Buchtipp: Das Twitter-Buch (3. Auflage)

Das Twitter-Buch, Tim O'Reilly und Sarah Milstein, 3. Auflage, CoverDas Twitter-Buch führt auf 270 Seiten in den Kurznachrichtendienst ein: Wie man Tweets plant, verbreitet und den eigenen Erfolg kontrolliert. Aber braucht es ein Buch für etwas, das so einfach ist wie Twitter?

Wer braucht eigentlich ein Twitter-Buch? Twitter ist doch so einfach. In 140 Zeichen auf den Punkt gebracht, was unter den Nägeln brennt. Dann ab damit, ins Internet. Mehr kann Twitter doch nicht. Für all jene, die in den Kurznachrichtendienst nur einmal hineinschnuppern wollen, stimmt das. Sie können an dieser Stelle aussteigen und sich etwas Interessanteres auf meinem Blog suchen.

Anders sieht es für all jene aus, die Twitter beispielsweise geschäftlich nutzen wollen. Wie verhält man sich auf Twitter? Wann und in welchem Abstand sollte ich meine Tweets absetzen? Wann empfiehlt sich ein Retweet und wann eine Weiterleitung mit „via“? Wie erkenne ich Trends auf Twitter? Wie messe ich meinen eigenen Einfluss auf Twitter? In all diesen Punkten hilft das Twitter-Buch von Tim O’Reilly, Sarah Milstein, Volker Bombien, Corinna Pahrmann und Nathalie Pelz. Natürlich kann sich jeder Twitternutzer diese Kenntnisse auch selbst erarbeiten. Aber warum sollte er, wenn er auf die Erfahrungen der Autoren zurückgreifen kann? Auch hier sollten Unternehmen aufhorchen. Anfängerfehler in sozialen Netzwerken können den Ruf dauerhaft ramponieren.

Damit das klar ist: Ich habe die Ratschläge nicht einzeln auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen können. Aber man kann erheblich schlechter vorbereitet in die Welt der 140-Zeichen-Messages starten. Professionellen Nutzern widmet das Buch ein ganzes Kapitel. Darin geben die Autoren Entscheidungshilfen, anhand derer ein Unternehmen prüfen kann, ob und wofür sich der Einstieg auf Twitter überhaupt lohnt. Sie erklären, warum man keine Agentur mit dem Twittern beauftragen sollte und wer im Auftrag des Unternehmens twittern sollte.

Jeden Ratschlag erläutern die Autoren anhand von Beispielen, und ich habe keine einzige Frage gefunden, auf die das Buch keine Antwort gibt. Nur einen Vorwurf müssen sich die Autoren gefallen lassen. Sie romantisieren etwas. Einen Dialogcharakter hat Twitter nur in Teilen bewahrt. Erfolg hat der Kurznachrichtendienst als eben das: als Nachrichtendienst, auf dem die Nutzer schnell und unkompliziert Informationen posten, finden und verbreiten können. Vorausgesetzt, man weiß, wie man suchen muss. Aber das beantwortet ja das Twitter-Buch.

Tim O’Reilly und Sarah Milstein mit Volker Bombien, Corinna Pahrmann und Nathalie Pelz: Das Twitter-Buch, 3. Auflage, O’Reilly 2013, 17,90 Euro

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