G-Day in Heiligendamm

Der G8-Gipfel hat begonnen. Die Delegationen sind eingetroffen. US-Präsident George W. Bush hat einen Tross von über tausend Menschen im Schlepp, berichtet die Netzzeitung. Und auch die Journalisten sind eingetroffen. Unterwegs hätten die Polizisten zahlreich wie Mohnblumen am Weg gestanden, schreibt Graf Nayhauß in der Netzzeitung. 1400 Journalisten sitzen in Kühlungsborn und warten, dass ihre Herrlichkeiten zur Audienz bitten. Worüber sollen sie berichten? Darüber, dass in Klimafragen eine Einigung nicht in Sicht ist, wie der Standard meint? Denn während Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterhin wacker die Klimaziele der EU herbetet, hält sich Bush im vagen “Schaun mer mal”. Die Tagesschau bringt es mit einem Zitat des Journalisten Henry de Quetteville vom “Daily Telegraph” auf den Punkt: “Der Gipfel ist gescheitert, bevor er begonnen hat.” Ein bizarres Bild: Den Bourbonen-Sonnenkönigen gleich, ziehen sich die Staatschefs auf ihre Festung zurück, sperren das Volk aus, sondern gefilterte Statements an die zur Hofberichterstattung degradierte Weltpresse ab. Deren Neugier eröffnet sich nur ein einziges Objekt: Der Kampf einer abgehobenen Regierung, die nichts auf dieser Welt mehr fürchtet als das eigene Volk.

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