Mao im VW-Werk

Erinnern Sie sich noch an Mao Tse Tung? Jeder Student – Pardon! Studierende im kommunistischen China – musste für eine gewisse Zeit aufs Feld oder in die Montage. Und auch im weiteren Berufsleben musste der feingliedrige Aparatschik aus dem Büro immer mal wieder die bleichen Gebeine bei Feldarbeit bräunen oder am Hochofen schwärzen lassen. Recht so! Das hat sich jetzt der Werkleiter des Volkswagenwerks in Baunatal bei Kassel, Dr. Hans-Helmut Becker, gedacht. Im September sollen alle 1400 Angestellten des Werkes für je eine Woche ans Band, heißt es in einer heute verbreiteten Pressemitteilung aus dem Werk. So seien allein im Getriebebau 200 Arbeitsplätze für die Schreibtischtäter und -täterinnen reserviert. Neue Ideen sollen sie mitbringen, wenn sie am Ende verschwitzt aus der Halle wanken, und seelig in ihre Bürostühle sinken. Und jetzt kommt’s: Führungskräfte und Werkmanagement werden sich nicht drücken. Na dann, die Ärmel hoch gekrempelt, Dr. Becker. Hintergrund ist natürlich die anhaltende Kritik an mangelnder Abstimmung, die die Fertigungszeiten beim größten Autobauer der Welt unnötig verzögert.

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