Kategorie: Medien

Entmanntes Amerika

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Keine Nation wird von deutschen Journalistinnen und Journalisten so konsequent und unverdient entmannt wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Aus den USA wird die USA. Genau genommen steht nicht fest, ob der majestätische Plural der einzigen noch verbliebenen Supermacht etwas originär Männliches umfasst. Aber wer kann es ausschließen?

Gerade Kolleginnen neigen dazu, den Pluralis Majstaetis in etwas eunuchenhaft weibliches zu verwandeln. Dabei erstaunt die Tatsache, dass dieses Schicksal ausschließlich den Vereinigten Staaten von Amerika zu widerfahren scheint. Wer würde die islamischen Macho-Staaten Irak und Iran geschlechtsumwandeln? Wer würde die Türkei den Türkei nennen?
Wenn nur die Amis nicht irgendwann einen Präsidenten wählen, der nicht nur lesen kann, sondern das auch noch in Deutsch…

Gefunden am 25. August 2008 in der Netzeitung.

Annäherungsversuche am Hindukusch?

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Zehn Franzosen gefallen Sarkozy in Afghanistan! So stand es bei Googel News. Fühlt sich Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy schon von seiner Carla Bruni gelangweilt? Eilt der Staatschef in Afghanistan zum anderen Ufer? Und das gleich mit zehn Partnern? Gangbang im Feldlager? Weit gefehlt: Google News hat heute früh die zweizeilige Überschrift einer Meldung von n-tv auf eine Zeile reduziert. Und man sieht: Nicht immer ist weniger mehr, sondern manchmal auch ganz etwas anderes. Denn natürlich berichtet n-tv ganz korrekt über den Tod von zehn Franzosen und dem Besuch von Nicolas Sarkozy am Hindukusch. Nein, die Franzosen sind nicht gefallen, weil ihr Oberbefehlshaber nahte! Mèrde! man muss sich aber auch vorsehen, dass man nicht falsch verstanden wird…

Youtube-Streams mit Linux herunterladen

Dr. Marcuse war so freundlich, mein Studiogespräch bei N24 für tariftip.de bei Youtube einzustellen. Das freut besonders mich, weil ich’s ja nicht sehen konnte (musste arbeiten). Eine gute Gelegenheit für mich, das Kommandozeilentool „Clive“ auszuprobieren. Die Syntax lautet folgendermaßen:

clive http://www.youtube.com/watch?v=video-ID dir=gewünschter Ordner

Die „video-ID“ muss natürlich durch das gewünschte Youtube-Video ersetzt werden, und anstelle von „gewünschter Ordner“ gibt man den Pfad zu einem Ordner im Nutzerverzeichnis ein. Die Filme landen als flv-Dateien auf der Festplatte und harren dort der weiteren Bearbeitung. Das Tool soll auch für andere Portale funktionieren. Weiterlesen

Der Ossi und die Demokratie

Gott hasst denkende Menschen. Wie könnte er sonst Anne Will erlauben. Die ARD-Sonntagabendtalkerin widmete sich gestern dem Phänomen Demokratieverdruss. Hintergrund: Eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung hat ergeben, dass die Demokratie in Deutschland an Rückhalt verliert.

In der Bearbeitung des Phänomens folgt Frau Will dem bewährten Muster: Um den Arbeitsaufwand in der Vorbereitung gering zu halten, verengt sie das Problem auf einen Teilaspekt: Im Osten genießt unsere Demokratie noch weniger Zustimmung als im Westen. Weiterlesen

Favoriten

„Kein Team ist so stark wie wir“, soll Marcello Lippi im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 über die italienische Fußballnationalmannschaft gesagt haben. Als Trainer ist er mit dem italienischen Team 2006 Weltmeister geworden. Mittlerweile sind die Italiener entzaubert: 3:0 gegen die Niederlande.

Dass die Italiener als Favoriten zum Europaturnier in die Alpen gereist sind, versteht sich. Sie sind amtierender Weltmeister. Erfolg macht Favoriten, ist doch klar, oder? Ist es nicht.

Wie in jedem Jahr zählen die Experten Spanien unter die Favoriten. Dieses Phänomen gehört zu internationalen Fußballturnieren wie grölende Fußballfans. Dabei datiert Spaniens einziger Europameistertitel auf das Jahr 1964. 20 Jahre später brachten die Spanier es mal auf einen zweiten Platz. Bei Weltmeisterschaften sieht es noch flauer aus. 1950 erreichte Spanien einen vierten Platz. Sonst war spätestens im Viertelfinale Schluss.

In der FIFA-Weltrangliste steht Spanien dennoch auf dem vierten Platz, vor dem jeweils dreimaligen Welt- und Europameister Deutschland (Platz 5). Auch der eimalige Welt-und doppelte Europameister Frankreich (Platz 7) liegt abgeschlagen hinter den Spaniern. Wer das versteht, kann sicherlich auch erklären, warum der doppelte Weltmeister Argentinien die Weltrangliste anführt – vor dem fünfmaligen Weltmeister Brasilien (Platz 2).

Titel helfen also nicht bei einer guten Platzierung. Die FIFA rechnet ihre Weltrangliste nach einem komplizierten Punktesystem aus. Wer darauf nichts gibt, vermeidet es, alle Jahre wieder Spanien zum Titelaspiranten zu erklären.

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