Champions-League-Halbfinale: Noch nicht Matt für Pep

Im Halbfinale der Chamions League gegen Real Madrid fehlte dem FC Bayern München Torgefahr, weil Trainer Pep Guardiola seiner eigenen Spielphilosophie nicht traute.

Am Ort seiner größten Triumphe, im Madrider Bernabeu Stadion, hat Bayern-Trainer Pep Guardiola einen Albtraum erlebt. Ausgerechnet in jenem Stadion, in dem er als Trainer des FC Barcelona nie ein Spiel verloren hat, traute Guardiola jenem Spielsystem nicht mehr, das Barca so viele nationale wie internationale Titel beschert hat. Gegen Real Madrid setzte Guardiola nicht auf sein Spiel mit wendigen, intelligenten und torgefährlichen Mittelfeldspielern wie Thomas Müller oder Mario Götze. Er setzte auf das Heynckes-System, in dem Ribery den Ball nach vorn bringt. Seitenwechsel auf Arjen Robben, Pass auf Mario Madzukic, Tor. Doch die Real-Abwehr schirmte den Bayernstürmer von jedem Ballkontakt ab.

Niederlage mit Vorgeschichte

Die Niederlage hat ihre Vorgeschichte in der Bundesliga, die Guardiola längst abgehakt hatte. Abgehakt, aber wohl doch nicht überwunden. Der Strafraumstürmer Mandzukic soll sich Anfang des Jahres schon mit Wechselgedanken getragen haben, weil er im Guardiola-System keinen Platz hatte. Doch die Ligagegner stellten sich allmählich auf den neuen FC Bayern ein. Sie unterbanden die Ballstaffetten, griffen bereits im bayerischen Strafraum an. Im Prestigeduell gegen Borussia Dortmund mussten die Bayern so drei Treffer im eigenen Stadion kassieren. Noch vor dem Titelgewinn setzte Pep Guardiola immer häufiger auf den „alten“ FC Bayern. Immer öfter mussten die Stürmer Mandzukic und Claudio Pizarro einspringen. Ein siegreicher FC Bayern trug am Ende immer seltener Guardiolas Handschrift.

Pep Guardiolas flüchtige Handschrift

So lief der FC Bayern auch in Madrid mit Mandzukic auf. Und ausgerechnet im Bernabeu Stadion zu Madrid erwies sich das als Fehler. Zu spät sah Guardiola seinen Fehler ein. Müller und Götze konnten eine Viertelstunde vor Abpfiff dem inzwischen längst verunsicherten FC Bayern keinen Siegeswillen mehr einhauchen. Fußball auf einem solchen Niveau wird gern als Rasenschach bezeichnet. Bleiben wir im Bild: Der Altmeister Carlo Ancelotti (Real Madrid) hat Pep Guardiola eine Lehrstunde in Sachen Taktik erteilt.

Eine 0:1-Schlappe ist keine Entscheidung. Gewinnt der FC-Bayern München sein Heimspiel 2:0, kann Pep fürs Champions-League-Finale planen. Eine Hypothek ist das Ergebnis von Madrid, weil den Bayern kein Auswärtstor gelungen ist. Sollte Real in München ein Tor schießen, dann kann am Ende ein Matt für Pep stehen.

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