Aus meiner Sicht

Kategorie: Ansichtssache (Seite 1 von 169)

Die Welt aus meiner Sicht

FC Bayern: Causa Katar geht über Fußball hinaus

Prangt auf den Trikots des FC Bayern demnächst das Logo von Qatar Airways? Viele Fans des Rekordmeisters der deutschen Fußballbundesliga protestierten auf der Jahreshauptversammmlung des FC Bayern gegen entsprechende Pläne der Bosse. Mehr noch: Sie fordern ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Emirat, das der Weltöffentlichkeit zuverlässig Schlagzeilen wegen Menschenrechtsverletzungen beschert. Die Führung des Vereins reagierte ratlos auf die Fan-Proteste und schweigt auch weiterhin. Eine kleine Sensation.

Fan-Proteste sind nicht neu, weder in der Liga noch beim FC Bayern. Auch das Katar-Engagement des Vereins steht bei den Fans regelmäßig in der Kritik, zieht der Bundesliga-Krösus doch jedes Jahr zum Trainingslager in das Emirat. Dass der Übervater des FC Bayern, Uli Hoeneß, auf der Versammlung nicht zu Wort kommt, passiert schon seltener. Immerhin haben wir schon Tage erlebt, an denen Hoeneß im Alleingang eine ganze Jahreshauptverammlung zusammengebrüllt hat. Doch in diesen Tagen wirkt die Vereinsführung ratlos und unsicher wie nie. Warum?

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Kliniken: Sterben in der Pandemie

Jeden Morgen verkünden die Nachrichten den rituellen Zahlendreiklang von Corona: Neuinfizierte, Verstorbene und belegte Intensivbetten. Gesundheitspolitiker und Virologen zählen in wöchentlichen Pressekonferenzen die verfügbaren Intensivbetten durch. Sie warnen vor Zuständen in anderen Teilen der Welt, wo das Gesundheitssystem bereits zusammengebrochen sei und Notlazarette das Schlimmste verhindern sollen. Alltag im Deutschland des Jahres 2020. Und dennoch wurden auch im ersten Pandemiejahr Krankenhäuser geschlossen – 21 an der Zahl. Das berichtet dieser Tage die Berliner Zeitung.

Der Gedanke dahinter: Die Krankenhäuser müssen kostendeckend arbeiten und eine ausreichende fachärztliche Behandlung bieten, 24 Stunden und an 7 Tagen in der Woche. Entsprechende Gutachten berufen sich auf Beispiele aus Dänemark und ermitteln deren Gültigkait anhand dicht besiedelter Gebiete mit ebenso dichter Klinikversorgung. Nicht nur die Landesärztekammer Hessen zweifelt an diesem Vorgehen.

Donald Trump oder der Reiz eines Rabauken

Ein Versuch, Donald Trump zu begreifen

Zum Abgang von Donald Trump als 45. US-Präsidenten schwirren schadenfrohe Memes in Massen durchs Netz. Ein letztes Mal. Spüren wir währenddessen dem Phänomen Trump nach. Ein letztes Mal.

Haben Sie sich einmal die Mühe gemacht, eine Rede von Donald Trump in voller Länge zu anzuschauen? Versuchen Sie es. Vielleicht in einer Art nostalgischer Anwandlung. Denn der Urheber dieser ungewöhnlichen Wortergüsse hat sich aus unserer Lebenswirklichkeit endgültig verabschiedet – selbst wenn er in den USA weiter politisch aktiv bleibt. Versuchen Sie nicht, den oft wirr verknüpften Gedanken des stets frei sprechenden Soap Stars zu folgen. Begleiten sie ihn einfach durch seine Sendezeit, wie sie einen Standup Comedian begleiten würden.

Dafür ist er geboren, glaubt Trump

„Give the people what they want“ – „Gebt den Leuten, was sie wollen“, sagt man im Showgeschäft. Und der Mann am Mikro enttäuscht seine Zuhörer nicht. Im Gegenteil. Der Ex-Unternehmer und Ex-TV-Star scheint im Wahlkampf seine Bühne gefunden zu haben. Genau dafür ist er geboren worden, denkt er. Mit Witzen und Grimassen zieht er über bestimmte Politiker oder Politiker im Allgemeinen her, bringt sein Publikum zum Lachen und Brüllen. Dann, auf dem Gipfel der Begeisterung, steuert Trump um. Er führt die Masse in die Wut. Auf einem Ozean aus Adrenalin und Endorphinen brechen die Emotionen nun krachend an die Felsen der politischen Klasse. Keiner vor Trump hat das gewagt. Das imponiert seinen Fans.

Trumps Reden zeichnet ein sicherer Instinkt für Timing und Spannungsbögen aus. Bedenken wir: Der Mann ist beratungsresistent. Der hat das ganz sicher nicht trainiert. Es gibt kein Skript, keine Choreographie – und keinen doppelten Boden, Das ist Mut. Das ist Talent. Wer das nicht versteht, wird nie begreifen, was die Faszination von Donald Trump ausmacht. Können wir uns da wundern, dass er sich für einen Präsidenten durch Geburt hielt? Wem würde das nicht so gehen? Ein Präsident wirst du nicht, wenn du an dir und deiner Bestimmung zweifelst. Keiner trat je so furchtlos auf wie Donald Trump. So oft haben wir Comedians zugesehen, wie sie Politik und Politiker auf die Hörner nehmen. Und hier kommt tatsächlich einer, der sich das im Amt traut.

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Jetzt auch in Englisch

Die einzige echte Sprache der Welt hat einen festen Platz in meinem Leben, fast mein ganzes Leben lang. Wenn ich Informationen suche, schicke ich die Suchmaschine meines Vertrauens nicht selten von vornherein mit der englischen Übersetzung meiner Frage auf die Pirsch. Auf die meisten Fragen gibt es mehr englische als deutsche Antworten. Und – wichtiger – wir leben auf einer isolierten Informationsinsel, wenn wir uns mit Antworten auf Deutsch begnügen, liebe Landsleute. Der D-A-CH-Insel. Aber vielleicht interessiert sich ja auch jemand ausserhalb unserer kleinen Welt für die Dinge hier. Darüber will ich in einem neuen Blog schreiben: Letters From Germany läuft auf der Subdomain (Unterdomäne) en.wolffvonrechenberg.de.

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