Nationalsymbol für das auch nicht mehr ganz frische Deutschland.

Vorschlag: Olli Kahn. Der Fußball ist die wichtigste hoheitliche Tätigkeit in Deutschland geblieben,…

…und das Amt des Nationaltrainers ist nach wie vor das höchste Staatsamt. Selbst wenn zwischendurch der taubengraue Teamchef-Zwirn wie ein Ungeziefer von Leib zu Leib gewandert ist (früher wurde man mit den Füßen voran im Zinksarg von der Trainerbank geschleppt, die Fahne über das eherne Behältnis gebreitet und die Kapelle vom Heimatschutz spielte dazu den Zapfenstreich). Obgleich die neue Bundesrepublik an Umfang zugenommen hat, muss sie – nach fußballerischen Maßstäben – kleinere Brötchen backen. Schließlich ist Olli Kahn nur Torwart. Früher kannte man nicht einmal die Namen dieser behandschuhten Kugelfänger. Sie bekamen weniger Gehalt als der Platzwart und während die “richtigen” Fußballer Autogramme gaben, durfte der Torwart die Tasche vom Trainer zum Bus tragen. Obgleich wir also viel größer sind als zu Zeiten des Wunders von Bern krankt es im Fußball, wie in der Rente, wie auf dem Arbeitsmarkt, wie… Lassen wir das! Jedenfalls grätschen wir nicht mehr zum Sieg, sondern sind froh, wenn uns Finnland nicht versenkt (im Fußball wie in der Bildung).

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