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Doch kein Schäuble-Trojaner

Schaeuble Foto: Flickr

Der Bundesgerichtshof hat den Schäuble-Trojaner gestoppt. Wir erinnern uns: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte Waffengleichheit mit den internationalen Terroristen gefordert. Zu diesem Zweck sollten die Ermittlungsbehörden mit Trojanern in die PC argloser Bürger eindringen dürfen. Soweit kommt es nun doch nicht. Es ist dies schon die zweite Front, an der Schäuble dicke Bretter bohren muss. Das Abschießen von Flugzeugen haben die Kollegen im Kabinett dem Innenminister nicht erlauben wollen, und auch als Schäuble sich für die Folter aussprach, setzte es Prügel. Wir warten ab, ob es bald auch Selbstmordpolizisten mit Sprengstoffgürteln gibt. So wie das Sondereinsatzkommando (SEK) gibt es dann bald ein MSK, ein mobiles Selbstmordkommando, wie es schon im Film „Das Leben des Brian“ vorkommt. Bis zum Herbst 2009 hat der Bundesinnenminister noch Zeit, zu tun, was schon den RAF-Terroristen misslungen ist: die bürgerlichen Freiheitsrechte zu kippen. Mir ist nicht bange: Wenn dieser Staat diesen Minister übersteht, kann ihm kein Terrorist mehr etwas anhaben.

Der barmherzige Unternehmer

Nach annähernd zwei Jahrzehnten sinkender Reallöhne wollen die Gewerkschaften jetzt tief in die Konjunkturtüte greifen. Wenn ihr keine Lohnerhöhungen fordert, dann schaffen wir weitere Arbeitsplätze. So in etwa lautet die Position der Arbeitgeberverbände zu den anstehenden Tarifverhandlungen. Der gute, gute Unternehmer: Er schafft einfach mal Arbeitsplätze, weil er ein so guter Mensch ist. So als wäre Betriebswirtschaft wie Murmelspielen. Aber selbst beim Murmeln gibt es Regeln, wie auch in der Wirtschaft. Kein Arbeitgeber ist ein guter Mensch. Wer von Arbeitgebern Gutmenschentum fordert, darf weiter amerikanische Kinoschnulzen gucken, in denen der Unternehmer noch der väterliche Patriarch mit weißem Haar ist, und nicht ein gesichtsloser Hedgefonds. Das heißt nicht, dass der Unternehmer ein schlechter Mensch ist. Er ist nur ebendies: ein Unternehmer. Er hat eine Geschäftsidee. Wenn’s brummt, dann stellt er Mitarbeiter ein, weil er welche braucht, um eine steigende Nachfrage zu bedienen. Und diese Arbeitnehmer entlässt er wieder, wenn die Nachfrage zurückgeht. Wenn ein Unternehmer neue Leute braucht, dann spielt natürlich auch deren zu erwartender Preis eine Rolle, aber brauchen tut er sie ohnehin. Der Unternehmer ist nicht barmherzig. Der Samariter ist barmherzig, aber der finanziert sich aus Spenden.

Wer holte doch gleich den Titel?

Deutschland ist Handballweltmeister. Einzelne versprengte Autofahrer zockeln hupend durch die Stadt. Die Begeisterung in den Straßen hätte kaum größer sein können, wenn wir die Weltmeisterschaft im Malefiz errungen hätten. Das ist schade für die deutschen Handballer, die nach 29 Jahren den Titel zurückgeholt haben, und das im eigenen Land. Andererseits beweist die stoische Ruhe, mit der das öffentliche Leben in unserem Land das Ergebnis zur Kenntnis nimmt, dass es nicht gelingt, auf Hauruck die nächste Sau mit Bandenwerbung durchs schwarz-rot-güldene Dorf zu treiben.

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