Was keiner von uns mehr zu glauben gewagt hätte. Es gibt sie: Telekom-Techniker. Gestern war er bei uns, und schloss das Telefon an. Auch dieser Telekommensch hatte eine eigene Theorie zu unserem DSL-Anschluss. Alles Quatsch mit den vierzehn Tagen. Wenn DSL verfügbar ist, dann ist das morgen geschaltet. Fernsehen wird wohl bei uns nicht gehen. Wir sollten einfach mal morgen Abend den Fernseher einschalten. Wenn’s klappt… Sonst kann man eben nichts machen. Auch eine Reaktion auf unser Schreiben erhielten wir: Warum wir uns nicht früher gemeldet hätten, soll ein anderer Telekommensch gefragt haben, wäre doch schließlich keine große Sache. Das hätte er uns mal persönlich sagen sollen. Ich glaube, dann müsste die Telekom seine Stelle neu ausschreiben und ich müsste dieses Tagebuch aus der Untersuchungshaft weiterführen. Wir werden sehen, ob es morgen klappt.
Kategorie: Ansichtssache
Die Welt aus meiner Sicht
Telekom-Tagebuch 5: Mittwoch, 31. Oktober 2007
Gestern ging das Einschreiben raus. Jetzt hat die Telekom genau 14 Tage zeit, uns wieder ans Netz zu hängen. Der Zähler tickt ab morgen. Den Reformationstag wollen wir der Telekom lassen, obwohl sie ihn keineswegs verdient hat. Gestern las ich, dass die Telekom mit Millionenbeträgen das Internetfernsehen ausbauen will. Liebe Mitbürger: Wenn ihr nicht zu Leidensgenossen werden wollt, dann bedenkt, dass schon ein Umzug mit dieser Technik weit mehr Ärger macht als einfach den fernseher in die Umzugskiste zu packen! Liebe Telekom: Wenn Ihr das Internetfernsehen beliebter machen wollt, dann geht das nicht mit schicken Pressemitteilungen, sondern nur mit anständigem Service!
Telekom-Tagebuch 4: 27. Oktober 2007
Die Uhr schlug 10 und wir ließen zum zweiten Mal alle Hoffnung fahren, dass ein Techniker der Telekom vorbei schaut. Unser Versuch, einen Telefon- und DSL-Anschluss umschalten zu lassen, führte uns nun erneut in den T-Punkt. Dort bemühte sich ein überaus fleißiger Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde, um irgendeine Information zu bekommen, wann wir mit Telefon und Internet rechnen können. Ergebnis: Am 3. November wird ein Mitarbeiter vorbeischauen, um an unserem Telefonanschluss beschäftigt auszusehen. Das bekam der freundliche T-Punkt-Mann heraus, nachdem er sich als konstruktivste Lösungsvorschläge Dinge anhören musste, wie: „Sollen die doch von der alten Wohnung telefonieren.“ Er war loyal genug, uns diesen sicherlich gut gemeinten Rat zu verschweigen. Wir haben es trotzdem gehört, liebe Telekom. Das haltet Ihr also von uns Kunden. Nach dem 3. November wird es noch etwa 14 Tage dauern, bis wir wieder Internet bekommen. Das Umschalten des Internetfernsehens ist ja sooooooooooooooooooooooo kompliziert! Merkwürdig. Bei der Anmeldung ging’s viel schneller. Da waren sie in der gleichen Woche noch da. Wir werden der Telekom außerordentlich kündigen. Liebe Telekom, so nicht! Schneidet euch mal zwei Scheiben bei eurem Personal in den Shops ab. Da könnt ihr noch was lernen.
95,5 Prozent käufliche Liebe
Ein Traumergebnis für Kurt Beck. Die ganze SPD liebt ihn. 95,5 Prozent soll er bei seiner Wiederwahl geholt haben. Da sind die Gegenstimmen garantiert namentlich bekannt: Ein gewisser Herr Steinbrück und ein gewisser Herr Müntefering… Beck hatte auch genug für das Traumergebnis bezahlt. Jetzt sollen Arbeitslose im besten Mannesalter noch ein Jahr länger Arbeitslosengeld I erhalten. Na, die werden sich freuen: Hartz IV erst ein Jahr später. Dabei besteht der eigentliche Skandal doch darin, dass Arbeitslose ab 40 als unvermittelbar gelten. Hätte man die Milliarden, mit denen König Kurt die Stimmen der Parteilinken gewonnen hat, nicht für etwas sinnvolles ausgeben? Qualifizierungsmaßnahmen? Vielleicht sogar für alle Arbeitslosen? So finanziert die Staatskasse Becks Wiederwahl. Bei den Pfälzern ist es wie bei den Äpfeln, da fällt einer nicht weit vom anderen.
Telekom-Tagebuch3: 26. Oktober 2007
In der Zwischenzeit erreichte uns die düstere Andeutung, dass unser Home-Entertainment-Paket gesondert umgeschaltet werden müsse. Das geschieht unter einer 01805-Telefonnummer. Mehrwert- oder Premiumrufnummern heißen die übrigens im Sprachgebrauch des rosa Riesen. Mir ist schleierhaft, wo für mich der Mehrwert liegen soll, und nach Premium sind vielleicht die Preise, nicht jedoch der Service der T-Com. Nach der üblichen Bandabfragen-Odyssee meldete sich eine Stimme (männlich diesmal), die mir mitteilte, dass es keinerlei Anzeichen dafür gäbe, dass tatsächlich am morgigen Samstag ein Techniker bei uns erschiene. Schon gar nicht, um unser Internetfernsehen umzuschalten. Mit leicht schrillem Unterton teilte ich mit, dass uns aber bereits ein Besuch zugesichert worden sei. Da müsse er nochmal nachfragen. Der Rest war eine Pausenmusik. 11 Minuten harrte ich der Rückkehr des Telekommannes – zu 01805-Preisen. Dann gab ich auf. Dieser Umzug macht mich so arm wie die Stadt Berlin. Leider aber nicht so sexy.