Aus meiner Sicht

Kategorie: Feuillton (Seite 1 von 24)

Kultur, Musik, Film, Literatur, Zeitgeist

Zum Tod von Nanci Griffith

Mit Nanci Griffith ist in diesem Sommer eine der außergewöhnlichsten Stimmen für immer verstummt. Die Sängerin, Songwriterin und Grammy-Gewinnerin starb am 14. August 2021 im Alter von 68 Jahren. den Grammy hat Griffith für ihr Album „Other Voices, Other Rooms“ bekommen. Bekannt war sie vor allem für ihre Duette mit anderen bekannten Sängerinnen und Sängern aus Country, Folk und Pop. Ich habe Nanci Griffith 1991 über das Album „Late Night Grand Hotel“ kennengelernt, das bis heute zu den regelmäßigen Gästen auf dem Teller meines Plattenspielers zählt. Darauf findet sich ein Duett mit einer anderen außergewönlichen Stimme. Mit Tanita Tikaram sang Nanci Griffith die Ballade „It’s Too Late“. Es ist noch nicht zu spät, Nanci Griffith kennenzulernen.

James Bond: Alles auf Anfang

„Keine Zeit zu sterben“: Wohl kein Bond-Film trug seinen Titel so zurecht wie der 25. Gedreht 2019, fiel der Kinostart dem Corona-Lockdown zum Opfer. Ob die Zeit zum Sterben 2021 endlich gekommen ist, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Der Blockbuster muss nun wohl in Teilen neu gedreht werden. Das berichtet die BILD. James Bond finanziert sich nicht unwesentlich durch Produktplatzierungen. Ärgerlich für die Werbekunden, wenn dann die für teures Geld platzierten Produkte inzwischen veraltet sind. Doch über dem alten neuen Bond hängt noch ein weiteres Damoklesschwert: Was wäre, wenn die neuen Bond-Gadgets beim Kinostart längst auf Amazon zum Verkauf stehen?

CD-Tipp: Paul Anka erklimmt den Wonderwall

Rock Swings, behauptet Paul Anka auf diesem Album

Rockklassiker im Swingsound? Reicht es nicht, dass die Songs unserer Jugend immer wieder von geschäftstüchtigen Geigern (David Garrett) oder grölenden Männerchören (Santiano) durch die Mangel gedreht werden? Mir nicht. Deshalb ist „Rock Swings“ von Paul Anka ein weiterer Tipp von mir für die Quarantäne, den Lockdown oder die einsame Insel.

Der Name Paul Anka steht beim einen für die Vorhölle der Schnulzenheinis, nur einen Schritt vor Barry Manilow – oder einen dahinter. Für den anderen zählt Paul Anka zu den letzten großen Croonern, die die Fackel der großen Swing Orchester tragen. Wenn er und Tony Bennett einst dahingeschieden sind, geht ein Stück Musikgeschichte zuende. Über das Gesamtwerk von Paul Anka haben sicher beide Ansichten ihre Berechtigung. Für „Rock Swings“ von 2005 sollten wir uns allerdings auf letztere Sichtweise verständigen können.

Weiterlesen

CD-Tipp: Blue Tango – Symphonic Pops by Leroy Anderson

56 Minuten Musikspaß für den Lockdown

Das Kölner Rundfunkorchester unter Pinchas Steinberg hat 1989 eine musikalische Rundreise durch die größten Erfolge von Leroy Anderson (1908 – 1975) unternommen. Eine hervorragende Einspielung der Werke eines Komponisten, der sein Leben lang nur eines im Herzen trug: den Spaß an der Musik.

Immer wenn Musik von Leroy Anderson erklingt, meint man zu hören, welchen Spaß, der Amerikaner beim Komponieren gehabt haben muss und welchen Spaß die Musiker beim Spielen dieser Musik hatten. Viele dieser musikalischen Miniaturen von wenigen Minuten Länge waren Hits in ihrer Zeit. Etwa das Titelstück der CD, „Blue Tango“, Andersons erster Millionseller. Den „Typewriter“, in dem der Komponist das Orchester zum Tackern einer Schreibmaschine spielen lässt, machte der Komiker Jerry Lewis in seinem Kinohit „Der Ladenhüter“ („Who’s minding the store?“ – USA 1963) zum Welterfolg. Genießen wir diese Szene noch einmal, bevor wir fortfahren:

Weiterlesen
« Ältere Beiträge