Parteiprogramme 2009: Die Grünen

Sie können ja nicht anders, die Grünen. “Kein Genfood auf unsere Teller”, heißt es in ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2009. Dabei sagen viele Wähler derzeit: “Ich bin froh, wenn ich bald überhaupt noch etwas auf dem Teller habe!” Der Rest sagt: “Genfood ist schon Okay. Hauptsache ich kriege davon nicht die Schweinegrippe!” Aber das sind eben die Themen der Grünen: Umweltschutz, erneuerbare Energien, Atomausstieg, Geschlechtergleichstellung. Gut gemeinte Luxusprobleme in den Ohren der Mehrheit.

“Aus der Krise hilft nur Grün”, ist das Werk überschrieben. Und wenn jemand darin lesen würde, wenn irgend jemand den Grünen zuhören würde, dann könnten sie mit ihren detaillierten Rettungsplänen auftrumpfen. Dann könnten sie erklären, wie viele der entlassenen Automobilarbeiter künftig Windräder oder Solarkollektoren zusammenschrauben könnten. Dann könnten sie erklären, wie viele entlassene Karstadtkassiererinnen ine neues Leben als Erzieherin beginnen könnten. “Green New Deal” nennen sie das.

Wenn ihnen jemand zuhören würde, dann könnten die Grünen ausführen, dass es Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften begünstigt, wenn Aktien und Anleihen künftig auch nach ethischen und ökologischen Kriterien bewertet werden. Auf stärker beachteten Schlachtfeldern der Politik fehlt ihnen das Alleinstellungsmerkmal. In der Sozialpolitik beispielsweise: Garantierente, höhere Hartz-IV-Sätze, das findet sich bei SPD und Linkspartei ebenfalls. Der Ruf nach Regulierung der Finanzmärkte klingt sogar im wortreichen Hochnebel des Unionsprogramms gelegentlich an. Den Einsatz für die Bürgerrechte muss sich die Sonnenblumenpartei mit der FDP teilen, ohne bei diesem Versuch glaubwürdiger zu wirken.

Die Grünen müssen warten. Warten bis die Wähler aufgehört haben, die Arbeit im Automobilwerk als des Deutschen einzige, naturgemäße Beschäftigung zu betrachten.

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