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Wiesn 2.0

Wenn am 22. September das 174. Oktoberfest beginnt, dann heißt es auch im Internet: O’klickt is‘! Die Wiesn lockt schon seit längerem auch im Web (Oktoberfest.de). Neu ist, dass man dem Oktoberfestflirt nun auch bei Lokalisten nachgehen kann und sich mit lustigen Sauffilmchen bei MyVideo auf das größte deutschsprachige Saufgelage einstimmen kann. Und ganz bestimmt kommt irgendwann der Tag, da fließt auch noch das Bier aus dem PC.


Quizfrage:
Was ist Glück für einen Bayern? (Am Wochenende gibt’s die Auflösung)

Volkslaptop

medison celebrityDie US-Computerfirma Medison bringt den Laptop für Jedermann: Knapp 114 Euro kostet der Medison Celebrity. Dafür muss der Kunde mit computertechnischer Magerkost Vorlieb nehmen: 1,4 Ghz Celeron, 256 MB Ram, 40 GB Festplatte. Das Display ist auch nur 14 Zoll groß. Wenigstens sind die drei USB-Ports schon aus 2.0-Standard. Und man muss sich mit Linux anfreunden. Fedora, wie dieser Blogger weiß. Immerhin: Für Büroarbeiten, E-Mails, Websurfen und einfache Multimediaanwendungen reicht das vollkommen. Mit Windows Vista würde ein solches Notebook gar nicht funktionieren, und der Preis ließe sich wohl auch nicht erzielen. Mit Versand und Zoll sollte die schicke Flunder für 150 Euro an Europas Küsten stranden.

Foto: Medison

Praktische Helfer im Stau

Wenn die Ferien beginnen wird es eng auf den Autobahnen. Zu eng! Da staut sich das Blech in Nord-, Süd-, Ost- und Westrichtung. 10 Kilometer und mehr, keine Abfahrt in Sicht! Wohl dem, der bei Ebay rechtzeitig ein Beißholz ersteigert hat. Da leidet das Lenkrad nicht mehr an den Bißspuren. Vielleicht nützt es ja auch, wenn die nächste Toilette noch ungefähr 5 km in Staurichtung entfernt liegt. Noch besser hat es da nur der Aurofahrer, der für sich und die Familie den Pipimax mitführt. Der Erstehilfekasten bei Notdurft enthält eine Flasche für „Ihn“ und einen Trichter für „Sie“. Der Hersteller warnt allerdings vor dem Pinkeln bei 200 Stundenkilometern.

Lufteinsatz bald auch gegen Falschparker?

Es zählt die Luftüberlegenheit. Um die Binsenweisheit erfolgreicher Kriegführung weiß man vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. Gut zu wissen, dass im Land an der Ostseeküste sogar das Kleinstadtrevier die eigene Luftwaffe ins Gefecht gegen Einbrecher, Ladendiebe oder – wie in diesem Fall – gegen Demonstranten werfen kann. Die Bild-Zeitung, die sonst den Luftraum über den Stammtischen beherrscht, hat in ihrer Sonntagsausgabe ausgeplaudert, dass die Rostocker Polizei den Einsatz der Tornado-Kampfjets zur Überwachung von G8-Gegnern völlig eigenmächtig angeordnet hat. Weder Innen- noch Verteidigungsminister hätten davon gewusst, berichtet die Netzzeitung unter Berufung auf Bild am Sonntag. Schlechte Zeiten für Falschparker in Meck-Pomm. Die Tornados sehen alles. Und jetzt alle: „Wenn der Schutzmann um’s Eck kommt…“

Weiterlesen: Luftherrschaft über Heiligendamm

Schnee in Texas

Salim Nourallah: Snowing in my HeartKann es in Texas schneien? Sonne, Staub, Tequila, das gehört zu Texas. Wenn ein Texaner sagt, es schneie in seinem Herzen, dann muss es schlimm um ihn stehen. Salim Nourallah, Singer-Songwriter aus Texas, hat seine neue CD so genannt, „Snowing in my Heart“. Und die Titelauswahl gibt das Programm vor. Ein verzweifelter Nourallah schreit flehend „Hang On“. Und obgleich er den Hörer gleich im zweiten Song besänftigt, es bestehe kein Grund, „So Down“ zu sein: Auf „Snowing In My Heart“ – seiner insgesamt dritten Solo-CD – kostet Salim Nourallah eher die melancholische Seite seines Talents aus. Das engt die Aussage etwas ein, gegenüber dem famosen Vorgänger „Beautiful Noise“, der durchaus seine lebensfrohen Momente besaß. Beim ersten Hören wirkt die neue CD fast ein wenig unscheinbar. Salim Nourallah spielt weniger mit verschiedenen Sounds, er weiß diesmal schon vorher, was sagen will und dosiert die Mittel sparsam. Nach wie vor liegen seine Wurzeln im Werk der Beatles, aber nun hat der eigenwillige Texaner eine neue Ebene im Schreiben von Popmusik erreicht. Salim Nourallah sucht den Vergleich mit Songschreiber-Giganten wie Elvis Costello, Andy Partridge (XTC) oder Jarvis Cocker (Pulp). Seine Melodien sind vielleicht ein wenig sperriger geworden, aber einen solchen Reichtum an subtilen harmonischen Schattierungen bieten wenige Pop-Platten. Die Ballade „I Miss You“ mag als Beispiel dienen. Da enttäuscht Salim Nourallah alle vorausgeahnten Akkordfolgen. Dafür findet er neue, die noch nicht abgegriffen sind. „Snowing In My Heart“, der Titelsong ist sogar fast zu episch für ein Pop-Album. Das ist eine Mini-Oper. Machen wir’s kurz: Als musikalischer Begleiter im Auto mag das 2005er Album „Beautiful Noise“ geeigneter sein, ansonsten hat sich ein ohnehin herausragender Popkünstler auf „Snowing In My Heart“ selbst übertroffen. Es braucht allerdings ein wenig Zeit, das zu entdecken. Geben Sie Salim Nourallah diese Zeit, und er entführt Sie auf einen Trip durch eine melancholische Pop-Wunderwelt, in der einfach alles passieren kann.

Wolff von Rechenberg

Salim Nourallah: Snowing In My Heart, tapete records TR105

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