Test: Fedora 17 mit Cinnamon auf dem Acer Aspire One

[mygal=fedora17]
Fedora Linux: LogoDer Cinnamon-Desktop steht für Fedora 16 und 17 in den offiziellen Quellen zur Verfügung. Damit bietet nun auch Fedora Linux eine komfortable Alternative für Nutzer, die mit Gnome 3 nicht zurechtkommen. Ich habe Fedora 17 mit Cinnamon auf meinem Netbook Acer Aspire One D257 getestet.

Fedora Linux: Vorzeigedistribution für Gnome 3 

Für die aktuelle Gnome-Desktopumgebung ist Fedora Linux so etwas wie die Vorzeigedistribution. Nutzer von Fedora erhalten stets die jeweils neueste Gnome-Version 3.4. Das ist sich Fedora als topaktuelle Distribution schuldig. Im Unterschied zu anderen verbreiteten Linux-Distributionen hat sich Fedora nicht von Gnome getrennt als das Projekt auf Generation 3 umgestellt und mit dem radikal veränderten Benutzerkonzept viele Anhänger verloren hat.

Cinnamon Desktop in den offiziellen Paketquellen für Fedora

Zu den Alternativen für Hardliner des alten Gnome-2-Konzepts  bietet sich unter anderem der Cinnamon Desktop an. Dieser Desktop stülpt Gnome 3 ein Benutzerverhalten über, das an Gnome 2 erinnert. Den Cinnamon Desktop, der ursprünglich für Linux Mint entwickelt wurde,  bietet Fedora nun über die eigenen Repositories an. Erstaunlicherweise läuft Cinnamon auf Fedora stabiler und schneller als in Linux Mint.

Installation: Fedora setzt auf Bewährtes

Ich habe Fedora 17 auf meinem Netbook Acer Aspire One D257 installiert. Das Wiedersehen mit Anaconda, dem Installer von Fedora, verlief unauffällig. Der Ubuntu-Installer kommt optisch gefälliger daher. Anaconda hat erheblich abgespeckt. Mit ein paar Mausklicks kommt Fedsora auf die Festplatte. Dabei bietet das System an, den Benutzer ebenfalls der Gruppe Admin hinzuzufügen. Wer diese Option wählt kann künftig alle Systemveränderungen und Softwareinstallationen mit dem Nutzerpasswort bestätigen – ähnlich wie bei Ubuntu oder Mint.

Acer Aspire One D257 vollständig erkannt

Fedora 17 erkennt die gesamte Hardware des Netbooks. WLAN und Hotkeys meines Aspire One funktionierten out of the Box. Nach der Installation sollte zunächst ein Softwareupdate folgen. Achtung! Fedora ist berüchtigt für umfangreiche Aktualisierungen, da die Entwickler auch Programmversionen aktualisieren. Fedora 17 macht da keine Ausnahme. Die ersten Aktualisierungen nach der Installation verlangen dem Neu-Fedorianer Geduld ab.

Fedora 17 mit Cinnamon

Dem nun aktuellen Fedora 17 verpassen wir den Cinnamon Desktop. Der Fedora Paketmanager kann in Sachen Geschwindigkeit keine Chance gegen das von Ubuntu oder Debian verwendete Synaptic nicht. Das Fedoraprogramm funktioniert ähnlich komfortabel, braucht aber wesentlich länger. Schneller geht es auf der Kommandozeile.

Im Terminal geben wir ein:
$su
$yum install cinnamon

Ich gebe gern zu, dass Gnome 3 sich der Praxistauglichkeit nähert. Auf dem Netbook sieht Gnome 3 schicker aus als Desktopumgebungen mit traditionellem Startmenü. Dafür nervt Gnome 3 auf dem Netbook, weil sich Menüfenster nicht verschieben lassen, wenn sie über den Bildschirm hinaus ragen (s. Bildergalerie). In einigen Einstellungsdialogen sind dadurch die Buttons für „Speichern“ oder „Schließen“ unerreichbar, mein Lieblingsspiel Freecol ist nahezu unspielbar. Unverständlich erscheint mir auch, dass ich das Netbook nicht aus dem Desktop herunterfahren kann. Ich muss mich erst abmelden und dann aus dem Anmeldefenster abschalten.

Cinnamon: Zuverlässige Alternative in Fedora 17 

Wer mit dem Computer wie bisher arbeiten möchte, braucht eine Alternative. Mit Cinnamon steht jetzt auch in Fedora eine Alternative zur Verfügung. Dass der Cinnamon Desktop auf Fedora 17 flüssiger und stabiler läuft als unter Ubuntu 12.04, sollte niemanden erstaunen. Fedora hat ihn in die eigenen Paketquellen aufgenommen, Ubuntu verlangt das Hinzufügen externer Quellen. Externe Paketquellen können in jeder Linux Distribution zu Problemen führen. Der Fedora 17 Cinnamon lief aber auch schneller als sein Pendant unter Linux Mint 13. Das ist bemerkenswert, denn immerhin stammt der Desktop aus dem Mint Projekt. Einziges Manko: Das Suchfeld im Hauptmenü befindet außerhalb des kleinen Netbook Displays (s. Bildergalerie).

Das Experiment Cinnamon ist der Fedora Community absolut geglückt. Allerdings gilt folgende Einschränkung: Auch mit Cinnamon bleibt Fedora Linux was es war: keine Distribution für Einsteiger. Selbst das Kommandozeilenwerkzeug „wget“ musste ich nachinstallieren.

TIPP: Wer unter Fedora Gnome 3.4 und Cinnamon nebeneinander installiert hat, kann unter Gnome keine neuen Hintergrundbilder nutzen. Das lässt sich nur noch über das Menü „Cinnamon Settings“ erledigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.