Rot und Tot?

Als einen Selbstmord aus Angst vor dem Tod hat man des Kanzlers Ankündigung, noch in diesem Jahr Neuwahlen anzustreben, in den Reihen der Union gewertet. Zunächst bleibt festzuhalten:
1. Die SPD hat in NRW gegen den farblosesten Gegner verloren, den die CDU in ihren Reihen hätte finden können. Wenn Jürgen Rüttgers eine Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gegen die SPD gewinnen kann, dann kann das Jeder.
2. Mit der Ankündigung von Neuwahlen hat Gerhard Schröder der CDU ganz empfindlich in den Schampus gespuckt. Kein Mensch redet mehr von Rüttgers. Micky Maus könnte der nächste Ministerpräsident des Landes werden und keiner würde es merken.
3. Jeder im Land und jeder in der Sozialdemokratie muss sich genau darüber klar werden, was er will. Die kommende Bundestagswahl wird auf einem fest umrissenen Schlachtfeld stattfinden und Schröder hat es ausgesucht.
4. Mittlerweile glaubt im Land ohnehin niemand mehr daran, dass Union und FDP (Wer?) irgend etwas besser machen.
Es mag sein, dass Schröder an eine gute Fee glaubt, die der SPD im Herbst den Wahlsieg beschert. Ganz bestimmt weiß er aber, dass – falls die CDU gewinnt – die übernächste Bundestagswahl noch ungleich spannender wird. Wer immer also in diesem Jahr möglicherweise Unionskanzler (in) wird, trägt das Haltbarkeitsdatum schon auf der Unterwäsche. Der Wähler ist mittlerweile gut trainiert im Abstrafen. Aber wen wird er 2009 wählen? Wenn die Schwarzen ihm auch nicht den Gefallen getan haben, alles wieder so gemütlich zu machen wie zu Helmut Kohls Zeiten.

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