Microsoft vs. Linux: Der Krieg ist nicht vorbei

Wer geglaubt hat, der Krieg von Microsoft gegen die Open-Source-Bewegung sei vorbei, den weckt vielleicht ein Interview mit Microsofts Patent-Anwalt Horacio Gutierrez auf. Darin kommt Gutierrez unter anderem auf ein umstrittenes Abkommen mit Novell zu sprechen. Der Open-Source-Community droht der Patentanwalt einmal mehr denjenigen mit Prozessen, die kein Abkommen mit dem Softwaregiganten abschließen:

Microsoft has an open intellectual property licensing policy, but in situations such as this, in which a reasonable licensing agreement cannot be reached despite our best efforts, we have no choice but to pursue legal action to protect our innovations.

Dazu sei noch einmal angemerkt, dass Microsoft immer noch kein einziges Beispiel für Patentrechtsvereltzungen durch Linux vorgelegt hat.

Hinweis von: Groklaw

OOXML: 13 Rücktritte aus Protest

Norwegen schreibt ein neues Kapitel im Tauziehen um das Microsoft-Dateiformat OOXML: Wie das Windowsmagazin Winfuture.de berichtet, sollen 13 Experten des Normen-Instituts Standard Norge zurückgetreten. Dubioses soll sich im Nordrand Europas rund um die Standardisierung des Microsoft-Formats zugetragen haben. Von 23 Experten sollen sich nur zwei für OOXML ausgesprochen haben. Dennoch stimmte das norwegische Institut bei der internationalen Abstimmung in der ISO für den Standard. Unter den Zurückgetretenen befindet sich Steve Pepper, der Leiter der Expertenkommission. Die Protestler beklagen nun, das Institut habe 37 gleichlautenden Briefen von Microsoft-Partnern mehr Glauben geschenkt als den eigenen Experten. „OOXML: 13 Rücktritte aus Protest“ weiterlesen

Google Chrome: Sturm im Wasserglas

logo_chrome.jpgDer Berg kreißt und gebiert eine Maus. Der Berg, das ist Google. Die Maus hört auf den Namen Chrome und ist ein Internetbrowser. Viel Getöse hat es um die Sturzgeburt gegeben. Immerhin hatte Google das Projekt geheim gehalten bis die Beta-Version fertig war. Dann kam über das offizielle Google-Blog die Ankündigung und ab 21 Uhr gestern Abend luden Tausende von Neugierigen das Programm herunter. Die Zeitungen sahen einen neuen Browserkrieg mit Microsoft herauf ziehen, als ob es keinen Firefox gäbe. Gleichzeitig begann das mystische Rätselraten um den Datenkrake Google, als ob irgendjemand so genau wüsste, welche Daten Microsoft aus den PCs seiner Kunden ausliest. Dabei bietet Chrome kaum Neues. „Google Chrome: Sturm im Wasserglas“ weiterlesen

OOXML: Der Aufstand beginnt

Der Widerstand der Schwellenländer gegen das Microsoft-Dateiformat OOXML formiert sich. Brasilien, Ecuador, Kuba, Südafrika und Venezuela werfen der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) vor, sie halte sich nicht an ihre eigenen Regeln. Sie stellen sogar in Frage, ob sie künftig Standards der ISO anerkennen. Das kann nicht überraschen. In Südafrika und Brasilien ist die Steuerkasse nicht das, was sie in solchen Fragen in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich ist:  Ein Selbstbedienungsladen, in dem sich stets genug Steuergroschen finden, um sich das Wohlgefallen eines US-Monopolisten zu sichern. OOXML wird wohl kein Standard werden – weder an der Copacabana noch am Kap der guten Hoffnung. Europa und die USA werden lernen müssen, dass sie internationale Organisationen nicht mehr unwidersprochen für ihre Zwecke benutzen können. Das neue Selbstbewusstsein der Schwellenländer zeigt, wie sehr sich diese Welt geändert hat, und was es bedeutet, dass die Kolonialzeit vorbei ist.

Zum Thema: | OOXML ist Standard | OOXML hat verloren | OOXML: Ende der Kolonialherrenart | Schadensbegrenzung im Hause Microsoft | Toilettenlichter an für OOXML | OOXML: Probleme nicht lösen, sondern auslagern |

OOXML ist Standard

Das Microsoft-Dateiformat OOXML hat den Ritterschlag von der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) erhalten. Es darf sich „Standard“ nennen. Netzwelt lässt die Debatte um OOXML noch einmal Revue passieren. Den Gegnern des Formats bleibt jetzt nur eine Hoffnung: Dass der Markt sich gegen das Dateimonster entscheidet, dessen Spezifikationen 6000 Seiten stark sein sollen. Vielleicht setzt sich das relativ weit gediehene ODF-Format noch durch. Denn das Misstrauen, das die ISO aufkommen ließ, indem sie das Format in einem Schnellverfahren durchgepeitscht hat, wird mit der jetzigen Entscheidung nicht enden. Diejenigen, die sich übergangen fühlen – die Schwellenländer -, werden OOXML wohl zu vermeiden versuchen. Standard hin oder her.