Linux Mint: Google Drive integrieren

Logo: Google Drive

Google Drive unter Linux Mint 20 “Ulyana” integrieren.

Wer ein Smartphone mit Android benutzt, verfügt auch über Speicherplatz in der Cloud, genannt Google Drive. Noch komfortabler wäre doch eigentlich, wenn wir Google Drive als Ordner auf dem Linux-PC liegen hätten und wir Dateien einfach per Drag and Drop darin ablegen könnten. Mit Linux Mint kein Problem. Ich habe mich für das Tool “rclone” entschieden und damit mein Google Drive auf dem Desktop meines PC integriert. Die folgende Anleitung gilt sowohl für Mint Cinnamon als auch für Mint Mate. Das Tool rclone müsste auch in anderen Ditributionen verfügbar sein. Insofern gilt dieses Howto auch für andere Desktop Linux Distributionen. Auf geht’s.

Google Drive auf Linux: Was steht zur Auswahl?

Wer sich nicht mit Arbeiten am System herumschlagen möchte, kann das Problem mit kostenpflichtiger Software lösen. Aufgefallen sind mir hierfür Expandrive und Insync. Beide Tools lassen sich für einen Testzeitraum kostenfrei nutzen. Die Linux-Bibel Österreich hat 2019 eine – fast – vollständige Liste der verfügbaren Client-Programme für Linux zusammengestellt. Da für mich kommerzielle Lösungen nicht interessant waren, kamen für mich folgende Wege in Frage:

  1. Das Gnome Control Center: Ich habe das auf einem Rechner mit Cinnamon Desktop ausprobiert. Über “Einstellungen => Online Accounts” ließ sich Goolge Drive schnell integrieren. Allerdings konnte ich nur die Dateien in der Ablage von Drive sehen. Dateiordner und deren Inhalte waren nicht verfügbar. Vergessen wir das.
  2. Open Drive: Open Drive (ODrive) befindet sich in den Paketquellen und ist schnell installiert. Einmal gestartet, verbindet das Programm direkt zu Google. Dort wird es als nicht vertrauenswürdig abgelehnt. Vergessen wir auch das.
  3. Ocamlfuse: Hier handelt es sich um ein Programm, das nicht in den offiziellen Paketquellen verfügbar ist. Ich meide Fremdquellen. Schlimm genug, dass ich mittlerweile Chrome über eine Fremdquelle installieren muss, weil Ubuntu den freien Browser Chromium aus den Quellen geschmissen hat.
  4. rclone: Das Paket ist schnell über die Paketverwaltung installiert. Allerdings lässt sich die Konfiguration nur per Kommendozeile vornehmen. Das ist nicht zeitgemäß, schreckt sicher auch manchen Nutzer ab, geht aber eigentlich ganz leicht.

rclone ist meine Wahl. Bei Linuxhint habe ich eine Anleitung gefunden, die sich jedoch in einigen Punkten als nicht ganz aktuelle herausstellte. Zunächst öffnen wir ein Terminal und geben ein:

rclone config

Wir sehen die folgende Ausgabe und wählen unter den drei Auswahlmöglichkeiten “n” für einen neuen Fernzugriff. Als Namen habe ich “myGoogleDrive” aus dem Artikel auf Linuxhint übernommen. Es lässt sich aber auch jeder andere Name eintragen.

ACHTUNG: Beim Anlegen des Ordners muss später dieser Name verwendet werden. rclone bietet alle bekannten Clouddienste an. Wir wählen “13” für GoogleDrive.

Die nächsten beiden Auswahlen klicken wir einfach mit der “Enter”-Taste weg. Damit wählen wir die Default Einstellungen. In der folgenden Auswahl habe ich den Vollzugriff gewählt. Der Zugriff lässt sich über diese Auswahl aber auch dauerhaft einschränken.

Anschließend bietet uns rclone eine fortgeschrittene Konfiguration an. Wir sind neu dabei und entscheiden uns mit “n” für die Standardkonfiguration.

Ebenfalls aus Bequemlichkeitsgründen entscheiden wir uns im nächsten Schritt mit “y” für die automatische Konfiguration.

Im folgenden Schritt bietet rclone an, Google Drive als Team Cloud zu verwenden. Das war bei mir nicht der Fall. Also: “n”

Anschließend öffnet rclone ein Browserfenster, in dem wir uns mit Nutzername und Passwort bei Google anmelden. Wenn wir das erledigt haben, bekommen wir eine Erfolgsmeldung angezeigt. Im Terminalfenster bestätigen wir mit “y”, dass alles Okay war.

Mit “q” für “Quit” beenden wir das Konfigurationsprogramm. Jetzt legen wir den Ordner an und lassen rclone den Ordner einbinden (mounten):

mkdir ~/myGoogleDrive
rclone mount myGoogleDrive: ~/myGoogleDrive/

Damit ist die Arbeit beendet. Nun finden wir den neu angelegten Ordner in der Seitenleiste des Dateibrowsers. Google Drive wird auf diesem Weg quasi als externes Laufwerk behandelt. Das bedeutet: Es findet KEINE Synchronisation zwischen Google Drive und den lokalen Dateien statt. Die Dateien in Google Drive brauchen auch keinerlei Platz auf der Festplatte. Das Öffnen des Ordners nimmt ein wenig Zeit in Anspruch, weil der PC zunächst den Inhalt von Google Drive neu einlesen muss. Anschließend lassen sich jedoch Dateien zwischen Google Drive und lokalen Ordner per Drag and Drop verschieben. Daten, die wir in den Ordner verschieben, werden sofort auf Google Drive hochgeladen.

Der Verzicht auf eine Synchronisation hat allerdings einen gravierenden Nachteil: Ohne Internetverbindung kein Zugriff auf Google Drive. In Unserem digitalen Entwicklungsland ist beim Arbeiten unterwegs Ärger vorprogrammiert.

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