Seite 178 von 287

Ende eines politischen Amokläufers

Bayerische Bauernregel der Woche:
Weht’s im Jänner gar zu hoat, blosts den Stoiber über Boad.

Foto: Flickr

Nun geht er also, der Problempolitiker Stoiber. Erinnern wir uns: Wir Außerbayrische lernten Edmund Stoiber kennen als Straußens Generalsekretär, als das „blonde Fallbeil“. Später, als Ministerpräsident, nervte er uns mit Streberei und Besserwisserei. Ganz egal, worin: Bayern musste Deutscher Meister sein. Der Lack bekam Risse als Stoiber zur Bundestagswahl 2002 gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder in den Ring stieg. Plötzlich sah die Republik einem rethorischen David bei seinem Kampf gegen den Medien-Goliath Schröder zu. Seine überaus knappe Niederlage bestätigte jedoch wie weit der Ruf des bayerischen Ministerpräsidenten als „Macher“, als fleißiger Arbeiter im Auftrag des Gemeinwohls über die Grenzen Bayerns hinaus trug.
Weiterlesen

Wen interessieren schon die Punkte

Die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung hat es jetzt bis in den seriösen Deutschlandfunk geschafft. Dadurch wird sie nicht richtiger. Was wäre eine dreiptozentige Mehrwersteuererhöhung? Genau: Das wäre ein Anstieg der Mehrwertstuerer von 16 Prozent auf 16,48 Prozent. Um von 16 auf 19 Prozent zu steigen, muss die Mehrwertsteuer entweder um 18, 75 Prozent steigen oder um 3 Prozentpunkte. Ist doch logisch, oder? Die Schlipsträger in den Funkhäusern werden die Axeln zucken. Bei WDR hieß es immer beruhigend: Keine Sorge, das versendet sich. Aber der, der die deutsche Sprache liebt, windet sich noch lange in Qualen.

Einig gegen Amerika

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad will die neue Regierung Nicaraguas mit Investitionen und Wirtschaftshilfe unterstützen. Das berichtet der Deutschlandfunk. Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega täte allerdings gut daran, Ahmadinedschads Unterstützung schnell wieder zurückgehen zu lassen. Jemanden, der sich mit Antisemiten einlässt, werden Liedermacher in aller Welt künftig wohl etwas weniger besingen. Ortega zeigt dabei, dass viel von den verhassten USA auch in ihm steckt: Der Grundsatz, dass die Gegener meines Gegeners meine Freunde sind. Ganz egal, was für Verbrecher das sind.

Serbien goes Linux

Die Republik Serbien erwägt eine Zusammenarbeit mit dem Linux-Anbieter Red Hat. Das berichtet der Rundfunk- und Fernsehsender B92 auf seiner Internetseite. Serbiens Wissenschaftsminister Aleksandar Popoviæ will heute ein entsprechendes Abkommen mit dem Anbieter von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) unterzeichnen. In der Stadt Vr¹ac soll ein regionales Supportzentrum eröffnet werden, das Anwendern aus 10 Ländern in der Region den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnik auf Basis von freier Software erleichtern soll.

Merkel, die Atomlobby und der Klimawandel

Die traditionellen Wintersportorte sitzen im Grünen, die Rosen blühen im Januar: Der Klimawandel ist da. Die Stromkonzerne wollen die ersten Nutznießer sein. Ihre Thesen: Atomstrom ist sauber und Uran kommt nicht von Putin. Noch steht Bundeskanzlerin Angela Merkel noch zum Atomausstieg, den die vorhergehende Regierung ausgehandelt hat. Aber wie lange noch? Viele Argumente der Verfechter des Ausstiegs sind in den vergangenen Tagen gefallen. Das Wichtigste kommt aber zu kurz. Schon im Jahrhundertsommer 2003 standen viele Kernkraftwerke kurz vor der Abschaltung. Die Flüsse führten zu wenig Wasser, und das wenige Nass, das durch die Landschaft schwappte, war zu warm. 28 Grad hatten die Umweltschützer seinerzeit im Rhein gemessen. Da ist nicht mehr viel Toleranz für die Einleitung von Kühlwasser der Kraftwerke. Noch ein paar Grade mehr und wir pochieren unsere Karpfen.

Copyright © 2026 Wolff von Rechenberg

Theme von Anders Norén↑ ↑