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Achtung Liberale!

Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke, mehr Energie aus Kohle, Zugeständnisse bei Ökosteuer und begrenzte Umweltauflagen für Großkonzerne. Was ist das? Die FDP auf Umweltkurs. Die vor die Wand gefahrene Hurra-Modernisiererpartei sucht nach einem neuen Profil. Wir können nur von Glück sagen, dass Westerwelle & Co. sich nicht auf die Friedenspolitik spezialisieren wollen. Denn dann droht uns der Dritte Weltkrieg.

Britney Spears bedroht die Welt

Als Sängerin abgemeldet, als Schauspielerin vom eigenen Schauspiellehrer öffentlich demontiert, bleibt Britney Spears nur ein Ausweg: Sie unterwandert die Schlagzeilen mit einem neuen Kind. Mit Erfolg. Selbst den Borowitzreport hat die Pop-Ikone geentert. In Oslo habe ein wissenschaftlicher Kongress sich mit den Auswirkungen der schnellen Vermehrung von Britney Spears und Kevin Federline befasst. Diese werde spätestens im Jahr 2030 die globalen Ressourcen strapazieren, schreibt Andy Borowitz. Wenn Sie des Englischen mächtig sind, dann lesen Sie selbst nach. Wenn nicht, lohnt sich der Englisch-Kurs in der VHS allein für den Borowitzreport.

Übrigens: George Bushs Umfragewerte sind die schlechtesten Bewertungen, die er seit dem Studium in Yale bekommen hat.

Kampf der Burka

Mit Schuluniformen will die bayerische Staatsregierung den Kampf gegen die Burka aufnehmen. Ganz sicher ist die Burka ein schlimmes Problem an bayerischen Schulen. Da sitzen die Lehrer in Altötting bestimmt schon ganzen Gruppen dieser verhüllten Frauengestalten gegenüber. Und weil die auch den für Ausländer verpflichtenden Deutschunterricht schwänzen, kann er die Damen nicht einmal ansprechen, um zu sehen, ob wirklich sie da drunter stecken oder nur ein Besenstiel. Das folgende Bild zeigt bayerische Schülerinnen in der neuen bayerischen Schuluniform beim bayerischen Einbürgerungstest.

dirndl

Foto: http://www.willisms.com/archives/2005/09/auf_wiedersehen.html

Microsofts Abstieg in die Welt der Konkurrenz

Verschicken Sie mal eine Datei im RTF-Format. Wenn Sie den Adressaten Tage später zufällig beim Kegel treffen, wird er sagen: „Sag mal, was hast du mir denn da geschickt? Da stimmten ja die Seitenwechsel gar nicht. Und überhaupt: Immer, wenn ich was einfügen wollte, dann hat sich die Schriftart verstellt“. Sie werden den armen Mann vielleicht darauf hinweisen, dass Microsoft sich nach Kräften darum bemüht, dass kein Weg an einer aktuellen Word-Version und dem DOC-Format vorbei führt. Zwecklos. Der Mann ärgert sich vielleicht, wenn er seine alten Dokumente mit dem neuen MS-Office-Paket nicht mehr öffnen kann. Aber nichts, gar nichts ist für ihn schlimmer als aus der Welt von Microsoft ausgeschlossen zu sein.

Theoretiker des freien Marktes stehen angesichts dieser Einstellung vor einer harten Nuss: Die üblichen Zusammenhänge von Qualität, Nachfrage und Preis scheinen hier nicht zu greifen. Der Kunde bleibt beim teuersten – und schlechteren – Produkt. Ganz egal, wieviel Kopfzerbrechen ihm das bereitet.

Die Vernunft greift nun ausgerechnet an einer Stelle ein, wo man sie nicht erwarten sollte – im Öffentlichen Dienst. Dort ist es nicht (mehr) egal, wieviel ein Programmpaket kostet, und die Verwaltungen müssen auch Schriftstücke lesen können, die Jahre zuvor entstanden sind. Es waren diese Überlegungen, die den US-Bundesstaat Massachusetts dazu bewogen hatten, auf das freie Dokumenten-Format ODF zu wechseln. Mittlerweile ist ODF mit dem ISO-Standard geadelt. Damit endet das Diktat des Quasi-Monopolisten Kleinstweich. Und jetzt kommt es noch dicker: Für das Office-Paket liefert Microsoft eine Open-Document-Erweiterung.

Man glaubt die Microsoft-Entwickler bis hierher mit den Zähnen knirschen zu hören (Jedenfalls gefällt mir diese Vorstellung). Diejenigen, die bisher die Standards gesetzt haben, müssen sich nun auf andere einstellen. Weil aber die Unsicherheiten beim Dokumenten-Austausch entfallen, entfällt mit jedes Kaufargument für das Microsoft-Office. MS wird sein am meisten überteuertes Produkt am Ende künftig zu marktfähigen Preisen anbieten müssen.

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