Nächste Station: Die Bischofswohnung im Studienseminar St. Michael in Traunstein. Alle drei Ratzinger Kinder – Josef, Maria und Georg – gingen in Traunstein zur Schule. Joseph kam als Dozent zurück und auch immer wieder als Erzbischof von München-Freising. Die Stadt rüstet sich für die erwarteten Papst-Touristen. Mit Hilfe von amerikanischen Papst-Fans will Traunstein einen Benediktbrunnen errichten. Wenn sich schließlich der Rummel um den Papst legt, wird vielleicht der geschmackvolle Bezug des Papstklos in der Bischofswohnung seinen Weg zu Ebay finden.
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Freising im Regen: Papst-Pilgerreise – auf Ratzingers Spuren durch Bayern 2
In Freising hat Ratzinger studiert und später auch selbst gelehrt. Man schwärmt dort noch heute, ihn habe die Aura eines „geistigen Mannes“ umgeben. Freising ist die alte Stadt der Erzbischöfe von München-Freising, der Fürstbischöfe aus dem Hause Wittelsbach. Die Stadt, in der Himmel und Erde einander zu durchdringen scheinen, hat bis heute nicht verkraftet, dass sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch Bischofssitz zweiter Klasse ist. Auch heute ist man in Freising etwas verstimmt. Das Geschäft mit dem Papst droht die Ratzinger-Geburtsstadt Marktl zu machen. Dabei habe doch Ratzinger dort nur ein paar Jahre seines Lebens verbracht, wie man in Freising klagt. Außerdem sei Marktl gar nicht in der Lage die drohenden Papst-Pilgerströme zu kanalisieren.
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Papst-Pilgerreise: Auf Ratzingers Spuren durch Bayern 1
Bis zu seinem Tod 1952 blieb München-Freisings Erzbischof Faulhaber in Geist und Predigt der Monarchie verbunden. Fremdenführer Georg Reichlmayr (Foto) zeigt auf seinem Ratzinger-Spaziergang durch Münchens Zentrum das Bild einer Stadt, in der der Katholizismus bis heute eine Macht geblieben ist. Und er proträtiert in Geschichte und Geschichten den selbstbewussten Katholizismus, der das fertig gebracht hat, der sich erst während des Nationalsozialismus genötigt sah, sich mit weltlichen Autoritäten zu arrangieren. München gehört zu den Trittbrettfahrern im Papst-Boom. Immerhin waren schon wenige Tage nach Ratzingers Wahl zum Papst alle Fremdenführer auf Papst-Biographien geschult.
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Schröder adé
Mit großer Mehrheit hat der Bundestag Gerhard Schröder das Misstrauen ausgesprochen. Vielleicht ist Tierse zu ihm gegangen und hat gesagt: „Ich habe eine gute Nachricht für sie. Sie sind negativ. Außer dem Aidstest stellt wohl nur das konstruktive Misstrauensvotum die Bedeutung von Positiv und Negativ in dieser Art auf den Kopf.
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