Ein Star dank Schweinegrippe

Tommy Haas hat die Schweinegrippe. Haben Sie das auch gelesen? Natürlich, denn der fiebernde Tennisprofi ist heute über alle Titelseiten, durch alle Schlagzeilen und Nachrichtensendungen gegeistert. Für soviel Medienpräsenz müssen andere Wimbledon gewinnen. Dafür kann man schon mal ein bisschen Husten und erhöhte Temperatur in Kauf nehmen.

Vielleicht ein Beispiel für uns alle? Sonst ein Niemand, aber mit dem H1N1-Virus ein Star? From Zero to Hero mit der Schweinegrippe? Weit gefehlt: Schließlich ist Tommy Haas ja auch ohne Grippe mehr oder minder prominent. Normalsterbliche entern nur dann mit Foto die Titelseite von Bild, wenn sie genau das tun: nämlich sterben.

Wäre ja auch zu schön gewesen. Vor allem, wenn es so wenig kostet. Immerhin bleibt Fakt, dass die Schweinegrippe für eine Grippe bemerkenswert harmlos ist. Weltweit hat H1N1 etwas mehr als 6000 Menschen das Leben gekostet. Das sind weniger als in normalen Wintern allein in Deutschland der jährlichen Grippewelle zum Opfer fallen. Im Winter 1995/96 forderte die Grippe sogar 30.000 Menschenleben.

Unbesungene Helden allesamt. Denn aus einer Grippe eine Pandemie zu machen, das geht nur mit den eigentlichen Pandemiegewinnern im Rücken: Pharmaindustrie und Boulevardpresse. Dann machen wohl jetzt die Pharmaunternehmen die Stars? Unter den Grippen und unter deren Opfern?  Spaß beiseite: Wir sollten die Schweinegrippe ernst nehmen.

Besonders die Risikogruppen unter uns. Unser Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) beispielsweise. Der will sich gleich gegen alle nahenden Grippewellen impfen lassen. Besser für ihn. Heißt es nicht, dass vor allem junge Menschen in Gefahr sind?

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