Leeenux auf dem Eee-PC 701 4G

ScreenshotDas beste Betriebssystem für den Asus Eee-PC mit 7″-Bildschirm. So preisen die Entwickler von Leeenux ihr System an. Es setzt – natürlich – auf Ubuntu auf. Leeenux 2.0 entspricht dabei Ubuntu 9.04.

Die Vorteile von Leeenux:

  • Es ist klein: Im installierten Zustand verbraucht es nicht einmal 1,5 GB.
  • Es passt sich an kleine Bildschirme an. Der Netbook Remix von Ubuntu legt sich hier über den Gnome-Desktop.
  • Es soll schnell sein. Und das mit dem relativ voluminösen Gnome-Desktop.
  • Es unterstützt alle Funktionen des Eee-PC 4G.

Leeenux im Betrieb

Die Installation läuft Ubuntu-mäßig einfach und intuitiv ab. Besonderheit: Bei der Partitionierung des Speichers legt Leeenux von sich aus keine Swap-Partition an. Swap-Speicher dient als Auslagerungsspeicher, als Erweiterung des Arbeitsspeichers. Das bedeutet jedoch auch zusätzliche Schreibzugriffe, und die gelten un der den Eee-PC-Fans als umstritten. Denn der Festspeicher des kleinen Eee-PC verträgt nicht so viele Schreibzugriffe wie eine richtige Festplatte.

Clevere Software-Ausstattung

Nach der Installation zeigte sich Leeenux entgegen der Spracheinstellung konsequent in Englisch. Ich habe zwar die Tastatur, nicht aber das gesamte System auf Deutsch umstellen können. Die Software-Auswahl gefällt: Abiword und Gnumeric ersetzen das Speichermonster OpenOffice. gThumb und GNUpaint ersetzen für die Bildbearbeitung GIMP. Einen ungewöhnlichen Weg gingen die Entwickler mit der Spieleausstattung: Ein DOS-Emulator befindet sich an Bord, nebst Links zum Download von altbekannten Windowsspielen.

Dafür verweigerte der Network-Manager Gnome die Passworteingabe. Also habe ich ihn durch den Network-Manager WICD ersetzt. Der befindet sich leider nicht in den Quellen von Leeenux. Da WICD kein UMTS-Modem verbinden kann, brauchte ich außerdem das Tool Vodafone Mobile Connect, das ich schon in meinem Test des Fonic Surf-Sticks beschrieben habe.

Nächstes Manko: Mein gewohnter Blog-Editor BloGTK lässt sich zwar installieren, startet aber nicht. Drivel ist ein unbefriedigender Ersatz. Im laufenden Betrieb fror auch Firefox 3.7 ständig ein. Außerdem nützt die Magerkur für den Gnome-Desktop zwar vielleicht dem Platz auf dem Festspeicher des Eee-PC, nicht aber dem Stromverbrauch. Hielt mit dem schlanken LXDE-Desktop von Cruncheee der Akku noch knapp drei Stunden, so saugt der Gnome-Desktop den Akku innerhalb von 90 Minuten leer. Wer öfter längere Zeit ohne Steckdose auskommen muss, sollte seinem Linux keins der Schwergewichte Gnome oder KDE gönnen. Hier  sind LXDE oder XFCE klar im Vorteil.

Fazit: Gut gemeint, aber nicht perfekt

Die Leeenux-Entwickler sind auf einem guten Weg. Leeenux steckt voller guter Ideen, leider aber auch voller manchmal unerfreulicher Überraschungen. Die Software-Ausstattung ist perfekt. Andererseits laufen einige Anwendungen holperig. Die Entwickler haben dem Gnome-Desktop eine findige Schlankheitskur verpasst. Andererseits verschlingt ein Gnome-Desktop nunmal gern etwas mehr Rechenleistung. Ein schlankerer Desktop würde den Rechner und damit den Akku schonen.

[Update: 16. März 2010] Dass der Network-Manager das Passwort verweigert, liegt daran, dass offenbar ein Passwort voreingestellt ist. Das gilt es zu löschen. Dazu öffnet man den Dateimanager. Mit der Tastenkombination “Str+h” machen wir die versteckten Dateien im “home”-Verzeichnis sichtbar. Dann löschen wir den Inhalt des Ordners “.gnome2/keyrings/”. Für den Tipp danke ich krebsi83[/Update]

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Cruncheee im Ruhezustand auf dem Eee-PC | Wolff von Rechenberg

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.