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Mozilla will Nutzerdaten sammeln

Frei, sicher und durch unzählige Erweiterungen an alle Lebenslagen anpassbar. Der Firefox-Browser ist seit seinem Erscheinen 2000 der Liebling politisch korrekter Internet-Nutzer. Damit könnte es nun vorbei sein. Heise berichtet, dass jetzt auch Firefox-Anbieter Mozilla Nutzerdaten mitloggen will. Das Newsportal beruft sich auf einen Blogeintrag des Mozilla-CEO John Lilly. Darin schwärmt Lilly von den Möglichkeiten. Aus den Userdaten könnte das erste vollständige Bild über Internetnutzung werden.

Bisher liegt der Firefox an Marktanteilen zwar immer noch abgeschlagen hinter dem Microsoft Internet Explorer. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und das was werden soll, ein komplexes Bild von menschlichem Verhalten im Internet, will Mozilla an jeden weitergeben, der danach fragt. Entlastend sei erwähnt, dass Lillys Pläne noch keine feste Form besitzen.

Rettet die Schlapphüte

Um den Bundesnachrichtendienst steht es offenbar schlimmer als uns allen klar war.  Bei der Grundsteinlegung des neuen Geheimdienstjauptquartiers in Berlin fielen die Mikrophone aus. Man hätte ja auch Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere ein Babyfon zustecken können. Doch was zum Belauschen taugt, hilft nicht unbedingt beim Verstärken. Zeit, zu handeln. Der BND braucht Hilfe.

Ich hätte gern eine Top-Ten-Listezusammengestellt, aber da hat meine Fantasie nicht mitgespielt. Meine Ideen:

1. Privatisieren! Microsoft braucht keine Trojaner, um 90 Prozent der Computer auf diesem Planeten auszuspähen, das machen die sowieso.

2. Sollen die doch den BND bezahlen, die ihn brauchen! Allein es steht in Frage, ob die Gehälter von Brigitte Zypries, Wolfgang Schäuble, Frank-Walter Steinmeier dazu ausreichen.

3. Sollen sich doch die beteiligen, die den BND nutzen! Dann müssen die US-Steuerzahler in die Tasche greifen.

BND-Agenten in Gefahr

computerbild.jpgVermutlich aus Kostengründen belauscht der Bundesnachrichtendienst (BND) verdächtige Personen wie Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Man fragt sich, warum die Schlapphüte Millionen teure Trojaner brauchen, wenn es ein Babyfon aus dem Media Markt auch tut. Aber schließlich ist Wiedeking ja auch kein islamistischer Terrorverdächtiger. Wenn die BND-Agenten jedoch die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Computerbild in die Finger bekommen, werden sie ihre Handschuhe sofort zur Dekontamination bringen. Drei von acht getesteten Babyfonen waren verseucht. Genau lesen, liebe Dunkelmänner, und vorsorglich einen Termin beim Hautarzt machen. Ach ja: Bis dahin solltet ihr nicht in der Nase bohren oder die Finger ablecken.

In Berlin hat die Vernunft gewonnen

Es wird ein harter Schlag für viele West-Berliner werden, wenn im Herbst der Flughafen Tempelhof geschlossen wird. Schließlich hat Berlins Innenstadt-Airport Geschichte geschrieben. Hier startete die erste Lufthansa-Maschine und hier landeten in den Zeiten der Berlin-Blockade die alliierten Rosinenbomber. Dennoch hat sich bei der Abstimmung über das Schicksal von Tempelhof die Vernunft durchgesetzt.

Die Gegner einer Schließung des Flughafens haben in dem Bürgerentscheid eine Niederlage erlitten. Nun ist es Zeit, einzusehen, dass durch den Weiterbetrieb von Tempelhof die Hauptstadt nicht noch sexier geworden wäre, sondern nur ärmer. Es fehlte an Argumenten. Die Bundestagsabgeordneten fliegen von Tegel aus in ihre Wahlkreise, und auch die Bundesbeamten, die ins beschauliche Bonn fliegen, starten in Tegel. Verschiedentlich hörte man in der Diskussion die Meinung, dass Tempelhof doch von privaten Sponsoren betrieben werden könnte. Das spielte wiederum der Berliner rot-roten Koalition argumentativ in die Hände. Ein Shopping-Flughafen für arabische Ölscheichs und russische Gazprom-Milliardäre? Da lässt sich doch eine Plakatkampagne draus schustern. Mit ehrlichen Arbeitergesichtern, die unterm gelben Helm den Promi-Flughafen geißeln. Lieber Herr Wowereit, solche Menschen kommen in ihrer Stadt nur in homöopathischer Dosierung vor.

Doch eins bleibt unbestreitbar: Selbst wenn private Sponsoren den Weiterbetrieb von Tempelhof übernähmen. Nach einiger Zeit würde es heißen: Das ist zu teuer für uns. Nun muss die Stadt einspringen, sonst gehen soundsoviele Arbeitsplätze verloren. Friedbert Pflüger (CDU) will weiter für Tempelhof streiten. Warum er das tut, bleibt sein Geheimnis. Weil etwas, das SPD und Linkspartei beschlossen haben, nie und nimmer richtig sein kann?

Firefox 3.0 – Erste Eindrücke

Die augenfälligste Neuerung am neuen Ubuntu 8.04 LTS ist der neue Firefox-Browser 3.0. Hardy Heron kommt mit einer Beta des freien Browsers. Man darf sich darüber streiten, ob die Verbesserung in der Bedienung so gelungen sind. So schlägt der Browser bei der Eingabe von Adressen URLs aus den Lesezeichen vor. Auf jeden Fall fügt sich Firefox 3.0 besser in das Thema des Ubuntu-Desktops (Gnome) ein. Die größte Verbesserung zeigt der Firefox aber in Sachen Geschwindigkeit. Ich habe es nicht gemessen, aber subjektiv baut der neue Kleine Panda Internetseiten deutlich schneller auf als sein Vorgänger. Das Mozilla-Projekt hat versprochen, dass der neue Browser auch eine ganz lästige Angewohnheit seiner Vorgänger beendet. Die haben nämlich einmal belegten Arbeitsspeicher nicht wieder frei gegeben.

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