Außerirdische und Terroristen haben eine Menge gemeinsam: Viele Menschen glauben, welche gesehen zu haben, aber wie genau ein Alien/Terrorist genau auszusehen hat, darüber streiten die Gemüter. Vielleicht liegt es daran, dass die Suche nach beiden Spezies so schwer ist. Die stärkste Waffe der Aliensucher: das Hubble Weltraumteleskop. Problem: Die Leistung der besten NASA-Computer reicht nicht aus, um alle Daten zu verarbeiten. Helfen soll Seti@Home. ungezählte Computerneutzer stellen Rechenleistung zur Verfügung, um im All nach den Spuren von E.T. zu suchen, und haben dabei 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit gespendet.
Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus könnte ähnliche Maßnahmen erfordern. Vor allem dann, wenn die europaweite Vorratsspeicherung von Telekommunikationsdaten für 24 Monate kommt. Die österreichischen Mobilfunkunternehmen sammeln täglich zwischen 60 und 100 Millionen Datensätze. Von der harmlosen SMS – „Schatzl, geh‘ I‘ komm heut‘ später“ – bis zu infamen Terrorvorhaben – „Hallo Achmed! Steig isch heute mit Atombombe in Rrrriesenrrrad in Prrraterrrr“. Das sind pro Jahr 36,5 Milliarden Datensätze. Und das in Österreich, wo es in guten Wintern mehr Touristen als Einheimische gibt.
Allein Deutschland hat aber schon zehnmal mehr Teenies, die Klingeltöne downloaden! Alle 400 Millionen EU-Bürger könnten demzufolge das 50fache verklingeln, -smsen und -surfen! Wir sprechen von 1,825 Billionen Datensätzen. In zwei Jahren dürften zwischen 3 und 4 Billionen Datensätze zusammenkommen. Das sind 30 bis 40 mal mehr Datensätze als es Galaxien im Universum gibt.
Wie könnte das neue Projekt heißen, das diese gewaltigen Datenmengen abarbeitet? Bin Laden@Home? Eine heimelige Vorstellung: Während der Junior illegal Filme aus dem Netz lädt oder Papa Zehn-Sekunden-Pornos genießt, geht der Intel Dual Core Prozessor klammheimlich alle SMS durch, die der Nachbar in den vergangenen zwei Jahren geschrieben hat.
Noch etwas haben Alien- und Terroristenjäger gemeinsam: Sie wissen nicht wirklich, was genau sie eigentlich suchen sollen. 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit hören sich gut an, lieber Verfassungsschutz, aber gefunden hat Seti@Home noch nicht einen Außerirdischen. Und Ihr fangt gerade erst an!
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Ein Tag mit Fedora Core 5

Kein Zweifel: Das Artwork ist ein ganz dickes Pfund des „freien“ Red Hat-Linux. Die Icons, die Schriften…
Fedora – damals Core 3 – war mein erstes Linux. Ein einfacher Einstieg war es nie. Dafür war Fedora cool. Das Chamäleon von Suse wirkt im Vergleich altbacken. Außerdem hat Fedora nie ein Hehl daraus gemacht, dass es ein Linux ist. Nicht wie Suse, Linspire oder andere, die so aussehen wollen, dass der User möglichst gar nicht merkt, dass er den gewohnten Boden von Windows verlassen hat. Ich habe mit Core 3 harte Kämpfe gehabt, bis ich es meinen Wünschen angepasst hatte. Geblieben ist – auch in meiner Ubunut-Zeit – eine heimliche Liebe zu Fedora.
Inzwischen gibt es Core 5 mit dem heiß erwarteten Gnome-Desktop 2.14. Da Mark Shuttleworth die Ubuntu-Gemeinde fleißig weiter vertröstet – ich will auf der Ubuntu-Seite nichts mehr lesen von verlässlichen Release-Zyklen! – bin ich fremd gegangen.
Die Installation habe ich mit dem „RescueCD“-Image gestartet (nur 77 MB). Wie in der Installationsanweisung beschrieben mit „linux askmethod“. Wenn man die Netzinstallation wählt sollte man folgendes wissen: Die Installationsdatei liegt auf den Mirrors nicht im Verzeichnis „iso“, sondern im Verzeichnis „os“. danach läuft alles so reibungslos wie bei der Netzinstallation von Debian.
Böse Überraschung beim Neustart: Fedora hatte irgendetwas an den Rechten in meinem Homeverzeichnis verwürgt. Kurzer Hilferuf bei Google verhallte ergebnislos. Also: Dateien auf die USB-Festplatte schaufeln, Home-Verzeichnis beim nächsten Versuch mit partitionieren.
Danach lief alles. Fedora erkannte Soundkarte, WLan auf meinem Think Pad R50e und verlangte nur bei der Monitorauflösung manuelle Nachbesserung. Jetzt begann der steinige Weg durch das Dickicht der Rechte. Hier zeigt der Gnome-Desktop seinen gravierendsten nachteil gegenüber KDE. Eine Rechtevergabe, die alle Unterverzeichnisse umfasst, gibt es im Gnome-Dateimanager Nautilus immer noch nicht! Der „chmod -R“-Befehl auf der Konsole hilft zwar, aber intuitiv und anwenderfreundlich ist das nicht! Nachbessern!!!!!!!!!!!!!
Vieles hat sich seit Core 3 getan: YUM, der Paketmanager von Red Hat, hat mittlerweile ein grafisches Interface bekommen und das zur Installation vorgeschlagene Desktop-System ist schlank und sinnvol, wie es das seit Ubuntu zu sein hat. Dennoch hat Ubuntu die Nase vorn, wenn es um Anwendernutzen geht. Eine vergleichbar intuitive Integration von Netzwerk und Internet sucht man bei Fedora vergebens und YUM bleibt gegenüber dem genialen Debian-Tool Synaptic ein schwerfälliges Monster, das überdies beim Starten manchmal einfriert.
Ein weiterer Vorteil von Ubuntu liegt in der Entscheidung für den „sudo“. Wer beispielsweise beim Bearbeiten von Dateirechten einmal ständig zwischen Anwender und Administrator hin- und herwechseln muss, lernt das „sudo“-System schätzen.
Fazit:
Im Augenblick läuft Fedora Core 5 noch auf meinem Computer. Aber der Abend ist ja noch lang. Fedora hat seine Stärken: das Artwork, die topaktuellen Programmversionen und eine große Usergemeinde. Für den Anwender, der einfach nur auf dem PC arbeiten will, gibt es aus meiner Sicht keine Alternative zu Ubunutu.
Frog up Fedora
Wer eine vollkommen freie Linux-Distribution wie Ubuntu oder Fedora auf seinem PC betreiben will, stößt mit der ersten DVD an Grenzen. Die erforderlichen Multimedia-Programme installiert der Ubuntu-User mit dem Automatix-Script. Das Gegenstück für Fedora heißt Frog.
Wenigstens versucht
Keine Linux-PCs mehr bei Real, das gab der Discounter jetzt bekannt. In den neuen Bundesländern hatte Real PCs mit vorinstalliertem Linspire-Linux verkauft. Zahlen gibt es nicht, aber der Absatz muss wohl mäßig gewesen sein. Schade.
Großer Abgang
Die Größe eines Menschen kann auch im Verzicht liegen, im Absagen und Abtreten. Diese Meinung über Matthias Platzecks Rücktritt vom SPD-Vorsitz wird – natürlich – auch in Brandenburg geteilt. Die Märkisch Allgemeine schreibt: Stoiber hätte diese Größe nicht!