Mini-PC Raspberry PI: Mehr als ein Spielzeug

Er ist das Spielzeug der Geeks und Bastler: Der Raspberry PI. Die Entwickler planten den Mini-PC durchaus als vollwertiges Arbeitsgerät. Auch auf dem 9. Brandenburger Linux-Infotag war das Computerchen zu sehen. Zeit, den Raspberry PI einmal vorzustellen.

Raspberry PI: PC im Kreditkartenformat

Der Raspberry Pi, was so gut wie Himmbeerkuchen auf Deutsch heißt, ist ein kreditkartengroßer Einplatinen-Computer, der von David Braben und der Raspberry Pi Foundation entwickelt wurde. Das Ziel der Entwicklung war möglichst günstig zu sein und dabei mit ihm ganz normal arbeiten zu können: einen Text schreiben und bearbeiten, Videos abspielen (auch in HD Qualität), Musik zu hören, 3D Spiele spielen oder im Internet zu surfen. Dieser Mikrocomputer, welcher Experimenten und Kreativität anregen soll, wird in zwei Versionen, A und B, entwickelt.

Technik und Ausstattung

Modell A hat nur einen USB-Port, 256 MB RAM und keinen Netzwerkanschluss. Das Raspberry Pi Modell B verfügt über zwei USB-Ports, 512 MB RAM sowie ein 10/100 MBit Netzwerkschnittstelle mit RJ45-Buchse und hat zudem Ethernet und einen zweiten USB-Anschluss. Statt einer Festplatte können Speicherkarten als Speicher benutzt werden.

Die Modelle A und B verfügen über einen Broadcom BCM2835. Dabei handelt es sich um einen sog. SoC (System-on-a-chip), ein Bauteil, das
sowohl CPU, als auch GPU (Grafikprozessor) und Bausteine zum Betreib von peripheren Geräten (USB, Netzwerk, etc.) enthält. Der CPU-Kern ist ein 32bittiger ARM11-Single-Core (ARM1176JZFS) mit 700 MHz und mathematischem Co-Prozessor (FPU).

Was den Stromverbrauch angeht, verbraucht Modell A 2,5W (5V, 500 mA) und das Modell B 3,5W (5V, 700mA). Ein Prototyp ist im Jahr 2006 produziert worden. Das Modell B wurde am 29. Februar 2012 vorgestellt und Modell A wird bis Ende 2012 erwartet. Der Computer kann an einen vorhandenen analogen oder digitalen Fernseher / Monitor angeschlossen werden.

Grafik auf dem Niveau der XBox 1

Die Leistung der Raspberry Pi liegt auf dem Niveau eines Intel Pentium 2 mit 300 MHz: 1 GPixel/s, 1,5 GTextel/s, 40 Millionen gouraud-schattierte Polygone/s und 24 GFLOPs Rechenleistung, was etwa den Grafikfähigkeiten der Microsoft XBox 1 entspricht. Durch die dedizierten Speicherbausteine oder Sockel ist auch eine RAM Erweiterung möglich. Am 19. September 2012 wurde ein Treiber-Update vorgestellt, mit welchem ein sogenannter Turbo-Modus eingeführt wurde. Dadurch taktet sich der Prozessor, sofern die Leistung benötigt wird, automatisch ohne Garantieverlust auf bis zu 1 GHz hoch.

Da der Raspberry Pi ein loser Computer mit den Maßen von 85.60mm x 53.98mm x 17mm ist, benötigt man zum Betrieb noch die folgenden
Komponenten:
eine SD-Speicherkarte

  • Damit auf dieser das Betriebssystem aufgespielt, sowie die Anwendungsdaten wie auf einer Festplatte, gespeichert werden können.
  • ein Netzteil mit Micro-USB-Anschluss oder ein Adapterkabel auf Micro-USB
  • Als Alternative kann die Stromversorgung auch über einem anderem Rechner stattfinden, vorausgesetzt dieser hat einen USB-3.0-Port, um 900mA liefern zu können.
  • einen Monitor oder ein Fernsehgerät
  • eine Tastatur
  • eine Maus

Linux-Plattform Raspberry PI

Es gibt mehrere Betriebssysteme, die auf Raspberry Pi laufen, wie z.B.: Android 4 “Ice Cream Sandwich”, Arch Linux ARM, Bodhi Linux, Debian ARM (Linux), Fedora Remix (Linux), Firefox OS (Linux-basiert), Gentoo (Linux), Meego MER (Linux-basiert), OpenELEC usw..

Die Preise beginnen bei 25$ – Model A bis 35 $ für Model B.

Der Raspberry Pi verfügt über die CE-Kennzeichnung und wurde aufwändigen Prüfverfahren unterzogen, so dass dieser über einen in der EU geltenden “Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über die Anbringung” verfügt. Die CE-Kennzeichnung ist auf der Platine aufgedruckt und sagt aus, dass der Pi gemäß den geltenden Grenzwerten andere elektronische Geräte im
Betrieb nicht stört.

Für das Weihnachtsgeschäft komme ich mit dem Raspberry PI ein wenig zu spät. Aber die allermeisten Linux-Fans und PC-Bastler feiern im neuen Jahr noch irgendwann Geburtstag. Spätestens dann ist das Gerät ein Tipp.

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