Inauguration Day aus der Defensive betrachtet

Gedanken zur Amtseinführung von Biden und Harris

Ein Höhepunkt der Inauguration von Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA und Kamala Harris zur 49. Vizepräsidentin der USA: Ein Gedicht der Poetin und Aktivistin Amanda Gorman. Pathos pur. Aber was fasziniert uns daran?

“There is always light, if only we’re brave enough to see it, if only we’re brave enough to be it”, rezitierte Amanda Gorman zur Amtseinführung von Joe Biden und Kamala Harris in Washington. Amerika sei kein gebrochenes Land, es sei ein unvollendetes Land. Soviel nationales Pathos sprechen wir nicht einmal in unseren Träumen aus. Wir Einwohner eines Landes, das tatsächlich gebrochen ist. Aber nicht nur deswegen schauen wir gebannt zu.

Ein Konsens, der tiefer gründet

Wir schauen zu, weil uns die Lebenseinstellung dahinter fremd und abenteuerlich erscheint. Die Rituale der Vereinigten Staaten von Amerika sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Konsens, der tiefer gründet als unser Grundgesetz. Ein Enfant Terrible vom Schlag eines Donald Trump im Weißen Haus, der diese Traditionen nicht respektiert, kann die amerikanische Demokratie leicht erschüttern. Zumal die US-Verfassung auch extreme Auslegungen erlaubt.

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CDU: Mit Laschet weiter so

Armin Lascht (Quelle: CDU)

Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender. Er gilt als Garant für die Fortsetzung des politischen Kurses von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU hat klug gewählt, denn es fehlt an Alternativen.

Mit der Rückkehr zu konservativen Werten hatte Friedrich Merz um die Stimmen des CDU-Parteitages geworben, der am 15. und 16. Januar 2021 online stattgefunden hat. Als Gegenpol hatte sich Norbert Röttgen positioniert, mit seiner Forderung nach einer modernen, jüngeren und weiblicheren CDU. der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet warb ohne markige Slogans und konkretes Programm für sich. Schon im Vorfeld galt Laschet als Garant für eine Fortsetzung des politischen Kurses von Bundeskanzlerin und Ex-CDU-Chefin Angela Merkel.

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CD-Tipp: Paul Anka erklimmt den Wonderwall

Rock Swings, behauptet Paul Anka auf diesem Album

Rockklassiker im Swingsound? Reicht es nicht, dass die Songs unserer Jugend immer wieder von geschäftstüchtigen Geigern (David Garrett) oder grölenden Männerchören (Santiano) durch die Mangel gedreht werden? Mir nicht. Deshalb ist “Rock Swings” von Paul Anka ein weiterer Tipp von mir für die Quarantäne, den Lockdown oder die einsame Insel.

Der Name Paul Anka steht beim einen für die Vorhölle der Schnulzenheinis, nur einen Schritt vor Barry Manilow – oder einen dahinter. Für den anderen zählt Paul Anka zu den letzten großen Croonern, die die Fackel der großen Swing Orchester tragen. Wenn er und Tony Bennett einst dahingeschieden sind, geht ein Stück Musikgeschichte zuende. Über das Gesamtwerk von Paul Anka haben sicher beide Ansichten ihre Berechtigung. Für “Rock Swings” von 2005 sollten wir uns allerdings auf letztere Sichtweise verständigen können.

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CD-Tipp: Blue Tango – Symphonic Pops by Leroy Anderson

Blue Tango - Symphonic Pops by Leroy Anderson (Cover)

56 Minuten Musikspaß für den Lockdown

Das Kölner Rundfunkorchester unter Pinchas Steinberg hat 1989 eine musikalische Rundreise durch die größten Erfolge von Leroy Anderson (1908 – 1975) unternommen. Eine hervorragende Einspielung der Werke eines Komponisten, der sein Leben lang nur eines im Herzen trug: den Spaß an der Musik.

Immer wenn Musik von Leroy Anderson erklingt, meint man zu hören, welchen Spaß, der Amerikaner beim Komponieren gehabt haben muss und welchen Spaß die Musiker beim Spielen dieser Musik hatten. Viele dieser musikalischen Miniaturen von wenigen Minuten Länge waren Hits in ihrer Zeit. Etwa das Titelstück der CD, “Blue Tango”, Andersons erster Millionseller. Den “Typewriter”, in dem der Komponist das Orchester zum Tackern einer Schreibmaschine spielen lässt, machte der Komiker Jerry Lewis in seinem Kinohit “Der Ladenhüter” (“Who’s minding the store?” – USA 1963) zum Welterfolg. Genießen wir diese Szene noch einmal, bevor wir fortfahren:

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TWD: World Beyond – Eine Warnung

The Walking Dead: World Beyond Title Card

“The Walking Dead: World Beyond” schläfert sogar Zombies ein

“Wir müssen reden”, sagt Felix (Nico Tortorella) zu Tony (Scott Adsit) in der 6. Folge von “The Walking Dead: World Beyond”. Nein! Müssen wir nicht! Ihr habt in dieser Folge überhaupt noch nichts anderes getan! Panisch greife ich zur Fernbedienung und entfliehe Amazon Prime. Eigentlich quatscht man hier nur. Spätestens seit der vierten Folge steckt der ganze Cast in einer Gesprächsschleife fest. Eigentlich wollen die ProtagonistInnen aus Nebraska kommend das ferne New York City erreichen – quer durch das Nordamerika der Zombieapokalypse.

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