Mit dem Kouskous-Teller nach Gantánamo

34 Daten müssen europäische Fluggesellschaften über jeden Passagier, der in die Vereinigten Staaten reist, nach Washington melden. Darunter besondere Verpflegungswünsche. “Nein, Danke. Bitte kein Schweinefleisch für mich!” Äußerungen wie diese können jeden unbescholtenen Bürger, der zur Gichtprophylaxe auf Schweinefleisch verzichtet, nach Guantánamo bringen. Einmal das falsche Menü – vier Jahre Kubaurlaub im orangefarbenen Strampler.

Ein anderer Fall: Unbekannte sind ins VW-Vertriebszentrum in Brandenburg eingebrochen und haben ein paar Laptops mitgenommen. Darauf unter anderem: die Daten der gepanzerten Limousinen unserer politischen Klasse. Besteht nun akkute Terrorgefahr? Nein! Das sagen zumindest unsere Staatsschützer: Nur kleine Fische, die die Computer auf dem Polenmarkt in Slubice verscheuern wollen. Das sagen unsere Berufsparanoiker, die am liebsten Jeden mit dem Elektronenrastermikroskop filzen würden, der sich beim Freitagsgebet zu tief verneigt.

Aber das ist wahrscheinlich der Unterschied zwischen unserem Pauschaltouristen und den Einbrechern: Entscheidend ist nicht die Tat, sondern die Zugehörigkeit zu einer anderen Kultur oder einem anderen Glauben. Hätten die Einbrecher halbleere Kouskous-Teller und ein Palästinensertuch am Tatort vergessen, dann wäre längst der Notstand ausgerufen, Merkel und Beck säßen streng bewacht in irgendeinem Bunker in der Eifel und die politische Macht hätte unser olivgrüner Heimatschutz übernommen. Sie wissen schon: Gefahr im Verzug, oder so!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.