Mandriva MUD-LXDE 2010.1 auf dem EeePC

Der Herbst kommt, die Abende werden länger. Da gibt es genug Zeit, mit Linux-Distributionen zu hantieren. Mit MUD-LXDE 2010.1 beispielsweise. MUD steht für Mandrivauser Deutschland, die deutsche Mandriva-Community.

Die vorliegende Distribution ist nun schon das zweite MUD-LXDE-Linux, das seinen Weg auf meinen Asus Eeepc 701 4G gefunden hat. Die Version 2010.0 hat mir viel Freude gemacht. Es verwendet, wie schon der Name sagt, den schlanken LXDE-Desktop und setzt auf Mandriva Linux 2010.1 auf, das seit Juli zum Download steht. Mit MUD-LXDE 2010.1 haben die Entwickler viele Verbesserungen umgesetzt. Leider hat es auch ein paar irritierende Fehler mitbekommen. Dazu später mehr.

Ausstattung: 2010.1 mit schlankem Browser und Mail-Client

MUD-LXDE 2010.1 setzt – endlich – auf den Chromium-Browser. Die Community-Alternative zu Googles Chrome Browser ist ein guter Ersatz für den Mozilla Firefox. Wer sich für den schlanken LXDE-Desktop entschieden hat, sollte sich nicht mit dem Schwergewicht aus dem Hause Mozilla belasten. Der Chromium passt sehr viel besser zu einem schlanken System.

Beifall bekommen die Mandrivauser auch für den Einsatz von Claws-Mail als E-Mail Client. Auch hier schlägt sich der sparsame Umgang mit den Ressourcen des kleinen Eeepc direkt auf die Performance nieder. Claws-Mail startet schneller als ein Client wie beispielsweise Thunderbird und reagiert auch ansonsten flüssiger. Für mich kein Thema, da ich seit der Opera-Version 10.60 den norwegischen Browser auch für E-Mail verwende. Der ist noch um einiges schneller als Claws-Mail und lässt sich mittlerweile auch ganz anständig konfigurieren.

Ansonsten verlässt sich MUD auf die LXDE-Standardanwendungen, den Dateimanager PCManFM und den Editor Leafpad. Für Bildbearbeitung ist Gimp an Bord. Geschrieben wird mit Abiword. Multimediatechnisch kommt MUD-LXDE in Vollausstattung. Neben lieben Bekannten wie Xine und VLC haben die Distributoren auch den DVB-T-Client MeTV beigepackt. MUD-LXDE basiert eben auf Mandriva One 2010.1 und verfügt damit außerdem bereits über Flash-Player und Multimediacodecs.

MUD-LXDE 2010.1: Auf die Platte!

Mandriva-typisch gelangt man im Live-Betrieb auf die Arbeitsfläche. Der Benutzer “live” (kein Passwort) ist angelegt. Root heißt natürlich “root” und funktioniert ebenfalls ohne Passwort. Nach dem Einloggen drängt sich der Chromium Browser dem Benutzer auf. Wer das System installieren will, sollte dem Drängen nachgeben.

Das Dokument, das sich dann öffnet leitet den Benutzer durch einige Vorarbeiten für die Installation. So muss man Sprache, Tastaturbelegung und Zeitzone schon vor der Installation einstellen. Nach der Installation ist das nicht mehr möglich. Wer sich durch die Anleitung gearbeitet hat, darf mit der Installation beginnen. Aber wo geht es zur Installation? Auf dem Desktop findet sich kein Button. Man muss sich durchs Menü klicken.

Nach der Vorgängerversion hätten sich einige User darüber beschwert, dass nach der Installation der Installationsbutton weiter auf dem Desktop beblieben ist, beantwortet die Mandrivauser-Community meine Anfrage. Geschmackssache.

Wer bei der Partitionierung des Speicherplatzes den Fortgeschrittenenmodus verwendet, sollte bei der Gelegenheit als Option “noatime” einstellen. Das verringert Schreibzugriffe auf den Festspeicher des Eeepc 701 und verlängert damit die Lebensdauer des Festplattenersatzes.

MUD-LXDE 2010.1 im Einsatz

Das MUD bootet nicht nur schneller als die Version 2020.0. Es läuft auch flüssiger auf dem Eeepc-Veteranen. Opera lässt sich seit 2010.1 aus den Mandriva-Quellen installieren. Nachinstallieren müssen Besitzer des Eeepc auch das Paket „gconf-editor“. Der Editor war bei 2010.0 noch standardmäßig an Bord. Jetzt muss man ihn nachinstallieren. Und man sollte ihn installieren. Nur mit ihm lassen sich falsche Akku-Warnungen stoppen. Denn der Akku des Eeepc gibt notorisch falsche Informationen über seinen Ladezustand ans System. [update] Weiteres Manko: Die Hotkeys für die Lautstärkeregelung auf dem EeePC 701 funktionieren nicht.[/update]

Wer viel unterwegs ist und das Internet oft per Surf-Stick besucht, lernt das Mandriva Netzwerk-Center lieben. Ist die Verbindung einmal hergestellt, hält Mandriva sie aufrecht. Durchfährt der Zug ein Funkloch, stellt das System die Verbindung sofort wieder her, wenn die ersten Funksignale durch die Außenhaut des Zuges dringen – ohne erneute Einwahl. Kein anderer grafischer Netzwerkmanger hat das bisher auf meinem Eeepc geschafft.

Tücken im System

Für den Unterwegssurfer bleibt Mandriva das Maß der Dinge. Doch auch die Tücken des Systems haben mit dem Netzwerk-Center zu tun. Bei der Kontaktaufnahme per WLan meldet das Netzwerk-Center oft einen Verbindungsfehler. Der Fehler begleitet Mandriva schon seit 2010 und betrifft auch seine Ableger. Auch bei PCLinuxOS trat der Fehler auf meinem Eeepc auf. Das Internet quillt über vor Klagen und Workarounds zu diesem Problem (Beispiel: Mandrivauser.de).

Mein WLan daheim lässt sich konfigurieren und ansonsten hängt der Eeepc immer am Surf-Stick. Aber eine Schwachstelle ist das auf jeden Fall. Mandriva täte gut daran, das Problem zu lösen. Bei MUD-LXDE 2010.1 stellte sich ein weiterer Fehler ein. Das Netzwerk-Center lässt sich manchmal nicht starten. Es meldet dann ein falsches Passwort. [update] Der Fehler tritt nur auf, wenn man sich automatisch am System anmelden lässt. Kurz abmelden und neu einloggen, dann geht es. Wer sich jedesmal selbst mit Benutzer und Passwort einloggt, der hat kein Problem. Mir scheint, dass beim automatischen Anmelden das Passwortverwaltungsprogramm (Gnome-Keyring) das Passwort nicht erhält. [/update]

Unter dem Strich

Wer noch die 2010.0 des MUD-LXDE-Linux betreibt, sollte dabei bleiben. Es bleibt mein Lieblings-Linux auf dem EeePC. Der Nachfolger startet schneller, läuft flüssiger, ist besser ausgestattet. [update] Mandriva ist von Haus aus kein leichtes Linux. Es bietet ein Maximum an grafischen Tools, und frisst Ressourcen. Um Mandriva zu erleichtern haben die Verantwortlichen der Mandriva-Community auf spracheinstellungen während der Installation verzichtet und den Mandriva-typischen Anmeldemanager GDM durch den leichtgewichtigeren LXDM ersetzt. Die Mühe zahlt sich aus in einem System, das auf dem kleinsten EeePC flüssiger läuft als jede andere Mandriva-Distribution zuvor. Wer auf die automatische Anmeldung verzichten kann, darf sich an einem flüssigen System und an den nch wie vor konkurrenzlosen UMTS-Fähigkeiten des Netzwerk-Centers freuen.[/update]

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