Aufregung im Disneyland

Ein ehemaliger Regierungssprecher wie Uwe Karsten Heye sollte wissen, was los ist, wenn er farbigen WM-Besuchern davon abrät, nach Brandenburg zu reisen – unabhängig davon, ob er Recht hat oder nicht. Die Wellen schlagen hoch: Die Brandenburger sehen ihr sicherlich ehrenhaftes Engagement gegen rechte Gewalt untergraben. Einige andere bestätigen, was auch Ausländer in Deutschland wissen: Es gibt Gegenden, die man meidet. Das weiß man auch im Ausland, denn Reisewarnungen kursieren beispielsweise auch in Afrika.

Was mich zum Kotzen bringt, sind die Schäubles dieser Welt, die um ihr Disneyland fürchten, das sie für die WM-Besucher aufbauen wollen: Die Welt zu Gast bei Freunden. Dabei haben 30 Jahre Ausländer-Raus-Wahlkämpfe der Union keineswegs dazu beigetragen, in Deutschland eine weltoffene Gesellschaft zu fördern.

Beispiel Einbürgerungsdebatte: Der Einbürgerungswillige soll Sprach- Geschichts- und was weiß ich für Kenntnisse vorweisen. Dabei ist die Debatte so überflüssig wie ein Kropf. Generationen von Innenministern haben in den vergangenen Jahren immer wieder erstaunt festgestellt, dass die Nachfrage nach der deutschen Staatsbürgerschaft gegen Null tendiert. Selbst bei Migranten der dritten Generation, deren Eltern bereits hier zur Welt gekommen sind.

Wen wundert das? Angesichts politischer Diskussionen, in denen die Unionsparteien a priori einen Lehrsatz immer vor sich hertragen: Der Deutsche will keine Ausländer!

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