Schilys Mantra

Eigentlich erstaunlich, dass Bundesinnenminister Otto Schily so lange gebraucht hat, sein Mantra von der dringend erforderlichen Ausweitung der polizeilichen Befugnisse anzustimmen. Immerhin liegen die Terroranschläge in Ägypten jetzt schon mehr als 48 Stunden zurück. Wie immer: Herzliches Beileid, Herr Minister, dass es wieder nicht bei uns gekracht hat. Ich bin sicher, das erfüllt Sie mit Trauer. Ziel neuer rechtlicher Regelungen soll sein, Polizei und Geheimdienste zu ermächtigen, vorbeugend aktiv zu werden. Wie man einen Terroristen erkennen kann, bevor er was verbrochen hat, verschweigt Schily (Mitgliedschaft in Terrororganisationen und dergleichen steht ja schon unter Strafe). Wenn die Polizei nach der äußeren Anmutung urteilt, können wir annehmen, dass man auch bei uns bald im Zweifel lieber einen Brasilianer zuviel als einen Pkistani zu wenig erschießen wird, wie dies in London geschehen ist. Aber, Herr Minister, wer schützt uns dann vor der Polizei. Vor allem, wenn wir nach dem Urlaub in der Ankunfthalle des Fraport stehen – braun gebrannt, die Sonnenbrille noch auf der Nase. Wer dann noch ein Handtuch um den Kopf trägt, lebt gefährlich.

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