Kategorie: Ansichtssache

Die Welt aus meiner Sicht

Lahmer Kriegszar in der Götterdämmerung

Ilse, bilse, keiner willse,

kam der Koch, nahm se doch!

Die Ilse ist im Washington von George Bushs Götterdämmerung der Job des so genannten „Kriegszaren“, einer Schnittstelle zwischen dem Präsidenten sowie den Diplomaten und Militärs, die mit den Kriegen in Irak und Afghanistan befasst sind. Der Koch, der den Job dann nahm, heißt Douglas Lute, der sich als ehemaliger Generalstabschef nach den Angaben des Weißen Hauses sowohl in den Konfliktherden als auch auf dem Washingtoner Parkett auskennt. Amtlich heißt das neue Amt: „Stellvertretender nationaler Sicherheitsberater für Irak und Afghanistan. Noch häufiger als diese offizielle Bezeichnung, nennen die Medien aber die Tatsache, dass vorher etliche andere pensionierte Vier-Sterne-Generäle dankend abgewunken haben. Die Gründe dafür fasst Al Jazeera zusammen: Der Krieg im Irak ist unpopulär, und das neue Amt ist mit sehr schwammigen Kompetenzen ausgestattet.
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Junggesellenabschied unter dem Hammer

Haben Sie von Samstag, 23. Juni, auf Sonntag, 24. Juni, schon was vor? Wie wär’s dann mit einem Junggesellenabschied? Nein, Sie brauchen nicht deswegen zu heiraten! Ein Junggesellenabschied steht derzeit bei Ebay zur Versteigerung. Dass der Preis noch bei einem Euro steht, muss ja nicht heißen, dass der Bräutigam ein Langweiler sein muss.

U-Boote im Verfassungsschutzbericht

Der Verfassungsschutzbericht ist da, und er dürfte – fast – nach dem Geschmack unseres Innenministers sein. Nach seinem Geschmack, weil die Anzahl der politisch motivierten Gewalttaten angestiegen ist, was Öl auf Wolfgang Schäubles Radnaben ist. Fast, weil für das Gros der Straftaten auf das Konto der Rechten geht. Dennoch sieht der Minister die größte Gefahr in der islamistischen Gewalt. Das kann niemanden wundern: Die Rechten taugen nicht als Kinderschrecks. Viel zu sehr haben wir uns an sie gewöhnt. Außerdem vergreifen sie sich so gut wie nie an potenziellen CDU-Wählern. Die Islamisten haben meines Wissens hierzulande überhaupt noch niemanden umgebracht. Schon deshalb eignen sie sich für Angstkampagnen. Ihnen trauen wir alles zu, wofür Neonazis nach landläufiger Meinung zu dumm und Globalisierungskritiker zu chaotisch sind. Das fasst Schäuble als Anlass für sein Mantra von der Online-Durchsuchung auf. Die Islamisten sind die U-Boote des Verfassungsschutzberichtes: Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, aber jeder zittert vor ihnen.

Der kleine Nic in der großen Welt

Nocolas Sarkozy Foto: Guillaume Paumier/Wiki Commons

Da stand er nun, der kleine Nicolas Sarkozy und hatte alles erreicht. Am Wahlabend war das. Vergessen seine Hasstiraden auf randalierende Jugendliche in den Vorständen, die er mit dem Dampfdruckreiniger von der Straße pusten wollte. Anfangs hatte man sich noch nichts dabei gedacht, als er nach wenigen Worten an seine Anhänger in ein Pariser Nobelrestaurant entschwand. Auch als er danach abtauchte, dachte man sich noch nichts. Schließlich hatte er angekündigt, er wolle sich in die Würde des Amtes einarbeiten. Doch jetzt haben ihn Journalisten ausgerechnet auf einer Luxusyacht entdeckt. Jetzt fragt Frankreich: Darf sich Sarkozy seine Ferien von Industriemagnaten spendieren lassen, weil er noch nicht ganz Staatspräsident ist?

Wundern dürfen sich die Franzosen nicht. Der Sohn eines ungarischen Einwanderers und einer französischen Juristin hat nie ein Hehl daraus gemacht, wo er hin wollte. Seine ganze politische Karriere lief auf das höchste französische Staatsamt zu: das des Staatspräsidenten. Den Sprung in den Elysée-Palast hat Sarkozy mit einem Ehrgeiz verfolgt, der an den jungen Jacques Chirac erinnert. Auch Chirac hatte stets den Eindruck erweckt, er werde jederzeit den Freitod wählen, sollte er den politischen Endsieg verfehlen. Mindestens so verbissen wirkte Sarkozy: Elysée oder Tod, keine Gnade für den zweiten Sieger! Der kleine Sarkozy (1,65 Meter) wollte in die große Welt, und die hat er ausgekostet sofort nachdem ihn die Türsteher in die Clubs der Schönen und Reichen einließen. In seiner mangelnden Weitsicht, seinem fehlenden Respekt gegenüber dem Amt ähnelt der Staatspräsident Nicolas Sarkozy einem prominenten Kollegen in dessen frühen Jahren: George W. Bush.

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