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Heuschreckenplage

Am Wochenende füllten Sich die Kommentarspalten wieder mit bösen Wörtern über böse Bosse: Subventionsheuschrecke, Turbokapitalismus. Es geht natürlich um Nokia. Ein böser Konzern hier, Tausende von armen, ausgeplünderten Proletariern dort: So einfache Geschichten lieben die Polpulisten aller Parteien und Kommentatoren aller Medien. Und natürlich die Sozialdemokraten. Seit Ferdinand Lassalle roch die Arbeiterwelt nicht mehr so sehr nach Klassenampf.

Aber wer ist Nokia? Ein Getriebener der eigenen Aktionäre. Eine AG muss maximale Gewinne erzielen, sonst ziehen die Shareholder-Value-Heuschrecken weiter zu Samsung oder Motorola. Und – so unbequem diese Tatsache sien mag – diese Heuschrecken-Gattung besteht aus Menschen wie dir und mir, vielleicht sogar aus Nokia-Mitarbeitern aus Bochum. Diese Heuschreckengattung besteht aus dem namenlosen Heer all jener, die ihre Spargroschen in Fonds anlegen. Ebendiese Fonds unterwerfen die Kapitalgesellschaften dem Diktat der Dividende.

Unterdessen fällt der Vorwurf des Subventionsmissbrauchs den Politikern auf die Füße. Mehr als 80 Millionen Euro hat Nokia an Subventionen erhalten, dafür aber 200 oder 400 Stellen weniger geschaffen als vereinbart. Zu Deutsch: Die Politik wirft internationalen KonzernenSteuergelder in Millionenhöhe nach und zählt anschließend nicht einmal nach, ob dabei genug Stellen entstanden sind.

Kitlers

Das süße Kätzchen ist der Star einer Wahlkampagne von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen und auf dem schrägsten Blog, das ich in der letzten Zeit gefunden habe: CatsThatLookLikeHitler.

Wenn Sie der Ansicht sind, dass ihre Katze eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Kriegsverbrecher und Masenmörder österreichischer Abstammung besitzt, dann gibt es dort natürlich auch eine Bewerbungsseite.

Linux für Leistungsempfänger

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Ende 2007 die Umstellung ihrer rund 13.000 Internet-Informationsplätze in den Arbeitsagenturen von Windows-NT auf freie Software mit dem Betriebssystem Linux abgeschlossen.

Die Erneuerung war erforderlich, da die vorherige Kombination aus Windows-NT und Internet Explorer bei der Darstellung aktueller Medieninhalte und der Unterstützung moderner Hardware mit der technologischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten konnte.

Die BA setzt bei der Umrüstung ihrer Internet-Center (IC) in den Agenturen für Arbeit auf die Vorteile des Betriebssystems Linux: stabiles Betriebsverhalten, hohe Sicherheit und weitreichende Anpassungs- und Konfigurationsmöglichkeiten. Zusammen mit den bereits seit Jahren unter Linux betriebenen Servern der IC ergeben sich standardisierte Automatisierungs- und Wartungsverfahren und damit eine Senkung der Betriebskosten. Durch den Einsatz quelloffener Programme (so genannter Open Source-Software) entfallen außerdem die Lizenzkosten – ein weiterer Pluspunkt.

Einen Selbstinformationsplatz mit Internetanschluss kann jeder Kunde im IC der 178 Arbeitsagenturen nutzen. Aufgrund des öffentlichen Zugangs besteht allerdings ein hoher Anspruch an die Sicherheit. Die Linux-Plattform bietet den Vorteil, dass darauf nur wenige Schadprogramme (Viren, Würmer oder Trojaner) einsatzfähig sind. Zudem wurden nicht benötigte Softwarebestandteile, die zum Eindringen in das System missbraucht werden könnten, entfernt.

Erhöht wurde die Sicherheit durch eigene, individuelle Sicherungslösungen.

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit

Clement II: Ein Leuchtturm im Spiegel

In der heißen Phase des Wahlkampfes treten die Wirtschaftsflüchtlinge ins Rampenlicht. Ex-Kanzler und Gazprom-Lobbyist Gerhard Schröder maßregelt „diesen Menschen aus Hessen“ und RWE-Aufsichtsrat Wolfgang Clement warnt davor, seine Parteifreundin Andrea Ypsilanti zu wählen.
Und als gäbe es Clements Verstrickung mit den Energiekonzernen nicht, singt der Spiegel heute das Hohelied des wirtschaftlichen Sachverstands. In eine Reihe mit dem geschassten Oswald Metzger (Grüne) und dem innerlich emigrierten Friedrich Merz (CDU) stellt Spiegel-Online den wackeren Sozialdemokraten, der stets damit beschäftigt war, Leuchttürme (der Bildung, der Kultur, der Wirtschaft, der…) zu bauen.
Der Spiegel baut den Leuchtturmwärter zum alleinigen Leuchtturm des wirtschaftlichen Sachverstandes in der Sozialdemokratie auf, obwohl bei kritischer Betrachtung Clement den Beweis seines wirtschaftlichen Sachverstandes während seiner Amtsjahre schuldig geblieben ist – anders übrigens als Metzger und Merz.
So lässt der Spiegel vor allen Dingen auf eines blicken: Auf die Männerwelt eines Magazins, in der echte Männner vor allem eines sein müssen: Rücksichtslos, machtbesessen, einsam im Entschluss und brutal in der Durchsetzung. Relikte einer Vordemokratie von Bismarck bis Clement.

Wie viele Sozis sind ein Clement?

Bewohnt von einem strammen Stamm von Meistern,
der alles was nicht hart macht, schrill verhöhnt.

Heinz Rudolf Kunze

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