HiFi-Klassiker: NAD 3020 1/3

nad3020

„Der NAD 3020 läuft und läuft und…“ Der britische HiFi-Hersteller NAD lieh sich einen Werbespruch von Volkswagen, um Anfang der 1990er Jahre für die letzte Version seines Klassikers 3020 zu werben. Der Vollverstärker 3020 überlebte nicht nur mehrere Verstärker-Trends. Auch die Geräte selbst erwiesen sich oft als erstaunlich langlebig. Mein NAD 3020i, erworben 1991, verrichtet heute noch tadellos seinen Dienst im Hause eines guten Freundes. Kein Schalter knackst, kein Potentiometer kratzt, Aussetzer gibt es nicht, und dieser Freund schwört, dass der 3020i klanglich alle NAD-Verstärker überragt, die er sonst gehört hat. „HiFi-Klassiker: NAD 3020 1/3“ weiterlesen

Neue Serie: HiFi-Klassiker

HiFi? dafür gibt es in Deutschland eine Norm, die DIN 45500. Wer in den 1970er Jahren einen Radio- und Fernsehhändler – andere gab es nicht – mit Aussagen konfrontiert hätte wie: Das klingt mir nicht musikalisch genug! Oder: Die Stimmwiedergabe gefällt mir nicht! Oder: Ich finde das zu unbeteiligt. Ich wünsche mir eine Anlage, die mich mehr involviert! Wer den armen Fachberater derart überfahren hätte, wäre wahrscheinlich des Ladenlokals verwiesen worden. „Neue Serie: HiFi-Klassiker“ weiterlesen

Analog Basics: Thorens II

Heute kommen wir zum Tuning des Thorens-Laufwerks. Fangen wir mit den einfachsten Maßnahmen an. Die Gummimatte auf dem Plattenteller gehört in den Müll. Vielleicht findet sich ja Verwendung als Untersetzer für Töpfe oder Kannen. Zwei Materialien bieten sich an: Filz oder Leder. Beide Materialien führen zu besserer Detaildarstellung, zu tieferer räumlicher Staffelung, besserer Sprachverständlichkeit. Leder klingt schlanker. So zackig und impulsiv haben Sie Ihren Thorens noch nie gehört. Doch dafür verliert der Plattenspieler viel Klangfarbe. Mein Rat: Wenn Sie die weiteren Tuning-Maßnahmen ebenfalls ins Auge fassen, dann nehmen Sie Filz. Dabei funktionieren auch die Slipmats aus dem DJ-Bedarf. Allerdings sollte immer die filzigere Seite nach oben zeigen.

Die zweite Maßnahme verlangt schon mehr Arbeit. Entfernen Sie die Hartfaserplatte. Leimen Sie hinten in die Mitte des Rahmen einen Holzklotz und platzieren Sie das Laufwerk auf drei Punkten. Sie können drei der Gummifüßchen verwenden, besser sind aber Spikes. Hintergrund: Die Hartfaserplatte resoniert zu stark. Im Ergebnis gewinnt die tonale Ausgewogenheit des Plattenspielers. Er verliert seinen zum Dröhnen neigenden Oberbass. Noch besser, aber auch aufwändiger wird das Ersetzen der Bodenplatte durch eine ausgesägte Platte aus Birke-Multiplex. Wichtig dabei: Aussägen! Von der Platte darf nur eine Art Rahmen übrig bleiben.

Jetzt enden die Heimwerker-Tricks. Ersetzen Sie die Federn an denen das Subchassis hängt. „Analog Basics: Thorens II“ weiterlesen

Analog Basics: Thorens, Teil I

Thorens TD-125 MK IIEs war einmal, vor langer Zeit, da waren Plattenspieler nichts besonderes. Fast jeder hatte einen. Der Plattenspieler war Klangquelle Nr. 1. Um das Gerät machte man damals sowenig Kult wie um die, die es schufen. Sie waren keine genialen Visionäre wie Ivor Tiefenbrun. Sie waren biedere Ingenieure. Besonders der Schwarzwald entwickelte sich zum Mekka der Plattendreher. Dual produzierte dort, und Thorens. Der 1883 in der Schweiz gegründete Hersteller zog in den 1960er Jahren wegen der Zusammenarbeit mit EMT nach Lahr im Schwarzwald um. Dort begann die große Zeit von Thorens. Fast alle Geräte, die hier entstanden, wurden bis heute gesuchte Klassiker. Der TD-124 beispielsweise. Den Teller trieb damals ein Reibrad. Das machte man damals bei den frühen Studiolaufwerken so. Bis heute streiten die Geister, ob der TD-124 oder die Reibrad-Laufwerke von Garrard die besten Laufwerke aller Zeiten sind. Doch der Durchbruch blieb dem Riemenlaufwerk vorbehalten. TD-125 (Foto oben) und 126 galten schon zu Lebzeiten als audiophile Juwelen. „Analog Basics: Thorens, Teil I“ weiterlesen

Analog Basics: Linn

Linn LP12 Sondek

Linn ist nicht der älteste Plattenspielerhersteller der Welt und war auch nie der größte. Dennoch muss unser kleiner Überblick über namhafte Plattenspielerhersteller mit Linn beginnen, weil kein HiFi-Hersteller die Szene so verändert hat wie die Firma des Schotten Ivor Tiefenbrun. Es ist keineswegs übertrieben zu sagen: Ivor Tiefenbrun war der Steve Jobs der HiFi-Szene. Und das, obwohl seine meistbetrachteten Körperteile die Füße waren.

Mit einem Paar lässig übereinander geschlagener nackter Füße warb Linn ab Ende der 1980er Jahre auf ganzseitigen Anzeigen in britischen HiFi-Magazinen. Überschrift: „Two of the most reliable HiFi-chritics in the world!“ Die Legende berichtet jedenfalls, dass die abgebildeten zuverlässigsten HiFi-Kritiker dem Linn-Boss persönlich gehörten.
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