Clement II: Ein Leuchtturm im Spiegel

In der heißen Phase des Wahlkampfes treten die Wirtschaftsflüchtlinge ins Rampenlicht. Ex-Kanzler und Gazprom-Lobbyist Gerhard Schröder maßregelt “diesen Menschen aus Hessen” und RWE-Aufsichtsrat Wolfgang Clement warnt davor, seine Parteifreundin Andrea Ypsilanti zu wählen.
Und als gäbe es Clements Verstrickung mit den Energiekonzernen nicht, singt der Spiegel heute das Hohelied des wirtschaftlichen Sachverstands. In eine Reihe mit dem geschassten Oswald Metzger (Grüne) und dem innerlich emigrierten Friedrich Merz (CDU) stellt Spiegel-Online den wackeren Sozialdemokraten, der stets damit beschäftigt war, Leuchttürme (der Bildung, der Kultur, der Wirtschaft, der…) zu bauen.
Der Spiegel baut den Leuchtturmwärter zum alleinigen Leuchtturm des wirtschaftlichen Sachverstandes in der Sozialdemokratie auf, obwohl bei kritischer Betrachtung Clement den Beweis seines wirtschaftlichen Sachverstandes während seiner Amtsjahre schuldig geblieben ist – anders übrigens als Metzger und Merz.
So lässt der Spiegel vor allen Dingen auf eines blicken: Auf die Männerwelt eines Magazins, in der echte Männner vor allem eines sein müssen: Rücksichtslos, machtbesessen, einsam im Entschluss und brutal in der Durchsetzung. Relikte einer Vordemokratie von Bismarck bis Clement.

Wie viele Sozis sind ein Clement?

Bewohnt von einem strammen Stamm von Meistern,
der alles was nicht hart macht, schrill verhöhnt.

Heinz Rudolf Kunze

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