Favoritensterben

Eigentlich sollte dieser Blog fußballfrei bleiben. Aber die Ereignisse der zurückliegenden Woche fordern Opfer. Einer der größten Fußballer aller Zeiten hat gestern gegen Südkorea höchstwahrscheinlich ein unrühmliches letztes Spiel gemacht. Zinedine Zidane hat die zweite gelbe Karte gezogen, viele Zweikämpfe verloren und selten geglänzt. Frankreich ging in der ersten halbzeit in Führung und kickte dann nur noch vor sich hin. In der 80. Minute erzielten die Koreaner den Ausgleich. Anschließend versuchten die Franzosen mit der Brechstange das Siegtor herbeizuführen – erfolglos. Frankreich befindet sich damit in guter Gesellschaft: Auch die Brasilianer sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, und selbst den Italienern droht nach ihrem Unentschieden gegen die USA die vorzeitige Heimreise. England ist wahrscheinlich durch, hat aber Fußball zum Abgewöhnen gezeigt und war für den Auftaktsieg auf ein Eigentor von Paraguay angewiesen. Auch für Fußballer wie Ronaldo (Brasilien) oder Totti (Italien) ist diese WM höchstwahrscheinlich die letzte. Wohl keiner von denen hat die Herzen der Fußballfans so erobert wie Zidane, der bescheidene Fußballmillionär. Er hätte einen besseren Abschied verdient.

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