Koalition der Tatenlosen

Im Kampf um die Kinderbetreuung erklimmt die CDU neue intellektuelle Höhen: Zunächst müsse man feststellen, ob es überhaupt Bedarf an neuen Betreuungsplätzen für Kleinkinder gebe, sagt der Bundestagsfraktionschef der Union, Volker Kauder. Klartext: Zählen wir mal Kleinkinder und Kinderkrippen. Wenn wir einmal durch sind, dann sind die Kinder schon im Vorschulalter, dann können wir wieder von vorn anfangen. Und irgendwann wird das Problem einer biologischen Lösung zugeführt sein. Die könnte darin bestehen, dass

– (a) die Altkonservativen aus der Adenauerzeit gestorben sind.

– (b) der Geburtenrückgang soweit fortschreitet, dass die Krippenplätze plötzlich ausreichen.

Nichts ist symptomatischer für die Große Koalition der Nichtstuer. Unsere Kanzlerin und die Ihren beten täglich: Lieber Gott, lass es die EU entscheiden: Rauchverbote, Klimaschutz, Mindestlöhne.

4 Antworten auf „Koalition der Tatenlosen“

  1. Zu bemerken wäre meinerseits, wer eine intakte Beziehung führt und weder Mann noch Frau seinen Job für 3 Jahre aufgeben möchte, oder dies im Wechsel nicht hinbekommt, der sollte keine Kinder in die Welt setzen. Ich durfte zwangsläufig 3 1/2 Monate mein Baby jeden Tag aufwachsen sehen und mich mit ihm beschäftigen, diese relative kurze Zeit möchte ich weder einer Kindertagesstätte oder einer Tagesmutter zukommen lassen.
    Damit soll nicht die lahme Politik verteidigt werden, sondern Kinder nicht einfach abgeschoben werden.

  2. Hallo Tom,
    Aber nach 3 1/2 Monaten musstest du doch wieder arbeiten gehen, oder? Ich bin für Krippenplätze, damit die Väter Beruf und Familie besser vereinen können. Wenn nur noch Leute Kinder kriegen oder zeugen, die einfach mal 3 Jahre aussteigen können, dann kriegen bald nur noch Hartz IV-Empfänger und Lehrer Kinder. Wollen wir eine solche Welt?

  3. Hallo Wolff,
    ich musste und wollte auch wieder arbeiten gehen. Ich bin nicht das Vater- oder Muttertier. Deswegen käme für mich auch kein Kind mehr in Frage, selbst wenn ich 15 Jahre jünger wäre. Ich frage mich, was hat es für einen Sinn als Elternteil den ganzen Tag arbeiten zu gehen und dann mein Kind ins Bett zu bringen? Davon hat Mutter und Vater nicht viel und die Kinder auch nicht. Die Konstellationen einer Familie können immens zahlreich sein, nicht nur die angesprochenen Hartz-IV Empfänger, ein alleinerziehendes Elternteil hat die größten Probleme, wenn es um die Frage der Kindesbetreuung geht. Gegen Krippenplätze bin ich keinesfalls.
    Es klingt für mich nur oftmals so: „Weg mit meinem Kind, ich muss mich beruflich selbst verwirklichen!“ Und diese Beispiele sehe ich in meinem Umfeld des öfteren.
    Dein eigener Freund in Köln hat doch selbst gezeigt, dass Mann es auch kann.
    Wir brauchen eine Welt, wo sich Eltern um ihre Kinder kümmern, damit nicht irgendwann die ganzen Deppenkids unsere Welt regieren. Hör Dir doch die Geschichten von Lehrern an, wie H. und S.

  4. Hallo Tom,
    mit meinem Einwand wollte ich nur darauf hinweisen, dass es meiner Meinung nach die Krippenplätze längst gäbe, wenn Männer auf Karriere verzichten müssten, um Kinder zu bekommen. Dem Kind bekommt es ausgesprochen gut, wenn es früh Beziehungen zu einem großen Kreis von Bezugspersonen Beziehungen entwickelt. Das ist eigentlich auch logisch, wenn wir daran denken, dass wir immer noch mit der geistigen Ausrüstung von Fred Feuerstein unser Leben bewältigen. Nur gab es zu Fred Feuersteins Zeiten – außer im Trickfilm – noch nicht die bürgerliche Kleinfamilie. Wenn die Sonne aufging, dann gingen die Männer auf die Jagd und kehrten oft tagelang nicht nach Hause zurück. Die Frauen gingen Beeren und Wurzeln sammeln. Die Kinder blieben bei einer Amme oder sicherlich manchmal auch mehreren. Das blieb durch die Jahrtausende so, bis das bürgerliche Zeitalter etwa ab dem 18. Jahrhundert in begüterten Schichten die Erwerbstätigkeit der Frau überflüssig machte.
    Zu den Deppenkids habe ich meine Meinung schon gesagt: Solange es keinen Elternführerschein gibt, muss der Staat einspringen, wenn die Eltern ihrer Verantwortung nicht mehr nachkommen. Immer noch besser, sie schieben ihre Kinder ab in eine Umgebung, in der sie es besser haben als zu Hause.

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