Kliniken: Sterben in der Pandemie

Jeden Morgen verkünden die Nachrichten den rituellen Zahlendreiklang von Corona: Neuinfizierte, Verstorbene und belegte Intensivbetten. Gesundheitspolitiker und Virologen zählen in wöchentlichen Pressekonferenzen die verfügbaren Intensivbetten durch. Sie warnen vor Zuständen in anderen Teilen der Welt, wo das Gesundheitssystem bereits zusammengebrochen sei und Notlazarette das Schlimmste verhindern sollen. Alltag im Deutschland des Jahres 2020. Und dennoch wurden auch im ersten Pandemiejahr Krankenhäuser geschlossen – 21 an der Zahl. Das berichtet dieser Tage die Berliner Zeitung.

Der Gedanke dahinter: Die Krankenhäuser müssen kostendeckend arbeiten und eine ausreichende fachärztliche Behandlung bieten, 24 Stunden und an 7 Tagen in der Woche. Entsprechende Gutachten berufen sich auf Beispiele aus Dänemark und ermitteln deren Gültigkait anhand dicht besiedelter Gebiete mit ebenso dichter Klinikversorgung. Nicht nur die Landesärztekammer Hessen zweifelt an diesem Vorgehen.

Armin Laschet: Der zaghafte Wahlkämpfer

Armin Lascht (Quelle: CDU)

Armin Laschet ist in seiner Partei ganz oben angekommen. Jetzt will er auch den letzten Schritt tun: den ins Kanzleramt. Orientierung gibt ihm einmal mehr die Kanzlerin. aber hat er deren Erfolg verstanden? Lässt sich der Weg der Angela Merkel ins höchste Regierungsamt als Rezept anwenden?

Als Armin Laschet 2012 CDU-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen wurde, verlieh er quasi nebenbei Kanzlerin Angela Merkel die Hausmacht, die ihr stets gefehlt hatte. Der Chef des größten Landesverbandes der CDU erwies sich fortan als verlässlicher Unterstützer der Regierungslinie. An der Seite der Kanzlerin stand er die Flüchtlingsdebatten der Jahre 2015 bis 2017 durch. Gemeinsam mit ihr rezitierte er das Mantra der Gemächlichkeit in der Klimadebatte als 2018 die Schulstreiks von Fridays for Future die politischen Diskussionen anheizten. Das gilt im politischen Tagesgeschäft als sichere Bank. Denn Merkel folgte stets sicher den Mehrheiten. Warum sollte sich ein Wahlkämpfer dann nicht an ihr orientieren?

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Brücken-Lockdown: Laschets Fehlversuch

Quenzbruecke Brandenburg Winter

CDU-Chef Armin Laschet fordert einen Brücken-Lockdown. Er versucht damit, eine einst sehr erfolgreiche Taktik von Angela Merkel zu adaptieren. Doch warum will trotzdem niemand über Laschets Brücke gehen?

Wenn man lernen will, dann doch von den Besten, oder? Wer Kanzler werden will, sollte von der Meisterin des Fachs lernen, von der Kanzlerin, die uns auch noch die nächsten vier, acht, zwölf Jahre regieren würde, hätte sie ihrem politischen Wirken nicht aus eigenem Entschluss ein Verfallsdatum gesetzt. Die Rede ist von Angela Merkel, der ewigen Kanzlerin, die wir auch die Brückenkanzlerin nennen könnten. Sie prägte einst den Begriff der “Brückentechnologie”. Ich darf kurz zusammenfassen: Umstrittene, unpopuläre Technologien verwandelte Merkel in Brückentechnologien: Atom, Diesel und Braunkohle verloren damit wie durch Zauberhand ihr Schmuddelimage und erschienen als wichtige Bausteine eines Wandels, den man mit Hilfe der Brückentechnologie erleichtert aufatmend ein weiteres Mal verschieben konnte. Die Brücke diente als Bild der Verlängerung des Hier und Jetzt in eine hoffentlich ferne Zukunft.

Merkels ewige Brücken

Angela Merkel baute Brücken für die Ewigkeit. Ob dem CDU-Chef und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten das klar war als er den Begriff der Brücke ausgerechnet für den Lockdown in der dritten Welle der Corona-Pandemie wählte? Mit den Brückentechnologien fuhren wir ja subjektiv gut. Dank der Brückentechnologie konnten wir unseren Diesel weiterfahren, denn plötzlich erschien der Diesel als ein Werkzeug der Mobilitätswende, anstatt ihr im Weg zu stehen. Die Brückentechnologie Diesel ersparte uns unbequeme Umstellungsprozesse. Sie ließ uns das Gaspedal sogar weiter durchdrücken, in dem wohligen Gefühl, dass wir damit dem Klimaschutz eine Brücke bauen. Angela Merkel hat das gute Gefühl des Gewohnten (Diesel) mit dem beruhigenden Bild der Brücke verbunden. Die Psychologie spricht von Framing. Die Brückentechnologie ist also etwas Wohltuendes, das wir unter allen Umständen bewahren wollen, wenn wir das Bild einmal angenommen haben.

Über Laschets Brücke möchte man nicht gehen

Armin Laschet möchte mit seinem Brücken-Lockdown ebenfalls das beruhigende Bild der Brücke nutzen, die uns heil über das eisige Wasser bringt. Dazu dient die Brücke ja auch. Sie soll und heil ans andere Ufer bringen, das wir in der Regel schon sehen können, bevor wir die Brücke betreten haben. Laschets Brücke ist einfach eine Brücke. Wer sie betritt, will wissen wohin sie führt und wie lange die Überquerung dauert. Das gilt auch für Armin Laschets Brücke. Nur Merkels Brücken waren in ihrer Endlosigkeit einzigartig. Sie wirkten gerade deswegen so beruhigend, WEIL man das andere Ufer nicht sehen konnte. Man hoffte nur, dass es noch fern sein möge. Von Armin Laschet verlangen wir Anworten. Die hat er nicht, und deshalb muss er sich nicht wundern, wenn ihm über seine Brücke niemand folgt. Für den Wahlkämpfer Armin Laschet heißt das: Wer von den Besten lernen will, sollte auch deren Lektionen richtig verstehen.

James Bond: Alles auf Anfang

“Keine Zeit zu sterben”: Wohl kein Bond-Film trug seinen Titel so zurecht wie der 25. Gedreht 2019, fiel der Kinostart dem Corona-Lockdown zum Opfer. Ob die Zeit zum Sterben 2021 endlich gekommen ist, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Der Blockbuster muss nun wohl in Teilen neu gedreht werden. Das berichtet die BILD. James Bond finanziert sich nicht unwesentlich durch Produktplatzierungen. Ärgerlich für die Werbekunden, wenn dann die für teures Geld platzierten Produkte inzwischen veraltet sind. Doch über dem alten neuen Bond hängt noch ein weiteres Damoklesschwert: Was wäre, wenn die neuen Bond-Gadgets beim Kinostart längst auf Amazon zum Verkauf stehen?

Winter in Brandenburg

Ein Winterspaziergang am Seeblick in Plaue (Stadt Brandenburg)