Volker? Gibt's für Generalsekretäre keinen anderen Weg zu Freikarten für Bayreuth? Aber vielleicht ist der sichere Tod ja die Richtung, die unsere wackeren schwarzen Ritter anstreben. Vielleicht ist das Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM ja nur ein Vorbote gewesen auf viel Schlimmeres. Foto: Wikimedia ### Grillen in der Musterkolchose Stell dir vor, George W. Bush kommt und keiner darf hin. So könnten wir den Besuch des mächtigsten Mannes der Welt in Mecklenburg-Vorpommern zusammenfassen. Fast 2000 Meter Zaun, so berichtet der NDR, sollen den Präsidenten vor allen unangenehmen Begegnungen schützen. Auf dem leeren Flughafen winkt Bush exklusiv für die Presse-Kameras und auf dem Marktplatz hat man 1000 handverlesene Jubelkomparsen aufgestellt. Ganz wie in alten Zeiten. Und genauso wie einst die SED-Oberen besuchte der Präsident die ehemalige Musterkolchose Trinwillershagen. Dort gibt's Wildschwein am Grill. Dazu hat man 50 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Kirche eingeladen, die sich mal von einem echten US-Präsidenten beschulterklopfen lassen wollen. Danach geht's ab in die Heia und dann weiter nach St. Petersburg. Zurück bleibt ein Land mit verschweißten Gullydeckeln, in dem so gut wie keiner den Präsidenten gesehen hat. Kosten der Grillparty unter Ausschluss der Öffentlichkeit: 12 bis 16 Mio. Euro. Prost. ### Pferd geklont - und der Jockey? Wer Erfolg hat, dessen Gene sind für die Fortpflanzung begehrt. Das gilt auch für das deutsche Reitpferd E.T. Mehr als ein Jahrzehnt dominierte E.T. mit Reiter Hugo Simon den internationalen Springsport. Aber: E.T. ist ein Wallach. Schon im zarten Alter von drei Jahren verlor er seine Männlichkeit. Deshalb hat ihn wie die Netzzeitung berichtet die französische Firma Cryozootech jetzt geklont, um seine Gene für folgende Sportpferdgenerationen verfügbar zu machen. Thomas Hartwig, Sprecher des Bundesverbandes für Pferdesport und Pferdezucht, bezweifelt den Erfolg der Aktion. Schließlich machten den Erfolg eines Pferdes nicht die Gene aus, sondern Ausbildung und Training. Heißt das, dass die Franzosen jetzt auch Thomas Simon klonen? ### Bye bye, Klinsi Einem der Hauptschuldigen kam die zweifelhafte Ehre zu, den Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu verkünden: DFB-Präsident Gerhard Meyer-Vorfelder. Kein Mensch kann Klinsi verdenken, dass er hinschmeißt. Keine Personalentscheidung, die der Verbandspräsident und andere Quadratschädel im DFB nicht kritisch zu kommentieren wussten, oder die Medien: Motivationstrainer? Neumodischer Schnickschnack! Das haben wir '54 doch auch nicht gebraucht. Schon kurz nach Klinsmanns Berufung zum Bundestrainer vor fast genau zwei Jahren, war klar: Auf den DFB konnte der Neue kaum zählen. Die Sportgreise um MV und Franz Beckenbauer diskutierten lieber öffentlich aus, wie lange sich der Jürgen jeweils in Deutschland und in den USA aufgehalten hat. Die Welt staunt - jetzt, da die WM vorüber ist -, dass wir ja gar keine nationalistischen rotgesichtigen Halbliterstemmer mit Pickelhaube sind. Keine Angst, liebe Welt. In den Reihen des DFB hat diese Spezies ein sicheres Refugium gefunden. Wenn die Griechen sich von Otto Rehagel getrennt hätten, weil der einmal zu oft zum Shoppen in Germany war, dann wären sie nie Europameister geworden. Der DFB sollte vielleicht einfach Sepp Herberger ausgraben und der Mannschaft an die Seite stellen. ### Jubel wie in der DDR Wenn US-Präsident George W. Bush heute abend Mecklenburg-Vorpommern besucht, dann wird er von einer ausgewählten Menge bejubelt werden. Nicht nur die Mecklenburger erinnert das auf ungute Weise an die Inszenierungen des SED-Staates. Siehe: Spiegel. ### Wie ein wilder Stier Als das WM-Finale vorbei war stand Zizou wahrscheinlich schon unter der Dusche. Zinedine Zidane hatte Rot gesehen, dem Italiener Marco Materazzi seinen Schädel ins Brustbein gerammt und dafür noch einmal Rot gesehen - von Schiri Elizondo. Wer es nicht gesehen hat, kann das hier nachholen. Große Frage: Was hat der Italiener zu Zidane gesagt, um ihn derart auf die Palme zu bringen? Wer's weiß: Bitte kommentieren. Mein Tipp: Er hat ihn "Locke" genannt. Nachtrag Die Tagesschau meint: Zizou hat's nicht bös' gemeint. ### Danke, das war's Das Fest der Feste ist vorüber. Die italienischen Fußballspieler dürfen jetzt einen ganzen Tag lang den geliehenen WM-Pokal mit Zärtlichkeiten verwöhnen, dann kommt er wieder in den FIFA-Safe, und die Italiener dürfen eine schnöde Gipskopie nachhause mitnehmen. Wenn wir ihnen dann das nächste Mal in einem WM-Turnier über den Weg laufen, werden sie einen Stern mehr auf den Leibchen haben als wir. Insgesamt ein spannendes Finalspiel, wenn man von Reinhold Beckmanns Kommentaren absieht. Wer die Augen geschlossen hat, konnte den Eindruck gewinnen, Beckmann kommentiere eine Übungseinheit der Equipe Tricolore. Minutenlang konnte der Chef-Kommentator des Ersten Spielzüge kommentieren, ohne einen einzigen Italiener zu erwähnen. ### Mehr Flic-Flac In einem zweiten Anleuf, ist es mir gelungen, die erste Halbzeit des aktuellen Fli-Flac-Programms zu sehen. So ist auch meine Flic-Flac-Galerie gewachsen. ### Das Schulklo gesprengt Eine schöne Beschreibung der Vorgänge um das, was einst als Gesundheitsreform geplant war: Am Dienstag und Mittwoch entfaltet sich ein großkoalitionäres Gerangel wie in einer spätpubertierenden Schulklasse. Gemeinsam haben die Achtklässler das Schulklo gesprengt. Jetzt macht der Rabauke Peter S. Klassensprecherin Angela M. dafür verantwortlich, dass sie nicht richtig Schmiere gestanden hat. Angela sagt, sie konnte nichts dafür, weil sie die Jungs vom Lande - Roland K., Jürgen R. und der sonst eher verlachte Streber Edmund S. - sonst verpfiffen hätten. Um Angela zu rächen, fällt der schwer verliebte, ansonsten harmlose Ronald P. dem Peter überraschend in die Parade und wirft ihm vor, dass er ohnehin nichts gebacken kriege und seine Mutter schlecht koche. Seitdem haben sich alle hinter umgekippten Pulten verschanzt und werfen mit Radiergummis, Stink- und Wasserbomben. Auszug aus Florian Güßken: Klinsmann muss Kanzler werden, in Stern-Online. Unbedingt lesen! ### Popel Angie Was würden uns doch für Kostbarkeiten entgehen, hätten wir keine Weblogs. Den 1000 Augen des Internets entgeht auch nicht eine Angela Merkel, die in der Nase popelt. In der 79. Minute des Halbfinalspiels zwischen Deutschland und Italien soll sich das zugetragen haben. ### Italien rächt Bruno Kommentar im Kondolenzblog für Bruno: “Mein ist die RACHE”,sprach der HERR…..DANKE ITALIEN,GOTT IST MIT DIR! Auch anderswo versucht man den Bären zu rächen, den die bayerische Landesregierung hat füsilieren lassen. Spiegel-Online berichtet von den "Rächenden Brunos", die norddeutsche Hochsitze umlegt. Mitarbeiter des bayerischen Umweltministeriums hätten sogar Morddrohungen bekommen. ### Du kommst hier nicht rein! Der Stralsunder SPD-Kreisverband hat den US-Präsidenten George W. Bush ausgeladen - sehr zum Entsetzen von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD). Außer Teilen der SPD wollen auch Grüne und Linkspartei gegen Bush demonstrieren. Selbst die Linkspartei-Minister in Ringstorffs Kabinett wollen dem US-Präsidenten lieber mit einem Transparent in der Hand gegenüber treten als ihm die Hand zu schütteln. Dabei eilt Bush seine sprichwörtliche Beliebtheit voraus. Schon jetzt steht fest, dass bei seinem Besuch vom 12. bis 14. Juli im Nordosten unseres Gemeinwesens Geschäfte geschlossen, Fenster verrammelt und Gullideckel verschweißt werden. Alles was groß genug ist, dass ein Terrorist darunter hocken könnte, wird umgedreht und kontrolliert werden. Entlang der Strecke seines Besuchs wird kein Loch offen bleiben, das für Lebewesen reicht, die die Größe einer Kellerassel übersteigen. Eine tolle Chance werde der Präsidentenbesuch in Meckpomm sein, sagt der SPD-Vorsitzende Till Backhaus. Recht hat er: Der Präsident kommt und Stralsund sieht so trostlos aus wie nach dem thermonuklearen Overkill. ### Gestrandet Eigentlich sollten die Brasilianer doch wieder daheim sein. Doch einige irren immer noch ziel- und hilflos durch unser kleines Gemeinwesen, und nicht alle von ihnen spielen in Europa Fußball, in Mailand, Rom oder Madrid. Es handelt sich um Gestrandete, zurückgelassen von der kriselnden brasilianischen Airline Varig, die mehr als die Hälfte ihrer Flüge von Europa in die Heimat gestrichen hat. ### Endstation Dortmund Jetzt ist es amtlich: Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist es nicht gelungen, die Gültigkeit meiner Bahncard über den 31. Oktober hinaus zu verlängern. Eine technisch weit überlegene italienische Mannschaft hat unseren Hurra-Kickern ihre Grenzen aufgezeigt. Zuspiele klappten selten so gut, dass die italienische Abwehr öfter in Gefahr geraten wäre. Die deutsche Abwehr ihrerseits hat sich lange hervorragend gehalten. Wenn die Italiener von Anfang an mit Del Piero und Totti gespielt hätten, dann hätte Deutschland noch viel höher verlieren können. Herzlichen Glückwunsch, Italien. ### Deutschland - Italien Xavier Naidoo jammert vor dem Anpfiff als ob die deutsche nationalelf nicht nur verloren hätte, sondern geschlossen Selbstmord begangen hätte. Xavier Naidoo ist schlimmer als ein 7:0 für Italien. ### Selbstbedienung im Schatten der WM Wenigstens zeigen unsere Regierenden Verständnis für den allgemeinen Missmut über die ... Na gut, nennen wir sie "Gesundheitsreform". Man muss sich das vorstellen. Kanzlerin Angela Merkel sagt uns: "Du, sorry, dass du das jetzt alles bezahlen musst. Mehr war einfach nicht drin, ohne dass meine Parteifreunde ihre Aufsichtsratsposten in der Pharmaindustrie und in der Versicherungswirtschaft verlieren." Die SPD verkauft uns mit stolzgeschwellter Brust als durchschlagenden Erfolg, dass Not leidende Gepiercte jetzt ihre Arztrechnungen selbst bezahlen sollen. Das gewährt tiefen Einblick in den Zustand unserer Parteiendemokratie. Anstelle einer schlagkräftigen Opposition blasen nun Provinzfürsten - hochgerüstet im Dauerwahlkampf - zum Sturm auf die Bundesregierung, oder die namenlosen Apparatschiks und Lobbywühler in den Parteiapparaten. Letztere sind die Gewinner der Gesundheitsreform: Die Krankenkassen haben immer noch keine breitere Beitragsbasis, die Apothekenpflicht und die Preisbindung für Arzneimitteln ist immer noch nicht gefallen. Das Gesundheitssystem ist immer noch der alte Selbstbedienungsladen, in dem jeder dem immer schmaler werdenden Häuflein der Beitragszahler in die Tasche greift. Deren Zahl wird weiter schrumpfen: So will der Staat in Zukunft die Krankenkasse für Kinder aus Steuern bezahlen. Das bekommen wir verkauft als den Übergang zu einem Gesundheitssystem, das dann endlich alle zur Kasse bittet. Dabei vergessen Kurt Beck und Co., uns darüber aufzuklären, dass der Staat auch für die Kinder von Privatversicherten aufkommt. Die Beitragsfreiheit für Kinder war immer ein entscheidender Wettbewerbsvorteil der Gesetzlichen Kassen vor den Privaten. Das ist nun dahin. Verständlich, dass sich unsere politische Klasse bemüht, diese ... vergessen Sie's: Dieses Wort kommt mir nicht über die Lippen ... noch vor Ende der Fußball-WM über die Bühne zu bringen. Das gibt einen bösen Kater, wenn wir siegestrunken oder deprimiert aus dem FIFA-WM-Stadion Deutschland wanken. ### Bahncard geht bis Ende Oktober Wenn ich richtig gerechnet habe, dann gilt meine Weltmeister-Bahncard mit dem Sieg Deutschlands im Viertelfinale der Fußball-WM bis zum 31. Oktober. Wenn nicht, werde ich wohl noch in diesem Jahr beim Schwarzfahren erwischt werden. Das Spiel selbst hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Liebe Argentinier, wer so schlecht verliert, der verliert zu Recht. Aber auch dieser Fisch stinkt vom anderen Ende. Schon vor dem Spiel hatten argentinische Medien die Parole gestreut: Wenn Deutschland uns schlägt, dann kann es nicht mit rechten Dingen zu gegangen sein. Zu sicher war man sich im krisengeschüttelten Argentinien, dass die Nationalelf dem Land sein gebrochenes Selbstbewusstsein zurückgeben würde. Die Attacken der argentinischen gegen die deutschen Spieler sind der erste wirklich hässliche Fleck auf diesem Fußballfest. ### Lesetipp: Linux geht in die falsche Richtung Das meint zumindestJem Matzan. Linux versucht nicht länger, etwas eigenes zu schaffen, sondern bemüht sich darum, so auszusehen wie Windows. Selbst auf einem Linuxdesktop ist man ohne eine leistungsfähige Drafikkarte aufgeschmissen, wenn man alle optischen Spielereien ausreizen will. Als Beispiel führt der Autor Open Office an, ein Programm, das mittlerweile fast alles kann - nur um mal eben etwas aufzuschreiben, taugt es nicht mehr. Ich selbst würde noch Evolution anführen, das "Wenn-ich mal-groß-bin-werde-ich-Outlook". ### Microfox Der neue Microsoft Internet Explorer rückt langsam näher. Mit nunmehr 1000 Bugs weniger, RSS-Tauglichkeit, Tabbed Browsing und Suchmaschineneingabefeld schaut er fast aus wie der sattsam bekannte Firefox-Browser. Bleibt für Klienstweich nur eins zu hoffen: dass die Firefox-Entwicklergemeinde jetzt so richtig schön lang in die Sommerferien geht. Sonst wird der neue Explorer noch ein halbes Jahr und etliche tausend Bugs später schon wieder ein alter Hut sein. ### Sensation in Tiflis (Georgien) Stalins Gebeine???? ### Tod eines Einwanderers Adieu, Bruno! Aber du lebst ja weiter, auch wenn dir ein mutiger Waidmann entgegengetreten ist, und dir aus einer Entfernung von 150 Metern mannhaft das Licht ausgeblasen hat. Deichbruch fordert im kommenden Viertelfinale gegen Argentinien Trauerflor für die deutsche Nationalmannschaft. Außerdem zitiert das Blog eine Todesanzeige, die dpa dieser Tage verbreitet, in der eine bayerische Familie Rache an der Wahlurne schwört. Wie John Dillinger, Robin Hood oder Dr. Kimble warst du, Bruno, auf der Flucht vor den vielen Hunden, die zwar des Hasen, aber niemals eines Bären Tod sein können. Die Republik zitterte mit dir und betete für dich. Je weiter weg von dir desto stärker. Nie hat das Schicksal eines einzelnen Migranten die Republik so bewegt wie das deine es tat. Dabei warst du keineswegs ein Mustereinwanderer. Im Ausländer- Einwohnermelde- oder Arbeitsamt hat man dich nie gesehen. Nein, was du zum Leben brauchtest stahlst du vom Felde. Dabei kamst du den Behausungen der Ureinwohner zu nahe. War es deine Schuld, dass der Bayer buchstäblich mit seinen Hühnern schlafen geht? Oder mit den Schafen? Schnell war das Urteil gesprochen: Ein normaler Bär tut das nicht. Aber was tut denn so ein normaler Bär? Und woher wussten das jene, die seit 170 Jahren keinen Bären mehr gesehen haben - außer im Zoo? Und warum wusstest du das nicht? Da ist viel zu tun in der Integration. Für den nächsten Bären wäre eine Art Staatsbürgerkunde sinnvoll, ein Unterricht, der dem Tier sagt, was es zu tun und vor allem zu lassen hat. Aber was hättest du mit einem Bärenknigge anfangen können, lieber Bruno? Du konntest ja nicht lesen. Schade eigentlich, denn wackere Bärenfreunde haben sogar ein Kondolenzblog für dich eingerichtet. ### Passat in die Werkstatt VW ruft 34.000 Passat zurück. Ein Fehler am Schwungrad der Kupplung kann das Auto beschädigen, heißt es. Wie gut, dass VW-Arbeiter bald für's gleiche Geld ein bisschen länger arbeiten dürfen, da haben sie Zeit den Fehler zu suchen. Und wenn VW weiter so konsequent am Ruf von Made in Germany sägt, geht die Nachfrage sowieso bald soweit zurück, dass man sich bei der Fertigung Zeit lassen kann. Foto: Volkswagen ### Verräter und Saboteure gesucht Da streckt sich Microsoft so heftig, um endlich mit der MSN-Internetsuche zum Marktführer Google aufzuschließen und dann das: Der amerikanische Student Andrew Hitchcock (20) behauptet, nicht einmal die Microsoft-Mitarbeiter benutzten das hauseigene Suchportal. Er will bei der Besucheranalyse seiner Homepage festgestellt haben, dass 80 Prozent der Besucher mit einer Microsoft-Domain über die Google-Suche zu ihm fanden. Mehr Vertrauen in das eigene Produkt hatten die Google-Mitarbeiter: Alle kamen über die Google-Suche zu Hitchcock. Das wird wohl disziplinarische Nachspiele im Redmonder Hauptquartier haben. Leider verheimlicht das Technik-Portal Xonio, das diese Meldung Vorgestern veröffentlicht hat, die fragliche Internetadresse. ### Wir fahren nach Berlin "Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!" Das skandierten die Sprechchöre in der Marburger Innenstadt nach dem gewonnenen Achtelfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Zentrum der Uni-Stadt ging für Stunden gar nichts. Polizeibeamte leiteten den Verkehr hinaus. Die Stadt gehörte den Feiernden. Der schönste Schlachtgesang, den die Fans sangen: Ihr seid nur ein Möbellieferant, ein Möbellieferant, ein Möbellieferant!" (zu singen nach der Melodie von Yellow Submarine). Weitere Bilder habe ich in einer Fotogalerie zusammengestellt. ### Die Fahne hängt im Wind Der neue deutsche Patriotismus, ist er gut? Das Winkelemente schwenken? Die Autokorsos? Die Medien meinen: Im Grunde, Ja! Endlich können auch die Deutschen ganz unbeschwert und in den Landesfarben eine gepflegte Party feiern und verblüffen dadurch nebenbei die ganze Welt. Dieser Meinung schließt sich in der Blogosphäre zum Beispiel auch Senf dazu! an. Andere Blogger weisen auf die Schattenseiten hin (kleinegoettin zum Beispiel), oder ihnen kommt im ganzen Fahnengeschwenke das einzige abhanden, auf das sie in Deutschland stolz waren: Dass der Deutsche nämlich eigentlich keine Fahne schwenkt (s.: Frog Blog). Während des gerade angepfiffenen Achtelfinales gegen Schweden liegt eine gespannte Ruhe über unserem kuscheligen Gemeinwesen - und die Fahnen hängen im Wind. Meine Meinung: Ich weiß gar nicht, ob der neue Patriotismus nicht gewaltig übertrieben ist. Ich könnte keine Deutschlandflagge hinaus hängen, ohne von den Nachbarn gelyncht zu werden. Und wenn ich den Wunsch äußere, nach einem Sieg unserer Elf im Autokorso mitzufahren, erklären mich selbst die Söhne meiner Freundin für pupertär. Ich glaube, dass die südländische Feierstimmung an das "Ja" zu Schwarz-Rot-Gold geknüpft ist. Haben wir nicht lange genug miesepetrig in unseren Wohnzimmern gesessen und neidvoll den Türken, Italienern, Franzosen, Spaniern, ja selbst den Schweizern beim ausgelassenen Feiern zugeguckt? Kompensiert haben wir das indem wir vornehm gesagt haben: "Wir sind da schon rausgewachsen." Aber damals gab es noch bis zum Tode 60 Prozent vom letzten Nettolohn und Zahnersatz auf Krankenschein. Und wir wussten: Wir sind was Besseres. Das ist Nationalismus, liebe Alt-68er! Jetzt gibt es nicht einmal mehr den Krankenschein, unser Schulsystem - so erfahren wir täglich - ist keineswegs besser als das in Italien, Frankreich oder England, das Pro-Kopf-Einkommen stieg in Frankreich im vergangenen Jahr doppelt so stark wie in Deutschland, und unser Musterländle ist ein Sanierungsfall. Aber wir haben die Welt zu Gast, und mit Überraschung stellen wir fest, dass wir bessere, freundlichere und begeisterungsfähigere Gastgeber sind als wir selbst es je für möglich gehalten haben. Ich glaube, dass dieser neue Patriotismus auch aus dem unbestimmten Gefühl herrührt, Im Zentrum von etwas Großartigem zu stehen, an dem die ganze Welt teilnimmt. Und zu dieser Atmosphäre tragen in der Tat wir alle bei. Dabei haben wir gänzlich unbemerkt etwas historisch Bedeutsames geschafft: Wir haben den Rechten Schwarz-Rot-Gold entrissen. Denen bleibt nur noch die Reichskriegsflagge, und die können sie behalten. ### Pasta ohne Pups Michael Ballack stürmt vor, umspielt zwei, drei gegnerische Mittelfeldler, stoppt, holt aus zum präzisen Pass auf Kloses Föhnwelle, da passiert es: Dem Gesäß des Superstars entweicht ein Pups, der Darm drückt, die Flanke geht - nun ja - in die Hose. Wer Weltmeister wird, entscheidet sich - auch - in der Küche. Denn nicht nur die Schweden, sondern auch die Flatulenzen können den deutschen Kickern im heutigen Achtelfinale Probleme bereiten. Der Italiener Saverio Pugliese bekocht die deutsche Nationalelf. Er pellt sogar die Tomaten, damit alle Energie in Schenkel und Wade strömen kann. Schließlich hat der Fußballer besseres zu tun als rote Zellulose zu verdauen. Der Stern hat dem Überläufer aus dem Land der Pasta ein schönes publizistisches Denkmal gesetzt. ### Stell' dir vor, es gibt Wal und keiner beißt rein Japan sei nun einmal eine Nation der Walesser, begründet die japanische Regierung ihre jüngste Offensive gegen das internationale Walfangverbot. Dabei, so hieß es heute in einer Reportage im Deutschlandfunk, verzehrte jeder Japaner im vergangenen Jahr nur 30 Gramm Walfleisch - ein verdammt kleines Stückchen Sushi. Am Preis könne es nicht liegen, hieß es im Deutschlandfunk weiter, Muskelfleisch von Moby Dick kostet im Supermarkt heute kaum mehr als Rindfleisch. Der Grund: Japan hat in den vergangenen Jahren immer mehr Wale gejagt - zu wissenschaftlichen Zwecken - und deren Fleisch auf den Markt gebracht. Ein Vorgehen, das von der internationalen Walfangkommission ausdrücklich erwünscht wird. Doch die Japaner essen einfach kein Walfleisch. Jetzt will die Regierung gar eine Werbeoffensive starten, um die Landsleute wieder auf den Geschmack zu bringen. Die Auseinandersetzung Japan gegen den Rest der Welt lässt sich also auf die Formel reduzieren: Nationalismus gegen Öko-Imperialismus. ### Flic Flac Fotos Premiere der neuen Flic Flac-Show in Kassel. Mir fehlen nicht nur die Worte, sondern auch die erste Halbzeit, weil ich den Anfangstermin verbaselt habe. Es wird jedoch wie beim Tennis einen zweiten Aufschlag geben. Der wird dann hoffentlich noch ein paar Fotos in meine Flic Flac-Fotogalerie spülen. Bis dahin viel Spaß mit einigen Appetithäppchen. Wer die Show noch nicht gesehen hat, sollte sich auf die Socken machen. ### Überleben dank Dörrobst Sie sind Soldat und wollen nicht in den Kongo? Nichts einfacher als das: Schieben sich Dörrobst in den Anus. Genau das haben wir uns unter den "entwürdigenden Ritualen" vorstellen, mit denen Unteroffiziere bei einer Falschirmjägereinheit der Bundeswehr "aufgenommen" werden. Spiegel-Online schildert uns das sehr detailliert. Ein Oberstleutnant Christian von Platen soll laut Spiegel gesagt haben, der momentane Sachstand mache bereits deutlich, dass bei dem Aufnahmeritual für Unteroffiziere, "das gesunde Maß bei weitem überschritten wurde". Was wäre das gesunde Maß? Frischobst statt Dörrobst? Es deute aber alles darauf hin, dass bei den obszönen Praktiken kein Zwang oder Gewalt ausgeübt wurde, sondern die Teilnehmer freiwillig handelten, soll der Offizier weiter ausgeführt haben. Nun ja, eh man auf einem Stück Seife ausrutscht... Jedenfalls soll die betreffende Einheit nun nicht wie geplant im Kongo eingesetzt werden. Das rettet den Übeltätern vermutlich das Leben und bestraft die Untadeligen. ### WM-Brötchen Als das WM-Spiel Deutschland-Costa Rica vorbei war und das Brötchen immer noch auf dem Teller lag, da war es diesem Ebayer klar: Das Brötchen muss Deutschland-Fan sein. Das WM-Brötchen ist der wohl skurrilste Auswuchs der WM-Begeisterung bei Ebay. ### Zurück in die Kleinstaaterei Die Koalition hat sich geeinigt: Die Föderalismusreform kommt. Das bedeutet: Keine bundesweite Anerkennung von Schulabschlüssen mehr, und über die rote Ampel fahren wird von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich teuer. Man fragt sich, warum Bismarck in zwei blutigen Kriegen das Reich einigen musste, wenn wir 150 Jahre später wieder zur Kleinstaaterei übergehen. Nicht wegen großer Anliegen, sondern wegen kleinlicher Wahlkampfrethorik von aufgeblasenen Provinzfürsten. Die Politik hat längst erkannt, dass die Probleme unserer Zeit nicht auf nationaler Ebene gelöst werden können, also probieren wir's einfach mal auf subnationaler Ebene. Hoffentlich hält die Umwelt noch eine Weile durch, bis alle 16 Bundesländer das Kyoto-Protokell ratifiziert haben. Todesstrafe? Kein Problem! Die Bundesländer finden sicher noch einen Weg, auch in Verfassungsfragen Bundesrecht auszuhebeln. Aber wenigstens reden dafür die Bundesländer nicht mehr dazwischen, wenn die Bundesregierung den X-ten Anhang zur Straßenverkehrsordnung (Befestigung von Sitzgelegenheiten auf landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen) verabschieden will. Die Bundespolitik rückt ein Stück weiter weg vom Bürger und mit ihr die Vernunft. ### Favoritensterben Eigentlich sollte dieser Blog fußballfrei bleiben. Aber die Ereignisse der zurückliegenden Woche fordern Opfer. Einer der größten Fußballer aller Zeiten hat gestern gegen Südkorea höchstwahrscheinlich ein unrühmliches letztes Spiel gemacht. Zinedine Zidane hat die zweite gelbe Karte gezogen, viele Zweikämpfe verloren und selten geglänzt. Frankreich ging in der ersten halbzeit in Führung und kickte dann nur noch vor sich hin. In der 80. Minute erzielten die Koreaner den Ausgleich. Anschließend versuchten die Franzosen mit der Brechstange das Siegtor herbeizuführen - erfolglos. Frankreich befindet sich damit in guter Gesellschaft: Auch die Brasilianer sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, und selbst den Italienern droht nach ihrem Unentschieden gegen die USA die vorzeitige Heimreise. England ist wahrscheinlich durch, hat aber Fußball zum Abgewöhnen gezeigt und war für den Auftaktsieg auf ein Eigentor von Paraguay angewiesen. Auch für Fußballer wie Ronaldo (Brasilien) oder Totti (Italien) ist diese WM höchstwahrscheinlich die letzte. Wohl keiner von denen hat die Herzen der Fußballfans so erobert wie Zidane, der bescheidene Fußballmillionär. Er hätte einen besseren Abschied verdient. ### Mozilla im Fadenkreuz Mit zunehmender Verbreitung der freien Internetbrowser aus dem Hause Mozilla (Firefox, Mozilla, etc.) geraten diese auch ins Fadenkreuz der Programmierer von Schadprogrammen. Davor warnt Heise in einer Meldung von Heute. Surfer werden auf ein Seiten umgeleitet, die Schwachstellen in älteren Versionen ausnutzen, um Spyware einzuschleusen. Da die Weiterleitung über ein Java-Script geschieht, empfiehlt Heise die Verwendung der Erweiterung NoScript, die eine Ausführung von Skripten nur für vertrauenswürdige Internetseiten zulässt. ### Blick aus dem All jetzt auch für Linux Picasa hat den Anfang gemacht, jetzt steht auch Google Earth für Linux zum Download. Das Programm steht für die Stärken von Google. Wer hätte gedacht, dass es Leuten Spaß macht, sich ihr Reihenhäuschen aus dem All anzuschauen? Welcher Google-Konkurrent hätte in die Entwicklung eines solchen Angebotes investiert? Zur Popularität von Google tragen solche Programme ganz wesentlich bei. ### Systemwechsel Untaugliche Newsreader, Bugs im E-Mail-Client der PIM-Suite Evolution, und so weiter... Vor allem die fehlerhaften Programmpakete können das Leben mit der aktuellen Version 6.06 (Dapper Drake) von Ubuntu-Linux verleiden. Für mich ein Grund, noch einmal zu Platz 2 meiner Linux-Favoritenliste, Fedora Core 5, zu wechseln. Siehe da: Evolution fehlerfrei und auch der wohl ausgereifteste Linux-Newsreader Liferea verrichtet klaglos seinen Dienst. Der Ubuntu-Version war es nicht beizubringen gewesen, eine Nachricht im Browser zu öffnen. Hoffen wir, dass sich die Dinge bei Ubuntu wieder verbessern. ### Was macht Kuba anders? Der Wirbelsturm Alberto rast auf die Küste Floridas zu. Diesmal will die US-Regierung alles richtig machen. Vorsorglich hat man schon vor dem Katastrophenzustand gewarnt. Das erfahren wir heute aus den Nachrichten im Deutschlandfunk. In einem Nebensatz erfahren wir, dass Alberto gestern schon über den Westen Kubas hinweggezogen ist. Warum hört man nie etwas von Katastrophen auf Kuba? Haben tropische Stürme ein Herz für das letzte sozialistische System auf diesem Planeten? ### Computer Clips Einige hundert Linuxdistributionen listet das Portal Distrowatch. Wer sich einen ersten - äußerlichen - Eindruck vom Linux seiner Wahl verschaffen will, sucht Screenshots auf Osdir.com. Das gibt es jetzt auf Kurzfilmchen. Natürlich auch Erste Eindrücke vom neuen Windows Vista. ### Katze für Allergiker Sie ist ja soooo schmusig, aber ich musste sie trotzdem einschläfern lassen. Ich hab' ja diese Allergie. Schwere Stunden wie diese will ein amerikanisches Biotech-Unternehmen geplagten Katzenliebhabern ersparen. Die allergiefreie Katze soll im kommenden Jahr Marktreife erlangen und dann 4000 Dollar kosten. Sie kann die allergieaulösenden Eiweiße in Speichel und Fell nicht produzieren. ### DVB-T: Das Billigste ist nicht immer preiswert Gewissen Kommentaren entnehme ich, dass die Umstellung des Fernsehens in Hessens auf den Digitalstandard DVB-T Opfer gefordert hat. Auch mich ereilte das Schicksal: Seit dem 29. Mai blieb meine Glotze schwarz und stumm. Heute unternahm ich den Versuch dies zu ändern: Gegen 17.30 Uhr stürmte ich den örtlichen Saturn-Markt. Erster Versuch: eine Set-Top-Box von SEG (DTR 605) zum Preis von 69,90 Euro. Er musste sein Können an einer handelsüblichen Zimmerantenne (mit Verstärkung bis 35 dB) beweisen. Ergebnis: Ruckelnd hopsten die Kicker von Schweden und Trinidad & Tobago auf gewürfelten Beinen über den Bildschirm. An Sendern bekam das Gerät gerade ZDF, KiKa und 3Sat. Frust machte sich breit. Schnell packte ich das Gerät wieder zusammen und sauste noch einmal zum Elektronikmarkt zurück. Austausch gegen ein TechniSat-Gerät (DigiPal 2) für 108 Euro inkl. Antenne. Der Erfolg war bahnbrechend. ARD, ZDF, HR, MDR, NDR, WDR, ZDF Doku, Phoenix ... und so weiter. Alles gestochen scharf und nur in den Regionalprogrammen manchmal mit minimalen Störungen. Das Billigste ist nicht immer das Preiswerteste. Die beiliegende Antenne zog allerdings gegen meine alte den Kürzeren. ### Angela Merkel spricht und keiner sieht zu Peinliche Panne: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht zum ersten Mal per Video-Podcast zum Volke und ausgerechnet der Windows Media Player, der meistverwendete Player im Netz, weigert sich der Kanzlerin Worte in die virtuelle Welt hinaus zu tragen. Die Real-Media-Version ist kein Problem. Wer sich's antun will: Machen Sie sich gefasst auf gähnend staatstragende Sätze im Wort-zum-Sonntag-Ton. ### Teenie-Töne Junge Menschen hören Töne, die ältere selbst bei konzentriertem Hinhören nicht mehr wahrnehmen können. Nach einem Bericht der Netzeitung machen sich das mittlerweile Handyton-Anbieter zu nutze, aber auch Geschäftsleute, die Jugendliche von ihrerer Ladentür fernhalten wollen. Problem: Neun Millionen Teenager haben heute schon einen Hörschaden. Wer mit der Frequenz der Teenie-Abwehrtöne weit genug herunter gehen will, wird in deutschen Innenstädten eine Lärmkulisse schaffen, die einem Posaunenchor entspricht. ### Letzter Aufruf Noch zwei Mal werden Marco und Jochen wach, heißa dann ist Weltmeisterschaft - und Stromausfall - und außerdem hat Jochen just vor dem Fußballfest das Rauchen aufgegeben - und da ist nicht gut Kirschen essen - und ... Ach wissen Sie was, gucken Sie's sich doch selbst an: Spiel mir das Lied vom Tor, die Comedy zur Fußballweltmeisterschaft. 9. Juni, 16 Uhr, Theaterstübchen, Kassel. ### Willkommen, Dapper Drake Fast sah das nach einem dramatisch inszenierten Auftritt aus: Im April sollte das neue Ubuntu-Linux kommen, und dann dauerte es ganze sechs Wochen länger. Sein Name ist Drake, Dapper Drake, und das ist schlimm genug. Deshalb wollen wir die neue Version bei ihrer Dienstnummer rufen: 6.06 LTS. LTS steht für Longterm Support. Ein halbes Jahrzehnt lang soll das neue Ubuntu mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Aber Name hin, Verzögerung her: Das Warten hat sich gelohnt. 6.06 bietet nicht wie 5.10 (Breezy Badger) mehr oder weniger nichts außer neuen Programmversionen und ein wenig Kosmetik. Zum ersten Mal legt Ubuntu ein regelrechtes Artwork vor (sind das Tango-Icons?), eines, das sich nicht auf kackbraune Tapeten im Hintergrund beschränkt. Man mag da verächtlich auf Äußerlichkeiten verweisen. Aber ich habe auch Debian an diesem Wochenende eine Chance gegeben. Das war aber nicht einmal in der Lage, mein Wlan zu erkennen, brachte dafür aber eine Menge überflüssigen Krimskrams mit und sah nach nichts aus. Ich sitze sehr viel am Computer und will mich daran wohlfühlen. Da liegt mir Ubuntu näher. Mein heiß geliebtes Redhat-Artwork habe ich zwar installiert, benutze es derzeit aber gar nicht. Der Upgrade hat - wieder einmal - nicht funktioniert. Also: CD herunterladen. Das neue CD-Image ist Live- und Installationsmedium gleichzeitig. Über ein Icon wird der Installationsprozess eingeleitet. Die Prozedur verläuft vorbildlich intuitiv. Einmal mehr kommt hier der entscheidende Ubuntu-Vorteil zum Tragen: Auch Dapper enthält nur das, was 95 Prozent der Computeruser brauchen, kein Programm mehr. Neu dabei ist das Ekiga Softfon. Einen gewaltigen Sprung vorwärts hat Automatix gemacht. Das Skript installiert per Mausklick alle Multimedia-Anwendungen, die Ubuntu ab Werk fehlen. Jetzt besitzt es endlich eine aufgeräumte grafische Oberfläche. Vorsicht: Das Skript fragt ganz harmlos, ob der Besitzer die Änerungen am Quellenverzeichnis (Sources.list) übernehmen möchte. Diesem Anliegen habe ich zugestimmt. Die neuen Quellen hat aber Synaptic nicht mehr auslesen können. Ich musste mir eine neue Sources.list besorgen. Kein großes Problem für mich. Den Neuling kann es aber in arge Schwierigkeiten bringen. Hier gehört ein deutlicher Hinwei hin, der den Benutzer davon abhält, die Einträge zu übernehmen. Ein weiteres Manko: Mein gewohnter Newsreader, Straw, erkennt keinen Browser mehr. Da ist vielleicht schon was dran, an den Vorwürfen aus der Debian-Community, dass Ubuntu zwar schicker daherkommt, aber auch mehr Bugs hat als ein Debian. Egal: Wozu hat man Linux. Die Auswahl an Newsreadern ist groß. Meine Wahl fiel auf Blam. Noch zwei Dinge möchte ich loben: 1. Über Automatix lässt sich Seamonkey installieren. Es gibt genug Freunde der alten Mozilla-Suite (ich zähle mich dazu), die sich darüber freuen. 2. Andererseits fällt ein wichtiger Grund für Mozilla gegenüber Firefox weg: Firefox 1.5 läuft in der Dapper-Distro deutlich stabiler als der nachinstallierte 1.5 aus Breezy. Fazit: Ubuntu ist schöner, an den richtigen Stellen aufwändiger und noch anwenderfreundlicher geworden. Dabei ist der neue Gnome-Desktop 2.14 deutlich flinker als der 2.12 von Breezy. Das hatte ich allerdings schon bei meinem Ausflug zu Fedora Core 5 festgestellt. Der Upgrade von Breezy auf Dapper lohnt sich also schon deswegen, weil er Komfort bringt und gleichzeitig das System entlastet. Meine Favoritenlist bleibt also unverändert: 1. Ubuntu 2. Fedora 3. Debian Sarge 4. Suse 5. Debian Etch ### Wenn der Schaumkuss ruft ... .. dann greift der Autor dieses Tagesbuches auch mal zum Ball. Damit enden meine Randnotizen vom Landeskirchentag meiner Landeskirche. ### Wertegarten Der Wertegarten hoch über den Dächern von Gelnhausen gehört zu jenen Ereignissen des Landeskirchentages, die sich problemlos in einer Fotogalerie ohne Worte darstellen lassen. Hier hatten Künstler christliche Werte in Installationen umgesetzt. ### Gut gerüstet zum Himmelfahrtskommando Die Bundeswehrsoldaten sind gut ausgerüstet für den Einsatz im Kongo. Das sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung heute der Netzzeitung. Jeder Soldat bekam fachkundige Beratung bei der Erstellung eines Testamentes. Außerdem soll eine Bibel zum Marschgepäck der deutschen Soldaten während der Kongo-Mission zählen. Damit kehren nun auch auf dem Schlachtfeld wieder christliche Werte in Kraft. ### Der Fisch stinkt nicht vom Schwanz Damit ein Massaker wie das von Haditha nicht noch einmal vorkommt, bekommen die US-Truppen im Irak nun Ethikstunden. Das berichtet BBC. Nun stinkt der Fisch natürlich nicht vom Schwanz. Wer hat denn die Soldaten so lausig vorbereitet auf solch ein Himmelfahrtskommando geschickt? Wer hat ihnen erzählt, dass alles so sein würde wie 1945 mit den Deutschen (damals die Achse des Bösen)? Dass man nur den Diktator absägen müsste und dann braucht man nur Kaugummi für die Kinder und Feinstrumpfhosen für die Frauen? Kurz gesagt: Wann bekommen George W. Bush, Condi Rice und Donald Rumsfeld Ethikunterricht? Noch dringender: Wann bekommen sie ein Hirn? ### Notizen aus der Provinz "Die großen Entscheidungen im Leben werden aus Liebe getroffen." So verschlägt es sogar einen Stadtmenschen aufs platte Land - oder hier in Nordhessen auch mal ins Mittelgebirge. Gerade wenn Sie Stadtmensch sind, werden Sie helle Freude haben an Mein Leben in der Provinz. Anthropologische Betrachtungen über Menschen und Brauchtum auf dem Land. Kleine Kostprobe gefällig? Bitte sehr: „Ach, das ist ganz einfach. Du gehst erst mal die Straße runter und dann an der Ecke, wo der Schreiber Lennart früher gewohnt hat – da wohnt jetzt glaub ich der Enkel vom Marie – der Lutz oder Fritz, der beim VW schafft und die Modellflugzeuge baut“ „Nein“ fällt der Papa der Mama ins Wort, „da wohnt doch jetzt der Lumpi, der Sohn von der Hanni, jedenfalls gehste an der Ecke rechts rein. Und dann, wo der Henner Schorsch seinen Garten hat, da gibt’s einen Fußweg. Da geht’s den Berg runner. Beim Danzer Karl gehste links und dann ist es das dritte Haus mit der großen Scheune, direkt neben dem Haus vom Lisbeth.“ „Könnt ihr mir nicht die Straße und Hausnummer sagen?“ Das konnten meine Schwiegereltern in spe leider nicht. Die Straßenschilder sind hier nur für die Auswärtigen angebracht, kein Eingeborener beachtet sie. ### New Orleans sinkt BBC berichtet heute: Einige Gebiete der Stadt New Orleans senken sich schneller als ein Inch (2,54 cm) pro Jahr. In der ohnehin zum Großteil unterhalb des Meeresspiegels liegenden US-Metropole werden sie zu "Todesfallen" warnen Experten. ### WM im blauen Dunst Was Amsterdam dem Kiffer, das droht Deutschland dem Raucher zu werden. Das Rauchen im öffentlichen Raum - in Westeuropa und den USA längst mehr oder minder verboten - bleibt in Deutschland erlaubt. Nun steht die Fußball-WM vor der Tür und unsere dem Rauch entwöhnten Nachbarn fallen in unsere verräucherten Gaststätten ein. Die EU und die Weltgesundheitsorganisation WHO fordern von Deutschland Gesetze gegen das Rauchen. Eigentlich überfällig, denn auch die meisten Deutschen sind Nichtraucher. Bisher unterscheiden staatliche Regelungen jedoch meist nur zwischen Rauchern und Mitrauchern, statt Nichtrauchern. ### Picasa für Linux Linux bietet eigentlich alles kostenlos. Programme wie Open Office oder die Bildbearbeitung Gimp stehen ihren kommerziellen Verwandten kaum nach, sind ihnen in einigen Funktionen gar überlegen. Nur für ein Programm gab es nie eine Open-Source-Alternative: Picasa. Das Google-Tool findet jedes Bild auf dem Computer. Es bietet einfache aber für den Hausgebrauch völlig ausreichende Bildbearbeitungsmöglichkeiten, und es ist idiotensicher in der Anwendung. Endlich, endlich auch richtig für Linux! ### Old Shatterhands Haus Die Straße, in der dieses Haus steht heißt Karl-May-Straße und das aus gutem Grund. Es handelt sich um die Villa Shatterhand, Karl Mays ehemaligen Wohnsitz in Radebeul. Hier stehen neben Einrichtungsgegenständen natürlich Silberbüchse, Bärentöter und Henrystutzen. Sehenswert ist auch die Villa Bärenfett, ein Blockhaus im Garten des Anwesens. Sie enthält eine Ausstellung über Lebensweise und Kultur der nordamerikanischen Indianer - und erzählt die Wahrheit über die Schlacht am Little Big Horn. Viel Spaß beim Umsehen in meiner Fotogalerie. ### Alles in Handarbeit Diesen Eindruck vermittelt die Meißener Porzellanmanufaktur. Angeblich geschehen bis heute 70 Prozent der Produktion in Handarbeit. Wer hinreist, kann in einem Rundgang den Entstehungsprozess der kostbaren Stücke nachverfolgen, dem ich eine Fotogalerie gewidmet habe. In freundlichen, hellen Räumen zeigen Mitarbeiter, wie kleine Flügelchen an kleine Engelchen geklebt werden und wie ein Zwiebelmuster auf den Teller kommt. Artig staunend erfährt das Publikum, dass die Porzellanrohmasse auf dem Weg durch die Brennöfen etwa ein Sechstel seiner Größe verliert. Die wirkliche Produktion vollzieht sich gleichwohl anderen Orts, denn wenn eine Besuchergruppe von einem Raum in den nächsten gewechselt ist, dann legen die netten Damen und Herren flugs den Pinsel aus der Hand. ### Die Schlacht im Lößnitzgrund Soldaten, Banditen, Indianer. Alle Jahre wieder gegen Ende Mai feiert Radebeul seinen größten Sohn mit dem Karl-May-Fest. In den Schießereien geht es dabei bisweilen beängstigend authentisch zu. Die letzten Fotos in der Galerie stammen aus dem Indianerlager. Wer das besuchen will, braucht festes Schuhwerk und einen langen Atem. Ein kilometerlanger Aufstieg aus dem Lößnitzgrund hinauf in luftige Höhen über Radebaul steht ihm bevor. Wenn es - wie an diesem Wochenende - geregnet hat, dann gerät der Abstieg leicht zur Schlammrutschpartie. ### Die Tauben von Dresden ... ... sind gar keine Tauben, sondern Spatzen. Dem sonoren Gurren anderer Plätze in anderen Großstädten setzt die Elbmetropole eine Geräuschkulisse entgegen, die an eine Freiflugvoliere im Vogelpark Walsrode zur Fütterung erinnert. ### Urlaub Liebe Leserinnen, liebe Leser, mein kleines Internettagebuch verabschiedet sich mit seinem Autor in die Ferien. Mein Schweigen werde ich nur brechen können, wenn mir unterwegs ein Internetcafé begegnet. Am folgenden Wochenende werde ich mich wieder melden. Voraussichtlich am Sonntag, 28. Mai, begrüße ich Sie und euch alle mit einer Fotogalerie aus dem schönen Dresden und - hoffentlich - einigen lustigen Geschichten. Cheerio Wolff von Rechenberg ### Eurovision Song Contest Gerade rechtzeitig zum rumänischen Beitrag reingezappt: Bauerntechno vom Balkan. Stimme des Sängers geht in Ordnung, der Song nicht. Zum Ende der Nummer  noch schnell ein Tonartwechsel. Da hat sogar der Komponist vor der selbst verzapften Langeweile kapituliert. Der Moderator zählt das Lied gleichwohl zu den Favoriten. Mir wird schlecht. Es folgt Bosnien: Schönes Lied zu akustischen Instrumenten. In Landessprache, daher chancenlos. Litauen beweist mit einer zu spät geborenen Van Halen-Nummer, dass Rumänien im Wettbewerbskriterium Langeweile noch zu schlagen ist. Einer der Sänger sieht aus wie mein Geldberater bei der Sparkasse. Mir ist immer noch schlecht. ### Linus Torvalds bei CNN Der große Erfolg von Linux beruht auf der Zusammenführung von Technik und Ideologie. Das sagte Linux-Erfinder Linus Torvalds dem US-Nachrichtenkanal CNN. Torvalds sagte, es habe auch freie Software vor Linux gegen, aber Linux habe den technischen Anspruch mit einem ideologischen vereint und dadurch die Sichtweise auf freie Software verändert. Er verglich die Offenheit von Linux mit dem wissenschaftlichen Prozess. Auch dort würden Entwicklungen offen und für alle überprüfbar dargelegt, im Unterschied zu Alchimie und Hexerei. ### Die Akte JJ2 Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet wurde ein Braunbär gesichtet. Forscher rechnen damit, dass er in die Bundesrepublik einwandern wird. Der letzte deutsche Braunbär soll 1835 bei Ruhpolding erlegt worden sein. Foto: Wikimedia Commons Während der Biologe schon frohlockt, wiegt der Beamte bedächtig das sorgenumwölkte Haupt. Der Bär würde ja aus Österreich einwandern, also über einen sicheren Drittstaat. Damit verlöre er jeden Anspruch auf Asyl. Anders sähe die Sache aus, wenn der Bär ein waschechter Österreicher wäre. Dann stünde ihm als EU-Einwohner natürlich freie Wahl von Wohnort und Arbeitsplatz zu. Damit wäre der Bär einer von uns. Bis auf wenige Ausnahmen: Er verfügt beispielsweise weder über aktives noch passives Wahlrecht bei der Bundestagswahl. Mit Hochdruck arbeiten Experten an der Identifizierung des fraglichen Tiers. Die Netzzeitung berichtet wörtlich: "Derzeit wird eine DNA-Probe analysiert, die Aufschluss über die genaue Herkunft des Tieres geben soll. Man vermutet, dass es sich um JJ2 handelt. Dieser Bär war bereits im letzten Jahr in der Schweiz und in Tirol beobachtet worden." So heißt er also? JJ2? Könnte man doch nur alle wanderwilligen Südländer so genau verfolgen... Nach dem Gentest wird man sehen müssen, ob die Akte JJ2 sich zu einem Fall für die Ausländerbehörden entwickelt, oder zu einem für das Einwohnermeldeamt. Noch ein Ziel hat die Überprüfung des genetischen Fingerabdrucks von JJ2: Man weiß, wohin man den Bären abschieben muss, wenn ein möglicher Asylantrag abgelehnt würde, woran überhaupt kein Zweifel bestehen kann. Papiere hat JJ2 natürlich keine dabei, aber das ist man ja von Zuwanderern gewohnt: Einfach den Perso aufessen, um dem deutschen Staat die Abschiebung schwer zu machen. Wenn er Bleiberecht erhielte, wenn er also EU-Ausländer wäre oder irgend etwas kann, was wir gerade brauchen (Programmieren? Spargel stechen?), dann könnte er natürlich auch die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. In diesem Fall müsste er alle deutschen Mittelgebirge und alle Zuflüsse der Donau mit Namen kennen, er müsste detaillierte Kenntnisse der deutschen Geschichte besitzen und die deutsche Sprache gut genug beherrschen. Dann wollen wir ihn gern bei uns aufnehmen. Bei Österreichern haben wir uns damit ja nie schwer getan. Dem prominentesten zugewanderten Österreicher haben wir seinerzeit sogar die Staatsbürgerschaft hinterhergetragen, weil er sonst nicht unser Führer hätte sein können. Der war übrigens auch braun. ### Aufregung im Disneyland Ein ehemaliger Regierungssprecher wie Uwe Karsten Heye sollte wissen, was los ist, wenn er farbigen WM-Besuchern davon abrät, nach Brandenburg zu reisen - unabhängig davon, ob er Recht hat oder nicht. Die Wellen schlagen hoch: Die Brandenburger sehen ihr sicherlich ehrenhaftes Engagement gegen rechte Gewalt untergraben. Einige andere bestätigen, was auch Ausländer in Deutschland wissen: Es gibt Gegenden, die man meidet. Das weiß man auch im Ausland, denn Reisewarnungen kursieren beispielsweise auch in Afrika. Was mich zum Kotzen bringt, sind die Schäubles dieser Welt, die um ihr Disneyland fürchten, das sie für die WM-Besucher aufbauen wollen: Die Welt zu Gast bei Freunden. Dabei haben 30 Jahre Ausländer-Raus-Wahlkämpfe der Union keineswegs dazu beigetragen, in Deutschland eine weltoffene Gesellschaft zu fördern. Beispiel Einbürgerungsdebatte: Der Einbürgerungswillige soll Sprach- Geschichts- und was weiß ich für Kenntnisse vorweisen. Dabei ist die Debatte so überflüssig wie ein Kropf. Generationen von Innenministern haben in den vergangenen Jahren immer wieder erstaunt festgestellt, dass die Nachfrage nach der deutschen Staatsbürgerschaft gegen Null tendiert. Selbst bei Migranten der dritten Generation, deren Eltern bereits hier zur Welt gekommen sind. Wen wundert das? Angesichts politischer Diskussionen, in denen die Unionsparteien a priori einen Lehrsatz immer vor sich hertragen: Der Deutsche will keine Ausländer! ### Linux wird kinderzimmertauglich Die Spielekonsole GP2X läuft mit Linux, taugt neben dem Spielen fürs Betrachten von Fotos und Filme sowie als Musikplayer. Die Vertreiber nehmen für die Linux-Konsole bessere Bild- und Tonqualität in Anspruch als sie beispielsweise Sonys PlayStation aufweist. ### Skandal: Journalisten arbeiten für Geld! Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Peter Struck, hat heute früh im Deutschlandfunk Journalisten vorgeworfen, sie würden "Informationen gegen Geld veräußern". Der Ex-Verteidigungsminister wurde von dem Sender zu dem Vorwurf befragt, der Bundesnachrichtendienst hätte unter anderem Journalisten bespitzelt. Wie gut, dass Strucki mich nicht meinen kann. Ich arbeite immer ehrenamtlich. Fragen Sie meinen Verleger. ### Ganz Deutschland für einen Euro Hartz IV-Empfänger sollen bei Daimler die E-Klasse bauen. Grund: Seit vergangenem Herbst hat Daimler-Chrysler 7800 Stellen abgebaut. Jetzt beginnt die Urlaubszeit, und da wird es dünne an den Bändern. Was sich wie ein Witz anhört, steht bei Spiegel-Online, und daher muss man es wohl glauben. Die Nachricht passt zur vernichtenden Bilanz der rotgrünen Arbeitsmarktreformen: Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse, die Ein-Euro-Jobs schießen ins Kraut und der Verwaltungsaufwand gleich mit. Drehen wir den Gedanken weiter: Wir stehen morgens auf, frühstücken Muckefuck (Bohnenkaffee ist unerschwinglich geworden). Wir stempeln im Bus die Fahrkarte ab, die wir jeden Monat von der Arbeitsagentur geschenkt bekommen, und fahren an unseren Ein-Euro-Job. Selbstverständlich ist der Busfahrer Ein-Euro-Jobber. Fast alle sind Ein-Euro-Jobber. Den Staatsdienst haben die meisten sich gleichwohl anders vorgestellt. Wir fahren mit etwas Wehmut im Herzen, weil wir heute unseren letzten Tag in diesem Ein-Euro-Job haben. Danach müssen wir wieder auf unseren unbequemen Plastikstuhl auf dem ungastlichen Flur der Arbeitsagentur. Dort sitzen wir dann und hoffen, dass uns der nette Arbeitsvermittler (Sie ahnen schon: Ein-Euro-Jobber wie wir) den nächsten befristeten Ein-Euro-Job vermittelt. Na, jedenfalls sitzen wir am Fenster, sehen die Stadt an uns vorüber ziehen. Im Radio laufen die Nachrichten: Die Kanzlerin mahnt, dass die Inlandsnachfrage zu schwach ist, und wir müssen uns ein bitteres Lachen verkneifen. Das verkneifen wir uns schon deshalb, weil wir schon im zarten Alter von 37 Jahren keine Zähne mehr in der Kauleiste haben. Wer hat schon Geld für die Dritten? Immerhin hat die Politik Zahnersatzimporte aus China gestattet, damit sich wenigstens Zahnersatz leisten kann, was von der Mittelschicht noch übrig ist. Im Büro angekommen, werden wir rührseelig verabschiedet. Der Geschäftsführer (Jahreseinkommen: 238 Mio. Euro, privat versichert, neben dem Prokuristen der einzige Festangestellte in der ganzen Firma) lobt unsere Arbeitsmoral und schenkt uns eine Flasche Faber-Sekt. Wir sind gerührt, weil in unseren Einkommensschichten Leimschnüffeln sonst das einzige erschwingliche Suchtmittel ist. Nach dem 12-stündigen Arbeitstag fahren wir wieder nach Hause und freuen uns, dass das Leiden bald ein Ende hat, weil die durchschnittliche Lebenserwartung in der Unterschicht (ca. 73,4 Prozent der Bevölkerung) mittlerweile auf 43 gesunken ist. Der Verstand geht noch etwas früher, wegen der Leimschnüffelei. Und dann wird es doch noch ein schöner Tag: Im Radio hören wir, dass wir jetzt Einkaufsgutscheine erhalten - geschenkt! Wahnsinn! Die Regierung will den privaten Konsum dadurch stützen. Wer soll das eigentlich bezahlen? Egal! Die Drei-Prozent-Defizit-Grenze der EU haben wir schon im vergangenen Jahr ums Zehnfache überschritten. Aber wegen der Gutscheine wird der Staat am Ende noch Unternehmen besteuern müssen und den Geländewagen-Freibetrag für Spitzenverdiener streichen. Wir wiegen unser Haupt und fragen uns angstvoll, ob das nicht dem Standort Deutschland schadet. Der steckt ernsthaft in der Krise. Zwar kehren massenweise Unternehmen aus China zurück, weil wir mittlerweile das einzige Land auf dem Planeten sind, in dem der Steuersatz zu niedrigen Einkommen hin ansteigt. Aber alle Wirtschaftsverbände kritisieren drei Dinge bei uns: 1. Die katastrophale Inlandsnachfrage. 2. Das schlechte Ausbildungsniveau. Die Schulen sind schlecht, weil dort unterrichtet, was auch immer gerade für einen Euro die Stunde parat steht. Die Studiengebühren liegen hoch im vierstelligen Bereich, und mittlerweile muss man selbst für einen Ausbildungsplatz in einer Bäckerei Geld mitbringen. Außerdem meint die Industrie, Ausbildung sei Aufgabe des Staates. 3. Den schlechten allgemeinen Gesundheitszustand. Die Krankenkassen sind schon vor Jahren in Konkurs gegangen. Außerdem schnüffeln wir ja alle Lösungsmittel. Deshalb hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium eine Kampagne gegen das Leimschnüffeln gestartet. Motto: "Lass dich nicht leimen - lern' saufen und rauchen". Prost! ### Fehlstenstschidungst Kevin Kuranyi raus und dafür Nobodies wie David Odonkor oder alte Recken wie Jens Nowotny und Oliver Neuville rein in den WM-Kader? Da stockt der ganzen Nation der Atem und selbst die Online-Redakteure von Stern.de zeigen Nerven. ### Zitat Harald Schmidt bei Sabine Christiansen zur Reichensteuer: "Ich glaube, ich muss nach Karlsruhe, weil die Reichensteuer mich nicht betrifft." ### Achtung Liberale! Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke, mehr Energie aus Kohle, Zugeständnisse bei Ökosteuer und begrenzte Umweltauflagen für Großkonzerne. Was ist das? Die FDP auf Umweltkurs. Die vor die Wand gefahrene Hurra-Modernisiererpartei sucht nach einem neuen Profil. Wir können nur von Glück sagen, dass Westerwelle & Co. sich nicht auf die Friedenspolitik spezialisieren wollen. Denn dann droht uns der Dritte Weltkrieg. ### Britney Spears bedroht die Welt Als Sängerin abgemeldet, als Schauspielerin vom eigenen Schauspiellehrer öffentlich demontiert, bleibt Britney Spears nur ein Ausweg: Sie unterwandert die Schlagzeilen mit einem neuen Kind. Mit Erfolg. Selbst den Borowitzreport hat die Pop-Ikone geentert. In Oslo habe ein wissenschaftlicher Kongress sich mit den Auswirkungen der schnellen Vermehrung von Britney Spears und Kevin Federline befasst. Diese werde spätestens im Jahr 2030 die globalen Ressourcen strapazieren, schreibt Andy Borowitz. Wenn Sie des Englischen mächtig sind, dann lesen Sie selbst nach. Wenn nicht, lohnt sich der Englisch-Kurs in der VHS allein für den Borowitzreport. Übrigens: George Bushs Umfragewerte sind die schlechtesten Bewertungen, die er seit dem Studium in Yale bekommen hat. ### Kampf der Burka Mit Schuluniformen will die bayerische Staatsregierung den Kampf gegen die Burka aufnehmen. Ganz sicher ist die Burka ein schlimmes Problem an bayerischen Schulen. Da sitzen die Lehrer in Altötting bestimmt schon ganzen Gruppen dieser verhüllten Frauengestalten gegenüber. Und weil die auch den für Ausländer verpflichtenden Deutschunterricht schwänzen, kann er die Damen nicht einmal ansprechen, um zu sehen, ob wirklich sie da drunter stecken oder nur ein Besenstiel. Das folgende Bild zeigt bayerische Schülerinnen in der neuen bayerischen Schuluniform beim bayerischen Einbürgerungstest. Foto: http://www.willisms.com/archives/2005/09/auf_wiedersehen.html ### Lied vom Tor im Finale Jochen und Marco haben es mit Spiel mir das Lied vom Tor beim Kasseler Comedy-Preis bis ins Finale geschafft - und auf die Titelseite des regionalen Anzeigenblattes Extra Tip. Die entscheidung fällt am Dienstag, 9. Mai, um 20 Uhr im Starclub Kassel. ### Microsofts Abstieg in die Welt der Konkurrenz Verschicken Sie mal eine Datei im RTF-Format. Wenn Sie den Adressaten Tage später zufällig beim Kegel treffen, wird er sagen: "Sag mal, was hast du mir denn da geschickt? Da stimmten ja die Seitenwechsel gar nicht. Und überhaupt: Immer, wenn ich was einfügen wollte, dann hat sich die Schriftart verstellt". Sie werden den armen Mann vielleicht darauf hinweisen, dass Microsoft sich nach Kräften darum bemüht, dass kein Weg an einer aktuellen Word-Version und dem DOC-Format vorbei führt. Zwecklos. Der Mann ärgert sich vielleicht, wenn er seine alten Dokumente mit dem neuen MS-Office-Paket nicht mehr öffnen kann. Aber nichts, gar nichts ist für ihn schlimmer als aus der Welt von Microsoft ausgeschlossen zu sein. Theoretiker des freien Marktes stehen angesichts dieser Einstellung vor einer harten Nuss: Die üblichen Zusammenhänge von Qualität, Nachfrage und Preis scheinen hier nicht zu greifen. Der Kunde bleibt beim teuersten - und schlechteren - Produkt. Ganz egal, wieviel Kopfzerbrechen ihm das bereitet. Die Vernunft greift nun ausgerechnet an einer Stelle ein, wo man sie nicht erwarten sollte - im Öffentlichen Dienst. Dort ist es nicht (mehr) egal, wieviel ein Programmpaket kostet, und die Verwaltungen müssen auch Schriftstücke lesen können, die Jahre zuvor entstanden sind. Es waren diese Überlegungen, die den US-Bundesstaat Massachusetts dazu bewogen hatten, auf das freie Dokumenten-Format ODF zu wechseln. Mittlerweile ist ODF mit dem ISO-Standard geadelt. Damit endet das Diktat des Quasi-Monopolisten Kleinstweich. Und jetzt kommt es noch dicker: Für das Office-Paket liefert Microsoft eine Open-Document-Erweiterung. Man glaubt die Microsoft-Entwickler bis hierher mit den Zähnen knirschen zu hören (Jedenfalls gefällt mir diese Vorstellung). Diejenigen, die bisher die Standards gesetzt haben, müssen sich nun auf andere einstellen. Weil aber die Unsicherheiten beim Dokumenten-Austausch entfallen, entfällt mit jedes Kaufargument für das Microsoft-Office. MS wird sein am meisten überteuertes Produkt am Ende künftig zu marktfähigen Preisen anbieten müssen. ### Grausam: Einbürgerungstests für Ausländer! Grausame Einbürgerungstests müssen Ausländer jetzt über sich ergehen lassen. Fest steht: Ein Ausländer, der zu uns gehören will, muss ein besserer Deutscher sein. Er muss sich beispielsweise in der deutschen Geschichte auskennen. Zum Vergleich: Schon vor vielen Jahren schrieben deutsche Hauptschüler, Adolf Hitler habe Krieg gegen die DDR geführt. Unser Musterausländer muss die deutsche Sprache beherrschen - dazuh wil ich mich kar nich eußan - und er darf keine Strafe über 90 Tagessätzen vorweisen. Das Praktische daran: Ab 90 Tagessätzen taucht eine Strafe im polizeilichen Führungszeugnis auf. Wenn die Einbürgerungsbehörde auch geringfügigere Delikte berücksichtigen wollte, müsste sie ein etwas ausführlicheres Zeugnis bestellen. Das kostet jedoch 26 Euro - doppelt soviel wie das einfache Führungszeugnis. Wir dürfen davon ausgehen, dass eine Verschärfung der Einbürgerungsbestimmungen in diesem Sinn erst nach der Mehrwertsteuererhöhung kommt. Dafür sollen die Neuausländer ein feierliches Gelöbnis ablegen. Fotos: Oben: Aus einer Rezeptsammlung mit lecker Bratwurscht. Unten: Wikipedia. ### China rüstet auf! Alle schauen derzeit auf China, aber so recht vertrauen will ihnen keiner. Vielleicht muss sich ja deshalb das Reich der Mitte aus dubiosen Wegen mit Kriegsmaterial versorgen. Ein chinesischer Geschäftsmann hat jetzt einen Kampfjet bei Ebay ersteigert. Angeblich aus tschechischer Fertigung. Aber, wer weiß? Vielleicht entledigt sich ja auch die US Air Force ihrer überzähligen Museumsstücke per Online-Auktion? ### 1:0 für die Vernunft Es gibt keinen Markenschutz für den Begriff Fußball WM 2006! Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe jetzt entschieden. Das heißt: Es gibt einen Gott, und er hat ein Herz für Nachwuchscomedians. Denn auch Herr Grigat und meine Wenigkeit haben das Wörtchen "Fußball-WM" in der Werbung für unser Programm "Spiel mir das Lied vom Tor!" verwendet und waren schon drauf und dran, unsere Trikots bei Ebay feilzubieten, um die Abmahnung bezahlen zu können. ### Der Mittelstand ein Robbenbaby? Interessiert es Sie, warum die EU-Richtlinie für Softwarepatente gescheitert ist? Joachim Wuermeling, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hat die Antwort: ,,Eine geistige Bewegung", die ,,dem Freakbereich verbunden" sei und sich mit dem "Antifaschismus im Internet" vereint habe, hat "den Mittelstand irregeführt"! Was ist der Mittelstand? Ein Kampfbegriff konservativer oder liberaler Politiker. Zunächst einmal ist er Mittelmaß. Das ist nichts Ehrenrühriges. Der Mittelstand hat sich eben angestrengt, hat es aber nie zu etwas Nennenswerterem gebracht als - naja - Mittelmaß. Sein Vorteil besteht darin, dass er nicht soviel Moneten hortet, nicht im Schwitzkasten gieriger Aktionäre steckt. Das macht ihn als Sympathieträger interessant. Wer hätte schon Sympathie für Siemens oder Daimler Chrysler? Geschweige denn Mitleid. Denn wann immer Politiker vom Mittelstand sprechen, meinen sie etwas Ehrliches, Schützenswertes. Der Mittelstand ist das Robbenbaby der konservativen Politik, das den Betrachter mit den melancholischen Kuhaugen eines wackeren Bäckermeisters anschaut. Der Mittelstand muss ständig geschützt werden. Von allein ist er nicht lebensfähig, das haben konservative Politiker ihrer eigenen Klientel so lange vorgebetet, bis diese es geglaubt hat. Jetzt fühlt sich der Mittelstand schon selbst wie der deutsche Auerhahn - irgendwie ausgestorben. Und die Politiker können als Beschützer des Mittelstandes die Früchte ihrer Arbeit einfahren. Dabei stehen unsere Volksvertreter eher auf den Lohnlisten der Großindustrie - der Erbfeind des Mittelstandes. Auf jeden Fall kann man dem Mittelstand nicht böse sein. Nicht einmal, wenn er seine aufrechtesten Beschützer verrät und sich in die Arme von "geistigen Bewegungen aus dem Freakbereich" wirft. Dieses von Dr. Wuermeling entworfene Szenario ist neu. Ein Schulterschluss zwischen Mittelstand und autonomen Bombenlegern und Öko-Freaks? Das hat es noch nicht gegeben. Ich mag mir das auch nicht recht vorstellen. Schuld daran sind die Freaks und Antifaschisten (kritischer Umgang mit Faschismus scheint Herrn Dr. Wuermeling nicht zu liegen). Sie haben den Mittelstand "irregeführt". Und der Mittelstand? Der fällt auf langhaarige Freaks herein, die ihm sagen: "Ey, du, Sotwarepatente sind jetzt irgendwie ganz scheiße!" Glauben Sie das? Damit kommen wir zu dem, was konservative Politiker vom Mittelstand halten: Sie halten ihn für blöd. Naja vielleicht nicht ganz blöd. Sagen wir: Sie halten ihn nicht für klüger als sich selbst. ### Tschernobiblis Am Vorabend des Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, meldet Spiegel-Online Zwei Lecks in Biblis. Zwei Messleitungen im Reaktoroldie sollen leck gegangen sein. Ein Sicherheitsrisiko sei das aber nicht, und Radioaktivität sei auch nicht ausgetreten, meldet das hessische Umweltministerium. Warum beruhigen diese Worte eigentlich so wenig, wenn sie von einem CDU-Ministerium abgesondert werden? ### Segen für das Kondom Der Vatikan will HIV-Infizierten den Gebrauch von Kondomen gestatten. Das ist eine bahnbrechende Neuerung. Schließlich setzte noch Johannes Paul II. auf sexuelle Enthaltsamkeit zum Schutz vor Aids. Nun heißt es, der Vatikan arbeite an einem Papier zu diesem brisanten Thema. Die gläubigen Katholiken unter den HIV-Infizierten werden sich dennoch gedulden müssen: Um anzuerkennen, dass die Erde rund sei, hat der Heilige Stuhl runde fünf Jahrhunderte gebraucht. ### Nie wieder Denton, Texas Woher sollte ein Musiker wie Salim Nourallah kommen? Algerien? Falsch! Aus Alton im US-Bundesstaat Illinois, und dumme Sprüche über seinen Namen konnte er schon in der Schule nicht leiden. Damals in den frühen Siebzigern, in El Paso und in Denton, Texas, das er gehasst hat. Aber immerhin ist Salim damals zur Musik gekommen. Country? Wieder falsch! Salim Nourallahs musikalische Heimat ist Liverpool. Die Beatles haben den texanischen Jungen tief geprägt. Wer's nicht glaubt, höre Nourallahs gerade erschienenes wunderschönes Album „Beautiful Noise“. „The Appartment“, der fünfte Song des Albums könnte durchaus eine John Lennon-Komposition sein, die aus Platzgründen nicht mehr auf das Weiße Album der Beatles gepasst hat. Spätestens an dieser Stelle wundern wir uns nicht mehr, wenn wir auf seiner Internetseite (www.salimnourallah.com) erfahren, dass eben dieses Weiße Album, die Lieblingsplatte des texanischen Songwriters ist. Aber auch andere Einflüsse kann er nicht verleugnen. Mindestens genauso viel steckt von den Smiths und The Cure („No Guarantee“, „All Waste The Days“) in „Beautiful Noise“. Und dann dieses vermaledeite Denton, Texas! Salim Nourallah hasst es nach eigenem Bekunden bis heute. Aber ausgerechnet in Songs wie dem als Single ausgekoppelten „The World Is Full Of People Who Want To Hurt You“ klingt genug amerikanische Weite durch, um den Song in die Schublade New Country einzusortieren. Im Songwriting hält „Beautiful Noise“ stets Weltklasseniveau, auch wenn das Mellotron manchmal ein wenig nervt. Wenn Sie mit Salim Nourallah in Urlaub fahren, werden Sie am Flughafen vorbeifahren, nur um die CD nicht abstellen zu müssen. ### Flausen unter dem Goldhelm Der Glaube soll es richten. Das meint Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Sie will mit den Kirchen einen Weg finden, Erziehung wieder stärker an christlichen Werten zu orientieren. Aber an welchen? Aufklärung und Verhütung verboten? Großartig! Millionen von Jugendlichen werden an den Klapperstorch glauben und sich mit Aids infizieren, weil Kardinal Lehmann die Kondomautomaten abhängen lässt. Wir dürfen gespannt sein, was unter dem gestrengen Haarkleid der früh vergreisten Ministerin noch alles gedeiht. Wenn es der Mutti der Nation in den Kram passt, lernen wir auch wieder, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat. Für religiös-fundamentalistische Äußerungen wie die unserer Familienministerin wäre der iranische Präsident Ahmadinedschad vor den UNO-Sicherheitsrat zitiert worden. ### bin.laden@home Außerirdische und Terroristen haben eine Menge gemeinsam: Viele Menschen glauben, welche gesehen zu haben, aber wie genau ein Alien/Terrorist genau auszusehen hat, darüber streiten die Gemüter. Vielleicht liegt es daran, dass die Suche nach beiden Spezies so schwer ist. Die stärkste Waffe der Aliensucher: das Hubble Weltraumteleskop. Problem: Die Leistung der besten NASA-Computer reicht nicht aus, um alle Daten zu verarbeiten. Helfen soll Seti@Home. ungezählte Computerneutzer stellen Rechenleistung zur Verfügung, um im All nach den Spuren von E.T. zu suchen, und haben dabei 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit gespendet. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus könnte ähnliche Maßnahmen erfordern. Vor allem dann, wenn die europaweite Vorratsspeicherung von Telekommunikationsdaten für 24 Monate kommt. Die österreichischen Mobilfunkunternehmen sammeln täglich zwischen 60 und 100 Millionen Datensätze. Von der harmlosen SMS - "Schatzl, geh' I' komm heut' später" - bis zu infamen Terrorvorhaben - "Hallo Achmed! Steig isch heute mit Atombombe in Rrrriesenrrrad in Prrraterrrr". Das sind pro Jahr 36,5 Milliarden Datensätze. Und das in Österreich, wo es in guten Wintern mehr Touristen als Einheimische gibt. Allein Deutschland hat aber schon zehnmal mehr Teenies, die Klingeltöne downloaden! Alle 400 Millionen EU-Bürger könnten demzufolge das 50fache verklingeln, -smsen und -surfen! Wir sprechen von 1,825 Billionen Datensätzen. In zwei Jahren dürften zwischen 3 und 4 Billionen Datensätze zusammenkommen. Das sind 30 bis 40 mal mehr Datensätze als es Galaxien im Universum gibt. Wie könnte das neue Projekt heißen, das diese gewaltigen Datenmengen abarbeitet? Bin Laden@Home? Eine heimelige Vorstellung: Während der Junior illegal Filme aus dem Netz lädt oder Papa Zehn-Sekunden-Pornos genießt, geht der Intel Dual Core Prozessor klammheimlich alle SMS durch, die der Nachbar in den vergangenen zwei Jahren geschrieben hat. Noch etwas haben Alien- und Terroristenjäger gemeinsam: Sie wissen nicht wirklich, was genau sie eigentlich suchen sollen. 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit hören sich gut an, lieber Verfassungsschutz, aber gefunden hat Seti@Home noch nicht einen Außerirdischen. Und Ihr fangt gerade erst an! ### Ein Tag mit Fedora Core 5 Kein Zweifel: Das Artwork ist ein ganz dickes Pfund des "freien" Red Hat-Linux. Die Icons, die Schriften... Fedora - damals Core 3 - war mein erstes Linux. Ein einfacher Einstieg war es nie. Dafür war Fedora cool. Das Chamäleon von Suse wirkt im Vergleich altbacken. Außerdem hat Fedora nie ein Hehl daraus gemacht, dass es ein Linux ist. Nicht wie Suse, Linspire oder andere, die so aussehen wollen, dass der User möglichst gar nicht merkt, dass er den gewohnten Boden von Windows verlassen hat. Ich habe mit Core 3 harte Kämpfe gehabt, bis ich es meinen Wünschen angepasst hatte. Geblieben ist - auch in meiner Ubunut-Zeit - eine heimliche Liebe zu Fedora. Inzwischen gibt es Core 5 mit dem heiß erwarteten Gnome-Desktop 2.14. Da Mark Shuttleworth die Ubuntu-Gemeinde fleißig weiter vertröstet - ich will auf der Ubuntu-Seite nichts mehr lesen von verlässlichen Release-Zyklen! - bin ich fremd gegangen. Die Installation habe ich mit dem "RescueCD"-Image gestartet (nur 77 MB). Wie in der Installationsanweisung beschrieben mit "linux askmethod". Wenn man die Netzinstallation wählt sollte man folgendes wissen: Die Installationsdatei liegt auf den Mirrors nicht im Verzeichnis "iso", sondern im Verzeichnis "os". danach läuft alles so reibungslos wie bei der Netzinstallation von Debian. Böse Überraschung beim Neustart: Fedora hatte irgendetwas an den Rechten in meinem Homeverzeichnis verwürgt. Kurzer Hilferuf bei Google verhallte ergebnislos. Also: Dateien auf die USB-Festplatte schaufeln, Home-Verzeichnis beim nächsten Versuch mit partitionieren. Danach lief alles. Fedora erkannte Soundkarte, WLan auf meinem Think Pad R50e und verlangte nur bei der Monitorauflösung manuelle Nachbesserung. Jetzt begann der steinige Weg durch das Dickicht der Rechte. Hier zeigt der Gnome-Desktop seinen gravierendsten nachteil gegenüber KDE. Eine Rechtevergabe, die alle Unterverzeichnisse umfasst, gibt es im Gnome-Dateimanager Nautilus immer noch nicht! Der "chmod -R"-Befehl auf der Konsole hilft zwar, aber intuitiv und anwenderfreundlich ist das nicht! Nachbessern!!!!!!!!!!!!! Vieles hat sich seit Core 3 getan: YUM, der Paketmanager von Red Hat, hat mittlerweile ein grafisches Interface bekommen und das zur Installation vorgeschlagene Desktop-System ist schlank und sinnvol, wie es das seit Ubuntu zu sein hat. Dennoch hat Ubuntu die Nase vorn, wenn es um Anwendernutzen geht. Eine vergleichbar intuitive Integration von Netzwerk und Internet sucht man bei Fedora vergebens und YUM bleibt gegenüber dem genialen Debian-Tool Synaptic ein schwerfälliges Monster, das überdies beim Starten manchmal einfriert. Ein weiterer Vorteil von Ubuntu liegt in der Entscheidung für den "sudo". Wer beispielsweise beim Bearbeiten von Dateirechten einmal ständig zwischen Anwender und Administrator hin- und herwechseln muss, lernt das "sudo"-System schätzen. Fazit: Im Augenblick läuft Fedora Core 5 noch auf meinem Computer. Aber der Abend ist ja noch lang. Fedora hat seine Stärken: das Artwork, die topaktuellen Programmversionen und eine große Usergemeinde. Für den Anwender, der einfach nur auf dem PC arbeiten will, gibt es aus meiner Sicht keine Alternative zu Ubunutu. ### Frog up Fedora Wer eine vollkommen freie Linux-Distribution wie Ubuntu oder Fedora auf seinem PC betreiben will, stößt mit der ersten DVD an Grenzen. Die erforderlichen Multimedia-Programme installiert der Ubuntu-User mit dem Automatix-Script. Das Gegenstück für Fedora heißt Frog. ### Wenigstens versucht Keine Linux-PCs mehr bei Real, das gab der Discounter jetzt bekannt. In den neuen Bundesländern hatte Real PCs mit vorinstalliertem Linspire-Linux verkauft. Zahlen gibt es nicht, aber der Absatz muss wohl mäßig gewesen sein. Schade. ### Großer Abgang Die Größe eines Menschen kann auch im Verzicht liegen, im Absagen und Abtreten. Diese Meinung über Matthias Platzecks Rücktritt vom SPD-Vorsitz wird - natürlich - auch in Brandenburg geteilt. Die Märkisch Allgemeine schreibt: Stoiber hätte diese Größe nicht! ### As fast as food can Kühe aufziehen, mit gerade so wenig Dreck füttern, dass der Kunde am Leben bleibt, und am Hamburger-Grill die Dollars verdienen. Das Mc Donald's Game bietet den perfekten Einstieg ins Fast-Food-Management. Aber Vorsicht! Ich habe die Company innerhalb weniger Sekunden in den Bankrott gelenkt. ### Für den Knast zu schwul Der Film Brokeback Mountain, in dem zwei Cowboys beim Schafehüten zarte Bande knüpfen, darf nicht in US-Gefängnissen gezeigt werden. Das berichtet TV Spielfilm im Internet. Dabei dürfte es längst zu spät sein, sich über Homosexualität in amerikanischen Knästen zu sorgen. Vielleicht wäre dieser Film ja geeignet, den Häftlingen romantischere Arten der Brautwerbung nahezubringen als das fantasielose Fallenlassen der Seife unter der Dusche. ### Kein Spaß für den Papst Was auch immer Papst Benedikt XVI. am 3. Mai tun wird, MTV wird er nicht schauen. Da soll nämlich Popetown starten. Held der Zeichentrickserie ist Pater Nicholas, ein Mitarbeiter des Vatikan. Eine kurze Beschreibung gibt es hier. Grund genug für den Vatikan, die Gläubigen zur Schlacht zu rufen. Anrufen sollen die braven Katholiken und den Sender zur Absetzung der Serie auffordern. "Was den Muslimen mit ihren Mohammed-Karikaturen gelungen ist, das können wir auch", denkt man am Heiligen Stuhl. Spaß verstehen? Damit ist es vorbei, und in Glaubenskriegen hat man in Rom mindestens so viel Erfahrung wie der Islam. Zwei Inkonsistenzen weist das katholische Denkwerk auf: 1. Der Protest gegen die Mohammed-Karikaturen hat den Westen deswegen so verunsichert, weil man hierzulande glaubt, dass jeder Muslim gern mit der Bombe in der Tasche stirbt, wenn er nur einen Karikaturisten mitnehmen kann. 2. MTV ist nicht Gallileo Gallilei. Wer es mit einer Kapitalgesellschaft zu tun hat, muss sich ernsthaft überlegen, wem er welche Instrumente zeigen darf, um ihn zum Abschwören zu zwingen, ohne dass das Spendenaufkommen in die Knie geht. ### Neu im Netz Sylvia Cordes geht eigene Wege: Nicht nur musikalisch, sondern auch im Internet.BEELINE'S großartige Stimme auf Abwegen. ### Naturkatastrophen - Verbündete gegen Vogelgrippe Die Vereinigten Staaten sind sicher vor der Vogelgrippe so lange Tornados und Hurricanes das Töten der Vögel übernehmen. Diese Ansicht vertritt die US-Behörde FEMA, Die für das Katastropehnmanagement zuständig ist. So steht es im heutigen Borowitzreport. FEMA-Chef R. David Paulison zählt auf schwere Wirbelstürme, Erdbeben und Vulkanausbrüche, um die "Schwerarbeit" für die US-Regierung zu tun - an der Vogelfront. Paulison wörtlich: "Diese Vögel halten sich für sehr stark. Aber flüssiger Lava sind sie nicht gewachsen." Als engstirnig bezeichnete der FEMA-Direktor kritische Stimmen aus dem Kongress. Diese hatten ihm vorgeworfen, es sei nicht sehr weise, sich auf Naturkatastrophen zu verlassen. "Katastrophen sind unsere Freunde", sagte Paulison: "Sehen Sie nur, wie gut der Irakkrieg für Halliburton war." Weiter rief Paulison die US-Bevölkerung zum Handeln auf. Alle Amerikaner, Männer, Frauen und Kinder, sollten täglich einen Vogel töten, forderte der FEMA-Chef. Wörtlich sagte er: "Jeder in diesem Land ist fähig einen Vogel zu töten, außer Dick Cheney." ### Vietnam am Hindukusch Selbstmoranschläge, Entführungen und Kopfgelder auf Ausländer: Der Irak-Horror greift auf Afghanistan über fasst der Spiegel zusammen. Afghanische Terroristen besuchen demzufolge Fortbildungen bei den Al-Kaida-Terroristen im Irak. Woher man das nun so genau weiß? Keine Ahnung. Jeder, der eine halbe Stunde lang irgendeinen Nachrichtensender auf der Welt hört oder sieht, lernt, dass die Iraker Erfolg haben und eignet sich ihre Techniken an. Wer da wen ausbildet spielt auch keine Rolle. Fest steht: Der Westen hat sich gewaltig verrechnet. Da die Amerikaner für sich bereits selbst die Parallele zu Vietnam gezogen haben, könnten wir feststellen: Am Hindukusch erlebt die Bundeswehr ihr Vietnam. Die edlen Motive ändern daran nichts. ### Wenn schon Gewalt, dann auf Deutsch! Einen "nationalen Aktionsplan" gegen Schulgewalt fordern Politiker aus allen Lagern. Die Rütli-Schule macht es möglich. Der letzte Deutsche, der mit einem nationalen Aktionsplan Boden gut gemacht hat, war ein Österreicher namens Hitler (bis 1942), und wir wissen, wo das geendet hat. Darum stellt sich bei nationalen Aktionsplänen zuerst die Frage: Wer bleibt dabei auf der Strecke? Erst hat Stoiber vorgelegt, jetzt heizt FDP-Fraktionsführer Wolfgang Gerhardt nach: Schule nur für Ausländerkinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen. Und ich dachte, wir hätten Schulpflicht und kein Schulrecht!? Des is fei scho recht: Dass die Kinder wenigstens "Du Arsch!" in Deutsch brüllen können, wenn sie aufeinander losgehen - das macht den Unterschied! Natürlich hat die Gewalt an deutschen (Haupt-)Schulen auch gar nichts mit der Perspektivlosigkeit für heutige Jugendliche zu tun. Sie hat gar nichts damit zu tun, dass eine in Raffgier verrohte Medienlandschaft nahezu unkontrollierte - und unkontrollierbare - Lufthoheit in den Kinderzimmern ausübt. Wie wäre es mit einer Kampagne für die Hauptschule? Wie wäre es mit: "Du bist die Penne!"? Sagen wir den Kids doch einfach, dass sie geliebt und gebraucht sind, und nicht das, was sie jeden Tag spüren - dass sie wie Abfall unserer Shareholder-Gesellschaft verwaltet werden. Sagen wir ihnen doch, dass es ein Vorrecht ist, eine deutsche Hauptschule zu besuchen. Eine Pflicht kann es ja nicht sein, wie Wolfgang Gerhardt und Edmund Stoiber uns erklären. ### Operation Steinzeit II Denken wir ein begrenztes Internet weiter: Wenn sich TUI und die Telekom einigen, dann wird man bald einen PC kaufen können, der nur für eine einzige Sache gut ist: den Urlaub zu buchen. Um die Formel-1-Ergebnisse zu erfahren, muss ich mindestens einen anderen Netzzugang haben. Zum Beispiel etwas wie AOL und RTL. ### Operation Steinzeit Mal gerade eben etwas in der Wikipedia nachschlagen oder mal rumsuchen, wo es das billigste Flugticket gibt? Das könnte bald Vergangenheit sein. Die großen Netzbetreiber (Carrier) wollen jedem Kohle abknöpfen, der über ihre Server erreichbar sein möchte. Die kleine Homepage über die Familie? Könnte bald ein teurer Spaß werden. Der Wahn der Konzerne, alles für sich haben zu wollen - Internet, Software, Musik und Erbgut - macht der Innovations- und Informationsgesellschaft den Gar aus. Schöne neue alte Welt: Gedealt wird übers Netz, Information gibt es in der Bibliothek. ### Quo Vadis, Käseblatt? Die Zahl der Tageszeitungsabos stabilisiert sich auf niedrigem ("unbefriedigendem") Niveau. Das hat der Verband der Hessischen Zeitungsverleger heute bei einem Treffen in Kassel bekannt gegeben. Außerdem schreitet der Anzeigenverlust weiter fort. Für die Zukunft planen die Zeitungsverleger mehr Angebote im Internet und die Ausweitung ihrer Briefdienste. Ach ja, liebe Kollegen bei den Tageszeitungen: Die Personalkosten sind natürlich weiterhin viel zu hoch. So endet der unerschrockene Wächter der Demokratie, der Zeitungsjournalist, wie wir ihn aus amerikanischen Spielfilmen kennen: Es bleibt ihm die Wahl, Pixelschubser oder Briefträger zu werden. ### Linux im Real "The World's Easiest Desktop Linux"! So steht es groß und breit an den Kartons. Der Discounter Real verhämmert in den neuen Bundesländern Computer mit vorinstalliertem Linux. Auch im Markt im Beetzsee-Center in Brandenburg an der Havel. Zum Einsatz kommt die Distribution Linspire, die für sich mit dem eingangs zitierten Slogan wirbt, und den Umstieg von Windows auf Linux möglichst einfach zu machen will. Schon jetzt gebührt Real großes Lob dafür, dass sie nicht ganz groß den Preis und nur verschämt den Hinweis auf Linux anbringen. In Brandenburg sieht man schon in Höhe der Staubsauger das Linspire-Logo. Wir dürfen gespannt sein, ob das ungewohnte Betriebssystem viele Freunde findet. ### Bitte auswendig lernen! Die Bahn fährt Rekordgewinne ein, berichtet die Tagesschau im Internet. Bitte ganz genau merken: Die Bahn macht Rekordgewinne! Jemand muss diese Meldung Herrn Mehdorn unter die Nase reiben, wenn er uns im Sommer die nächste Fahrpreiserhöhung verkauft. ### Bei euch piept's Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hat einen Hörsturz erlitten. Das gibt dem deutschen Blätterwald einen willkommenen Anlass, uns allen zu erklären, was ein Hörsturz überhaupt ist. Dabei kommen natürlich die Theorien von der Durchblutungsstörung im Innenohr auf den Praxistresen. Für deren Richtigkeit jedoch gibt es keinerlei Beweis, dafür aber zahlreiche Opfer der Nebenwirkungen der Blutverdünner, die man uns in solch einem Fall verschreibt. "Nutzloses Herumdoktern auf Krankenschein" nennt das der Tagesspiegel. Wenn die Krankenkassen diesen völlig überflüssigen Unsinn bezahlen, warum nicht auch Schröpfköpfe? ### Alles gesagt Gesehen vor einem Kindergarten in Niederkaufungen. ### Nur ein eigenes Patent ist ein gutes Patent Muss Ford eigentlich Lizenzgebühren für die Verwendung des Rades abführen? Kann ja noch kommen. In den USA muss sich der oberste Gerichtshof jetzt mit einem Patent auf den "Sofort-Kaufen"-Button herumschlagen. Das völlig unbedeutende Unternehmen MercExchange will das Auktionshaus Ebay für die Verwendung dieser Funktion zur Kasse bitten. Da können die obersten Bundesrichter schonmal üben für eine Flut ähnlicher Prozesse. Die eigentliche Sensation versteckt sich in einem Nebensatz: Microsoft ficht da an der Seite von Ebay gegen eine einstweilige Verfügung. Begründung: Einstweilige Verfügungen behindern das Geschäft. Doch dieselben Instrumente hat Microsoft gerade wieder der Linux-Community gezeigt. Microsofts Losung lautet: Nur ein eigenes Patent ist ein gutes Patent. Man könnte jeden anderen Software-Konzern hier einsetzen. Zurück zum Rad: Hätte man im Altertum schon das "geistige Eigentum" gekannt, dann wäre schon das Speichenrad nie erfunden worden. Die Lizenzzahlungen an den Erfinder des Rades hätten unseren wackeren Tüftler einfach aufgefressen. Ein Automobil müsste derart viele Lizenzzahlungen an ein unüberschaubares Heer von Patentbesitzern refinanzieren, dass es für keinen außer Bill Gates erschwinglich wäre. Aber so sind die Patente: Einmal was erfunden, dann ab in die Hängematte und die Hand aufhalten. So werden Patent- zu Sozialämtern für Technologieschmarotzer. ### Big Brother - das Regierungsviertel Nachtschicht im Berliner Pergamon-Museum. Zu Gast bei den Sicherheitskräften sind einige Reporter der Bild am Sonntag. Und zum Beweis der Allmacht ihrer Überwachungskameras schwenken die einfältigen Museumsbüttel eine Kamera auf dem Dach ins Merkelsche Wohnzimmer, wo der Kanzlerin-Gemahl Joachim Sauer offenbar Fernsehen schaut. So steht es derzeit bei Stern-online zu lesen. 24 Stunden am Tag soll das Auge auf dem Museumsdach in Angela Merkels Allerheiligstes gelinst haben. Jetzt soll das Spannen aus der Sicherheitszentrale nicht mehr möglich sein. Mein Rat an die Berliner Prominenz: Meiden Sie die Nachbarschaft von hohen Gebäuden. ### Dieses Jahr keine frischen Fenster mehr Microsoft hat das Erscheinen des neuen Windows - Codename: Vista - auf das nächste Jahr verschoben. Nur Firmenkunden sollen schon im November in den fragwürdigen Genuss der neuen Fenster kommen. Umstritten ist nach wie vor die Zertifizierung für Programme, die auf dem neuen Windows laufen. damit kann Microsoft bestimmen, was auf Vista geht und was nicht. Das soll dem Schutz vor Schädlingen dienen. Eine Zwangsjacke für Windows nennt es der Bayerische Rundfunk, eine Zwangsjacke für den gläsernen Benutzer an seinem ferngesteuerten Rechner nenne ich es. Galt XP unter Datenschützern nur als bedingt tauglich für vertraulich die Verarbeitung vertraulicher Daten, so dürfte Vista unannehmbar sein. Daran wird sich jedoch nicht das Schicksal von Windows entscheiden. Der Durchschnittsbürger fühlt sich durch Überwachung längst nicht mehr bedroht. Er streut seine Konsumentendaten längst per PayBack-Karte wahllos um sich. Dem Durchschnittsanwender wird eher die neue Produktphilosophie Sorgen bereiten. Natürlich musste man auch die bisherigen Windowsversionen kaufen und registrieren, doch das noch aktuelle Windows XP läuft zur Not auch ohne Zwangsregistrierung - und damit ohne Sicherheitsupdates. Windows gab es quasi gratis. So verbreitete es sich in den 90-er Jahren. Vista wird eine Zwangsregistrierung verlangen. Ganz sicher wird Windows Vista zu einem sichereren Internet führen, denn wo Sicherheitsupdates durchgeführt werden, da sinken die Chancen für Schadprogramme. Die Linux-Gemeinde darf sich auf Vista freuen. Mit der Zwangsregistrierung endet eine Ära des unlauteren Wettbewerbs, in der Windows offiziell Geld gekostet hat und in der Praxis gratis zu haben war. ### Wer wird Deutscher? Oder wer bleibt Deutscher? Die Fragen im hessischen Einbürgerungstest nötigen auch dem akademisch gebildeten gebürtig deutschen Eierkopf die eine oder andere Denkminute ab. Machen Sie beim Stern den Test: Deutschland sucht den Supereinwanderer! ### American Open Das Fedora-Project gibt heute die Veröffentlichung der Linux-Distribution Fedora Core 5 bekannt. Fedora war mein erstes Linux und ist eine Art alter Liebe geblieben. Wie immer liegt Fedora weit vorn, wenn es um die aktuellste Software geht. So hat Fedora schon jetzt die Desktopumgebung Gnome 2.14 an Bord und den Linux-Kernel 2.6.16. Beides gerade frisch vom Reißbrett gepurzelt. ### Bruchlandung mit dem Erpel Erster Versuch, von Ubuntu 5.10 (Breezy Badger) auf 6.04 (Dapper Drake) zu updaten ist gründlich gescheitert. Das System war zwei Tage lang zerschossen. Wartungssysteme haben nicht gegriffen. Kein Login, kein Xserver, kein garnichts. Wer derzeit den Schritt zu Dapper wagen will, sollte unbedingt die Kommandozeilen-Befehle verwenden ("apt-get update", "apt-get dist-upgrade"). Der grafische Update-Manager ist derzeit noch in den Kinderschuhen. Gleiches gilt für den grafischen Installer Espresso. In allen Ubuntu-Foren findet sich die Warnung, derzeit kein produktives System zu upgraden, da sich Dapper noch im Teststadium befindet. Diese Warnung bitte sehr ernst nehmen, ober mein Schicksal teilen. ### Fedora am Montag Im Linux-Lager herrscht das große Zähneklappern. Lange hat man den Tag herbeigesehnt, an dem man sich in der Lage fühlen würde, dem Riesen aus Redmond - Windows - die Zähne zu zeigen. Erst vertagt Novell den Release seines OpenSuse 10.1, dann verschiebt Red Hat den Erscheinungstag seines Communitiy-Linux Fedora Core 5, und schließlich denkt sogar Ubuntu über eine Verschiebung der neuen Version 6.04 Dapper Drake nach. Zumindest bei Fedora ist das Zaudern nun zuende: Fedora Core 5 erscheint nun endlich am Montag. Die Vorgänge geben dennoch zu denken. Gerade Ubuntu hatte immer wieder betont wie wichtig feste Releasezyklen für den Erfolg einer Linux-Distribution sind. Aber 2006 ist eben kein Jahr wie jedes andere. 2006 wird das Jahr des neuen Windows Vista. Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hatte für Dapper Drake die Dinge beim Namen genannt: Die Gelegenheit war nie so günstig, eine ernsthafte Alternative zu Windows zu bieten, zumal Microsoft den Schwarzkopierern die Arbeit schwer machen will. Jetzt hat jeder im Linuxlager Angst, Fehler zu machen. Aber schon das spricht für die gewachsenen Bedeutung des freien Betriebssystems. Schließlich galt es bisher als Hobby von ein paar pickeligen Studenten mit Flaschenböden als Brillengläser. ### Per SMS ins Arbeitslager Die chinesische Regierung will nach der Internet- jetzt die SMS-Zensur einführen. Wer sich also auf dem Handy über Freiheit für Tibet auslässt, wird selbst nicht lange frei bleiben. Man darf gespannt sein, wieviele Datensätze da anfallen und ob die Behörden es schaffen, sie alle abzuarbeiten. Immerhin haben wir gerade erfahren, dass es 400 Millionen Handys im Reich der Mitte gibt. Schon in beschaulicheren Gemeinwesen, wie Deutschland oder Österreich, fallen Datensätze im Bereich mehrerer 100 Millionen Stück an. Fest steht: Der Geheimdienst wird ein Lexikon der Jugendsprache brauchen, damit er überhaupt merkt, wenn von Tibet, Taiwan oder dem Platz des himmlischen Friedens die Rede ist. ### Der Erpel kommt später Der Vater von Ubuntu-Linux, Mark Shuttleworth, schlägt eine sechswöchige Verzögerung für die Veröffentlichung der neuen Version 6.04 vor. Das schreibt er in der Ubuntu-Mailingliste. Die Gründe verstehen wohl nur Programmierer. Für uns Normalsterbliche muss eine Tatsache reichen. Obwohl das neue Ubuntu den Codenamen Dapper Drake (Eitler Erpel) trägt, scheint eine Infektion mit dem aggressiven Vogelgrippevirus H5N1 nicht vorzuliegen. Und jetzt reicht es erstmal mit den Geflügeltexten. ### Geflügelsoap Da haben wir's: Das Wetter ist schuld! Wie Spiegel-Online berichtet, kann das Vogelgrippevirus H5N1 bei heimeligen 20 Grad nur einen Tag überleben. Wenn also der Frühling endlich kommt, dann wird sich die Vogelgrippe-Lage entspannen (Ist sie außer in der Boulevard-Presse noch irgendwo angespannt?). Man kann nur beten, dass die Weißkittel sich solche Thesen gut überlegt haben. Die meisten Todesopfer hat die Vogelgrippe nicht in der sibirischen Tundra gefordert, sondern im tropischen Südostasien. Ich bin fest davon überzeugt, dass irgendwo in den Untiefen der Regierungsapparate eine Abteilung Desinformation emsig an immer neuen Akten dieser Geflügelsoap arbeitet. ### Eigentumswohnungen Die Stadt Dresden hat ihren gesamten Wohnungsbestand (48.000) an eine amerikanische Investorengruppe verscherbelt. 1,7 Mrd. Euro hat die Stadt dafür kassiert. Genug, um die 741 Mio. Euro Schulden abzutragen. Das sind etwa 35.417 Euro pro Wohnung. Ein Schleuderpreis für eine Eigentumswohnung in Dresden. Andererseits: Wenn die Investoren ihr Geld innerhalb des ersten Jahres raushaben wollen, dann werden die Mieten wohl auf fast 3000 Euro pro Monat steigen. Dresden würde im Mietpreisniveau endgültig Städte wie München oder Frankfurt abhängen. Spiegel-Online berichtet weiter, eine Bürgerinitiative habe im Vorfeld des Deals 45.000 Unterschriften dagegen gesammelt. Preisfrage: Welche 3000 Mieter haben nicht unterschrieben? ### Kollekte für Kinderschänder "Die heutige Kollekte erbitten wir, damit wir die Schadenersatzforderungen gegen geistliche Kinderschänder bezahlen können." Noch Science Fiction, doch in katholischen Kirchen im Erzbistum Dublin vielleicht bald Realität.Die Erzdiözese hat massenhaften Kindesmissbrauch durch Geistliche gestanden. 102 Priester haben in den vergangenen 66 Jahren insgesamt 350 Kinder missbraucht. In 32 Fällen haben Opfer auf Schadenersatz geklagt. 5,8 Millionen Euro hat das die Kirche gekostet, und 40 Verfahren laufen noch. Erzbischof Diarmuid Martin muss wohl jetzt beginnen, das Tafelsilber seiner Erzdiözese zu verscherbeln, um die Opfer zu entschädigen. ### Sonntag - Ruhetag Am siebten Tage sollst du ruhen, lautet ein zentraler Grundsatz des christlichen Glaubens. Der Sonntag ist heilig. Ruhen? Ja, aber glücklicherweise nicht für ewig. Denn auch der Sensenmann scheint am Sonntag die Füße hochzulegen - zumindest bei unseren westlichen Nachbarn. Das geht aus einer Meldung hervor, die die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) in der vergangenen Woche verbreitete. Sonntags sterben in den Niederlanden weniger Menschen als an anderen Wochentagen, heißt es darin. Durchschnittlich 366 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren sonntags gestorben, 14 weniger als an anderen Wochentagen. Und das liegt tatsächlich teilweise am sonntäglichen Ruhegebot, denn sonntags greifen natürlich auch holländische Chirurgen nicht zum Messer. Außer im Notfall - versteht sich. Trotz aller Fortschritte hat die Medizin ein grundsätzliches Problem bisher nicht gelöst: Jede Operation - und sei sie noch so dringlich - ist immer auch ein wenig Glückssache. ### Gut, dass wir die Vogelgrippe haben Seehofer hat es vorgemacht: Wer derzeit auf Knien durch Hühnerställe robbt und hilflose Landräte öffentlich zusammenfaltet, der steigt in der Wählergunst. Die Vogelgrippe bietet den Angehörigen unserer politischen Klasse ausreichend Gelegenheit, ihrem tristen Alltag zu entfliehen. Wer seine Lebenszeit eingeklemmt zwischen den mächtigen Lobbies und der eigenen Machtlosigkeit verbringt, ist froh, wenn er mal aufs Land fahren darf. Seien wir froh, dass unsere Politiker sich so austoben können. Wo die Vogelgrippe noch weit ist, befasst man sich mit ganz anderen Problemen. Beispielsweise mit Abtreibungsverboten, wie im US-Staat South Dakota. Wenn ein so wichtiges Thema ansteht, dann interessiert sich wenigstens niemand für die Arbeitslosenrate, die gegen den Bundestrend unaufhaltsam ansteigt. ### Fehlschlag Mit "failure" bezeichnet der angelsächsische Sprachraum einen Fehlschlag, etwas, das richtig in die Beinkleider gegangen ist. Mit einer Übung wollen wir dem Wort im Internet nachspüren: 1. Rufen Sie die Seite www.google.de auf. 2. Tippen Sie in das Eingabefeld failure ein. 3. Schicken Sie die Suchanfrage mit dem Button "Auf gut Glück" ab. ### Alles auf einmal... Was bedeutet es, wenn Sie eine Schachtel Pralinen in einem Rutsch vernichten? Diabetes? Falsch! Es bedeutet: "Sie verbergen nichts und gehen sehr ehrlich mit anderen Menschen um. Andere zu manipulieren oder Berechnung aus Eigennutz liegt Ihnen fern. Mit Ihnen kann man über lange Zeit gut befreundet sein. Vorsicht! Sie könnten ausgenutzt werden, wenn Sie allzu gutmütig und gutgläubig sind." Eine der vielen fernöstlichen Weisheiten, die Ihnen ein neuer Psychotest aus Japan auf der Internetseite von Focus verrät. Eine kurzweilige Sache für die Mittagspause. Jetzt wissen Sie, dass der Autor dieser Zeilen ein gutgläubiger Einfaltspinsel ist. ### Wunder gibt es immer wieder "Das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) geht am 29. Mai in ganz Hessen an den Start. Dies teilte hr-Intendant Helmut Reitze heute dem Rundfunkrat des Senders mit. Damit wird knapp zwei Wochen vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft für über 90 Prozent der Haushalte in Hessen ein kostengünstiger digitaler Fernsehempfang über Dachantenne möglich. Die Einzelheiten - also wer wo welche Programme in Hessen künftig digital über Antenne empfangen kann - wird der Leiter der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Stefan Grüttner, gemeinsam mit Vertretern von hr und ZDF am 20. März in Kassel vorstellen." Dies ist der Wortlaut einer Pressemitteilung, die der Hessische Rundfunk heute verbreitete. Sollte es tatsächlich wahr werden ... ### Kassel, wie es nie wieder sein wird Das Kasseler Stadtmuseum zeigt derzeit unter dem Titel "Ernst Christopher Metz (1892-1973) - Aus einer alten Residenz: Kasseler Geschichte mit dem Pinsel gemalt" eine kleine Sonderausstellung, die noch bis zum 02.04.2006 zu sehen sein wird. ### Vogelgrippe im Vatikan Die Angst vor der Vogelgrippe hat jetzt auch den Vatikan erreicht. Die Hühner und Truthähne in Castelgandolfo, dem Sommersitz seiner Heiligkeit, müssen jetzt auch in die Käfige. Wenn das Papamobil nicht schon erfunden wäre - jetzt wäre es an der Zeit. Man stelle sich vor: Dem Papst fallen Ausscheidungen einer Taube auf das erlauchte Haupt... ### Vogelgrippe in Guantanamo? Richtig ist, dass die US-Regierung auf dem Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba seit dem Januar 2002 Menschen ohne ordentliches Verfahren, ohne Rechtsbeistand und gegen alle Vorschriften des Völker- oder des Kriegsrechts hinter Maschendraht eingesperrt hält. Falsch ist dagegen, dass diese Form der Käfighaltung dem Schutz vor der Vogelgrippe dient. ### Neulich im Hühnerstall... ### Notizen aus dem Kommunalwahlkampf II Die Grünen haben es schwer: In Kassel fehlt ihnen ein Joschka Fischer, der beim Wahlvolk gut ankommt. Auch mit den Öko-Themen lässt sich in Zeiten der Vogelgrippe kein Staat und kein Sitz in der Stadtverordnetenversammlung machen. Wer sich heutzutage für Freilandhaltung von Geflügel einsetzt, wird vom aufgeputschten Mob gelyncht. Da kommt der geplante Flughafenausbau in Calden gerade recht. Dagegen zu sein ist schick, zumindest bei Lehrern und anderen ruhebedürftigen sozialen Gruppen, die Eigenheime in der Einflugschneise besitzen. Aber ist das schon eine der 150 versprochenen Ideen? Die Bürgerinitiativen gegen Calden haben ihre Messer längst gewetzt, auch ohne Beistand aus dem Kasseler Rathaus. Papierflieger aus 500-Euro-Scheinen zu falten, das ist doch eine gute Idee! Oder? Ganz sicher vergnügen sich dekadente Spaßvögel in den schwindelnden Höhen eines Josef Ackermann längst auf ähnliche Weise. Wenn also das Plakat schon die erste Idee ist, dürfen wir gespannt sein auf die nächsten 149. Aber wer zählt schon bei einer Partei, die es sich auf der Oppositionsbank so schön bequem gemacht hat, die nur ab und zu als Mehrheitsbeschaffer in die abgeschwächte Verantwortung eines Juniorpartners rückt? ### On Air in Ogg-Vorbis Der Deutschlandfunk bietet Streams jetzt auch im .ogg-Format an. Der freie Datenkommpressionsstandard bietet bei gleicher Dateigröße eine wesentlich bessere Klangqualität. ### Notizen aus dem Kommunalwahlkampf I Über "Du bist Deutschland" lacht die Nation und im Kasseler Kommunalwahlkampf erheitert uns die CDU mit einer Variante des Slogans: Du bist Kassel, lesen wir. Dann fällt unser Blick auf ein Gruselkabinett der Biedermeier. Dass ich Kassel bin, weiß ich, aber wer seid ihr? Wir erkennen die Kasseler CDU-Vorsitzende Eva Kühne-Hörmann (Mitte). Gepresst in das orangefarbene Korsett, das die Union im Merkel-Wahlkampf übergestreift hat. Aber Orange steht nicht jedem. Bei den ohnehin etwas pausbäckig fotografierten Heile-Welt-Schönheiten der Kasseler Union betont die Farbe auf ungute Weise die Rottöne der Haut. Und was ist denn schon Orange? Weder richtig gelb noch richtig rot. Topflappen sind orange, Handtücher sind orange und Waschlappen auch. Mit ihren Konkurrenten um das Kasseler Rathaus teilt die CDU die konsequente Verweigerung von Inhalten. Wir dürfen gespannt sein, wieviele Kasseler die Spießbürgerkampagne der CDU beim Panachieren und Kumulieren goutieren werden. In der nächsten Notiz vom Kasseler Kommunalwahlkampf werde ich mich mit den Grünen beschäftigen. ### Massenphänomene 400 Millionen Chinesen haben ein Handy! Zum Vergleich: Die gesamte EU verzeichnet 450 Millionen Einwohner. So lange die Chinesen SMS verschicken und telefonieren, können wir aufatmen. Aber wehe, wenn ein Großteil plötzlich auf die Idee kommt, Helgoland zu besuchen oder die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg. ### Fass! Was wären wir ohne den Hund. Er sucht nach Verschütteten bei Naturkatastrophen und kann geschmuggeltes Dope noch in der Kaffeebüchse riechen. Er bewacht Haus und Hof, treibt Schafe für den Hirten und Gauner für die Polizei. Und: Er führt blinde Menschen. Vielleicht brachte das den belgischen Innenminister auf die Idee, dass auch betrachtenswert ist, was am anderen Ende des Führgeschirrs läuft: Blinde sollen in Belgien künftig das Abhören von Telefonen übernehmen. Sehbehinderte hören einfach genauer hin. Wer die ersten Sätze der Meldung überstanden hat, der erfährt, dass die niederländische Polizei schon Erfahrungen mit einem Einsatz von Blinden gesammelt hat. ### VoIP mit Bakelit-Knochen Skype mit Großpapas Telefon! Dieses Headset sieht doch fast aus wie ein Bakelit-Knochen aus den Sechzigern. Dem guten Stück fehlt nur der puschelige Überzug Marke Gelsenkirchener Barock. ### Springer und die Gaswerke "Was würde passieren, wenn Gasprom bei deutschen Medien einsteigt?" fragten die Grünen-Abgeordneten Matthias Berninger und Grietje Bettin am Montag im Bundestag. Sie spielten darauf an, dass die bösen Wettbewerbshüter dem guten (weil deutschen) Springerverlag die Übernahme von ProSiebenSat.1 immer noch nicht gestatten wollen. Das Wort von der "Inländer-Diskriminierung" macht die Runde. Nur: ProSiebenSat.1 ist keine Gas-Pipeline, sondern ein Fernsehsender. Und durch einen allein entsteht noch keine marktbeherrschende Stellung. Ebenso könnte der Springerverlag seinerseits problemlos ein paar Gaswerke kaufen, ohne das Kartellamt um den Schlaf zu bringen. Ein paar grüne Gutmenschen haben sich vergaloppiert, sollte man meinen. Weit gefehlt: Gerade die Wahl der Gasprom als hypothetisches Beispiel macht die Meldung interessant: Berninger hätte ja auch General Motors nennen können, oder Samsung. Aber Gasprom symbolisiert eben das alte Klischee der Bedrohung aus dem kalten Osten, wo der Deutsche traditionell das Böse vermutet. So dürfen auch wir etwas vermuten: Springer hat aufgehört um ProSiebenSat.1 zu kämpfen. Wer schon jetzt soviel Meinungsmacht auf die Waage bringt, lässt andere für sich kämpfen. Zum selben Thema: Kartellamt untersagt Springer-TV ### Stimmungsumschwung ,,Du bist Deutschland" hat etwas bewirkt, meint der Vorstandsvorsitzende der Bertelmann AG, Gunter Thielen, fünf Monate nach dem Start der Image-Kampagne für unser kleines Gemeinwesen. Einen "Stimmungsumschwung" sollen die Plakate und Werbespots gebracht haben. Stimmt: So gelacht haben wir lange nicht. ### Now for the weather... Die BBC will gemeinsam mit der Universität von Oxford die Klimaveränderungen für Großbritannien bis zum Jahr 2080 voraussagen. Grundlage ist ein von Wissenschaftlern entwickeltes Klimamodell, das leider die Rechenleistungen heutiger Computer überfordert. Ein Beispiel nahm sich der Fernsehsender an Seti@Home. In diesem Projekt stellen Computernutzer auf der ganzen Welt der Universität Berkley Rechenleistung zur Verfügung, um nach E.T. zu suchen. BBC und Oxford University wollen nun in einem ähnlichen Verfahren herausfinden, ob das Vereinigte Königreich 2080 im Meer versunken oder vom Packeis begraben sein wird. ### Nachwuchssorgen in osttdeutschen Amtsstuben Wenn die Föderalismusreform greift, dann gehen in ostdeutschen Amtsstuben die Lichter aus, befürchtet das Land Brandenburg. Da sich reiche Bundesländer bessere Konditionen für ihre Staatsbediensteten leisten können, wird der junge dynamische Verwaltungsfachmann nach dem Abschluss sein Heil wohl eher im Westen suchen. Die Länder wollten mit der Herauslösung ihrer Beamten aus der Zuständigkeit des Bundes vor allem eines schaffen: Druck auf die Gehälter und Arbeitszeiten. Das betrifft arme wie reiche Länder. Im Augenblick klingen Brandenburgs Sorgen nach Science Fiction: Länder sollten um qualifiziertes Personal konkurrieren? Der Normalbürger hofft bisher, dass Rekrutierung und Förderung von Personal in den Amtsstuben nach Qualität wenigstens im Verborgenen geschieht.Aber wenn dereinst der Pillenknick durchschlägt, und die Wartezimmer der Personalabteilungen immer leerer werden, ... ### Minimal-Pop Ein namenloser inidischer (?) Popsänger vertritt auf seiner Website the friendly indian pop artist die These, dass sich westliche Popmusik mit nur zwei Akkorden auf der Gitarre spielen lässt. Welche das sind, verrät er uns nicht. Aber er tritt den Beweis anhand von 20 MP3-Juwelen an. Unbedingt reinhören!!!!! ### Singe, wem MP3 genommen Haben Sie gewusst, dass ... ... wir CDs ganz legal kaufen dürfen? ... wir sie zum Genuss auf mobilen Geräten (MP3-Player) kopieren dürfen? ... damit ganz schnell Schluss sein könnte? Die US-Musikindustrie findet es unglaublich großzügig, dass wir Musik unterwegs genießen dürfen. Das meldet Heise heute. Doch, so drohen die Musikkonzerne, das muss ja nicht so bleiben. Ruckzuck landet der ahnungslose Jogger mit dem MP3-Player auf den Ohrwascheln in Guantanamo. Aber, liebe Leute, was sollen wir denn dann mit all den knuffigen kleinen Dudeleiern machen, die ihr uns für teuer Gald verkauft habt? Und was sollen wir unterwegs tun, wenn wir nicht mehr Musik hören dürfen? Selber singen? Wenn morgens um 6 Heere von Joggern und Nordic-Walkern laut und falsch singend durch den Central Park stapfen, dann werden die sensiblen Manager von EMI-Classics die Ersten sein, die ihrem Leiden durch einen Sprung aus dem Penthouse ein Ende setzen. ### Transrapid Made in China Kaum saust die erste Magnetschwebebahn durch Shanghai, da schockieren die Chinesen uns mit einer Meldung vom eigenen Transrapid. Leichter als der deutsche Zug soll er sein, viel schöner und natürlich überhaupt nicht abgekupfert. Solche Dinge sind nicht neu: Seit Neumann in China die edlen Röhrengroßmembranmikrophone herstellen lässt, überschwemmen chinesische Anbieter den Markt mit 100 Euro billigen Kopien und auch Autohersteller haben Erfahrung mit überraschenden Formen des Technologietransfers. Auf der Suche nach billigen Produktionsbedingungen ist die Industrie wie eine neugierige Laus von Kopf zu Kopf gekrochen und fand in China ideale Produktionsbedingungen: Eine unbegrenzte Zahl von Arbeitskräften erledigt jede Arbeit zu jedem beliebigen Preis - manchmal sogar gratis im Arbeitslager. Außerdem kennt das Land keine Standards für Sicherheit am Arbeitsplatz oder für Umweltschutz. Kehrseite: Die Chinesen erkennen patentrechtliche Ansprüche aus anderen Ländern faktisch nicht an. ### Profil schärfen Wenn in Deutschland jemand sein "Profil schärfen" will, wie jetzt die Bundesagentur für Arbeit, dann geht es immer zuerst um Selektion. Das Rezept: Wir erhöhen das Tempo so lange, bis nur noch eine "Elite" mithalten kann, was auf der Strecke bleibt sehen wir als Abfall, der in die Sonderschulen entsorgt wird - und in die Qualifizierungsprogramme der Bundesagentur für Arbeit. Die BA will aber auch nicht mehr der Mülleimer für die Verlierer sein. Für wen will sich die Agentur eigentlich verantwortlich fühlen, wenn nicht für die, die auf sie angewiesen sind? Demnächst erfahren wir, dass Hartz IV nur noch an Spitzenverdiener ausgezahlt wird. ### Schwule Pinguine Zuerst glaubte man, es sei alles heilbar. Der Frauenmangel sei schuld an der Homosexualität mehrerer Humboldtpinguine im Zoo von Bremerhaven. Gegen den Protest von Schwulenvereinen aus der ganzen Welt entschied sich die Zooleitung zum Handeln. Es wurden sechs süße Pinguindamen aus Schweden eingeflogen. Das berichtete der Deutschlandfunk heute Vormittag. Der Arterhaltung räumte die Geschäftsleitung Vorrang ein vor dem individuellen Daseinsglück schwuler Pinguinmännchen, die friedlich und zärtlich einen Kieselstein bebrüten. Immerhin gebe es nur noch 2000 Brutpaare in Freiheit, argumentierte eine Vertreterin des Zoos. Da ist jedes Spermium kostbar. Aber Pustekuchen: Die schwulen Pinguine würdigten die schönen Schwedinnen keines Blickes. Das ist mitten im Sodom und Gomarrha des Bremerhavener Zoos der einzige Lichtblick für den Vatikan: Pinguine bleiben in der Regel einander treu bis dass der Tod sie scheidet. Immerhin bleibt für die Heilige Römische Kirche noch viel zu tun. Bei 450 Tierarten ist die gleichgeschlechtliche Liebe beobachtet worden, erfahren wir aus dem Beitrag. Wir wissen nicht, wie viele Vogelarten sich darunter befinden. Wir wissen nur eines: Selbst wenn die Vögel seinerzeit dem Heiligen Franz von Assisi gelauscht haben, als dieser ihnen gepredigt hat, und ein gottesfürchtiges Leben fristen. Bis zum Südpol hat die Stimme des Heiligen wohl nicht gereicht. ### Aus für die Bundeswehr Mit der Forderung, die Bundeswehr bei der Fußball-Weltmeisterschaft einzusetzen, stehen die beiden Unions-Paranoiker Schäuble und Beckstein allein. So steht es heute bei der Tagesschau. Und das ist gut so, denn die Bundis spielen wahrscheinlich noch schlechter als Klinsis Kicking Boy Group. ### Rolf Zielkes Hot Impression Rolf Zielkes Hot Impression live im Schlachthof am 9. Februar 2006. Konzertkrtik folgt in der HNA (vermutlich die Samstagsausgabe, 11. Februar). ### Hätten Sie's gedacht? Deutschland im Markenfieber Die Welt ist verrückt nach Marken. Das Madrider Systemder WIPO hat im vergangenen Jahr einen Zuwachs von fast 14 Prozent an eingetragenen Marken verzeichnet. Das meldet Heise heute. Und wer hat die meisten Waren angemeldet? Falsch: Nicht die Amerikaner, die in absehbarer Zeit wahrscheinlich sogar ihre eigenen Geschlechtsteile urheberrechtlich schützen können. The Winner is: Ausgerechnet unser kuscheliges Gemeinwesen, das internationale Wirtschaftsgutachter gerade erst wieder zum hoffnungslosen Fall erklärt haben. ### Hätten Sie's gedacht? Deutschland im Markenfieber ### Dienstort Ebay In Europa verdienen 170.000 Menschen ihren Lebensunterhalt mit Ebay-Geschäften, davon 64.000 in Deutschland. Das teilt Ebay-Deutschland mit. Dabei scheint die Schnäppchenjagd im Zeichen der trunkenen Lettern noch nichts von ihrem Reiz verloren zu haben: Immerhin stieg die Zahl der Ebay-Benutzer im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf jetzt 50 Millionen an. Auch das teilte Ebay mit. ### BMW spammt bei Google Wie kann man eine Suchmaschine spammen? Ein Beispiel liefert der Google-Softwareingenieur Matt Cutts in seinem Blog. Jetzt wissen Sie Bescheid: 36 Mal "BMW" und fast ebenso oft das Wort "Neukunden" auf einer Seite ist des Guten mindestens 30 Mal zuviel. Andererseits müsste sich BMW schon wegen der Bleiwüste auf der Seite wegen Körperverletzung verantworten. Genau hier setzt die Kritik der Suchmaschinenbetreiber an: Während sich der arme Google-Bot durch das BMW-Neukunden-Mantra kämpfen muss, wird der User gleich zur Auswahl von Metallic-Lackierungen und Sitzpolstern weiter geleitet. Google reagierte prompt: Man sperrte die fragliche BMW-Seite. BMW wird die Seite wohl neu anmelden müssen. ### Spaziergang im Märchenland Meine Fotogalerien haben Zuwchs bekommen: Bergpark im Winter zeigt die Ausbeute eines Spaziergangs durch den verschneiten Bergpark Wilhelmshöhe, der gerade jetzt wie ein Märchenland wirkt. ### Das Märchen vom Exodus der Arbeitsplätze Balsam für die gequälten Seelen deutscher Gewerkschafter: Die Deutsche Welle bezeichnet den Exodus der Arbeitsplätze als "modernes Märchen". Ein bisschen zu umfangreich, um es hier wiederzugeben, aber lesenswert! P.S.: Der Link ist repariert. Danke für die Hinweise. ### Untotes zum Mittagessen Wenn wir sterben, sind uns Normalsterblichen zwei Dinge gewiss: Wir werden bestattet und dürfen dann in der Regel 25 Jahre im Erdreich ruhen, bis die Friedhofsverwaltung den Platz neu vergibt. Die Legende kennt viele Wege, jenen Zustand zu erreichen, der als "untot" bekannt ist. Da wandelt man nach dem Ableben noch für unbestimmte Zeit über die Erde. Transsylvanien im heutigen Rumänien gilt als Hort der Untoten. Wie n-tv.de berichtet, wandelt auch heute dort viel Fleisch umher, das lange tot ist. Untot zu sein, gilt als göttliche Strafe. Untotes zum Mittagessen angeboten zu bekommen dagegen nur als unfein. Danke für den Hinweis, Horst. ### Terrorbekämpfung mit Begriffen der Astrophysik Bis zu 100 Millionen Datensätze fallen täglich bei österreichischen Mobilfunkanbietern an. Rechnen wir das auf unser etwas weniger beschauliches Staatswesen hoch, dann müssten deutsche Mobilfunkanbieter etwa 1 Milliarde Anrufe und SMS zu vermitteln haben (den zehnfachen Wert - analog zur Bevölkerungssituation). Das bedeutet, dass in einem Jahr 365 Milliarden Datensätze anfallen. In den zwei Jahren, die jetzt seitens der EU gefordert sind, sprechen wir von 730 000 000 000 Datensätze. Da sind die Datensätze aus dem Online-Verkehr noch nicht dabei, ebenso wenig wie die Verbindungsdaten aus dem Festnetz. Wohlgemerkt: Wir sprechen immer noch von Deutschland. Auf die 25 EU-Mitgliedsstaaten hochgerechnet kämen Datenmengen zusammen, deren Zahlbegriffe normalerweise nur Astrophysiker im Wortschatz führen. Nicht nur österreichische Mobilfunkanbieter bezweifeln, dass die Speicherung solch gigantischer Datenmengen ein scharfes Schwert im Kampf gegen den internationalen Terrorismus darstellt. ### Endlich: Die Comedy zur Fußball-WM Alles weitere steht im Internet: www.liedvomtor.de. Check it out! ### Schweden im Puff Knäckebrot, Fichtenholzregale, okay. Aber käufliche Liebe? In Schweden noch strenger verboten als Alkohol. Verständlich, dass die schwedische Öffentlichkeit Angst hat um die Unschuld des schwedischen Kaders bei der Fußballweltmeisterschaft. Und nun das: Frankfurter Nutten haben den Kickern aus dem Norden eine kostenlose Sightseeing-Tour durch die Sehenswürdigkeiten des Bahnhofsviertels angeboten. Wären sie Briten, würden sie sagen: Shocking. Aber keine Angst, liebe Schweden: Immerhin räumen die Damen ein, dass eine Besichtigung ja noch nicht zum Kauf verpflichtet. Was lehrt uns das? Wenn unser Ruf in Europa so schlecht ist, dann muss die "Rote Meile" wohl ein TV-Exportschlager gewesen sein. ### Nur die Sterne waren wie gestern Henryk Mandelbaum (li.) ist Überlebender des Sonderkommandos in Auschwitz. 1944/45 musste er mit anderen Häftlingen die Leichen der NS-Opfer von den Gaskammern zu den Krematorien schaffen. Noch heute besucht Mandelbaum regelmäßig die Auschwitz-Gedenkstätte und erzählt seine Geschichte. Andreas Dahlmeier (re.) und Karin Graf haben den heute 83-Jährigen in der Fotoausstellung "Nur die Sterne waren wie gestern" porträtiert. Die Ausstellung ist heute eröffnet worden und gastiert in Kassel noch bis zum 12. März. ### Denkpause Aus Respekt vor dem 61. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bleibt mein Blog bis zum Sonntag geschlossen. Erst dann folgt ein Artikel zum Thema. ### Wer überwacht die Wächter? Diese Frage stellt Carla Schroder in einem Artikel für Enterprisenetworkingplanet. Objekt ist einmal mehr Blogger's Darling, Sonys Kopierschutzvirus, der selbst in streng gesicherten Computernetzwerken gefunden worden ist. Carla findet das Schweigen der Antivirus-Experten von McAfee bis F-Secure verdächtig. Sonst überschlügen sie sich mit Aktualisierungen ihrer Antivirenkits. Nicht in diesem Fall. Das bringt Carla zu der Frage: "Können wir denen vertrauen, die wir bezahlen, damit sie uns schützen?" Darauf gibt es natürlich nur eine Antwort: Steig aus dem Sumpf von Microsoft Windows und vertraue nur noch freier Software. ### Was hätten Sie gern für Linux? Welche Programme hätten Sie gern für Linux? Das hat Novell gefragt. Dabei belegen Programme für den professionellen Einsatz die ersten Plätze: die Finanzsoftware Quickbooks (1) sowie die Grafikprogramme Autocad (2) und Photoshop (3). Dahinter folgt aber schon Apples Musiksoftware iTunes (4) noch vor dem Industriestandard für Webdesign Dreamweaver (5). Ein Beweis für den Erfolg, mit dem Apple das Thema Musikdownload besetzt hat. ### Vista-Schnuppertest Wer sich schon vor Erscheinen des neuen Windows Vista einen Eindruck davon verschaffen will, was ihn erwartet, sollte mal hier nachschlagen. Was ist die beste Plattform, um die Sicherheit von Windows zu demonstrieren? Der Overhead-Projektor. Gefunden im Heise-Forum. ### Ihr Auftrag, Mr. Bond Was waren das für Zeiten: Der Anarchist schickt eine Briefbombe und erleidet danach den ehrenvollen Tod durch den Strang oder durch ein Erschießungskommando. Heute kommt die Briefbombe per E-Mail. Sie enthält keinen Sprengstoff, sondern fiese kleine Computerprogramme, die sich im Rechner des Angehörigen der politischen Klasse einnisten und all ihre Freunde nachholen. Betroffen: Das britische Parlament. Genauer: die Rechner von 70 Abgeordneten. Message Labs, eine Art Scotch Guard der Abgeordnetenrechner gelang es, die Botschaften abzufangen. Sie sollen von IP-Adressen in China abgeschickt worden sein. Vorsicht, Mister Bond, bevor sie jetzt ins Reich der Mitte reisen und - wie gewohnt - böse Menschen asiatischer Physiognomie liquidieren*: Der Übeltäter kann auch nebenan sitzen und über ein Botnetz die Mails verschicken. *Liquidieren: von lat. Liquidus = Flüssigkeit. Liquidieren heißt also "Verflüssigen"? ### Endlösung der Terroristenfrage Wohin mit den Gefangenen von Guantanamo? Diese Frage beschäftigt die US-Administration proportional zur zunehmenden internationalen Kritik. Frei lassen? Da sei Rumsfeld vor! Jeder einzelne ist schließlich ein potenzieller Terrorist. Da kommt eine neue Militärrichtlinie gerade recht:Die gestattet nun auch die Exekution auf Guantanamo. Das heißt, dass die Streitkräfte zwecks Hinrichtung nun keine Gefangenen mehr ausfliegen müssten an Orte, an denen womöglich dieser leidige Rechtsstaat gilt. Damit ist der Weg frei zur Endlösung der Terroristenfrage. ### Kartellamt untersagt Springer-TV Jetzt hat auch das Kartellamt vor der Medienkonzentration in den Händen des Springer-Verlags gewarnt, wenn dieser noch ProSiebenSat.1 dazu erwirbt. Die Kartellwächter haben die Übernahme gestoppt. Ein kurzes Vergnügen für alle, die noch an Meinungsvielfalt glauben: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kann den Kniefall vor dem Springer-Hochhaus kaum noch erwarten. ### Schöne neue Musikwelt Die Arctic Monkeys haben eine neue CD veröffentlicht - ohne Plattenfirma. Heise hat diese Nachricht in den letzten Tagen verbreitet und angeschnitten, was auf der Hand liegt: Musik verbreitet sich über Podcasts und die Bands setzen durch CD-Verkauf zu anständigen Preisen auf ihren Internetseiten und während ihrer Konzerte diese Bekanntheit in klingende Münze um. Das ist nicht der Weg, auf dem Musikmillionäre entstehen. Aber auf diesem Weg kann endlich wieder ein interessanter, innovativer Musikmarkt entstehen, auf dem nicht mehr das Werbebudget zählt, sondern die Qualität; ein Musikmarkt, auf dem das Stöbern wieder Spaß macht. ### Sozialismus im globalen Stil Wer CDs kauft, hat kein Recht zu wissen, was die darauf enthaltenen Daten mit seinem Computer anstellen. Das meinen die Musikkonzerne, und das erfährt der arglose Leser heute beim Nachrichtendienst Heise. Da fragt eine Organisation ganz vorsichtig beim Musikgiganten EMI nach, ob sie deren neuen Kopierschutz auf seine Sicherheit hin überprüfen darf. Man kann zwar noch Wochen vor einem sportlichen Großereignis unangemeldet Stadien auf ihre Sicherheit hin überprüfen. Aber CDs? Wo kommen wir denn da hin? Die Musikkonzerne haben das vorsorglich verboten. Jetzt könnte man mit dem Recht des Verbrauchers an seinem Privateigentum argumentieren. Allein der Erfolg ist fraglich, denn in der Musikindustrie lebt der real existierende Sozialismus fort. ### Einmal Terroranschlag, aber bitte mit Toten Kaum gewinnt man den Eindruck, dass die Amis allmählich aus dem Blutrausch erwachen und ihren durchgeknallten Präsidenten zügeln, da schmeißt Europa die Terrorpropaganda an: Heute hat Jacques Chirac einen Terroranschlag bestellt. Woraufhin er natürlich mit der geballten Atommacht von Frankreichs Force de frappe zurück schlagen werde, sagt er. Gegen wen? Ach so, gegen einen Staat. Wo liegt das genau, Monsieur Chirac, dieses Terroristan oder wie dieser Staat heißen soll? Und bitte nehmen Sie endlich zur Kenntnis, lieber Irakkriegsverweigerer: Niemand im Nahen Osten hasst Sie genug, um bei Ihnen in Paris Hochhäuser einzuschmeißen. Gibt ja auch keine. Schon unser letzter Innenminister hat mit dem heroischen Mut der Verzweiflung versucht, einen Terroranschlag aufs Frankfurter Bankenviertel herbeizureden. Immer wieder hat er den Terroristen neue Ideen geliefert, Bio- Chemie-, Atom-, und sonstwas-Waffen. Aber Sie, Monsieur le President und Otto Schily, Sie haben schon Recht: Wenn in Mitteleuropa nicht bald was passiert, dann fangen die Amerikaner an, Osama bin Laden bei uns zu suchen, und dann geht's uns wie den Pakistanis: Unsere eigenen Geheimdienste werden den amerikanischen Bombern noch die Ziele markieren. ### Surfen wie der Terrorist ACHTUNG! WIR SEHEN, WAS SIE TREIBEN! Keine Panik ... oder doch ... Die EU speichert nämlich alle Telekommunikationsdaten ihrer Bürger zwei Jahre lang. Zwei Jahre lang kann man nachverfolgen, welche Seiten Sie besucht haben. GEBIETEN SIE DEM EINHALT! Überwachung des Internetverkehrs? Das ist nur was für brave und bequeme EU-Normalos, die sich wie die Lämmer zur Schlachtbank der Bürgerrechte führen lassen. Terroristen fängt man so nicht. Dass die Brüder Handtücher um ihre Köpfe wickeln, heißt nicht, dass sie in der Birne weich wären. Man kann doch anonym surfen - wenn man weiß, wie's geht. Ganz einfach macht das ANONYM.OS. Das ist eine Live-CD mit dem Betriebssystem BSD, die auf jedem Computer läuft, wie Ihre Knoppix-CD aus der PC-Welt. Näheres erfahren Sie bei Pro-Linux. Machen Sie's wie der Terrorist: Downloaden, auf eine CD brennen, PC starten und unerkannt surfen. ### Die Rente ist - vorläufig - sicher! Eine gute und eine schlechte Nachricht hat Bundessozialminister Franz Müntefering für alle Rentner. Die Gute: Keine Rentenkürzungen bis 2010! Die Schlechte: Wer nach 2010 noch am Leben ist, muss weiter bibbern. Tröstet euch, liebe Rentner. Uns 40-Jährigen wird es noch viel, viel schlechter gehen. ### Improvisiert Lou Grassi (dr), Martin Speicher (sax) und Georg Wolf (bass) am Dienstag, 18. Januar, im Dock 4, Kassel. ### WMF bleibt Windows treu Nehmen wir einen Autohersteller an. Plötzlich gibt es Probleme, weil das Bremssystem manchmal versagt. Keine Panik, sagt der Hersteller, im April gibt es ein neues Auto. Ein viel schöneres und größeres, und das wird tolle Dinge können: Wenn man auf einer Autofähre steht, kann man am Amaturenbrett die Wassertemperatur unter dem Kiel des Schiffes ablesen. Da wendet jemand ein: Die Bremsen funktionieren aber immer noch nicht zuverlässig. Ungefähr so geht es Microsoft mit seinem WMF-Bug: Die Sicherheitslücke wird auch beim neuen Windows Vista erhalten bleiben, meldet Golem heute: Aber keine Panik. Microsoft hat schon den ersten Patch angekündigt - für ein Betriebssystem, das noch gar nicht auf dem Markt ist. ### Durch die Hintertür Der so genannte WMF-Bug ist gar keine Sicherheitslücke, sondern eine Hintertür, die sich Microsoft offen gelassen hat, um Code auf den Systemen von Benutzern auszuführen, die Microsofts Website besuchen. Das behauptet der Sicherheitsexperte Steve Gibons. In der Tat scheint festzustehen, dass es sich nicht um einen Programmierfehler handelt, sondern um eine absichtlich eingebaute Funktion. Der Nachweis der Urheberschaft ist damit eigentlich reine Formsache. Wer sonst sollte solche Dinge in ein so gut gehütetes Betriebssystem einschleusen können als der, der es verbrochen hat? ### Wo George Bush hobelt.. ...da fallen nicht nur Späne. Eigentlich wollten die Amerikaner wohl einen Stellvertreter Osama bin Ladens treffen als sie das Dorf Damadola in Pakistan bombardierten. Getötet haben sie mindestens 18 Menschen. Im Ergebnis muss Pakistans Präsident Musharraf nun um seine Macht bangen. Schon im Krieg gegen die Taliban musste das pakistanische Volk mit Waffengewalt an die Seite des großen Freundes gezwungen werden. Eigentlich völlig unverständlich, warum die Amis in der Region keiner leiden kann. ### Mrs. Merkel geht nach Washington Der Besuch beim US-Präsidenten wird kein Zuckerschlecken für die Kanzlerin. Von allen Seiten wird sie jetzt aufgefordert, mutig zu sein und die Menschenrechte anzusprechen. Davon ist sonst nur die Rede, wenn deutsche Regierungschefs nach Russland oder China reisen. Selbst Wolfgang Schäuble hält Guantanamo für untragbar. Das will schon was heißen, schließlich sah der Innenminister bis jetzt kein Problem darin, Terroristen unter der Folter zu verhören. Indessen ist herausgekommen, dass unser Bundesnachrichtendienst Bombenziele im Irak für die Amerikaner ausspioniert haben soll. ANgesichts der schillernden Rolle, die deutsche Geheimdienste bei den Folterflügen der CIA gespielt haben, würde es mich mittlerweile nicht mehr wundern, wenn man auch in Guantanamo deutsch spricht. ### Microsoft powered by Linux Microsft will dem populären XBox-Game Halo auf die Leinwand verhelfen. Das soll kein geringerer ins Werk setzen als Peter Jackson. Pikant: Die Spezialeffekte werden auf 1000 Blade-Servern von IBM animiert, auf denen Linux läuft. Wasser auf die Mühlen schadenfroher Linux-Fans. ### Vier Jahre lebendig begraben Am 11. Januar 2002 kamen die ersten Gefangenen aus dem Afghanistan-Krieg im Camp X-Ray, US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba, an. Heute feiert das wohl umstrittenste Gefangenenlager der Welt einen traurigen Geburtstag. Derzeit sollen 500 Gefangene dort lebendig begraben sein: ohne Aussicht auf ein faires Verfahren, ohne Haftbefehl, auf Gedeih und Verderb der Willkür der US-Regierung ausgeliefert. Guantanamo steht für die erschreckende Skrupellosigkeit und Prinzipienlosigkeit, mit der die letzte verbliebene Supermacht rechtstaatliche Grundsätze über den Haufen wirft, wenn diese ihr nicht in den Kram passen. ### Springer zieht alle Register Lieber Springer als Murdoch! So lassen sich die Reaktionen darauf zusammenfassen, dass die Medienkontrollbehörde KEK eine Übernahme von ProSieben und Sat.1 durch den Springer-Verlag abgelehnt hat. Dabei ist viel vom Standort Deutschland die Rede und von Arbeitsplätzen. Die seltene Einmütigkeit aller politischen Parteien beweist vor allem eines: wie weit Springers Arm schon jetzt in die Politik reicht. Man kann Autos für Deutschland in China produzieren. Aber Fernsehprogramme? Wenn aber die Programme in Deutschland hergestellt werden, dann bleiben auch die Arbeitsplätze hier, richtig? Bleiben wir bei den Arbeitsplätzen: In der Medienbranche wird es sehr bald mehr prekäre Arbeitsverhältnisse geben als Festanstellungen. Welche Arbeitsplätze? ### Wer will die Smarties? Mercedes will Smart loswerden! Das berichtet der Stern heute im Internet. Ein Wunder ist es nicht: Der Smart kostet wie ein Großer, säuft wie ein Großer und hat weniger Platz als ein italienischer Sportwagen. Ein Auto, das für die Yuppies der 90er konstruiert war, die nach dem Platzen der New-Economy-Blase kaum das nötige Kleingeld besitzen dürften. ### Linux nach Maß Es gibt nur ein Windows und nur ein Mac OS, aber das Linux-Portal Distro-Watch listet schon mehr als 300 Linux-Distributionen. Welches Linux passt zu welchem User? Ein neues Linux-Quiz gibt Entscheidungshilfe. Aufgrund der bereits genannten Zahl von Linux-Distros sei dem Anbieter, Zegeniestudios, nachgesehen, dass er sich auf die gebräuchlichsten beschränkt hat. ### Koperschutz über Leichen Sony entschuldigt sich für seinen brutalen Kopierschutz. Das meldet Heise.de heute. Einige CDs aus dem Hause Sony installierten Spyware auf Computern von Musikfreunden - per Rootkit! Um den Virenjägern zu entgehen. Solch ein Verfahren öffnet zunächst einmal auf befallenen Systemen Sicherheitslücken. Allmählich muss man sich fragen, was für den (Windows-) PC gefährlicher ist: Hacker, Viren, Trojaner oder vielleicht doch die Konzerne? ### Zähneklappern um Sharon Die Welt bangt um Ariel Sharon, selbst jene, die eigentlich bisher nicht viel Grund dazu hatten. Die Palästinenser bespielsweise. Wenn der israelische Premier seinem Schlaganfall erliegt, dann steht die Zukunft des gerade begonnenen Friedensprozesses in den Sternen. Begonnen hatte er als Arafat im vergangenen Jahr verstarb. Plötzlich hatte Sharon seinen Gegenspieler verloren, seinen alten Feind, dessentwegen er in die Politik zurückgekehrt war. Und jetzt? ### 7000 Downloads pro Tag 750.000 Distributionen von OpenSuse 10.0 will Novell mittlerweile unters Volk gebracht haben. Den deutschen Linux-Marktführer in seiner Open-Version gibt es erst seit dem 6. August vergangenen Jahres. 7000 mal wird OpenSuse täglich heruntergeladen. Ein nicht unerheblicher Teil der Pakete dürfte in China gelandet sein. Dort ist Novell - also Suse - der Marktführer unter den Linux-Anbietern. In den Ländern Asiens und Osteuropas spielt Linux schon deswegen eine immer wichtigere Rolle, weil Open Source die sauberste Lösung ist, eine Informationsgesellschaft aufzubauen, wo das Geld knapp und der Durst nach Teilhabe am weltweiten Dorf groß ist. ### WMF und kein Ende Er heißt wie ein großer deutscher Hersteller von Essgeschirr, er kommt uneingeladen und isst garantiert nicht mit Messer und Gabel: Der WMF-Exploit hält die Windows-Welt auch im neuen Jahr auf Trab. Schon lange hat kein PC-Parasit mehr solche Hartnäckigkeit bewiesen. Jetzt streiten sich Microsoft und diverse Drittanbieter, wer das Untier bekämpfen darf. Kleinstweich würde natürlich gern die Hoheit im eigenen Haus behalten, und dazu zählen nach Redmonder Auffassung natürlich auch die PCs aller Millionen von Windows-Benutzer. Das Problem: Wenn man der Meldung auf Heise Glauben schenken darf, dann funktionieren auch die hauseigenen Patches keineswegs reibungslos. Zum ersten Mal am 28. Dezember hatte der IT-Informationsdienst Heise vor der Sicherheitslücke im Bildformat *.wmf gewarnt. ### Die Liberalen und die Menschenrechte "Die Amerikaner verletzen in Guantanamo vorsätzlich Menschenrechte." So tönte es nach einer Meldung der katholischen Nachrichtenagentur KNA kürzlich aus... Ja, aus welcher Richtung? Die Grünen? Die Linken? Falsch: Die FDP! Ja, genau, die fröhlichen Modernisierer, die nur dann von den Börsenkursen aufschauen, wenn das Wort "Rechte" in Bezug auf das Privateigentum fällt. Urheberin des erwähnten Zitats ist die FDP-Rechtsexpertin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die in früher Vorzeit, in einer anderen Bundesrepublik einmal ministrabel war. Wenn die große Koalition noch lange andauert, dann wird es ganz schnell sehr kuschelig im linken Parteienspektrum. ### Für den Terroristen zu clever! Mit ihrem Einbürgerungstest für Muslime ist den Clerverles im Ländle aber mal was Geniales eingefallen. Ganz sicher, liebe Schwaben, taugen Fragen nach der Einstellung zu den Attentaten vom 11. September 2001 zur Enttarnung gewaltbereiter Islamisten. Was würde wohl so ein Terrorist antworten? "Find ich super! Ich trink ja nie Alkohol, aber als wir das gesehen haben, waren wir stramm wie die Äxte, damals im Taliban-Trainingslager in Afghanistan!" Die Idee ist aber auch verfassungsrechtlich bedenklich: Das Grundgesetz verlangt eine Gleichbehandlung von Menschen unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht und Herkunft. Wann kommt also der Gesinnungstest für uns Ureinwohner? ### Gesetz gegen Neueinstellungen Ein Gesetz gegen Neueinstellungen fordert die Gewerkschaft Ver.di. So jedenfalls würden sich die neuen Pläne des nostalgischen Arbeitervereins auswirken. Der möchte profitablen Unternehmen gesetzlich verbieten, Leute zu entlassen. Wir können sicher sein, dass kein Politiker dafür die Hand hebt. Dennoch zeigt Ver.di einmal mehr wie vollkommen deutsche Gewerkschaften die Realitäten zu ignorieren vermögen. ### Schünemann will Reservat für Hassprediger Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) will die elektronische Fußfessel für islamistische Hassprediger einführen. Da die Fußfessel nur verhindert, dass sich einer im Raum ungehindert bewegt, keineswegs aber, wieviel Blödsinn er absondert, die Fußfessel aber nicht die Funktion eines Knebels besitzt, muss sich Schünemann nun fragen lassen, wo er die gewaltbereiten Muslime nun predigen lassen will. ### El Masris Taschen füllen Wie wandelt man eine Krise in einen Vorteil? Die bayerische Landesregierung macht es vor: Problem: Ein ausländischer Geheimdienst entführt einen deutschen Staatsbürger. Die Bundesregierung nimmt es schweigend hin. Als ob das nicht genug wäre, kommt der Verdacht auf, dass erst die Informationen aus deutschen Amtsstuben zur Verschleppung der fraglichen Person geführt haben. Zu allem Unglück plaudert der Entführte munter aus, dass er in seinem Verlies von Deutschen vernommen worden ist. Unser Staat ein Denunziant, der seine Bürger an eine Supermacht verschachert, die uns immer fremder wird? Lösung: Es wäre ja zu schön, wenn der fremde Dienst (oder die deutschen Büttel) aus Khaled el Masri - um niemand anderen geht es hier - wenigstens einige Details über Al-Quaida herausgeprügelt hätte. Zumal unser derzeitiger Innenminister nach eigenem Bekunden überhaupt kein Problem damit hätte, Informationen zu verwenden, die unter Folter erpresst wurden. Aber: Pustekuchen, kein Hinweis auf Verstrickungen zum internationalen Terrorismus. Wenn aber der Delinquent selbst nichts auszupacken hat, muss man etwas anderes suggerieren. Man muss ihm gleichsam etwas einpacken, das er nicht auspacken kann, weil er ja nichts eingepackt hat. Und das geht so: Der bayerische Rundfunk meldet, Bayerns Innenminister Günther Beckstein hat einen Islam-Verein schließen lassen. Keinen Islamisten-Verein, liebe Kollegen, noch ist nichts bewiesen, könnt ihr bei euren Volontären erfragen, wenn eure Ausbildung was taugt. Vordergründig hat das überhaupt nichts mit Khaled el Masri zu tun. Dieser Khaled el Masri ist übrigens kein "Deutsch-Libanese", liebe Kollegen (er ist ja nicht von Deutschland aus in den Libanon eingebürgert worden). Man könnte ihn schlicht als Deutschen libanesischer Abstammung bezeichnen. Diese Lektion ist kostenlos. Aber ich verstehe schon, das "Deutsch" darf ja nicht so betont werden. Dieser Khaled el Masri soll jedenfalls in diesem finsteren Islamisten-Moloch ein und aus gegangen sein. Wenn die Polizei auch sonst nicht viel über dieses zwielichtige Domizil zu wissen scheint - das weiß sie. Jetzt würde mich interessieren, ob unsere Freunde und Helfer das schon wussten, bevor sie das fragliche Haus stürmten. Immerhin müssen sie jetzt irgend etwas dort finden, schon damit Khaled el Masri das wird, was er sein muss, damit unsere amerikanischen Freunde aus dem Schneider sind: Ein mordlüsterner heimtückischer Islamist, der einst zu uns kam, von uns freundlich aufgenommen wurde, dem wir sogar das Wertvollste verliehen, das wir unterhalb des Bundesverdienstkreuzes zu verleihen haben: unsere Staatsbürgerschaft. Das muss er sein: Eine Viper, die wir arglos an unserem Busen genährt haben und von der uns unsere amerikanischen Retter zu befreien suchten. ### Linux spricht Türkisch Aktueller Neuzugang beim Linux-Portal DistroWatch: Pardus, eine Linux-Distribution aus der Türkei. Leider gibt es im Augenblick noch keine Screenshots. ### Such, Galileo! Schatz, weißt du, wo ich den Schlüssel hingelegt habe? Die Frage könnte bald Teil einer hässlichen Erinnerung sein. Die Europäer haben den ersten von insgesamt 30 Galileo-Satelliten ins All geschossen. Galileo soll dem amerikanischen GPS Konkurrenz machen, und es wird genauer sein: Bis auf 10 Zentimeter kann Galileo den Standort eines Objekts auf der Erde bestimmen. Damit sind endlich auch Galileo-Schlüsselanhänger oder Galileo-Zigarettenetuis denkbar. ### Novell No. 1 in China Nur ein offenes Linux ist ein gutes Linux! So könnte man die Erfahrungen umschreiben, die chinesische Minsterien im Augenblick an der Linuxfront sammeln. Wenn schon Linux, dann richtig, sagen sich die Anwender und favorisieren die Linux-Distributionen von Novell und Red Hat. Wie Pro-Linux berichtet, hängt den chinesischen Linuxen vor allem die Einmischung durch staatliche Stellen wie ein Mühlstein um den Hals. ### Die Dritte Welt beginnt in Berlin Gerade ist der Abspann des Films Corporation verklungen. Beginnen wir den Jahresrückblick mit dem Motiv des allmächtigen Konzerns, der die Regierungen zu Machtlosen degradiert: Ist dieses Bild richtig? Corporation meint: "Nein! Konzerne sind nicht unangreifbar." Bezogen auf mein Lieblingsthema - OpenSource - finden wir solche Beispiele in der Entscheidung Indiens, alle Schulen mit Open-Source-Software auszustatten. In Europa stellen in schwindelerregenden Tempo immer mehr öffentliche Verwaltungen ihre IT auf Open Source um. Der Abstand zwischen den Corporations und den Staaten ist längst so groß geworden, dass selbst Gemeinwesen wie die Bundesrepublik Deutschland zu Dritt-Welt-Staaten mutiert sind, die um den sozialen Frieden fürchten müssen, wenn sie den Konzernen - in diesem Fall Microsoft - weiterhin das Geld hinterher werfen. ### Ein Wurm auf dem Gabentisch Der Weihnachtsmann sendet seine Würmer aus, meldet das deutsche Unternehmen Panda. Wer den Anhang einer Mail mit dem in diesen Tagen unverfänglichen Betreff "Merry Christmas!" öffnet, fängt sich einen Wurm ein. Dieser lädt, damit er nicht so allein bleibt, allerhand lustige Trojaner herunter und versendet die frohe Botschaft vom Inhalt des infizierten PC ins Netz. Frohe Weihnachten! ### Glotze für die Armen! Die Tage des analogen Fernsehens sind in den USA gezählt! Aber keine Angst, liebe Wohlfahrtsempfänger: Bedürftige Haushalte werden vom Staat mit 1,5 Mrd. Dollar bei der Anschaffung von Digital-TVs unterstützt. Klar: Wie sollte auch sonst die Army künftig um Kanonenfutter werben, wenn der Bildschirm schwarz bleibt? Und wie sollten Kandidaten beider Parteien ihre Wahlkämpfe führen, wenn der Analphabetismus unaufhaltsam in die Mittelschicht vordringt? Dann hätten die Vereinigten Staaten Zustände wie im alten Europa. ### Freut euch auch an kleinen Dingen Können Sie sich auch an Kleinigkeiten freuen. Lacht Ihnen das Herz bei Nachrichten, die den meisten Menschen selbstverständlich erscheinen? Dann habe ich eine Neuigkeit für Sie: Die USA einigen sich auf ein Verbot der Folter! Jetzt aber hoch die Tassen! Freut euch, Ihr lächerlichen Prinzipienreiter im alten Europa. Die Welt soll merken: Wir halten uns an die Anti-Folter-Konventionen. Das soll sinngemäß George W. Bush gesagt haben, die Tatsache geflissentlich übersehend, dass er sich bis zuletzt verbissen gegen ein Folterverbot gewehrt hat. Liebe europäische Landsleute, die Amerikaner sind ein einfaches Volk, das sich gern an einfachen Dingen freut - und erwartet, dass wir diese Freude teilen. Seien wir nicht erstaunt, wenn sie demnächst einen Kniefall erwarten für die Tatsache, dass sie noch nicht einfach mal so aus Lust und Laune einen dritten Weltkrieg angefangen haben. ### Die Made JPEG Auch Yahoo zahlt jetzt für die Verwendungen von Bildern im JPEG-Format. Damit befindet sich das Online-Portal in guter Gesellschaft von rund 50 Unternehmen. Weitere Klagen sind anhängig. Wenn es jemals eines Arguments gegen den unbedingten Schutz von Software-Patenten bedurft hätte, dann ist es dieser Treppenwitz von einer unbedeutenden Software-Schmiede, die durch Erwerb eines noch unbedeutenderen Unternehmens in den Besitz eines Patents gekommen ist, auf dem heute das gesamte World Wide Web fußt. Wenn die Herren Otto oder Diesel ihre Patente damals hätten schützen können, dann würden die Manager der New Economy heute auf dem Gaul von Meeting zu Meeting hetzen. ### MS versucht den Win 95-Trick noch einmal Die Diskussion um einen Standard für Dokumente im US-Bundesstaat Massachusetts geht in die nächste Runde. Das berichtet Heise. Dabei brahcte IBM-Vertreter Bob Sutor die Dinge auf den Punkt: Das Open Document Format ist einsatzfähig, während ein offener Dokumentenstandard von Microsoft bislang nur als Versprechen existiert. Funktionstüchtige Konzepte mit Versprechen auf die Zukunft aus dem Markt zu boxen, ist Microsoft schon einmal gelungen: In den frühen 1990er Jahren mit der Ankündigung von Win 95. Nicht zuletzt durch diese geschickte Strategie ist IBMs OS2 gefloppt und Apples OS blieb der verdiente Erfolg versagt. ### Quote mit Viren Wenn es um Computerviren geht, dann ist stets von volkswirtschaftlichem Schaden die Rede. Aber wie wäre es mit folgendem Szenario: Nach der Tagesschau kommt das Wetter (Präsentiert von ACC600-Hustenlöser), die Börsennachrichten (Präsentiert von Hugo Boss) und die täglichen Virenwarnungen (Powered by Microsoft). Im Radio sind sogar halbstündlich Virenwarnungen im Anschluss an die Verkehrsdurchsagen denkbar: "Auf den Servern der Deutschen Telekom anderthalb Stunden zähfließender Verkehr durch Sober II!" Die Grundlagen hat jetzt der US-Telekommunikationskonzern AT&T gelegt. Das berichtet der IT-Informationsdienst Heise. Demnach will der Konzern seine Kunden mit Videocasts (visueller Dauerberieselung aus dem Internet) vor Viren warnen. ### "Sofort kaufen" beim Christkind Mindestens 41 Prozent der Deutschen kommen nur noch zum Glühweintrinken in die Fußgängerzonen. In einer aktuellen Weihnachtsfrage des EuPD Europressedienstes gaben 41,1 Prozent der befragten Personen an, Geschenke im Internet zu kaufen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gingen zur Weihnachtszeit nur 28,4 Prozent auf virtuelle Shoppingtour. Diese Studie verbreitete das Internetauktionshaus Ebay heute in einer Pressemitteilung. Davon profitiert auch Ebay. Wer's nicht glaubt, kann mal versuchen, zwischen 18 und 22 Uhr ein Gebot für irgendetwas abzugeben. ### Big Brüssel Die EU will künftig alle ihre Bürger bespitzeln. Das hat das EU-Parlament jetzt beschlossen. Zwei Jahre lang soll das Kommunikationsverhalten aller EU-Bürger gespeichert werden. Die Polizeibehörden sollen nach Lust und Laune darauf zugreifen können. Damit stellt sie selbst die Stasi in den Schatten. In der damaligen DDR stand schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung unter dauernder staatlicher Beobachtung. Aber unsere Politiker sind ja viiiiiiel besser! Die tun das nur im Dienste des Krieges gegen den Terror. Dabei fürchten die Europäer die Arbeitslosigkeit längst mehr als die Terroristen. Aber natürlich ist es viel leichter, die Muskeln dort spielen zu lassen, wo man noch Entscheidungen treffen kann. Irgendwann wird man mit der Sicherheitsmanie so weit sein, dass stichprobenartig EU-Bürger füsiliert werden, in der Hoffnung, dass ein Terrorist dabei ist. Spätestens dann werden uns unsere Regierungen erklären müssen, warum sie mit Computern spielen, anstatt die wirklich drängenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu lösen. ### Die lieben Urheberrechte Urheberrechte sind etwas Feines: Ich entdecke einmal etwas Sinnvolles, danach lege ich mich an den Strand und halte die Hand auf bei Leuten, die es weiterverwenden wollen. Doch das Urheberrecht treibt immer buntere Blüten: In Japan ist die Einführung des DVD-Nachfolgers HD-DVD verschoben worden. Grund: Der Kopierschutz ist noch nicht so weit. Geistiges Eigentum OK, aber die Plattenkonzerne argumentieren mit Rechten von Künstlern, die nur ein paar Cent vom CD-Preis abbekommen. Ausgerechnet der Kopierschutz erweist sich als Hürde für die Einführung eines neuen Mediums, mit dem sich die Elektronikindustrie sanieren will. ### Apple-Bashing Immer nur Windows, Windows, Windows... Das Magazin Forrester hat aus dem dauerhaften Kultstatus von Apple fünf Tipps abgeleitet, cool zu sein und zu bleiben. Das berichtet ### Jagd auf Merkel Die Einschläge der amerikanischen Folterflieger kommen näher. Dass die erste deutsche Bundeskanzlerin ausgerechnet auf außenpolitischem Parkett ausgleiten könnte, hat sie wahrscheinlich nicht erwartet. Doch jetzt steht immerhin ein Kabinettsmitglied (Außenminister und Ex-Kanzleramtsminister Steinmeier) unter Verdacht, über den dubiosen Zwangstourismus des US-Geheimdienstes CIA unterrichtet gewesen zu sein. Zusätzlich ist die Schonzeit der Koalitionsverhandlungen vorbei: Die CDU-Länderchefs wollen jetzt endlich die Wahlschlappe vom September aufklären. Es sieht so aus, als sei Merkel in den Reihen ihrer Sozi-Gefährten im Augenblick sicherer als im eigenen Haus. Zudem zwingt die Geschichte sie dazu, sich weiter kritisch mit den USA auseinanderzusetzen. Ausgerechnet sie, die eigentlich lieber Blutsschwesterschaft mit George W. Bush schließen würde. ### 5000 mal Linux nach Mazedonien Die Mazedonische Regierung will die Computer in 468 Schulen und 182 weiteren Institutionen auf Linux umstellen. Das sind stolze 5000 Desktops. Das berichtet das Gnome Journal. Die Wahl fiel auf das südafrikanische Ubuntu-Linux und den Gnome-Desktop. Die Linux-Gemeinde liebt Wasserstandsmeldungen wie diese. Ein Verlust von 5000 Kunden wird Microsoft längst nicht so weh tun, dass man dort anfinge die Existenz eines Landes namens Mazedonien zur Kenntnis zu nehmen. Zumal wir aus der Gnome-Meldung erfahren, dass die Software-Piraterie dort hoch ist. Die Windows dürften dort schwarz wie die Nacht sein. Aber die Linuxer werden etwas besser wissen, wo sich Mazedonien befindet, zumal das Gnome Journal Mazedonien völlig richtig und nur etwas unpräzise in Südeuropa verortet. ### 5000 mal Ubuntu in Mazedonien ### Joja TV Joja Wendt Trio Live im Anthroposophischen Zentrum, Kassel, 27.11.05. ### Microsoft-Open-Office Eine kleine Sensation verkündet der IT-Informationsdienst Golem heute. Microsoft will seinen Doc-Standard als internationalen Standard mit ISO-Segen etablieren. Vor wenigen Wochen hatte der US-Bundesstaat Massachusetts angekündigt, den Open-Document-Standard zu übernehmen. Ein offizieller Doc-Standard würde zwar das Überleben von MS-Word sichern, aber der Konzern wäre gleichzeitig gezwungen, Details des Doc-Formats offen zu legen. ### An der Nordseeküste Eine Wetterstation für echte Männer, die "kein anderes Bier" trinken. Dass die Wikinger bereits von Erdbeben und Vulkanausbrüchen wussten, spricht für ihr immenses Wissen um fremde Länder. Beides ist in Norddeutschland überaus selten. Obwohl ein Vulkan sicherlich praktisch wäre, um bei einem Deichbruch trockene Füße zu behalten. Gesehen hinter dem Deich bei Tossens. ### Benes neue Kreuzzüge Papst Benedikt XVI. zieht gegen schwule Priester zu Feld. Wie Spiegel-Online berichtet reagiert die Katholische Kirche in den USA derzeit mit einer eigenen Logik auf die Welle von Kindesmissbrauchsdelikten durch Priester. 81% der Opfer zwischen 1950 und 2002 waren Jungen, demzufolge sucht der Heilige Stuhl in den eigenen Reihen nicht etwa nach Pädophilen, sondern nach Homosexuellen. Dabei beruft sich das Magazin auf einen Fragebogen, den ein Priester der New York Times zugespielt hat. Der Großinquisitor unter der Papstkrone strebt nun eine Säuberung der Kirche von allen homosexuellen Elementen an, selbst wenn diese einen z?atä²¥n Lebenswandel vorweisen k?n. Pikanterweise weist die Kirchenkritikerin Uta Ranke-Heinemann darauf hin, dass schon Johannes Paul II. die Messdienerinnen vertrieben hat. Das hindert den Klerus daran, sich an Mädchen zu vergreifen. ### Bayern wankt Die CSU hat in Bayern 49 % der Wählerstimmen errungen. Vor drei Jahren waren das noch 58 %. Stoiber hatte den Wunsch geäußert, dass Bundestagswahlen nicht im Osten entschieden werden. Na bitte, geht doch. ### Prognose stabilisiert sich Siegestaumel vor allem bei der FDP. Die Blaugelben haben eines der besten Wahlergebnisse in ihrer Geschichte erzielt: 10,3 %. ### Demoskopen haben verloren Egal wie die Bundestagswahl ausgeht, ein Verlierer steht fest: die Demoskopen. Die SPD liegt nach ersten Hochrechnungen bei knapp 34 %, die Union hat mit 35,5 % kräftig Federn gelassen. Der Abstand zwischen SPD und CDU liegt also bei rund 1,5 Prozentpunkten. Nicht bei 1,5 Prozent, wie es Herr Wowereit in der ARD formulierte, und Frau Merkel heißt auch mit Vornamen nicht Angelika, wie der Berlinder Bürgermeister weiter stammelte. ### Mainz Blick in die Augustinerstraße in Mainz am Sonntagmorgen um 9. Wirklich scheußlich, diese Handyfotos. ### Unglaublich! Studiengebühren schrecken Erstsemester ab! Studienanfänger fühlen sich von Diskussionen um Studiengebühren abgeschreckt. So stand es heute in der Süddeutschen Zeitung. Indikator laut SZ: Die Zahl der Studienanfänger ist im Jahr 2004 erstmals seit Kaisers (Wilhelm II.) Zeiten gesunken. Dabei hatte die Woche so gut angefangen. Das Lob von der OECD hagelte in den letzten Tagen nur so: Reformen prima gestartet, endlich hatte die Weltgemeinschaft uns Deutsche wieder lieb und wir waren voll Hoffnung, bald wieder den Lebensstandard eines Schwellenlandes zu erreichen. Schließlich hatte Merkels Gruselkabinett uns gebetsmühlenartig versichert, dass wir schon Äthiopien beneiden müssten. Und nun das! Die politische Klasse reagiert überrascht, insbesondere jener Teil, der schon jetzt am Campustor die Hand auf hält. Keiner hat das kommen sehen. Der Zusammenhang zwischen dem Preis einer Ware und dem Maß, in dem sie nachgefragt wird, ist ja nicht etwa schon seit Kaisers (gemeint sind diesmal die römischen Cäsaren) Zeiten bekannt. Wer den Zusammenhang von Studiengebühren einerseits und sinkenden Studierendenzahlen andererseits bestreitet, darf gern einmal die Spritpreise saftig anheben und schauen, ob der Verbrauch an der Zapfsäule tatsächlich steigt. ### Eigentoooooooor Schlupflöcher dicht, Steuersätze runter. So klingt es dem Deutschen derzeit aus der Union durchs steuererklärungsvernebelte Hirn. Gar nicht witzig finden das aber die rund 90.000 Sportvereine in Deutschland. Ihre Übungsleiter können jährlich 1848 Euro steuerfrei an Aufwandsentschädigungen beziehen. Wie der Deutschlandfunk heute berichtete, fürchten die Vereine das Ende des Breitensports, wenn ihre Übungsleiter künftig jeden Cent versteuern müssen. Zu einer diesbezüglichen Anfrage der Sportverbände hat die Union zur Stunde noch keine Position bezogen. Arbeitet im Wahlkampfhauptquartier der Union eigentlich irgend etwas außer den Ventilatoren? ### Rundfahrt auf der Havel Leuchtturm von Neuendorf am Eingang zur Niederhavel. Einfach furchtbar, diese Handyfotos. ### Da könnte ja jeder helfen! Seit Samstag bestellt die US-Regierung bei ihren europä©Â³chen Verb?n fleiß©g belegte Brote, Trinkwasser und Medikamente f? Opfer des Wirbelsturms Katrina. Schon am Freitag hatte Kubas Staatschef Fidel Castro (Foto) den Amerikanern 1100 IJzte und 26,4 Tonnen Medikamente angeboten. Das von den USA immer wieder attackierte Venezuela hatte gar 120 spezialisierte Rettungskr䦴e angeboten, zwei medizinische Notfallteams, 20 Tonnen Wasser, 50 Tonnen Lebensmittel sowie 5000 Decken. Das berichtet die linksgerichtete Tageszeitung Junge Welt in ihrer heutigen Ausgabe. Beide Angebote ließ die Bush-Regierung bisher unbeantwortet. Ein Care-Paket aus Kuba k?e glatt die Achse des B? verbiegen.Foto: Wikipedia ### Die Dritte Welt beginnt vor der Haustür Spiegel-Online zieht heute den Vergleich zwischen Bagdad und New Orleans. In beiden Städten soll das Kriegs- das Faustrecht verhindern. Staunend und entsetzt blickt die Welt auf die mächtigste Volkswirtschaft des Planeten, die völlig unfähig scheint, sich selbst zu helfen, die tagelang gemeint hat, schwarze und arme Opfer einfach ignorieren zu können. ### FTD - Tag 3 Seit drei Tagen bin ich Abonnent der Financial Times Deutschland. Vielleicht haben Sie sich bisher bei anderen Medien ausreichend darüber informiert gefühlt, dass unter Schwarz-Gelb der Suizid noch die gnädigste Zukunftsaussicht für Menschen mit einem Jahreseinkommen diesseits der Sechsstelligkeit darstellte. Die FTD heißt uns herzlich Willkommen in der Realität: Merkel will die Preiskontrollen für Arzneimittel abschaffen (Das Aus für eine bezahlbare gesetzliche Krankenversicherung), Kirchhof sagt: Weg mit der gesetzlichen Rente, Peter Müller sagt: Weg mit dem Tarifvertrag. Die Union zeigt der Republik die Instrumente. Diese wiederum wird trotzdem in Scharen Merkel wählen. ### Katrina & The Waves "Katrina" hätte ein so herrlicher Hurrikan für die Medien werden können. New Orleans, The Big Easy, dem Untergang geweiht. Beobachtet von zahllosen Webcams und frei von ungezogenen Menschenkindern, die durchs Bild hüpfen. Dann war die Wanne voll. Erstes Opfer: Das Stromnetz. Blackout für die Webcams und für die Lenzpumpen (70 Prozent des Stadtgebiets liegen unter dem Meeresspiegel). ### Auf der Alm, da is koa Bookshop Neue Schulbücher werden derzeit vorzugsweise im Buchhandel (63 Prozent) oder über die Schule gekauft (61 Prozent). Doch auf Platz drei folgt bereits das Internet (16 Prozent). Das ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag von Ebay. Spitze im Schulbuchkauf im Internet sind die Bayern. 28 Prozent der befragten Bajuwaren sagen Ja zum Schulbuch aus dem Internet. Erstens gibt es in Bayern keine Lernmittelfreiheit und zweitens auf der Alm auch keine Buchhandlung... Foto: Ebay Vergleichbare Ergebnisse zeigen sich beim Kauf von gebrauchten Schulbüchern im Internet. Auch hier sind die Bayern im Ländervergleich spitze. Eine weitere Besonderheit: Jüngere Eltern erwerben gebrauchte Schulbücher eher als ältere im Internet. So kaufen 22 Prozent der bis 34jährigen, aber nur 14 Prozent der über 45jährigen die Schulbücher ihrer Kinder im Internet. Befragt wurden bundesweit 1.011 Frauen und Männer mit schulpflichtigen Kindern. ### Gerettet Das Bundesverfassungsgericht hat die frisch zugestellten Wahlbenachrichtigungen vor dem Altpapier gerettet. Jetzt kann es also ernst werden - falls es für SPD-Chef Müntefering noch ernster werden kann. Der brach bei einem Wahlkampfauftritt zusammen. Pikanterweise ausgerechnet im Saarland, der Heimat des abtrünnigen Sozialdemokraten Oskar Lafontaine. ### Geschwätzigkeit, dein Name sei Windows Die Beta-Version vom neuen Windows Vista nimmt ungefragt Kontakt zu fremden Rechnern auf. Das meldete der Standard am Wochenende. Übeltäter soll ein neuer P2P-Dienst PNRP sein, den Microsoft bei Vista erstmals standardmäßig aktiviert hat. Hinter Herrchens Rücken plappert das neue Windows auf dem PC nun mehr oder minder wahllos mit Rechnern, denen ebenfalls Windows Vista angetan wurde. Aufgefallen ist das dem Sicherheitsexperten des ehrwürdigen Dartmouth-Colleges in den USA. Probleme: 1. Jeder Rechner identifiziert sich eindeutig und 2. Der Dienst ist bisher nicht auf seine Sicherheit getestet. Man fragt sich, ob beim neuen Windows mirklich mehr Sicherheitslücken gestopft worden sind als neu hinzugekommen sind. ### Benedetto auf dem Marienfeld Papst Benedikt XVI. predigt zur Stunde auf dem Marienfeld bei Köln den Besuchern des Weltjugendtages. Hörenswert: Die Übertragung auf dem Deutschlandfunk. Mit gedämpfter Stimme kommentiert ein Sprecher das Geschehen. Eurosport-Konsumenten werden die Parallelen zu Snooker-Übertragungen auffallen. ### Damit die Steuer weiter kryptisch bleibt Erst Friedrichs Merz' Steuererklärung auf einem Bierdeckel, jetzt Paul Kirchhofs Steuererklärung in zehn Minuten: Aus der Union entstanden, in der Union gestorben. Wie schrecklich, wenn die Steuererklärung zu einfach würde, und noch schrecklicher, wenn die Einkommensmillionäre unseres Landes anfangen müssten, Einkommensteuer zu zahlen. Und seien es auch nur 25 Prozent. Weil sich zudem ein hoher Spitzensteuersatz, den niemand zahlt, im Wahlprogramm der Sozis allemal besser macht, als der niedrige Kirchhofsche Steuersatz, wird sich garantiert auch keine sozialdemokratische Regierung zur Vereinfachung der Steuer bereit finden. ### Die Glaubensgemeinschaft der Sikhs in Deutschland grüßt den Papst ### Warten auf Benedetto Schon am Morgen belegten viele Weltjugendtagsteilnehmer ihren Aussichtsposten am Rhein. Hier eine Reisegruppe aus Italien am Anleger der Fähre am Deutzer Ufer. Die Italiener riefen mit "Benedetto"-Sprechchören nach dem heiligen Vater. ### Warten auf den Papst Zweieinhalb Millionen Menschen haben nach Schätzungen der Polizei entlang des Rheins in Köln auf die Ankunft von Papst Benedikt XVI. gewartet. Dort wo Wasserstand und Strömung dies zuließen drängten die Gläubigen auch ins Wasser, so wie hier, auf dem rechten Rheinufer, nahe der Zoobrücke. ### Lasst die Spiele beginnen Kölns OB Schramma freut sich, dass die Stadt "Austragungsort" des Weltjugendtages ist. So steht es in der Mappe, die jeder Journalist zur Begrüßung erhält. Das müssen die Weltmeisterschaften im Singen, Beten und Pilgern sein. Und weil sich der OB so über die vielen Pressevertreter freut, hält er die Weltpresse jeden Abend auf dem stadteigenen Schiff frei. Kölsch und Seegang - eine explosive Mischung für Landratten. ### Mega-Pontifex Zum ersten Mal in ihrer 49-jährigen Geschichte bringt die Bravo ein Mega-Poster von einem Papst. Damit hat es Benedikt XVI. schneller zur Pop-Ikone gebracht als sein Amtsvorgänger. Johannes Paul II. hatte seine Memoiren in der Bild-Zeitung vorveröffentlichen lassen. In der fraglichen Bravo-Ausgabe wollen sich Stars wie Otto Waalkes oder Oliver Pocher zu Papst und Kirche äußern, und der König des zweideutigen Schüttelreims Snoop Dogg. ### Zum Weltjugendtag und sündenfrei wieder nachhause Einen Ablass für alle Sünden bekommt, wer den Weltjugendtag besucht und dort beichtet. Ob dadurch weitere Kosten entstehen, ist noch unsicher. Immerhin ist der Ablass eine gute, traditionelle Einnahmequelle der Katholischen Kirche. Für acht Dukaten konnte man sich sogar von vorsätzlichen Tötungsdelikten freisprechen lassen. Derartige "Generalablässe", wie sie jetzt Papst Benedikt XVI. den Weltjugendtagspilgern versprochen hat, erteilt die Kirche normalerweise ungern und nur zu sehr bedeutenden Anlässen. Im Mittelalter zählten die Kreuzzüge zu diesen Anlässen. Das Schwert ziehen, ein paar Heiden erschlagen und schon blieben der gesamten Sippe die Qualen des Fegefeuers erspart. Beten wir für die Kölner, dass sie nicht das Schicksal von Konstantinopel teilen. Die damals christliche Metropole am Bosporus - heute Istanbul geheißen - wurde 1204 von Kreuzfahrern erobert, verwüstet und ein großer Teil ihrer Einwohner wurde blutig hingemetzelt. Foto: Wikipedia ### Bayern ist schön! Das meint zumindest Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber. Und vor allem sind die Bayern so klug. Und weil die Bayern so klug sind, müssen sie es auch immer der Republik sagen. Heute ist der kluge Stoiber mal wieder das Gespräch des Tages. Er werde nicht akzeptieren, dass auch die kommende Bundestagswahl in Ostdeutschland entschieden werde, sagte er gestern bei einem Wahlkampfauftritt. Wörtlich: "Die Frustrierten dürfen nicht das Schicksal Deutschlands entscheiden." Wir müssen darauf hoffen, dass die Bayern schlau sind, denn sonst müsste die PDS einen Teil ihrer Wahlkampfkostenerstattung an ihren Wahlkämpfer Stoiber abdrücken. Aber bestimmt steckt hinter Stoibers Äußerung eine höhere Weisheit, die wir dummen Hessen nicht kapieren. Dass Bundestagswahlen im Osten entschieden werden, liegt vor allem an den geringen Parteibindungen dort. Die Wähler in den neuen Ländern sind unkalkulierbarer als die in Hessen oder Baden-Württemberg. Von Bayern ganz zu schweigen. Dort müsste man genaugenommen gar nicht wählen lassen. Es würde dort reichen, ein bestimmtes Wahlergebnis in die Verfassung zu schreiben. Das würde Millionen sparen und das Bundestagswahlergebnis nicht im Mindesten beeinflussen. Das ZDF-Wahlstudio hätte schon am Wahlmorgen erste Hochrechnungen, nämlich die aus Bayern, und schon um die Mittagszeit könnte Stoiber in der Elefantenrunde sitzen. Allein zwar, aber im Rest Deutschlands sind wir nicht so klug wie in Bayern. Wir müssen erst überlegen, wo wir unser Kreuz machen. Wenn ihr, liebe Bayern, in Zukunft als wahlentscheidend beachtet werden wollt, dann solltet ihr die Republik einfach mal überraschen indem ihr etwas völlig Unübliches wählt. Die PDS zum Beispiel. ### Der Tag der Liebe rückt näher Ausgerechnet eine Latexhaut liegt über der Vorfreude auf den Kirchentag. Ein Herbergsvater aus Satzvey in der Eifel will gratis Kondome an die Jugenlichen verteilen. Aber der Mann, ein gewisser Dieter Schulz, vermutet nicht als einziger, dass die Weltjugend den Tag der Begegnung allzu wörtlich nehmen wird. Auch die Gewerkschaft der Polizei will Präser verteilen. Allerdings enthält die entsprechende Meldung einen Satz, der nicht nur den Papst verstören sollte: "Schließlich soll der Latex-Einsatz der Gesundheit der Kollegen dienen und nicht als familienpolitische Aussage verstanden werden." Bei näherer Betrachtung des Kontextes wird klar, dass sich diese Aussage nicht auf den Weltjugendtag bezieht, sondern auf einen Castor-Transport, bei dem die GdP schon einmal ihre Kollegen mit Kondomen eingedeckt hatte. Offensichtlich befürchtete man damals innige Fraternisierungen zwischen Beamten und Sitzblockierern. ### Gedanken zu den kältesten Hundstagen seit der Würm-Eiszeit Leben wir in einer Eiszeit? Alles relativ, wie das Beispiel Finnland zeigt: +10°C Die Bewohner von Mietwohnungen in Helsinki drehen die Heizung ab. Die Lappen (Bewohner Lapplands) pflanzen Blumen. +5°C Die Lappen nehmen ein Sonnenbad, falls die Sonne noch über den Horizont steigt. +2°C Italienische Autos springen nicht mehr an. 0°C Destilliertes Wasser gefriert. -1°C Der Atem wird sichtbar. Zeit, einen Mittelmeerurlaub zu planen. Die Lappen essen Eis und trinken kaltes Bier. -4°C Die Katze will mit ins Bett. -10°C Zeit, einen Afrikaurlaub zu planen. Die Lappen gehen zum Schwimmen. -12°C Zu kalt zum Schneien. -15°C Amerikanische Autos springen nicht mehr an. -18°C Die Helsinkier Hausbesitzer drehen die Heizung auf. -20°C Der Atem wird hörbar. -22°C Französische Autos springen nicht mehr an. Zu kalt zum Schlittschuhlaufen. -23°C Politiker beginnen, die Obdachlosen zu bemitleiden. -24°C Deutsche Autos springen nicht mehr an. -26°C Aus dem Atem kann Baumaterial für Iglus geschnitten werden. -29°C Die Katze will unter den Schlafanzug. -30°C Kein richtiges Auto springt mehr an. Der Lappe flucht, tritt gegen den Reifen und startet seinen Lada. -31°C Zu kalt zum Küssen, die Lippen frieren zusammen. Lapplands Fußballmannschaft beginnt mit dem Training für den Frühling. -35°C Zeit, ein zweiwöchiges heißes Bad zu planen. Die Lappen schaufeln den Schnee vom Dach. -39°C Quecksilber gefriert. Zu kalt zum Denken. Die Lappen schließen den obersten Hemdknopf. -40°C Das Auto will mit ins Bett. Die Lappen ziehen einen Pullover an. -44°C Mein finnischer Kollege überlegt, evtl. das Bürofenster zu schließen. -45°C Die Lappen schließen das Klofenster. -50°C Die Seelöwen verlassen Grönland. Die Lappen tauschen die Fingerhandschuhe gegen Fäustlinge. -70°C Die Eisbären verlassen den Nordpol. An der Universität Rovaniemi (Lappland) wird ein Langlaufausflug organisiert. -75°C Der Weihnachtsmann verlässt den Polarkreis. Die Lappen klappen die Ohrenklappen der Mütze runter. -120°C Alkohol gefriert. Folge davon: Der Lappe ist sauer. -268°C Helium wird flüssig. -270°C Die Hölle friert. -273,15°C Absoluter Nullpunkt. Keine Bewegung der Elementarteilchen. Die Lappen geben zu: 'Ja, es ist etwas kühl, gib' mir noch einen Schnaps zum Lutschen' ### 200 000 Kilometer! Stadtausfahrt Witzenhausen in Richtung B 27, gegen 9.40 Uhr. Früher hätte man Autos mit mehr als 100 000 Kilometern auf dem Tacho vorsichtig zum Abdecker gefahren, heute, wo mein Polo III 200 000 km abgebissen hat, kann ich die Korken knallen lassen: Auf die nächsten 100 000 Kilometer! ### Schilys Mantra Eigentlich erstaunlich, dass Bundesinnenminister Otto Schily so lange gebraucht hat, sein Mantra von der dringend erforderlichen Ausweitung der polizeilichen Befugnisse anzustimmen. Immerhin liegen die Terroranschläge in Ägypten jetzt schon mehr als 48 Stunden zurück. Wie immer: Herzliches Beileid, Herr Minister, dass es wieder nicht bei uns gekracht hat. Ich bin sicher, das erfüllt Sie mit Trauer. Ziel neuer rechtlicher Regelungen soll sein, Polizei und Geheimdienste zu ermächtigen, vorbeugend aktiv zu werden. Wie man einen Terroristen erkennen kann, bevor er was verbrochen hat, verschweigt Schily (Mitgliedschaft in Terrororganisationen und dergleichen steht ja schon unter Strafe). Wenn die Polizei nach der äußeren Anmutung urteilt, können wir annehmen, dass man auch bei uns bald im Zweifel lieber einen Brasilianer zuviel als einen Pkistani zu wenig erschießen wird, wie dies in London geschehen ist. Aber, Herr Minister, wer schützt uns dann vor der Polizei. Vor allem, wenn wir nach dem Urlaub in der Ankunfthalle des Fraport stehen - braun gebrannt, die Sonnenbrille noch auf der Nase. Wer dann noch ein Handtuch um den Kopf trägt, lebt gefährlich. ### Rechtstaat ausgebombt Dieser Mann, Magdi Mahmoud al-Nashar (33) soll die Sprengsätze von London gebaut haben. Die BBC bezeichnet den Mann in ihrer Berichterstattung von dessen Festnahme als gesuchten Chemiker. Das spricht für eine Distanz, die deutschen Medien abhanden gekommen ist. In den HR1-Nachrichten hieß er kurz: Der Bombenbauer, und der Sender verurteilte ganz Ägypten - dort wurde al-Nashar heute verhaftet - gleich mit: "Welche Rolle spielt Ägypten im internationalen Terrorismus". Es ist dieser Unterschied in der Einstellung zum Rechtstaat, der Sorge bereitet: Otto Schily torpediert den Rechtstaat, ohne dass etwas passiert wäre. Die Briten verteidigen den Rechtstaat gegen die Bombenleger. ### Impressionen aus Marktl Links das Ratzinger-Geburtshaus, im Hintergrund das Heimat-Museum und rechts einer der zahllosen Papst-Touristen derentwegen die jetzigen Inhaber des Papst-Geburtshauses das Anwesen fluchtartig verlassen haben. Verständlich: Wer wird schon gern beim Abwasch fofografiert. Und jeder dritte Papst-Pilger klingelt, um zu sehen, wo der Papst aufs Töpfchen gegangen ist. ### Auf den Papst! Papst Pilgerreise - auf Ratzingers Spuren Zwei Jahre hätte Ratzinger hier nur gelebt, informiert der Wirt einer Gaststätte am Dorfplatz in Marktl die Touristen aus Westfalen. Ist ja egal, solange sie das Viererpack Papstbier mitnehmen. Und das werden sie: Sie haben bereits eine Papst-Tasche, die Papstgläser und etliche andere Devotionalien eingekauft, und sie haben das obligatorische Foto vor dem Geburtshaus von Joseph Ratzinger geschossen. Vielleicht haben sie sogar schon die Papsttorte im Café gegenüber probiert. In der Bäckerei W. Leuckert, in der die begehrten Papst-Mützen (Hefegebäck mit Rosinen) gerade ausverkauft sind, gibt es ein Buch mit Kochrezepten von Marktler Hausfrauen für Gerichte, die der bayerische Papst angeblich gern isst. Dabei wird der sich rückblickend allenfalls an den Geschmack von Babybrei erinnern, wenn der Name Marktl fällt. Der Taufstein, über dem Klein-Joseph die Taufe empfing, steht im Heimatmuseum Marktl. Wer an einer Führung teilnimmt, sollte etwas Zeit mitbringen. Der Streifzug durch die stolze Geschichte des Ortes beginnt beim Erdmittelalter. Nirgendwo sonst treibt der Kult um Benedikt XVI. so seltsame Blüten wie in Marktl. ### Der heilige Stuhl: Papst-Pilgerreise - auf Ratzingers Spuren 3 Nächste Station: Die Bischofswohnung im Studienseminar St. Michael in Traunstein. Alle drei Ratzinger Kinder - Josef, Maria und Georg - gingen in Traunstein zur Schule. Joseph kam als Dozent zurück und auch immer wieder als Erzbischof von München-Freising. Die Stadt rüstet sich für die erwarteten Papst-Touristen. Mit Hilfe von amerikanischen Papst-Fans will Traunstein einen Benediktbrunnen errichten. Wenn sich schließlich der Rummel um den Papst legt, wird vielleicht der geschmackvolle Bezug des Papstklos in der Bischofswohnung seinen Weg zu Ebay finden. ### Freising im Regen: Papst-Pilgerreise - auf Ratzingers Spuren durch Bayern 2 In Freising hat Ratzinger studiert und später auch selbst gelehrt. Man schwärmt dort noch heute, ihn habe die Aura eines "geistigen Mannes" umgeben. Freising ist die alte Stadt der Erzbischöfe von München-Freising, der Fürstbischöfe aus dem Hause Wittelsbach. Die Stadt, in der Himmel und Erde einander zu durchdringen scheinen, hat bis heute nicht verkraftet, dass sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch Bischofssitz zweiter Klasse ist. Auch heute ist man in Freising etwas verstimmt. Das Geschäft mit dem Papst droht die Ratzinger-Geburtsstadt Marktl zu machen. Dabei habe doch Ratzinger dort nur ein paar Jahre seines Lebens verbracht, wie man in Freising klagt. Außerdem sei Marktl gar nicht in der Lage die drohenden Papst-Pilgerströme zu kanalisieren. ### Papst-Pilgerreise: Auf Ratzingers Spuren durch Bayern 1 Bis zu seinem Tod 1952 blieb München-Freisings Erzbischof Faulhaber in Geist und Predigt der Monarchie verbunden. Fremdenführer Georg Reichlmayr (Foto) zeigt auf seinem Ratzinger-Spaziergang durch Münchens Zentrum das Bild einer Stadt, in der der Katholizismus bis heute eine Macht geblieben ist. Und er proträtiert in Geschichte und Geschichten den selbstbewussten Katholizismus, der das fertig gebracht hat, der sich erst während des Nationalsozialismus genötigt sah, sich mit weltlichen Autoritäten zu arrangieren. München gehört zu den Trittbrettfahrern im Papst-Boom. Immerhin waren schon wenige Tage nach Ratzingers Wahl zum Papst alle Fremdenführer auf Papst-Biographien geschult. ### Schröder adé Mit großer Mehrheit hat der Bundestag Gerhard Schröder das Misstrauen ausgesprochen. Vielleicht ist Tierse zu ihm gegangen und hat gesagt: "Ich habe eine gute Nachricht für sie. Sie sind negativ. Außer dem Aidstest stellt wohl nur das konstruktive Misstrauensvotum die Bedeutung von Positiv und Negativ in dieser Art auf den Kopf. ### Morgengrauen in Kassel-Bettenhausen ### Erschütternd: Im Wahlkampf ist jedes Mittel recht! ### Fernöstliche Weisheit der Woche Diskutiere nie mit einem Idioten! Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung! ### Warum kriegen wir eigentlich Kinder? Wenn wir Eva Luise Köhler (58), die Ehefrau unseres Bundespräsidenten fragen, dann lautet eine ihrer Antworten so: "Kinder bereiten Freude und sind unsere Zukunft. Wenn wir keine Kinder mehr haben, verlieren wir den Draht in die Zukunft und werden in einer Weise geschichtslos. Ohne die Fragen unserer Kinder wäre auch unser Leben geschichtsloser. Durch ihre Fragen an uns und auch durch die Fragen an ihr Leben werden wir gezwungen, zu reflektieren." Zu lesen im Sonntagsblatt Bayern. Es geht also um uns Erwachsene, nicht etwa um die Kinder. Dass das auch bei der First Lady nicht anders ist, erstaunt nicht in Zeiten, da Kinder von riesigen Plakatwänden herunter betteln: "Suche Ausbildung - Biete Zukunft!" Dass wir ihnen keine Ausbildung verschaffen, weil sie uns wichtig sind, wissen die Kinder. Sie müssen immer etwas Gutes - besser noch Geldwertes - mit uns machen. Nicht wir sind erwachsen, sie sollen es sein. Jugend ist in der Gesellschaft der Tattergreise eine Dienstleistung. Weil aber der Kunde König ist - und seit er das immer wieder unter die Nase gerieben kriegt, auch wirklich bis unter die Haarwurzeln "geil" - muss sich der Anbieter gleichzeitig auf dessen Werte festnageln lassen. Kaum ein Wort fällt in dem Interview häufiger als "rückbesinnen". Da tritt einem der glückliche Landmann vors innere Auge, der seinerzeit seine Töchter bei Kerzenlicht missbraucht hat. Aber wenigstens hat man damals noch nicht davon gesprochen. Wir sind so eifrig beim Rückbesinnen, dass wir ganz vergessen haben, dass da eine Generation heranwächst, die vielleicht ja auch ein kleines Stück Zukunft gestalten will - ohne Rückbesinnung auf Zeiten, die sie ohnehin nur aus den Heidi-Romanen kennt... Und aus den Sonntagsreden der Politiker. ### Back from Elba Oskar Lafontaine will für ein Linksbündnis zwischen PDS und WASG kandidieren. Fragen Sie mich nicht, wofür WASG steht, ich habe es vergessen. Frage: Warum hat es in Deutschland nie eine Revolution gegeben? Weil es die deutsche Linke schon immer geschafft hat, die Massen mit verstiegenen intellektuellen Gedankengebäuden ins Koma zu langweilen. Nun, auf jeden Fall kann Lafontaine nach dem kommenden Wahlkampf auf die gespaltene deutsche Linke ein Wort seines historischen Pendants anwenden: Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht. Vieles spricht dafür, dass Oskar's Eleven mit genau jenen groben Keilen arbeiten werden, die Agitatoren aller Spielart schon immer gern einschlugen. Lafontaines in der Sache undifferenzierte Kritik an der Europa-Verfassung spricht Bände. Wenn die Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit - mit eben dieser haben wir es zu tun - sich tatsächlich Oskar Lafontaine ins Boot holt, sollte sie über einen neuen Namen nachdenken. Wie wäre es mit: IWKWADK? "Ich Will Kanzler Werden Anstelle Des Kanzlers" ### Linux: 4. Ubudingsda Ubuntu 5.04 Hoary Hedgehog ist mein absoluter Favorit. Dieses Linux erkennt selbst die älteste Hardware auf museumreifen Notebooks, genauso wie aktuelle Machinery. Die Friede-Freude-Eierkuchen-Attitüde ist ganz bestimmt Geschmackssache, aber einen anderen Aspekt der Ubuntu-Philosophie unterstütze ich ohne Vorbehalte: Für jede Anwendung nur ein Programm! Außerdem hat sich der Distributor, Canonical aus Südafrika, die ganze Serverausstattung gespart. Ubuntu ist ein reines Desktop-System und das übersichtlichste, das ich kenne, noch dazu. Im Gnome-Desktop von Ubuntu hat man eine reelle Chance, ein Programm tatsächlich zu finden. Sicherheits- und Programmupdates schiebt das Ubuntu-Sicherheits-Team regelmäßig rüber. Ein kleiner Button im Panel zeigt an, wenn es soweit ist - ganz wie bei Fedora. Für Multimedia-Anwendungen schaltet man einfach im Paketverwaltungswerkzeug Synaptic alle Quellen frei. Ja, Ubuntu besitzt Synaptic, weil unter der Haube ein astreines Debian-Linux steckt. Mutige Naturen können also auch Debian Repositories in die "Sources.List" eintragen und verschaffen sich damit Zugriff auf die gewaltigen Programmreservoires dieses wohl umfangreichsten Linux-Angebots. Kleiner Tipp: Die Debian Repositories, die Knoppix nutzt, funktionieren prächtig. Aber Vorsicht! Vor einem Update muss die Debian-Quelle entweder von Hand auskommentiert oder in Synaptic deaktiviert werden, sonst versucht Synaptic ein Debian zu installieren. Ein Fehler, der mich seinerzeit zur Neuinstallation zwang. Eine Schwäche hat Ubuntu in meinen Augen: Es setzt auf den Gnome-Mail-Standard Evolution, ein Programm, vor dem ich schon unter Fedora kapituliert habe. Offensichtlich gibt es Leute, bei denen dieses Ding funzt, meine Mails hat es jedenfalls nie verschickt. Dummerweise kann man Evolution nicht deinstallieren, ohne den Gnome-Desktop mit abzuschießen, und das wäre doch schade drum. Genau beobachten muss die Linux-Gemeinde auch die weitere Entwicklung von Ubuntu, denn Ubuntu ist kein Community-Projekt. ### Linux: 3. Fedora Core 3 und Gnome Wenn Red Hat Enterprise Linux in Debian-Slang die "Stable" Version von Red Hat ist, dann wäre Fedora Core die "Testing". Der Linux-Marktführer hat sich aus dem Desktop-Geschäft weitgehend zurückgezogen und hat Fedora als reines Community-Projekt ins Netz gestellt. Fedora gibt sich keine Mühe, so zu erscheinen wie Windows. Es kommt mit dem typischen "Blue Curve"-Thema und als Standard mit dem Gnome-Desktop, der zeigt, dass man Dinge noch weiter vereinfachen kann, wenn man sich von den Vorgaben aus Redmond löst. Gnome war für mich Liebe auf den ersten Blick: schlank, schnörkellos, logisch. Über fast tägliche Updates aus dem Netz (Fedora ohne DSL ist nur ein halbes Fedora) bleibt das System topaktuell. Neue Kernelvarianten stehen für Fedora so schnell bereit, wie die Linux-Community sie ankündigt. Auch Programme aktualisiert das Update-Tool Yum auf Mausklick regelmäßig. Manchmal so schnell, dass mich die Angst vor Updates mit der sprichwörtlichen heißen Nadel beschleicht. Auf der anderen Seite vermittelt die Red-Hat-Spezialität SE Linux ein wohliges Sicherheitsgefühl. Damit ist ein Eindringen von außen ins System fast unmöglich. Ein Problem bleibt die Paketverwaltung: Der Red Hat Paket Manager (rpm) hat sich überlebt. Will ich ein Programmpaket installieren, sagt mir das System, dass ich erst noch dieses oder jenes Datenpaket brauche. Hilfe steht auch dafür bereit: Auch für Fedora gibt es das geniale Debian-Tool Synaptic", das einfach alle erforderlichen Programmpaket mitinstalliert. Vorgehensweise: apt0.5 suchen und installieren, dann das passende "Synaptic"-Paket installieren. Schon gehören die endlosen Paketabhängigkeiten der Vergangenheit an. So macht Fedora Spaß - mir zumindest. Wenn ich nicht auf ein Notebook gewechselt hätte, wäre ich jetzt noch zufriedener Fedora-User. Fedora Core 3 hatte allerdings einige Probleme, mein WLan zu installieren und es unterstützt - zumindest default - kein Suspend to Disk. Deshalb bin ich bei Ubuntu gelandet. Doch das ist eine andere Geschichte und soll morgen erzählt werden. ### Linux: 2. Knoppix - Halb Zehn in Deutschland Ein ganzes Linux auf einer CD: Klaus Knopper hat es mit Knoppix vorgemacht. Mittlerweile macht sich eine ganze Reihe von Anbietern Knoppers Know How zunutze. Kanotix zählt zu diesen Ablegern. Wenn es darum geht, ein Debian basiertes Linux fest zu installieren, sollte Kanotix den Vorzug vor Knoppix bekommen. Kanotix kommt umfangreich ausgestattet. Was an Programmen nicht drauf ist, lässt sich wunderbar einfach per "Synaptic" aus den Debian-Repositories nachladen. Wir betreten hier ganz allmählich das Territorium der Linuxe, die DSL voraussetzen. Ein Debian ohne Online-Updates ist ein halbes Debian. Dieses Prinzip gilt auch für das Nachinstallieren von Videocodecs (libdvdcss, w32codecs) oder von True Type Fonts (msttcorefonts). Zwei Vorwürfe muss sich Kanotix gefallen lassen: 1. Der Internetzugang ist default nur für den Root freigeschaltet. 2. Es gibt erstmal nur KDE. In diesem Monstrum von einem Desktop die Einstellungen für die Benutzer zu verändern, verlangt nach der Odyssee durch die Menüketten schon etwas mehr als logisches Denken. Für mich und KDE gilt: Was Gott der Herr getrennt hat, soll kein Programmierer je zusammen fügen. Liebe Linux-Distributoren. Ich verstehe ja, dass ihr dem ängstlichen Windows-Umsteiger einen Desktop bereit stellen wollt, auf dem er sich spontan zu Hause fühlt. Aber warum installiert ihr dann nicht auch noch jede Menge Spyware und Programme, die alle 5 Minuten mit bunten Werbebannern das System stoppen, damit der Umstieg dann gar nicht mehr auffällt? Warum soll ich unter Linux etwas Umständliches nutzen, wenn es auch einfach geht (Gnome, Xfce)? Morgen wenden wir uns der ersten Linux-Distri zu, die nicht mit Windows verwechselt werden will: Fedora Core 3. ### Linux: 1. Suse - und du denkst, es wäre Windows Suse Linux ist in Deutschland der Inbegriff für Linux. Kinderleicht soll es zu installieren und zu verwalten sein. In der Tat braucht es nur ein paar Mausklicks, ein gutes Standard-Desktop-System zu installieren. Die Suse-Spezialität Yast gleicht der Windows-Systemsteuerung. Teil eines Konzepts, das ganz und gar darauf abzielt, den Windows-User auf Linux umzuleiten, ohne dass der was merkt. Suse übernimmt dabei einige der Probleme von Windows. Die große Stärke von Linux liegt im logischen Dateiaufbau. Selbst für Anfänger gilt: Problem formulieren, Lösung ausgooglen, Dateien editieren. Mit Linux geht alles, man muss nur wissen wie. Mit Yast geht viel, aber nicht alles, und das immer mit etwas mehr Umstand. Suse lässt den User schlechte Gewohnheiten aus der Windows-Welt beibehalten, anstatt ihm nahezulegen, sich wirklich mit Linux auseinanderzusetzen, und das heißt: mit der Bash. Jetzt könnte man einwenden: Nicht jeder Benutzer will sich durch die Dateien editieren. Doch so ganz benutzerfreundlich ist Yast auch nicht mehr - schon aufgrund des Umfangs, den er mittlerweile erreicht hat. Suse und Yast verdankt die Linuxgemeinde allerdings ganz sicher auch erhebliche Marktanteile bei Desktop-Betriebssystemen. Für Modembesitzer bleibt Suse die einzige Wahl, denn keine andere Linux-Distribution ist so vollständig ausgestattet. Der Suse-User muss dann allerdings mit dem KDE-Desktop leben, der genauso überfrachtet ist wie der von Windows XP. Eine angemessene Unterstützung gab es bis zur Version 9.2 nicht. Das soll aber mit 9.3 anders geworden sein. Noch ein Wort zu Novell, dem neuen Besitzer von Suse: Früher war die Suse-Homepage eine der wichtigen Informationsquellen zu Linux. Traurig, traurig, was ihr draus gemacht habt! Morgen: Kanotix/Knoppix. ### Linux in a nutshell... Endlich finde ich Zeit, um meine Erfahrungen mit verschiedenen Linux-Distributionen nieder zu schreiben: Berücksichtigt sind Fedora Core3, Kanotix, Knoppix, Suse (9.0 + 9.1) und Ubuntu 5.04. Ich habe auch Debian Sarge ausprobiert, das jedoch keine Berücksichtigung findet, weil die Installationsroutine eine Zumutung ist. Ich habe es mit viel epidermischem Flüssigkeitsverlust geschafft, Sarge auf die Platte zu bringen. Aber unter dem Strich rechtfertigt sich dieser Aufwand nur für echte Linux-Freaks oder Betreiber von Servern. Los geht es morgen mit Suse. ### Wasserball mit dem Koran Amerikanische Soldaten haben in Guantanamo Wasserball mit dem Koran gespielt. Das beweist einmal mehr, wie tief die US-Streitkräft schon im Glaubenskrieg stecken. Natürlich würde eine solche Meldung halb so viel Aufregung verursachen, wenn es sich um die Bibel gehandelt hätte. Hat es aber nicht, und mit der Bibel, ja nicht einmal mit einem schlechten Liebesroman wären die Soldaten so umgegangen, wie sie das nach Eingeständnis des Pentagon nun taten. Es ist erschreckend, wie ein Land geistig ins Mittelalter zurückfallen kann, das es im Mittelalter noch gar nicht gab. ### Das Schwein wird vom Wiegen nicht fetter Mit diesen Worten kommentierte vor einigen Minuten ein Teilnehmer einer Gesprächsrunde in der Sendung Forum Pisa im Deutschlandfunk die häufigen Leistungstests in deutschen Schulen. ### Abgekartes Misstrauen Die Sache scheint abgemacht: Noch in diesem Herbst soll es Neuwahlen geben. Schröder muss jetzt mit einer Abstimmung im Bundestag die Vertrauensfrage stellen. Nichts leichter als das, die Vertrauensfrage gehörte schon immer zum Arsenal dieses Kanzlers. Nur diesmal muss Müntefehring nicht mehr jedem Abgeordneten einzeln eine Gehirnwäsche verpassen, damit sein Kanzler die Abstiimung übersteht. Das Misstrauen ist bestellt. Wäre nur witzig, wenn die SPD ihren Kanzler nicht von der Regierungsbank lässt. April, April, Frau Merkel. ### Rot und Tot? Als einen Selbstmord aus Angst vor dem Tod hat man des Kanzlers Ankündigung, noch in diesem Jahr Neuwahlen anzustreben, in den Reihen der Union gewertet. Zunächst bleibt festzuhalten: 1. Die SPD hat in NRW gegen den farblosesten Gegner verloren, den die CDU in ihren Reihen hätte finden können. Wenn Jürgen Rüttgers eine Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gegen die SPD gewinnen kann, dann kann das Jeder. 2. Mit der Ankündigung von Neuwahlen hat Gerhard Schröder der CDU ganz empfindlich in den Schampus gespuckt. Kein Mensch redet mehr von Rüttgers. Micky Maus könnte der nächste Ministerpräsident des Landes werden und keiner würde es merken. 3. Jeder im Land und jeder in der Sozialdemokratie muss sich genau darüber klar werden, was er will. Die kommende Bundestagswahl wird auf einem fest umrissenen Schlachtfeld stattfinden und Schröder hat es ausgesucht. 4. Mittlerweile glaubt im Land ohnehin niemand mehr daran, dass Union und FDP (Wer?) irgend etwas besser machen. Es mag sein, dass Schröder an eine gute Fee glaubt, die der SPD im Herbst den Wahlsieg beschert. Ganz bestimmt weiß er aber, dass - falls die CDU gewinnt - die übernächste Bundestagswahl noch ungleich spannender wird. Wer immer also in diesem Jahr möglicherweise Unionskanzler (in) wird, trägt das Haltbarkeitsdatum schon auf der Unterwäsche. Der Wähler ist mittlerweile gut trainiert im Abstrafen. Aber wen wird er 2009 wählen? Wenn die Schwarzen ihm auch nicht den Gefallen getan haben, alles wieder so gemütlich zu machen wie zu Helmut Kohls Zeiten. ### Bei den Roten liegen die Nerven blank Die SPD zittert um ihre linke Herzkammer. In Nordrhein-Westfalen zittern die Sozis vor Jürgen Rüttgers, dem nuschelnden Relikt aus der Kohl-Ära, dem überhaupt nur eines in die Hände spielen kann: der Frust der SPD-Stammwählerschaft. Währenddessen bringt die Farbe Rot auch an idyllischeren Plätzen kein Glück. Auf den Straßen von Monte Carlo ließ sich Michael Schumacher so gnadenlos von den Kollegen abservieren, dass sein Startplatz nicht einmal der Vorbersichterstattung auf Spiegel-Online eine Erwähnung wert ist. Die Strecke sei "rutschig" gewesen, sagt der Rekord-Champion. Was waren das für Zeiten als Schumi noch "rutschige" Strecken brauchte, um der übermächtigen Konkurrenz von Williams und McLaren überhaupt etwas entgegen setzen zu können... ### Cape-Bytes Zum Anmelden fordert Ubuntu mit Bongoschlägen auf. Das neue Linux aus Südafrika ist überhaupt originell, schnieke und eignet sich wie kaum ein anderes Linux zum Einsatz auf dem Notebook: Es unterstützt "Suspend to Disk". Da "Suspend to Ram", also das Schlafenschicken eines Notebooks durch Schließen des Deckels, unter Linux augenblicklich nicht immer sicher funktioniert, ist das Aus- und Anschalten ohne Hoch- und Herunterfahren des Betriebssystems immerhin die zweitbeste Lösung. Ein kleiner Kritikpunkt für mich aber ein großes Problem für die Anhänger einer Plug-and-play-Lösung ist das Fehlen jeglicher Multimediaunterstützung. Die kann der Besitzer im Handumdrehen nachinstallieren, muss aber zuvor eine Datei editieren. Hier bleibt Ubuntu hinter dem eigenen Anspruch ein einsteigerfreundliches Linux zu sein, zurück. Für die Neulinge bleiben die besten Empfehlungen Kanotix bzw. Knoppix oder Suse. ### Gestern noch eine kühne Erwartung, heute schon Geschichte: Die Ebay-Auktion von Ratzingers letztem Privatauto steht in diesen Minuten bei 110.000 Euro. Davon lassen sich etwa vier neue VW-Golf kaufen, oder die Lebenshaltungskosten einer bedürftigen Kleinfamilie für zehn Jahre bestreiten. Der Protestant in mir kann nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die soviel Geld einfach mal für eine Marotte ausgeben können, und offensichtlich ruhig schlafen können, wenn sie es auch tatsächlich tun. ### Papst-Golf in den letzten Zügen In diesen Minuten liegt der Papst-Golf in Ebay bei 76.050 Euro. Damit ist er genau 50 Euro teurer als ein Phaeton V8 4Motion 5-Sitzer in der aktuellen VW-Liste. Regionen, die ein Golf nicht häufig erreicht, schon gar nicht, wenn er sechs Jahre alt ist. Die Auktion läuft noch einen Tag. Vielleicht erreicht das kostbarste Brot-und-Butter-Auto aller Zeiten ja noch die 100.000 Euro. Mach et, Ratze! ### Rüttgers Club der religiösen Elite Was Ratzinger nützt, kann uns doch nicht schaden, dachte sich wohl der nordrhein-westfälische CDU-Chef Jürgen Rüttgers. Ein einheitliches Weltbild muss her und zwar ein katholisches: "Ich glaube, dass die katholische Kirche und ihr Menschenbild das Richtige ist und anderen Religionen überlegen ist." Das soll der farblose Parteisoldat in einer Talk Show gesagt haben. Wenn einer schon dasKölner Apostelgymnasium besucht hat, dann muss er das wohl wissen. Dabei vergisst er zwei Dinge: 1. Ratzinger kann frisch von der Leber weg parlieren. Ihm ist es egal, wenn es in "seiner" katholischen Kirche außer ihm niemand mehr aushält, oder alle anderen an Aids verreckt sind. Ratzinger will heilig gesprochen werden, ganz egal, auch wenn es bei seinem Ableben niemanden mehr gibt, der ihn heilig spricht. Rüttgers muss jedoch eine Wahl gewinnen, dafür ist ein Glaubenskrieg auf der Soester Börde unbedingt abträglich. 2. Weil Rüttgers eine Wahl gewinnen muss, sollte er daran denken, dass er nicht nur von einer Handvoll lederhäutiger Kirchengreise gewählt werden muss. Merke: Wer im Schatten vom Papst der Herzen auf der Sympathiewelle surfen will, ist schnell verratzt. ### In a blue mood So müssen wir uns die Szenerie vorstellen: Da sitzen die Innenminister (ein Posten, auf dem Männer noch Männer sind) und debattieren über die innere Sicherheit. Und weil Innenminister noch echte Männer sind, taucht vor dem inneren Auge in irgendeiner blauen Stunde ein Bild von innerer Sicherheit auf. Es, das Bild, ist genau genommen ein Er. Ein State Trooper, ein amerikanischer Autobahnpolizist. Lässig lehnt er an seiner Harley, eine Hand am Colt, in der anderen lässt er den Schlagstock locker kreisen. Verspiegelte Sonnenbrille. Die Hose legt sich geschmeidig um die strammen Pobacken - natürlich in Blau. Nun könnten wir solche Fantasien als feuchte, aber harmlose Männerträume abtun. Aber die Umrüstung der Polizei auf die Dienstfarbe Blau, wie jetzt in Hessen beschlossen, kostet echtes Geld. Steuergeld. ### Wir sind Papst... ...titelte die Bildzeitung heute. Noch vor wenigen Tagen hatten die Kaffeesatzleser in den Talkshows eines mit Sicherheit ausgeschlossen: einen deutschen Papst. Heute - 60 Jahre nachdem wir den letzten Krieg angefangen haben - hat die Welt verlernt, uns zu hassen. ### Kurzer Prozess Das Konklave wird als eines der kürzesten in die Kirchengeschichte eingehen. Vielleicht hat Ratzinger seinen Kollegen die Instrumente gezeigt. ### Der Großinquisitor ist Papst Als um 18 Uhr weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle aufstieg, konnte man noch hoffen, dass nur die Kirche brennt. Als danach die Glocken läuteten, konnte man noch hoffen, dass die Kardinäle nur die Feuerwehr rufen wollen. Seit 18.30 Uhr steht fest, dass Joseph Kardinal Ratzinger, der deutsche Glaubenskrieger, neuer Papst ist. ### In Rom rauchts Der Kaffeesatz, mit dessen Lektüre wir uns seit des Papstes Tod die Zeit vertrieben haben, hat sich in Rauch aufgelöst. Die Welt starrt auf einen klapprigen kleinen Schlot. Vorbei die Zeit der Mysterien. Die Papstwahl ist ein Event geworden, wie die MTV Music Awards oder die Aids Gala. ### Nachtrag zum Tode Dietrich Bonhoeffers Eigentlich war gestern der 60. Todestag von Dietrich Bonhoeffer. Heute fand ich diese kleine Seite mit dem wohl berühmtesten Gedicht von Dietrich Bonhoeffer und mit einigen Lesetipps. ### Mit der Scholle zur letzten Ruhe Der Papst wurde gestern zur letzten Ruhe gebettet. In Rom und nicht, wie viele Polen gehofft hatten, in seiner Geburtsstadt Wadowice. Aber der Papst ist nun einmal qua Amt Bischof von Rom und als solcher hat er in der ewigen Stadt zu ruhen. Nicht einmal Johannes Pauls Herz hat der Vatikan herausgerückt. In Polen hatte man tatsächlich öffentlich darüber nachgedacht, das Organ in Krakau zu bestatten. Doch immerhin soll der Papst mit einem Säcklein voll Heimaterde zu Grabe getragen worden sein, das Eva Filipiak, Bürgermeisterin von Wadowice, mit nach Rom gebracht hatte. Wenn der Papst nicht nach Polen kommt, kommt Polen zum Papst. ### Auferstehung In RTL verkünden Herr Wasser und Herr Danner die Auferstehung von Ferrari. Da Herr Helbig nichts entsprechendes aus Rom vermelden kann, wird er wohl die nächsten Tage Rauchzeichen lesen müssen (war da nicht schon ein Fitzelchen Weiß?). Mal was anderes als Kaffeesatz. ### Gott sei Dank Konklave Wie gut, dass es das Konklave zur Auswahl des neuen Papstes gibt. So hat RTL zwischen den F1-Rennen was zu senden, und wir warten auf das ZDF-Wahlstudio live aus dem Vatikan. ### Pole oder Papst High Noon in RTL. Schalte zwischen Papst und Pole. In der Ausstattung der Grid Girls beim Großen Preis von Bahrain hat die Herrscherfamilie einen Hauch von Tschador angedeutet. ### "Der Papst stirbt langsam..." ...titelt das italienische Fernsehen heute laut Focus. Hatten gestern noch alle Sender freudig gehofft, das der Heilige Vater ausgerechnet während ihrer jeweiligen Sondersendungen die Augen schließt, macht sich allmählich Ungeduld breit. Und Gerd Helbig muss sich allmählich fragen, wie lange er noch auf dem Petersplatz ausharren muss. ### Profis und der Tod Während der römische Patient weiter die Lebenszeichen einstellt, glotzt Marietta Slomka im Heute-Journal Sekunden lang in die falsche Kamera. Man wünscht sich auf allen Seiten die mediale Professionalität von JP II. ### Papst stirbt immer noch Gerd Helbig (ZDF) ist vorsichtiger geworden. Nachdem er vorhin so leicht geglaubt hat, dass das Schließen der Tore des Vatikan den Tod des Papstes verkünden, hält sich der TV-Silberrücken nun mit Neuigkeiten zurück. ### Papst stirbt Gerade vermelden die Medien den Hirntod von Johannes Paul II. Damit würde der Papst im Augenblick das Schicksal von Terri Schiavo teilen. Mal sehen, wie der Vatikan das löst. ### Der Papst ist tot Wie wir soeben erfahren, hat der Souvenirshop am Petersplatz in Rom geschlossen. Vatikan-Kenner halten dies für ein untrügliches Zeichen, dass ein Papst gestorben ist. Das bestätigt Befürchtungen, die aufgetaucht waren, nachdem aus den päpstlichen Gemächern schon lange keine Klospülung mehr gehört worden ist. ### Nie mehr "Sofort kaufen" Ein Drittel aller Geschäfte bei Ebay werden als Sofortkäufe erledigt. Damit könnte bald Schluss sein: Nach einer Meldung von heise.de hat die Firma MercExchange ein Patent auf der "Sofort kaufen"-Option und ihre Ansprüche auch vor Gericht durchgesetzt. Erst wenn der letzte Krümel Brot von gerichtlichen Verfügungen geschützt ist, wenn das Auspressen von Apfelsinen patentiert und das Betanken eines Automobils gerichtlich verfolgt wird, dann werdet ihr merken, dass man Patente nicht essen kann. ### Es megapixelt am Ohr Samsung kündigt ein Sieben-Megapixel-Handy an. Wann können die Dinger endlich sprechen? ### B-Day Der Ausnahmezustand ist vorüber. Bush braucht gar keine Soldaten mehr, um Kriege zu führen. Im Gegenteil: Wo der US-Präsident auftaucht, lassen Regierungen schon beim geringsten Anlass auf die eigene Bevölkerung schießen. Scharfschützen auf den Brücken haben sogar die Karpfen im Rhein in Schach gehalten. Was tut man nicht für Freunde. Man verschweißt die Gullydeckel, sperrt Autobahnen, Bahnhöfe, Flugplätze und Flüsse. Die Amerikaner sollten sich sehr bald fragen, warum ihr Staatsoberhaupt in aller Welt so beliebt ist. ### Klimaschutz an frischer Luft Zum Klimaschutz sollen sich Bush und Schröder verpflichtet haben, als sie heute im auto-, flugzeug-, schiffs-, kinderwagen- und würstchenbudenfreien Rhein-Main-Gebiet zusammentrafen. Und in einer Gegend, in der nichts rollt außer der Limousine des Präsidenten, muss die Luft wohl genießbar gewesen sein - ungewöhnlich für diese Region. ### Endlich sicher! Da lehnt man sich als Linux-User gepflegt im Stuhl zurück: Da ist wieder einmal ein böööööser Wurm unterwegs, genannt Mydoom.bb. Das Problem liegt dabei weniger im System (Linux / Windows) an sich als vielmehr an der marktbeherrschenden Stellung von Microsoft. Da erzähl Bill Gates' bunte Entertainmentmafia den Usern, dass das Computerleben ganz leicht sein kann: Browser (Internet Explorer), E-Mail-Client (Outlook), alles drin im quietschebunten Fensterchen. Die virtuelle Epidemiologie zeigt, wie gern das überforderte Publikum solche Angebote annimmt. Liebe Microhardliner: Nicht nur die mangelhafte Sicherheit eurer Beta-Test-Programme macht das Computerleben gefährlich, sondern ihr selbst. Vor dem ersten Mozilla- oder Opera-Adressbuch, auf das es stößt, steht das Gewürm ratlos. Aus so einem Postfach kann es zwar Schaden anrichten, aber entkommen kann es nicht mehr. ### Rummy auf Blitzbesuch Donald Rumsfeld überraschend im Irak! Was er dort sucht, steht nicht in der Meldung. Wenn aber überall wo Rumsfeld hinreist, die US-Army alles in Schutt und Asche legt, können wir froh sein, dass er nicht zur Münchener Sicherheitskonferenz gekommen ist. Rumsfelds Blitzbesuch beweist zweierlei: 1. So weit kann es mit der Sicherheit im Irak noch nicht her sein (alles eine Frage der Zeit), 2. Es liegt dort keine Anzeige wegen Menschenrechtsverletzung gegen ihn vor (auch eine Frage der Zeit). ### Unternehmen schuld an NPD Unternehmen wie die Deutsche Bank, die trotz Milliardengewinnen Leute entlassen, machen die Menschen empfänglich für rechtsextremes Gedankengut. Das hat der gewerkschaftsnahe Volkswirt Gustav Adolf Horn der Berliner Zeitung verraten. Die Nazis werden jetzt überall herumgereicht und offenbar für alles verantwortlich gemacht. Ich bin der Ansicht, dass erst die anhaltende Formschwäche von Energie Cottbus die Leute ins rechte Lager getrieben hat. Als die Kicker aus der Lausitz noch erste Liga gespielt haben, war von Erfolgen der NPD im Osten noch nicht die Rede. ### Wer hat Schuld am tollen Treiben Edmund Stoiber hat dem Kanzler die Schuld am Wiedererstarken der NPD gegeben. Wie gut, dass es die Braunen gibt! Was würden unsere Politiker wohl tun, wenn es keine NPD gäbe? Vermutlich würde Edmund Stoiber dem Kanzler die Schuld am Wiedererstarken des Karnesvals geben. Aufgepasst, liebe Union: Laut Umfrage bezeichnen sich 54 Prozent der Deutschen als Karnevalsmuffel, aber nur 27 Prozent als Fans. Eine gute Nachricht für all jene, die den Verlust von Vernunft im Volk bedauern. Immerhin findet nur eine Minderheit daran gefallen, an ein paar Tagen im Februar eimerweise Bier hinunterzustürzen, lächerliche Klamotten zu tragen, dämliche Musik zu hören und über schlechte Witze zu lachen. Die Mehrheit im Land tut das lieber an 365 Tagen im Jahr. Aber, liebe Union, ihr müsst doch zugeben, dass das ganz prima wieder etwas ist, woran die Regierung schuld sein kann. Wenn nur nicht so viele Karnevalshochburgen CDU/CSU-regiert wären... ### ALL THAT JAZZ! Rettung in letzter Minute für alle, die am Freitag noch nicht wissen, wohin: Die musikalische Lesung All that Jazz! gastiert am Freitag, 28. Januar, um 20.30 im Luther-Cafe im Turm der Lutherkirche in Kassel. Eintritt - meines Wissens - 8 Euronen. ### PS.: Alles Gute zum neuen Jahr Lange habe ich suchen müssen, um ein Motiv zu finden, das in der Lage ist, meine Gedanken zum neuen Jahr auszudrücken. Doch insbesondere angesichts der zweiten Amtseinführung von Bush II. scheint mir dies kleine Stoßgebet angemessen. Frage: Was ist schlimmer als George W. Bush? Antwort: George W. Bush, wenn er nicht mehr wiedergewählt werden muss. Gefunden auf einer Flasche Baby-Shampoo. ### Hillary, Kerry oder Tod Vor die Wahl gestellt, ob sie sich in einer hypothetischen Wahl für John Kerry oder Ex-Präsidenten-Gattin Hillary Clinton entscheiden würden, wählte die Mehrzahl (61 %) der befragten Angehörigen der Demokratischen Partei verschiedene Formen des Freitods. Das fanden Meinungsforscher der Universität von Minnesota heraus. Ganz vorne liegt "Sich vor einen fahrenden Bus werfen" mit 22 %, gefolgt von "Vom Dach eines hohen Gebäudes oder von einer hohen Brücke springen" mit 16 %. Quelle dieser Nachricht ist der Borowitzreport, den ich an dieser Stelle jedem anglophonen Leser zur vertiefenden Lektüre anempfehle. ### Hartz IV ein Mühlstein - Arbeitslose ins Wasser? Während die Maut offenbar ohne Probleme gestartet ist, fällt Hartz IV der Bundesregierung auf die Füße. Zu alte Zahlen, zu hastige Genehmigungsverfahren und viel zu voreilige Versprechen an die Kommunen. Wie Der Spiegel heute berichtet, hat sich vor Hans Eichel ein Loch in der Größe von vier Milliarden Euro aufgetan. Und das - man bedenke - in einer Zeit, in der die Bundesagentur für Arbeit nur fordert, aber noch nicht fördern muss. Indessen hat die Union eine gute Idee zur Entsorgung von Arbeitslosen: Wer arbeiten kann, soll in Südasien schuften. Für einen Euro pro Stunde. Auch das vermeldet Der Spiegel heute. Die Union spekuliert offenbar auf Nachbeben. Und warum müssen 1000 berufstätige Touristen ersaufen, wenn die Arbeitslosen leben dürfen? ### ALG II in Scherben Jetzt ist es amtlich: Die Auszahlung von Unterstützung nachen dem Arbeitslosengeld II wird nicht pünktlich beginnen. Wie Heise berichtet, wurden Kontonummern, die kleiner als zehnstellig sind, rechts- statt linksbündig eingetragen. Das Geld wird auf Konten landen, die nicht zuzuordnen sind, so genannten Scherbenkonten. ### BEELINE Live in den Nachthallen: Sa, 15. Jan. 2005 Die Auftritte in Kassels Live-Club Nr. 1 sind schon fast Gewohnheit und doch immer wieder etwas besonderes. Außerdem sind einige Songs ("Feel You", I'm On Fire") in Kassel noch nicht zu hören gewesen. Bitte vormerken: Samstag, 15. Januar, 21 Uhr ### Die Socke der Siebziger In den 70ern reichte eine Socke: Zwei Knöpfe und ein paar Wollfäden aufgenäht und eine Brille auf die imaginäre Nase - fertig ist: Lemmi, der Bücherwurm. Gerade zum Weihnachtsfest gehörte die Serie "Lemmi und die Schmöker". Das war noch kindgerechtes Fernsehen in der sozialliberalen Ära. Gewaltfrei, künstlerisch wertvoll. Millionen Kindern vertrieben Lemmi, der Hase h.c. Cäsar (Das Kürzel stand für Hase Cäsar, wofür sonst) und viele bunte Geschichten die Wartezeit auf das Christkind. So drückten wir uns am Fernsehen die Nasen platt, während unsere Eltern am Gabentisch schwitzten. Lemmi sollte uns Kinder zum Lesen animieren, und das hat zumindest in meiner Familie gefruchtet. Heute versuchen der Kanzler, der Papst oder die Vereinten Nationen, den Kids beizubringen, dass man Papier nicht nur rauchen kann. ### Fenster ade Nach fast zwei Wochen Abstinenz bin ich nun wieder online. Ein Wechsel des Betriebssystems hat mich aus dem Cyberspace verbannt. Auf meinem PC sind alle Fenster (engl. = Windows) zu. Zwei Wochen irrte ich durch den Dschungel der Linux-Distributionen und landete bei Fedora Core 3. Testbericht im Vergleich zu Knoppix und Suse 9.0 / 9.1 folgt. ### Nightride home Highland Pub, Gilserberg, Bilanz: Netter Auftritt, 28 Biersorten, beste Neuentdeckung: Der Eierwärmer (Sitzheizung) in Herrn Grigats Automobil. ### Soundcheck Soundcheck im Highland Pub geschafft. Jetzt werden wir gefüttert. Essen ist der Sex des Alters. ### On Tour A49 nach Gilserberg. Soll glatt werden heute nacht. Wahrscheinlich kommt wieder kein Schwein und Beeline endet als Holzkreuz in der Schwalm. ### Mutterfreuden nur noch mit Diplom Thema des Tages: "Baby-Pisa". Deutschlands Kindergärten taugen im internationalen Vergleich nichts. Die Erzieherinnen sind nicht qualifiziert. Die OECD arbeitet sich zielsicher zum Mutterleib vor. Jede Wette: Irgendwann wird diese Organisation, die offensichtlich nichts besseres zu tun hat, als wahllos Schüler, Arbeitslose, Rentner und Joghurt mit rechtsdrehender Milchsäure zu klassifizieren, aufs Korn nehmen, was liebend den Fötus umschließt. Irgendwann lesen wir dann: Zu blöd, zu ungebildet - Deutschlands Mütter nur drittklassig! Dagegen tun wir ja etwas: Das Kind ist das größte Armutsrisiko in unserem Land, das sollte zur Abschreckung einstweilen genügen. Wenn es um Kindergärten geht, würde ich gern lesen, dass endlich jedes deutsche Kind einen kostenlosen Platz in einer Tagesstätte bekommt. Da müssen die Erzieherinnen nicht promoviert sein. ### BEELINE in den Highlands Wie doch die Zeit vergeht! Schon naht das nächste BEELINE-Konzert im Sauseschritt: Bitte vormerken: Samstag, 11. Dezember, Highland Pub in Gilserberg! Anfangszeit wird mit Sicherheit zwischen 20 und 21 Uhr liegen. Vorsicht, Leute: Der Auftrittsort liegt nicht am Oberrhein! Winterreifen gibt es unter diesem Link! Die Süddeutsche Zeitung gibt ein paar nützliche Tipps rund um den automobilen Schneeschuh. ### Was wir immer schon ahnten, aber bislang nie zu fragen wagten: Kleiner Reisetipp fürs Internett: Democratic Underground ### F16 jagt Osama bin Laden Dieses lustige Bild ist mir zuerst auf der Seite eines University Flying Club irgendwo im Süden der USA begegnet. Im Augenblick, in dem ich diese Zeilen verfasse, ist es schon wie eine neugierige Laus auf einen anderen Server gewandert. Auf dieser skandinavischen Website habe ich es wiedergefunden. Zu diesem Bild erreichte mich eine spannende Bildinterpretation auf Basis der klassischen Psychoanalyse. Der Autor möchte ungenannt bleiben. Wenn Sie sich dafür interessieren, lesen Sie den Komentar. ### Bush auf Korsika Wie wird laut "Asterix auf Korsika" auf der idyllischen Mittelmeerinsel ein neuer Stammeshäuptling gewählt? Man füllt die Wahlurnen, wirft sie ins Meer und dann gewinnt der Stärkere. Diesem Beispiel sind die Republikaner in den USA scheinbar auch gefolgt. Wie der Internetdienst Heise.de mitteilt, haben das kalifornische Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Das sollte Bush zu denken geben: Man kann von den Franzosen, in diesem Fall den Korsen, immer noch lernen. Aber da Bush ja in höherem Auftrag als dem des Wählers im teuersten Dienstquartier Amerikas residiert, werden ihm wohl ein paar Unregelmäßigkeiten bei der Wahl nicht das Genick brechen. Uns Europäer hatte es ohnehin gewundert, dass das kriminelleste Element in der politischen Klasse der USA eine Wahl gewonnen haben sollte, ohne zu schummeln. Man wünscht sich den guten alten Westen zurück. Damals wurden Falschspieler geteert und gefedert auf einer Eisenbahnschiene vor die Stadt getragen oder kurzerhand gelyncht. ### Heimgegangen! Unverrichteter Dinge musste Beeline gestern Scherfede verlassen, nachdem auch weiteres Warten nicht mehr Zuschauer brachte. Das ist zum ersten Mal passiert. Ob das daran liegt, dass unsere MP3s jetzt online sind und die Leute gewarnt waren? ### Totentanz Winter über Joe Bar Team in Scherfede. Drinnen immer noch Totentanz. Geben die Hoffnung nicht auf. Wirt meint aber, wir sollten noch warten, weil wir noch in der Überzahl sind. ### Beeline in Scherfede Silvia Kordes in diesen Minuten, kurz vor dem Beeline-Konzert in Scherfede. ### Arbeitskampf nur für Mitglieder IG-Metall-Chef Peters will in Zukunft für Gewerkschaftsmitglieder Sondertarife aushandeln. Weil ungleicher Lohn den Betriebsfrieden gefährdet, wird damit die Mitgliedschaft in der IGM zum Kündigungsgrund. Die Gewerkschaft als exklusiver Club der Besserverdiener? ### Arbeitskampf nur für Mitglieder IG-Metall-Chef Peters will in Zukunft für Gewerkschaftsmitglieder Sondertarife aushandeln. Weil ungleicher Lohn den Betriebsfrieden gefährdet, wird damit die Mitgliedschaft in der IGM zum Kündigungsgrund. Die Gewerkschaft als exklusiver Club der Besserverdiener? ### Arafat ist tot Um 3.30 Uhr starb der PLO-Chef. 30 Jahre lang gehörte er zu den Nachrichten wie die Wetterkarte. Durch ihn kannten wir das Kürzel PLO bevor wir wussten, was ein Palästinenser ist. Gerade in den letzten Jahren zeigte Jassir Arafat gemeinsam mit Ariel Scharon, wie zwei alte Männer mit einem blutigen Schmierentheater die Welt in Atem halten können. ### BEELINE relaunched Es hat viele Abend im inoffiziellen Bandlokal Boccaccio gebraucht, ungezählte kleine Hefeteilchen und literweise Rotwein. Aber jetzt ist die neue Internetseite von BEELINE online. Das rustikale Ocker ist Geschichte. Wir geben uns jetzt schwarz und stark und zum ersten Mal "bewegt". Wer's nicht sieht, kann's auch nicht sehen. ### Die Arafats Jassir Arafat liegt im Sterben, aber die wichtigsten Organe sollen nach Angaben französischer Ärzte noch funktionieren. Ob das stimmt, weiß wohl nur seine Frau Suha genau. Die streitet sich im Augenblick mit der PLO-Führung ums Haushaltsgeld. Kein Wunder: Es geht um gewaltige Beträge. Arafat wird auf bis zu einer Milliarde Euro geschätzt. Die EU will gern wissen, woher das Geld stammt. Und die Fernsehzuschauer freuen sich über eine kurzweilige Doku Soap um eine falsche Blondine, viele finstere Palästinenser, einen geheimnisvollen Schatz und viel schmutziger Wäsche. ### Die Verrückten bleiben an der Macht Die Verlängerung für Bush garantiert eine weiterhin bestimmende Rolle in der amerikanischen Außenpolitik für die "Neocons", die Neokonservativen. In dieser Denkschule laufen klassisch konservative Ziele ("Wo geht es um unsere wirtschaftlichen oder militärischen Interessen?") mit demokratischen Vorstellungen ("Kampf für die Demokratie") zusammen. Sehr gut verdeutlicht das Das Project For The New American Century, ein Think Tank unter Führung des neokonservativen Publizisten William Kristol. Zu den führenden Köpfen zählen auch Präsidentenbruder Jeb Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Heise stellt die durchgeknallteste Machtgruppe Amerikas vor. Die Neocons glauben, dass alle Menschen auf der Welt so leben wollen wie in Amerika. Deshalb muss Amerika allen Menschen seine Lebensverhältnisse bringen. Dabei plädieren sie für eine moralische Verankerung der Außenpolitik im Christentum. Die Unterscheidung zwischen "guten" und "schlechten" Diktaturen lehnen die Neocons ab. Theoretisch muss jedes Land der Welt, das diktatorisch regiert wird, jederzeit mit einem Militärschlag der Amerikaner rechnen. Amerika ist dazu verpflichtet. Jetzt wird es abenteuerlich: Da Amerika von vornherein "gut" ist, braucht es sich im Kampf um Demokratie und Freiheit in der Welt auch nicht um die eigenen Bürgerrechte scheren. Wenn Amerika etwas tut, ist es immer moralisch im Recht. Und nun wird es noch abstruser: Die Neocons glauben, dass der Widerstand gegen die Besatzungstruppen im Irak nicht schlimmer sei als der im Nachkriegsdeutschland. Die Welt muss sich mit diesen waffenstarenden Frömmlern in Washington warm anziehen. Denn eines ist doch wohl klar: Wo Demokratie herrscht oder nicht, bestimmen die USA. An deren Wesen soll die Welt genesen. ### Wie Brüder... Er ist das "schwarze Schaf" der ansonsten braven Familie Bin Laden. Die wackeren Wüstensöhne leiden in der Tat schrecklich unter dem missratenen Spross. Das sagen sie jedem, der es hören will. Doch nicht nur über die engen geschäftlichen Beziehungen zwischen den Sippen Bush und Bin Laden profitiert Osama von der Wiederwahl des George W. Dem ehrgeizigen Strategen des Glaubenskrieges kann nichts besseres passieren als ein religiöser Eiferer an der Spitze einer ebenso mächtigen wie narzistischen Nation. Die Rekrutierung neuen Terrorpersonals fällt ganz sicher leichter, wenn ein Glaubenskrieger wie Bush vor der Tür steht - die Bibel und den Sprengkopf im Anschlag. Der ebenso schlichte wie unberechenbare Mann im weißen Haus rundet das Feinbild einer paranoiden Nation ab, die im Stande ist, die ganze Welt in Schutt und Asche zu legen, wenn auf der Straße jemand mit einem Handtuch auf dem Kopf herum läuft. Wenn Bush geht, wird auch Osama allmählich dem Vergessen anheim falen. ### Auch er hat gewonnen Dicker Ranzen, Baseball-Kappe, Brillengläser wie Flaschenböden und irgendwie ungepflegt. Genauso stellt sich Otto Normalteutone die Menschen im fernen Amerikanistan vor. So wie Michael Moore hat der Ami auszusehen. Auch er hat bei den Präsidentschaftswahlen gewonnen. Aber er konnte ja auch nicht verlieren. Wenn Bush verloren hätte, wäre Moore als sein medialer Totengräber in die Geschichte eingegangen. Aber Moores Landsleute haben die letzte Gelegenheit verpennt, den religiösen Schwafler aus dem Amt zu treiben. Jetzt kann Michael Moore noch vier weitere Jahre lang Bestseller auf Bestseller, Blockbuster auf Blockbuster stapeln. Sie sind zwei Seiten der gleichen Medaille: Der Filmemacher, der äußerlich jedes amerikanische Klischee bedient, und der Präsident, der wohl die Erfüllung der (Alb-)Träume eines jeden europäischen Amerikafressers ist. ### He did it again! George W. Bush hat es geschafft. In einer knappen Stunde unserer Zeit (die Amis messen wahrscheinlich anders) will John Kerry seine Niederlage eingestehen. Genaues wird man wohl erst in 11 Tagen wissen. Vielleicht hat Gott der Herr ihn tatsächlich gesandt. Aber wenn Gott der Welt schon so etwas antut, wer hat dann erst Osama bin Laden gesandt? Wie auch immer - der Zweikampf zweier Milliardäre ist zuende. Pech für den einen, dass man von reichen Männern erwartet, dass sie gebildet sind und mit Messer und Gabel essen können. Pech für Kerry, dass George W. weder die eine noch die andere Eigenscharft besitzt. So ist der reichere von beiden als Mann aus dem Volk zur Macht zurückgekehrt. Sein Vorteil: Er quatscht so einfältig daher, wie das die meisten Amerikaner in seinem Amt auch tun würden. Und seine Englischkenntnisse sind im Glaubensbekenntnis stecken geblieben. Angesichts der Stilblüten, die immer wieder dem Gehege seiner Zähne entwichen sind (zum Entsetzen seiner PR-Berater), wundert es ein wenig, dass man im Augenblick so wenig Ausrutscher mitbekommt. Aber vielleicht schirmt ihn ja der Erzengel Gabriel ab. George W. Bush hat gewonnen. Und noch weitere Herrschaften haben gewonnen, die in den nächsten Tagen an dieser Stelle gewürdigt werden sollen. Das schöne Bild findet sich übrigens auf der Anti-Bush-Seite wistleass.com. Meine empfindsame Seele ist noch unschlüssig, ob sie wissen will, was genau "Wistle Ass" bedeutet. ### Brezel liegt vorn! George W. Bush liegt in den US-Präsidentschaftswahlen im Augenblick vor seinem Herausforderer John Kerry. Wenn vier Jahre Bush nicht ausgereicht haben, uns zu Antiamerikanern zu machen, dann wird die Tatsache, dass die Amis uns diesen Präsidenten noch einmal vier Jahre zumuten, wahre Wunder bewirken. Die ihn gewählt haben, glauben, dass er von Gott gesandt wurde. Ich glaube, dass Gott die Menschen liebt und uns so etwas nie antun würde. Vielleicht sollten die USA sich als kluge Kolonialmacht verhalten und der ganzen Welt ein Wahlrecht bei der Präsidentschaftswahl zubilligen. Aber noch ist Hoffnung. ### Im Streik! Die Arbeitskämpfe haben nun auch das verschlafene Kassel erreicht. VW hat Schnupfen und die Region Nordhessen fürchtet eine Lungenentzündung in Form von Einkommensrückgängen bei den einzigen zwischen Eder und Weser noch lebenden zuverlässigen Konsumenten, den VW-Arbeitern. Auch bei VW haben neben der Konsumflaute vor allem Managementfehler ins Tal geführt. Allein das hilft den Gewerkschaften nicht, solange Werke wie das in Bratislava zu Dumpingpreisen produzieren können, weil die Löhne einfach niedrig sind. Der Schwanengesang der Arbeitnehmervertretungen hat begonnen. ### Besetzungswechsel bei BEELINE! Der Neue heißt "Nick". Die Hirarchie in der Band sieht für ihn die niederste Aufgabe vor, noch niedriger als Schlagzeugspielen. In der Tat muss er mich jetzt tragen. Schlimm genug, aber seine Chancen für den Aufstieg stehen schlecht, denn er kann ja nicht einmal auf dem Kamm blasen. Dafür kann er einen Körperbau aus lösungsmittelfreien Lacken und Stoffen vorweisen. Wenn die Band einem Terroranschlag zum Opfer fällt, wird Nick der einzige von uns sein, den sie nicht von der Hessischen Industriemüll entsorgen lassen müssen. ### Besetzungswechsel bei BEELINE! Wir verabschieden in den Ruhestand meinen Schlagzeughocker. Einen Namen hat er nie gehabt. Zusammengeschraubt haben ihn namenlose Fabrikameisen im fernen Taiwan. Und wessen Hinterteil schon über seine rissige Kunstledersitzfläche gerutscht ist, kann ich nicht einmal schätzen, denn ich weiß nicht einmal woher er kam. Eines Tages stand er im Übungsraum. Vor 15 Jahren war das. Immerhin hat er eineinhalb Dekaden zuverlässig meine Leibesfülle getragen und ertragen. Seine Sitzfläche wird mittlerweile nur noch von zwei Schrauben an Ort und Stelle gehalten - ursprünglich waren es vier - und auch die musste ich regelmäßig nachziehen. Wenn er auch nie gebrochen ist, so hat er doch gewackelt, und die Beine haben schleichend nachgegeben. Jetzt - auf seine alten Tage - darf er im Übungsraum das entschieden leichtere Hinterteil von Silvia balancieren. ### 1000 Meisterwerke "Frankfurter Prosecco-Mafia bei Vernissage", Wolff von Rechenberg, Kunstlicht auf CCD, Frankfurt, 2004. ### Hellmut Hattler Das Bild entstand beim Hattler-Konzert am vergangenen Samstag im K19 in Kassel. Neues gibt es aus dem Hause Hattler kaum. Was soll man auch erwarten von jemandem, der seinen Bass immer noch mit dem Plektrum drischt. Rauh, Kehlig, druckvoll und bei allen weichen, satten Drum'n'Bass-Sounds irgendwie wild. Weiter so. ### CD-Tipp: Comeback eines Rentners Der Blues schreibt komische Geschichten von den Höhen und vor allem von den Tiefen im Leben. Aber für Ernest Lane hat er eine ganz besondere Geschichte geschrieben: Der 1931 geborene Pianist hat für die Monkees, Amerikas Antwort auf die Beatles, die Tasten gedrückt, und für Tina Turners verflossenen Ehemann Ike Turner. Dann - buchstäblich über Nacht - kehrte er dem Musikgeschäft den Rücken und arbeitete 15 Jahre lang als Kraftfahrer im sonnigen kalifornischen Santa Monica. Jetzt ist er wieder da,... ...als rüstiger Rentner ohne Erfolgsdruck. Und wie sollte seine Comeback-CD heißen? Logisch, „The Blues Is Back“. In zwölf Songs, fast alle aus eigener Feder, zieht Lane alle Register des Blues, wie man ihn kennt: Da steht der behäbige Slow Blues („Blue And Lonesome“) neben Boggie („Lane Shuffle“) und souligem Rhythm'n'Blues („What Kind Of Love“). Dazu groovt die gut eingespielte Band und die Bläsersätze verdienen Respekt, vor allem in „My Baby's Love“, dem wohl vertracktesten Stück der CD. Die Titel lassen schon erahnen, dass Ernest Lane auch textlich den Blues nicht neu erfindet. Aber, wenn er es täte, wäre der Blues dann noch der Blues? Lassen wir ihn lieber spielen, ihn und seine fabelhafte Band. Denn die Platte macht einfach Spaß, sie serviert Gute-Laune-Blues. Wer ein Herz für Piano-Blues hat, darf bedenkenlos zugreifen und sich etwas Sonne in die grauen Herbsttage holen. Ernest Lane: „The Blues Is Back“, Acoustic Music / Rough Trade, 319.1331.2. ### Was geschah mit Saskia? Buchtipp: Tim Krabbé - Das Goldene Ei Ja sicher, da gibt es immer wieder kleine Reibereien zwischen Rex und Saskia. So zieht sie ihn immer damit auf, dass er einmal zu tanken vergessen hat und sie mit dem Auto liegengeblieben sind. Aber jetzt, während sie an einer Autobahntankstelle irgendwo in Frankreich Rast machen, wird Rex Hofman klar, dass er seine Saskia liebt, während sie durch die Automatiktüren im Serviceshop der Tankstelle verschwindet. Wie sehr er sie liebt, weiß er da eigentlich noch nicht. Er wird es bald wissen. Während er wartet und wartet und wartet. Denn Saskia kommt nie zurück. In seinem Psycho-Thriller „Das goldene Ei“ lässt der Holländer Tim Krabbé etwas unsagbar Böses in die heile Welt eines Urlauberpärchens aus den Niederlanden treten. Dass Saskia einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist,... ...bleibt nicht lange im Zweifel. Aber was ist ihr zugestoßen? Diese Frage quält Rex weiter und immer weiter. Sie schmiedet ein Band zwischen ihm und der verschwundenen Saskia, an dem Jahre später die Beziehung zur Hotelbesitzerin Lieneke zerbricht. Saskia bleibt über den Tod hinaus Rex' große Liebe und er hört nicht auf, Nachforschungen anzustellen. Der Leser hat einen Vorteil gegenüber Rex. Er lernt den Täter kennen, begleitet ihn auf einem langen Weg der Vorbereitung hin zu einem abscheulichen Verbrechen. Wie eine dunkle Wolke sieht der Leser das Unheil heraufziehen, das doch eigentlich längst geschehen ist, und er erfährt dadurch die Hilflosigkeit der ahnungslosen Touristen. Es gab nichts, gar nichts, was Rex oder Saskia hätten tun können. Was jedoch genau passiert ist, erfährt auch der Leser erst, wenn Rex es begreift. Davor liegen 141 straff erzählte, atemlos spannende, romantische, traurige, dramatische und grausame Romanseiten. Tim Krabbé: „Das goldene Ei“, 141 Seiten, Reclam, Leipzig 2004, 14,80 Euro ### So überleben Sie den Dritten Weltkrieg Schon wieder ist ein Tag in unserer gemütlichen Republik vergangen. Wenn man Otto Schily fragt, ein vergeudeter Tag. Ich habe ja schon verschiedentlich auf diesen Seiten den Verdacht geäußert, dass er heimlich abends in seinem Büro sitzt und weint, wenn die Islamisten wieder irgendwo anders gebombt oder gemordet haben, nur wieder nicht bei uns. Aber was ist, wenn Schily abends einmal lacht? Wenn Osama Bin Laden ihn endlich erhört und das Commerzbankgebäude in die Luft sprengen lässt? Mit einer "schmutzigen" Bombe natürlich, einer mit viel, viel Plutonium drin. Was dann? Die Bundesregierung weiß Rat: www.ernaehrungsvorsorge.de! Diese Seite sagt dem Frankfurter Broker, was er im Bunker wirklich braucht. Sogar eine Liste hat unsere gute Bundesregierung dazu gesetzt. Eine Liste mit Ungereimtheiten: So stehen zwar die Salzstangen für den langen Abend im Luftschutzkeller auf der Liste, aber das Bier fehlt. Wer trinkt schon gern vor dem Schlafengehen einen Zitronensaft?! Wir sollen zwar frisches Obst mit in den Keller nehmen, aber man verschweigt uns, was wir damit anstellen sollen, wenn es nicht mehr frisch ist. Und wer entsorgt die Kerngehäuse von den Äpfeln? Schilys Blockwarte? Anderes Beispiel: Das Verbraucherschutzministerium, das an dieser Liste mitgewirkt hat, weist uns zwar darauf hin, dass tiefgekühltes Cevapcici wenig Sinn macht, weil es zu einem Stromausfall kommen könnte. Aber was machen wir bei Stromausfall mit Fertigsuppen und getrockneten Tortellini? Über dem Feuerzeug garen?  Hier kommt die Liste..... Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln 4,5 kg 1 Paket Vollkornbrot 500 g 1 Paket Zwieback 225 g 1 Paket Knäckebrot 500 g 1 Paket Teigwaren 250 g 1 Paket Reis 500 g 1 Paket Hafer-/Getreideflocken 500 g 1 Paket Mehl 1000 g 1 Paket Hartkekse 250 g 1 Paket Salzstangen 125 g 1 kg Kartoffeln 1000 g Gemüse, Hülsenfrüchte 2,0 kg 1 kleine Dose Bohnen 285 g A. 1 kleine Dose Erbsen/Möhren 285 g A. 1 kleine Dose Mais 170 g A. 1 kleine Dose Pilze 170 g A. 1 kleines Glas Saure Gurken 190 g A. 1 kleines Glas Rote Beete 190 g A. 1 Beutel Zwiebeln, frisch 500 g 1 Knoblauchzwiebel 50 g Obst 2,0 kg 1 Glas Kirschen 370 g A. 1 Paket Rosinen 200 g 1 Paket Haselnusskerne 200 g 1 Paket Trockenpflaumen 250 g 1 kg Obst, frisch (Äpfel, Birnen, Bananen, Zitrusfrüchte) Getränke 21 Liter 1 Kasten Mineralwasser 8,4 l 1 Flasche Zitronensaft 0,2 l 1 Paket Kaffee (250 g) 5,0 l 1 Paket Schwarzer Tee (125 g) 6,0 l Milch, Milchprodukte 4,5 kg 4 Pakete H-Milch 4,0 l 1 Stück Hartkäse 0,5 kg Fisch, Fleisch, Eier 2,0 kg 2 Dosen Thunfisch je 150 g A. 1 Dose Makrelen-Filets 90 g A. 1 Dose Ölsardinen 85 g A. 1 Dose Hering in Soße 110 g 2 Dosen Bockwürstchen je 200 g A. 1 Dose Corned Beef 340 g 1 Dose Kalbsleberwurst 160 g 6 Baby-Salamis 150 g 6 Eier Fette, Öle 0,5 kg Öl (z.B. Maiskeim, Sonnenblumen, Oliven) 0,5 l Butterschmalz 250 g Streichfett 250 g Sonstiges nach Belieben Zucker Süßstoff 1 Glas Honig 1 Glas Konfitüre 1 Tafel Schokolade 1 Flasche Essig 1 Glas Senf Jodsalz Gewürze, getrocknete Kräuter 1 Päckchen Backpulver 3 Päckchen Trockenhefe Tomatenmark Fertiggerichte (z.B. Ravioli, getrocknete Tortellini, Fertigsuppen) Instantbrühe Kräutertee Kakaopulver 1 Paket Puddingpulver Ketchup, Mayonnaise Kartoffeltrockenprodukte (z.B. Kartoffelbrei) Achtung! Bei einigen Lebensmitteln ist das Abtropfgewicht gemeint. ### Letzter Aufruf: BEELINE im Zap (Hofgeismar) BEELINE Live im Zap in Hofgeismar am 1. Oktober. Zum Beweis das Bild links (Foto: Grigat). Darauf steht zu lesen, dass der Eintritt frei ist. Das ist mir neu und ich hoffe, dass der Wirt am Ende des Abends noch Kohle für unsere Gage in der Kasse hat. Liebe Fans, lasst euch nicht über den Tisch ziehen: Wenn euch jemand Karten im Vorverkauf anbietet, für 30 Euro (was wir zweifellos wert wären), dann die Taschen zu halten. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen, so billig wirds nie wieder. ### Das Theater ist aus Der Sommer ist vorbei. Das wird am meisten die sensationsgierige Populistenmeute freuen (Springer, Spiegel, Süddeutsche Zeitung). Wenn der Kanzler back in da House ist, wird sich keiner mehr erinnern, dass sie ja eigentlich den Staatsstreich bei der Rechtschreibung auslösen wollten. Die SZ war heute immer noch in nach Art der SZ-Korrektoren interpretierter neuer Rechtschreibung. ### Lasst bloß die Sektflaschen zu, liebe Olympioniken! Wie die Süddeutsche Zeitung heute vermeldet, sollen die Doping-Proben acht (!) Jahre lang eingefroren werden. Kann sein, dass es 2012 bei Andreas Dittmer, Gold im Canadier, im heimischen Neubrandenburg an der Tür klingelt und zwei auffällig unauffällige Gestalten ihn bitten, die Medaille zurückzugeben. Da hätte man doch Spuren von diesem und jenem gefunden... In eigentlich typisch deutscher Gewissenhaftigkeit transformieren die NOKs sich selbst zu NAKs - Nationalen Anabolischen Kommitees. ### ALL THAT JAZZ! Mit Silvia Kordes (links, Gesang), Michael Wagner (stehend, Piano) und unserem nach wie vor unerreichten Lese- und Musikprogramm "All That Jazz!" um 100 Jahre Jazz bin ich am Samstag, 28. August, in der Theaterscheune in Elmshagen zu hören. Das Programm beginnt um 21 Uhr. Um 19 Uhr öffnet die Kasse. Die Veranstalter versprechen Kulinarisches vom Grill. Wenn sich das Wetter bis dahin nicht geändert hat, braucht man im Bad Emstaler Ortsteil irgendeine Spezialkohle, die auch bei sintflutartigen Niederschlägen brennt. Hoffen wir, dass das Scheunendach dicht ist. (Foto: Spohr) ### Ein neues Label ist wie ein neues Leben In Stolles Fall hat Klaus Lages Plattenfirma LAMU das Leben gespendet. Endlich kann die Kasseler Blues-Ikone aus dem Vollen schöpfen. Bläsersätze, Backgroundchöre, all das ist Realität geworden. Viele Fans wird er verlieren. Sie werden ihm vorwerfen, nicht mehr authentisch zu sein. Aber er wird viele neue gewinnen, nämlich all jene, die sich den neuen Sound nicht durch solche Grübeleien verderben lassen wollen. Gehört und fotografiert am Freitag, 20. August, in der Kasseler Stadthalle. ### BEELINE lässt den Tourbus rollen Hier folgen die Tourtermine der Best Little Rockband from the Mountains of Kassel für Herbst 2004: 21. August: (Freunde, das ist schon am Samstag!) BEELINE bei Rock auf dem Galgenberg in Rosenthal (nahe Edersee). Werden die Fab Four dem Strick entkommen? Werden stattdessen die drei anderen Bands aufgeknüpft? 01. Oktober: Zap in Hofgeismar (Rock unterm Zapfhahn?). 22. Oktober: Die Tanne in Höxter. "From out in the deep forest I come, and I have to admit, BEELINE's in Tann!" 19. November: Joe's Rockcafé in Scherfede. Hey, da riecht der Wald schon nach Sauerland! 11. Dezember: Highland Pub in Gilserberg right in the Highlands of the Schwalm! Die Liste wird immer mal wieder aktualisiert, da die Verhandlungen mit einigen Veranstaltern noch nicht abgeschlossen sind. Und nicht vergessen: Wer nicht hingeht, wird auch nicht taub. ### Beitrag zum Kasseler Reformationsjahr ### Süteutsche Tsaitung Zitat aus der Süddeutschen Zeitung von heute (Seite 1): "Am Freitag hatten Spiegel, Springer-Verlag und (Achtung!) Süddeutasche Zeitung erklärt, die Reform sei gescheitert und man wolle so bald wie möglich zur alten Schreibweise zurückkehren." Bisher ist ungeklärt, ob es sich bei dem Fehler um Sabotage handelt. Ich würde der Süddeutschen wünschen, dass sie im eigenen Haus zu einer Rechtschreibung findet, egal zu welcher. Unverschämt ist aber, dass sich das Blatt in einem Satz mit den Papierputschisten nennt, mit den heldenhaften Robin Hoods vom Sherwood Forest der deutschen Rechtschreibung, mit Spiegel und Springer. Die Süddeutsche ist schließlich nur in den Abendstunden auf das Trittbrett gesprungen. Der zweite Revolutionär ist immer der erste Opportunist. In jeder Schreibweise. ### BEELINE TOUR HERBST 2004 Pünktlich zum Beginn der Herbstsaison sind die neuen Bandfotos von BEELINE fertig und ich kann das Erste hier im Netz präsentieren. Tourdaten folgen. (Foto: Spohr) ### Spiegel und Springer kehren zur alten Rechtschreibung zurück Als Grund geben beide Verlage an, ihnen sei an einer einheitlichen Rechtschreibung gelegen. Frage: warum bleiben sie dann nicht bei der neuen? Was waren das noch für Zeiten als Springer und Spiegel nicht einmal dieselbe Sprache sprechen wollten. ### In Italien tragen Terroristen Kopftuch Enzo Bortolotti, Bürgermeister der italienischen Kleinstadt Azzano Decimone hat das Tragen des Kopftuchs auf der Straße verboten. Grund: Angesichts der Terrorgefahr müsse er für die öffentliche Sicherheit sorgen. ### Natürlich "N".... So viele schöne Worte beginnen mit "N". Nordpol natülich. Aber auch Naturkatastrophe, Nebenhöhlenvereiterung, Nagelpilz, Nasenbluten, Nasenbeinbruch, Nierenbeckenentzündung, Nierenstein, Notoperation, Nervenzusammenbruch, Neutronenbombe, Nesselfieber, Nepp, Nullrunde und Nullnummer, Niete und Niederschlag alle diese Dinge beginnen mit einem "N", mit "N" wie Nokia. ### Glühweinsommer Wer erinnert sich nicht an den so genannten Steckrübenwinter 1917/18? Es soll so kalt gewesen sein, dass die Krähen gefroren von den Bäumen fielen.Der Sommer 2004 wird sich ähnlich ins kollektive Gedächtnis einprägen. Vielleicht als "Glühweinsommer". Auf jeden Fall sind im Sommerschlussverkauf jene Geschäfte die Gewinner, die noch Wollsocken und Schals gebunkert haben. ### Arbeitlosengeld II gibt es beim Fräulein vom Amt Die Mitarbeiter von Vivento sollen der Bundesagentur für Arbeit bei der Ausführung der Hartz-IV-Gesetze zur Hand gehen.. Vivento - von den Mitarbeitern auch zu "Wie wenn tot" verballhornt - ist das Auffangbecken für unkündbare Telekom-Mitarbeiter, die der Konzern entsorgen will. Von ALG II verstehen sie nichts, schließlich handelt es sich um gelernte Fernmeldespezialisten.Aber auf der Leitung stehen Schröder & Co. nun wirklich nicht, und deshalb sollen die gestandenen Techniker in viertägigen Kursen lernen,wer ALG II bekommt und wie man einen Langzeitarbeitslosen vermittelt, den schon zehn Jahre lang keiner haben will.Schon jetzt kursieren Gerüchte, dass die Arbeitsagenturen zu Endlagern für überschüssiges Telekom-Personal werden sollen. An ihrer Stelle sollen Mitarbeiter der Agentur für Arbeit auf die andere Seite des Schreibtischs wechseln. Pech gehabt, leider kündbar. ### Spaßbremse Schröder Das ist doch gemein! Gerade erst hat mir die Bundesregierung meine Spaßbesuche bei der Arztnotrufzentrale verhagelt - 10 Euro soll ich jetzt bei jedem Besuch zahlen, aber wo soll ich denn jetzt hin, wenn das Fernsehprogramm langweilig ist - und jetzt das: Wenn ich nach meinem Arztbesuch ins Taxi steige, soll ich eine Diagnose dabei haben, welche die Notwendigkeit der Krankenfahrt belegt. Soll der Taxifahrer jetzt beurteilen, ob eine Krankenfahrt notwendig ist? Wenn jetzt schon Mietchauffeure über solch fundiertes Wissen verfügen müssen, wird das Taxifahren dann bald teurer? Muss ich den Fahrer mit Herr Doktor anreden? Hat er ein poliertes Namensschild an der Tür? Verlängern sich jetzt die Wartezeiten an den Taxiständen? Muss ich jetzt zehn Euro Praxisgebühr fürs Taxifahren bezahlen? Dabei hatte ich mich gerade daran gewöhnt, erst zum Hausarzt zu gehen, wenn ich eigentlich zum Bahnhof muss. ### Gesundheitsreform greift! Im niedersächsischen Peine verstarb gestern ein Rentner an eienm Herzinfarkt, weil er sich weigerte, den Notarzt zu rufen. Nach Angaben von Verwandten soll er mit letzter Kraft geröchelt haben: "Nur das nicht! Der Notarzt ist viel zu teuer." Im Bundesgesundheitsministerum zeigte man sich zufrieden mit dem Ergebnis der zusätzlichen Gebühr für den ärztlichen Notdienst. Nach Informationen aus dem Ministerium soll es nun auch für Dialyse-Sitzungen eine zusätzliche Gebühr geben. Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ in Berlin verlauten, er hoffe, das Generationenproblem werde auf diese Weise einer "natürlichen Lösung zugeführt". ### Bundeswehr belohnt engagierte Neonazis Die Bundeswehr darf Funktionäre der rechtsextremen NPD aus dem Wehrdienst entlassen. Begründung: Sie gefährdeten die innere Ordnung im olivgrünen Heimatschutz. Ins Zeugnis kommt das freilich nicht. Für wehrdienstunwillige Deutsche ist die NPD-Klausel ein willkommener Ersatz für die mit der Wiedervereinigung weggefallene Berlin-Befreiung: Einfach dem braunen Mob beitreten und sich schnell in irgendein Parteiamt wählen lassen. Eine idiotensichere Sache, die auch noch handfeste zeitliche Vorteile beim Start ins Berufsleben bringt. ### Ein Wohnzimmer voll Natur Einen Sumpfwald wollen der Nabu Hessen und Naturefund gemeinsam bewahren. Über 50 Graureiherpaare legen dort ihre Eierchen. Alle Naturfreunde sind eingeladen, Patenschaften für eine Parzelle Wald oder Teich (je 30 qm) zu übernehmen. Weitere Einzelheiten und Anmeldung unter www.naturefund.de. Auf der neuen Seite einfach dem Hinweis auf das Sumpfwaldprojekt folgen. ### Claudia Roth: Auch der Krieg kennt Regeln Mit hohem Besuch endet heute die bundesweit beachtete Ausstellung Baghdad Stories im kasseler Kunsttempel. Claudia Roth (l.), die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, lässt sich hier von Kuratorin Hanne Spuck durch die Ausstellung führen. In einem Interview für die HNA mahnte sie die US-Besatzer im Irak, sich künftig penibel an internationales Recht zuhalten, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. ### Forsaumfrage: Amis doch gebildet Die FAZ veröffentlicht heute eine bahnbrechende Entdeckung: 35 Prozent der Amerikaner meinen, dass das Verhältnis zu Deutschland wegen des Irak-Krieges schlechter geworden ist. Eine Forsa-Umfrage für die Deutsche Welle hat das ergeben. Das bedeutet, dass 35 Prozent der Amerikaner wissen, dass es uns gibt. Sensationell! Weit weniger erstaunt es, dass 58 Prozent jener Amerikaner diese Einschätzung teilen, die die Deutsche Welle hören. Das heißt, dass 42 Prozent , also fast die Hälfte meint, dass sich das Verhältnis zu Amerika nicht verschlechtert hat. Weil die Abkühlung zwischen beiden kapitalistischen Bruderstaaten aber Fakt ist, bedeutet dies, dass fast die Hälfte der amerikanischen Hörer der Deutschen Welle falsch informiert sind. Kollegen, ihr müsst besser werden! Spaß beiseite: Liebe FAZ, wer unschuldiges Papier mit solchem Umfragemüll verunreinigt, sollte bedenken, dass es mehr als eine Art der Auslegung gibt. 1. Fakt ist auch, eine ähnliche Umfrage in unserem Land hätte noch viel vernichtendere Werte erbracht. 2. Wenn es die Amerikaner interessieren würde, was irgendjemand auf der Welt von ihnen hält, würden sie die Emissionsschutzprotokolle unterzeichnen und keine Angriffskriege mehr führen. 3. Wenn ihr Schröder immer noch vorwerfen wollt, dass er nicht mit Bush in den Krieg gezogen ist, dann könnt ihr ja selbst die Knarre schultern. ### Phänomene des Alltags: Der kleine Mann Der kleine Mann ist immer der Dumme. Aber wer ist eigentlich dieser kleine Mann. Der kleine Mann ist ein Bestandteil der öffentlichen Diskussion. Er macht nur in dieser Funktion Sinn, sehen wir einmal von männlichen Personen unter 1,70 m ab. Entweder argumentiert ein Politiker mit ihm, dann ist er einfältig, spießig, intolerant, fremdenfeindlich und immer schlecht gelaunt. Das heißt: Der kleine Mann ist das, was Politiker fürchten, ein Schreckgespenst, das dem politischen Gegner Angst einjagen soll.Oder der kleine Mann bezeichnet sich selbst so. Dann tut er das, um sich selbst von den großen Tieren abzugrenzen, von jenen, die Macht haben, ihn nie verstehen und nur das Schlimmste im Sinn haben: ihm in den Geldbeutel zu greifen. Und das bringt uns zum Kristallisationspunkt der Frage. Der kleine Mann hat nämlich heute einen Geldbeutel, in den man greifen kann. Das unterscheidet ihn von seinen Vorgängern in den Zeiten Döblins,denen der Fabrikarbeiterlohn kaum reichte, um die ihren durchzubringen. Heute hat der kleine Mann teilweise mehr Geld als so mancher Abgeordnete, der als Adressat seiner Begehrlichkeiten allerdings per definitionem nicht wie er sein kann. Der kleine Mann wirkt heute nur noch klein, weil sein 60.000-Euro-SUV so riesengroß ist. Der wahre kleine Mann ist verschwunden. Er ist schlecht ausgebildet, arbeitslos und geht nicht wählen. Deshalb taucht er in der politischen Diskussion auch nicht als kleiner Mann auf, sondern als Sozialschmarotzer. Im übrigen ist der kleine Mann in Wirklichkeit eine Frau. Eine Frau mit dem größten Armutsrisiko, das unsere Gesellschaft kennt: mit einem Kind! ### BEELINE Live on Stage Songs & Ballads von Nordhessens ### Politik ist ein Spielplatz Was können Politiker heute eigentlich noch bewirken? Diese Frage stellen sich ganz sicher nicht nur die Wähler, sondern auch die Mandatsträger selbst. Die Macht der Verbände setze enge Grenzen. Und wo die nicht Contra geben, stößt der nationale Gestaltungswille an die Decke der EU-Verordnungen, der internationalen Erfordernisse und Möglichkeiten. Geblieben ist ein Spielplatz. Ein Ort ohne alle lästigen Hindernisse. Ein Beispiel: Die Innenpolitiker. Da führt ein konservativer Wirrkopf die Rangabzeichen für die hessische Polizei wieder ein. Wozu? Weil er das schicker findet und die - von niemand anderem geteilte - Ansicht vertritt, dass die Ordnungshüter dadurch wieder mehr Respekt bei den Bürgern genießen. Andere Innenpolitiker ändern gleich die Farbe von Grün zu Blau: Da weiß man, was man getan hat. Wieder andere lassen einfach mal so irgend einen Geheimdienst nach Berlin umziehen. Warten wir ab, was unseren Symboltätern noch alles einfält. ### Papst packt aus! Johannes Paul II. hat seine Memoiren geschrieben. Bild wird sie vorab veröffentlichen. Der Papst tritt damit in die Fußstapfen prominenter Vorgänger: Dieter Bohlen, Stefan Effenberg und Gina Wild. Der Pontifex ist der erste prominente Erinnerer seit Bernhard Brink, der nicht zuvor von Dieter Bohlen beschimpft worden ist. Nach Angaben von DPA schreibt der Papst von der Bürde seines Amtes und von der Nähe zu den Menschen. Wann der Heilige Vater im Big-Brother-Container den Menschen nahe sein will, steht noch nicht fest. ### Sind Sie für GVOs? Lebensmittel, die gentechnisch verändert wurden, müssen seit dem 19. April gekennzeichnet werden. Ist doch alles in Butter, oder? Fehlanzeige, meint die Firma Tegut. Sie ruft Ihre Kunden zur Abstimmung auf: für oder gegen gentechnsich veränderte Organismen in Nahrungsmitteln. Für die Bedenken der Handelskette gibt es Argumente. Denn wer garantiert, dass gentechnisch verändertes Saatgut nicht durch Krähen, Wind und Wetter auf andere Felder verteilt werden? Zur Abstimmung geht es hier. ### Ode an die Telekom Wem der Jubel steigt zu Kopf, Wenn das Wasser aus dem Rhein Nur steigt bis zum Rippenbein, Und das Haus bleibt stehen, Wer bei der Erschießung gut gelaunt, Darauf hinweist, dass man bitte Ganz präzise treffe in die Körpermitte, Um die Qual wenn's geht zu lindern, Der wird im Brustton fester Überzeugung aus vollem Hals bei klaren Sinnen Die Telekom ein Serviceunternehmen nennen. ### Standortwechsel Dank generalstabsmäßiger Planung durch den Auftraggeber lief der Umzug des Journalistenbüros Rechenberg, Rechenberg & Rechenberg am Wochenende von Arnsberg nach Kassel wie eine gut geölte Maschine. Neue Adresse: Wolff von Rechenberg Querallee 38 34119 Kassel ### Wenn einer eine Reise tut... ...dann hat er der Welt viele Dinge zu erzählen, die diese nie gebraucht hat. Diesen hübschen Brauch will ich im Internet bewahren und veröffentliche in den folgenden Einträgen Impressionen aus dem schlesischen Riesengebirge. ### Kaffee im Bogengang Die Bogengänge im Zentrum der Bezirkshauptstadt Jelenia Gora sind absolut sehenswert. Hier laden gemütliche Cafés den Touristen zum Verweilen ein. Die freundlichen Bedienungen verstehen ihre Speise- und Getränkekarten selbstverständlich auch in Deutsch. ### (K)ein Luftkurort Das Städtchen Szklarska Poreba (Oberschreiberhau) an den Hängen des Riesengebirges galt in den 30ern als Luftkurort. Wegen der Kohlefeuerung in den Haushalten kann ich einen Besuch dort während der Heizperiode nur eingeschränkt empfehlen. Im Sommer definitiv eine Reise wert. ### Paradies für den Yeti Auf der Schneekoppe (Snieszka) muss man Mitte April noch mit idealen Wintersportbedingungen rechnen. Wegen des rauen Klimas liegen die Grenzen der Vegetationsstufen im Riesengebirge 200 Meter tiefer als beispielsweise in den Alpen. ### Unterwegs in Europa - Klein-Marieta entdeckt die Welt Bald ist es so weit: Die EU wird größer und Heute-Journal-Moderatorin Marieta Slomka bereist die Beitrittsländer. Und was die kleine Marieta da nicht Staunenswertes zu Tage fördert: Navajo-Indianer bringen den polnischen Grenzern das Spurenlesen bei. Toll! Damit können die Polen illegalen Einwanderern besser auf der Spur bleiben. So soll das neue Bollwerk der Festung Europa uns alle vor bösen Menschen schützen, die zu uns wollen, um uns zu Hungerlöhnen Pizza zu servieren, weil sie zuhause verhungern würden. Aber Gott sei Dank, schützen uns die polnischen Grenzer, Uns alle und natürlich auch die kleine Marieta, für die menschliche Schicksale nicht mehr Feingefühl erfordern als eine Reportage über die industrielle Herstellung von Apfelstrudel. ### Bei Lesben qualmt's Lesbische und bisexuelle Mädchen rauchen öfter als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossinnen. Das hat eine Studie in Amerika herausgefunden, nachzulesen bei Spiegel-Online. Bryn Austin, der diese Studie mitverbrochen hat, meint, man müsse nun die Vorbeugemaßnahmen bei Lesben intensivieren. Gegen was? Gegen das Rauchen? Oder gegen die Homosexualität? Im Amerika des George Bush ist beides denkbar. Wie wäre es mit einem Gentest beim Ungeborenen? Die drohende Homosexualität gilt mit Sicherheit in Texas als ausreichender Grund für eine Abtreibung. ### Cold As Ice (Foto: Spohr) Der Autor beim Eis in Weimar (Flipper: Vanilleeis in frisch gepresstem Orangensaft). An wenigen Orten in der Kulturstadt nimmt einem Goethes langer Schatten nicht das Sonnenlicht. ### Spannend bis zum dritten Platz Viele glückliche reiche Männer in Nachthemden, mit Handtüchern auf dem Kopf und Sonnenbrillen im Gesicht freuen sich wie die Kinder über den ersten Großen Preis der Formel 1 im Scheichtum Bahrein. Alle heißen ibn Mohammed - in Arabien bleibt Demokratie in der Familie. Indessen gähnt das Publikum vor den Fernsehschirmen. Die Formel 1 ist in diesem Jahr erst vom dritten Platz abwärts interessant. Erstaunlich wie schnell die Medien darauf reagieren. Noch seltener als in Malaysia sind Schumacher (M.) und Barrichello im Bild. Zu deutlich fahren die Ferrari in einer Klasse für sich. Wie lang wird es wohl dauern bis die Sponsoren abspringen, wenn die Werbeflächen nur bei Überrundungen ins Bild kommen. ### Deutschland sucht den Bundespräsidenten: Joschka Fischer Was wäre Joschka doch für ein toller Bundespräsident?! Schauen wir ihn uns doch an, im Fernsehen, wenn er wieder etwas total Staatstragendes über die neue Linie der Außenpolitik erzählt. Damit degradiert er den Fachminister Peter Struck zum Stiefelknecht. Ein Mann, der alles kann: Umweltminister, Außenminister, Taxifahren, Steinewerfen. Keine Frage: Dem Joschka Fischer würde die Nation auch in König Etzels Halle folgen. ### Achtung Osterfeuer! Was früher allenthalben wegen seiner Gemütlichkeit geschätzt wurde, verkommt immer mehr zum Sicherheitsrisiko. Zu Ostern steht gerade der ländliche Raum in Flammen. Grund genug für die Stadt Meschede, alle Osterpyromanen zur Ordnung zu mahnen: Osterfeuer dürfen erst nach 18 Uhr angezündet werden und müssen um 24 Uhr gelöscht oder abgebrannt sein. Dabei müsste der Feuerwehr ein zeitversetztes Abbrennen doch eigentlich lieber sein, damit nicht das gesamte Hochsauerland gleichzeitig in Flammen steht. Außerdem sollen Osterfeuer einen Abstand von 100 Metern zu Wohnbebauung (da sei der Selbsterhaltungstrieb vor!), zu Bundesautobahnen (sollte auch nicht schwierig sein) und zu Waldflächen haben. Wo gibt es im Sauerland Freiflächen mit so viel Abstand zum Wald? Natürlich sollen die Osterfeuer auch gemeldet werden, obwohl dazu (noch) keine Verpflichtung besteht. Das vermutlich deswegen, damit die Feuerwehr weiß, ob sie eingreifen oder zuprosten soll, wenn der Horizont in Flammen steht. ### Deutschland sucht den Bundespräsidenten: Rainer Brüderle Hand aufs Herz - wer wollte in diesen Zeiten nicht einen so leutseligen Bundespräsidenten haben? Ich sehe ihn schon beim Empfang der Queen mit einem Viertele 2002er Kindenheimer Vogelsang in der Hand am Ende des roten Teppichs stehen. Da schunkelt selbst die Ehrenformation vom Heimatschutz. Historische Reden würde er auch halten und alle würden mit einem schwungvollen "Prost!" enden. ### Gemeinsam dem Abgrund entgegen Die SPD soll bei der Frankfurter Rundschau einsteigen. So will es der deutsche Journalistenverband und so will es scheinbar auch die SPD-eigene Medienholding DDVG. Zwei Dinosaurier, dem Offenbarungseid nah, - der eine politisch, der andere wirtschaftlich - gehen gemeinsam dem Abgrund entgegen. Aus der Sicht des DJV ist das in Ordnung, denn immerhin bleiben damit die Kollegen bei der FR noch in Lohn und Brot so lange die Parteikasse reicht. Erst danach wird die FR eingehen wie seinerzeit der "Vorwärts". Jemand sollte die SPD-Zentrale an jene unselige Nibelungentreue zwischen Leo Kirch und der Union erinnern. ### Kampf dem Hund Heute will das Bundesverfassungsgericht über die Kampfhunderichtlinien in den Ländern urteilen. Sachlage in NRW: 42 Hunderassen sind als gefährlich eingestuft und müssen mit Maulkorb Gassi gehen. 13 dieser Rassen dürfen nicht mehr gezüchtet werden. darunter so stolze und alte Hunderassen wie der Mastino Napolitano oder die Bordeaux-Dogge. Über beide Hunderassen sind keine gravierenden Unfälle bekannt. Unter den übrigen Rassen befindet sich beispielsweise der slowenische Cuvac, den selbst geübte Augen nur schwer vom ungarischen - und "ungefährlichen" - Kuvasz unterscheiden können. Jetzt wird es noch willkürlicher: Es gibt 812 Möglichkeiten, die maulkorbpflichtigen Hunderassen zu kreuzen. Sind die so entstandenen Mischlinge ebenfalls Maulkorbpflichtig? Und gibt es überhaupt einen Rassestandard für den kaukasischen Owtscharka? All dies lässt nur einen Schluss zu: Das Übel hängt am anderen Ende der Leine. Und dort muss Gesetzgebung ansetzen. ### Deutschland sucht den Bundespräsidenten: Jürgen Peters Der Klassenkämpfer aus der streitbarsten aller Arbeitnehmerorganisationen führt zwar den Arbeitsfrieden als Standortfaktor im Munde, ist aber immer für einen Generalstreik gut. So langweilig wie mit Johannes Rau wird es mit Peters sicher nicht. ### Deutschland sucht den Bundspräsidenten: Wolfgang Schäuble Im Dunstkreis der Union gibt es kein Gefecht, in das der wackere Schwabe noch nicht gerollt ist. Zurück kam er immer mit einer blutigen Nase. Der brave Parteisoldat hat mit hündischem Gehorsam Onkel Kohl seinerzeit die Geldkoffer spazieren getragen und - als der Skandal ins Rollen gekommen war - ernsthaft gehofft, dass Kohl ihm seinen Teil der Verantwortung abnimmt. Ein Mann mit Schäubles Vergangenheit sollte niemals Bundespräsident werden. Zum Wohle des Amtes, des Landes und zu seinem eigenen Besten. ### Deutschland sucht den Bundespräsidenten: Joseph Kardinal Ratzinger Für die deutschen Katholiken kann es nur einen ernsthaften Kandidaten für das höchste deutsche Staatsamt geben: Den obersten deutschen Katholiken, den eisernen Kardinal. Joseph Kardinal Ratzinger ist der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre - gleichsam der letzte Großinquisitor - und deshalb schon von Berufs wegen ein moralisch integrer Mann. Ratzinger schwingt das Evangeliar wie ein Schwert - gegen Schwule, Frauen und zur Not auch gegen Harry Potter. ### Deutschland sucht den Bundespräsidenten Heute haben sich die Gewerkschaften zur Wahl des bürgerlichen Kandidaten geäußert. Horst Köhler sei zu wirtschaftsnah. Wenn jetzt auch die Gewerkschaften bei der Auswahl eines geeigneten Kandidaten mitreden dürfen, dann steht die Tür auch anderen offen. Anlass für mich, in den kommenden Tagen mögliche Kandidaten der Parteien und Verbände auf Herz und Nieren zu prüfen. ### Kohl erinnert sich Wie können diese kargen Worte darstellen, welche Brisanz, welch historische Tragweite hinter dieser Nachricht steckt. Zwei parlamentarische Untersuchungsausschüsse haben sich immer wieder mit der skurrilen Architektur von des Pfälzers Gehirn befasst. An Parteispender sollte er sich erinnern - wir erinnern uns an Flick - oder an schwarze Kassen, die schließlich allen außer Kohl selbst zum Stolperstein geworden sind. Ernsthaft geschadet hat der Skandal um die schwarzen Kassen ja niemandem. Immerhin kommt jemand, der einst mit Koffern voll Bargeld durch die Republik gereist ist, heute schon wieder als Bundespräsident in Frage. Aber jetzt erinnert sich Kohl und seine Geschöpfe - Koch, Schäuble etc. - werden hoffen, dass er sich nicht zu genau erinnert. ### Phänomene des Alltags: 1Live Auch die letzte Tür besteht aus schwerem Glas (gepanzert?). In der Ecke gegenüber der Tür lauert eine Überwachungskamera auf eine falsche Bewegung. Meine Frage, ob Osama bin Ladn heute noch erwartet wird, bescheidet der 1Live-Mitarbeiter mit der Auskunft, der habe zumindest keinen Termin. So ändern sich die Zeiten: Heute sitzen schlecht rasierte Mittzwanziger in schwarzen T-Shirts in den Hochsicherheitstrakten der Hochhäuser. Früher lauerten sie mit dem Molli in der Hand vor der Tür oder veranstalteten Strick-Ins im Foyer. ### Phänomene des Alltags: Media-Park, Köln Der Mediapark in Köln ist einer der unangenehmsten Orte auf diesem Planeten. Hier stehen Glasbauten mehr oder weniger zusammenhanglos am Rande eines Teichs. Ein kleines Brücklein hier, ein paar Arkaden dort. Das ganze wirkt so konzeptlos wie in der Auslage eines fliegenden Händlers: Jetzt alles zum halben Preis! Alles muss weg! Sie wollen den Würfel da drüben? Kein Problem, soll ich ihn einpacken? Wie? Aber natürlich liefern wir auch frei Haus. Nur weg damit! Im Grunde sollte man den, der diese Einöde Park getauft hat, geteert und gefedert vor die Stadt tragen. Im Grunde gibt es nur einen passenden Namen für diese Wüste in zentraler Lage: Media-Friedhof Freunde des gepflegten Stabreims aus dem Kinderprogramm dürfen auch Media-Mausoleum sagen. ### Phänomene des Alltags: Der Bundespräsident Gerade ist die eklige Schlammschlacht vorbei. Im Minutentakt sind Politiker wie Wolfgang Schäuble über die Klingen der Parteiproporzbürokratie gesprungen. Jetzt steht fest, wer nach dem Willen von Union und FDP Johannes Rau im höchsten Staatsamt nachfolgen soll: IWF-Chef Horst Köhler. Ein Mann, den die meisten Deutschen nicht kennen. Das ist aber kein Problem, weil die meisten Deutschen auch nicht wisen, wozu ein Bundespräsident gut ist. Also liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, eigentlich soll der Bundespräsi in letzter Instanz Gesetze abzeichnen oder sie bei begründeten Bedenken ans Parlament zurückschicken. Ersteres ist die Regel, letzteres kommt so gut wie nie vor. Denn letztlich bleibt ein Politiker auch im Palais Bellevue was er ist: Ein Büttel seiner Partei. Daneben soll der Präsident im Ausland Ehrenkompanien abschreiten und kluge - am besten geschichtsträchtige - Reden halten. Weil die Kandidaten danach aber nicht ausgesucht werden, haben wir nur zufällig alle paar Jahrzehnte einen Bundespräsidenten, der dabei wirklich eine gute Figur macht. Entweder sind das blasse Apparatschiks wie Herzog, alte Nazis wie Carstens oder alte Männer mit schlecht sitzendem Zahnersatz wie Rau. Nach dem allmählichen Aussterben der alten Nazis bleibt uns nur abzuwarten, welcher der beiden anderen Kategorien der oder die Neue angehört. (Wettangebote unter: Kommentar) ### Der Journalismus: Eine Hinrichtung III Weil also die Kohle so überaus billig ist, kauft unser Kunde auch gern mal Qualität. Da geht ein Aufschrei der Begeisterung durch die Kumpelkolonie: Wir haben es gewusst! Der Leser, Zuhörer oder Zuschauer weiß eben doch, was gut ist. Sofort stürmen wieder zwanzig neue Kumpel in das Kaff, schuften nachts an der Tankstelle und fahren ansonsten in die Grube, kommen mit ihren Kohlen hinauf und zeigen sie den Kollegen: Seht mal, wie mir dies Brikett gelungen ist! Damit der Laden läuft, verteilen die Minengesellschaften Preise. Bei deren Verleihung werden rote Teppiche ausgerollt und Frauen darüber geführt, denen die Brüste aus dem Dekolletée hüpfen. Sex sells - auch im Bergwerk der Abiturienten und der Promovierten. Die Preisträger werden als Lichtgestalten herumgezeigt. Sie halten allen Kumpels Den Spiegel vor, um zu zeigen: Das kannst du auch schaffen, wenn du Die Zeit der unterbezahlten Wühlerei überstehst. Sieben Mal wirst du die Flasche sein, aber einmal auch im hellen Schrein. ### Ergebnisse des Tages Hertha BSC schlägt Hannover 96 mit 3:1 Toren und in Hamburg schlägt die CDU alle anderen Parteien mit absoluter Mehrheit (Spiel läuft noch). ### Der Journalismus: Eine Hinrichtung II Doch obwohl der Kunde sich einfach nur die klammen Finger wärmen möchte und zur Qualität seines Brennstoffes ein entspannteres Verhältnis hat als zum Preis, drängen immer neue Bergarbeiter in unser kleines Arbeiterstädtchen, was es der Bergwerksgesellschaft - nennen wir sie Murdoch Mining Inc. - gestattet, Kohle zu fast jedem Preis anzubieten, denn es findet sich garantiert immer jemand, der unbedingt unter Tage will. Glück für die, die auf der Insel der Glückseligen arbeiten - nennen wir die Konkurrenzfirma Allgemeine Rußgesellschaft Deutschlands. Deren Kohle kriegt der Kunde in den Keller geschüttet, ob er sie haben will oder nicht, und brennen muss sie dafür auch nicht, denn wer dafür nicht zahlt, bekommt Besuch von der Ordnungsmacht. ### Kuscheln mit Gerd und George Das Thema des Wochenendes: Gerd (Schröder) und George (W. Bush) reden wieder miteinander. Bestimmt hat die ganze Welt bang drauf gewartet. Immerhin hätte ewige Funkstille sein können. Man stelle sich vor: Arabella Kiesbauer begrüßt in 15 Jahren in der soundsovielten Ausgabe der Come Back Show mit einer Sensation: Der abgetakelte Kanzler und der davon gejagte Brezelfresser reden nach 15 Jahren wieder miteinander. Toll! Eine Schlagzeile für Bild. Aber so lange können die beiden Staatenlenker, die angezählten Boxern gleich durch den Ring taumeln, nicht warten. Beiden schwimmen innenpolitisch die Felle davon, beide brauchen Erfolge in der Außenpolitik. So führen Gottes bekanntlich verworrene Wege zwei unterschiedliche Ruderer ins selbe Boot: Man glaubt Schröder sagen hören: "Sagen Sie, Mr. President könnten Sie nicht schnell ein Land bombardieren, damit ich wieder nicht dabei sein kann?" ### Der Journalismus: Eine Hinrichtung I Stellen wir uns die Medienbranche als eine Kohlenmine vor: Wir Journalisten sind Diejenigen, die hinabsteigen und die Kohlen hauen. Der eine hat einen super Riecher. Der wittert die Kohle auch durch massive Quarzwände. Der andere muss etwas mühseliger danach graben. Der eine schippt das schwarze Gold aus dem Schacht, wie es aus dem Flöz fällt, der andere haut wundervoll gestaltete schwarze Skulpturen aus dem Gestein. Dem Kunden ist das einerlei. Der schmeißt die Kohle in den Ofen, zuckt die Achseln und sagt: Hauptsache, es brennt. Recht hat er. ### Erlebnisse eines Clowns Wer den Kölner Karneval besucht, tut das besser in guter Verkleidung. Denn wer zwischen all den Pappnasen ohne angemessenes Kostüm verweilt, wird schnell als protestantische Spaßbremse identifiziert. Das nebenstehende Bild (Foto: Spohr) zeigt den Autor bei seinen unerkannten Recherchen in Köln-Porz. Der Eindruck, die abgebildete Person habe bereits einige Liter hochprozentigen Frostschutz getankt, trügt. ### Phänmene des Alltags: SUV (engl.) = Sports Utilities Vehicle.(alle Angaben ohne Gewähr) Kreuzung zwischen einer Luxuslimousine und einem Schützenpanzer. Die Abkürzung lässt sich auch als deutsches Wort sprechen, denn der Suff ist diesen Fahrzeugen tatsächlich eigen. Da rauscht der Sprit in die blecherne Kehle, dass der Tankwart zum Dankwart wird. Beim Fahren blasen diese Ungetüme soviel Schadstoffe in die frische Luft, dass sie gerade noch den Abgasnormen für Nutzfahrzeuge entsprechen. Das passt gut, denn genauso sehen sie aus. Natürlich stört imDeutschen das "V" im Namen. Aber wer sich auf gut ausgebauten Straßen mitten im Gelände wähnt, wird über solche Ansätz der Legasthenie großzügig hinweg sehen. ### Der Streit um das Vertriebenen-Zentrum... ...nimmt Fahrt auf und der Bund der Vertriebenen wird immer sichtbarer als das, was er ist: Ein Bündnis zur Einflussnahme für Ewiggestrige, komplett ohne vernünftigen Zweck. Jetzt stellt sich polnische Prominenz an die Seite von Gabriele Lesser, die vom Bund der Vertriebenen verklagt wird. Vielleicht sollten sich die Vertriebenen dies hinter die welken Ohrmuscheln schreiben: 1. So kriegt ihr Schlesien nie mehr wieder. 2. Mit der EU-Osterweiterung kommt ja auch die Freiheit des Wohnortes. Glück für uns, Pech für die Polen: Ihr könnt jetzt alle wieder nach Schlesien und ins Sudetenland zurück, wenn es euch dort so gut gefällt. 3. So einfach wie in der guten alten Zeit (33-45) ist die Demokratie in unserer Bundesrepublik nicht. Da gibt es Meinungs- und Pressefreiheit. ### Hilfe, Gottschalk kommt! In einer neuen ZDF-Show sucht Thomas Gottschalk TV-Zuschauer jeweils eine Woche lang heim. In der Tat eine schreckliche Vorstellung. Wie lange wird Gottschalk morgens im Bad brauchen bis er wie Gottschalk aussieht? Wird an jeder Tür ein Rechtsanwalt lauern damit sich die Gastfamilie an die vertraglich vereinbarten Ruhezeiten hält, damit Gottschalk seinen Schönheitsschlaf bekommt? Was ist, wenn er in der Dusche auf der Seife ausrutscht? Wie hoch muss der Haushalt in diesem Fall haftpflichtversichert sein? ### Müntefering wird Boss Der Kanzler gibt den SPD-Parteivorsitz ab und Angela Merkel meint, er werde ein Kanzler von Münteferings Gnaden (sein designierter Nachfolger). Wer da von wessen Gnaden was ist, bleibt abzuwarten. Fakt: Schröders Schritt ist verständlich. Schließlich rüttelte er einst an den Gitterstäben des Kanzleramtes und jaulte: "Ich will hier rein!", und nicht etwa an der Tür der SPD-Zentrale. Außerdem heißt Schröders Vorbild Helmut Schmidt. Wer in dessen Fußstapfen treten will, so Schröders Meinung, muss sich einfach entgegen der Mehrheitsmeinung in der SPD verhalten. Da passt der Parteivorsitz nicht hinein. ### BEELINE: Aus in der Vorrunde Die "Best Little Rockband" der Welt ist am Sonntag beim Emergenza-Wettbewerb nach der Vorrunde nach Hause geschickt worden. Grund: Es voteten zuwenig Zuschauer für BEELINE. Wir kommen eben nicht aus dem Raum Frankfurt - dort fand der regionale Vorausscheid statt - sondern aus dem Ballungsraum Kassel-Arnsberg. Immerhin sind selbst aus Hamburg Fans angereist. Schuld am bedrückten Gesichtsausdruck von Frau Kordes (Gesang) ist jedoch nicht das Ergebnis, sondern der Genuss einer Pizza bei Pizza Hut in der Frankfurter Innenstadt. Der Koch fürchtete wohl, die Hefepilze im Teig könnten zu neuem Leben erwachen und ertränkte sie vorsorglich in Öl. Ob Speiseöl oder Altöl, das muss eine Obduktion nach dem Ableben der Band klären. ### Elite á la Schröder: Die Bundesländer Steinbrück bringt es auf den Punkt: Warum sollen wir für die anderen Bundesländer blechen? Sollen die doch selbst sehen, wo sie bleiben. Wir (NRW) repräsentieren doch ohnehin ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Damit befindet sich Schröders Stiefelknecht ganz und gar auf Kanzlerlinie. Zugegeben: Es ist schon erstaunlich, dass unsere Politiker 15 Jahre lang behalten haben, dass es da mal einen anderen deutschen Staat gab, der andere Startvoraussetzungen besaß und selbst daraus nicht immer das Beste gemacht hat. Also sehen sich Steinbrück und Stoiber in einer Art großer Koalition der Kraftmeier als die Elite unter den Bundesländern - Verzeihung, Herr Koch, Sie natürlich auch. Schön, dann wollen wir mal hoffen, dass sich das Sauerland, das Münsterland und Ostwestfalen nicht so bald als Elite unter den Regionen sehen und es ablehnen, die Industriebrachen im Ruhrgebiet durchzufüttern. Sonst müsste der föderale Analphabet Steinbrück schnell betteln gehen. Nachtrag: Müntefering sagt, er habe keine Angst vor mehr Wettbewerb zwischen den Bundesländern. Muss er auch nicht. Der Mann kommt aus dem Sauerland, da geht es den Leuten vergleichsweise gut. ### Elite á la Schröder: Die Politiker Hand aufs vielzitierte klamme Herz: Sind unsere Politiker nicht allesamt Mittelmaß? Was wollen wir dagegen tun? Dem Schröder-Clementschen Elitegedanken folgend, natürlich gar nichts. Wir lassen die Politiker alle dort wo sie sind, und wo schon lange kein Pfeffer mehr wächst. Stattdessen brauchen wir neue Politiker. Strahlend, klug, weise und vor allen Dingen vorbildlich. Denn am Elitewesen soll ja das Mittelmaß genesen. Aber wer sollte diese Politiker wählen? Wir? Wir sind disqualifiziert. Schauen wir uns nur an, was wir bisher gewählt haben. Nein, dafür müsste eine Kommission gegründet werden. Das und heiraten sind immerhin die liebsten Beschäftigungen unseres Regierungschefs. Wer könnte darin Platz nehmen? Vielleicht Dieter Bohlen, der Tag für Tag im TV die Elite kürt? Dann wäre eins sicher: Das demnächst vakante Amt des Bundespräsidenten würde definitiv eine Frau übernehmen. Unser Staatsoberhaupt würde eine Brünette, nicht über Fünfundzwanzig mit ordentlich Holz vor der Hütte. ### Schily lässt die Muskeln spielen Da sollen jetzt also auch bei der biederen Lufthansa bewaffnete Büttel mitfliegen. Ganz nach dem Vorbild der Amis. Außerdem soll die Luftwaffe in Zukunft entführte Flugzeuge abschießen dürfen. Nur damit wir wie die Amis sind? In des Bundesinnenministers Panikmache stecken drei Denkfehler: 1. Die größte Gefahr im deutschen Luftraum sind die altersschwachen Phantoms der Bundesluftwaffe. 2. Dummerweise achten wir das Völkerrecht und bombardieren keine Länder deren Namen wir nicht kennen, wenn unser Regierungschef mal vor einen Untersuchungsausschuss zitiert wird. Kurz: Wir geben nicht viel her als Inbegriff des Bösen. 3. In unseren Städten dürfen die Bauwerke oft nicht höher sein als irgendein Sakralmonument (Kölner Dom, Münchener Frauenkirche etc.). Das sind keine flugtauglichen Höhen. Und wer auf die Idee käme, sich mit einem Flugzeug in einen Frankfurter Wolkenkratzer zu stürzen, der würde sich wahrscheinlich schon über Hanau angewidert abwenden. ### Kreativität gefragt Die Richtlinien für die Gesundheitsreform könnten nur funktionieren, wenn diejenigen, die sie anwenden, verantwortungsvoll damit umgehen, sagte Ministerin Ulla Schmidt gestern. Das fügt dem Anforderungsprofil niedergelassener Ärzte einen bisher ungewohnten Punkt hinzu: Kreativität! Das deutsche Rechtssystem zeichnet sich im allgemeinen dadurch aus, dass es auch die kleinsten Eventualitäten reglementiert. Jetzt soll der Arzt, oder der Berater bei der Krankenkasse selbst entscheiden, was er unter "verantwortungsvoll" versteht. Das belebt die alte These des Kommunitarismus, dient jedoch in keiner Weise der Rechtssicherheit. Nach meinem Empfinden gibt es kein Zitat, das dem Totalversagen dieser Koalition so deutlichen Ausdruck verleiht. Frau Schmidt sagt dadurch nämlich Folgendes: Bitte, liebe Praktiker, richtet ihr die Sache. Ich kann es nicht, weil ich mich vergaloppiert habe, zu schwach oder zu blöd bin! Und uns Politikern fehlt eine Eigenschaft, die wir jetzt von euch verlangen: Kreativität! ### Einmal auch Elite sein,... ...wer wollte das nicht? Ring frei für die Hochschulen. Sie sollen in der nächsten Zeit im Wettbewerb ihre Stärken zeigen. Ist ja klar: Die Elitehochschulen sollen ja auch wirklich Elite sein. Bewerber sind so unterschiedliche Unis wie Köln - die größte deutsche Uni - und Siegen. Dort präsentiert man sich als klein aber fein, als Hochschule der kurzen Wege. Und damit die noch kürzer werden, dünnt die Uni einige Studiengänge aus, weil sie weiß: Das einzige, was dem Kanzler und seinem Statthalter in NRW in den Ohren klingt, ist Technik. Uns interessiert schließlich, wie etwas gemacht wird, nicht warum. ### Schneemännchen So richtig schneesicher ist die Kasseler Karlsaue nie. Trotzdem hat es am Wochenende für dieses Schneemännchen gereicht. Geschätzte Höhe: 20 cm. ### Bibelzug leidgeprüft Damit hatten die Veranstalter des Bibelzugs vom Sauerland ins holländische Nimwegen nicht gerechnet: Bei der Bahn gibt es einfach für jeden Vorgang eine eigene Firma. Alle zusammen sorgten dafür, dass ein Zug voll frommer Menschen im Sommer 2003 mit Lokschaden auf dem Bahnhof in Marsberg strandete. In diesem Jahr will die Bahn als kleines Dankeschön die Christen kostenlos nach Nimwegen chauffieren. Böse Zungen verbreiten Gerüchte, dass die Schützenhallen längs der Strecke schon jetzt als Notquartiere reserviert werden. ### Bibelzug, zweiter Versuch Lokschaden, Verspätung, Bahn-Starrsinn und außerdem hatten 100 Fahrgäste keinen Sitzplatz. Ein Ausschnitt aus dem Gruselkabinett der Deutschen Bahn. Ereilt hat es im vergangenen Jahr die frommen Menschen, die mit dem Evangelischen Kirchenkreis Arnsberg und der katholischen Seelsorgeregion Hochsauerland-Waldeck ins Bibelmuseum nach Nimwegen fahren wollten. Die Einzelheiten sind HIER nachzulesen. Der Bibelzug endete in Marsberg. Im Sommer 2004 wollen die Kirchenleute den zweiten Anlauf unternehmen. In der Hoffnung, dass sich der liebe Gott diesmal nicht die Zähne an der Bahn ausbeißt. ### Elite á la Schröder: Die Bundeswehr Keine Fiktion, sondern Fakt: Während in den Kasernen der Putz von den Wänden fällt und die Soldaten den 2er-Führerschein im Auto-Scooter auf der Kirmes machen müssen, weil Strucki das Geld für den Sprit fehlt, haben die KSK-Soldaten Hochkonjunktur: Im vergangenen Jahr lief sie auf allen Kanälen, die vermummte Bundeswehr-Elite. Es gab mehr PR-Rummel um des Kanzlers neue Truppe als über die guten alten Bürger in Uniform während all der fünfzig Jahre ihres Bestehens. Da war sogar von heimlichen Einsätzen im Kosovo oder in Afghanistan die Rede. Was sie dort gemacht habe, unsere maskierten Recken? Pssst! Streng geheim! Wahrscheinlich für die Amis Bier geholt. Für solche Bilderbuchsoldaten ist das Geld allemal da. ### Elite á la Schröder: Die Arbeitslosen Arbeitslos - schweres Los. Wir wissen Bescheid: Die sind alle selbst schuld, sollen doch alle Minijobs annehmen. 400 Euro reichen doch im Sudan auch für eine 10-köpfige Familie. Alles Faulheit und deshalb braucht die SPD neue Arbeitslose. Schöne, strahlende Menschen, hochqualifiziert, motiviert und immer gern bereit, zwischen zwei befristeten Management-Positionen auch mal die Ärmel aufzukrempeln und den Müllwagen zu chauffieren. Die brauchen wir! Und sei es für die Minijobs. Nur, wer braucht so viele Putzhilfen? Ich sehe schon drei Leute vorsichtig das HiFi-Rack anheben, damit der vierte darunter saugen kann, während mir ein fünfter Minijobber devot die Schlappen reicht. ### Elite á la Schröder: Die Kommunen! Früher das Rückgrat des Föderalismus, jetzt nur noch unerwünschter Kostgänger, mit dem man die Steuerbeute teilen muss. Aber Gemeinden brauchen wir. Vorschlag: Wir wählen ein paar Gemeinden aus und die machen wir richtig fit. Da pflastern wir die Straßen mit Euros. Sie werden Leuchttürme im Clementschen Sinn sein. Und irgendwann werden dann auch die Gemeinden was davon haben, die zugunsten der Elite-Kommunen auf die Ausbesserung der Straßen verzichten müssen. ### Elite á la Schröder Jetzt haben wir uns zwei Jahre lang angehört, wie schlecht unsere Schulen sind. Jüngst meinte ein Besucher bei einer Veranstaltung in Sundern, selbst im indonesischen Dschungel würden die Kinder besser ausgebildet als im Sauerland. Die SPD hat nun die Lösung: Vergesst die alten Hochschulen. Wir bauen neue, schönere, bessere. Nicht so viele, damit's erschwinglich bleibt. Darin wollen wir dann fleißige, brave, geschniegelte Studenten sehen, die stets lerneifrig durch die Brillengläser schauen. In den nächsten Tagen folgen an dieser Stelle nun Fortführungen des Elitegedankens der SPD. ### Schicksals-Cup in Meschede Auf den Veltins-Hallen-Masters in Meschede lastet in diesem Jahr eine schwere Verantwortung: Repräsentanten des DFB werden zu Gast sein. Hintergrund: Meschede möchte Mannschaftsquartier für die WM 2006 werden. Egal ob Litauen oder Senegal, 2006 soll der Wind der großen weiten Welt durchs Sauerland wehen. Um zu beweisen, dass die Sauerländer für die Sicherheit bei Sportveranstaltungen garantieren können, wird die größte teilnehmende Mannschaft die Polizei. Man rechnet mit 150 Beamten. Schauen die eigentlich auch den Schiris auf die Finger? ### Nachtrag: Frankfurter Nachtleben Herr Böhmer bei der Besprechnung im Frankfurter Club Nachtleben mit Angehörigen anderer Bands. ### Frankfurter Nachtleben IIX BEELINE auf der Rückfahrt. Menue auf dem Rasthof Wetterau: 1 X Spaghetti Bolognese, 1 X Spiegeleier an Bratkartoffeln, 1 X Rostbratwurst an Salat von Erdäpfeln, 1 X Pommes Frites mit Ketchup, 3 X Apfelschorle, 1 X Kaffee. Wenn das kein Rock'n'Roll ist... ### Frankfurter Nachtleben VII Gerade fragt die vierte Band, wie lang die Spielzeit am 1. Februar sein wird. Was machen die Typen, wenn gerade niemend da ist, der ihnen den Arsch abwischt? Der Kollege verspricht, dass er bis zum 1. Februar die Uhr lesen können will. ### Frankfurter Nachtleben VI Matthias (Vertreter von Emergenza) sagtin jedem zweiten Satz "cool", damit man merkt, dass er cool ist. ### Frankfurter Nachtleben V Endlich haben die Lobtiraden auf Itchy Poopzkake ein Ende (Band, die von Matthias gemanagt wird, der uns brieft). Jetzt müssen wir alle einen Vertrag unterschreiben. Auch die Kollegen von der Nieten-Leder-Fraktion, die Verträge sonst mit dem Baseballschläger aushandeln. ### Frankfurter Nachtleben IV Das Eigenlob von Emergenza neigt sich dem Ende zu und wir nähern uns nach nunmehr 2 Stunden den konkreten Dingen: Wann müssen die Musiker anreisen (reale, nicht gefühlte Zeit), wer spielt wann, wo hängen die Kotztüten? ### Frankfurter Nachtleben III Im Fußball Geschichte, beim Emergenza-Bandwettbewerb noch aktuell: Das Spiel um den dritten Platz. ### Frankfurter Nachtleben II Alle sind lieb zueinander und der Rechenberg fällt unangenehm auf, weil seine Klappe größer ist als die Eingangstür. ### Frankfurter Nachtleben Besprechung mit allen Bands, die am Band-Contest am 1. Februar im Nachtleben teilnehmmen. Die BEELINEs sind wieder einmal die einzigen ohne langes Haupthaar oder Ziegenbart. Hintergrund: BEELINE hat sich... ...beim Emergenza-Festival beworben. Erster Auftrittsort soll der Frankfurter Club Nachtleben sein. Und ebendort befinden wir uns gerade. ### Blick aus dem neuen Domizil Sonne über Arnsberg. Das Bild zeigt die Stadt vom Seltersberg aus betrachtet, meinem neuen Wohnviertel. ### Terminator, Gouvernator, Job-Zar Arnold Schwarzenegger will um die Welt pilgern und gute Dinge tun, Investoren in sein krisengeschütteltes Kalifornien holen und Jobs schaffen. Als Job-Zaren bezeichnet sich der California Dream Man selbst, schreibt das Handelsblatt. Ich sehe ihn schon am Horizont der Geschichte heraufziehen: In Badelatschen und ein weißes Bettlaken gewandet, ein grauer Bart reicht ihm bis auf die Kontinentalplatten seiner Brustmuskulatur. In der einen Hand hält er den knotigen Wanderstab des Pilgers, in der anderen das Kieselsteinchen von einer Gesetzestafel, auf der die wenigen Regeln des steirischen Simpels eingeritzt sind. Ehrlich sollst du sein, egal mit welchen Mitteln und große Dinge sollst du tun. ### Letzte Chance für Guido... ...so lautet die Botschaft des Dreikönigstreffens der FDP. Eine Partei kämpft gegen die Bedeutungslosigkeit. Vorbei die Zeiten von Guido und dem quittegelben Spaßmobil. Aber, wenn die FDP weiter versackt? Was dann Guido? Bundespräsident? Was hat er denn zu bieten im Tausch gegen ds höchste Staatsamt? Hotelportier? Bestimmt würde er den Gästen in seiner bewährt wichtigtuerischen Art erklären, warum es so unendlich wichtig ist, sich beim Betreten der Halle die Schuhe abzuputzen. So bleibt 2004 also nicht nur ein Schicksalsjahr für die FDP, sondern auch für das Arbeitsamt. Denn, wenn ihn nun gar keiner mehr haben will, dann werden die Stellenberater seine Besserwisserei zu spüren kriegen. ### Silvester eingebuchtet... ...und das in einem Flugzeug. Spiegel-Online berichtet, dass die amerikanischen Behörden 247 Passagiere der BA im Flugzeug unter Arrest gestellt und verhört haben. Dabei hatten die Ärmsten nicht einmal Knallfrösche im Gepäck. Eine Frau aus dem Nahen Osten soll dem Bericht zufolge verdächtig erschienen sein, weil sie allein reiste. Frage: Was wäre dem Ehemann passiert, wenn sie einen in ihrer Begleitung gehabt hätte? Standrechtliche Erschießung als Terrorist? ### Forke? Sehr verdächtig! Er ist einer der amerikanischsten Amerikaner: der Farmer. Wir Europäer haben ein Bild von ihm: Alt ist er, trägt eine schmuddelige Latzhose über seiner schmuddeligen langärmeligen Unterwäsche. Auf dem Kopf ein ausgefranster Strohhut, weißes Bartgestrüpp im Gesicht und die Nase rot vom "Moonshine"-Saufen. Kurz und bündig: Er sieht aus wie Grandpa Walton. Dieses Rückgrat des republikanischen Amerika macht sich nun verdächtig. Das Farmer-Handbuch haben die Terrorfahnder auf dem Kieker. Es enthält neben allerhand Bauernregeln auch Details über Brücken, Straßen und Dämme. Alles mit aktuellen Karten. Polizisten sollten misstrauisch werden, wenn sie jemanden mit einem Bauern-Handbuch antreffen, berichtet AP. Da auch die Terroristen Internet haben, werden sie das nun wissen und einfach keine Handbücher mehr auf Reisen mitnehmen. Aber sie können sich ja nicht komplett tarnen. Vor allem nicht, wenn sie soooo clevere Fahnder gegen sich haben. Liebes FBI, ihr solltet bei allen Personen hellhörig - Verzeihung: -sichtig - werden, die aussehen wie Grandpa Walton. Hinter jeder roten Nase steckt ein islamischer Terrorist. ### Der Letzte hält die Laterne Und der Letzte steht vor der Tür: Der letzte Tag des Jahres; die letzte Chance, die Vorsätze vom Jahresbeginn doch noch umzusetzen. ### The Return of the Glückspfennig In Meschede kehrt am Mittwoch der Pfennig zurück. Neun Schornsteinfeger werden am Silvestertag den vom Weihnachtsumtausch gestressten Sauerländern mit Glückspfennigen das Beste fürs neue Jahr wünschen. Ja, richtig: echte Pfennige. Mit der Aktion verfolgen die Men in Black auch eigennützige Zwecke: Dem Gewerbe fehlt der Nachwuchs. Es gibt einfach nicht genug junge Leute, die gern auf den Dächern herumkraxeln. Ein Tipp für die Schwarzkittel: Wie wäre es mit der amerikanischen Berufsbezeichnung für den Schornsteinfeger? Welcher Junge wäre nicht gern ein "Spiderman"! ### Das Fest droht... ...und ich habe lange nach einem Bild gesucht, das meine vorweihnachtliche Stimmung angemessen illustriert. Gestern habe ich die nebenstehende Marionette in einem Kasseler Schaufenster entdeckt. Und im Zeitalter der kunstvoll in Glitzerpapier und Schleifchen eingeschlegenen Geschenkschecks passt das Märchen vom Sterntaler-Mädchen doch ganz gut. Immerhin verbringen die Teenies die letzten Stunden vor dem Fest im bangen Hoffen, der Weihnachtsmann (Auch Santa Claus genannt) in seinem Coca-Coila-roten Mäntelchen möge Bares bringen, damit Vodafone (auch Coca-Cola-rot) nicht den Handyvertrag auf Eis legt. ### Nie war der Adventskranz so wertvoll wie heute Im Kreis Gütersloh ist vor ein paar Stunden die Stromversorgung komplett zusammengebrochen. Düstere Zeiten für alle, die den Adventskranz geschmäht haben. ### Kiffen macht dumm! Kiffen beeinträchtigt das Kurzzeitgedächtnis. Das ist laut Polizei in Meschede das einzige Argument, das die Kids vom Joint fernhält. Dummerweise vergessen die Jugendlichen solche Lektionen viel zu schnell. Auch das ein Statement der Polizei Meschede. ### Oh Graus! Handwerk zufrieden! Die Hiobsbotschaften zum Reformpaket reißen nicht ab. Das Handwerk ist mit der Neuregelung des Meisterzwangs zufrieden. Das kann nur bedeuten, dass der Meisterzwang nur für Gewerbezweige wie die Repassierer abgeschafft worden ist. ### Onkel Wolff rät: Die Stadt Meschede warnt heute vor Frost in der Biotonne. Sie rät zu Zeitungspapier unten im Stinkefass. Für diesen und den kommenden Tag lautet mein Tipp: Schieben Sie die Biotonne an den Nordrand des Sauerlands. Dort haben die Meteorologen heute Temperaturen von 10 Grad - Plus! - vorausgesagt. Außerdem stinkt der Kübel dann in Richtung Soest und Lippstadt, weil heute leichter Südwestwind herrschen soll. ### Wir sind die Größten Nach dem spektakulären Auftritt von BEELINE in den Kasseler Nachthallen am Samstag ist in den Reihen der Band die Freude groß. Das Foto zeigt Herrn Grigat (Gitarre) und Herrn Lünstroth (Technik). Die lobenden E-Mails nehmen kein Ende. Größter Erfolg: Zwei Fans haben den Wunsch geäußert, einen offiziellen BEELINE-Fanclub zu gründen. So werden die BEELINE-Anhänger möglicherweise in nächster Zukunft von Hamburg aus organisiert. ### BVB ausnahmsweise gesund Von Sabine Töpperwien erfahren wir heute früh im Deutschlandfunk, dass Borussia Dortmund gestern ohne 13 Verletzte auf dem Platz stand. Daraus lernen wir: 1. Eine Fußballmannschaft kann aus mehr als 11 Spielern bestehen, wenn diese nicht im Vollbesitz ihrer körperlichen Kräfte sind. 2. Wenn der BVB normalerweise mit 13 Verletzten aufläuft, dann muss das irgendeine Art von Erfolg versprechen. Spielen Verletzte üblicherweise besser als gesunde Fußballer? 3. Die Sportreportage ist die Müllhalde der deutschen Sprache. ### Volks-Bentley macht den Geiz wirklich geil Spiegel-Online berichtet von einer Sensation. Den Bentley soll es bald für "Normalreiche" geben. Reiche? Der tabellarische "Fahrzeugschein" im Text beziffert den Preis mit - bitte festhalten - 159 Euro ! Wahnsinn! Ich weiß gar nicht, worüber ich mich mehr wundern soll: Dass es einen Bentley zu diesem Preis gibt oder, dass man schon als "normalreich" gilt, wenn sich 159 Euro erschwinglich anhören. Na, egal. Mal überlegen. Soll ich einen in Rot nehmen? Weil doch mein Polo auch rot ist. Aber zu meiner CI passt ein Blau mit Tendenz zum Türkis eigentlich besser. Kann ich den eigentlich schon ab Werk mit Winterreifen ordern? Dann kaufe ich gar nicht erst Winterreifen, sondern gleich ein neues Auto. ### Und noch eins in die Schnauze... ...für das deutsche Bildungssystem. Die Unesco schlägt Alarm: Jeder vierte Deutsche ist "funktionaler Analphabet". Von denen darf ich mich an dieser Stelle verabschieden und sie auf Seiten verweisen, die für sie geeigneter sind. Jetzt könnten wir der Unesco natürlich antworten: Wir sind das Volk der Dichter und Denker, von Lesen und Schreiben war nie die Rede. Denken geht ohne und Dichten genau genommen auch. Schließlich wurde an den Lagerfeuern schon geverst und gereimt, bevor die Schrift aufkam. Eben da - am Lagerfeuer - könen wir allerdings auch wieder landen, wenn uns durch mangelnde Lesefähigkeit wichtige Kulturtechniken verloren gehen, wie beispielsweise die Fähigkeit, eine Mikrowelle bedienen zu können. ### Vorsichtshalber lieber auf der Stelle treten Die Welt versinkt im Winterschlaf. Weil in Berlin nichts entschieden wird, können auch die Kommunen nichts entscheiden. Sie wissen ja nicht einmal, ob sie im kommenden Jahr auch noch die Arbeitslosenhilfe bezahlen müssen (Hartz IV). Aber das Festrennen der Dickschädel scheint keine deutsche Krankheit zu sein, denn auch in Brüssel bewegt sich nichts. Europa droht damit entscheidungsunfähig zu werden. Aber, dass dies nicht nur unter dem Zwang zur Einstimmigkeit passieren kann, erleben wir in Deutschland. ### In a winter wonderland Gestern kam der Winter über das Sauerland. Mit Schnee, vor allem aber mit Eis. Wer neu hier in der Region ist, wundert sich über den vergleichsweise vorsichtigen und gemächlichen Fahrstil (nehmt euch ein Beispiel, HR, KB, ESW) der meisten Autofahrer mit dem HSK-Kennzeichen. Nicht vorsichtig genug: Heute nacht gab es die ersten Eis-Unfall-Leichen. ### Everybody's Darling Das Tauziehen um Harald Schmidt nimmt immer groteskere Züge an: Jetzt will der MDR den scheidenden Sat.1-Talkmaster für eine Volksmusik-Sendung engagieren. Da fragte Spiegel-Online vorsichtshalber nach und erhielt die Antwort, das Angebot sei ernst gemeint. Der Sender köderte außerdem Schmidt-Redakteur Manuel Andrack mit Kölsch und hübschen Sächsinnen (Pfui! Der Mann hat Familie). ### Isch sag einfach Goodbye... Der zweite Abschied in diesen Tagen: Howard Carpendale nimmt seinen Abschied von der Bühne. Ewige Zeiten hat er "Tür an Tür mit Alice" gelebt. Jetzt ist Schluss. Wahrscheinlich ist es auch Zeit: Noch ein paar Jahre länger in Deutschland auf Tour, und er hätte das anglophone Nuscheln verloren. ### BEELINE in concert - Letzter Aufruf! Das Bild unserer Sängerin, Frau Kordes, beschließt meine kleine BEELINE-Galerie im Internet. Sie hat - wie alle Stars - ihre Allüren. Aber die kann sie sich mit ihrer Stimme, ihrer Gesangstechnik und ihrem professionellen Auftreten auch leisten. Und wir anderen BEELINEs, die wir neben dieser Stimme dahindilettieren, müssen tun, was wir können, damit wir daneben nicht zu lächerlich aussehen. Am Samstag, 13. 12. ab 21.30 Uhr in den Kasseler Nachthallen (früher Musiktheater), ist es soweit, dann heißt es: Kasseler Landfunk proudly presents.... Karten im Vorverkauf gibt es bei allen BEELINEs. ### Schmidt unter Artenschutz Harald Schmidts angekündigter Abgang füllt auch heute die Kommentarspalten. Ergebnis: Der Spiegel-Autor Mohr ist kein versprengter Einzeltäter. Der Forderung, Schmidt in der ARD zu musealisieren, schließen sich heute viele andere an. Früher haben sie ihn gescholten, die Niveauhüter. Heute soll er in die mediale Vitrine. Harald Schmidt, Showmaster, auch bekannt als "Dirty Harry". Dabei ist im Augenblick nur eines klar: Schmidt will Pause machen. Pause! Nicht wechseln! Pause! Dass die öffentlich-rechtlichen Sender - entgegen ihrem Image - dafür nicht der richtige Ort sind, kann ich bestätigen. ### Die Katastrophe ist da! Wir müssen lernen, ohne Harald Schmidt zu leben. Was mir noch mehr weh tut als die Nachricht an sich, sind Nachrufe, wie der auf Spiegel-Online. Dort versucht Reinhard Mohr, den medial noch nicht ganz verblichenen Show-Master in den öffentlichen Dienst zurückzuloben. Wer mit der Realität schon so weit abgeschlossen hat, glaubt auch, dass Michael Schumacher bald wieder Karten auf der Kartbahn in Kerpen abreißen könnte. ### In der City steht ein Männlein... ...aber leider nicht ganz still und stumm. Es pfeift laut und falsch "Jingle Bells". An der Seite ein undefinierbares Huftier und in der Hand eine Sammelbüchse. In der Weihnachtszeit sitzt der Mittelschicht die Patte locker und darum konkurrieren mit dem Einzelhandel auch diverse halbseidene Zirkusunternehmen. Eines - Zirkus Zaballo, oder so ähnlich -hat sogar ein Krippenspiel aufgebaut. Mit Schafen und Ziegen anstelle von Rind und Esel. Alle Jahre wieder beobachte ich dieses Schauspiel und alle Jahre wieder frage ich mich: Wovon lebt Zirkus Zaballo, wenn in Kassel gerade kein Weihnachtsmarkt ist? Betteln die an Yom Kippur in Israel? Oder am 4th of July in Amerikanistan? Oder zu Beginn des Jahres der Heidschnucke in China? ### Warum hat uns eigentlich keiner lieb? Das fragen sich viele Bayern nach dem etwas unterkühlten Empfang, den der CDU-Parteitag ihrem Landesvater, Edmund Stoiber, bereitet hat. Schon drohen die Christsozialen wieder mit dem Ende der Fraktionsgemeinschaft. Liebe Bayer! Fragt ihr euch das ernstlich? Wenn irgend eine Studie an Deutschlands Ehre kratzt, gibt es schon nach Tagen eine andere, die belegen soll, dass ihr allein, ohne das störende Anhängsel Deutschland, viel, viel besser dastündet. Wenn in Nordrhein-Westfalen eine Geiselbefreiung schief geht, spielt ihr das Ganze sofort bei euch nach, und da klappt dann alles wie am Schnürchen. Darum, liebe Bayern, quält uns doch nicht mit leeren Versprechungen: Kündigt die Fraktionsgemeinschaft auf, tretet aus der Bundesrepublik aus, verlasst die EU und meinetwegen auch die Nato, verweigert euch von mir aus auch der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum siechenden Rest der Republik. Nur: Bitte, bitte, bitte, geht endlich. ### Sauerländischer Top-Terrorist im Kölner Justizgebäude Dritter Seminartag: Gerichtsberichterstattung aus dem Kölner Amtsgericht. Sicherheitsschleusen, Metalldetektoren, schlecht gelaunte Sicherheitsbeamte. Man sollte meinen, hier ginge es nicht um Fälle von Beleidigung oder tätlichem Angriff. Nein, so denkt der Ortsunkundige, hier stehen Mohammed Atta und die 40 Räuber vor Gericht. Mein Schlüsselanhänger (ein Taschenmesser), wanderte ebenso in Sicherheitsverwahrung wie der Bohrfutterschlüssel, den eine Kollegin zufällig mit sich führte. Wenn irgend jemand ein Handtuch um den Kopf getragen hätte, wären wir in Schwierigkeiten gewesen. Ganz sicher: Die Sicherheitskräfte hätten sofort um sich geballert und all die alkoholisierten oder verkaterten Gestalten umgemäht, die aus dem fernen Köln-Kalk hierher bestellt waren, weil sie irgendjemandem im Vollrausch vor die Wohnungstür gekackt haben. ### Es haben die Ehe bekannt gegeben... ... die Fachhochschule Köln und die internationale Filmschule in kÖLN: So geschehen zu Colonia Agrippina in den Iden des Dezember im Jahre des Herrn 2003. Ergebnis: Die IFS kann einen Bachelor im Drehbuchschreiben vergeben. Wozu der gut ist, weiß auch bei der IFS so richtig niemand, wo man doch zum Filmen nicht einmal den Führerschein braucht. Aber sicher ist sicher! Im Augenblick diskutiert man, ob die Studenten der IFS in Zukunft in der Mensa der FH speisen dürfen. Die Allianz-Versicherung wäre sicher erleichtert. Sie verköstigt derzeit die Filmstudenten, die aufgrund ihrer äußerlichen Erscheinung dort nicht unumstritten sind. ### Dezember in Köln... ...ist einer von zwei unglücklichen Monaten zwischen dem 11. November und dem Rosenmontag. Lebenslustiger sind da die Leute aussem Pott. Die fahren auch in diesen Tagen fröhlich mit dem Kegelverein nach Willingen. Warum auch nicht, solange Bier noch keinen Aufpreis in den Vehikeln der Deutschen Bahn kostet? Doch darüber sollte sich Hartmut Mehdorn Gedanken machen. Es gilt, knallhart zu rechnen, was es kostet, wenn die Reinigungskräfte die vollgekotzten Toiletten frei schaufeln müssen und wie groß der Brast der übrigen Fahrgäste wird, die mit aufgekrempelten Hosenbeinen durch menschliche Exkremente waten müssen. Aber sehen wir es realistisch: Wenn die Ruhris nicht mehr mit der Bahn ins Wochenende fahren, dann fährt ganz Deutschland eben weiter mit der Bahn zu Bundesliga-Spielen. Das Leiden des Menschen am Menschen geht also weiter, in den Zügen der Deutschen Bahn. ### BEELINE in concert! Zweiter Aufruf! Verbunden mit dem zweiten Teil meiner kleinen Band-Galerie möchte ich nochmals auf das BEELINE-Konzert am 13. November in den Nachthallen Kassel hinweisen. Heute geht es um Herrn Böhmer, der mit ruhiger Hand die Bandkasse durch stürmische Zeiten steuert. Um seine gute Organisation beneiden ihn drei Viertel der Band. ### Wenn RWE das wüsste! Brandneu auf den Internetseiten der Stadt Meschede: Eine Datenbank mit 3500 Haushaltsgeräten, aufgelistet mit dem Stromverbrauch. Damit niemand mehr zuviel Strom den Abfluss hinab gurgeln lässt. Den Verbraucher freut's. Aber was ist denn mit den armen Stromversorgern? Wo soll denn der Aufschwung herkommen? Wohl den Städten, die nicht noch am Strom mitverdienen. Sonst setzt es auch noch ein Eigentor. ### Damit Bush nicht zur Gewohnheit wird In Kalifornien drucken die elektronischen Wahlmaschinen jetzt eine Quittung aus. Damit kann der Wähler kontrollieren, dass das virtuelle Kreuzchen beim richtigen Kandidaten sitzt. Was wäre uns erspart geblieben, wenn jemand schon vor drei Jahren auf die Idee gekommen wäre? Eins ist sicher: George W.s Bruder, Jeb Bush, wird Wahl-Bon in Florida erst nach der nächsten Präsidentschaftswahl einführen. Das gebietet die Familiensolidarität. ### Ach wie gut, dass es Tarifverträge gibt! Das verkünden die Gewerkschaften in diesen Tagen von Kasseler Werbetafeln herunter. Sie finden Tarifverträge gut und wichtig, weil sie den Arbeitnehmer (gut, aber märchenhaft arm, haust mit 12 Verwandten in zwei Zimmern) vor der Willkür der Bosse (böse, reich, raucht Zigarren und trinkt Cognac aus den Schädeln der geschundenen Sklaven) schützen. Das sagen lauter Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte. Logo! War das anders zu erwarten? Warum... ...bekennt sich kein Arbeitsloser zu den Segnungen des Tarifvertrags? "Ich finde Tarifverträge geil, weil ich unbehelligt an der Trinkhalle stehen kann, solange es Tarifverträge gibt." Vergessen wir nicht: Tarifverträge sichern einer gesellschaftlichen Gruppe möglichst beamtennahe Verhältnisse und schützen diese vor einer anderen Gruppe, die dort erst hin möchte. ### Wollen Sie ihn "Live" erleben? Herr Grigat, seines Zeichens Gitarrist bei BEELINE, quittiert auf seine Weise, was ihm nicht passt. Die nächste Gelegenheit, ihn kennenzulernen, ist der 13. Dezember 2003, 21.30 Uhr in den Nachthallen in Kassel. ### Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,... ...die Engel! Am morgigen Freitag, 19.30 Uhr in der Kasseler Friedenskirche steckt im Engelsgewand der große böse Wolff. In der Veranstaltung, die den anfangs genannten Titel trägt, lese ich gemeinsam mit Karoline Goebel Texte über Engel. Sylvia Reiß (Harfe) und Uli Vogeltanz (Percussion) spielen dazu Musik unter anderem von Astor Piazzolla. ### Leise piept's aus dem Sarg Meine Meldung des Tages kommt aus Belgien. Dort hatte eine Frau ihren verstorbenen Mann zuhause im Sarg aufbahren lassen, als plötzlich Piepstöne aus dem Erdmöbel erklangen. Grund: Der Bestattungsunternehmer hatte das Handy des Toten in der Kleidung vergessen. Das hatte nun Appetit auf etwas Strom. Das nächste Mal: Ladestation mit in den Sarg. Notebook und WLan wären auch nicht schlecht. Früher haben die Menschen schließlich auch allerhand Krimskrams in die Särge gepackt, damit es dem Toten im Jenseits gut gehe. Mit der modernen Technik hätten wir endlich die Möglichkeit, konkrete Meldungen aus der anderen Welt zu bekommen, wenn Himmel und Hölle jeweils einen Hotspot haben. ### Arnie schlägt auf Die Steuern sollen runter und natürlich soll das böse, böse Defizit weg. Der Gouvernator wäre nicht der Erste, der an der Quadratur des Kreises scheiterte. Wichtig ist dem zweitbekanntesten Politiker, der je Österreich verlassen hat, auch der Umstand, dass in Kalifornien offenbar viele illegale Einwanderer einen Führerschein besitzen. Da muss sich Arnie zunächst fragen lassen, woher er so viele illegale Einwanderer kennt. Wahrscheinlich müssen allein drei Illegale dem ehemaligen Mr. Universum die Hosen halten, während er hineinsteigt. Alsdann muss die Frage lauten: Wie tragen illegale Einwanderer mit Führerschein zum Staatsdefizit bei? Hat der Staat die Lappen bezahlt? Eigene Schuld. Bei uns kriegen selbst legale Einwanderer nur Bezugsscheine für abgelaufene Linsensuppe. ### Ansichtssache Wenn einem soviel Gutes widerfährt, das ist dann schon einen Deutschen Rockpreis wert. Das nebenstehende Foto veröffentliche ich speziellen Wunsch der männlichen Mit-Beelines. Es vermittelt einen tiefen Einblick in... Nun ja... Congratulations BxDxF! Um den Heavy-Metal-Preis im kommenden Jahr zu holen, werden die Juroren sicher mindestens einen Zungenkuss mit Angela Merkel sehen wollen. ### Doppeltes Aus für Beeline Weder in der Rubrik Rock, noch in der Rubrik Song hat sich die beste Rockband der Welt qualifizieren können, Gemeinsam mit unseren treuen Fans ertränken wir den Frust im Hamburger Nachtleben. Obgleich ich die Entscheidungen der Jury im einen oder anderen Fall nicht nachvollziehen kann, gönne ich allen Bands das Finale. Außer einer: Was haben diese - nun ja - Experten auf den Ohren gehabt, als sie eine waschechte Hip Hop-Band ins Finale gewählt haben? Zumal die fragliche Band, BxDxF, im vergangenen Jahr zur besten Hip Hop-Band gekürt wurde.Vielleicht verdient da das eine oder andere Jury-Mitglied mit... By the way: Mitglieder! Vielleicht tauchen die Jungs aus Frechen ja im nächsten Jahr als beste Metal-Band wieder auf, wenn die Tänzerinnen noch ein wenig offenherziger die Brüste kreisen lassen. ### Seminar:Kölner Nachlese Zwei Worst-Case-Beiträge produziert+Erkältung geholt+Michelle Hunziker beim Knutschen auf dem Wallraffplatz beobachtet+leider die Kamera nicht dabei gehabt+wäre sonst saniert gewesen. ### Achtung Druckfehler Vor kritikloser Übernahme der Geografie auf diesen Seiten wird gewarnt. Ich bin Diabetiker. ### Seit 11.11 Uhr wird zurückgesoffen Gestern abend waren die Kneipen in der Kölner Altstadt brechend voll - der Inhalt auch. Seit dem Vormittag liegt nun eine akustische Decke aus Schunkelliedern über der Hauptstadt der Pappnasen. ### Wer ist eigentlich kinderlos,... ...liebe CSU? In der Rheinischen Post las ich heute, dass Kinderlose künftig nur noch eine Basisrente kriegen sollen, wenn es nach euch geht. Geht es ja glücklicherweise nicht, denn überlegt mal: Nehmen wir einmal an, ein Paar zeugt früh Kinder - sagen wir mit 20. Das Familienglück ist perfekt. Sparen fürs Alter? Wir doch nicht, wir haben ja die Blagen. Doch dann (jung gefreut, früh gereut) bricht das Glück auseinander. Wer dann die Kinder kriegt, wird da zur existenziellen Sache. Natürlich nicht bei euch, denn in Bayern lässt man sich nicht scheiden, sondern stürzt sich gemeinsam in die Klitzlochklamm. Stellen wir uns einen noch schlimmeren Fall vor: Mit 18 macht der Älteste den Führerschein und unsere jungen Eltern kaufen vom Ersparten einen Dreier-BMW. Nachts holt er das kleine Schwesterchen aus der Disco ab und zerschrotet auf der Bundesstraße Auto und Inhalt. Mit 38 plötzlich kinderlos? Über Nacht steuert unser Paar auf die Altersarmut zu. Und wie sagt man so schön bei euch in Bayern? "Schaun d'Soagn zum Fenster 'nein, flieht d'Liab zur Tür 'naus." Es gibt nur einen Weg, solche Unwägbarkeiten auszuschalten: Bis 64 Kinderlos und dann schnell noch ein Kind gezeugt, so lange Manneskraft und Erwerbsarbeit vorhalten. Nach der Niederkunft flugs die Rente eingereicht, voilá! Der Königsweg! Leider nur für Männer. Tick, tick, tick... ### WDR-Seminar: Checkliste für den Späteinsteiger + Unterwäsche für 5 Tage (Inkontinenzeinlagen nicht vergessen)? + Hemden zum Wechseln (Bloß nicht müffeln)? + Haftgel (Ich sehe immer so alt aus, wenn meine Dritten verrutschen)? + Seminarunterlagen an leicht einsehbarer Stelle verstaut (Der Alzheimer lauert immer und überall.)? + Wasser abgestellt? + Gas abgestellt? + Pflegedienst abbestellt? + Franzbranntwein (Die Gelenke krachen so hässlich durchs Mikrofon)? + Wo wollte ich doch gleich hin? ### Sauerländer Tagebuch+erste Woche vorbei Ausschuss-Sitzung in Sundern+viel zu früh im Rathaus gewesen+Kaffee im Stadtmanagement geschnorrt+Zu früh gen Heimat gebraust. P.S.: Hier kommt das Foto vom Sorpesee. ### Sauerländer Tagebuch: Canossagang nach Sundern Gestern den Besuch in Sundern nachgeholt+Mittags zum Sorpesee+Vergeblich nach einer Currywurst angestanden+Bei den Temperaturen nur mühsam der Versuchung widerstanden, im Wasser zu planschen+Bild folgt am Wochenende. ### Sauerländer Tagebuch: Ankomme 8.30+kleiner Bahnhof+ Zwei Tage Sauerland+Frisur und Reifen halten+2 Termine durcheinander und damit den menschlichen Inhalt zweier Rathäuser zum Kopfschütteln gebracht+Ruf des WDR ist östlich von Freienohl nachhaltig demoliert+Noch son Ding und die bitten meine alte Zeitung, mich hier wieder abzuholen. ### Der Chirurg im Quergestreiften Die Meldung des Tages kommt heute wieder einmal von Spiegel-Online: Roy geht in die Reha und Siegfried wird nur noch von Narben zusammen gehalten. Das soll Roys Tante gesagt haben. Alles falsch:... ...In Wirklichkeit sind die Tiger virtuell und Siegfrieds Narben vom Lifting. Noch grundsätzlicher betrachtet, kommen mir allerdings Zweifel, ob nicht auch Siegfried & Roy virtuell sind. Eine tatsächliche Existenz der beiden Magier wird lediglich durch die Tatsache belegt, dass 267 Leute durch die Zwangspause der Show ihre Jobs verloren haben. ### Abschiedsabend Meine abschiedsgequälte Wenigkeit beim Therapietermin mit Prof. Dr. Bertram (rechts) im Restaurant Boccaccio. Nach 1 1/3 Rucola-Pizzen. ### Countdown: 2, Letzter Volotag Ein Eindruck von meinem letzten Volotag der HNA. Thema: Fotografie und digitale Bildbearbeitung. Zeit für praktische Übungen genutzt. Bildbearbeitung ignoriert, weil ich ja sowieso kein Photoshop benutze, sondern - Achtung Werbung - GIMP. Anschließend Abschied gefeiert. ### So tot wär mann gern Ein italienischer Sarghersteller wirbt auf ungewöhnliche Art um Kunden im Herbst des Lebens. ### Phänomene des Allltags: Die Bundesanstalt für Arbeit Die Bundesanstalt macht Arbeit. Vor allem sich selbst, aber auch anderen. Damit die armen Menschen auf den Fluren sich beim sinn- uns zwecklosen Warten nicht langweilen, bietet das Arbeitsamt immer wieder lustige Spiele an (Wie lerne ich, meinen Namen richtig in die Bewerbung zu kritzeln). Die BA ist auf einen einzelnen Menschenschlag spezialisiert: Leute, für die der beheizte Amtsraum eine Alternative zum Vormittag an der Trinkhalle darstellt. Alle anderen überzieht das Amt mit so vielen an körperliche Anwesenheit gebundenen Terminen, dass es zu Arbeitsausfällen großen Stils kommt. Für Selbstständige ist angesichts des Pensums wegen der Verdienstausfälle der Konkurs vorprogrammiert. So sorgt die Behörde dafür, dass vor allem einer Berufsgruppe keine Arbeitslosigkeit droht: ihren Mitarbeitern. ### Edel sei das Amt, hilfreich und gut! Abenteuer von einem der auszog, Überbrückungsgeld zu beantragen. Es hört sich doch alles so einfach an: Mach dich selbstständig und wir helfen dir durch die ersten Monate, sagt das Arbeitsamt. Einfach beantragen? Weit gefehlt! Arbeitsamt: "Erst arbeitslos melden!" "Und dann kriege ich meinen Antrag auf Überbrückungsgeld?" AA: "Dann kommen Sie wieder und sprechen mit einem unserer Berufsberater." "Aber ich brauche doch gar keine Beratung." AA (schweigt mit unergründlichem Lächeln) "Bin ich eigentlich der Erste, der am Sinn dieser Veranstaltung zweifelt?" AA: "Wie bitte?" "Ich bin." Nach der Arbeitslosmeldung muss ich noch Arbeitslosengeld beantragen und Existenzgründerinformationsveranstaltungen besuchen. ### Herbstnacht Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. Rainer Maria Rilke: Herbsttag ### Countdown: 6, Blaugemacht ### Countdown: 7, Kohl in Öl Natürlich gehört Helmut Kohl in die Ahnengalerie im Kanzleramt. Schließlich hat er da mal gearbeitet. Kohl selbst sagt, dass er sich "an das Bild erst gewöhnen" muss. Das muss er wohl, denn es sieht ihm nicht ähnlich. Albrecht Gehse, der Künstler, hätte auf Breitformat malen müssen, wenn ihm die Wahrheit im Pinsel gelegen hätte. Aber Gehse ist, das berichtet der Spiegel, Ostdeutscher, und als solcher nicht ohne Personenkulterfahrung. Eines aber nehme ich wirklich übel: Dass Gehse und Kohl während der Sitzungen Louis Armstrong gehört haben wollen, kann ich einfach nicht glauben. Das muss jedem aufrechten Jazzfan kalte Schauer über den Rücken rinnen lassen. ### Happy Schlumpfday... Die Schlümpfe hatten heute vor 45 Jahren ihren ersten Auftritt im französischen Kindermagazin "Spirou". Schlumpfenswertes über die Schlümpfe gibt es hier. Eine andere Schlumpfsite verdank ihre Entstehung wohl nur der 38,5-Schlumpf-Woche. Wer würde sich sonst die Arbeit schlumpfen, alle Folgen der Schlumpftrickfilmserie zusammenzuschlumpfen. Dieser Fleißschlumpf hats geschlumpft. ### Countdown: 8, Kassenärzte Mit der Gesundheitsreform machen Kassenärzte erstmals ihrem Namen alle Ehre. Bevor der Dentist den Bohrer zückt heißt es: "Das macht dann 10 Euro." Schwieriger wird die Sache bei Notfällen (Was ist das eigentlich ein Notfall?). Laut Bundesregierung soll in solchen Fällen die ärztliche Versorgung auch ohne Zahlung erfolgen. Das bleibt nicht ohne Folgen. Neben Bescheinigung über die Blutgruppe und Organspenderausweis gehört jetzt auch der 10 Euro-Schein zur Notfallausstattung. ### Countdown: 9, Kopfzerbrechen Der Dienstag stand in der Politikredaktion ganz im Zeichen der Rente. Die Seniorenseele kocht: Die Politiker seien an allem schuld. Schließlich habe man schon vor 20 Jahren gewusst, dass uns die Altersvorsorge absäuft. Gute Idee. Ich stelle mir vor, wie das vor 20 Jahren gelaufen wäre: Der frisch gewählte Bundeskanzler Helmut Kohl versucht mit einfühlsamen Worten, dem Stützstrumpfmob beizubiegen, dass Verzicht angesagt ist. Im Ergebnis wären die gerade erst entthronten Sozis schneller wieder an der Macht gewesen, als ihnen selbst lieb gewesen wäre. ### Countdown: 10 Die letzten Tage bei der HNA. Top-Thema am Montag: Das Reformballett. Der Kanzler spielt das Präludium und die Opposition führt das Thema weiter. Keine Überraschungen. Einen Komponisten, der so etwas als Oper inszenierte, hätte man bei Hof erschießen lassen, bevor er die feine Gesellschaft zu Tode langweilt. Dazu... ...haben wir zwei Gastkommentatoren angeworben. Das war meine Aufgabe und entsprechend unzufrieden bin ich, denn wir haben zum Thema Rente schon bessere Leserbriefe im Blatt gehabt. Außerdem habe ich unseren Lesern in der Samstagsausgabe versehentlich eine Weinkönigin serviert, die schon eine Woche gekrönt war. Zum Glück saufen die Nordhessen nur Bier. Außer Weintrinkern in Führungspositionen hat es keiner gemerkt. ### Jahr der Technik Das Jahr der Technik steht 2004 ins Haus. Die Website steht schon im Netz. Ohne Inhalt. Gehen wir einmal in uns und überlegen,... ...was da an Ruhmreichem drauf stehen könnte: 1. Die Pisa-Studie. Wir können allesamt nicht mehr lesen und schreiben. Weil für die Ingenieurswissenschaften die vier Grundrechenarten allein nicht ausreichen, müssen wir wohl demnächst Fachleute aus Bangladesh anwerben. 2. Die Maut. Das wohl ruhmreichste Kapitel deutscher Ingenieurskunst. Darüber lacht die Welt. Vielleicht ist es aber am Besten, wenn die Seite so bleibt, wie sie ist: "Im Aufbau". Denn was immer diese lustige kleine Republik in diesen Tagen fertigstellt, steht unter keinem guten Stern. ### Chicago Cubs wissen, wer nicht Päsident wird Wer kann sagen, ob George W. es noch einmal schafft? Oder: Wer wird sein demokratischer Herausforderer? Andy Borowitz weiß, wer weiß, wer... ...kein Präsident wird: Der Baseball-Club Chicago Cubs. Die haben in der Vergangenheit so vielversprechende Kandidaten unterstützt, wie Al Gore oder MIchael Dukakis. Nur einmal haben sie einen Republikaner auf ihren Keulen balanciert: Bush sen. bei dessen gescheiterter Wiederwahl. ### Gas geben mit PHplus Da hält man sich für rundum abgesichert, aber halt... da klafft die Sicherheitslücke. PHplus von der HUK versichert unter anderem... ..."die gesetzliche Haftpflicht wegen Schäden durch den Gebrauch fremder Boote mit Motor bis zu einer Motorstärke von 110 kW (150 PS)". Das heißt für mich: Zahlen, ein Speedboat borgen und über den idyllischen Hennestausee bretzeln. Schade eigentlich, dass mir, wenn ich dort eintreffe, höchstens ein Eisbrecher nützen könnte. Aber halt! Kein Problem bis 150 Pferdestärken. ### Der Terminator ist unbestechlich! Das behaupten zumindest Siegfried & Roy. Die sind Magier, Illusionisten, und insofern möglicherweise professionell unzuverlässig. Ich frage mich: Weiß Arnold Schwarzenegger, dass die beiden heißesten Zauberstäbe westlich der Rocky Mountains ihn als ihren Freund bezeichnen? ### Gesellschaft für bedrohte Völker soll Nordhessen schützen Dieser Vorschlag eines geschätzten Kollegen, verdient meine uneingeschränkte Unterstützung. Anlass ist ein Flächenbrand in der nordhessischen Provinz, weil der Hessische Rundfunk angeblich in einer Sendung Hessens Wanderparadies geschmäht hat. Unsere Zeitung mahnt in ihrer heutigen Ausgabe die Besetzung des Rundfunkrates nach ethnischen Gesichtspunkten an (Quoten-Nordhessen). Da wir in der Balkanisierung unserer Heimat so weit fortgeschritten sind, müssen jetzt weitere Schritte folgen: Ultimatum an Koch, Vorladung von HR-Intendant Reitze vor das Haager Kriegsverbrechertribunal, Geld und Equipment für nordhessische Freischärler und natürlich Bomben auf Wiesbaden. ### Richtiges Benehmen beim First Contact Dürfen wir in Anwesenheit von Außerirdischen rülpsen? Essen Aliens auch die Suppe zuerst und das Dessert zum Schluss? Diesen Fragen widmet sich derzeit eine Gruppe von Wissenschaftlern und Künstlern im sonnigen Kalifornien, wo... ...man sonst keine Probleme hat. Dabei haben die gerade ein Legal Alien zum Gouverneur gewählt. Vielleicht kann der neue Landesherr ja auch ganz normal mit Messer und Gabel essen, wie wir? Ironische Pointe: Der Autor des oben verlinkten Beitrags auf Spiegel Online trägt den Namen eines großen Herstellers von Luft- und Raumfahrttechnik. ### Die Osterweiterung kommt Auf den polnischen Zigarettenpackungen stehen schon jetzt die protzigen Hinweise auf ein baldiges Ableben beim Genuss des Packungsinhalts. Empirische Untersuchungen meinerseits haben ergeben, dass sie dort durchaus ihre Berechtigung haben. Wie schön für alle Nikotin-Junkies: Mit der EU-Erweiterung kommen Kräuter auf den Markt, die in Deutschland bisher gegen das Betäubungsmittelgesetz verstießen. ### Bush bittet zur Kasse... ...berichtet Spiegel Online heute. 285 Geldeintreiber sammeln bei denen... ...die für ihre Unterstützung im Wahlkampf 2000 etwas erwarten. Schließlich will Onkel George sich auch im kommenden Wahlkampf als der beste Präsident präsentieren, den man für Geld kaufen kann. ### Roller zum Klo Aus vorbei und Auf dem Formel-1-Thron bleibt alles beim alten. Doch eine Neuerung sorgte für... ...Aufsehen: Michael Schumacher glitt in der nun vergangenen Saison auf einem smarten kleinen Rollerchen mit Hilfsmotor vor dem Start zum Klo. Natürlich trägt das Gefährt das Ferrari-Emblem und garantiert zierte das springende Ross der Scuderia nie ein Gefährt mit einer so inferioren Motorleistung. Wo es den Roller zu kaufen gibt, habe ich bisher nicht heraus bekommen. Dass er zu kaufen ist, daran hege ich nicht den geringsten Zweifel. In der kommenden Saison wird man an den küstennah gelegenen Grand-Prix-Kursen (z.B. Monaco) die stillen Örtchen auf vorgelagerte Inseln verlegen, damit Schumi auf dem Ferrari-Jet Ski zur letzten Entwässerung knattern kann. ### Bilder einer Nacht 3 Dies ist eines der wenigen Bilder von Groove T. ohne Rotstich. Das nächste Mal bitte etwas weniger Rot. Alle außer dem Saxofonisten sahen aus, als spielten sie in einem Puff. ### Bilder einer Nacht 2 Groove T. live im Theaterstübchen am Nil in Kassel. Solide Soul-Grooves in Clubatmosphäre und leider viel zu schlecht besucht. ### Bilder einer Nacht 1 In der Werkstatt in Kassel stellte Oleg Jurjew seinen Roman "Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise" vor. Besprechung am Montag in der HNA. Vielleicht reiche ich aber auch noch einen Kurzbericht an dieser Stelle nach. ### Günther Jauch for Bundeskanzler? Etwas mehr Zurückhaltung, meine lieben Landsleute, bei Witzen über Arnold Schwarzeneggers Wahlerfolg: ... ...Immerhin können sich 46 % aller Deutschen den Showmaster Günther Jauch im Kanzleramt vorstellen. Meine Frage: Wenn schon, warum dann nicht gleich Kai Pflaume? (siehe mein Weblog, 07.09.2003) ### Vogel des Jahres 2004 Das Jahr des Mauerseglers ist noch nicht ganz zuende, da hat der Naturschutzbund (NABU) den Vogel für das Jahr 2004 gekürt. Und ausgerechnet der kleinste einheimische Vogel kam zu der Ehre: Der Zaunkönig. ### And the winner is.... ...Arnie! Was sich Kalifornien von einem Bodybuilder auf dem Gouverneurssessel erhofft, ist derzeit noch unklar (Erkenntnisse über dessen Tragfähigkeit?). Die Vermutung... ...liegt jedoch nah, dass der Wahlsieg auf reinem Selbsterhaltungstrieb der Kalifornier beruht. Oder würden Sie diesem Mann Ihre Stimme verweigern, wenn er an Ihre Tür klopfte und freundlich darum bäte? ### Harry Potter feat. Wolff von Rechenberg Frage: Was passiert in der Nacht vom 7. auf den 8. November? Antwort: Der neue Harry Potter erscheint um Mitternacht in Deutschland. In den Stunden vorher lese ich in der Buchhandlung am Bebelplatz in Kassel vorab aus dem Buch. Die Veranstaltung mit Kinderprogramm beginnt gegen 20 Uhr. Mein Auftritt ist allerdings erst nach dem Beiprogramm geplant. ### Smart Revisited Der Smart steht gern vor exklusiven Boutiquen, Parfümerien oder Juweliergeschäften. Er ist das kleinste Gefährt, das dort zwischen 7er-BMWs und Jaguaren geparkt werden kann, ohne das Misstrauen der Geschäftsleute zu erregen (Straßenräuber?). Diese akzeptieren den lustigen schwäbischen Plastikfloh, weil sie wissen, dass er das einzige ist, das Frauen noch mehr lieben als die Literflasche Chanel No. 5. ### Smart Revisited Nach dem ich las, dass einige meiner Leserinnen ihren Smart gern mit in die Wohnung nehmen, habe ich mich auf eine Smart-Safari begeben. Ergebnis: Dieses, nun ja, Auto gibt wenigstens zu, dass es nur 1,9 % eines Autos ist. Es stimmt jedoch nicht, dass die Kunststoffbox noch wächst. 100 % werden da nicht draus. ### Tag des Tierschutzes Das Radio benachrichtigte mich, dass heute Tag des Tierschutzes ist. Leider zu spät für den Weberknecht, den ich gerade totgeschlagen habe. Hier können Sie sich engagieren:... 1. Aktion "Küken wollt ihr ewig leben" oder so ähnlich. 2. Wir suchen Cleo. Ein abscheuliches Verbrechen: Kätzchen Cleo verschwand in der Nacht. Einige Schüsse peitschten durch die Nacht und Cleo blieb bislang verschwunden. 3. Grausam: Bären in China zur Gallensaftgewinnung in Batterien gehalten. 4. Wo Not am Tier und an der Gesundheitsreform ist, wird es die Tierschutzpartei schon richten. 5. Basel, die grausam geteilte Stadt. Ein Mahnmal für Mensch und Tier. ### Smart wird fünf! Es hat das Zeug zum Witz: Unsere Landsleute jenseits der Werra haben die Mauer gestürmt, Honecker aus dem Land gejagt und wollten nie mehr Wartburg fahren,... ...nie mehr Trabant, nie mehr Plastik. Dann kam der Smart: Von oben bis unten, von vorn bis hinten recyclebare Plaste und Elaste. Einzig der Platz unterscheidet das Vehikel, das Mercedes gern als Kultobjekt sähe, von den verblichenen DDR-Droschken. Zwei Sitze? So wenig hat nicht einmal der real existierende Sozialismus seinen Bürgern zugemutet. Und billiger waren die Trabbis auch noch. Für den Preis eines Smart könnte man imerhin auch ein richtiges Auto kaufen, das weniger Sprit säuft, schneller fährt und nach dem Ikeabummel mehr als die Tüte Teelichte aufnimmt. ### Bild aus Meschede Das Foto zeigt eine Veranstaltung mit dem Titel Triacon. Der soziale Barock von 1955 im Hintergrund ist kennzeichnend für das Stadtbild von Meschede. ### BEELINE im Gespräch BEELINE beim Papierkrieg unterwegs nach Hamburg. Aufgenommen im Vereinsrestaurant Boccaccio. ### Indy Live In RTL will sich Herr König Schumachers Konkurrenten von hinten nähern. Das erregt in Kassel Herrn Grigats Entrüstung. ### Indy Live Vor dem Start in Indianapolis: Herr Ebel hat uns geagt, dass es spannend wird und Herr Grigat hat mir Pizza warm gemacht ### BEELINE live in Hamburg Tiefe Ratlosigkeit herrscht derzeit in den Reihen von BEELINE. Nach einer Dringlichkeitssitzung in einem Kasseler Ristorante, .... ...kam die Band überein, Arbeitsausschüsse mit exakt umrissenen Aufgabenfeldern zu bilden. Ziel: BEELINE will dem kritischen Publikum im Hamburger Congress Centrum etwas Besonderes bieten. Dabei kam die Band überein, nur auf die zuverlässigsten Köpfe zu setzen. Im Zuge dieser Überlegungen entschied man, den Schlagzeuger nicht weiter zu belasten, weil dieser ohnehin gerade in der Lage sei, die Probentermine zu behalten. ### Südwestfälisches Tagebuch Meschede ist eine Ansammlung von Bausünden. Da haben die Siebzigerjahre schwer zugeschlagen. Man glaubt kaum, dass es dort vor vierzig Jahren mehr gab als ein Kirchlein und viele Bäume. ### Bruce Willis schwärmt für Sadam Oder wie soll man es deuten, wenn der Actionstar zu den amerikanischen Truppen sagt: "Wenn ihr ihn schnappt, gebt mir nur vier Sekunden mit ihm." Vier Sekunden sind nicht viel Zeit. Da kann Saddam Hussein dem Bewunderer aus Hollywood gerade ein Autogramm geben. Bruce Willis wird aufs Schärfste dementieren, dass einem durchtrainierten 48-Jährigen vier Sekunden sogar für gleichgeschlechtliche Sexualpraktiken reichen würden. ### Nachtrag: Die Deutschen und das Ranking Hauptsache, es geht uns an den Kragen. Amliebsten sitzen wir mit der roten Laterne des Schlusslichts auf der... ...Kellertreppe und pfeifen das Lied vom Tod. Insofern zählt auch das Ranking als solches zu den deutschen Nationalheiligtümern. Politiker, Po-Kopf-Einkommen, Bildungsstandard und Dentisten, alles mus sich dem Diktat der Reihe beugen und bestätigen, dass über unseren Häuptern die Wolke des Untergangs schwebt. ### Wir sind Weltmeister Die gute Nachricht des heutigen Tages: Deutschland ist Weltmeister im Elefantenpolo. Mit 5:3 fegte unser Team die Inder vom Platz. ### Volkskammerergebnisse im Freistaat Kurz hatte der Wirt auf der Wiesn aufgeblickt, wie es im Land der Weißwürste steht. Jetzt kann er sich wieder zufrieden um die nächste Maß künmmern. Business as usual... ...im deutschen Paralleluniversum. Wahlergebnisse für die CSU, die eindeutiger bisher nur für SED und NSDAP ausgegangen sind. Niedrige Wahlbeteiligung (SPD-Mannen alle beim kollektiven Koma-Saufen auf dem Oktoberfest). ### Vor Stoibers Triumph Heute blüht uns die bayerische Landtagswahl. Niemand außerhalb des etwas anderen Bundeslandes, versteht, was dort bei diesen rituellen Stimmabgaben vor sich geht. Vorsorglich... ...hat die Staatspartei schon im August die Prognose Zwei-Drittel-Mehrheit dementiert. Andererseits veröffentlicht die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe den Auszug einer Anweisung des Landratsamts Traunstein. Darin ist bereits festgelegt, dass zwei Teams der emsigen Wahlkampfhelferlein die CSU-Stimmen zählen sollen und das dritte alle übrigen. Pragmatische Demokratie á la Bayern. ### George Bush auf der Flucht... ...vor einem Sturm. Was wir immer gern gesehen hätten, der Kurrikan Isabel hat es erreicht:... ...George W. packt Gesangbuch und Bibel zusammen und reist nach Camp David ab. Wo sind die Zeiten der großen Staatslenker dahin. Der Landesherren vom Schlage eines Winston Churchill, der durch den deutschen Bombenhagel seinen Mitbürgern zurief: "We will never surrender!"? Ganz ehrlich, was ist Iabel schon gegen die Stukas? ### SPD gibt auf! Die Genossen in Bayern bei Titanic auf der Schippe. Näheres gibt es hier. ### Denen haben wir es aber gezeigt! Heute mal keine launigen Bemerkungen, denn was in Cancún passiert ist,... ...macht mich traurig. Die NGOs freuen sich: "Na, den bösen Kapitalisten haben wir es aber gezeigt!" In der Deutschen Welle entblödet sich ein Vertreter gar, zu jubeln, den Industrieländern sei es diesmal nicht gelungen, die Armenhäuser dieser Welt zu manipulieren. Und die Brasilianer sind als Wortführer die Helden der Globalisierungsgegner. Ausgerechnet Brasilien, das seine Agrarmärkte mit Einfuhrzöllen abschottet, die dreimal so hoch sind wie die der EU. Brasilien, Indien und China haben ihre Interessen damit gegen die Idee eines freien Welthandels durchgesetzt. Sie können nun bilateral gute Konditionen mit den Amerikanern und Europäern aushandel. Die Entwicklungsländer fallen dabei hinten runter, und die NGOs haben brav sekundiert. Mittlerweile macht Oxfam, das mächtigste Anti-Globalisierungsnetzwerk, dann auch noch Europa und die USA für das Scheitern der WTO-Konferenz verantwortlich. ### Al Dente am Start Die Anfänge liegen in der Luft. Ich habe die Zusage vom WDR bekommen und... ...meine gute Freundin Calogera Alfonso hat gestern abend ihren Lebenstraum vom eigenen Lokal verwirklicht. Ab sofort gibt es im Kasseler City Point also endlich gutes Essen und italienischen Kaffee. Einen Blick auf Kassels - wie ich finde - praktischste Einkaufsadresse gibt es hier. ### Südwestfälisches Tagebuch geht weiter Wie das Landesstudio Siegen des Westdeutschen Rundfunks gestern mitteilte, wird Wolff am 1. November... ...seine Arbeit in Meschede antreten. Diese Entscheidung hatdie Augenbrauen zu Theo Weigel und zur Folge, dass auch das südwestfälische Tagebuch mit seinen tiefgründigen Forschungen zur vergleichenden Anthropologie im Humboldtschen Sinn eine Fortsetzung erfahren wird. Thematisch wird der zweite Teil der Anthologie über Lebens- und Paarungsgewohnheiten, über Sitten und Gebräuche der Südwestfalen erneut Neuland beschreiten. Denn in Meschede gibt es (noch) keine Autobahn. ### Man in Black Johnny Cash ist tot. Einer von uns für alle. Ob Christ, Junkie oder Eierkopf... ...die einen liebten ihn für seine Angewohnheit, kein buntes Tuch am Leib zu dulden, die anderen bewunderten ihn, weil er ja echt was erlebt hat, nicht wie all die Kulturschreiber, deren größte Verwegenheit darin besteht, beim Schwarzfahren erwischt zu werden. Songs wie "Ragged old Flag" stürzten das deutsche Feuillton dabei immer wieder in Verwirrung. Da mag ein ganzes Land zusammengezuckt sein als Cash in Wetten, dass... ausgerechnet die amerikanische Flagge besang. Einzig, dass er sturztrunken war, rettete das halbwegs gute Image und blieb dem deutschen Publikum in Erinnerung. Dabei gehören Patriotismus und Christentum zum Produkt Cash, wie der Brummelbariton, gemanagt von Ehefrau June Carter. Wie mag es im Haushalt Cash/Carter zugegangen sein? Die Phantasie beflügelt die Columbo-Folge 24, Schwanengesang. Hier gibt es den Text des Songs "I Saw the Light", den Johnny Cash, alias Tommy Brown, im Film singt. ### Und noch ein verstecktes Fensterchen im Windows Microsoft (Gähn) hat schon wieder vor einem Leck im Windows gewarnt,... ...durch das Fremde den Rechner ausspionieren können. Wer jetzt gerade die Microsoft-Seite verlassen hat, kann gleich wieder zurück und sich das nächste Update ziehen. ### Nationalsymbole gesucht (IV) Vorschlag: Die Generation Golf. Hier steht nicht das Auto zur Debatte, das ja schon im Kalten Krieg zur Welt kam, sondern die Generation Golf nach dem Paradigmenwechsel im Volkswagenkonzern. VW, das war... ...früher der Inbegriff für Vernunft. Der Golf war die Kutsche für die Kleinfamilie und der Passat Kombi die für den Lehrerhaushalt. Friedenstaube drauf und schon stimmte die Richtung. VW Golf, das war das Auto für Leute, die gesagt haben: "Es ist ja nur ein Transportmittel." Immer wieder und jedem, auch dem, der es nicht hören wollte. Der Wechsel kam mit dem Golf IV. Plötzlich lümmeln sich schlanke, junge Yuppies in dezenter Freizeitkleidung auf makellosen Veloursteppich- oder Parkettfußböden und checken mit dem Laptop die Aktienkurse. Der Golf ist vom Gebrauchsgegenstand zum Statussymbol geworden, das keiner mehr unterhalb der 90-PS-Variante kauft. Die Werbung setzt folgerichtig auch nicht mehr auf Sicherheit, Vernunft und Umweltfreundlichkeit, sondern auf blaues Licht (gut für Delphine und Wellnessgierige). Und weil der Golf heute Golf und alles andere unterhalb eines Ferrari nur ein Auto ist, setzt der früher einmal kompakte Wolfsburger Maßstäbe. ### Nationalsymbole gesucht (III) Vorschlag: Kai Pflaume. Der erste ernsthafte Kandidat. Der Mann mit dem Namen eines Bootsanlegers und einer Steinfrucht... ...kommt aus dem Osten und ist der Traum der Mütter aller schönen Töchter zwischen Greifswald und Konstanz. Sauber, adrett, mit einfühlsamem Blick in den Samtäuglein. Wer kann sich so einen schon rülpsend im schmuddeligen Feinripp mit einer Molle Bier vorstellen. Nein, liebe Schwiegermütter in spe, bei Pflaume erübrigt sich die Sorge, denn schließlich verdient der Mann soviel Schotter, dass der sich viel feinere Drogen leisten kann. Aber wahrscheinlich ist Kai so clean wie ein schwäbischer Hausflur und wahrscheinlich kann der Softie sogar Windeln wechseln, ohne versehentlich das Baby in den Treteimer zu entsorgen. Bestimmt geht Kai Pflaume gern mit zum Schwangerschaftsvorbereitungskurs. So einer hilft der Dame nach Tisch in den Mantel und drängelt nie beim Ikea-Besuch ("Lass dir ruhig Zeit Liebling, Fußball-Weltmeisterschaft ist ja schon in vier Jahren wieder. Ich find das jetzt echt viel wichtiger, dass du ganz sicher bist, dass die Kerzen farblich zum Sofa Rödby passen"). Also eine ideale Integrationsfigur für alle Deutschen, denn eins ist sicher: Kai Pflaume fängt keinen Krieg an, es sei denn da geht es um ganz ernste humanidingsda Gründe, wo man einfach nicht zuschauen darf. Mit Kai als Kanzler bräuchte uns keiner mehr zu fürchten, es sei denn, weil wir die ganze Welt zu Tode langweilten. ### Thema des Tages: Der Bundespräsident Rau geht. Großer Staatsmann, sagen alle und senken ehrfurchtsvoll die Häupter. Aber machen wir doch eine Zeitreise.... ...zum 23. Mai 1993. Damals trat Roman Herzog sein Amt an. Dabei hatte damals schon ein anderer Kandidat als sicher gegolten: Johannes Rau. Selbst Kohl war damit einverstanden. Doch dann steckte irgendjemand dem Oggersheimer Klops, dass als seinerzeit Gustav Heinemann (SPD) ins höchste Staatsamt gewählt worden war, kurz darauf die CDU in die Opposition gegangen war. Veto vom Chef. Nicht um Rau tut es mir leid: Ich mochte das ewige Lippen lecken vor laufender Kamera schon nicht als Rau noch in der Düsseldorfer Staatskanzlei residierte. Die Sache ist nicht besser geworden. Es steht zu befürchten, das unser Staatsoberhaupt leider ein schlecht sitzendes Gebiss sein eigen nennt. Das sind die grausamen Folgen von ungezählten Gesundheitsreförmchen. Aber die Kandidatendebatte läuft wieder nach dem gleichen Schema ab. Wir diskutieren über Parteiproporz und über alte Männer, die beim Staatsbankett gerade noch das Sektglas in den zittrigen Fingern halten können. Hat schon einmal jemand nach Qualität gefragt? Es wäre doch schön, wenn auch unser nächstets Staatsoberhaupt lesen und schreiben könnte. Das hat bisher ja immer geklappt, was wir ganz bestimmt nicht dem Auswahlverfahren in den Parteien verdanken. ### Nationalsymbole gesucht (II) Vorschlag: Michael Schumacher. Mit 300 Sachen über den Asphalt. Für Schumi im Ferrari auf dem Hockenheimring und für zahlreiche Frankfurter Geschäftsleute im A8 auf der A5 schon Realität,... ...der untermotorisierte Rest der Republik träumt davon. Das Chauffieren mit Lichtgeschwindigkeit wäre ein Fernziel, auf das sich die Mehrheit der Deutschen einigen könnte. Dazu ist Schumi stets sauber rasiert und die Föhnwelle sitzt, als sei sie mit Zement in Form gebracht. Vor jedem Start sucht Schumi die Toilette auf, doch kein Fernsehzuschauer kann sich so recht vorstellen, was die deutsche Erfolgsmaschine dort treibt. Denn menschliche Bedürfnisse scheinen Kerpens größtem Sohn fremd. Dafür fuhr er jetzt drei Jahre lang alles in Grund und Boden. Die Siegertreppchen entlang der Grand-Prix-Strecken schienen vor Langeweile zu gähnen. Bis 2002 mussten wir warten, um Michael Schumacher einmal lachen zu sehen. Aber was ist jetzt mit ihm los? Startplätze im Mittelfeld und auf die vorderen Plätze fährt Schumi mittlerweile so selten, dass man meint, es sei eine Art Verantwortungsgefühl für die Familienehre, die Bruder Ralf immer wieder aufs Treppchen treibt. Dafür zeigt Michael Schumacher jetzt öfter Humor und - man glaubt es kaum - steht zu seinen Schwächen. Das lässt uns vermuten: Klammheimlich haben uns die Italiener den Star abgeknöpft, haben ihn zu einem der ihren gemacht und das qualifiziert ihn hierzulande natürlich nur zum Landesverräter. Das ist das eigentlich Beunruhigende, nicht die Tatsache, dass Schumi in der Schweiz lebt. Wir haben es noch nie einem Nationalheiligtum übel genommen, wenn es sich um die Beteiligung an Gemeinschaftsaufgaben, wie Steuernzahlen, drückt. Außerdem hängt nach unserem Empfinden deutsch sein immer noch am Blut und das fließt in den letzten Monat entschieden zu lau durch Schumis Adern. ### Nationalsymbol für das auch nicht mehr ganz frische Deutschland. Vorschlag: Olli Kahn. Der Fußball ist die wichtigste hoheitliche Tätigkeit in Deutschland geblieben,... ...und das Amt des Nationaltrainers ist nach wie vor das höchste Staatsamt. Selbst wenn zwischendurch der taubengraue Teamchef-Zwirn wie ein Ungeziefer von Leib zu Leib gewandert ist (früher wurde man mit den Füßen voran im Zinksarg von der Trainerbank geschleppt, die Fahne über das eherne Behältnis gebreitet und die Kapelle vom Heimatschutz spielte dazu den Zapfenstreich). Obgleich die neue Bundesrepublik an Umfang zugenommen hat, muss sie - nach fußballerischen Maßstäben - kleinere Brötchen backen. Schließlich ist Olli Kahn nur Torwart. Früher kannte man nicht einmal die Namen dieser behandschuhten Kugelfänger. Sie bekamen weniger Gehalt als der Platzwart und während die "richtigen" Fußballer Autogramme gaben, durfte der Torwart die Tasche vom Trainer zum Bus tragen. Obgleich wir also viel größer sind als zu Zeiten des Wunders von Bern, krankt es im Fußball, wie in der Rente, wie auf dem Arbeitsmarkt, wie... Lassen wir das! Jedenfalls grätschen wir nicht mehr zum Sieg, sondern sind froh, wenn uns Finnland nicht versenkt (im Fußball wie in der Bildung). ### "Boss" Rahn kickt auf der Leinwand Jetzt ist es passiert: Wir haben es den Amerikanern gleich getan. Das Wunder von Bern kommt in die Kinos. Wenn der "Boss" das Leder ins Eck semmelt, steht das Pathos mindestens bis zur Höhe der Getränkehalter im Parkett. Und für den Film von Sänke Wortmann war es längst Zeit. Zufall, dass der Film so kurz nach Helmut Rahns Tod anläuft? Nein, da hat die Filmfirma garantiert nicht nachgeholfen. Schließlich ist der "Boss" ja viel mehr als ein Fußballspieler. Er ist ein Nationalsymbol. Mit Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1954 haben Rahn und seine Jungs die Geburt einer Nation vollendet. Oder fast einer Nation, denn auf der anderen Seite der Werra suchte sich eine andere deutsche Republik andere Nationalsymbole. Die alte Bundesrepublik gründete sich auf drei Dinge: 1. D-Mark (+ 31.12.2001), 2. VW Käfer (+ 30.07.2003), 3. Helmut Rahn und das Wunder von Bern (+ 13.08.2003). Auch dem oberflächlichen Betrachter entgehen nicht die kurzen Abstände zwischen dem Dahinscheiden der Nationalsymbole. Rahn überlebte den Käfer nur um zwei Wochen. Damit ist dann die alte Bundesrepublik wohl endgültig beerdigt. Und weil wir noch keine Symbole für die neue Republik haben (Helmut Kohl? Henry Maske? Daniel Kübelböck?), schwelgen wir eben in alter Herrlichkeit. ### Der Segen der Karibik (mein Filmtipp) Ach, könnte Errol Flynn doch den Fluch der Karibik sehen... Er müsste sich Tränen der Rührung verkneifen,... ...so ähnlich erschiene ihm Orlando Bloom (ist das wirklich der anämische Elb aus der Ring-Trilogie?). Johnny Depp als durchgeknallter Piratenkapitän ohne Schiff spielt in einer Klasse für sich und die Worte fliegen mindestens so gekonnt wie die Klingen. Wenn sich am Schluss der Pulverdampf verzogen hat, sind 150 Minuten voller sinnfreier leichter und doch irgendwie cleverer Unterhaltung vergangen. In keiner hat der Film sich selbst zu ernst genommen. Fünf von fünf möglichen Holzbeinen und ein sicherer Kandidat für einen DVD-Abend, denn die Dialoge möchte ich nochmal im Original genießen. ### Waffenschein, die Zweite Elektroschocker bleiben legal. Grund: Es fehlen Analysen zur Wirksamkeit. Nun, liebe Beamte, es naht die Zeit für Helden. Da ihr ja offensichtlich so fleißig die Wirksamkeit von Butterflymessern und Wurfsternen erprobt habt, sollte euch ein Test von Elektroschockern nicht länger zaudern lassen. Ein bisschen Einsatz kann der Bundesbürger für seine Steuergroschen schon verlangen. By the way: Ich vermisse immer noch die Untersuchungen zur Wirksamkeit von Baseballschlägern, Küchenmessern und Vorschlaghämmern. Wahrscheinlich läuft die Wirksamkeitsprüfung am nicht beamteten Objekt ab. D.h. Der Forensiker misst die Tiefe der Einschläge und lässt das entsprechende Tatwerkzeug auf die Liste setzen. Wie lange wird es dauern, bis wir unser Gemüse mit dem Steinbeil putzen? ### Der Ninja-Stern erreicht Nordhessen Der kleine Waffenschein verbietet das Tragen eines fest umrissenen Kreises von Hieb- und Stichwaffen. Wurfsterne fallen darunter, Totschläger und Butterflymesser. Da atmen alle braven Bürger auf: Wie schön, dass wir einander weiterhin mit Küchenmessern aufschlitzen können. Was ist mit Stiletten? Mit Schweizer Messern? Mit angeschliffenen Schuhlöffeln? Und überhaupt: Was ist so schrecklich daran, dass im Regierungsbezirk Kassel nur 14 Waffen abgegeben worden sind. Das muss ja laut Polizei heißen, dass die Kids alle möglichen tödlichen Waffen noch zwischen Kuscheltieren verbergen. Denn die Jugend - das wissen wir alle - ist noch viel schlechter als ihr Ruf. Alles Mörder, Totschläger, Vergewaltiger, Alte-Omas-Überfaller... Moment, wer hat die eigentlich in die Welt gesetzt? Besser keine Kinder mehr. Aber dann produzieren einzig noch Asylbewerber und Russen den Nachwuchs. Die Kinder müssen ja noch schlimmer sein. Viel schlimmer als unsere eigenen Kinder, und die sind ja - wie gesagt - schon schlimm. Ein Dilemma ohne Ausweg. Am besten gleich alle ausrotten, aber (Schluck) wer zahlt unsere Renten? ### Putzen macht sexy Putzen macht sexy! Wie gut, dass es unterbeschäftigte amerikanische Wissenschaftler gibt, die den ganzen Tag so richtig voll nutzwertigen Dingen auf den Grund gehen. Neueste Lebenshilfe: Männer, die öfter mal zum Fensterleder greifen, haben mehr Sex. Denn die Frau fasst das als Liebesbeweis auf. Ein Grund mehr, Single zu bleiben und entspannt zuzuschauen, wie auf den Heizkörpern die Kresse wächst. ### Wolff Live Die nächste Gelegenheit, mich lesen zu hören, gibt es am kommenden Donnerstag im Cafe am Bebelplatz. Wer auch immer sich da einfindet, braucht Mut zur Überraschung. Zurzeit weiß ich selbst noch nicht, was ich lesen soll. Los geht es um 20.30 Uhr. Ach ja, es werden Menschen umgebracht. Auf dem Papier zumindest, denn immerhin heißt die Veranstaltung Kriminacht. ### Vielen Dank für den Fisch Mittagessen im Handwerkerhaus in Siegen. Und was gibt es? KASSELER!! Wie schön für den Nordhessen in der Fremde: Man drückt sich mit Heimweh und Kohldampf im Bauch in der Fremde herum, und da grüßt ganz unerwartet ein fettiges gekochtes Schweineschnitzel. Da steht der Fremdenlegionär gerührt am Mittagsbuffett. er wischt mit der schwieligen Hand verschämt ein Tränchen weg, das über das narbige Gesicht lief. Im Ernst: ich finde Kasseler ekelig und, dass meine geliebte Heimat möglicherweise durch ein solches - wie soll ich es sagen - Nahrungsmittel in der Republik bekannt wird, stürzt mich in tiefe Depressionen. Ich ziehe Fisch vor. ### Das Ende ist nah... Heute endet das südwestfälische Tagebuch. Was haben wir über das rätselhafte Völkchen zwischen Hagen und Meineringhausen gelernt? Es lebt im Auto, weil es einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Daseins auf Landstraßen verbringt, die sich in Serpentinen das Sieger- oder Sauerland hinauf und hinab schlängeln. Es lebt auch auf den wenigen Autobahnen, die es in dieser Region gibt, richtet sich dort wohnlich ein mit Paletten, Kühen, Kind und Kegel. Es lebt in kleinen Städten, die sich zwischen hohe Baumwipfel und Berge ducken. Alte Industrie- und Bergarbeiterstädte, die noch nach einer neuen Rolle suchen. ### Oooops, they did it again! Heute früh lagen wieder Reifenteile und (Schluck) Eisenrohre auf den Autobahnen. Um die Mittagszeit macht jemand gar einen Verdauungsspaziergang. Wohlgemerkt: Auf der Autobahn. ### Der Westfale liebt seine Autobahn... ...so sehr, dass er allerhand Gegenstände dort platziert, die der mit den örtlichen Gebräuchen nur mangelhaft vertraute Hesse dort nicht erwartet. Kühe auf der Fahrbahn? Kein Problem, das gibt es anderswo auch. Aber zu Wochenbeginn lag eine unschuldige kleine Holzpalette auf der A 44. Ein Verkehrshindernis erster Güte, das nicht nur der Ortskundige umfahren sollte, sondern auch der Reisende aus fernen Ländern, denn das Transportbehältnis, auf dem in gewissen Supermärkten geschmackvoll die Ware präsentiert wird, verursacht (ACHTUNG UNWORT:) nachhaltige Schäden an Unterboden, Radaufhängung und sämtlichen Auspufftöpfen. Beruhigt geradeaus fahren können Chauffeure, die im Kettenfahrzeug unseres olivgrünen Heimatschutzvereins unterwegs sind, zumal die Kratzer im Blech als Manöverschäden abgerechnet werden. Den Rekord hält jedoch eine andere Autobahn im Sieger-Sauer-Land, deren Nummer ich leider nicht verstanden habe. Dort befanden sich Kinder auf der Fahrbahn. Weitere Vorschläge für Freizeit auf der Autobahn / Things to do on the highway: - Picknicken. Ganz besonders eignen sich Täler (Ostheimer Senke, Hessen wissen, was ich meine). - Friedrich Merz wandert mit chinesischen Staatsgästen auf der A 445 (Kurze Strecke, proplemlos in Tagesfrist zu bewältigen). - Wenn schon Kinder, dann wenigstens mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen (Verkehrsberuhigte Zone auf der A49, wer braucht die schon). - Bowling. Hierzu eignet sich wegen ihrer Armut an Kurven und wegen des geringen Gefälles die A1 zwischen Hamburg und Bremen. ### Sommerloch Wo ich bin, ist das Sommerloch. Da gehen in Niedersachsen und Hessen die Ferien schon zuende und ich gehe nach Nordrhein-Westfalen, wo der Sommer noch ewig dauert. Während sich die Kollegen bei der HNA schon zufrieden in den Sesseln zurücklehnen, die eintrudelnden Beiträge und Meldungen sichten, schnappt der WDR nach Stoff um eine winzige Sendeminute zu füllen. ### Käferschießen I'm shooting the last bugs and hope to get online during the next days. Nur noch ein paar Tage an der Nabelschnur meines Webmasters. ### Aller Anfang ist schwer Dies ist die Geburt des Weblogs von Wolff von Rechenberg. Er hat (mindestens) neun Monate Schwangerschaft überstanden und erlebt nun die Geburtswehen. ### Über mich Worte, die wirken Ich schreibe seit über 20 Jahren Inhalte, die Aufmerksamkeit erzielen, Kompetenz signalisieren und Vertrauen aufbauen. Für Agenturen, Medien und Unternehmen. Texte mit Substanz, Haltung und Tiefgang, die Menschen überzeugen und Marken sichtbar machen. Meine Stärke: Ich erkläre komplexe Sachverhalte leicht verständlich und schnell erfassbar. Content mit Strategie Marken werden sichtbar durch strategisch geplanten Content. Relevant für Menschen und Suchmaschinen. Viele meiner Texte auf Rechnungswesen-Portal.de oder im Blog von AMTANGEE haben Top-Platzierungen bei Google erzielt. Ich plane Content von der Keyword Recherche bis zum Content Lifecycle Management – effizient und mit Fokus auf SEO. KI mitdenken Wer morgen noch relevant sein will, muss heute KI mitdenken. Längst hat sich ChatGPT zur ernsthaften Konkurrenz für Google entwickelt. Suchmaschinenoptimierung für Google läuft beim KI-Marktführer aber ins Leere. Was bedeutet das für die Sichtbarkeit deiner Marke? Finden wir es heraus. Arbeitsproben Dein Name Deine E-Mail-Adresse Betreff Deine Nachricht (optional) Δ ### Arbeitsproben Ratgeberartikel, Interviews, Reportagen und vieles mehr: Diese Seite zeigt nur eine kleine Auswahl von Arbeitsproben. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen: Online-Artikel Diese 7 Kennzahlen sind wichtig im Bestandskundenmanagement (CRM-Blog 2025) 3:33 für Mondpropaganda: Beschwerden in Chancen verwandeln mit CRM (CRM-Blog 2025) Was ist eigentlich ein Lead im CRM? (CRM-Blog 2023) Onboarding to German Health Insurance (Letters from Germany 2023) eAU: Arbeitsunfähigkeitbescheinigung nur noch elektronisch (Lohn1x1.de 2023) Reverse Charge: Steuerschuldumkehr bei Rechnungen aus dem Ausland (Rechnungswesen-Portal.de 2023 aktualisiert) Künstlersozialabgabe (KSK): Das müssen Unternehmer über die Künstlersozialkasse wissen (Rechnungswesen-Portal.de 2023 aktualisiert) Cash is Fact! (Controlling-Journal 2022) Arbeitszeitaufzeichnung: Pflichten für Arbeitgeber (Lohn1x1.de 2023) Steuerbegünstigung auch für Vermietung von Wohncontainern (Rechnungswesen-Portal 2023) Meldepflicht für Einnahmen der Nutzer auf Online-Plattformen: Fragen und Antworten (E-Commerce1x1.de 2023) GWG - Aktuelle Grenzen und Praxistipps (Rechnungswesen-Portal 2022 aktualisiert) Grundsätze für verkürzte Abschreibung von Gebäuden (Rechnungswesen-Portal) eBay-Tipps: Darauf sollten Privatverkäufer achten (WolffvonRechenberg.de) Printartikel Datenschutz Made in Europe (Controlling-Journal 4/2016): Interview mit Bundesministerin a. D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Wie bedroht ist die freie Anwaltswahl (Berliner Anwaltsblatt, 7-8 2012): Über die Auswirkungen von Rationalisierungsabkommen der Rechtschutzversicherer Eine Stadt dankt Loriot (die Kirche, 27.09.2009): Zur Wiedereinweihung der restaurierten Taufkapelle in St. Gotthardt zu Brandenburg an der Havel Studieren Sie Theologie, Sie werden gebraucht (Kasseler Sonntagsblatt, 06.05.2007): Bericht von der Landessynode der EKKW Die Kindheit bleibt bis ganz zuletzt (die Kirche, 23.04.2003): Besuch in einer Einrichtung für Demenzkranke in Berlin Tante Hanni macht zu (HNA, 31.10.2002): Letzter Tag im letzten Gemischtwarenladen des Dorfes Sonne, Sand und Geisterstädte (HNA, 24.08.2002): Bundeswehr im Einsatz gegen die Flut in Tangerhütte TV-Auftritte Und noch ein paar visuelle Arbeitsproben aus meiner Zeit bei Tariftip.de: N24: DSL-Flatrates als Kostenfalle N24: Roaming-Gebühren im Ausland N24: Internet-Tagesflatrates