Corona Virus ante portas

Erster Corona-Fall in Deutschland. Die Lungenkrankheit aus dem fernen China ist in Bayern aufgetreten. Die Bundesregierung verschärft die Flughafenkontrollen. Es kann nicht mehr lange dauern, bis man Menschen asiatischer Herkunft nur noch mit Misstrauen begegnet. Da der Winter bisher mit Schneemassen und Blitzeis geizt, genießt Corona die ungeteilte Aufmerksamkeit der Medien. Selbst das Hochkulturmagazin „Kulturzeit“ auf 3Sat widmet der Krankheit eine Schwerpunktausgabe. Das TV-Biotop der Nickelbrillen- und Rollkragenträger zieht den Bogen von den großen Pest- und Cholera-Epidemien der Weltgeschichte.

Das erinnert an die Schweinegrippe-Panik vor ziemlich genau zehn Jahren. Nachzulesen in meinem Schweinegrippe-Tagebuch.

Ganze Belegschaften wurden seinerzeit zu Schutzimpfungen zusammengetrieben, wegen einer Krankheit, die in der Regel als normaler Schnupfen verlief. Und in der Tat erinnern auch die Zahlen an jene Pseude-Pandemie im November 2009. Es gibt zwar tausende Ansteckungsfälle. Aber selbst im Seuchenherd China liegt die Zahl der Todesopfer bisher bei 106. Bei 1,4 Milliarden Einwohnern, wohlgemerkt. Selbst in Deutschland mit seinen 80 Millionen Einwohnern wäre eine Grippewelle mit 4000 Erkrankten und 106 Toten ein außerordentlich milder Verlauf.

Das wird Politik und Medien nicht daran hindern, den Untergang der Menschheit heraufzubeschwören. Dabei sollten wir nicht übersehen: Bisher fehlt ein einsatzfähiger Impfstoff gegen das Corona-Virus. Das muss keine schlechte Nachricht sein. Als 2009 die Schweinegrippe umging, forderte die Schutzimpfung in Deutschland kaum weniger Tote als die Grippe selbst.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Rechenberg,
    wie beurteilen Sie die Lage heute? Anfangs war ich auch noch entspannt.
    Mittlerweile hat sich das geändert. Ob man will oder nicht, man kann sich dem Ganzen nicht mehr entziehen. Die Auswirkungen werden spürbar. Ich arbeite in einem Automobilzulieferbetrieb. Wir haben Kurzarbeit angemeldet.
    Ich gehe davon aus das in den nächsten Tagen nichts mehr läuft.

    Mit freundlichen Grüßen
    Torsten Boes

  2. Sehr geehrter Herr Boes,

    ich bin aufs Höchste beunruhigt. Ich gebe zu, dass ich Corona völlig unterschätzt habe. Zur Stunde zählt man insgesamt 3400 Toten in Italien, davon mehr als 400 in den letzten 24 Stunden. In meinem Umfeld gibt es viele Einzelunternehmer, Freiberufler und Künstler, die vor dem Aus stehen. Andere Freunde und Bekannte sind in Kurzarbeit. Auch ich gehe davon aus, dass wir in der kommenden Woche eine Ausgnagssperre bekommen. Corona hat wirtschaftlich den schwerste Einschnitt seit dem 2. Weltkrieg bewirkt. Aber auch für jeden einzelnen von uns wird sich die Welt jetzt sehr schnell ändern. Und sie wird nie wieder so sein, wie vor der Pandemie. Davon bin ich heute überzeugt.

    Freundliche Grüße auch Ihnen, und bleiben Sie gesund
    Wolff von Rechenberg

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