Fotos: Off Art 2010 in Brandenburg an der Havel

Ein Querschnitt durch das künstlerische Schaffen in Brandenburg an der Havel: Das will die Off Art sein. Einmal im Jahr dürfen in dieser Ausstellung Brandenburger Künstler ausstellen: Maler, Fotografen, Bildhauer. Jeder kann dazu Werke einreichen. Eine Jury oder eine Auswahl gibt es nicht. Meine neue Fotogalerie zeigt Eindrücke von der Eröffnung der 14. Off Art. Von Kitsch bis Kunst ist alles dabei. Gegenständliche Bilder hängen neben expressionistischen Farberuptionen. Dazwischen greifen Plastiken Raum. Besonders stark sind die Fotos. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. November in der Kunsthalle Brennabor Galerie zu sehen. Es lohnt sich.

Facebook für den Kunstfreund

Facebook für die Teenies, openartcollection.com für die Kunstfreaks.  Open Art Collection will das Web 2.0 für den Kunstmarkt sein. Hier soll der Künstler zum Sammler finden. Open Art Collection ist das Geisteskind der Unternehmer und Kunstliebhaber David Dehaeck und Nathalie Haveman. Im Beratergremium sitzt nach Angeben des Portals ein gewisser Jan Hoet. Der belgische Ausstellungsmacher verantwortete 1992 die Documenta IX in Kassel, eine der populärsten Documenten.

Die Initiatoren wollen eine Art Kunst-Web erschaffen, in dem Sammler ihre Kollektionen ausstellen können, in dem junge Künstler ihre Kunst bekannt machen können und in dem weniger erfahrene Sammler Rat für Auktionen bekommen. Eine Basis-Mitgliedschaft kostet nichts. Dafür kann man ein Profilfoto und drei Fotos von Kunstwerken hochladen und bekommt Zugang zu einer Menge von Aktivitäten auf der Platform. Ein Basis-Plus-Abonnement kostet pro Monat 7,95 US-Dollar. Ein Premium-Abonnement kostet 29,95 Dollar.

Wenn die Doofen Bücher schreiben

Als wir Michelle erzählen, dass wir an einem Buch mit dem Titel Generation Doof schreiben, tritt ein Leuchten in ihre glasigen Augen. „Weissich“, meint sie und stößt kurz auf. „Hat mir Aamin schon erzählt. Musstich gleich lachen.“ Das freut uns natürlich, aber wir wollen nun doch wissen, warum sie das so lustig findet, „Na, ich fanden Titel so komisch“, erklärt sie. „Wie schreibtn ihr das? Doof wie blöd, oder so wie die Seife?“

generation_doof.pngWer gern über geistige Ausrutscher wie den von Michelle lacht, findet im fertigen Buch „Generation Doof“ viel Anlass zu Heiterkeit. Stefan Bonner und Anne Weiss berichten von Miss Märkisch-Oderland, die Polen in der Nordsee vermutet und von einem namentlich nicht genannten Jugendlichen, der nicht in der Lage ist, zu sagen, aus welchen Ländern die Staatschefs von England oder Amerika kommen, und nicht weiß, in welchem Land der Irak-Krieg stattgefunden hat.

In einer ebenso kurzweiligen wie lang gezogenen Freak-Show lassen Bonner und Weiss die Symptomträger einer verlorenen Generation an uns vorbei defilieren. Nach Jahrhunderten des Anstiegs beim durchschnittlichen Intelligenzquotienten, befinde sich dieser seit Ende der 1990er Jahre im Sinkflug. belehren die Autoren den Leser. Unwissenheit gilt der Generation Doof als Zierde und Hartz IV als erstrebenswertes Lebensziel. Die Gründe liegen auf der Hand: Viel zu laxe Erziehung und mieses Schulsystem. Das klingt nach dem Kulturpessimismus, den man von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gewohnt ist, wenn es um die heutige Jugend geht.

Doch damit tut man den Autoren unrecht. Erstens urteilen sie nicht altklug über ihre Generation, und zweitens kommen sie zu überraschenden Erkenntnissen. So nehmen sie sich einer Klage an, der sich wohl viele Lehrer lautstark anschließen könnten. Dass nämlich die Schüler reihenweise Automarken mit allen technischen Details aufsagen können, an einfachen Englich-Vokabeln hingegen scheitern. Bonner und Weiss stellen klar: „Über ein solches Wissen [gemeint sind die Automarken, nicht die Englisch-Vokabeln] muss man verfügen, um in einer Gruppe hoffnungsfroher Jungproleten als Alphatierchen anerkannt zu werden, daraufhin die schärfste Schnitte abzuräumen und so für den Fortbestand der Art zu sorgen.“ „Wenn die Doofen Bücher schreiben“ weiterlesen

documenta12 – John Mc Cracken: Fire

Wie schon im verspiegelten Foyer, spielt John McCracken auch in einem anderen Kunstwerk im Fridericianum mit der Wahrnehmung des Betrachters. „Fire“ besteht aus sechs exakt parallel ausgerichteten Quadern an einer Wand des Raumes. Wer das Werk genau von vorn betrachtet, sieht genau das. Nur ein wenig schräg von der Seite betrachtet, scheinen die Quader fächerförmig auseinander zu streben. Das erreicht McCracken mit einem Schattenspiel durch clever eingesetztes Licht.