Gestern ging das Einschreiben raus. Jetzt hat die Telekom genau 14 Tage zeit, uns wieder ans Netz zu hängen. Der Zähler tickt ab morgen. Den Reformationstag wollen wir der Telekom lassen, obwohl sie ihn keineswegs verdient hat. Gestern las ich, dass die Telekom mit Millionenbeträgen das Internetfernsehen ausbauen will. Liebe Mitbürger: Wenn ihr nicht zu Leidensgenossen werden wollt, dann bedenkt, dass schon ein Umzug mit dieser Technik weit mehr Ärger macht als einfach den fernseher in die Umzugskiste zu packen! Liebe Telekom: Wenn Ihr das Internetfernsehen beliebter machen wollt, dann geht das nicht mit schicken Pressemitteilungen, sondern nur mit anständigem Service!
Kategorie: Ansichtssache
Die Welt aus meiner Sicht
Telekom-Tagebuch 4: 27. Oktober 2007
Die Uhr schlug 10 und wir ließen zum zweiten Mal alle Hoffnung fahren, dass ein Techniker der Telekom vorbei schaut. Unser Versuch, einen Telefon- und DSL-Anschluss umschalten zu lassen, führte uns nun erneut in den T-Punkt. Dort bemühte sich ein überaus fleißiger Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde, um irgendeine Information zu bekommen, wann wir mit Telefon und Internet rechnen können. Ergebnis: Am 3. November wird ein Mitarbeiter vorbeischauen, um an unserem Telefonanschluss beschäftigt auszusehen. Das bekam der freundliche T-Punkt-Mann heraus, nachdem er sich als konstruktivste Lösungsvorschläge Dinge anhören musste, wie: „Sollen die doch von der alten Wohnung telefonieren.“ Er war loyal genug, uns diesen sicherlich gut gemeinten Rat zu verschweigen. Wir haben es trotzdem gehört, liebe Telekom. Das haltet Ihr also von uns Kunden. Nach dem 3. November wird es noch etwa 14 Tage dauern, bis wir wieder Internet bekommen. Das Umschalten des Internetfernsehens ist ja sooooooooooooooooooooooo kompliziert! Merkwürdig. Bei der Anmeldung ging’s viel schneller. Da waren sie in der gleichen Woche noch da. Wir werden der Telekom außerordentlich kündigen. Liebe Telekom, so nicht! Schneidet euch mal zwei Scheiben bei eurem Personal in den Shops ab. Da könnt ihr noch was lernen.
95,5 Prozent käufliche Liebe
Ein Traumergebnis für Kurt Beck. Die ganze SPD liebt ihn. 95,5 Prozent soll er bei seiner Wiederwahl geholt haben. Da sind die Gegenstimmen garantiert namentlich bekannt: Ein gewisser Herr Steinbrück und ein gewisser Herr Müntefering… Beck hatte auch genug für das Traumergebnis bezahlt. Jetzt sollen Arbeitslose im besten Mannesalter noch ein Jahr länger Arbeitslosengeld I erhalten. Na, die werden sich freuen: Hartz IV erst ein Jahr später. Dabei besteht der eigentliche Skandal doch darin, dass Arbeitslose ab 40 als unvermittelbar gelten. Hätte man die Milliarden, mit denen König Kurt die Stimmen der Parteilinken gewonnen hat, nicht für etwas sinnvolles ausgeben? Qualifizierungsmaßnahmen? Vielleicht sogar für alle Arbeitslosen? So finanziert die Staatskasse Becks Wiederwahl. Bei den Pfälzern ist es wie bei den Äpfeln, da fällt einer nicht weit vom anderen.
Telekom-Tagebuch3: 26. Oktober 2007
In der Zwischenzeit erreichte uns die düstere Andeutung, dass unser Home-Entertainment-Paket gesondert umgeschaltet werden müsse. Das geschieht unter einer 01805-Telefonnummer. Mehrwert- oder Premiumrufnummern heißen die übrigens im Sprachgebrauch des rosa Riesen. Mir ist schleierhaft, wo für mich der Mehrwert liegen soll, und nach Premium sind vielleicht die Preise, nicht jedoch der Service der T-Com. Nach der üblichen Bandabfragen-Odyssee meldete sich eine Stimme (männlich diesmal), die mir mitteilte, dass es keinerlei Anzeichen dafür gäbe, dass tatsächlich am morgigen Samstag ein Techniker bei uns erschiene. Schon gar nicht, um unser Internetfernsehen umzuschalten. Mit leicht schrillem Unterton teilte ich mit, dass uns aber bereits ein Besuch zugesichert worden sei. Da müsse er nochmal nachfragen. Der Rest war eine Pausenmusik. 11 Minuten harrte ich der Rückkehr des Telekommannes – zu 01805-Preisen. Dann gab ich auf. Dieser Umzug macht mich so arm wie die Stadt Berlin. Leider aber nicht so sexy.
Chinas Schatten
Kennen Sie Baidu? Nein? Dann sind Sie in bester Gesellschaft. Bis zur Veröffentlichung der Suchmaschinenstatistiken des US-Martforschungsinstitutes ScoreCom für August 2007 werden wohl die wenigsten von uns den Namen der drittgrößten Internet-Suchmaschine vernommen haben. Baidu sucht chinesische Seiten, und Baidu sucht in chinesischer Sprache. Und: Baidu wirft einen langen Schatten. Einen Schatten der Veränderungen, auf die wir uns einstellen müssen.
Ein anderes Beispiel: Zwei chinesische Unternehmen bauen einen Mobilfunkmast in rund 6000 Metern Höhe am Mount Everest. Wenn 2008, zu den olympischen Sommerspielen das olympische Feuer nach Peking getragen wird, dann wird der Läufer auch den Mount Everest erklimmen. Nur zum Spaß. Nur um zu zeigen, dass die Volksrepublik es kann.
Und eines der Unternehmen, China Mobile, ist nicht nur der größte Mobilfunkanbieter in China, sondern der größte der Welt. 300 Millionen Kunden hat allein dieses Unternehmen. Zum Vergleich: Die Europäische Union verfügt über rund 450 Millionen Einwohner.
Da positioniert sich ein Land allmählich in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen für die Rolle, die ihm US-Präsident Richard Nixon schon vor über 30 Jahren militärisch zugestanden hat: die Rolle einer Supermacht.